Nr. 298 Trr •tf^roer Kffjdetf erschein! tätlich, eufcer Sonntags. - Beilagen: viermal wöebentlich SiehenerFamiltenblatter, irvninol wöchentl.Nretr- lattsürtzen tiretr-tetzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtfchastlichr Seitfraaea Ferickprech - Anschlüße; für die Redaktion 111, Verlag u. Expedivon bl Ubieffe lür Depefchea: Anzeiger Siede«. Annahme von Anzeige« für bie Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster vlaü |60. Jahrgang Dienstag, 20. Dezember MO Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Setofimbnur aus Vertag Ser Brfil}P|d)en Unw.-Vuch- au- Skinöradtrei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchuistrahe 7. Expedition fflr viidingen: vahnhofftrahe 16a. - Telephon Nr. 50. verngSpreiSr monatlich 75Bf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestella. Zeilenpreis: lokal 15Pß, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den volitifchen Teil: August Goetz; für «Feuille- 10«^, .BermifchteZE unb ^Gerichtssaal": 5l. Neurath; für Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 10 Leiten. Line englische Unfreundlichkeit? Bekanntlich haben »nährend des BurenfeldMges mich eine Reihe deutscher Ansiedler in Britisch-Südafrika materiellen Sct)Qden durch Zerstörung ihrer Farmen, durch Be- Bnahmung ihres Viehs und dergl. mehr erlitten. Die he Regierung Hütte sich der Interessen dieser deutschen Zangehörigen angenommen und England dazu vermocht, die einzelnen Fälle durch besondere Ausschüsse untersuchen zu lassen, um den Tatbestand festzustellen. Jahr und Tag ist dann zwischen Berlin und London über die Scl-adenersatzansprüche verhandett Morden, ohne daß sich eine Einigung ergeben hätte. Denn, wie die „Nordd. Allg. Zeitung"'m ihrer Sonntagsausgabe mit teilt, lehnt die englische Negierung ein Eingehen auf die Reklarnattonen ab und ist auch nicht bereit, diese Reklamationen in ihrer Gesamtheit, wie es Deutschland vorgeschlagen hatte, dem ständigen Schiedsgericht im Haag zur Entscheidung zu unterbreiten. Nur ränge Fälle, bei denen es sich nach britischer Anschauung um tatsächlich völkerrechtliche Fragen handelt, sollen im Haag entschieden werden, bezüglich aller übrigen aber die deutschen Ansiedler den Kriegsschaden zu tragen haben. Da diese cmrtTidje Note an der Spitze der „Nordd. Allg. Zeitung zu finden und auch ihr Ton schärfer war, als das bei folrfjen Gelegenheiten sonst üblich ist, mußte man sich unwillkürlich fragen: was bezweckt unser aus- warttges Amt mit diesem kalten Wasserstrahl nach London in einer Zeit, wo die deutsch-englischen Beziehungen wärmer geworden sind, ja, der deutsche Reichskanzler sogar fest- stellen konnte, daß zwischen Berlin und London Verhand- lunaen über das Abrüstungsproblem eingeleitet seien, die auch heute noch fortdauerten. In der Streitsache selbst ist es natürlich, da man die Protokolle der britischen Entschädigungskommission nicht kennt, unmöglich Partei zu ergreifen. Nur soviel ist sicher, Laß England den größten Teil der Reklamationen nicht als strittige Rechtsfragen ansieht und sich deshalb weigert, sie auf Grund des deutsch-englischen Schiedsgerichtsvertrages vom 12. Juli 1904 dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. In Berlin dagegen saßt man den § 1 des Schieds- gerichtsvertrages, nach dem nur Rechtssragen dem Haager Tribunal zu überweisen wären, nicht so wörtlich aus, wie in London, sondern beljnt ihn sinngemäß auch auf solche Fälle aus, bei denen es sich um Pflichten der Billigkeit und der Humanttät handelt. Ob man nun dem Gerechtigkeitssinn der Engländer und ihrer .Humanität soviel zutrauen Fann, daß sie, auch ohne durch das Haager Schiedsgerick)t dazu gezwungen zu werden, die deutschen Ansiedler für ihre .Verluste schadlos halten, ist eine Frage für sich. Jedenfalls verdient es alle Anerkennung, daß unser Auswärtiges Amt nicht locker lassen will, die Ansprüche deutscher Reichsangehöriger in London weiter zu verfolgen. Ob diese Bemühungen von Erfolg gekrönt fein werden, bleibe dahingestellt. Nach unserer Ansicht kann es aber gar nicht so schwer sein, England, das die Entschädigunasfrage ja, wie es scheint, freiwillig und selbständig zu lösen bereit ist, davon zu überzeugen, daß auch der von ihm nicht anerkannte Teil der Reklamationen Streitfragen 'völkerrechtlicher Natur darstellt, die vor das Haager Schiedsgericht gehören. Denn der Standpunkt: a la guerre, comme ä la guerre, wie er in früheren Zeiten üblich war, ist heute überwunden. Stellt sich die englische Negierung trotzdem auf ihn, so dürste sie voraussichtlich mit der öffentlichem Meinung zusammenstoßen, und das hat bisher jeder englische Staatsmann auss sorgfältigste vermieden. Gietzener Stafcttfyeater« Gießen, 19. Dez. Rita Sacchetto Ms vor mehreren Jahren Isadora Dunkan, die schlanke Amerikanerin, ihre an der Kunst der Hellenen geschulten Tänze vorführte, war man entzückt von der Schönheit und der Anmut ihres Tanzes, als sie aber eine Schule gründete, mehrten sicy die Stimmen, die der Dunkanschen Kunst die schöpferische Tätigkeit absprachen und das W.sen ihrer Darstellung als Nachempfindungen kennz.ichneten. Die Wiedergeburt des Tanzes ging mit der Vertiefung und Umwälzung unseres Kunstbegrifses, der sich mit Glück des Kunstgewerbes bemächtigt hatte, Hand in Hand. Wie sich die Künstler gegen allen erstarrten Formelkram wehrten, wie sie ein Stück der geheiligten Hausgreuel nach dem anderen zum Fenster hrnauswarfen, so machten sie auch gegen jedes Gebiet der Kunst Front, in dem der Schein Die Seele überwuchert und unterdrückt hatte. Damals feierten Isadora Dunkan, Madame Madeleine, Loie Fuller, die Guerrero, die Saharet u. a. ihre sieghaften Triumphe. Sada Jacco, die kleine Japanerin, berauschte das alte Europa mit dem malerischen Fluß ihres Tanzes. Diesen ausländischen Tänzerinnen stehen fünf deutsche gegenüber, die, wie s. Z. Marie Taglioni, den Tanv als Kunst zu einer ungewöhnlichen Vollkommenheit gebracht haben, es s nd dies die drei .Geschwister Wiesenthal, Irene Sanden und Rita Sacchetto, die gestern bei uns eingekehrt war. Rita Sacchetto, die ihre Tänze von einer sehr gehaltvollen Musik begleiten läßt, tanzt im stimmungsvollen, auf das wesentlichste gerichteten Bühnenrahmen ihre Poesien, wie sie ihre Tänze nennt. Sie führt, wie ich das in meiner Geschichte der Tanzkunst ausgedrückt habe, die musikalischen Absichten zu selbständigen Erlebnissen durch und gestaltet frei gus ihrem rächen Gefühl heraus leb. ndurck-tzl ihte, blut- volle' Bilder von eikczückender Schönheit und ungemeinem Reiz. — Daß ihre Kunst als Kunst nach Regeln arbeiten muß, beschränkt ihr Wesen nicht, das vielgestaltig ist wie das Abgeordneter Dr. Osann über die politische Lage. R. B. Darmstadt, 19. Dezember. In der heute aB'tnb abgehaltenen, zahlreich besuchten nationalliberalen Versammlung erstattete Herr Reichs- tagsabg. Dr. Osann einen ausführlichen Vortrag. Er führte etwa folgendes aus: Nach einer kurzen, aber ereignisvollen Tagung des Reichstags nehme ich Veranlassung, den Wählern von Darmstadt Bericht zu erstatten, Nicht allein politisch«, sondern auch wirtschaftliche 5 rag en von hoher Bedeutung bildeten die Einleitung kn den Verhandlungen: Fleischteuerung und damit F l e i s ch n o t, die die weitesten Kreise des deutschen Volkes bedruckt, war der erste wichtige Gegenstand der Tagung. Wir haben für Süddeutsche land eine teilweise Oessnung t>?r Gren-en zu verzeichnen; auch für Hessen ist die Einfuhr lebenden Viehes aus Frankreich in einer ziffernmäßig nach Wochen kontingentierten Zahl Rindvieh und Schweine unter besonderen Vorsichtsmaßregeln gestattet Selbstverständlich muß der Seuchengefahr wegen größte Vorsicht obwalten. Man kann aber auch darauf verweisen, daß wir nicht allein in Deutschland, sondern in fast allen anderen Ländern unter der Teuerung leiden. So ist die Frage, wie der Fleischnot zu steuern ist, eine schwer zu entscheidende Frage. Im Reichstage ist sie auch, da es bei Interpellationen eine Abstimmung nicht gibt, nickst entschieden worden. Man kann aber für uns in Hessen nicht sagen, daß alles beim Alten bleibe. Es ist bei uns die Einfuhr französischen Viehes in beschränktem Umfang gestattet. Nachdem diese Frage in drtt Sitzungen von all n Seit'n beleuchtet war, fani die Interpellation über die R e de des Kaisers in Königsberg, eine politisch ungemein wichtige Angelegenheit. Sie erinnern sich der Vorgänge int November 1908. Wer kann zunächst den Unterschied zwischen den Novembertagen 1908 und der Königsberger Rede leugnen? Damals eine Reihe von Aeußerungcn des Kaisers in auswärtigen Angelegenheiten, die geeignet waren, den Gang der auswärtigen Politik zu beeiw- flussen, hier, wie unser Füller Bafsermann sich ausdrückte, ein persönliches Bekenntnis, getragen von hohem Idealismus, von Pflichtgefühl, von christlichem Sinn und der Liebe zum Vaterland. Aber auch und zwar mit vollem Rechte konnte Abgeordneter Bafsermann in der Rede ein Bekenntnis zum Absolutismus nicht finden, auch keinen Angriff auf die Verfassung und die konstitutionelle Aüonarchie. Tas beweist auch die Rede des Kaisers, die er dann in Marienburg gehalten hat, in der in warmer Weise das ganze Volk an fein Pflichtgefühl erinnert wird, in der alle Staatsbürger zu gemeinsamer Arbeit gerufen wurden, int Interesse des Vaterlandes. An dem gleichen Tage dieser Erörterung wurde noch seitens des Bundesrats die Erklärung abgegeben, daß der Entwurf des Versicherungsgesetzes der Privat beamten vom Reichsamt des Innern fertiggefteHt und an die Bundesstaaten wettergegeben worden sei. Ter Gesetzentwurf über die SchiNahrts- abgaben fand in erster Lesung geteilte Au strähnte. Erst nach der Beratung in der Kommission wird man sich ein endgültiges Urteil bilden können. Bei der Interpellation über die Lage des Handwerks und gewerblichen Mittelstandes wurde von meinem politischen Freunde Findel auf dessen schwierige Lage, bedrängt Köln, 19. Dez. Ein Berliner Telegramm der „K ö l n. Zeitung" nennt die Ablehnung der deutschen Reklamation int Buren kriege durch die Engländer bedauerlich und meint: Man könne trotz der Schwierigkeiten die Frage auf den Weg einer schiedsgerichtlichen Entscheidung leiten. Man müsse die Frage zunächst dahin abändern, ob die Fragen, die zu so verschiedenen Auffassungen geführt hätten, solche Rechtsfragen sind, die unter die Bestimmungen des deutsch-englischen Schiedsgerichts fallen oder nicht; es handle sich hier unzweifelhaft um völkerrechtliche Fragen. Wir geben die Hoffnung nicht auf, die englische Regierung hiervon zu überzeugen. Vielleicht gibt der Vorfall den Anlaß, zu erwägen, ob nicht dre Einrichtung einer internationalen Gerichtsbarkeit zugleich auch das Bedürfnis nach einem internationalen Kompetentster ich tshof in irgend einer Form wachruft, der hoffentlich in den Dortiegenben Fragen ad hoc und provisorisch von Großbritannien zugestanden wird. von Großbetrieben, schwer belastet durch die Finanzreform, leibenti unter ben schweren Beiträgen zu der sozialen Gesetzgebung, hmge- totefen. Wir in Hessen hoffen bnrch bie neue Steuergesetzgebung, bie eine Entlastung ber kleinen unb mittleren Betriebe burchfühtt, dagegen eine starke Belastung der Großbetriebe, dann die Besteuerung ber Konsumvereine, der Warenhäuser, ber Filiale Geschäfte vorsieht, einen größeren und festeren Schutz des Handwerks unb des Tetailgeschäftes zu erreichen; das fmb doch positive Leistungen und nickst Trösttrngen mit schönen Worten. Von großer Wichtigkeit ist ber Gesetzentwurf über die Arbeitskammern, insbesondere auch mit seiner Einnahme, die nach dem Beschlüsse der zweiten Lesung sehr in Frage gestellt ist. TaS Gesetz sieht ein Institut vor, aus paritätischer Gründ' läge beruhend, in welchem Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Interessen zu vertreten berufen werden sollen. Man hofft, in- ihnen ein Instrument des Friedens zu finden, das bie Gegensätze auszugleichen berufen sei. Tie nationalliberale Partei hat sich mit wenig Ausnahmen auf den Standpunkt gestellt, daß nur dann ein ersprießliches Zusammenwirken zwischen Arbeitgeber unb -nehm er möglich sei, wenn letztere selbst, nicht oct treten durch Arbeitersekretäre, in ben Verhandlungen erscheinen unb wenn hierdurch Parteipolitik aus solch sachlichen Verhandlungen ausgeschlossen wird. Auch gegen die Heranziehung Don Arbeitern in den Eisenbahnwerkstätten haben wir uns ausgesprochen. Das Wichtigste ber ganzen Verhanblimg aber bildet der Etat unb zwar zunächst bie rechnungsmäßige Veranschlagung der Ernnahme unb Ausgabe für bas Jahr 1911, bann aber bie Aussprache bei bemselben über alle Gegenftänbe innerer und äußerer Politik. Ein glänzender Etat ist es, den ber kraftvolle, energische R eich s s cha tz se kr e tar We-p« muth hier vor gelegt. Festgebaut auf sicherer Grundlage' in seinen Einzelbeiten, klar unb durchsichtig für jeden, Finanz- lenner. Keine Ausgabe ohne Deckung ist sein Grundsatz; „bt demselben Augenblicke, wo bie Verpflichtting zu einer Ausgabe gesetzlich feftgetegt ist, muß, gleich wirksam, gleich binbenb die Einnahme sestgttegt werben". Zwar heute noch, infolge den früheren Mißivirtschaft 2584 Millionen als Schuld, allein für 1911 nur eine Anleihe von 97 Millionen, b. L 50 Millionen! weniger als 1910. Die Kosten ber Heeresverwaltung sind von 857 Millionen znrückgeschranbt auf 804 Millionen^ Allerdings kommen hinzu bie Kosten der neuen Friebenspräsenz^ stücke, für bas erste Jahr mit 8 Millionen, bann steigenb dis> zum Jahre 1917 auf 22 Millionen. Zum ersten Male figurieret in dem Staat bie neuen Reichs steuern auf Grund der Finanzrefarin.^ Auch hier verzeichnete ber Sckmtzsekretär hesriebigenbe Ergebnisse, ben Schätzungen entsprechen fast burchgängig die Ergebnisse. Allein! gerade biese neuen Steuern fordern, bie lebhafteste Kritik heraus nach ber wirtfchaftlichen unb politischen Seite. Die Erträgnifsel Der Steuern mögen die Beträge ergeben haben, aber unter schwerer Belastung be3 Volkes, unter schwerer Belastung ber schaffenden * und konsumierenden Teile der Bevölkerung. Unb gerabe bie mitt-! (eren unb kleinen Gesck)äftsleute haben unter den neuen Steuert! zu leiben. Was z. B. bie Zü n d hol z steuer ben Fabrikanten! unb Arbeitern an Nachteil gebracht hat, weiß man in Pfungstadt! unb Nieber-Rarnstadt nur allzugut. Was, wir damals bei ber Neichssinanzreform als Gegengewicht für bie Aeußerung von in» brrefren Steuern auf Bier, Tabak, Branntwein verlangt haben, war eine allgemeine Besteuerung des Besitzes, wie sich solcht in der Erbansallsteuer schließlich bargestellt hatte. Seit dem Bruche bes Blocks zieht eine tiefe Zerrissen^ beit durch Deutschland, sicherlich hemorgerufen durch die neuen Steuern, ohne die ausgleichende Besitzsteuer, aber auch genährt durch die Borromäus-Enzyklika, und ben Mobernisteneib^ welche bei her evangelischen Bevölkerung lebhafteste Bewegung und Entrüstung hervorgerufen haben. Es war aber dieser Kamptz ein so scharfer, weil Deutschland offenbar schon unter dem Einflüsse der Neuwahlen steht, bie bie Parteien zu Reben unb Aufforderungen zum Wahlkampf an treib en soll. Mit klaren Worten ertiärte ber Reichskanzler: Vorschläge zu Ausnahmegesetzen mache ich Ihnen nicht! Das ifi, mit Beifall zu begrüßen. Nicht burch berartige polizeiliche Mittel, ist eine so große Bewegung zu unterdrücken, sondern durch Aus- nalMe ber Bewegung in ben Staatsorganismus: soziale Reformen, Beseitigung von Mißständen, Verbesserung der ArbeitS- und Lebensbcdingungen, der Erziehung, der Vermittelung, der Versölinung im Sinne ber Gerechtigkeit zum Nutzen bes Gemeinwohles. Ueberblicke ichlbie gesamten Verhandlungen der letzten Wochen, Leben selbst. Der Künstler, von welcher Art er immer sei, ist durch die technischen Bedingungen beschränkt, und seine höchste Meisterschaft erringt er eben dann, wenn es ihm gelingt, seinen Leistungen die größte Wahrscheinlichkeit unmittelbaren Erlebens zu geben. So stand gestern Rita Sacchetto vor uns. In der Mrinoline, über der sich der zarte, weiße ((Stoff bauschte, schwebte sie über die Bühne hin, ein anmutiges, liebes Mädck>en, das seine Ballerinnerungen durchlebt und im schmiegsamen Fluß der Linien eine bewundernswerte Schönheit entfaltete. Dann Farn sie im einfachen, schlichten Gewand einer armen Italienerin, die von einer Tarantel gestochen wurde und im Wahnsinn zusammenbricht. In der poesielosen Wirllichkeit ist der Biß der Tarantel nicht von der ihm zugeschriebenen Wirkung und die aus dem Mittelalter bekannten Fälle gehen wie die Geißlerzüge auf autosuggestive Einflüsse zurück. Den größten Erfolg errang Rita Sacchetto mit ihren spanischen Tänzen, von denen Eaprice esvagnole neu war. Den Schluß bildeten zwei Walzer. Daß sich die Künstlerin zu einer Zugabe verstehet! mußte, ist selbstverständlich. Zwischen die Tänze war das drollige Stückchen Kollegen von Annie Neumann-Hofer eingeschoben, das .die Ausreguttgen eines Künstlcrpaares von dem Konzert schildert und viel Heiterkeit erregte. Rudolf Gollin guter Maste und Franzi Koch spielten das Paar mit Föstlicher Heiterkeit, treulich unterstützt von ihrem Jmpreftario, den Kurt Gühne mit famosem Humor toieb-ergab. N. dar! preser f Am Sonntag starb in Kassel nach Furzern, schwerem Leiben Hofrat Carl Preser, ein Dichter unserer hessischen Heimat im Alter von 82 Jahren. Carl Preser war am 21. Dezember 1828 zu Kassel geboren. Nachbem er bas Gramen als Rentmeister abgelegt, trat er in ben kurhessischen Finanzbienst ein. Seine literarische BMhigung wurde bie Veranlassung, daß er — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Prinzregent Luitpold von Bayern überwies ber deutschen autark ttschen Expedition, bie unter feinem Ehren schütz steht. 25 000 als Sekretär ber Generalintendantur des Kurfürstlichen Hosthectters zugeteilt wurde. Neben feinem Wirken am? Hostheater war er auch journalistisch tätig, da ihm bie Chejrebaktion ber bamaligcn offiziösen „Casseler Zeitung" übertragen würbe. Außerbem hat er als SchauspielkrittFen für bas .„Casseler Tageblatt unb Anzeiger" geschrieben. Im Jahre 1866 verlor er seine seitherige Stellung infolge» einer Anzeige über angebliche Verletzung bes Dienstgeheimnisses. Als seine völlige Sck)ulblosigkeit erwiesen war, berief ihn ber Kurfürst nach seiner Rückkehr aus ber Stetttnen Gesangenschaft nach Hanau, wo er als Hofsekretär bei beny neuqebilbeten Hofmarschallamt Verwenbuna sand. Mit benr Kurfürsten lebte er bis 1875 in Prag, wurde dann Zentraldirektor der Nosttzschen Verwaltung und olgte 1885 einer Berufung des Fürsten zu I s e n b u r g und Büdingen als Kammerdirektor nach Wächtersbach. In dieser Stellung verblieb er bis zum Jahre 1903, wo er wegen eines körperlichen Leidens den Abschied nahm und nach Kassel übersiedelte. Preser ist nicht nur schriftstellerisch, sondern auch auf dem Gebiete der Malerei und ?Nusik produktiv gewesen. Von seinen dichterischen Werken sind>chervorzuheben seine in fünfter Auflage erschienenen „Gedichte", das Heldengedicht „Ulrich von Hutten", sein „Arminslied", seine Wald- und JagdUeder unter dem Titel „Waldesrauschen", das Epo^ „König Autharis Brautfahrt", das Epos „Taxiliade^', das historische Drama „Die Sterner" seine „Geharnischten: Sonette". Sei von ihm selbst komponiertes Lied „Des> deutschen Mannes Lied und Wort" ist in Oesterreich ein Ratio na llied der Deutschen geworden. Auch eine Anzahl ftaatspolitischer Schriften hat er veröffentlicht. |to Trnirmm irtc&t aTIrin mir, sondern jedem Vaterlands freunde, der etwa- weiter zu sehen sich bemüht, die größten Bedenken imb Befürchtungen, was aus dem Reiche werden wird, sind die Wahlen vorüber? Wer in dem Kampfe der bürgerlichen Parteien in den Wahlkreisen Neustadt — Landau, Koburg — L i ch- tenfels und Friedberg gestanden hat, der hat mit tiefstem Bebauern sehen können, daß bei einem solchen Streiten bei der Hauptwahl ein Zusammengehen in der Sticlyvahl nicht möglich war. So ging es auch in Ludwigsburg, in Dalle und in anderen Wahlkreisen. Man wirft mir vor, reaktionär zu sein. Mein öffentliches Wirken liegt vor aller Augen, vor der Kritik der Oeffentlichkeit. J.st es reaktionär gewesen, in der Frage der Verein sgefttzaebnng, wo ich müh der Abstimmung enthielt, da mir die Beschränkungen für Dessen zu große waren; ist es reaktionär gewesen, bei der Erbschaftssteuer, bei der Einführung einer Besihsteuer, für die ich gesprochen habe, längst clx sie akut wurde. Ist es reaktionär gewesen bei den Verhandlungen im Landtage, wo ich für das direkte Wahlrecht mit aller Macht ein- aetreten bin. Ist das etwa reaktionär, daß man sich bemüht, den Streit unter den bürgerliä-en Parteien zu vermeiden? Ich sel-e dabei von den Kämpfen des Tages ab und blicke auf die Gestaltung in der Zukunft. Wie wird es werden, wenn wirklich eine namhafte Vermehrung der soz-ialdemokratisc^n Mandate statt- fmbet? Dann wird aus dem unerschütterlick-en Turme des Zentrums heraus die maßgebende Parole verteilt und alle Errungen scha ft en der Wahlen von 1907 sind verflog-m. Dann ist aber auch eine Mehrheit für die neuen Zolltarifverträge kaum gegeben und wir gehen dann der schwersten Krisis aus wirtschaftlichem Gebiet entgegen. Das ist nicht nur zum Verderb der Arbeitgeber, sondern auch besonders der Arbeiter. Wer so die realen Dinge beurteilt, wer nicht kämpft deS Kampfes wegen, sondern auch über den Kampf binaus das betrachtet, was geschaffen oder vernichtet werden kann, der muß zu der Ueberzeugung kommen, daß ein solch mörderischer Kamp, unter den bürgerlichen Pa.tc.ien nur größte Nachteile schaffen kann. Von diesen Gedanken ist die nationolliberale P ar- lei in Dessen bei den Verhandlungen mit der Fortschrittlichen Volkspartei ausgcgangen; sie konnte sich den von vornherein gestellten Bedingungen nicht unterwerfen, sondern wollte die Verhandlungen auf einen breiteren Boden stellen. Man hat aber auch oei uns gezweifelt, ob es wirtlich Ernst war mit den Verhandlungen, da bereits einige Kandidaten während den Verband! ungen seitens des Freisinns aufgestellt wurden. Für unseren Wahlkreis trifft es fich-r zu, daß eine Vorinstanz nicht inS Auge gefaßt war, denn die liberale Wochenschrift schrieb ja, daß aus die Llusstellung eines Kandidaten in Darmstadt unter keinen Umständen verzichtet werde. So mag denn auch hier der Kampf beginnen und weitcrgehen. Weder meine Partei nock> ich haben ihn zu fürchten. Wir sind fest davon überzeugt, daß tüir auf dem richtigen Wege sind, dem Wege der Veriöhnung der GeLenjäge. der Ausgleichung der Interessen, und dieser Weg wird uics auch ferner zum Siege führen. In der Aussprache ergriff als erster Redner der sozialdemokratische Reichstagskandidat, Redakteur Quessel, das Wort, der die bekannten sozialdemokratischen Phrasen gegen den Militarismus, die Sämbzollpolitik usw. vorbrcchte und die Haltung Tr. Osanns im Reichstag kritisierte. Unter großem Beifall der Versammlung wies Abg. Dr. Osann diese Ausführungen zurück und verwahrte sich nam-ntlich gegen die Darstellung, als ob er oder die nalionalliberale Partei cm Reichstag dahin strebe, die „Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen". Viel Beifall sand denn auch der freisinnige Reallehrer Dr. Kahl, der darauf hinwies, datz in allen Bundes, maten sich die liberalen Parteien zu einem gemeinsamen Zusammengehen bei den Reick>stagswahlen entschlössen, nur in Seifen nicht. Tie Wählerschaft werde das nicht verstehen; sie verlange einen Zusammenschluß aller Liberalen zur Abwehr gegen rechts und links. Auch für Dessen müsse ein solche, angebahnt werden, zunächst in den Wahlkreisen Darmstadt-Groß-Gerau und Alzey- Vücgen und zwar in der Weise, daß in Darmstadt die Freisinnigen und in Alzey-Bingen die Natconalliberalen aus eine eigene Kandidatur verzichten. (Lebh. Zustimmung.) Geschehe das nicht, so werde in beiden Wahlkreisen der Liberalismus ecnfach mundtot gemacht. Aba. Dr. Osann teilte unter lautem Beifall mit, daß demnächst der nat.-lrü. Landesausschuß zufamucentreten unb über diese Anregung eingehend beraten werde. 2lus Hessen. Im Reichstagswahl kreise Mainz -Oppenheim ist als gemeinsamer ReichStagsürndidat der Nativ- nalliberalen und Fortschritte: wieder d^r jungckberale Führer Dr. Pag en stech er in Aussicht genommen worürn Die Sozialdemokraten nominierten als Kandidaten den j.tzi- gen Abgeordneten Dr. Eduard David, während das Z^u- trum den Juslizrctt Dr. Schmitt au,stellte.__________ Dcntsches Wie die „Dllg. Nordd. Ztg." meldet, begab sich der Staatssekretär des Auswärtigen von Kiderlen-Wäch- 1er mit vierzehntägigem Weihnachtsurlaub nach Süddeutschland. Aus Schwerin wird gemeldet: Als Antwort auf die Ablehnung des Landeszuschusses zu Lern Lan^esr.g nunt ist den Landtagskommissarien in Malchin ein Reskript der Negierung zugegangen. Darin wird ausgef..hrt: „li: Ablehnung jegüchen Zuschusses aus der Land.ssteuerkasse, also auch die Ablehnung der Mittel, welche von den Ständen selbst durch die bisherigen Bewilligungen als notwendig anerkannt wurde, offenbart den ganzen Ernst der Situation und legt klar vor Augen, daß eine ResormderLandes- versassung unter Gewährung des Vudgctr.ch.es unabweisbar notwendig geworden, die Erteilung des Bndget- rcchts aber mit einer ständischen Versa,sung unvereinoar list. Es muß dringend verlangt werden, datz die Stände durch weiteres Entgegenkommen eine Verständigung über die Verjassungsreform herbeiMhren. Wenn eine Einigung nicht zustande kommen fahle, müsse die Regierung zu ihrem tiefsten Bedauern zur Durchführung eines geordneten Landesregimes die Mittel aus dem Domanialkapi- talfonds oder aus einer Anleihe entnehmen. Aus Allen stein w.rd gem.lü.t; Der Reichst^gIabg. Hirsch berg (Ztr.) ist Montag früh in Wartenburg gestorben. Em deutscher Heimarbeitertag wird am 18. Januar 1911 in Berlin, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Straße 96—97, stattfinden, um, ehe im Reichstage über das Heimarbeitergesetz Beschluß gefaßt wird, in einer eindrucksvollen Kundgebung noch einmal die Forderungen zu erneuern, die durch das Hausarbeitsgesetz erfüllt weroen müssen. Die Tagung wird vorbereitet durch einen Attions- ausschuß, an des,en Spitze Professor Dr. Ernst Francko- Berlin steht. Den Hauplbericht hat Professor Dr. Robert W i l b r a n d t-Tübingen übernommen. 2lUdklii0, Die französische Kammer nahm mit 445 gegen 65 Stimmen den Gesetzentwurf betres.eud the Verzollung von ein geführten Taschen,euerzeugen, Anzündern für Gas- und Azetyleruccht, Zündhütchen uno anderen Materialien, die zu deren Herstellung dienen, an. Heer unO Flotte. Berlin, 19. Dez. Das „tucuit,cLiwochenblatt" gibt /Die Beförderung des Prinzen August Wilhelm zum Hauptmann betannt Berlin, 19. Dez. Durch Kabinettsordre vom 17. Dezember wurde der Vizeadmiral von Usedom in Ge- nehmiguna seines Abschiedsgesuches unter Belassung in dem Verhältnis als Lldmiral ä La suite des Kaisers zur Disposition gestellt. __________________________________ Die Wahlen in England. London, 19. Dez. Gewählt sind: ‘270 Liberale, 212 Unionisten, 43 Mitglieder der Arbeiterpartei, 73 Redrnon- dislen und 8 Obrienisten. Tie Gewinne sind unverändert. 21u$ Stadt und Land. Gießen, 20. Dezember 1910. • • TsgeSkalender für TienStaq, 20. Dezember. Stadttheater: .Das Opferlamm" und .Erster Klasses Anfang 8 Uhr. e — In Audienz empfangen wurde vom Groß- herzog am Samötag u. a. Oberstleutnant Schmidt, Rom» mandeuS des GendarmeriebeznkS Oberhessen in Gießen, Professor Stork von Gießen, Forstmeister Bär von Domberg. Lehrer Will von Rendel, Lehrer Mohr von Ober-Eschbach, Professor Schmidt von Alsfeld, Geh. Iustizrat Rektor Prof. Biermann von Gießen, Dledizmalrat Tr. Schäfer von Gießen, SanitätSrot Tr. Vogel von Laubach, Pfarrer Roth von Butzbach und Hochbauaufseher Hübner von Gießen. • * Ordensverleihung. Der Grobherzog hat dem Oberlehrer an der Gememdeschule zu Heppenheim a. d. B., Rektor Max. Schmidt, aus Anlaß seines üOjährigen Sienit» judiläumS die Krone zum Rnterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. ** Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der von dem Grasen zu Erbach-Fürstenau auf bie Lehrersttlie an der Gemcindeschule zu Obcr-Smsbach präsentierte Scl)ul- amtsaspirant Gg Wilh. Bopp aus Lssenlhal, und der von Dem Grafen zu Isenburg und BÜdiuaen in Meerholz aus Die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu? Eckartshausen präsentierte Lehrer Ernst S a m e s zu Steinheim. Erledigt sind an der Volksschule zu Mainz 9 Lehrerftellen, von benen 6 (darunter 1 in Mainz-Kastes mit katholischen und 3 (barumec eine in Mainz-Kastel^ mit evaiigcli- schen Lehrern, sowie 5 Lehierinnenst.l.t.n, von benen 3 mit catholischen und 2 mit evangelischen Lehrerinnen besetzt werben sollen. * • LaudwirtschaftSkarnmer. Am Freitag, 6. Januar, an welchem Tage gelegentlich des VortragskurfeS der Land- wictfchaslskauimcr Professor Tr. S. v. ÄlathusiuS.Halle in Darmstadt über Pferdezucht spricht, findet nachmittags im Landgestüt zu Dacm stadt eine Vorführung der Hengste uolt, zu der alle Teilnehmer des VortragskucseS Zutritt haben. • • LandeS-Geflügel-Ausstellung. Der Groß- herzog hat das Protektorat über die Landes-Geflügel- AuSnelliing übernommen, die Anfang März auf der ,liiebigS» höhe" staltfinbet. Weiler hat der Großherzog die Stiftung eine« Ehrenpreises zugesagt. Ter Geflügel- und Vogelzucht-Verein Gießen Hal beschlossen, die Ausstellung besonders glanzvoll zu gestalten, da möglicherweise der Großherzog sie besuchen wird. ** E i n Mitteldeutscher Rotviehverband wurde kürzlich durch die Anregung des Landrais des Kreises Wiesbadcii- La.w, d. X)cunourß»X)ctmi, ins Leben .crujen. Der ibciuaiiü bezweckt die Erhaltung des mittelschweren Viehschlags. Das Vogelsberger-, Obenroätber», Walbecker-, Harzer-, Bayerische-, Boigtländer-, Westfälische- unb Schlest.chc Rowieh wird in biefem Verband vereint. Im Sommer 1911 findet in Stand ein Vertretertag statt, in dem ber Vorstand gewaytt uno bie Satzungen beraten wervcn. v. Dcunburg teuer vorläufig bie Verbandsgesäfäfte. ** Stadttüeater. Zur Aufführung von „D e n König brückt der Schuh" am Mittwoch sei noch bemerkt, daß die Musik von Bogumil Z-p.er, die aucin schon den Besuch lohnt, alle Eigenfchasten b.s.tzt, um im befieri Sinne populär zu werden. — „Buhne und Welt" schrieb b.i der Berliner Aufführung: „Boguniil Zep.er Hut zu dem Wer keine so reizvol.e und klangschöne Melod^ensulte ge- chafsen und damit vielleicht feine bisher beste, sicher aber feine liebenswürdigste Arbeit." Neben dem „Narrenduett" und zwei Liederti der „Ursel" sprachen ein „Kritderreigen", ein „Äiägdechor" und ein frisches prickelndes „Schuster- bubenlied" bei den Berliner Ausführungen als ganz be- onders originell und gelungen an. ** Neuerungen im Postscheckverkehr. Die dem Pvstschcckoerkehr neu beitretenben Kontoinhaber Haden es bisher als einen Uebdstand empfunden, baß bie seit Erlaß ber Poslscheck- orbnung vom 6. 9coüanber 1908 eingetretenen Neuerungen nicht in einer zur näheren Belehrung bienenden Druckschcijt zusammcn- gesaßt waren. Diesem Mangel ist jetzt abgeholfen. Den neuen Kontoinhabern wird fortan bei Eröfsnung des Kontos ein Auszug aus den wichtigeren, ben Posticheckverkehr betreffenben Verfügungen vom Postscheckamt unentgeltlich überfaiidt. In bem Auszuge sind u. a. folgende Punkte behandelt: Die Uebernteifung ber für Konwinhaber durch Postauftrag ober Nachnahme ein- jejogenen Beträge mittels Zählkarte auf bas Postscheckkonto; bie Verwendung oon Sammelschecks zu Barzahlungen an mehrere Empfänger; die Erteilung von EinliesLrungsbescheinigungen durch bie Poftick>eckämter uoer Die ouru> !pouia-ea ooer Ucbtiiveiiung gegebenen Auftrage; bie Verbindung des Postscheckverkehrs mit dem. Reichsbankgiroverlehr, namentlich die Ueberrocifungen von Postscheckkonto auf Reiaisbantgirokonw, bie Begleichung von Ein- .ahlungen auf Zahlkarte mittels roter Reichsbankichecks und bie Übertragung von Zahlungsanweisungen auf 9ieick)sbankgirolonw. Ferner werden mitgeteilt die Bestimmungen über bie Begleichung von Fernsprechgebühren unb anderen Zahlungen an bie Post burch Postscheck und über bie Einrichtung eines internationalen Postgiroverkehrs zwischen Deutschland, Oesterreich, Ungarn, bet Schweiz unb Belgien. • • Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Dannstadt, Regierungs- bczuk Pfalz; Siddernhausen, Regierungsbezirk Lüneburg; Getfenkirchen (Schlachthos), Reglerungsbezlrk Arnsberg; Bremen (Stadtgebiet). Kreis Büdingen. -I- Büdingen, Ij. Dez. Jahre 1911 finden im Kreise Büdingen und in einzelnen benachbarten Gebieten die nachverzeichneten Märkte statt: Altenstadt; 18. Mai und 16. Okt. Krämermarkt. Bermuthshain: 1. August Vieh- und Krämermarkt. — Bleicheubach; 18. April, 21. Aug. Vieh- und Krämermarkt, 6. Juni Krämermartt. — Büdingen: 21. Febr., 17. Okt (je 2 Tage) Krämermarkt, 21. Fevr., 25. April, 17. DEL Vlehmärlte. — Crainfeld; 22. März, 24. Olt. Krämermarkt. — Dauernheim: 25. Sept. Schweine- und Krämermartt, 24. April Schweinemarkt. — DudelSyeim: 28. Aug. Krämermarkt, 14. März, 12. Sept. Viehmarkt. — Echzell: 8. Mai, 9. Okt. Vieh- und Krämermarkt, 13. Febr., 13. März, 10. April, 3. Juli, 14. Aug., 6. Stobt Biehmarkt. — Freiensteinau: 13. März, 2, Mar, 25. Aug. Krämermarkt, 1. Nov., 24. Aug. DiehmarN. Friedberg: 1., 22. März, 12. April, 3., 24. Mai, 28. Juni, 9. Aug., 6. Sept., 4., 25. Okt., 22. Nov., 20. Dez. Vieh- und Krämermarkt, 28. J^br., 24. Okt. Pferdemarkt. — Gedern: 7. März, 4. April, 22. Aug., 19. Sept., 17. Okt. Vieh- und Krämermarkt, 5. Dez. Krämermarkt. — Gelnhausen: 2 Febr.- 2. Mai, 27. Juni, 29. Sept., 30. 9Wv. Kramermarkt. — Gießen: 14., 28. März, 25. April, 9., 23. Mai, 20. Juni,'' 4., 18. Juli, 1., 15., 29. Aug., 19. Sept., 10., 24. Dttj 7., 21. Nov., 5., 19. Dez. je zwei Tage Vieh- und Krämermarkt, 10., 24. Jan., 7., 21. Febr. je 2 Tage Viehmarkt- 29. Marz, 20. Sept. Pferdemarkt. — Grünberg: 6. April, 18. Mai, 22. Juni, 26. Juli, 24. Aug., 21. Sept., 18. unb 19. Okt., 9. Nov. Vieh- unb Krämermarkt, 6. Juni, 30. Dez. Krämermarkt. — Hanau: 12. Juni, 6. Nov. (je 7 Tage) Messe, 4., 18. Jan., 1., 15. Febr., 8, 22. März, 5., 26. April, 3., 17. Mai, 7., 23. Juni, 12., 26. Juli, 9., 23. Aug. 6., 20. Sept., 4., 18. Okt., 15., 29. Nov., 13., 28. Dez. Viehmarkt. — Herbstein: 28. Febr., 21. Dez. Krämermarkt, 18. April, 6. Juni, 7. Aug. Krämer- unb Schweinemarkt, 2. Okt. Schweinemarkt. — Herchenhain: 9. Mai, 21. Juni Vieh- unb Krämermarkt, 20. Juni Viehmarkt. — Hungen: 27. März, 15. Mai, 19. Juni, 7. Aug., 25. Sept., I. Dtov., 4. Dez. Lieh- unb Krämermarkt. — Langenselbolb: 1. März, 3. Mai, 5. Juli, 9. Aug., 11. Okt. Vieh- unb Krämermarkt. — Leisenwalb: 6. Juni Vieh- unb Krämermarkt. — Lichen- roth: 4. Jan. Krämermarkt, 7. Juni Vreh- unb Krämermarkt, 3. Mai, 13. Sept. Schweine markt. — Lißberg: 17. April, 10. Juli, 9. Okt. Schweinemarkt. — Nibba: 8. Marz, 10. Mai, 5. Juli, 4. Sept., 8. Nov., 13. Dez. Vieh- unb Krämermarkt. — Cberfeeinen: 16. Aug. Krämermarkt, 13. Sept. Viel)- unb Krämermarkt, 15. Aug. Biehmarkt. —■ Ortenberg: 31. Okt. 3 Tage Krämermarkt, 30. Okt. 2 Tage Fohlen- unb Pferbemarkt, 31. Okt. Viehmarkt. — Ranstabt: 23. Mai Krämermarkt. — Schotten; 8. März, 3. Mai, 18. Okt. Vieh- unb Krämermarkt, 9. Aug. Krämermarkt, 20. Dez. Krömer- unb Schweinemarkt, 6. Juni Bullen- unb Zuclckviehmarkt, 7. Aug. Rinbvieh- unb Pferdemarkt, 8. Aug. Rinder- und Sck)weinemarkt. — Selters: 4. Mac, 9. dtov. Lieh- und Krämermarkt. — Ulrichstein: 25. Avril, 26. Juli, 27. Sept., 8. 2Lov. Krämermarkt, 24. April, 24. Juli (2 Tage), 26. Sept. Viehmarkt. — Windecken: 23. Febr., v. Juni^ 16. Okt. Vieh- und Krämermarkt. — Windheim: 21. April, 18. Okt. Krämer-, Rindvieh-, Pferde-. Schroeine^ Schaf- und Ziegenmarkt. —e. Büdingen, 19. Dez. (Sitzung deS Gemeinde- rats der Stadl Bübingen.) Amoefimd: BurgermcisteL Fendt, Beigeorbiieter Dotter unb bie Gcmeinderäle: Dieme r, Hinkel, M e t b f e s s e l, Schäfer, Schulz, T r e s e r, W i 11 e k i n b. Das Lersteigcrungsprotololl für bie Wegarbeit e n im Eichhornsloch vorn 16. b. M. wirb, bis auf beiub ie Lieferung ber Steine betreffenben Punkt genehmigt unb Dem Antrag bet Bürgermeisterei auf Bewllligmig von 200 ML für bie Bruck-aufraumung in ber Steinröde zugestimmt. — Zu bem Antrag ber fürstlichen Reut kämmet, auf Ablösung bes aus ber Kameralwejentaste zur zweiien VolkSfchullehrer- st e 11 e in Bübingen zu zahleuven Beitrags von 2 7,43 ML beschließt bie Versammlung, babm zu mitten, baß bie Ablösungssumme in Höhe bes 25sacl)en Bettags beS Jahresbeitrags von 6bo/i5 Mk. auf 8UÜ Ml. erhöht nritb, ba es zweifelhast ist, ob b;e in Anschlag gebrachte Verziuiung von 4 Prozeitt erreicht wird. — Zu Punkt 3 ber Tagesorbnuug: Das DachaufbemSchul- Hause, macht Bürgermeister Fenbt Mitteilmigcn über bie beschlossene Unieyuchung bcs für bas Neucindecken, bes Sck-ulback-es etforberlick-en Ziegel. — Von ben Obligationen bes Anleheiis von 1904 werden ausgclost bie Nrn. 15, 38, 155, 185, 235 ä 500 Mk., Nr. 89 ß 2UU Mk., Nr. 170 ä 1U0U Mk., Nr. 2 d 2000 Mk. Der Gesamtbetrag von auSge» losten 5500 ML ist am L April 1911 fällig. — Me Beschluß- l'aifung über bie Anstellung eines Rieten für bie in ber &b> marfung gehaltenen Schweine wirb bis zur Hkratiuig bej nächstjährigen. Voranschlages ausgesetzt. Kreis Schotten. OLaubach,29. De-. Mü einem WeihnachtSkircher»4 konzert eröffnete gestern abend bie hiesige Konzert unb Vortrags Vereinigung ihr 3. Bereinsiaht. Sie ging babei wieder wn bent Grundsatz aus, nur auswärtige Künstlet zur Mitwirkung hetan- zu-ichen. Es hatten übernommen bie Violine Frau Dr. Spo hr- Gi.ßen, bie ein „Larghu^r ^r:cunoso" oon Tatiim iuü> ein Präludium unb Loure aus ber Solooiolinsonate E-bur von Bach, mit meisterhafter Gewandtheit zu Gehör brachte. Stonierifanget Adolf Müller aus Frankfurt fang mit wohlkiingeiwer Banwnstimme eine Arie aus bem Oratorium „Paulus" von Mendelsohn-Bar- tholdi unb eine solche nach Worten ber heiligen Schrift .Leite mich nach beiner Wahrheit" von Heine. Autzetbem iwch einige Licoer, worunter bas „Die Könige" von Cornelius, besonders h^r- vvrzuheben zu werden verdient. Würdig schloß sich diesen Künstlern Derr P. o o n b e r A u aus Mainz an, ber mü bewundetungs- wetter Fertigkeit ein Taccata von Mussat sowie eine Konzertfantasiit über bas Wcihnachtslieb: „O du fröhliche", für Orgelovrtrag. Das zahlreiche Publikum lauschte ben Vorträgen mit aroßa Aufmerksamkeit. = Hartmanns Hain, 19. Dez. Ein im 16. Lebensjahre stehender Bursche wurde wegen Vergehen gegen § 176 in Untersuchungshaft nach Ortenberg verbracht. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 19. Dez. Die hiesigen Schweinemärkte haben in ben letzten Jahren eine wachsende Zufuhr gehabt. Tie letzten DWnate konnten sie ber Seuchengefahr wegen nicht abgchalten werden, was Friedbergs Geschäften große Einbuße brachte. Bis zum 15. Januar k. J^würben b.e Vichmäikte für ben Kreis verboten. Ta aber ber Weihnachtsmartt alle Zeit von großer Bebeutung war, indem die Landleute gewohnt waren, an diesem Marktlage auch ihre Weihnachtseinkoufe zu besorgen, kam der hiesige Tetaillisten-Verein bei ber Behörde ein, ben Markt zu genehmigen. Unter bestimmten Q u a r a n t ä n e m a stieg el n bnrf ber hiesige Viehmarkt am21. b.M. abgehaltev werden. ( Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmstadt, 19. Dez. Der 1889 in Würzburg geborene Nlaiirer Josef Wagen blaßt bat sich am Sonntag abend auf der Strecke der Odenwaldbahn zwischen üranichsleiner Straße unb Hohler Weg von einem Cisen- bahnzuge überfahren lassen. Es liegt zweifellos Selbstmord vor. Kreis Wetzlar. r--- Wetzlar, 19. Tez. Em Fischer bemerkte heute vormittag in der Lahn an der eisernen Brücke eine männliche Leiche. Nach deren Bergung wurde sie n. d. »Wetzl. Anz.i als bie deS feit mehreren Wochen vermißten Landwirts Hch. Hofmann auS Atzbach festgeslellt. Hofmam? itand in den 40er Jahren und hinterläßt eine Frau mit 2 Kindern. ----- Wetzlar, 19. Dez. Die Buderusschen Eisenwerke haben am vergangenen Freitag für WeihnachlS- bclobnungen an ihre Arbeiter aus bem vorigjährigen Gewinn den Betrag von rund Mk. 42 000 zur Auszahlung gebracht. Die Höhe des Gefchenks richtet sich nach der Anzahl der Tienlljahre unb bewegt sich in ben Grenzen oon M k. 7,50 für einjährige Tätigkeit bis Mk. 29 nach zehnjähriger Beschäftigung. Bei biefem Anlasse interessiert viel- Danksagung Hofstraße 44. (010345 Giessen, 20. Dezember 1910. 6911 Pfau". Kaufet "^andere- 4 Zimmer Scltcrsweg L6, 6913) 3 Zimmer 2 Zimmer (6908 bet befnuunl statt. Geißler. Gerichlsvollzieher. Bahnhofstraße 16 a. (6674 (6902 Gut erhaltener J X 6 Zimmer abgegeben. 6-91 O0«Mldorf h ihuif-(6c|nd)c Verschiedenes Husten WWWDM Du verkaufen 3n vermieten WM 6159| Eine schöne 6-tzimmerwohn. mit Loggia, 2. Stock. Henselstr. 8 per 1. 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Dez. 1910: Vorwiegend trocken, zeitweise heiter und mild; nur nachts leichter Hrost. _________________________ Hohes ßinfümmtn sichern sich Herren durch den Berkaus meiner abwaschbaren Dauer-Wäsche an Private. Hohe Provision. leicht. Berkaus. Bertreler überall ges. ^Näheres unter 010370 in ber Geschäftsstelle deS Gieß. Anz. Tropfen tieoliri putzt blitz - blank, 17 0 Personen ertrunken sein. Wie die „Sun «uL Colon meldet, sollen dort Nachrichten aus L i b e r t a b aui foait Salvador vorliegen, wonach infolge des Regens mehrere kleiner Inseln d.er Pacificküste San Salvadors ins Meer gesunken seien. Die Zahl der dabei umgekommenen Menschen wird auf 500 geschätzt. Gediegener französischer und englischer Unterricht v. erfahren. Lehrer, der langer und roteberbolt in Frankreich und England mar- (Grammatik. Konoersatlon, Dtil- und Aussatzlehre]. Nah. zu erfrag, unter 010362 in* der Exved. des Gieß. Anz. Klavier- nnö ßtiöidtr zum 2. Feiertag gesucht. 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Es wurden gegen 5000 Fensterscheiben eingedrückt, zahlreiche Fuhrwerke umgeroorfen. Viele Frauen wurden o h n m ä ch t i g. Die hiesigen Abendblätter beziffern die Zahl der Getöteten aus 14, die ber Verletzten auf 200. Die Verletzungen sind größtenteils durch herumfliegende Glassplitter verursacht worden. Von den Verunglückten werden 75 den Namen nach auf geführt 68921 Schön möhL Wohn- unb Schlafzimmer ev. mit Kabinett u. Küche zu uetm.__Kirchenplatz 21. Sdilmitcttc »u Bei ruh. Leuten anslänb. möbl. Zimmer mit Frühstück zu verm. p. L Jan. ob. spät. Sol. la. Kaufmann bevorz. Zu erfragen in ber GelMUüst. ™ «teb. Auz. II. Hypothek Mk. 12000 auf Geschäftshaus hr bester liage zu zedieren. Schnftl Angebote unter 010846 an ben Gießener Anzeiger erb. Halte meinen schönen geraum. Saal zur Abhaltung von Festlichkeiten ufw. bestens empfohlen. 16756 I. Carls, zim Löwen, Neuenweg. 'n entwendet. Von den Tätern fehlt j e d e S p u r. Kleine dage$d)ronlf. Die Asche ber in Berlin ermordeten Fran Hoffmann, deren Leiche in Hamburg verbrannt wurde, wurde gestern abend nach Berlin gebracht. Die Nachsorschungen nach dem Mörder haben dis jetzt keinen weiteren Erfolg gehabt. Ter verlstiftele Kutscher Schulze wurde aus ber Hast entlassen, ba er ben Alibibeweis entgültig geführt hat. Die Fürstin Wilhelmine von Schwarzenberg ist hn 77. Lebens!alxre in Prag a e ft o r b e n. Als am Sonntag ber russische Bandit Busch eski auf dem Beuthener Bahnhofe verhaftet werden sollte, schossen auf ein Zeichen hin feine Spießgesellen von allen Seiten auf bie ihn umringenben Personen. Verschiedene Leute wurden getroffen. Tie Banditen entflohen mit ihrem Führer. Auf dem Dampfer „Alexandra Wörmann" ist im Hamburger Hasen Feuer ausgebrochen, das sich in kurzer Zeit auf dem Zwischendeck, der ersten Kajüte und die Kohlenbunker ausbreitete. Die Löscharbeiten waren durch starke Rauchentwicklung sehr behindert. Der Feuerwehr gelang es gestern vormittag, das steuer zu ersticken: der Dampfer hat stark gelitten; der Schaden ist sehr beträchtlich. Nach einer über Port Limen, Republik Honduras, zuge- gangencu Nackxrickst senkte sich infolge eines Erdbebens die Insel im Jlopanga-See bei San Salvador. Es sollen etwa [ 7 Zimmer | 6M4| Blockstraße tt, 111. Stock, Schöne 7-Zimmerwohnung, Eiekl. Licht, Gas und alle Beauemllch- feiten, per 1. April 1911 anderweitig zu vermiet. Nah. L Laden. w bk Mitteilung, daß bie VnbernSschen Eisenwerke neben 1 'den gesetzlichen und sonstigen Verpflichtungen innerhalb Jahresfrist insgesamt Mk. 11 157 für gemeinnützige Zwecke im Bereiche des Kreife? Wetzlar aus Mitteln, bie bem Vorstände von ber Generalversammlung zur Verfügung gestellt worben sind, aufgewendet haben. Hessen-Nassau. w. Wiesbaden, 19 Dez. Im Beisein des Ober- präsibenten der Provinz Hessen-Nassau Hengstenberg-Kassel unb bc5 Regierungspräsidenten Dr. v. Meister-Wiesbaden begann heute vormittag rm hiesigen Landshause die 16. Vollversammlung ber La n d w i r t s cha f t s ka m- m e r für den Regierungsbezirk Wiesbaden. Zum Vorsitzenden der Kammer für die Wahlperiode 1911/13 wurde bet seitherige Präsident Ehr. Bartmann-Lüdicke-Fwankfuri a. M. und zum stellvertretenden Vorsitzenden für die gleiche Wahlperiode der Kammerherr v. Heimbnrg gewählt. Jungkr tiiditiger etcinniffc im Lchriftbaueu bewand, gesucht. 010305) Ludwig Kling, Wieseck. Letzte Nachrichten. Aus der Zweiten Hessischen Kammer. R.B. Darmstadt, 20. Dez. Die Zweite Kamme r gv-t nehmigre in ihrer heutigen Sitzung, nack)dem Präsident H a a S den neugewählten Abgeordneten, Oberbürgermeister Kohler (Worms) cingeführl hatte, den Staatsvertrag zwischen Hessen und' Baden wegen Verlegung der Landesgrenze bei Helmhof und Neckarbischofsheim. Die Beratung der Landgemeindeordnungk wurde bann bei Artikel 55 fortgesetzt. Aba. Wolf-Gonsenheim- hatte ben Antrag gestellt, die Wahl an Sonntagen abzuhalten; der Antrag wurde abgelebt. Abg. Bach (Mainz) beantragt, ben1 Wahltag unb bie Wahl stunden hinzuzufügen, was angenommen» wurde. Ein weiterer Antrag, bie Wahl auf die Zeit von 11 bi£ 1 Uhr und von 5—7 Uhr festzusetzen, wurde abgelehnt. Ohn^ besondere Aussprack)e wurden die Artikel 56—70 angenommen* Die Sitzung dauert fort. Paris, 20. Dez. Der Bürgermeister von Dünkirchen hat erklärt, daß die Stadt schweren Mangel erleiden werde, wenn der Wagenmangel anbauere. Gegenwärtig tonnten 25 000 Tonnen nicht verladen werden. Es liege öte Gefahr vor, daß sich die Schiffe nach belgischen/ Häsen wenden. Paris, 20. Dez. Das Kriegsgericht in LimogeN verurteilte einen antimilitaristisch gesinnten Reservekorporal, der einen Unterossizier erschossen hat, zu lebenslange- lichem Zuchthaus. Paris, 20. Dez. Minister Pichon wird dem heurigen Ministerrat die Gesetzentwürfe über die Ruhegehalts- Verhältnisse der Eisenbahnbediensteten, der die Bahngesellschaften 200 Millionen tosten wird, die Unterdrückung der Sabotage und der Eisenbahnerstreik zur endgültigen Beschlußfassung vorlegen. Madrid, 19. Dez. (Abgeordnetenkammer.^ Bei Beratung des Cadenasgesetzes wurde von den Kar- listen ein Amendement gefordert, nach dem die Barmherzigen Schwestern von dem Gesetz nicht betroffen werden sollen. Der Ministerpräsident erklärte, daß die Barmherzigen Schwestern de facto von dem Gesetz nicht berührt würden. Jeoenfalls aber werde die Regierung der Errichtung neuey' Ordenshäuser ihre Zustimmung versagen. 5 Zimmer 6b29i Der eine Stock niemes Hauses Schottstraße 10, bestehend aus fünf sehr schönen geräumigen Zimmern nebst Zubehör, ist per 1. Avril 191b av. auck früher zu vermieten. Ebenso daselbst die Ntansardenwohnung, bestehend aus 4 Zimmern nebst Zubehör, letztere per fofort Näheres Bahnhofstraße 501. 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