Mittwoch, 27. April 1910 160. Jahrgang ES ist schwer, ernst zu bleiben. Der Gemeindediener hat weg, aut, also ging die Wahl unbeobachtet vor sich. ES fehlte nur Wenn Du Rechnungssachen. Schluß 6% Uhr. des Wühl- Gemeinde. Abg. Sckwarze-L'pvstadt (Zentr.) bestreitet, daß die Wahlzelle nicht nach der Vorschrift reglementS angelegt toar. Eine Kontrolle durch den diener war absolut ausgeschloffen. Abg. Dr. Dahlem (Zentr.) t Nr. 97 scheint «üNL mb «nSnahms bd Connta^ Dte „GleSen ei $mnlHenbiatter* merte» dem ,Anze«ger^ etermaJ wöchentlich betgeiegl. bal * Krdsblatl fö» ta Krel« Stehen- zweimal wöchentlich. Dte ^canüwtrtfchafllt-e» Leu- trogen* «Schemen monatlich zweunat. M>!attrm «erlag Ut Ur Üb^ch«« UnwerlUät» fluefr and 6tetnbcudu€U «. Bange, muttg links. Unruhe rechts.) Abg. v. Brockhausen (Kons.): Tie WahlprüsungSlommission hat in einem Fall nicht einmal richtig gerechnet. (Heiterkeit rechts.) Abg. Dr. Neumann-Hofer (Vp.): Gewiß, aber zugunsten des Herrn Mayer. (Heiterkeit links.) Abg. Dr. Arendt (Rp.): Ich habe mich nur gegen Nachwahlen wegen Lappalien ge. wendet. Auch eine Verabredung zwischen den Parteien hat nicht stattgefunden. Die W a l wird aegen die Stimmen der Volkspartei, Polen und Sozialdemokraten für gültig erklärt. Die W a h l d e § A b g. v. K a p h e n g st (Kons.. 5 Frankfurt) beantragt die Kommission für ungültig zu erklären. Abg. v. Cerben (Rp.) beantragt die Dahl für g ü l t i g zu erklären. Die amtliche Wahl- bceinflunung selbst wenn sie stattgefunden batte, bat l)eu»e keinen solchen Einfluß mehr auf die Wählerschaft wie früher. Menn ein Bürgermeister seinen Namen unter einen Aufruf seht, so hat die^ doch nicht zur Folge, daß alle Senfe, die irgendwie mit ihm zu tun haben, deshalb den be^effenben -Kandidaten Wahlen. Es ist btrett eine Beleidigung der Wähler, ihnen zuzumuten, sie wurden durch Beisetzung de« Arn«Sckarakters 'm dem Namen eines Beamten beeinflußt. (Aba Dr Südekurn Soz : Warum schreiben Sie es dann drunter?) Ich beantrage also die Wahl bes Abg, Henning (Große Heiterkeit links: ^uruf der Soz.- Henning also auch!) de-, Abg. v. K a p h e n g st für gültig zu erklären. Die W a h l wird geoen die Stimmen der So-nakdemokraten und einigen DentrnmSabgeordneten für gültig erklärt. Die Wahl des Abg. Schwartz lSoz.. Lübeck) beantragt die Kommission für g ü l t i g zu erklären. DaS Haus schließt sich dem Anträge an Die Wahl des Abg. Dr. Strube lVp. 9 Schleswig-Holstein) wird gleichfalls entsprechend dem Antrag der Kommiision für gültig erklärt. Die Wahl des ?lba Spindler l^entr., 3. Pfalz) beantragt die Kommission für gültig zu erklären. Abg. Dr. Nenmnnn-Hofer kDp.): Tas Wahlgeheimnis ist bei dieser Wahl nickt gewahrt worden. Der Gemeindediener saß so, daß er ieben in der ?>clle 'whenden Wähler beobachten konnte. Ich beantrage, die Wahl für u n - gültig zu erklären. Abg. Fischer (Soz.)t Wir waren schon in der Kommission für die Gültigkeit, haben also nicht hier erst unser Programm verleugnet. Abg. Fischer-Berlin (Soz.): Tann hat das Zentrum schon in der Kommission fern Programm verleugnet. Der Kommissionsantrag wird angenommen. Die Wahl des Abg. Wehl (Natl., Hannover 17) beantragt die Kommission für ungültig zu erklären. Ein Antrag Bass ermann beantragt Zurückverweisung. Abg. Engelen (Zentr.): Hier handelt es sich um ein Einmischen der Kriegerbe r e i n e in die Wahlagitation zugunsten des Abg. Wehl. In den Kriegervereinen hat die Kommissionsmehrheit eine Art behördlicher Einrichtung gesehen, für die jede Wahlagitation unzulässig sein müsse. Ter Jahresbericht der Hannoverschen Krieger- vereine hat sich ausdrücklich gerühmt, daß auf Grund ihres Eingreifens der „nationale" Kandidat gewählt worden ist. Tie Wahl muß deshalb für ungültig erklärt toerben. Abg. Arnold (Wildkons.): Tie Kriegervereine sind in ihrem Tun niemandem verantwortlich und sind von keiner Behörde abhängig. Sie können des- halb auch durchaus in die Wahlbewegung eingreifen. Tie Wähler härten auch ohne die Kriegervereine nationalliberal gewählt. Ich bin daher für den Antrag Baffermann. Abg. Gaebcl (Wirtsch. Vg.): Im Lande wird man es nicht begreifen, wenn das Haus in den Kriegervereinen eine Art Behörde erblickt. Abg. Dr. Heinze (Natl.): Ich schließe mich dem an. Tie Kriegervereine sind private Vereine und können tun, was sie wollen. Tie behördliche Forderung wacht sie noch lauge nicht zu einer behördlichen Einrichtung. (Zustimmung rechts und bei den Natl.) Die Wahlzelle war so gestellt, daß sie dem Gesetz direkt wider, spricht. Ter Gemeindediener hafte wobl den Auftrag, fick n t cn t umzudrehen, damit er die Vorgänge in der Zelle nicht b^obach^n kömite, aber das ist doch keine Wahrung des Gesetzes. Es ist bezeichnend, wie die Partei für Wahrheit und Reckt bei diesem Falle ihr Programm verleugnet. Ich bewundere das gute Funkfionieren der M a n d a 1S b e w i l l i g u n g S m a s ck i n e auf ® e g e^n = f e i ti g f ei t: „Hand wird nur von Hand gewaschen, W:.... -- nehmen willst, so gib*." (Gr. Heiterkeit.) Redaktion. Ervedstto» anb Druckerei: vestus» ftroB» 1. ttipebitton und Verlag: 6L Steüaktwru«^S112. LeU-Adr^ AnzetgerGiebm» Gießener Anzeiger Eeneral-Anzeiger für ©berufen (Wähler seiner Wahlpflicht genügte. (Große Heiterkeit links.) I * Nehmen auch Sie die Sache ernst. (Abg. F i s ch e r - Berlin: ES ist sckwer! — Gr. Heiterkeit.) Wenn der Gemeindediener weg. schaute, dann ging die Wahl unbeobachtet vor sich. (Lachen links.) Nicht der Abgeordnete muß beweisen, daß er zu Recht gewählt worden ist, sondern die Protestler muffen die Beobachtung beweisen. (Beifall rechts und im Zentr. Lachen links.) Abg. Fischer-Berlin (Soz.): geschaut, also ging die Wahl unbeobachtet vor sich. Es fehlte nur noch, daß man sagt: man hat den Gemeindediener hineingesetzt, um das Wahlgeheimnis zu sichern. Tas wäre die Höhe. (Heiter- leit links.) Nach dem Antrag der Kommission sollen heute drei nationalliberale und drei konservative Mandate für ungültig erklärt werden. Was wir noch nie erlebt haben, sehen wir heute: die bürgerlichen Parteien desavouieren ihre Mitglieder in der Wahl- Prüfungskommission und gründen hier eine Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit für wurmstichige Mandate. (Zustim- Auf Antrag des Abg. Dr. G o c r ck-Holstein (Natl.) wird hiermit verbunden die Prüfung der Wahl des Abg. Sieber» (Natl., Hannover 16), die gleichfalls wegen deö Eingreifens oer Kriegervereine für ungültig erklärt worden ist. Abg. Dr. Neumann-Hofer (Vp.): Ich habe in der Kommission für die Ungültigkeit beider Dahlen gestimmt. Aber ich lverde für die Gültigkeit und gegen die Rückverweisung an die Kommission stimmen. (Ironischer Bei- fall rechts.) Nach den heutigen Abstimmungen ist die,Wahl- prüfungskommiffion eine völlig sinn- und zweckwidrige Einrichtung. die wir mit irgend einer Arbeit nicht mehr betrauen dürfen. (Heiterer Beifall rechts.) Mg. von Dertzen (Rp.): Die Kriegervereine sind private Vereine, denen die Scanner angehören, die auf den Schlachtfeldern für die Ehre dcS Vaterlandes gestritten haben. (Rufe links: HurraI HurraI Heiter, feit.) Sie schließen nur solche Mitglieder aus, die das Unglück haben, der sozialdemokratischen Partei anzugehören. (Lachen bet den Soz. Zurufe: Nur die Dummen sind drinl) Tas ist Ansichtssache. Ich bin für die Gültigkeit. Abg. Dr. Dahlem (Zentr.): Die Kriegervereine haben in ihren Statuten ausdrücflich die Bestimmung, daß sie unpolitisch sind. Trotzdem haben sie bei den letzten Wahlen eine geradezu unerhörte Wahlbeeinflussung getrieben. Dieses Treiben kann nicht gutgeheißen werden. Abg. von Brockhauscn (Kons.): Gerade im Intereffe der Selbstänbigkeit ber_ Stricgcrbercina werden wir für die Gültigkeit der beiden Wahlen stimmen. Dbg. Fischer-Berlin (Soz.): Wir werden für die Ungültigkeit der beiden Waylen stiminen, um uns der Moral der Majorität des Hauses nicht $u unterwerfen und um den Rechtsbruch de r a ] or 11 a nicht gut-uheißcn. (Unruhe reckts und bei den Natl.) Die «ne- gervereine sind die Prätorianergarde der jeweiligen Regierung, fUnruhe rechts.) Wenn die Negierung mit dem Zentrum geht, schwenken die Kriegervereine für oas Zentrum ein. (Widerspruch im Zentr.) Das ist deutsche ManneSireue! (Unruhe rechts.) Die juristischen Ausführungen sollen nur bael der B lgszunahme dei Wohlfeile" und i immer teurer ichkommen* .n vorziighehsn I ährten und bfr I iarken iato utte* Backen. I Ä I J Gebraud1' rbäH110”’ I -c»*X ie, le ?hör- a«/8 ligEten i kj (el 680 tt mit ieb aufzuregcn und unzufrieden zu machen! 'Doch die Marker,chaft kennt ihren Pappenheimer — wenn er sich auch scheute, lernen Namen unter seinen Erguß zu setzen — und layt Nch nrchts wers- machen! Lehrer Lcrdrch, Langsdorf. Kirche unö Schule. Lich, 25. April. 'Nachdem die Gadelsbergersche Steno- araphenaesellschast zu Gießen im letzten Winter hier einen gut besuchten Lehrgang abgehaltcn lind im Anschluß daran einen Verein gegründet hat, hat auch der Gabelsberger Verein Gießen hier einen Erfolg zu verzeichnen. Mit Beginn des iiächslen Monats eröffnet er an der Präparan den schule einen Kursus für G a b e l s b e r g e r s ch e Stenographie, den Lehrer Klrng- Gießen leitet. Die Beteiligung der Schüler ist ivahlsrei. Zugleich wird an der Anstalt auch das System Stolze-Schrcy für einen Teil der Schüler durch Lehrer Schmidt von hier gelehrt. O Friedberg, 25. April. Am Samstag berichtete tm Lehrerverein F r i e d b c r g - B a d - N a u h e i m Seminar-Oberlehrer Professor Lio. Jäger über „D ie Prophetie in der Volksschule". Ter Redner, der auf Grund langjähriger Tätigkeit als NeligionSlehrcr am hiesigen Lehrerseminar und on bei Uebungsschule eine Fülle praktisch-pädagogischer Erfahrungen gesammelt hat, gab zunächst ein historisch begründetes Bild vom Auftreten der Propheten, die vielfach nur aus der politischen Zeit- beivegimg heraus zu verstehen sind, und kam daun auf die außer- ordeiuliche Bedeutung der Prophetie in der alltestamentlichen Geschichte und Literatur und den erzieherischen Wert ihrer Schriften zu sprechen. In Anbetracht des hohen Wertes der prophetischen Schriften hat der Ausschuß zur Herausgabe einer bibliichen Geschichte — trotz vieler Stimmen, die sich dagegen äußern — die Propheten in der neuen biblischen Geschichte beibehalten, jedoch in qanj neuer Gestaltung und vollständig veränderter Bearbeitung. Tie alte biblische Gesmichte brachte zusammenhanglos von jedem Propheten etwas, die neue Ausgabe wird sich m der Haupsache auf Jeremias beschranken, diesen aber eingehend behandeln, da mail an ihm die ganze prophetische Bewegung lernen und verstehen und auch der kindlichen Auffassung am leichtesten verständlich machen kann. Zudem ist es ja auch aus reili pädagogischen Gründen wertvoller, iveniges genau, als vieles oberflächlich zu behandeln. Um nun den Wünschen einiger Lehrer Rechiiimg zu tragen und überhaupt größeren Schirlkorpern Bewegmigssreiheit zu lassen, hat der Ausschuß beschlossen, eine An- zahl Stellen aus den anderen Propheten (etiva aus Arnos und dem 1. und 2. Jasaias) als LesestÜck zur wahlfreien Benutzung einem besonderen Anhang zu überiveisen. Im übrigen ist aus dem Allen Testament, dessen Bearbeitung jetzt beendet ist, alles Minderwertige ausgeschieden worden und eine Kürzung dcS übrigen Stoffes ist emgetreten. Erfreulich ist es. daß das Alte Testament allein um die Hälfte d eS seitherigen Stoffes ge- kürzt wordeii ist. Aiich kommt nicht mehr der reine Luthertext in Anwendung, sondern eine Uebersetzung m neuzeitlicher Sprache, die mehr dem Berstäiidnis und der Auffassung der Kinder angepaßl ist. An die mit viel Beifall mitgenommenen Aussührungen Pros. Jagers schloß sich eine lebhafte Aussprache, an der lich außer Pros. Eger einige Lehrer beteiligten, und die für beide Seilen noch viel Anregung bot. — Tie Versammlung war aus der ganzen Umgebung sehr zahlreich, auch von Damen, besucht. Fairriiieir-Nachrichteir. Verlobt. Frl. Berta Spanier mit Herrn Heinrich Rühl in Schotten. , M , Gestorben. Frau Marie Fuchs, geb. Betz, in Heegheim. — Frau Katharina Steuernagel, geb. Weber, in Eudorf. — Frau Elvire Temme, geb. Heusler, in Friedberg. — Herr Jakob Lohrfink in Rockenberg. — Frau Charlotte Hahn, geb. Guntrilm, in Darmstadt. — Frau Gertrud Suppes Wwe., geb. Lust, iy Lorsch. — Frau Margarete Weiht, geb. Ubrich, in Vilbel. - Herr Ludwig Pfeiffer in Kelsterbach. — Herr Philipp Klotz m Leim. — Herr Rudolf Feller in Weilburg. Märkte. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) fc.Frankfurta.M. Vi e h hoi-M arkt bericht vom 26.April. Austrieb: Rinder 1179, darunter Ochsen 432, Bullen 40, Kühe 707, Nalder 812, Schafe 243, Schweine 711, Ziegen 0, Ziegenlämmer 0, Cchaslämnier 00. vom Srüninger-vorsgiNrr Martwald. Man schreibt uns: Unter dieser Ueberschrist erschien in Nr. 95 2. Blatt — dieser Zeitung ein Artikel, der anscheinend den Zweck hat, die Ntärker in Grüningen und Dorsgill auszustackieln, zu verwirren. Es wird darum zur Steuer der Wahrheit folgendes erwidert: Die Markwaldgenossenschaft Grüningen-Dorfgill war seit inehr als zehn Jahren ohne Vorstand, ixt Erste und zweite Märkermeister führten die Verwaltung nach Gutdünken: die Märker waren vollständig „matt" gesetzt! Als nämlich vor vielen Jahren die letzte Vorstandswahl vom ersten Markcrmeister, Bürgermeister Gilbert in Grüningen, vorgenommen wurde durchbrach dieser eigenmächtig den althergebrachten Wahlmodus, wodurch ein kostspieliger Prozeß entstand. -Lie aus dieser Wahl hervorgegangeiien Vorstände konnten ihr Amt Nicht antreten und so entbehrte die Markgenossenschaft sännt lange ihres Vorstande-,. Erst auf vieles Bitten unb lstrrtes Drängen seitens einiger Tvrfgiller Märker schrieb der erste Märkermeister aus den 2 April eilte Generalversammlung der Märker nach Grüningen aus mit der Tagesordnung: „Erneuerung der Vorstaiidswahl." Gemeinderechner Arnold von Grüningen spielte in dieser Versammlung zuerst eine Menge Gesetzesparagraphen aus, die wohl verwirren, aber nicht Hären konnten, und endigte mit einem Anträge auf Aenderung der ausgeschriebenen Tagesordnung. Dieser Antrag sand lebhaften Widerspruch und wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. o. , Bürgermeister Kuhl- Dorsgill beantragte nun Aushebung des alten Statuts, das doch eigentlich wenig besage. Diesen Antrag unterstützte ich, und die Generalversammlung nahm nach längerer Besprechung den Antrag mit überwiegender Mehrheit an. Geg^i diesen Beschluß erhob nun Gemeinderechner Arnold Widerspruch. Die Generalversammlung schrttt nun zur Vorstandswahl, Der mit großer Mehrheit gewählte Vorstand wurde nun nut der Ausarbeitung eines neuen Statuts betraut. Die Marlgeiwssenschast soll aus Grundlage der seitherigen altdeutschen Verwaltung der Markgenossenschaiten, die das B. G. B. in seinem Artikel 83 unberührt gelassen hat, weiter verwaltet werden. Aus Grund diese-, Rechts hält sich, die Martwaldgenossenschast für berechtigt, tit ihrer Generalversammlung zu beschließen, was zu ihrem Frommen dient. Wenn dem Artikelschreiber — in Nr. 95 d. Bl. — die Beschlüsse der Generalversammlung nicht in seinen „Kram" passen, so muß er sich gedulden, bis einmal eine willigere nach seiner Pfeile tanzt! Seinen Ausführungen, die wahrscheinlich unter dem Einflüsse gelesener — aber nicht verstandener — Gesetzesparagraphen entstanden sind, wollen wir es zn Gute halten, wenn er die Generalversammlung der „Vergesvaltigung" bezichtigt, die Verwaltungsbehörde scharf zu machen sucht und mit Gerichten droht! Die Handlungen der Generalversammlung des Märkertages sind genau protokolliert und brauchen das Licht nicht zu scheuen! -Lic Märkerschast will endlich in Frieden und Eintracht ihr Vermögen verwalten und die Verwaltungs- und Gerichtsbehörde in Zukunft mit „Scherereien" verschont lassen. . lind nun zur Steuersrage! Der Markwald Grüningcn-Dorf- gill besteht ans 296 Marken oder ideellen Anteilen, die _im Grundbucl>e der Gemarkung Grüningen eingetragen sind. Die Marken sind demnach Besitz wie Aecker und Wiesen — sic gehören zum Grundbesitz. Nach der hessischen Steuergesetzgebung unterliegt sowohl der Besitz, als auch das Einkommen daraus^ der Steuerpflicht. Sonach ist der gesamte Markwald Grüningen-Dorf- gill durch seine Einzelbesitzer zur Vermögens-, Einkommen- und Gemeindesteuer herangezogen, gerade wie die Feldgemarkungen. Mein eigner Markenbesitz ist wenigstens so versteuert. Wenn nun die Einzelbesitzer eine Feld- oder Waldgemarkung versteuern, dann kann doch die Gesamtgemarknng nicht noch einmal versteuert werden. Der Artikelschreiber in Nr. 95 sclstnnt durch seine übergroße Gesetzeskenntnis auch an Unklarheit in Steuerfragen zu leiden, sonst hätte er nicht noch behauptet: „Die Mark Grüningcn- Dorfgill war seit 1856 steuerfrei." Und an all dem „Glück", das einen „Jubel bei den Gemeindesteuerzahler" ausgelöst habe, sei die Generalversammlung vom 2. April l. Js. schuld. Das ist aber eine Ehre, die die Generalversammlung — d. h. ihre Mehrheit — zurückweist, weil sie ja alles beim alten gelassen hat! Doch ich kenne die wahre Gesinnung dieses Artikelschrcibcrs ganz genau. Zwischen den Zeilen steht nämlich zn lesen: Seht Ihr Märker, was Ihr ohne Eueren großen Propheten angerickstet habt, Steuern habt Ihr Euch aufgehalst! So sucht man die Leute gcwichc 00 00 00 00 71-00 36—00 71-78 00 40-45 00 68-75 00 00 78-84 00 00 39-41 34-00 76-00 00 00 66.00-69 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 CO 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 70—75 66-68 00 00 00 01 00 95-109 88-95 77-85 30—36 24—29 19-20 42—45 40-41 57—61 52—56 46-50 Schlachlmertes Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst, Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 37—41 Weitete ausgemästete Kühe unöjucnig gnt entwickelte jüngcreKüheundFärsen Mäßig genährte Kühe und Färsen. ♦ Gering 'genährte Kühe und Färsen. . tebend. Scklachr- pro 100 PW gemitbt Lebend-Schlacht', von-bis von-bis 58—68 55—57 44-46 Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgeivicht 52.50-55 Feltschweme über 3Ztnr.Lebendgew.^ 52.50-55.00 66-70 Fleischige Schweine 50.50-53.00 65.00-68 Ochsen. Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 44—47 80—83 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete...... 40—43 73—<8 Mäßig genährte junge und gut ge- nährte ältere zu