Nr. »31 Zweites Blatt Montag 3. Oktober 1910 160» Jahrgang Siehener Anzeiger Erscheint «-Nch mit Vnsnahme bei Sonntag». General-Anzeiger für Gberhejjen Die wtleb ich habe weiter Zweifel, ob die Energie vorhanden ist, die notwendig ist, um zu Taten zu komm-"'. nicht zu Parolen, die verhallen, und die mit lächelndem Au zucken von der Bevölkerung abgelehnt werden. Wirrnüsseu zurückkommen auf die Periode Bulow, auf das System, unter dem wir den Sieg über die Sozialdemokratie erfochten haben. Ich gebe zu, daß eine Einigung mit dem Freisinn sehr viele Schwierigkeiten hat. Aber eine strenge Scheidelinie zwischen ihm und uns zu ziehen, liegt nicht im Interesse einer stetigen Entwicklung unseres Vaterlandes. Sonst stößt man die freisinnige. Partei in das radikale Fahrwasser zurück. Tas wäre eine kurzsichtige Politik, die ich nicht empfehlen kann. Die Frage der Reichsfinanzreform wird nicht zur Ruhe kommen. Es muß dafür gesorgt werden, daß der Gedanke der sozialen Gerechtigkeit in der Aufbringung der Reichsbedürfnisse zum Ausdruck kommt. Und das zweite ist die Wahlreform in Preußen. Ehe hier nicht Taten geschehen, wird die rote Flut weiter schreiten. Tas Jahr 1911 wird den Zusammenbruch der heutigen Methode bringen. Ich komme auf unser V-erhältnis zu den Parteien. Es wäre müßig, heute über den Aufmarsch von 1911 zu sprechen. Wir werden überall in erster Reihe auf den sozialdemokratischen Gegner stoßen, wir werden zumeist auch mit dem Zentrum zu rechnen haben, aber auch einen rechtsstehenden Gegner werden wir größtenteils antreffen. Hierfür sorgen, falls Konservative und Liberale einig sind, Antisemiten, Wirtschaftliche Vereinigung und ähnliches. Wir werden versuchen, mit anderen Parteien zu einer Einigung zu kommen. Ich scheide hier die Frage der Stichwahltaktik aus; für diese kann nur der Grundsatz der Leistung und Gegenleistung maßgebend fein. Niemand denkt an einen Großblock im Reich, und das Wort vom Block von Basser- rnann bis Bebel ist ein unsinniges Phantasiegebilde. Erneut hat uns der Parteitag von Magdeburg das wahre Gesicht der Sozialdemokratie enthüllt. Wir haben Gelegenheit gehabt, die beispiellose Rauhbeinigkeit zu sehen, die diese Tagung auszeichnete. Wir wenden uns ab von der schamlosen Verletzung des Gasttechts, die sich die Sozialdemokratie gegen den Zaren zuschulden kommen ließ. Wir werden die alte Gegnerschaft zur Sozialdemokratie aufrecht halten und den Kampf gegen sie auf das energischste führen (Lebh. Beifall). Daß unsere Stellung zur konservativen Partei sich durch die Finanzreform nicht besserte, ist ohne weiteres klar. Gehen wir tiefer aus die Dinge ein, so sehen wir, daß die Verschlechterung in dem Stadium eingetreten ist, als die Konservativen sich unter den Bund der Landwirte beugten. Unter dieser Entwicklung ist die Erbschaftssteuer gefallen, für die viele Konservative zu haben waren. Es fängt aber auch in diesen Kreisen an zu dämmern, daß jene Entwicklung nicht richtig war. Wir müssen eines feststellen: wir können unter keinen Umständen der konservativen Partei gegenüber auf den Kampf im Osten verzichten, weil dieser vielfach für uns Neuland ist (Bravo!), und weil wir dort, wie Lyck-Oletzko gezeigt hat, in der Lage sind, auch positive Erfolge zu erringen. Wir sind bereit, den Stre it zu beenden, unter der Voraussetzung, daß der Liberalismus in voller Gleichberechtigung an der Gesetzgebung teilnimmt. Man hat gesagt, die Forderung des Taaes sei der Kampf gegen die Sozialdemokratie. Wenn man das anders ausdrückt, so heißt das, daß die national- liberale Partei in den schwarzblauen Block eintreten soll. Das erinnert mich an das Wort Wallensteins zu dem kaiserlichen Rat Questenberg in den „Piccolomini" : „Wär' der Gedanke nicht verflucht gescheit. Man wär versucht, ihn herzlich dumm zu nennen." (Große Heiterkeit.) Es ist wohl gescheit von den Parteien, die den Sukkurs aus unserem Lager bekommen würden, und doch ist der Gedanke dumm, da er die Sprengung unserer Partei bedeuten würde. Unsere alte Gegnerschaft zum Zentrum ist auch in der heutigen Zeit nicht geringer geworden. In einer Periode der Enzyklika, in einer Periode, wo von autoritativer Stelle der Kampf gegen den Modernismus in solcher Form ausgenommen wird, daß wir einen eisigen Hauch aus alter Zeit empfinden, können wir einer liberalen Partei nicht zumuten, sich mit diesen fehibfeligen Mächten zu einigen. Unsere Stellung zum Freisinn. Wir sind in> der Zeit der Finanzreform in guter Waffenbrüder schift mit ihm geftanben. Wir haben mit dem Freisinn und den Konservativen gemeinsam die Geschäfte gemacht. Eine Neuorientierung in der Politik wird nur möglich sein, wenn man zurückgeht auf die Blockära, wo Liberale einschließlich Payer zusammen mit allen konservativen Elementen gearbeitet haben. Daß ich kein Hetzer gegen die konservative Partei bin, sehen Sie, meint ich hier sage, daß ich nur in der Einigung aller Liberaler und Konservativer das Heil unserer Zukunft sehe. Freilich macht uns der Freisinn die Sache in vielen Provinzen sehr schwer. Wo er ein paar himdett Stimmen hat, glaubt er Kandidaten auf stellen zu müssen. Tas ist eine kurzsichtige Politik, die die Herren lassen sollten, namentlich wenn sie eines bedenken, daß wir zu Gegenmaßregeln gezwungen werden. Denn das können wir uns nicht bieten lassen. Niemand von uns denkt an eine großliberale, programmatisch geeinigte Partei. Wir bleiben auf unserem nationalliberalen Programm stehen, und damit hängt zusammen die Frage des Linksmarsches, von dem natürlich keine Rede sein kann. Darin sind wir alle einig: Wir beharren auf der vollen Selbständigkeit der nationalliberalen Partei (Stürmischer Beifall) und zwar auf der vollen Selbständigkeit nach rechts und .nach links. Wir werden uns hüten, eine Schutztruppe der Konservatwen und Ulttamontanen zu werden, ebenso wie wir ein bloßes Anhängsel der links von uns stehenden Freisinnigen zu sein ablehnen. Wir sind und bleiben eine Mittelpartei, die bestrebt fein muß, einen Ausgleich zu schaffen zwischen rechts und links. Unser Programm ist von uns niemals angetastet worden. Es bedarf auch keiner Revision. Unsere Ueberzeuguna, daß der Landwirtschaft geholfen werden muß, haben wir im Reichstag in die Tat umgefetzt. Wir haben im Jahre 1902 den ganzen Einfluß der nationalliberalen Fraktion im Reichstag für den Zolltarif eingesetzt, und wir haben der deutschen Landwirtschaft Tr'ue gehalten in der wichtigen Frage des Seuclzenschutz- gesetzes Lemr man heute in die Lande hinausgeht, um uns 'm Mißkred.u zu bringen, so kann ich das nur aufs tiefste bedauern. Wir Uub heute einig über em gemäßigtes SchutzsollsyAD, unb wir können mit Stolz sagen, daß heute jenes Heidelberger Programm Wahrheit geworden ist. Die Aufrechterhaltung des Reichstagswahlrechts ist ein Programmpunkt der nationalliberalenj Partei. Daran scheitern alle jene Unterstellungen, wie sie in letzter Zeit gegen die Partei unternommen worden sind. Ten Schluß der zweistündigen Ausführungen bildete eine Parallele der heutigen Zeit mit der Bennigsens', und Bassermann zeigte an manchen Worten des alten Führers, daß auch dieser bemüht war, stets die mittlere Linie einzuhalten. Diäten des Fortschritts von einer erleuchtetest Regierung hin uns not, toemt wir unser Volk befreien wollen von sozialistischest Utopien, von llerikalen Rückständigkeiten und von bureaukratischer, konservativer Bevormundung. Dafür wollen wir unsere Kraft einfetzen als nationalliberale Männer, die fest stehen auf ihren altert Traditionen. Lassen Sie uns so weiter arbeiten zum Nutzen und Heil unseres deutschen Vaterlandes. (Minutenlanger Beifall, nicht endenwollende Hochrufe.) Die Aussprache. Vorsitzender Geheimrat Krause gibt noch einmal dem Bedauern Ausdruck, daß dem Abg. Fuhrmann aus ärztlichen Gründen die Erstattung des vorgesehenen Referates unmöglich sei. Es fei das nach den Worten hoher Anerkennung, welche Abg. Bassermann der unermüdlichen Tätigkeft des Herrn Fuhrmann heute gezollt habe, besonders schmerzlich, und er sei sicher, daß diese Anffanung von dem gesamten Telegiertentage geteilt werde. Ebenso bedauerlich sei das Fehlen des durch schwere Erkrankung behinderten ersten Generalsekretärs der Partei, Herrn Breithaupt, dessen außerordentliche Verdienste auch an dieser Stelle mit gebührendem Tanke; gewürdigt werden müßten. Geheimrat Krause verliest dann einen Antrag der baherischen Delegierten, welcher der gestrigen Zentralvorstandssitzung Vorgelegen hat und von dieser dem geschäftsführenden Ausschüsse zur weiteren Veranlassung überwiesen worden ist. Der Antrag lautet: 1. Es ist eine Umarbeitung des Programms der national- liberalen Partei vorzunehmen, welche den heutigen Verhältnissen besser Rechnung trägt und welche kürzer gefaßt ist als die „Ziele und Besttebungen", die bis heute als Programm gegolten haben. 2. Ter Parteitag wolle beschließen, daß ein Ausschuß eingesetzt werde, bestehend aus mindestens je drei Vertretern der wichtigsten produktiven Stände, Industrie, Landwirtschaft, Handel, Gewerbe unh Arbeiterschaft, welcher die Parteileitung irt den diese Stände berührenden Fragen beraten soll und welcher in solchen Fragen von Bedeutung von der Parteileitung zu- zuziehen ist. Tafel. Tr. Goldschmidt-München. Meyer. Reitz. Eine Anregung der Kölner Nationalliberalen, die Pattei- genossen wollen dem Nationaldenkmal für Bismarck in Bingerbrück ihr Interesse und ihre tatkräftige Förderung zuteil werden lassen, wird von dem Delegiettentag mit lebhafter Zustimmung ausgenommen. Dieselbe uneingeschränkte Zustimmung findet ein Antrag der pommerschen Nationalliberalen, von einer Entschließung heute abzusehen, und ein Anttag des Professors Mo Iden- Hauer-Köln, die Bassermannsche Rede als Flugblatt drucken zu lassen und in ganz Deutschland zu Derbreiten. Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath nimmt die Anregung der pommerschen Nationalliberalen feinerfeit5 auf. Tiefer Parteitag ist eine Vettrauenskundgebung für Bassermann und eine Rechtfertigung feiner Politik, wie sie glänzender nicht gedacht werden kann. Geheimrat Haarmann gibt namens der Westfalen feiner uneingeschränkten Zustimmung zu den Ausführungen Bassermanns Ausdruck. Professor Tr. Kinder man n-Stuttgart: Eine dauernde Verbindung mit rechts ober mit links muß vermieden werden. Anders aber stellen sich die Verhältnisse dar unter taktischem Gesichtspunkte. Wir müssen es dem Freisinn durch ein Zusammengehen unmöglich machen, wie früher mit Zentrum und Sozialdemokratie Hand in Hand gehen. Taher ist ein näherer Anschluß an die Bolkspattei ins Auge zu fassen, womöglich auch ein taktischer Anschluß noch weiter nach links. (Stürmischer anhaltender Widerspruch. Wiederholte Rufe: „Nie!" „Niemals!") Landtagsabgeordntter Schifferer -Tondem gibt namens seiner holsteinischen Freunde der Freude über den Anttag Schönaich-Carolath Ausdruck, im Interesse der nachhaltigen Wirkung der Rede Bassermanns von einer Resolution abzusehen, und über das Bekenntnis Bassermanns zu Schutzzoll und über feine ErNärung gegen Linksabmarsch und über feine Absage an die Sozial- demottatte. Ein Pattieren mit ihr sei unmöglich (Stürmischer Beifall), auch in der Stichwahl. (Erneuter Beifall.) Abg. R e b m a nn - Baden: Auch ich will unsere Politik be- schräntt wissen aus unsere besonderen Verhältnisse. (Beifall.)l Nicht wir haben davon gesprochen, daß wir den Großblock auf das Reich ausdehnen wollen. Stärker als wir wird einmal die Macht der Tatsache eingreifen. Wir mußten das Experiment wagen und haben uns nichts vergeben. Zweifeln Sie an unfern politischen Fähigkeiten oder an sonst etwas, aber zweifeln Sie nicht an unserem nationalen Gewissen. (Stürmischer Beifall und Händellätschen.) T a f e l - Nürnberg: Ich bin im großen Ganzen mit der Bassermannschen Wahlpolftik einverstanden. Die Badener wollten gutes erreichen, aber was haben sie erreicht? (Zpruse.) Ich habe kein Verständnis dafür, daß eine bürgerliche Pattei mit einer revolutionären gemeinsame Sache macht. (Beifall und Widerspruch.) Abg. Dr. Casselmann-Bayern: In den großen politischen Fragen sind wtt einig. Ich freue mich, als Datier daS aussprechen zu können. Ich perhorresziere ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie. Aber iveim gewisse Dinge so weiter gehen wie bei uns in Bayern, so ist es nicht unrnöglid), daß das, was das Zenttum uns vorgemacht hat, nicht von Patteiwegen, aber da und dort in einzelnen Wahlkreisen nachgemacht wird. Landtagsabgeordneter Dr. Winkler- Hessen: Ich stehe auf dem rechten Flügel der nationalliberalen Pattei. Ich hatte einen Sack von Beschsverden. Aber ich meine, wenn alles liebt, kann Karl allein nicht hassen. (£) eit erteil.) Wir müssen einig und geschlossen bleiben unter allen Umständen. Nur eine ylnsstellung habe ich. Ich bitte, sich im Verhältnis zum Freisinnt mit einiger Vorsicht zu wappnen. Die Glanzperiode des Freisinns ist vorbei. Das war zur Zeit des Blocks. Seit der Block zer^- fallen ist, ist der Freisinn zurückgefallen in das, was er war, in eine nur negierende Pattei. (Zustimmung und Widerspruch.) Abg. Stresemann -Dresden: Ich komme aus dem Lande, das den historischen Boden der Sozialdemokratie bildet. Und wenn auf irgend einem Boden die Auseinandersetzung zu führen? ist zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie, so ist es Sachsen. Und deshalb müssen wtt uns dagegen verwahren, daß das badische Beispiel etwa als das allgemein zu befolgende hingeftelll odert aus einem anderen Gesichtspunkte betrachtet wird, als daß in Baden in erster Linie der Kampf zwischen Liberalismus und Ulttamontanismus geführt wurde. Der Redner feiett zum Schluß den Abgeordneten BassermaTM, der das Smnbild des selbstbewußten deutschen Bürrgers sei. Professor van Cal ker - Sttaßburg bespricht eingehend dtt besonderen Verhältnisse in Elsaß-Lothringen. Landtagsabgeordneter Dr. Beumer-Düsseldorf polemisiett^ gegen den ^Genoffen" Rebmann, (Lefterckeit.), der gesagt hohe. I L E I b gewicht Mk. 49-54 43—48 77—86 44 Hü e^ielte !n ^PfeiIdreieck-Seifen Preis pro 100M. Gebend- Schlachr- 58—62 54-57 50—52 43-45 37-42 26—34 17—20 90-97 85-88 diesem Tage im bringt im ersten Lieder, darunter Der Ertrag soll und der Kinder- 46—49 42—45 82-88 76-81 78-81 66-71 Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich. 74—49 40-45 I Fabrikant: Angast Jacobi, Darmstadt. Mk. 88-93 ra Um ir r te L 80-00 70-72 hti iü h Itlt s Dl 56.00—57.00 55.50—57.50 56.00-57.50 55.50—57.00 50.00—00.00 38—00 29-30 70.00—00.00 70.00-73.00 71.00-74.00 71.00—73.00 63.00—00.00 wie er in den Vorjahren nicht erzielt wurde." Michelnau 279 Mk. — Nidda, 30. Sept. Von den von der Bezirkssparkasse Nidda preisgekrönten Dienstboten sind folgende im Kreise Hießen bedienstet: 1. Heinrich Rau aus Eichelsachsen bei Wilh. Quanz in Langd; 2. W. Darnemann Alan lese den Gießener Anzeiger gröhte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhestens. Alle Briefträger, sämtliche Zweigstelleninhaber und die Geschäftsstelle in Sietzen, Schulstratze 7, nehmen Bestellungen aus den Sietzener Anzeiger entgegen. Dollsteischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht . . . Vollfielschlge Schweine über 21/, Zentner Lebendgewicht........ Fettschweine über 3 Ztr.Lebendgew. . Fleischige Schweine Sauen W. Hanau, 1. Okt. Heute mittag 11 Uhr traf au' dem Ostbahnhof das 3. Ei s enba h n r e g im e n t aus Berlin hier ein, begrüßt von dem Offizierkorps der Garnison Hanau und Vertretern der städtischen Körperschaften. Zum Empfange waren ferner anwesend der Verein der Pioniere und Verkehrstruppen aus Frankfurt a. M. mit der Regimentskapelle des 21. nassauischen Pionierbataillons ans Mainz. a Das Regiment setzte sich darauf durch die festlich geschmückte Stadt nach dem Paradeplatz in Bewegung, wo Oberbürgermeister Hild das Regiment im Namen der Stadt begrüßte, Oberst Winkler, Kommandeur des 3. Eisenbahn-Regiments, dankte für die Begrüßung iLrtb brachte ein Hoch auf die Stadt Hanau aus. Das Regiment begab sich dann in die neue Kaserne. Wiesbaden, 1. Oft. Im nahen Walde erschoß sich heute nachmittag der 64 Jahre alte Weinreisende Karl Stahl von hier. Geschäftliche Fehlschläge sollen das Motiv der Tat bilden. * Erklärlich. Frau Registrator: „Also Sie kündigen mir den Dienst auf, Auguste, und essen mm schon drei Jahre mein Brot?" — Dienstmädchen: „Das ist's ja eben. Ich möchte gern auch mal Wurst drauf haben!" Au- Stadt und Lund. Gießen, 3. Oktober 1910. Ordensverleihung. Der Großherz og hat dem Vorsitzenden der Vereinsbank Worms, c. G. m. b. H., Kommerzienrat -Clemens Trumpler zu Worms, das Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** L eh r a m t s as s ess o r e n. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurden die Lehramtsreferendare Ernst Büttner zu Wimpfen, Friedr. C u r l e 11 i zu Darmstadt, Ludw. Emrich zu Darmstadt, Peter Funk zu Groß- Umstadt, Herrn. Gengnagel zu Darmstadt, Gg. Hahl zu Dieburg, Ludw. Hartmann zu Offenbachs Friedr. Huhn zu Gießen, Wilh. Ihrig zu Michelstadt, Wilh. Klink ßii Darmstadt, Herrn. Köhler zu Hungen, Aug. Kraus zu Darmstadt, Jak. Kreutzer zu Offenbach, Phrl. Laun zu Homberg a. ,O., Hugo Link zu Lau buch, Hch. Lohnes zu Offenbach, Alb. Peppler zu Gießen, Dr. Ad. R u p p e l zu Butzbach, Ludw. Schmidt zu Gieeßn, Otto S ch m i 11 n c r zu Friedberg, Karl Schönewolf zu Konstantinopel, O. Strack zu Grünberg, Hch. U l l m a n n zu Mainz, Paul Viel zu Darmstadt, Dr. Franz Weber zu. Mainz W. W e i n m a n n zu Bensheim zu Lehramtsassessoren ernannt. 80-84 D 69-76 Ü 52—68 39-46 96-103 Sei aus Ober-Bessingen bei Stegk zu Hof Bingelshausen; 3. Marie 2sl ey aus Willofs bei Karl Reichardt zu Rabertshausen; 4. Marie Dietz aus Steinheim bei RicklaS II. zu Rodheim; 5. Karl Schmidt aus Steinheim bei Weiß zu Hof-Graß. Ferner stammen aus dem Kreise Gießen: 1. Emma Appel aus Langd bei Johs. Diefenbach zu Berstadt; 2. Heinrich Döpfer aus Steinheim bei Alb. Schudt, Hof Schwalheim. — Die Obstversteigerung der Stadt Nidda erzielte einschließlich des Ertrages für das Fallobst 2700 Mk., einen Erlös, = Bad-Nauheim, 2. Okt. Ein Konzert, das geeignet ist, allgemeines Interesse zu erwecken, findet am kommenden Dienstag den 4. Oktober im neuen Konzerthaus statt. Von dem Zar wurde genehmigt, daß die in Bad-Nauheim weilenden Mitglieder seines KirchenchorS an neuen Konzerthaus auftreten. Das Konzert Teile Kirchenlieder und im zweiten weltliche auch solche deutschen Ursprunges, zu Gehör, dem Verein für Säuglingsfürsorge in Hessen Heilanstalt Elisabethenhaus in Bad-Nauheim zugeführt werden. te.Frankfurt a.M. Vi e h h of-M a rkt b er i cht vom 3. Oktt. Auftrieb: 1329 Rinder, darunter 490 Ochsen (68 aus Oesterreich), 60 Bullen, 779 Kühe, 310 Kälber, 380 Schäle, 1913 Schweine. Tendenz: Rinder langsam, nahezu geräumt, Kälber lebhaft, Schafe ruhig, Schweine lebhaft, nahezu geräumt. ~ ' Märkte. ic. Frankfurt a. M„ 3. Okt. (Orig.-Telegr. des „(Sie«. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Werzen Mk. 20.00—20.25, Kurhess. Mk. 20.50—20.75, nordd. 00 Mk., üa Plata Kansas. Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 15.00 bis Mk.15.25,Gerste (Wetterauer) Mk.16.00—16.50, Gerste Franken Pfälzer Ried Mt. 16.50—17.50, Kleie Mk. 00.00-00.00, Hafer Mk. 15.2Ö bis Mk. 15.60, Mais Mk. 14.50—14.65, Weizenmehl 0 Alk. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Alk. 22.25 bls Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00 -00.00, Roqgenmehl 0 Mk. 23.00—23.25, 1. Qualität Mk. 19.00—19.50, 2. Qual. Mk. 00 00 bis 00.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.50, Weizenschale Mk. 00.00—00.00, Roggenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Mk. 00.00-00.00, Raps Mk. 23.00 - 00.00, Biertreber 12.25—12.60. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 3. Okt. (Orig.-Telegr. des ,(3ie&. Anzeigers".) Kartoffel markt. Ilan notierte: Frühkartoffeln ui Waggons Mk. 6.00—6.25, im Kleinhandel Mk. 7.00—7.50 für ie 100 Kg. boß-Mir Hilfe der Sozialdemokraten in Baden die Staatshoheit über ' bir Swule erreicht worden fei. Er l>alte Rebmann entgegen, daß auch in Preußen die Erfolge erzielt seien, aber ohne jede Mitwirkung der Sozialdemokratie. (Beifall unb Widerspruch.) Daraus erklärt der Vorsitzende, Abg. Krause, daß der Wunsch nach Schluß der Aussprache zum Ausdruck gekommen sei. Der Schluß wird dann auch angenommen. Sodann erklärt JustiLrat Krause: Als das Ergebnis der heutigen Verhandlungen des Parteitages darf ich konstatieren: Die nationalliberale Partei bleibt was sie war. Die national- liberale Partei bleibt selbständig, einig, fest und treu! (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Darauf werden die Verhandlungen auf Sonntag vertagt. l Fortsetzung im 1. Matt.) Ochsen. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, höchstens 6 Jahre alt..... Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. vollfleischige, jüngere Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfleischlge ausgemästeteKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren........ Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen .... Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber. Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... Geringere Saugkälber Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel. . . Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe Schweine. rrreche und Schule. — Gießen, 30. Sept. „Ter unbekannte Gott", so lautete das Thema, worüber Herr H. Erzberger - Basel vermutlich im Auftrage einer Missionsgesellschaft, im Saale des Gasthauses zum Löwen sprach. Er führte etwa folgendes aus- Bet der natürlichen Entwicklung des Menschen begegnen wir zuerst dem Autoritätsglauben des Kindes, das seinen Eltern und Er- zteyern einfach alles aufs Wort glaubt. In den späteren, reiferen ^a^en aber sucht der werdende Mensch infolge der Lektüre und durch «genes Nachdenken, sowie durch gemachte Erfahrungen die ftwe zu ergründen: Was ist Wahrheit? Jeder einzelne ist nun schlechterdlngs nicht in der Lage, alle Tinge und ihre Beziehungen zueinander zu ergründen, so vielseitig ist seine Bildung nicht, außerdem, ift fern Leben viel zu kurz dafür. Er muß sich an Fachleute halten und ihnen glauben. Wir alle ahnen und fühlen das Walten und Wirken Gottes in uns, aber wir nicht allein, sondern dre Menschen aller Zetten und Völker. Wie aber war die Antwort auf die Frage von diesem unbekannten Gott? Tie alten Kulturvölker, die Babylonier, Griechen und Römer, mußten gestehen- Wer wißen nichts von dem unbekannten Gott. Auch die meisten Christen vermögen keine befriedigende Antwort zu geben, soweit sie namttch das Christentum als etwas mehr Aeußerliches auf- fas»en, wobei Dogmen und Lehrsätze die Hauptsache find. Wer aber den Kern des Christentums erfaßt hat, dem ist Gott nicht mehr unbekannt, er weiß das gottselige Geheimnis, nach dem Gott Fleisch geworden ist m unserm Heilande und durch ihn auch der ganzen Menschheit zur Wirkung kommen will in Werken der Wahrheit, - Liebe. Nicht eine neue philosophische Lehre will uns Chrrtzs bringen, deren gibt es mehr als genug, sondern die Eigenschaften Gottes macht er uns klar, er zeigt uns also den unbekanrtten Gott. Für heute, Montag, ist ein weiterer Vortrag Vortrag angekündigt: „Gibt es eine göttliche Offenbarung . ." dem noch andere folgen sollen. * Verplappert. Gnädiger Herr: „Johann, Sie haben /! ia die Beinkleider heute nicht ausgebürstet!'7 — Diener: „Ibv V nötig! Sie tragen ja jetzt das Kleingeld immer in der Westen- * tasche!" Bad-Salzhausen, 1. Okt. Im Sommer 1910 waren 77 1 Kurgäste und 87 Passanten, im ganzen 858 Agonen, anwesend (1909 = 748); im ganzen wurden 8662 Bäder (1909 — 8104) abgegeben. x Schotten, 1. Okt. Heute feiert die Pflegerin jycatMi straub vom hiesigen Krankenhaus ihr 2 5 jäh - rrg es Di en stj u bilä u m. J b. Butzbach, 1. Okt. Trotz der großen hm! blc es m der ganzen Umgegend qtiot, spürt man Äte?! Mttiqkeit sehr Lntg. Kelter. Ak. bezahlt, gegen 4.50 Mk. in rtaa Taielqktz aeist bei allen üfteillüchen Versteigerungen hohe Preise, lieber eine großartige Obsternte verfügt das benachbarte Langenhain und Ziegen- — Die Kartoffelernte ist sehr mäßig ausgefallen. Mancher Landmann hat kaum seine Setzkartofteln wieder bekommen. Außer der Nässe haben die Mäuse viel Schaden angerichtet. -m. Friedberg, 2. Okt. Um 10 Uhr fuhren heute der Zar, die Zarin, sowie die Großfürsttnnen nach Bad- Nauhetm zur Kirche, sie kamen 3/J2 Uhr ins Schloß zu- ^ück. Die Großherzogin und Prinzessin Heinrich sowie Prinz. Waldemar von Preußen gingen zum Gottesdienst in die Stadtkirche. Um 12.15 Uhr fuhr der gesamte' russische und der hessische Hof, der Zar, die Zarin, der Großherzog, die Großherzogin, Prinzeß Heinrich und Prinz Waldemar von Preußen, die Großfürsttnnen nebst dem Hofstaat in fün' Automobilen nach Hohensolms und Gießen. Von 11 bi* V2I Uhr konzertierte die Stadtkapelle vor dem Burg- tot auf der Freiheit. Wie man hört, soll sich die An-, Wesenheit des Zarenpaares bis zum 20. Oktober ausdehnen. Wenn sie wieder von hier fortgehen, wird man es hier in den Geschäften doch merken, durch den Zarenbefuch hat sich nämlich die Einwohnerzahl um mindstens 500 Personen erhöht, Kriminalbeamte, Gendarmen, sonsttge Schutzleute, Hof- und Palastbeamte, sowie annähernd 200 Mann Militär. Vorsicht bei der Wahl der Wohnnngs - Einrichtungen. Echtheit des Materials, Gediegenheit der Ausfübruna und mn‘ ♦ ü0tt-3rt)e(f unh (>orm sind die Grundersorderniffe Spri*HmtM?mrt?,tun9^Cfl^n!!anbc aeworden. — Eine zwanglose d?.^^ung unserer Ausstellung neuzeitlicher Wohnräume und m vollem Betriebe siebenden Fabrikanlage überzeugen, daß Sie uns die Lieferung Ihrer Ein Poemen anvertrauen können. Verlangen S'e MöbettabÄ«. « „Wohnliche Innenroum-- EbrbardtL Söbne, Darmstadt, Feldbcrgstr.S6 ** E i n Familientag. Die in Hessen weitverzweigte Familie S c r i b a hielt am 27. d. M. in den Räumen des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. Ä. unter dem Vorsitz von Fabrikant Scriba in Höchst a. M. ihren neunten Familientag, zu dem sich über 120 Glieder der Familie cin- ^efunden hatten. Aus den Verhandlungen des offiziellen Teils i stzbemerkenswert, daß der Stipendienfonds um etwa 2000 Mk. gewachsen ist. Pfarrer Scriba in Stumpertenrod legte den von ihm ausgearbeiteten Nachtrag zum genealogisch-biographischen Stammbaum der Familie, tzer die lebten 2(5 Jahre umfaßt, in Buchform vor/ Dekan Scriba in Erbach die von ihm entworfene farbenprächtige Stammtafel der männlichen Glieder der Familie, die Jeit dem 16. Jahrhundert 527 Namen aufwerst, von denen 276 in Hessen geboren sind. Zur Zeit leben noch rund 100 männliche Träger des Namens in Hessen. ** Gießener Freidenker-Vereinigung. Man fchrnbt uns:- Einen mteresfanten Vorttag wird auf Veranlassung der Vereinigung Herr Aug. Kahl mit Lichtbildern am 6 Oktober abends 8 h Uhr, in Steins Garten halten. Der Redner ist hier iwch in bester Erinnerung von seinem Vottrage im kaufmännischen Vnein her. Es dürste bet dem außerordentlich zeitgemäßen Thema- „Vom Urvogel zum Aeroplan" auf einen vollen Saal zu rechnen sein. Stenographie. Bei dem gestern vom Gabelsberaer Stenogravhenverein Wetzlar veranstalteten Preiswettschreiben errangen die Mitglieder der hiesigen Stenographengesellschast Hch. Schmidt m der Abteilung von 1L0 Silben und Fritz Kyritz in der Abteilung von 160 Silben je ernen 1. Preis. •• Schornstein - Neubau. Zur Verbesserung der Heizungsverhältnisse in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten ist nunmehr an Stelle der beiden ungenügenden Kamine ein etwa 30 Meter hoher freistehender Schornstein errichtet worden. Die Arbeiten wurden von der Firma ^lbermann & Kling hier durch den Parlier Stumpf und den Maurer Schepp von Reiskirchen ausgeführt. " Das zu große Gießen. Kürzlich kehrte abends eine infolge zu reichlichen Alkoholgenusses schwankende Gestalt in einen Laden ein, den sie am Vormittag schon abgebettelt hatte. „Hören Sie einmal", sagte der Inhaber des Geschäfts, „Sie sind ja heute schon dagewesen." „Entschuldigen <5ie, mein Herr, das Gießen ist zu groß, man wird in den Straßen, bei dem Hinüber lind Herüber ganz durcheinander im Kopf." Dabei machte der Bettler eine Verbeugung und ging feiner Wege. Lustschiffahrt. Neuer Wettfieg. Mourm elon-le-Gran d, 1. Okt. Der Flieger Wynwalen auf fernem Zweidecker brach den bestehenden Hohenrekord, indem er 2 7 80 Me t e r erreichte. In dieser Hohe setzte der Motor infolge Bcn-inmangels aus, worauf der Ftteger im Gleitflug in dreizehn Mirruten nteo erging. Das blutige Vanderbilt-Rennen. tßefoijort, 1. Oft. Bei den alljährlichen Anto- mobrlwett rennen um den Vanderb ilt-Be cher oap heute früh anfing, wurde ein Teilnehmer namens ötnne getötet; sein Automobil überschlug sich Der Mechamker wurde bewußtlos. Führer und Mechaniker von zwei ckutomobtten wurden durch Anrennen gegen Tele- graphenstangen lebensgefährlich verlebt Ein Zuschauer der srch auf die Straße gewagt hatte, wurde von erfm6t', ^litt einen Schädelbrnch, einen Beinbruch und innere Verletzungen. Newpork, 1. Okt. Der Gewinner des vorjäb- i^utomobrlwettrenn ensum den Vanderbilt- «ms' gewann auch diesmal den Becher Wahrend der Rennen karp das Automobil Chevrolets von der Straße ab und rannte in ein am Straßenrand hal- tenbeö Tourrjtenautomobil. Der Chauffeur Chevrolets jupbe aus der Stelle getötet. Chevrolet selbst und die nsaswn des Tourrftenautomobils erlitten leichte Verletzungen. ‘ 916»^ ort, 1. Okt. Der bei dem Sanberbittrennen verunglückte Autonrobilist Stone ist nicht, wie zuerst gemeldet, tot, ledoch so schwer verletzt, daß an seindm Austommen gezwetselt wird. Außer den als verunglückt bereits gemeldeten Personen ist iroch ein Automobil- Händler wahrend des Rennens getötet worden , 2. Dft Infolge des unglücklichen Verlaufs des Rennens um den D a n d erb i lt-P o ka l glaubt man, daß das heutige Rennen das Lchlußrennen sein ES wurde der Rennleitung nqhegelegt, das für den ld: vüoLy: geplagte Stennen um den großen Hrsd zugeben Dentgegenuber wird aber vvn der Leitung er. klärt, daß das Rennen programmäßig stattsinden werde. New York, 2. Okt. Im Vanderbilt-Rennen wurden im ganzen vierPersonengetötet und vier, zig verletzt. Andere Automobiluufälle. Springfield, (Illinois), 2. Okt. Der Sportsmann Vredenburgh ist bei einem Automobilrennen tödlich verunglückt. Tas Automobil stürzte über eine Hecke, wobei Vredenburgh der Kopf fast abgeschlagen wurde. Wien, 2. Okt. In Mürzuschlag fuhr heute ein Automobil mit fünf Insassen in voller Fahrt in die geschlossenen Bahnschranken hinein. Der Lenker des Fahrzeuges, ein Fabrikbesitzer aus Wien und ein Kauf. maim aus Konstantinopel, wurden schwer, zwei andere Insassen leicht verletzt. * vermischter. * Verbrecherischer Anschlag auf eine amerika- nischeZeitung. Bei einem durch Explosion in Los Angeles (Kalifornien) entstandenen Brand des Gebäudes der „Times" wurden etwa 20 Personen getötet und zwanzig verletzt Tie Mehrzahl der Opfer besteht aus Mechanikern. Da die Zeitung nichtorganisiette Leute anstellte, behauptet der Cheftedatteur, Feinde der gewerblichen Freiheit hätten morgens das Zeitungshaus durch T v n a m i t z e r st ö r t. Das Gebäude ist völlig vernichtet: der Schaden wird auf eine halbe Million geschätzt. — Hierzu wird noch gemeldet: Auf dem Dach der in einem ander«, Stadtjell befindlichen Hilfsdruckerei, die gerade für bett Fall einer schon oft angedrohten und nunmehr eingetretenen Zerstörung des Hauptbureaus der „Times" erbaut worden ist, wurden heute moraen zwei Männer bemerkt. Ws sie sich entdeckt sahen, flüchteten sie. Man nimmt an, daß sie versuch: haben, auch diese Zweigdruckerei in die Luft zu sprengen. Der Stadtrat bewilligte 25 000 Dollars zu dem Zwecke, die Anstifter der Explosion zu ermitteln. Eine neue Erregung rief hervor, daß eine Bombe unter der Wohnung des Sekretärs der Fabri- kantenvereiniaung aufgefunben worden ist, der die „Times" in ihrem Kampf gegen die Arbeiterorganisationen unterstützte. ■ *- Raubmord an einem Kassenboten. In Paris lockten am Freitag zwei Burschen, der 17 jährige T i ssier und der 19jähttge Demaret, einen Kassenboten der Sociste Generale, Andre, durch einen fingierten Wechsel in die Wohnung des Jüngeren, eruwrbeten ihn in der grausamsten Weisz und beraubten ihn der von ihm bereits einkassierten bedeutetwen Bettäge. Der Leickznam wurde erst am Samstag entdeckt. St; jugendlichen Mörder wurden am Sonntag in einem Hotel de- Madeleine-Boulevard verhaftet. Von den geraubten 4000 Franks wurden nur noch etwa 1200 vorgefunden; beide sind g eständig. D'A. 5° Rabatt Witwe des Grossh. Univ.-Musikdirektors Adolf Felchner. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, Mainz a. Rh. den i. Oktober 1910. tv W 19 neueste Ernte direkter Import feine China- und Ceylon-Mischungen Kondolenzbesuche dankend verbeten 1 US Hs H. 5.00 te fiel offen und in Paketen. Kaiser's Mt-Mäll ai tv 0) Krofdorfer Str. 12 Telephon 487 Süßer Apfelmost [5311 Walltorstratze 5 Telephon 322. 08072] Schöne kleine Wohnung zu vermieten. Steinstratze 23. (5465 Ä mbl. Wshnzimiiikr blafkabiuett zu verm. in BraunselS. [5360 081711 Nor d-Anlage 111. 4 Zimmer 3 Zimmer nimmt entgegen 5257 M Bereiferionen sofort gesucht. (5401 Läden etc. -Miet fluche (Offene Stellen Zu vermieten Kanf'Gelnche Stellen=(^el‘nd)e Verfchiedenes Du verkaufen 06132] Jrdi. n. berg. 5-Z.-W. n. Zub. u. Gartenant. sof. ob. spät. z. verm. H. Lublinöki, Ecke Steinstr. 41. 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Neubearbeitet im August 1910. Zivilprozeßordnung nebst EinsührungSgesetz mit Aenderungen vom 22. Mai 1910. GerichtSverfassuugSgesetz nebst Ergänzungen, Abänderungen und EinführungSgesetz vom 1. April 1910. Gerichtskostengesetz vom 1. Juni 1909, gültig vom 1. April 1910. Wilh. Rudolph Groß». Heu. Hoflieferant Ptxnohnndlg. o. Reparatur- werkstAtte. Seitenweg 91 Klavier- Stimmen Reparieren Polieren da tadelloser Ausführung durch Reichhaltige Lager m deutschen und englischen Stoffen Stets Eingang von Neuheiten w WWW *" " Bahnhofstr. 58 Giessen Bahnhofstr. 58 Albert Kasten Mesiklehrer und Organist wohnt jetzt Kaiser-Allee 35 I. Unterricht wird erteilt in Klavier, Violine, Harmonium verbunden mit Musik-Theorie. 08174 Dienstag den 4. Oktober und Mittwoch den 5. Oktober Elektrisieren, Frottieren, Massage, Dampf-, Meieltft-, Fichtennadel-, Kohlens&nrebäder etc.’ Elektrische Lichtbäder Wem-, Bot- und Blaulicht-Voll- ü. TeilbÄder (auch äusser dem Hause). 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