per. » >4 Erstes Blatt Lvv. Jahrgang SamStag AN. Oktober 1910 ÄMElÜLt" k»sä VJIIIIVIIVI I& IwIUVi »s ster"!vlech - Au,chtüffe: H iy ™ M Egf aJw Chelredakleur: A Goetz ffn bte Redaktion 112. ___ gV^F WW «Sgär lleranlivortlid) für den Verlag u. Expedit,on Kl && < Avf 9 A zSIa. < 'tf' ** polittfchen Teil: August WM General-Anzeiger für Gberhesien WM Si oonnmag« 9 iibc. ttotoNonrdniS und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vllch> und Stetnöruderei R. lange, Redaktion, Expedition und vruckerel: Schnlstratzt 7. k?al",: ®;,^;hlur»?,rfl Die heutige Nummer umfafjt 20 Seiten. politische Lvochenscdnn. Gießtn,' 29. Oktober. Diese Woche frit wieder gezeigt, wo Deutfchlattds freunde sind. Daß Defterreirf^Ungxirn uns dankbar an bie öruberbruft zieht, ist nicht mehr ganz neu und sollte lin unferer amtlichen Berichterstaltttna hin fdg nicht so häufig wiederholt werden. In der Türkei aber scheinen neue Ge- sühle für die Deutschen erwacht zu sein. Mit einer französischen Anleihe i|t es nichts geworden, und so unterhandelt man gegenwärtig in Konstantinopel mit deutschen Finanzleuten Dazu kommt dem jungtürkischen Patriotismus das Mißtrauen gegen England wegen der Drohung gegen Persien. Ob der Aufforderung jener Konstantinopeler Ber- ammlung, Deutschland möge in der persischen Angelegenheit ängreifen, irgendwelche deutsche «Schritte auf dem Fuge olgen? Man hat bisher davon nichts nxchrnehmen können Die Gefühle der englischen Presse, die ihre unvorsichtige Regierung zu tadeln an sängt, sind um einen Grad kühler geworden. Das zeigt sich auch in der Besprechung der Reife unserer Kaiserlamitie nach Brüssel. Mehrere der be- 'annten englischen Zeitungen melden, das; die Belgier bei )cm Besuche sehr kühl geblichen seien, im Gegen sähe zu )en deutschen Berichten, dah Brussel einen großartigen Emp- ang 'gerüstet u nb die dortige Bevölkerung den Kaiser sehr )erzlich begrüßt habe. Der Bcrtreter der ,/Daily News" acht den Grund der angeblichen Kälte darin, daß man in grüssel in dem Kaiser den ,-Vertreter des preußischen Mili- arismns" sehe, den man über alles hasse, da man glaube, >aß Deutschland schließlich die Absicht habe, die Niederlande — mb Belgien sich einzuverleiden. Aehnliche Befürchtungen inb allerbings auch in einigen belgischen Blättern ausge- prochen worden, und bie „Köln. Ztg." verwendet einen .^üufsatz daran, die Belgier davon zu überzeugen, baß bie An- egung deutschen Kapuals in Belgien diesem Staate nur lütze und ihn keineswegs, wie ihm von Franzosen einge- chlf lästert werbe, in Abhängigkeit von Deutschland bringe. nM^ag auch französischer Einfluß hier und da noch lebendig ein, Tatsache ist es jedenfalls, daß seit dem Regierungs- )l§, ntritt des Königs Albert die amtlichen Beziehungen J wischen Deutschland und Belgien sreundlicher unb inniger ^clüorben sind. Ties übt eine belebende Wirkung auf den * eiberfciligen Wirtschaftsverkehr aus, und ihn zu fördern ist Vx* s allem, n-as Deutschland vorläufig erstreben kann Belgien Mat keinerlei Anlaß, Zukuuftslatustropl/cn an die Wand figi u malen, und wenn es aus poliiisä^en Dersorgnissen sich itft,an$ unter die Fittige Frankreichs begeben wollte, so fil jurbe es wirtsck-astlich wohl erl>cbliche tinbnßen erleiden, fn, hne der Gefahr einer späteren Einverleibung, die ihm J on Frankreich ebenso gut drohen könnte, als von Deutschland, völlig entrückt zu sein. )ofl Der Prozeß gegen den Reickstagsabgeorbneten Wilhelm egi 3rulm wegen Erpressung von LZeitung-'>inseraten wird höchst .^ohrschcin.ich mit einer Freisvrechung enden Bisher hat kJ ie Verhandlung nichts ergeuen, was juristisch belastend , ür ixen Angeklagten wäre. Wichtiger aber für die weite Öffentlichkeit sind bie Presseerscheinungen überhaupt, bie "" in Berliner Gerichtssaal von mancherlei Seiten beleuchtet 1C9 uorben sind. Es hat sich wieder e'nmal gezeigt, daß für da Ziele, auch gar manche Richter, bie inneren Seiten des z —" - ---------i ~ ■ tedenLgesahr im Journalismus. 9fj Kein Verbrechen im Kreise der Zeitungswelt hat wohl ebhafteres Aussehen erregt als das Dynamitattentat gegen ras Gebäude der Times in Los Angeles in Kalifornien dal Das ganze Haus wurde zertrümmert. Dos Blatt hatte int ich bittere Feinde gemacht, weil es sich zum Ziele gestellt igti )alte, die kalifornischen Arbeiterorganisationen 'zu sprengen )bif tnd zu bekämpfen; die Antwort war dann die verheerende Dynamitbombe. Der Fall steht^n der Geschichte des amcri* , . '^Nischen Zeitungswesen keineswegs vereinzelt da, unzählige Diale sind in den Vereinigten Staaten Redaktionen gestürmt vorbei!. Verhältnismäßig friedlich lief noch der Kampf ab, . )en die Redaktion des Rewyorker „Courier zu bestehen chatte. Eine bewaffnete Menge zog vor das Haus, um die di! Redaktion zu überwältigen. Aberwer Herausgeber der 3ei- kling Colonel Webb hatte den Angriff schon lange voraus- iei )cM)en, unb die Herren'seines NedaktionsstabeS mit großen hz jZlmten ausgerüstet, bie zwar Don einem ehrwürdigen Alter . varen, dafür aber umso lauter knallten. Als die Menge । )or das Haus zog, erschienen an den Fenstern die Redakteure, l ^Te sürchterlüt)en Schießhölzer in den Händen. Unb bald nt’ begann auch das Feuergesecht: nach wenigen Minuten war Oie Menge zerstob eil und der Plah geräumt. Nichjt ein •U tropfen Blut tvar vergossen wvrden; die Redaktionsflinten ixirai statt mit Bleiignit Makulatur gelaßen, und der Knall -Hein hatte genügt, um bie Angreifer in bie FlucU zu schlagen. Schlimmer erging es freilich vor etwa 120 Jahren den Redakteuren der „Aurora", die in Philadelphia erscl)iien. k £inc große Schar bemaffneter Kerle drang plötzlich in die i Kedaktionsräume ein, überwältigte die paar Redakteuro l unb mißhanbelte sie aus das Grausamste, so baß viele von i chnen wochenlang das Bett nicht verlassen konnten. In veii Zeiten ber amerikanischen Büraerkriege war bie Aus- • Milderung einer Rebaktion ein alltägiiches Vorkommnis. Der Herausgeber bes „Republican" von Baltimore, ber es lvagte, diese Gewaltsamkeiten zu kritisieren, wurde über» fallen und entging nur durch einen glücklichen Zufall dem tobe In ben sechziger Jahren steckte eine wütende Volksmenge den prächtigen, palastartigen Bau ber Rewyorker Tribüne" in Brand. Man wollte den Chefredakteur lhiiwen, doch dem Verhaßten gelang es, über die Dächer > in ein Nachbarhaus zu flüchten. Jahrzehntelang konnte es als ein Beweis heroischer Todesverachtung gelten, wenn ein f Journalist die Redaktton bes in Vicksburg, Majsachujetts, Tagesschrifttums ein Buch mit sieben Siegeln finb. Der Verhandlungsleiter machte sich zum D Küchcnverwaltung 11/116# Wietzen. Grosses tiosller-Komrl mit humoristischen Vorträge» Sonntag den 30. Oktober von 4 Uhr ab bei Aßmrt Stört, Rodheiw. 5989) Eintritt frei. Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer, Wetzsteingasse 13 31. (342 00000000000 Hier liegt der unbestrittene Vorteil von _ Soenneckeris | Dauerkontenbuch HospizVr evang Schwesternhaus, Student, ffiiVÄSL Angeb, u.09133 o. d. Gies;. Anz. erb. Aus Abzahlung an jedermann vers. eleg. Herren Matz-Anzüge u Palet, von 20 Mk. an. Muster u Mananleuung auf Wunsch. t5*7 I. WiUamowoki, Tboru-Altst. Intelligenter Herr, 24 Jahre alt, von angenehmem Aeutzern, in dauernder Position, sucht die Bekanntschaft einer gleichaltrigen, gutsituierten Dame zwecks später. Heirat. Diskretion zugenchert. Cfferten unter 09115 an den (Siebener Anzeiger erb. Habe mittl. gutgeh. Restaurant zu vergeben. Miete 650 DU. pro Jahr: z. liebem. 1300 Mk. er- forderl. Näh. g. 10 Pfg. Ruckv. P. Bobisch, Braumstr. Halle a.S., Meckelstr. 81.ss”/10 • 7GaMsA_y G u. Damenverein Gabelsberger. Wir machen unsere Mitglieder auf die am Sonutag den 30. Oktober, nachm. 4 Uhr im Saale des Hotel Einborn stattfindende Herbst-Vertreter Bcr- sammlung des Bezirks Gietzen aufmerksam und laden zu recht regem Besuche ein. Der Ber- samlung geht eine Prüfung für (Ycschäftsstenogravbeu u. Praktiker vorm. 10Ubr voraus. v*/,<> Turnverein Giessen SamStag, 5. November 1910, abends 8»/> Ubr v»/w Winterfest Konzert der Kapelle des Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm" unter Leitung des Ober- musikmetsters Löber. Turnerische Aufführungen, Gesangsvorträge = B ALL. = Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag den 30. Oktober, aoends 8 Uhr Umer Mitwirkung der Kavelle des Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 DieFörster-Christel Operette in 3 Akten von Bernh. Buchbinder. Musik von Georg Jarno. Ende gegen IO3/* Uhr. (a*/^ Montag den 31. Oktober, Madeleine Trilby vorher: Im weitzen Röhl Lustspiel in 3 Aufzügen von Blulnenthal u. Kade Iburg. Ende gegen 10‘/2 Uhr. Acltcrer Oberrealichüler erteilt gegen gering. Honorar ein. jung. Schul, (biö Untertertia intli. Nach- hiliest, im Jranz. u. Enal, evenil. auch i. d. Mathematik. Z. erfr. in d. Geschäftsst. Einfache, doppelte u. amerikan Buch führung tanp'iie. lasehinPBsebreiben. alle Handdslächer Einzel- und Gesamtkurse lehrt gründlich unter Garantie eines sicheren Erfolges C*111 Hermes Lehr-Institut fti essen, Bahnhofstr. 39 p. fatal Wagenga*se 9. In nächster Nähe der Stadtvost. Guten bürgerlichen Mittagstisch, schöne, große Zimmer für vereinSsitzungen und Fest- KOLOSSEUM GIESSEN Direktion DH. Rösch. — Walltorstratze. 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November er., abends 8y2 Uhr, im Saale des „Hotel Einhorn“ Tagesordnung: „Stadtverordnetenwahl". Ich lade hierzu sämtliche selbständigen Hand- Wascht mit Schwan Gesangverein Harmonie Zur Feier des 64-jährig. Stiftungsfestes Samstag abend 9 Ubr IW* Kommers "MR tm Vereinslokal bei Sauer. vÄlto Sonntag den 30. dö. MtS., von 8 Ubr ab Konzert Gesang Komische Borträge Tanz im Fclienkeller. AuSschank der Union-Brauerei Gietzen u. Würzburger Hoibräu. Verein Contentia Samstag den 29. Oktober, abends 8V, Uhr Wintcr-Lcrüiillirkii mit Ball in der Turnhalle am Oswalds- garien. v”/w Sonntag, 30. C£U nachm. 3 Uhr, Ausflug nach dcr Licbigshölie. o-reunbe und Bekannte willkommen.Der Borstanb. F.infritKkarten* I. Platz Mk. 5.—. II. Platz Mk. 4.—. III. Platz Mk. 3.—. IV. Platz Mk. 2.50« rjintrillSKarten. studentenkarten Mk. 1.—. Kl. Partitur-Ausgaben sind in der Musikahen- handlung des Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nacht), Telephon Nr 671, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. Zur Hauptprobe Mk. LaO (für Mitglieder Mk. 1.—), Schülerkarten Mk. 0.50. lv 1° - OefTnung des Theaters 41/« Uhr. ■ - TX« A sind bei Ernst Challier gefl. abzuholen, eine Zusendung L)16 A DOnnemenlSKarieil an hiesigen Abonnenten findet ausnahmslos nicht statt. Programm Symphonie Nr. 12 in B-dur .......... Haydn Szene und Arie aus „Der Freischütz“............. C. M. von Weber Ouvertüre zu der Oper „Don Juan“ ................W. A. Mozart „Der Hirt auf dem Felsen“ für eine Singstimme, Solo-Klarinette und Orchester Fr. Schubert Symphonie Nr. 4 In B-dur ..................L. van Beethoven NEUHEITEN r FÜR DEN HERBST. 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