Nr. 253 Zweites Blatt 160. Jahrgang Freitag 28. Oktober 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. Die „•teftrntr FamlliendlStter" werden dem , tintiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreilblatt für den Kreis -letzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Leitfragen" erscheinen monatlich zweunal» Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefjen Rotationsdruck und Verlag der vr üblichen UawersuälS - Buch- und Steindruckerei. , Sll Lange, ©leben. Redaktion, Txvedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: ^^68* 6L Reduttwme-EIIL. Tel.-AdruAnzeigerGieben. Vie zweite Lesung der Zustizgesetze im Aurschuh. Berlin, 27. Okt. Der Strafprozeßausschuß beriet am Donnerstag über den in der ersten Lesung neueingefügten § 106 a, wonach Beschlagnahmen und Durchsuchungen in den Diensträumen einer gesetz- gebenden Versammlung nur mit Genehmigung des Vorsitzenden vorgenommen werden dürfen. Trotzdem ein konservativer Antrag die ^Bestimmung beseitigen wollte und ein R e g i e r u n g s- vertreter sie als sehr bedenklich für das Zu st and e- kornmen des ganzen Gesetzes bezeichnete, wurde der 8 106 a mit 16 Stimmen aufrecht erhalten. Ab gelehnt wurde ein sozialdemokratischer Antrag, der sich gegen die Verhängung der Untersuchungshaft wandte in Fällen, in denen der Verdächtige durch Vernichtung der Spuren der Tat oder burd) Beeinflussung von Zeugen oder Mitschuldigen die Ermittelung der Wahrheit erschweren könnte. Die §§ 116 und 116 a, gegen deren Fassung nach der ersten Lesung die verbündeten Regierungen Bedenken erhoben hatten, wurden — .einem in der ersten Lesung gestellten Eventualantrag entsprechend — .in der Form angenommen, daß der Richter, der zur Entscheidung berufen ist, über Einwendungen gegen den Haftbefehl in nickst öffentlicher Verhandlung nach Anhörung des Verhafteten zu entscheiden hat. Von Zeit und Ort der Verhandlung sind, soweit tunlich, die Prozcßbetciligten uni) der Verteidiger zu verständigen: ihres Erscheinens bedarf es nicht. Weist der Richter die Einwendungen zurück, so hat er den Verhafteten darauf hinzarweisen, daß ihm das Reckst der Beschwerde zusteht. Vernimmt den Verhafteten ein anderer Richter, so tyat er ihn zu befragen, ob er Einwendungen gegen den Haftbefehl erhebe, und wenn dies geschieht, darauf hinzuweisen, daß er verlangen kann, dem zur EntsckZeidung berufenen Richter zugeführt zu werden. Geschieht dies, dann kommen die vorstehenden Bestimmungen in Anwendung. Der § 117 blieb unverändert nach den Beschlüssen erster Lesung. Die Weiterberatung findet Freitag statt. Vision für zulässig erklärte. Ausgeschlossen wurde im § 1652 bei Ansprück^n kauf Leistungen der Krankenversicherung die Revision, wenn es fiid) handelt um die Höbe des Kranken-, Haus- oder Sterbegeldes, um llnterstützungssälle, in denen der Kranke nicht oder weniger als 8 Wochen arbeitsunfähig war, um Wochenhilse, Familienhilfe, Kosten des Verfahrens und Abfindung. Weiterberatung: Freitag vormittag 9Vs Uhr. — Der längste Papyrus der Welt. Die ägyptische Sammlung des britischen Museums ist jetzt durch einen kostbaren Lchatz bereichert worden: einen Papyrus, der als der längste der Welt gilt und wertvolle Aufschlüsse über die altägyptische Kultur und über die religiösen Vorstellungen des Pharaonenvolkes liefert. Der Papyrus ist eine prachtvolle Koche des Buches der Toten aus Theben und ist begleitet von einer reichen Sammlung von GotteSanrusungen und Lobeshymnen Var Gesetz über die Zchiffahrkabgaben. Das Schisfahrtsabgabengesep ist dem Reichstage bereits jetzt zugegangen. Die Regierung wünscht, daß sich die Abgeordneten damit bis zum Wiederzusammentritt des Reichstags bekannt machen, so daß die erste Lesung des Entwurfes noch vor Weihnachten stattfinden kann Der Inhalt des Entwurfes ist seit dem Sommer bekannt, es seien nochmals kurz bie Hauptpunkte wiedergegeben: In allen Häfen und auf allen natürlüfan Wasserstraßen dürfen Abgaben nur für solche Werke, Einrichtungen oder sonstige Anstaltei: erhoben werden, die zur Erleichterung des 23er- kchrs bestimmt sind. Die Kosten für Anlagen, die auch anderen Zwecken als Hern Verkehr dienen, dürfen-nur zu einem verhältnis- mäßigen Anteil durch .Schiffahrtsabgaben gedeckt werden. Für Ausbringung von Mitteln für die Verbesserung und Unterhaltung Don natürlichen Wasserstraßen werden in beit Stromgebieten des Rheins, ber Weser und der Elbe Befahrungsabgaben erhoben. Zu diesem Zwecke bilden die an den Strömen gelegenen Staaten Strombauverbände. Das Gesetz bestimmt nälier die Flußstrecken, die iu jedem Straublruperbandc gehören, und die Staaten, bte ihn bilden. Die Mittel, die durch Schisfahrts- abgaben einkommen, sind zu verwenden für Herstellung größerer Fahrwafsertiesen, für Unterhaltung älterer Anstalten und zur Deckung der Verwalttmys- und Erhebungskosten. Ferner sind vorgesehen die Kanalisierung des Main (Aschaffenburg—< Ossmbach), des Neckar (HeUbronn—Mannheim), der Saale (Kreypau-Halle), durch Beschluß einer Zweidrittelmehrheit können die Verbände auch die Mittel für andere Zwecke aufwenden. Die Zusammensetzung der Verwaltunggausschüsse wird genauer durch das Gesetz bestimmt, den Vorsitz führt in allen Aussckstissen Preußen. Die Aussckstisse verwalten die Angelegenheiten bet Verbände. Neben Den Ausschüssen bestehen Strombeiräte, die sich aus den Kreisen der Interessenten zusäumtensetzen: die Regierungen bestimmen die Körperschaften, die Vertreter entsenden dürfen. Diese Beiräte haben an den Arbeiten ber Ausschüsse teils mit beschließender, teils mit beratenber Stimme teilzunehmen. Uebersichten über Bauten und Jahresrechnungen sind den Strombeiräten jährlich vorzulegen. Die Befahrung s- a b g a b e n werben in Tarifen geregelt. Die Abgaben fließen in gemeinsame Stromkassen, die den Verbandsstaaten ihre Auswen- bimgen erstatten. Der Sckstffer ist der Abgabenpflichtige, für ihn hasten Sckstffsetgner und Absender und Empfänger der Güter. Für die Abgabenbinterziehung sind Strafen festgesetzt. Den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes bestimmt eine Kaiser» liche Verordnung. (Ein heiliger Hain. R. Rom, im Oktober. Unter den Schatzhütern ber italienischen Vergangenheit ist Giacomo Boni einer ber leidenschustlichsten uno zugleich ae- schmackvollsten. Seine Pläne zur Erhaltung der von dem so- penannten Fortschritt immer mehr bedrängten antiken unb mittelalterlichen Denkmäler in Rom und anderen Städten halten sich ebenso frei von gelehrter Pedanterie wie von Aengstlichkeit vor bureaukratisck^en Mächten. Das hat der höchst verdienstvolle Ausgräber von Forum und Palatin erst in der jüngsten Zeit bewiesen, als er energisch — aber leider vergeblich — den Versuch machte, in letzter Stunde wenigstens einen Teil des Palazzetto V e n e z i a zu retten, der dem nunmehr schon berüchtigten Nalional- denkmal, das wie ein Alp über dem Korso liegt, zum Opfer fällt. In einem bet neuesten Romane von Anatole France („Sur la Pierre blanche") ist Giaeomo Boni bargestellt, wie er. unter den Trümmern des Forums sitzend, die alte Welt, die so ganz seine eigene ist, in Gedanken wieder aufbaut. Bonis neuester Vorschlag, seit langem einer seiner Lieblingspläne, gebt dahin, die Flora des alten Italien wieder aufblüyen zu lassen. Die Bäume, Sträucher und Pflanzen, die die Augen Cäsars und .Augustus schauten, sollen auch die spätesten Nachkommen grüßen. .In seinem eigenen Reich hat ber Gelehrte diesen Gedanken bereits verwirklicht. Wen rührt nicht auf dem Palatin neben den halbzerschmetterten kaiserlichen Hallen der ernste Anblick der hochauftagenden Zypressen und Pinien, wer wird nicht durch das Leuchten unzähliger Rosen und Glyzinien bewegt, die des Forums weiße Marmortrümmer überfluten unb über wuchern- Aber auch aus den Resten Pompejis und anderer versunkener Städte hat Boni die Flora des antiken Italien studiert. Die Wandgemälde in Pompeji, auf dem Palatin und in den Grabgewölben ber via Latina, die die Heiterkeit des altrömischen Landlebens, der antiken Villa schildern, weisen derartige Darstellungen in Hülle und Fülle auf: das größte Material aber wird in den Liedern der klassischen Schriftsteller gesunden, bei Hora», Tibull und Properz und vor allem bei Virgil, die als echte Weltstadtmenschen für nichts mehr schwärmten als für die Naturgenüfse und für die Einfachheit des ländlichen Seben. So fand Giacomo Boni allein in den Georgica und Bucolica des Virgil nicht weniger als 126 Pftanzenarten erwähnt. Diese ganze Pflanzenwelt soll nun in einem ,'Lucus sacer", einem heiligen Hain wieder aufblühen und von da aus sich durch Italien verbreiten. Kein Ort dazu konnte geeigneter erscheinen als die Stätte, die das kleine Landgut trug, Die Reid}sverfld}erungsorönung. :: Berlin, 27. Okt. Im ReichsversicherungsauSsckuß hat die F o r t s ch r i t t l i ch e Volkspartei folgende Entschließung eingebracht: „Der Reichskanzler ist zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß auf allen Universitäten Lehrstühle für sozialeMe- dizin errichtet werden, um die Studierenden der Medizin mit chen Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung und der Arbeiterschutzgesetzgebung und jmit den bei der Durchführung dieser Gesetze Iden Aerzten erwachsenden Aufgaben vertraut zu macyen." In der fortgesetzten Beratung über das Verfahren vor b ent Oberversicherungsamt wurde im § 1640 auf Antrag des Zentrums eine Bestimmung eingefügt, wonach die gutachtliche Anhörung eines bestimmten Arztes, die von dem Verfick^erten gewünscht wird, auf Kosten des Antragstellers zu erfolgen hat, wenn das Oberversicherungsamt dem Antrag überhaupt stattgibt >inb diese Bedingung stellt. Die Kosten müssen auf Wunsch des Oberversicherungsamts vorher erlegt werden. Einem Antrag ber National! ib era l en entspre-ck-end, wurde der Berufung aufschiebende Wirkung gegeben, wenn es sich um Wiederaufnahme des Heilverfahrens, Kapitalabfindung unb Ersatzansprüche handelt. Im § 1646 wurde auf Antrag des Zentrums bestimmt, Paß die ärztlichen Gutachten in keinem, auch nicht einmal vorübergehenden Vertragsverhältnis zu den Berufsgenossenschaften stehen dürfen. Im übrigen wurden die Bestimmungen des Entwurfes unverändert angenommen: auf Antrag der Konservativen wurde auch hier die Zulafsigkeit eines Vorbe scheides statuiert. Dann wurde .noch bte Beratung des Abschnittes über das ©erfahren vor dem Reichsversicherungsamt (Lan- desversicherungsamt) begonnen. Der § 1651 erhielt auf Antrag der Konservativen die Fassung, daß gegen die Urteile der Spruchkammern in Sachen der Unfallversicherung Rekurs, im übrigen Revision zulässig sei, wahrend der Entwicrf durchwegs Re- Auf Befragen gibt der Zeuge noch zu, daß seine Fachzeitung auf Grlmd von -Ermächtigungen der Herren Wertheim, Tietz unb Jan- borf an Einkäufen zwecks Erlangung von Inseraten gesandt roerbc^ Der folgende Zeuge ist ber Bankier Sieckmeier^ Herne i. !W. Sein Name hat in dem Wuck>erprozeß Arnbt unb Genossen und verschiedenen anderen Affären der letzten Zeit eine gewisse Rolle jgespielt, da er Kuxe einer Oelgrube „Hvsfnungsstern^ bei Peine vertreibt, über deren Wert man sich noch nicht recht einig ist. , Eine Kuxe ist an den Redakteur Dietrich von der „Wahrheit' gekommen, und dieser ist damit, wie der Vorsitzende bemerkt, in .Berlin förmlich hausieren gegangen, weil er sie nicht loswerden konnte. Dietrich hat sich deshalb an den Zeugen um Rückgabe bet Kuxe gewendet und zwar soll er ihm, wie der Reugc bekundet, dabei gesagt haben, er werde sich dadurch seines Wohlwollens versichern und das wäre doch sehr wertvoll. Im vorigen Jahre erschienen Nun in der „Wahrheit" Angriffe gegen benj Zeugen, der pls Wuck>erer hingestellt und von dem erzählt wurde, daß die von ihm vertriebenen Kure wertlos seien. Vors.r Haben Sie ftch nun veranlaßt gesehen, dieser halb gegen die „Wahrheit" vorzugehen. Zeuge: Ja, ich war bei Recl)tsanwalt Rosenstock. Der lehnte aber eine Klageerhebung ab, mit dem Bemerken: Wenn Sie keine Presse hinter sich haben, bann kommen Sie mit den Leuten nicht aus. Der Vorsihende bemerkt dem ZeLgen, daß feine Kuxengeschäfte dem.Geruht nicht ganz unbekannt seien. Zeuge: Was soll man machen. Solange die Kuxe nicht findig sind, muß man sie eben an die Liebhaber unterzubringen suchen. Dorf.: Es kommt nun darauf an, ob Sie von der Bonität der Papiere überzeugt waren oder nicht. Beuge: Die Staatsanwaltschaft hat das gegen mich eingeleitete Verfahren inzwiscl-en, eingestellt. Angekl. Bruhn: Wenn .Sie als Wucherer von urrs bezeichnet worden sind, verklagen Sie uns doch. Beuge: Auf der Straße farm man sich mit Ihnen auseinandersetzen, hier im Gerichtssaal nicht. (Heiterkeit.) Bruhn (laut): Klagen Sie doch, bann werden wir ja weiter sehen. Zeuge: Wenn Sie mich auch noch anbrüllen, würde es wir dock) niemals einfallen, Sie zu verklagen. (Heiterkeit.) Wenn ganz Berlin sagt, ber Sieckmeier i st gut. so ist das, was Sie von mir denken, gleichgültig. (Heiterkeit^) Vors.: Was ganz Berlin sagt, ist uns aber nicht gleichgültig. (Erneute Heiterkeit.) Z e u a e: Ich möchte noch unter meinem Eide darauf Hinweisen, daß ich 55 Jahre alt und unbestraft bim Rechtsanwalt B r e d e r e k: Ja, Sie haben Glück gehabt. (Heiterkeit.) Alle gegen Sie anhängig gemachten Verfahren mußttm schließlich eingestellt werden. (Erneute Heiterkeit.) Der folgende Zeuge Gastwirt RittershauS vom Alten Ballhaus in der Joachimstraße in Berlin wird vom R.-A Schwindt gefragt: Sie sind langjähriger Inserent der „Wahrheit". Warum tnferieren Sie? Zeuge: Das Alte Ballhauik war sehr zurückgegangen. R.-A. Schwindt: Unb da glaubten Sie, daß ein Inserat in ber „Wahrheit" Sie vorwärts bringen könnte? Zeuge: Ja, ich habe in allen Berliner Zeitungen unb so and) rn ber „Wahrheit" inseriert R.-A. Schwindt: Es wurde also kein Druck auf S-ie ausgeübt? Zeuge: Nein. Vors.: Es ist ja bekannt, daß die Konkurrenz auf dem Gebiet der Ballhäuser neuerdings eine recht große geworden ist, das Alte BaUhaus war ja mal berühmt. Es tonnte sich nach meiner Erinnerung nur noch etwa mit dem Orpheum messen. (Heiterkeit.) Jetzt kribbelt es ja besonders in der Gegend der Friedrichstraße von diesen Dingern. Sie haben sich wohl verzehnfacht. Zu meiner Zeit gab es nur ein paau (Erneute Heiterkeit.) Angekl. Bruhn: Haben Sie es je für möglich gehalten, Herr Zeuge, daß ich etwa durch Inserate käuh. lich sei? Zeuge: Nein. Hierauf wird unter allgemeiner Spannung der Warenhauskönig Tietzals Zeuge auf gerufen. Er ist ein kleiner älterer Herr, dem man nicht ohne weiteres seine führende Stelluns ansieht. Vors.: Sie kennen den Artikel: Der Harem im Warew» hause Tietz. Was haben Sie auf Grund dieses Artikels getan? Unb welche Empfindung hatten Sie davon? Zeuge: Daß ich gekitzelt werden sollte dem Blatte Inserate zu geben. Vors.: Das Empfinden hatten Sie? Wußten Sie denn nicht, daß Bruhn nach feiner Behauptung die Warenhäuser für schädlich hält und deshalb bekämpft? Zeuge: Ja, bas schon. Vors.: Haben Sie auf den Artikel reagiert? Zeuge: Mit Inseraten nicht. Ick) habe auf Schadenersatz geklagt und zwar in Höhe vott 50 000 Mark. Es ist dann zu einem Vergleich gekommen. Vors.: Waren Agenten bei Ihnen? Zeuae: Wie mir ev- mnerlich ist, von der Staatsbürger-Zeitung bestimmt. Vors.: Waren auch Jnseratenagenten der „Wahrheit" bei Ihnen? Beuge: Es ist schon etwas lange her. So viel ich weiß, waren aber auch Agenten bei mir, die mich darauf hinwiesen, Iandorff inseriere in der „Wahrheü". Man könnte damit Angrijse vev- meiden. Vors.: Wissen Sie, ob Agenten der „Wahrheit" wird« an Amen-Ra, den großen Gott von Theben. Die Rolle wurde für die Prinzessin Nesi - ta - neb-asher, die Tochter der Königin Nefi - khensu, geschrieben, die etwa um die Zeit 1040 bis 1000 vor Christi auf der Höhe ihrer Macht stand. Em Teil des interessanten Dokumentes ist bereits mtzfisert; aus den übersetzten Stellen geht hervor, daß die christliche Vorstellung von Vater und Sohn im Rahmcn der Dreieinigkeit in der ägypfischen Äufiassung des Verhältnisses zwischen Amen-Ra unb Osiris ihre Analogie hat. Der PapyruS verrat weiter, daß viele der io genannten „neuen" religiösen Sekten unb relig dien Theorien, die beute eifrig umstritten w.rden, mit geringen Abweichungen aucy s cy o n den alten Aegyptem bekannt waren, deren Prielterschaft vor drei Jahrtausenden solcheReli- gionsvor stell un gen sorgsam prüfte, anerfannte ober ab- leimte. Der Text der Rolle gibt auch ein fesselndes Bild xxm ber Entwicklung der Gottesidee bei den alten Aegyptern und laßt erkennen, wie allmählich neue Gottheiten geschaffen wurden, die von ber Menschheit an gerufen werden konnten, da die ursprüngliche Vorstellung die höchste Gottheit weü über die Sorgen und Leiden ber Mensckcheit erhob, so hoch, daß sie für Bitten und Gebete unerreichbar blieb. Der Papyrus, der ausgezeichnet erhalten ist, unb dessen Tinte trotz des drritausend- lahrrgen Alters noch klar unb schwarz leuchtet, ist nicht weniger als 122 Fuß lang und 20y2 Zoll breit. Die Museums- behörden werden so bald als möglich eine Uebcrsetzung beS ganzen Papyrus herausgeben. — Das Uhlandhaus in Tübingen wird mit dem schonen, fich am Bergeshang hmaufziehenden Garten, von dem man eine entzückende Aussicht auf das Kartal und bte Schwäbisch« A'b bis zum Hohenzollern bat, in seiner bisherigen Gestalt er> batten bleiben, nachdem die Alten Herren der Burschenschaft Ger- manta das Anwesen um einen hohen, weit über 100 00 Mark betragenben Preis erworben haben. In seierlick>er Versammlung übergab der Vtzeprasident ber württembergischen Abgeordnete^ tammer bas Haus den aktiven Germanen, beren Gesellsck)aftsl>iuS neben bem UblanbbouS steht. Die Bim'chenschaft Germanm. eine der ältesten Korperatwnen des Schivabenlandes unb einst mit bem Dichter in mehrfachen Beziehungen verknüpft, wirb daS ganze Anwesen m feinem wesentlichen äußern Bestaube erhalten s 7 be5 ^ume des ftattlick-en Hauses wird dem Anbenk« des Richters gewidmet bleiben unb eine dementspreckiende die übrigen Räume werden den Zwecken dec aktiven Burphenschast dienen, doch sollen Haus und Garten br5 T'^ers dem Publikum zur Besichtigung zugänglich sein M Die „Wahrheit" vor Gericht. IV. 4 Berlin, 27. Ott. Die heutige Sitzung beginnt mit einer 'fast halbstündigen Verspätung, in dem angesicksts des immer größer werdenden Zeugen- aufrnarsches völlig unzulänglichen kleinen Strafkammersaal. Die Beweisaufnahme wird mit der Vernehmung des Zeitungsverleaers Traube, Herausgeber her „Deutsckien Konfektion" fortgeiebt. Bors.: Sie fallen einen Herrn Biermann kennen, der früher Abteilunyschef bei Wertheim war. Zeuge: Jawohl, ich lernte ihn bei rinem Freunde kennen. Vors.: Biermann soll sich bann später mit Material über Wertheim an Sie gewendet haben. Zeuge: Biermann wandte sich eines Tages telephonisch an mich: später persönlich und sagte, ich hätte Beziehungen zu A. Wert- heini unb könne daher Wertheim einen Dienst erweisen. Bruhn verkehrte damals btel in dem Biermannsck-en Lokal Monaco in der Ierusalemersttaße. Wie mir Biermann mitteilte, habe Bruhn geäußert, daß xin neuer Artikel gegen Wertheim in Vorbereitung sei. Ich Zehnte die Vermittlung ab; ber Artikel erschien bann etwa 14 Tage später und beschäftigte sich mit angeblichen Zoll- befraubationen. Jnbezug auf Wertheim möchte ich noch bemerken, baß ick) die Vermittelungsvorschläge bes Herrn Biermann ab» lehnte, weil .ich bei der oomelymen Gesinnung ber Firma Wertheim ganz genau wußte, sie würde niemals in der „Wahrheit" inserieren. Biermann sagte dann, Wertheim brauche ja nicht selbst inserieren, es werde sich schon eine Form finden lassen. Staatsanwalt Leisering: Ist Ihnen bekannt, daß die „Wahrheit" sck>weigt, ^toenn Inserate aufgegeben werden? Zeuge: Das zu entscheiden, ist Gefühlssache. Wenheim war ursprünglich der Meinung, daß ich auf unlautere Weise, also etwa durch Mitwirkung eines Angestellten zu dem Material gekommen war. Tatsächlich war Biermann damals aber nicht mehr Angestellter. Die Broschüre .ist bann auch unter Mitwirkung eines Chefs der Firma Wertheim erschienen. Der Angeklagte Bruhr bemerkt demgegenüber, daß der Zeuge, obwohl er ein Freund Wertheims war, die intimsten Gesck)ästsgeheimnisse der Firma veröfsenllicht habe und ruft bem Zeugen in höchster Erregung zu: Ihr Gebahren hat Herrn Wertheimwehr gesck>adet, als meine paar Veröffentlichungen, auf dem der Dichter ber ländlichen Idyllen feine ersten Natureindrücke empfing. An den Ufern des Mincio bei Mantua wird ber dem Virgil geweihte Hain angelegt werden. Die Ver- gilianischeAkademiezuMantuaim Verein mit anderen Gesellschaften und dem Ministerium haben Bonis Plan ausgenommen und sind im Begriff, ihn auszuführen. Inmitten des von Virgil befangenen Buscl-werks unb umblüht von seinen geliebten Pslamzeii wird sich ein dem Dichter geweihtes Tempelchen erheben, das geschmückt sein wird durch eine Nachbildung des in Nordafrika gefundenen) Mosaiks mit dem Antlitz Virglls. ferner durch eine Kopie ber in der Villa Livia ausgegrabenen A u g u st u s st a t u e; außerdem wird an den Mauern des Tempels eine geographische Karte des römischen Weltreiches zur Zeit Virgils und Augustus und der Stammbaum ber Familie der Julier bärgest llt sein Giacomo Boni selbst hat, als er noch um Anhänger für seine Idee warb, mit Nack)druck auf das Beispiel des Auslandes hin- gewiesen, befonberd auf England, wo der „National Trust" die von der Spekulation bedrohten historischen Stätten rettet, wie es jüngst erst mit einem großen Gebiet im Lakedistrikt geschah: um 35 000 Pfand Sterling wurde ein von Pracht strotz enden Villen bedrohtes Seeufer einfach aufgekauft. Dabei ist Bonis Idee nickst nur rein ästhetisch zu nehmen; sie begegnet sich bewußt mit einem der aktuellsten unb wickstigstcn Probleme bes mobernen Italien: mit der W i e de re r o b e r u n g verloren gegangener Naturschätze. Italien ist heutzutage, das weiß jeber, ein beinah- waldloses Land: es gibt nut noch sehr wenig so große Waldgebiete wie etwa die Pineta bei Ravenna ober einige Gegenden in den Abruzzen Seit der Römerzeit ist ber Waldbestand von Jahrhundert zu Jahrhundert zurückgegangen. Was das bedeutet, zeigt das Beispiel Kalabriens, das zu einem ärmlichen, unglücklichen und hilflosen Lande wurde, seit ihm die Mißwirtschaft b_-r Bourbonen unb ihrer unmittelbaren Nachfolger feine tiefen Wälder und damit feine Gewässer unb bie Gunst bes Klimas geraubt hat 1 9 4 9 a 3 9 5 e n d ICircbc unö Schule e L L b 8 d b d 5 o ei L 3 lc h lb h h b Man lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Gberheffens. Alle Briefträger, sämtliche Zweigstelleninhaber und die Geschäftsstelle in Gießen, Schulstraße 7, nehmen erhältlich Auergesellschaft, Berlin 0.17 Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen. L. Gießen, 26. Oktober. Anwesend: Provinzialdirektor Dr. U sing er als Vorsitzender und sechs Mitglieder. „ !• Erniedrigung des Wehres der Höchster Mühle wurde vor der Verhandlung auf Antrag einer Partei vertagt. a I« I 2. Enteignungsverfahren in der Gemarkung Ober-Gleen für die Wasserleitung Kirtorf. Zur Verlegung der Wasserleitung auS der Gemarkung OhmeS nach Kirtorf bedarf die Gemeinde Kirtorf der Erlaubnis, die Rohrleitung durch Grundstücke von H. Ruppert III., Konrad Gemmer IV. und Heinr. Engel, sämtlich zu Ober-Gleen, sowie der Gemeinde Ober-Gleen legen zu dürfen. lieber die 5" leistende Entschädigung konnte auch vor der Lokalkommission eine Einigung nicht erzielt werden. _f ti d Q n n it „Königsh-Ilm" mit Stoff versehen. Angekl Bruhn bm, datzder Beuge inzwischen wegen einer Stzielaffärc Gefängnis verurteüt worden ist. Der Zeuge ZLberl ^rmck m 2raiI>ersigtHt: Meme Herren ^ore -^brren beim heben Gott, um den Alexander- • Q9eTl “ 40 Buchmacherlokale. Als ich die Geschichte bei mir einfnhrte, machte die „Große Glocke" -X Riesens kandal ans der Sache. Die sechs ^il ich einem Beamten 350 MI nidbt lmsgehandlgt habe. Der Vorsitzende ermahnt den Zeugen, nicht der Beamtenbeleidigung schuldig zu macken! Zeuge erklärt mit fast komisch wirkendem Pathos- Ich fürchte LAuur tor Gott und kann das Wagte daher aufrecht nWn sm J i §?rhrn oder sagten Sie, Sie hätten sich auch vor der „Wahrherfl gefürchtet. (Heiterkeit.) Zeuge' ^a ich m/irfiJ NÜ^?Ä."Mrwischen Person uni, Geschäft' fa 9tat E erklärt darauf unter stürmischer Heiterkeit: Sic Hm Zeug^ ° CinC $er,Dn* und eine Sachanjgst, % r?rgPü>c Srage, der bekannte Berliner Elendschilderei Schriftsteller bans Oswald, der Herausgeber der „Großstadt- Wumente'' weiß nichts Belastendes für Bruhn vorzubringen < rt?"teT allgemeiner Spannung des Publikums der Schriftsteller Dietrick als Zeuge aufgerufen. Er ist ein ' ^anfer, ftattiluf^r blonder Mann, mit einem Satyrgesicht , ?r srSender: 2Saren die Einnahmen ans der „Wahr- Hierauf wird der Restaurateur Wall vernommen, der Jn- haber des Cafö Windsor in der Mohrensttaße und Mitbesitzer der Weinstube von Drcrher und des Lindenbüfetts in der Jäger- straße ist. Alle drei sind bekannte Berliner Nachtlokale, deren Inserate ebenfalls in der „Wahrheit" erschienen. Bors.: Was veranlaßte Sie zum Inserieren? Zeuge: Ich wollte vorbeugen, daß m der „Wahrheit" nicht gehässige Artikel gegen meine Person ersten en ^ch habe mich ganz auf meinen Geschäftsführer verlassen, der zu mir sagte: Es wird ein Sensationsblatt. Da! können aufsehenerregende Arttkel drin erscheinen und es ist besser wir inserieren. I enT^55^>c Schilderung gesellschaftlicher Vorgänge in den so- genamrten guten Blättern sein. Ich meine damit u. a. die Plauder eien von Professor P i e t s ch in der Vossischen Zeittcng, in der die Damen der Gesellschaft gewissermaßen bis auf den Nabel eruet. werden. Bors.: Lagen den Lebemannsbriefen wirk- I ^cke Ereignisse Grunde? Zeuge: Sie waren überwiegend ^chlimg. Ich tiunß mich übrigens ganz entschieden bagegeat wehren, wenn der Sachverständige Herr Dr. Liman gestern äußerte, die Briefe seien nicht künstlerisch. Bors.: Das stimmt urcht. Es ist gestern ausdrücklich anerkannt worden, daß sie einen künstlerischen Charakter tragen. Ich kann bestätigen, sie lb ' en s ich w irkl ich g ut. (Heiterkeit.) Sie haben mm schließ- lich ^isferenzen mit Herrn Bruhn gehabt? Und Ihr Kampf Ipielte sich meist in mehr oder weniger scharfen Brieflastenattacken | ab- Z e u g e: Man kann wohl sagen, wir haben uns gegenfeitig angeobet. (Heiterkeit.) Der Vorsitzende kommt nun .auf die Affäre der Kuxe zurück, die der Zeuge von einem Oberleutnant Freitag « n e . erhalten hat. Es kommt zu einem: erheiternden Intermezzo Uvischen vkstLllUklILkl OUf OCIt ©iCgCItCr ZhUCitiCt CfitüCÜCIL Sieckmeier und Dietrich, als Sieckmeier behauptet, daß die Kure nach fach verständig em Gutachten jetzt wieder 250 Mark wert sein ==== ~~ 1 ' ~ [ollen. Dietrich erklärt darauf ironisch: Die Kuxe sind viel-I leicht wegen dieses Prozesses im Werte gestiegen. (Heiterkeit^) MM»»*..;*.«*ÄftiÄSSÄ NS nelimen rourto als dringlich anerkannt und die Einweisung Ziegenhain: die Gemarkungen Schönstein mit der Norde- be.rr ^n CCnC^meCm m ben des Geländes für zulässig mühle und Oberförsterei Densberg, die Gemarkungen Moi- erklärt. scheid, Schönau, Sebbeterode, sowett diese Gemarkungen 3. Klage der Verwaltung des Bürgerhospitals tm Kellerwald liegen, Gemarkungen Willingshausen mit Speier gegen die Gemeindekrankenkasse Hom- Gutsbezirk und der von Schwertzell'scheu Waldung, Merzberg a. d. O. wegen Unterstützung des P. Grimm Id^uatswaldung, Neukirchen mit Stadt- unb s,»"»"«w £ ä i Gemelndekrankenversicherung gewesen. Da er selbst erklärte, Sck>orbach, Hausen, Oberförsterei von Dörnberg, Gemarkung.' c l^on m Homberg krank gewesen zu sein, forderte Speier Ersatz Ibra, Machtlos, Gehau, Breitenbach und Schloß Herz-^ > «seiner Kosten von Homberg. Homberg weigerte sich, indem berg. Jrn Kreise Homberg: Die Gemarkungen Homberg,' es aussuhrie, daß Grimm dort noch vollkommen gesund ge- Falkenberg (Dorf unb Gutsbezirk), Remsfeld, Reddings- j 1 wesen wäre; er sei aber in 8 Tagen während starker Schnee- ^sen, Volkersheim, Wallenstein, Oberappenfeld, Nieder- WNLSr S4Ä5- 88L «-**** unter Cib aussagte, daß der Unterstützte genau so weggegangen * 7 fei, wi- er gekommen wäre, und daß er stets gearbeitet habe. "Di- Beiuanis zum Halten von L-Hrlinaen Der Provinzial-Ausschuß wies danach die Klage als un- entzogen. Em iür unser Handwerk bedeutsames Urle'l hat der begründet ab. Bezirksausschuß Breslau gefällt, indem er einem Schlosser- 3. Klage des OrtSarrnenverba ndes 6anaJ^^^ tortc\e\^t abrict)tlid) vorn E°r»°attun" S a n b Qrme" Der ba n Friedberg wegen die Beiugnis zum Haben oon Vefrhngen entzogt Der Mecher°q^ Crltattung von Verpflegungskosten für Wilhelm brauchte bet seinen Entschuldigungen meist die falsche Angabe daß billig. Darum "hÄe'^ich Diehl mußte am 8. Dezember 1909 wegen L leien, und er scheute sich'auch 6. ^eöember 1909 im Bürgerhospital zu Friedberg behandelt Atzten, stellte der Magistrat beim Stadtausschuß den Antrag auf roorben. Er war dort auf feinen Wunsch entlassen worden 1 der Gewerbeordnung dem Meisier das weil, wie der behandelnde Arzt erklärt hat, seine Beschwerden -"Ä bte Lehrlingen zu verbieten. Ter an- Hi?!!* VL--7-»? i- - SHXÄSZt R SSSSÄ’.ÄS'Är SSR nach st für arbeitsfähig halte. Hanau verlangte Ersatz seiner Personen ganz ober teilweise entzogen werden, welche sich wieder- Aufwendungen, jedoch ohne Erfolg. Der Provinzial-Ausschuß L- Psticktvertetzungen gegen die ihnen anvertranten Lehr- nahm an, daß eS sich um eine Fortsetzung des bereits in J^.?iqr;Äöen,ac^^rt)^beu^ obeJ flCflCn welche Tatsachen vor- ?QC?nbeb9a^^,Z‘retehnen/f,IÖ,nä f,a?belC -rließ Urteil le.U oabm, baß Friedberg die Kosten zu ersetzen habe. ausschnß erkannte m diesem Sinne und auch der Bezirksausschuß wies die gegen die Entscheidung des Stadtausschusses eingelegte mn-Ü b^r zurück: Wenn jemand, der die pflicht habe, die Lehrlinge zum Schulbesuch anzuhallen, sie statt dessen direkt davon zurückhalte und wenn er ferner wissentliche Unwahrheiten zrn Entschuldigung angebe und bie jungen Leute zu H J’1 solche Unwahrheiten gebrauche, so sei dies nicht nur eine grobe Pflichtverletzung gegen die Lehrlinge, deren Fortbildung dadurch geschädigt werde, sondern erweise ihn auch als in sittlicher '-öe- "Ehung ungeeignet. Dem Meister wurde darum die Bringms zum Halten und zur Anleitung von Lehrlingen dauernd entzogen. L. *? eater. Es sei darauf hinaewiesen, daß idre heuttge Abonnementsvorstellung von „Der aroße Name" vorMrssichtlich die letzte Aufführung des inter- essanten, rn Musrkerkreisen spielenden neuen Lustspiels fein durfte, - Der neue erste Held, Herr ^Oskar Romard ist von seiner Erkrankung wre-derhergestellt und nimmt an den Proben teil. Serne ersten Rollen werden der „Karl Moor" ur den Räubern" zu Schillers Geburtstag und der „Graf von Gleichen" fern. - Die erste Schülervorstellung findet 31/2 fiatt un§ bringt I ** Der Stand" der Ma'uV- und' Klauenseuche im D eu t s che n R e i ch e. Nach uns gewordenen Mitteilungen herrscht die Maul- und Klauenseuche gegenwärtig in den preußischen Regierungsbezirken Königsberg in 8 Gemeinden und 8 Gehöften, Regierungsbezirk Gumbinnen 15 (32 Gehöfte), Menst ein 60 (153), Marienwerder 39 (87), Potsdam 6 (13), Frankfurt a. d. O. 9 (17), Stettin 1 (1), Köslin 47 (143)/ Posen 104 (210), Bromberg 130 (237), Breslau 13 (21), Liegnitz 15 (24), Oppeln 12 (36), Magdeburg 17 (85), Merseburg 2 (3), Erfurt 7 (7), Hannover 1 m, Hildesheim 2 (3), Arnsberg 1 (1), Kassel 1 (1), Wiesbaden 1 (1). Luchsen: Kreishauptmannschast Leipzig 5 (10). Chemnitz 1 (1). Baden: Kreis Mannheim 3 (4). Sachsen- Weimar 1 (1). Braunschweig 1 (1). Anhalt 1 (3). — Der Ausbruch der Seuche ist gemeldet aus: Lotzdorf, Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt, Kl in g enb e r q Amtshauptmannschaft Dresden-Mstadt, bei Händlervieh; Jodi tz, Bezirksamt Hof, Regierungsbezirk Oberfranken^ am 25. Okt. Die Seuche ist erloschen in Berlin, Zentral- Piehhof, am 25. Okt. Landkreis Gießen. -- Wieseck, 27. Okt. Die 1. Bezirksv erb and s- Ausstellung Oberhessischer Kaninchen-- und Geflügelzüchter am nächsten Sonntag verspricht einen guten Verlauf zu nehmen. Es sind mit der Jungtierkla-se über 100 Tiere angemeldet und es wird sich in ihr eine günstige Gelegenheit bieten, für die nächstjährige Zucht etwas gutes anzulaufen. Der hiesige Verein hat keine Mühe gescheut, die Ausstellung gut zu gestalten. Am Samstag abend findet ein Kaninchen-Essen und ein Vortrag über rentable Kaninchen- und Geflügelzucht statt. Sonntag morgen ist Prämiierung und Frühschoppen, nachmittags Konzert und Prciskegeln. Das Eintrittsgeld beträgt zur Ausstellung 20 Pfg , während die übrigen Veranstaltungen umsonst besucht werden können. A Großen-Linden, 27. Okt. Ein Doppel- KriegerverbandSfeft wird nächsten Sommer in unserem Städtchen abgehalte* werden. Das Kriegerbezirksfest des Hassiabezirks Gießen findet in Verbindung mit dem Ver- bandSfest des Hüttenberger Kriegerverbandes, dem meist Vereine aus dem Kreis Wetzlar angehöcen, hier statt. Etwa 40 Vereine werden Vertreter entsenden. d-. Hungen, 27. Okt. Anläßlich des Geburtstages der Prinzessin H.^niann zu Solms-Braunfels brachte der evang. Kirchenchor heute abend im Schloßhof ein Ständchen dar und trug zwei sehr schöne Chöre vor. Dekan Hainer richtete an die Prinzessin eine Ansprache, in der er die Treue urk Anhänglichkeit der Bewohner unserer Stadt zu dem fürstlichen Hause hervorhob und zugleich der geschichtlichen Bedeutung dieses Tages, nämlich der Uebergabe von Metz vor 40 Jahren, gedachte. Er erwähnte ferner, in welch hochherziger Weist die Prinzessin an allem, was unsere Stadt beträfe, lebhaften Anteil und Interesse zeige und mit den Glück- und Segenswünschen verknüpfte er ein dreifaches Hoch aus die Prinzessin, tv erfreut dankte. Kreis Alsfeld. '△ Aus dem ychm tat, 27. Okt. Der Erfolg der Mäusevertilgung durch M äu s ety p h u s - B az i l - len tritt schon in'die Erscheinung. Die Kleeäcker, in denen hauptsächlich die Mäuse nach Entleerung der Fruchtfelder hausten, zeigen jetzt bei Ihrem Umpflügen, da wo Vergiftung stattgefunden, eine Verminderung der schädliche Nager. Was noch an Mäusen sichtbar ist, zeigt Krankheitsspuren. Auch an den Chausseerainen, in denen die Mäuse sich besonders zahlreich angesiedelb «haben, erblickt man nicht mehr die starke Zahl wie vorher. Kreis Schotten. = Sch otten, 27. Ott. Die gem einnützige B au- genossenschaft zu Schotten beabsichtigt auf ihrem Grundstück an der Vogelsbergstraße.ein weiteres Doppelhaus bauen zu lassen. Für die eine Hälfte des Doppelhauses hat sich bereits ein Käufer gemeldet. n. Ulfa, 27. Ott. Schon gar ost sind mit Hilfe eines Polizeihundes Verbrechen ausgedeckt worden, aber daß allein schon sein guter Ruf genügt, einem Bestohlenen wieder zu seinem Hab und Gut zu verhelfen, dürfte in der kurzen Geschichte seiner polizeilichen Dienstzeit vereinzelt dastehen. Der Oberhessische Obstbauverein in Friedberg hatte seinen Mitgliedern bei vorkommenden Obstdiebstählen einen Poltzeihund zur sicheren Ermittelung des Diebes zur Verfügung gestellt. Nun wurde einem hiesigen Landwirt während der Nacht ein Sack schönster Aepfel gestohlen, die er im Freien bei seinen Bäumen hatte stehen lassen. Sofort erinnerte der Bestohlene sich des Anerbietens, die Obstbaustelle in Friedberg wurde sofort telephonisch benachrichtigt und der Polizeihund von dort auch zugesagt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich int Dorfe diese Nachricht: Der Spürhund kommt. Und siehe, der Poltzeihund half, ohne daß er kam. Am anderen Morgen fand der Bestohlene seinen Sack Aepfel wieder an seinem Platze und das gefährliche Vieh konnte durch den Fernsprecher wieder abbestellt werden. Der Ruhm aber des wackeren Spürhundes erscholl weithin in die Lande. Reichsgerichtsbrief. (Nachdruck verboten.) js. Leipzig, Oktober 1910. Haftpflicht des Eig entümers bei mangelhafter Unterhaltung von Gebäuden. Die Klägerin hatte mit ihrem Ehemann von dem Beklagten ein Grundstück gepachtet, das hauptsächlich im Dienste der Landwirtschaft stand. Als sie im Juni 1904 auf dem Dachboden mit Heuarbeiten beschäftigt war, brach der schon seit längerer Zeit morsche Boden durch, so daß die Klägerin durch das Loch stürzte, aber mit einem Arme hängen blieb. Sie hat sich hierbei erhebliche Verletzungen zugezogen, die sie auf das Verschulden des beklagten Gäundstückeigentümers zurückführt. Dieses Verschulden begründet sie hauptsächlich damü, daß der Beklagte den Mangel des Dachbodens gekannt und daß sie ihn auch mehrfach darauf aufmerksam gemacht habe. Landgericht Münster und Oberlandesgericht Hamm haben den Anspruch der Klägerin dem Grunde nach als gerechtfertigt erklätt. Das Oberlandesgericht sieht den Beklagten als Eigentümer des Hauses für die mangelhafte Unter» Haltung des Dachbodens für haftpflick>tig an. Wenn auch dem Beklagten darin bcizupftichten sei, daß er die. Ausbesserung während des Winters, wo der Boden mit Heu angefüllt sei, nicht habe vornehmen können, so sei doch int Frühjahr schon genügend Gelegenheit gewesen, diese Arbeit vornehmen zu lassen. Zum mindesten hätte das im April oder Mai gesckiehen müssen, zu welcher Zeit ihn die Kläger nochmals aufgeforderl hatten. Das nod) auf dem Boden lagerrrde Heu hätte leicht umgepackt werden können. Der Vorwurf, der Kläger hätte seine Frau nicht auf den Boden lassen dürfen, sei nicht stichhaltig, ebensowenig der, daß die Klägerin eigenes Verschulden treffe. Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hatte der Beklagte Revision beirrt Reichsgericht eingelegt, die aber kernenErfolg hatte. Der 4. ZivMertat des höchsten Gerichtshofs erkannte auf Zurückweisung der Revision, indem er ausführt, daß § 254 B. &■ B. keine Anwendung finden könne, weil das überwiegende Verschulden an dem Unfälle dem Beklagten zur Last zu legen sei. Gcricht-saal. [] Marburg, 27. Okt. Tas Schöffengericht verurteilte zwei Burschen aus Reddehausen, die ein Automobil mit Steinen beworfen hatten, zu je 15 Mk. Geldstrafe. Lustschiffahrt. S t. L o u i s , 27. Ott. Von den für die G v r dv n - Benne t-Fahrt ansgesetzten Geldpreisen entfallen auf die Ballons „Amerika", „Düsseldorf und „Germania" je 1000 Dollars, für „Helvetia" 500 und für „Harbur g" 250 Dollar. Newyork, 27. Okt. Wie aus St. Ambroise telegraphiert wird, erzählten die Insassen des Ballons „Amerika", sie hätten den Michigansee und die Waldungen im nördlichen Quebec in schöner Fahrt überflogen. Am 19. Oktober seien sie aber in einen Sturm geraten, der sie gezwungen habe, auf einem unbekamtten, 1500 Fuß hohen, Berge zu landen. Die Luftschiffer verbrachten die Nachtin derGondel und brachen am folgenden Morgen zu Fuß auf, um in bewohnte Gegenden zu kommen. Am vierten Tage trafen sie einige kanadische Jäger, die sie in einem Canoe nach St. Ambroise übersetzten, wo sie ein- ttafen, ohne ernsten Schaden genommen zu haben. Die amtlichen Ergebnisse der Gordon- Bennetfahrt. S t. L o u i s, 27. Ott. „Amerika" 1355 Meilen, „Düsseldorf" 1230, „Germania" 1190, „Helvetia" 850, „Harburg" 795, „Azurea" 772, „Jsle de Fin France" 725, „St. LouiL" 550, „Condor" 410, „Million Population" 315 Meilen. Wieder ein Todessturz eines Luftschiffers. Rom, 27. Okt. Auf dem Militärftugfelde von Cento- celle bei Rom ist heute der Genieleutnant Josef Sag- l i e 111, als er mit feiner Flugmaschine niedergehen wollte, abaestürzt. Er erlag auf dem Wege nach dem Krankenhause seinen Verletzungen. Der Verunglückte bemerkte die ihm drohende Gefahr fünfzehn Meter vom Erdboden und versuchte vergeblich, seinen Apparat wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Als ihm dieses nicht gelang, versuchte er dicht über dem Erdboden abzuspringen, aber die Flugmaschine riß ihn um und fiel auf ihn. Man fand Sagliettt unter den Trümmern mit dem Gesicht auf der Erde liegen. Drei Flieger in 10000 Fuß Höhe. Newyork, 27. Okt. In später Nachmittagsstunde sttegen gestern auf dem Fluafelde von Belmont Park die Flieger Johnstone, Hoxey und Graf Jacques de Lesseps zu Höhenflügen auf. Der Tags über wehende Wind hatte nachgelassen und man sah in großen Spiralen die drei sich immer höher und höher schrauben. Allmählich entschwanden die Apparate in der zunehmenden Dunkelhett. Große Richtungsfeuer wurden entzündet, um den bang erwarteten Fliegern den Weg zu zeigen. Schon lag die Nacht über dem Gefilde, als die drei Flieger fast gleichzeitig zurückkamen. Jeder von ihnen hatte die Höhe von 10 000 Fuß noch überflogen. Halb erstarrt mußten sie von den Sitzen gehoben werden. Graf Lesseps berichtete, daß er eine Kälte von 15 Grad Celsius angetroffen habe. Hoxey hat beide Hände erfroren, Johnstone an der Linken Frostschaden genommen. * Paris, 27. Ott. Die sechste Konferenz des Internationalen Luftschifferverbandes wurde eröffnet. Die Konferenz beschloß, int Prinzip für alle Länder, die dem Verbände angehören, einheitliche Führer Zeugnisse für Freiballons, Luftschiffe und Flugmaschinen einzuführen. vermischte». * Wohltätigkeitslotterien sind in heutiger Zeit etwas Alltägliches; man dari aber nicht glauben, daß die Idee, durch öffentliche Losipiele geivissen wohltätigen (Stiftungen größere Geldsummen zuzuführen, neueren Datums ist. Schon Karl der Kühne ermächtigte 1476 die Stadt Saint Amer, zur Deckung ihrer außer- ordenlliwen Ausgaben eine Lotterie zu veranstalten. Vierzehn Jahre später erlangte derselbe Ort von Maximilian von Oesterreich ein gleichartiges Zugestäildnis. Im Jahre 1559 wurde Dünkirchen von dem 'Marschall von Thermes erstürmt; die siegreichen Truppen plünderten die Stadt, steckten sie in Brand und 'ließen die Einwohner über die Klinge springen. Ter 'Marschall mußte sich dann aber vor den anrückenden Scharen des Grafen von Egmont zurückziehen. Bei dem großen Brande war das Hospital der Stadt vollständig vernichtet worden und es fehlte an Mitteln zum Wiederaufbau. In dieser Not erhielten tue Aeltesten der Stadt auf ihre Bitten vom König von Spanien die Erlaubnis, in Antwerpen eine Votierte zu veranstalten; von dem Ertrag sollten sie das Hosmtal aufvatien und die Berluste, die sie erlitten hatten, wenigstens einigermaßen wieder embringen; ein bißcheii merkwürdig war die Bestimmung, daß die Lotterielose nur heimlich verkauft werden durften; man kann daraus schließen, daß der König die Lotterie sirr etlvas Unsittliches hielt, das das Licht der Ceffentlichfeit zu scheuen hatte. Gewährt wurde die Lotterieerlaubnis einer Anzahl Barmherziger Schwestern, die sie jedoch für eine hohe Summe an einen Unternehmer weiter verkauften; um seinen Untertanen mit gutem Beispiel voranzugehen, nahm Philipp II. 5000 Lose. Andere Lotterien zugunsten von Kranken- und Armenhäiisern ronröen im Jahre 1560 in Armentteres und im Jahre 1787 in Paris veranstaltet. * Ein ominöser Albumspruch. Die„Deutsche Juristen- zeitung" hat der Berliner juristischen Fakultät zum Universltätsjubiläum eine Geschichte der Fakultät gewidmet und diefer als Anhang ein Album mit handschrifklicheu Beiträgen hervorragender jurillrsch gebildeter Männer beiqeqcbeii. Unter diesen Eintragungen befindet sich auch ein Bibelspruch, den der Kultusminister v. Trott zu Solz betgefieuert hat und der also lautet: „Ein König richtet das Land auf durch das R e d) t*, Sprüche Salomonis 29, 4. — Wenn der Herr Minister, so bemerkt hierzu ein Bibelkundiger in dem Frankfurter Wochenblatt „Tie Gemeinde', in den Sprüchen Salomonis noch eine Zeile weiter gelesen hätte, hätte er sich vermutlich eine andere Losung erwählt, zumal angesichts unserer politischen Lage, wie sie durch die Reichsfinanzreform des vongen Jahres geschaffen worden ist. Der zweite Teil des zitierten Verses lautet nämlich wenigstens in der Uebersetzung von Kautzsch: „Wer aber Steuern häuft, richtet es zu gründe." * Automobilverbindung Bad Reichenhall- Lofer. Das südöstlichste Grenzgebiet des deutschen Reiches, die Gegend südlich von Bad Reichenhall ist reich an hervorragend schönen Punkten, die bis jetzt von der Touristenwelt wenig beachtet wurden. Nur teure Privatgesährte oder langsame Post- und Stellwayen Dermittelten seither den Verkehr dorthin. Mit Beginn der nächsten Reisesaison werden diese landschaftlichen Glanzpunkte rasch und bequem erreichbar sein, da zwischen dem bayerisch«: Kurotte Bad Reichenhall und dem österreichischen Hochgebirgsdors Loser staatliche Automobilsahrten eingerichtet werden, wie solche feit längerer Zeit int bayerischen Hochlande mit dem. besten Erfolge im Betriebe sinh. Die Nationalbank in Brüssel schickte am Dienstag 100000 Fr. in 20-Francs-Scheinen, in einem Sacke eingenäht, nach ihrer 3 ro c i g ft e l ( e tu Antwerpen. Als dort der Sack geöffnet wurde, enthielt er nur P a p i e r s ch n i tz e 1. Es war unterwegs eine Vertauschung mit einem ganz ähnlichen Sacke vorgenommen worden. Handel. * * Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen bc6 Bäckers und Wirts Georg Wilhelm Breunig zu Beerfelden wurde am 12. Okt. das Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt Schäfer in Michelstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderiingen sind bis zum 1. Nov. bei dem Amtsgericht Beerfelden anzumelden. — Ueber das Vermögen der Martin Jakob Muth Ehefrau Margarete, geb. Ruhl zu Vilbel wurde am 20. Oktober das Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt Balzer zu Vilbel rourbe zum Konkursverwalter ernannt. Kon- kilrsforderuugen find bis zum 5. Nov. bei dem Amtsgericht Vilbel anzumelden. — Ueber das Vermögen des K o n s u m v e r e i u s Leusel, eingetr. Genossenschaft in. unb. H. i. Liqu., rourbe am 19. Okt. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Schuchar in Alsfeld wurde zum Konkursverwalter ernannt Konkursforderungen sind bis zum 8. November bei dem Amtsgericht Alsfeld anzumelden. — Ueber den Nachlaß des Landwirts Philipp Adain D i ck l e r in Eich bei Pfungstadt wurde am 22. Okt. das Konkursverfahren eröffnet, öterichtsvollzieher i. P. R e i b st e i n in Darmstadt wurde zum Konkiirsverivalter ernannt. Konkursforderungen sind biS zum 9. November bei dem Amtsgericht Darmstadt II. anzumelden. — Ueber das Vermögen des Dletzgermeislers Georg Nolde zu Offenbach a. SJ)L wurde am 18. Okt. das Konkursverfahren eröffnet. Gerichtstaxator Jobs. Nied erhof zu Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 17. November bei dem Amtsgericht Offenbach anzu- melbeu. Spielplan des Gießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoetler. Sonntag, 30. Okt. (die Nachmittagsvorstellung fällt wegen be8 Orchesterkonzertes des Konzertoereins aus), abends 8 Uhr, unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments, bei gewöhnlichen Preisen: „Tie Forster-Christel." Ende gegen 108/4 Ubr. Montag, 31. Oktober, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (Abonnenten genießen Ermäßigung): Einmaliges Gastspiel der Schlaftänzerin und Mimikerm Madame Madeleine T r i l b y. Vorher „Im weißen Roßl." Ende gegen 10'/, Uhr. Tienstag, 1. November, abends 8 Uhr: 5. Tienstags-Aboimements-Vor- slellung: „Juqend'reuude." Ende 10 Uhr. Mittwoch, 2. Nov.. abends 7 Uhr: 5. Mittivochs-Abounements-Vorstellung: „Sappho." Ende gegen 97, Uhr. Freitag, 4. Nov., abends 8 Uhr: 4. Freitags Abonnements-Vorstellung: „Jugendfreunde." Ende 10 Uhr. Sgküs- tag, 5. Nov., nachmittags 37, Uhr, bei Volkspreisen: Schüler- Vorstellung : „Sappho." Ende 6 Uhr. In Vorbereitung: „Taisun" — „Graf von Gleichen" „Franz. Gesellsch. Roubaud." kirchliche Nachrichten^ Lvangelijche Gememoe. L3. Sonntag nach Trinitatis, den 3 0. Oktober: Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Psarrassisteut Schorlemmer. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2'/, Uhr: Kindeckirche für die Matthäusgemeiirde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Dienstag den 1. November, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenoereins der Markus gemeinde. Mittwoch den 2. November, nachmittags 5 Uhr: Versammlung des Frauenvereins der M a t t h ä u s gemeinde; abends 8 Uhr: Versammlung der Vereinigung konfirmierter Mädchen der Markus gemeinde. Donnerstag den 3. November, abends 8 Uhr, im Matthäussaal: Bibelstunde. (Bilder aus deni Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. Nächstkünftiqen Sonntag, den 6. Novbr., als am Reformations- fest, findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Malthäiis» und AiarkuSgenieiude geuieinsam statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. 3n der Zohannerkirche. Ordentliche Kirchenvisitaiion diirch den Großh. Superintendenten der Provinz Oberhessen, Herrn Geh. Oberkonsislorialrat D. Petersen- Darmstadt. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas- und Johan nesgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer und Pfarrer A u s f e l d. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer AuSfeld. Zugleich Christenlehre für den zuletzt konfirmierten Jahrgang aus der Lukas- uni) Johannesgemeinde. Abends 77, Uhr: Versammlung der konfirmietten weiblichen Jiigend der Liikasgemeinde. Abends 874 Uhr: Gemeindefamilienabend in Steins Garten, wozil alle Gemeindeglieder herzlich eingeladen werden. Mittwoch den 2. November, abends 8 Uhr: Bibel stunde im Liikasfaal. Pfarrer B e ch t h o l s h e i m e r. Freitag den 4. November, abends von 7,6 bis */,8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gememde. Freitag den 4. November, abends 8 Uhr, im Konfirmanden- faale der Johanneskirche: Vericht des Pastors Rambaud aus Lüttich über die "Arbeit der belgischen Mtsstonskirche, wozu besonders die Alilqlieder des Gemelndesrauenvereins und des Evangel. Bundes einqelnben werden. Nächstkünftiqen Sonntag, den 6. Novbr., als am Neformations- feft, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johaniiesgemeinde im Abendgottesdienst statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Auch wird in beiden Kirchen die alljährliche Kollekte zum Besten deS Evang. Vereins der Gustav-Adolfs-Stiftung erhoben werden. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 29. Oktober: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 30. Okt., 24. Sonntag nach Pfingsten: Boriniltags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. 'Messe. f um 8 Uhr: Austeiliing der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt nut Predigt. , um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Ehristeulehre; daraus Rosenkranz-Andacht mit Segen. Montag, Tienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und SamS- tag abend um 67, Uhr ist Rosenkranz-Andacht nut Segen. Eine wertvolle Eigenschaft der St. Georgsaueüe Btskirchcn a. d. Lahn ist, daß dieselbe die ■v.-nttnUe, die sich m den Gelenken abgelagert haben, in kurzer Zett Itfit und durch den Urin ausscheidet Dem Blute werden vermöge der vorzüglichen Zusammensetzung dieser Quelle alle bteicnmen Beitandteile zugeführt, die es braucdl um den ge amten Organismus zu krättigen und in seinen gesunden Zustand zuruckzuversetzen. Ein kleiner Versuch wird zeigen, dav dies volsttandig den Tatsachen entsprich Preis für 25 Flaschen Mk 9.— w ' infl. Verpackung ab Station Stockhausen a. d. Lahn, (hv10/^ Handschuhe ♦ Strümpfe ♦ Unterzeuge Julius Schulze Telephon 774 Kreuzplatz Londorf, den 28. Oktober 1910. (5079 i r Spezialität: „Hemden nach Masst* :.1 Sorgfalt. Ausführung Eleg. Schnitt ■ B"/» •7*. ’-i Hl ih Laden Bahnhofstr. 65 in Fernsprecher 367 ui * hergestellt wird In einschlägigen Gesdidftcn erhöltlidi ^ANAGEsellsrhaft mia,Cleve. Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn da« Grundbuch angibt, in Bezug aus die Person der Besitzer und die Größenangaben in allen den Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung bei dem Bürgermeister und OrtSgerichtSoorsteher zu Protokoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage deshalb erhoben, und erforderlichen Falls bei dem unterzeichneten Gerichte zur Anzeige gebracht worden ist. Zugleich werden alle diejenigen, welche die in Gemäßheit deß Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852 betr. die Erwerbung des GrundelgentunrS etc. beigefügten Ecwerbtitel berechtigt zu sehen wünschen, aufgefordert, die erforderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frist von 6 Monaten bei dem zuständigen Gericht zu stellen, und wenn dieses ein andere« als das unterzeichnete ist, bei diesem Anzeige zu niachen. Die unerstreckliche Frist von 6 Monaten geht mit dem ersten Mai 1911 zu Ende. n I Gießen, am 18. Oktober 1910. .Großherzogl. Amtsgericht. Wachtel. Bester Atolputz Chemische Fabrik Düsseldorf Act Los. Gehr. Imheuser, Marktpl. 9/10 Herren-Mode-Abteilung Tapisseriewaren. Hervorragende Herbst - Neuheiten in gefangenen und vorgezeichneten Handarbeiten in gröeeter Auswahl und billigsten Preisen Strickwolle n. Rockwolle!! in allen Farben u. nur I. Qualitäten. Damen- und Kinder-Strümpfe Socken und Beinlängen. J. HL Fuhr, Sonnenstrasse 25. NB Stricken und Anstrichen von Strümpfen wird billiget und prompt besorgt. 5536 Bekanntmachung. Betr.: Die Offenlegung des Grundbuchs und dec Parzellen« karten der Gemarkung Daubringen (Kreis Gießen). Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das auf Grund der Feldbereinigung neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Daubrmqen nebst den dazu gehörigen Parzellenkarten in dem Amtszimmer des Großh. Ortsgerichts- Vorstehers und Bürgermeisters von Daubringen offengeiegt worden ist. Die Beteiligten sind befugt, daS Grundbuch während der Zeit der Offenlegung in diesem Lokal einzu- sehen, auch gegen die Gebühr von dem Großh. Bürgermeister und OrtSgerichtSoorsteher zu Daubringen GrundbuchauSzüge (Geschafft) zu verlangen. Auch werden sie durch den genannten auf die von den Feldgeschworeuen entdeckt werdenden, sie betreffenden Fehler aufmerksam gemacht werden. Allen denjenigen, die sich bei den Angaben des Grundbuchs rücksichtlich deS Besitzstandes und der Gräßenangaben für beschwert erachten, steht eS frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von sechs Monaten ihre Anstände entweder auf gütlichem Wege bei dem Großh. Bürgermeister und OrtSgerichtSvocsteher zu Daubringen, vor den sie ihre etwaigen Gegner vorladen laffen können, zu beseitigen, und insofern dieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bei dem für Besitzstreitigkeitev zuständigen Gericht geltend zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes als daS unterzeichnete, so haben sie davon, daß Senoenatr. ,f.|geg?njlr M Herren-Westen, neue schöne Dessins. Kinderarbeiten =■■ -> Wolle =g=. zum Stricken und Häkeln von Golfjacken, Mützen, Kinder-Jäckchen, Schals, Schlaldecken etc. MJ0 Keuchhustensaft „Bonussin“ Best. Ext, Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Henriette Klinke! geb. Wilke nach langen Leiden im Alter von 56 Jahren gestern morgen 5 Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Klinkel. Giessen (Mittelweg 5), 28. Oktober 1910. Die Beerdigung findet Sonntag den 30. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. 09093 Hasen auch Keulen, Rücken u. Ragout im einzelnen. (08863 Reh tm Ausschnitt, Geflügel stets frisch bei J. Zörb Wwe., Mäusbura 9. Delevhon 613. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer bmo neuen Verluste meiner lieben Frau, unsrer guten Mutter ta Marprelbe Weiss geb. Ita für die vielen Blumensvenden sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hofmann sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. letzteres geschehen, binnen eben dieser Frist die Anzeige zu * machen. Die Anzeige liegt ihnen binnen derselben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine Besitzklage angestellt hatten. Pianos Flügel Harmoniums Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten Vertretung von i ,GJotplan - Stein weg Nachfl.. Jbach :: Bchiedmayer & Söhne. Hand, Römhild! u*w. Annahme gebrauchter Instrumente. Günstige Zahlungsbedingungen bei Raten. Höchster Bar-Rabatt Garantie 10 Jahre. Vermietungen: 2 bis 10 Mark pro Monat (2111 Stimmungen, Reparaturen. Franko-Lieferung. August Förster Id Giessen und Lieb. = 1 Der Namenszug des Erfinders Geh Med.zmafrai " r ^os Dt Oscar Liebreich in bleuer Sdinft ist ddS Kennzeichen jeder Originalpackung der einzig dastehenden Mandelmilch- Pflonzen-Margdnne iSANELLA1. welche unter dem Sdtufie des D R. P. Nr. i oo Qli 5350 Vogelfutter für alle Arten Bögel. Eierbrot, Bogelsand, Stfchfutter. Central -- Drogerie, Emil, flam, Schul straffe. •eeeeee®«® Billiges IHM „Mischfutter" 150 Psd. 11 Mk. hv"/e mit SaL franko Käufers Bahn- ftatton, geg. Nachnahme versendet Rheinisch Wcstfäliich. Gcfliiacl' suttcr-Verfand, Neun a. Rhein. Damenfrisieren Shampoonieren (Kopfwäschen) mit neuestem WarmlnftitroDi* Trockenapparat empfiehlt 4263 Frau Beruh. Dosch Neuen Bäue 12. Ecke Weidengasse. Sämtliche Stliinm kaufen Sie bei guter Qualität äusserst vorteilhaft bei Mitglied der Rabatt- Spar - Vereinigung. & /io