Zweites Blatt Nr. 127 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. tn Komikers. ^uni 1910, abends Große 160. Jahrgang Die „Lietzener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beiqelegt, das „Kttisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Teil- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Freitag 3. Juni 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch» und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. 21 its Stadt und Land. Gießen, 3. Juni 1910. " Tageskalender fürFreitag,3.Juni. Alldeutscher Verband. Vortrag von Prof. Sievers über seine Forschungsreise in Pern und Ecuador. Abends 8x/4 Uhr in Steins Garten. bestehende Fabrik esig. Bezirk lauster mietweise zu ichinen u. erbittet £9fngc6.u. 3105 i Gieß. Sing. je zur Halste an der Unfallversicherung beteiligt sein. Aus dieser Mußbestimmung wird eine Sollbcstimmung gemacht. Der Ausschuß förderte die Beratung heute bis einschließlich § 65. In 8 67 wird bestimmt, daß die Versicherungsvertreter mrndcstcns je zu einem Drittel — statt je zur Halste nach der Vorlage — am Sitze des Versicherungsamts selbst oder nicht über 10 Kilometer entfernt wohnen ober beschäftigt sein sollen. In § 59 wird die Höhe der Geldstrafe bei grundloser Ablehnung der Wahl oder der Berufung von 150 auf 50 Mark ermäßigt. In § 63 wird die Bestimmung gestrichen, daß die Vertreter dem Bersicherungsamt auch ohne Auftrag alle ihnen bekannt gewordenen Angelegenheften, tite nach ihrer Ansicht für das Versiche- rungsoml oder einen Bersicherungsträger wichtig sind, mftzu- teften haben. Bei § 64, der von den Ausschüssen handelt, wird ein Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, die Zahl der Beisitzer auf je zwei zu erhöhen. Der Spruchausschuß besteht aus dem Vorsitzenden des Vcrsicherungscunts und je einem Versick-erungs- 6ertreter der Arbeitgeber und der Versicherten. Im übrigen werden diese Paragraphen nur unwesentlich geändert. Wefter- beratung: Freitag vormittag. mb gebeten. Der Vorstand. Kaunnann mit 8»M' ng wünscht fiLdu. u. englische iUluPlfl. Angebote unter 04651 ebener Anzeiger erd. eslerverein. ag den 4. Ium, lbrnds 9 Uhr, Frankfurter Hof ^gesordnung: esberichi. mngsablage., Dafit deö Boriumde.^ chiebenc^ S,SSj- Redaktion, Gxpedftion und Druckerei: Schul» sttaße 7. Expeditton und Verlag: e^5L 8Uba£twn:e=aS112. Tel.»AdruAnzergerViebeu. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen sse^uj Uter "w^on 6u ph ^^ckstratzx 12 l"5 »orßglicht NWagtn Set labelsbergei"'- Aus dem Ltrasprozctzausschuß. :: Berlin, 2. Juni. Der Strafprozeß ausschuß verhandelte nach unveränderter Annahme des § 115 bei § 116 sehr eingehend besonders über die Fragen, inwieweit auf Einwand des Beschuldigten gegen den Haftbefehl die mündliche Verhandlung ausgedehnt werden soll, ob sie sogleich bei der ersten Vernehmung stattfinden muß, ob der Antrag unbeschränkt wiederholt werden darf, ob für die Zulässigkeit des Antrags eine Frist beftimmt werden soll. Weiterhin wurde über die Frage der notwendigen Verteidigung in diesem Stadium des Verfahrens verhandelt und darüber, ob die Beiordnung des Verteidigers bei Vorliegen eures Verbrechens oder Vergehens ganz allgemein ober nur für dieses Verfahren vorgeschrieben werben soll. Auch Hierzu gab es eine lange Reihe von Anträgen. Da biese zum Teil noch nicht gedruckt vorlagen, wurde die Beschlußfassung ausgesetzt. § 117 behandelt die flirt der Vollziehung der Untersuchungshaft. Von den hierzu vorliegenden Anträgen will u. a. ein Antrag der Polen ausdrücklich bestimmen, daß der Untersuchungsgefangene insbesondere rauchen darf, Drucksachen jeder Art beziehen, des Nachts seine Zelle beleuchten, eigene Betten gebrauchen usw. Ein Zcntrumsantrag will dem Untersuchungsgefangenen das Recht geben, einen Arzt, Geistlichen, Rechtsanwalt oder Notar zuzuziehen. In der Vorlage heißt es: Dem Gefangenen dürfen nur solche Beschränkungen auferlegt werden, die den Zweck der Hast oder die Lrdnung der Anstalt erfordern. Beguemlrchkeften darf er sich auf,sinne Kosten verschaffen, soweit sie mit dem Zwecke der Haft vereinbar sind und weder die Ordnung der Anstalt stören, noch die Sicherheit gefährden: unter diesen Voraussetzungen darf er sich seine Beköstigung selbst beschaffen und ich nach eigener Wahl beschäftigen. Tie Regierungsoertreter weisen in Ergänzung dieser Bestimmung und gegenüber den Anträgen darauf hin, daß jede Kasuistik die Gefahr habe, baß der Anscktein erweckt werde, es solle damit der Kreis der dem Unter- uchungsgefangenen einzuräumenden Bequemlichkeiten erschöpft ein. Die Bestimmung in der Vorlage, daß Fesseln dem Ge- angenen nur angelegt werden dürfen, wenn es wegen besonderer Gefährlichkeit seiner Person erforderlich ist, oder wenn er einen Fluchtversuch oder Selbstmordversuch gemacht oder vorbereitet hat, sei lediglich ausgenommen, um Wünschen des Reichstags ent- gegenzukommen. Äe Regierungsvertteter geben die Anregung, den Bundesrat im Einführungsgesetz zu ermächtigen, einheitliche Vorschriften für den Vollzug der Untersuchungshaft zu erlassen. Die Verhandlung dieses Paragraphen kam noch, nicht zu Ende. Die Pnnz-heinnch-Zahrt. Zu der Prinz-Heinrich-Fahrt, die gestern in Berlin ihren Anfang nahm, hatten sich von den gemelbcten 127 Wagen 121 eingefunden, die von 6 Uhr an vom Start abgetanen wurden. Die Wagen folgten von Minute zu Minute. Die Strecke, die rund 2000 Km. umfaßt, geht in sechs Strecken von Berlin— Braunschweig, Braunschweig—Kassel, Kassel—Nürnberg Nürnberg-Straßburg, Straßburg—Jslenheim—Metz, Metz—Homburg v. d. H. Die erste Schnelligkeftsprüfung, zu der sich Prinz Heinrich ebenso wie zum Start eingefunden hatte, wurde zwischen Plaue und Genthin abgehalten, die zweite findet zwischen Heiligkreuz— Meienheim (Elsaß- statt. Berlin, 2. Juni. Prinz Heinrich trat um 8 Uhr bei Genthin, am Ziel der Flachrennstrecke, ein. Etwa eine halbe Stunde später gingen die ersten Wagen über die Strecke. Soweft sich bisher feststeÜen ließ, gewann Kvnsul Fritsch-Wiesbaden auf Mercedes das Rennen; nächstbester wurde Graf (S>e z a Andrassy. Der Bergmann-Metallurgigue-Wagen von StengerEe geriet 2 Kilometer vor dem Ziel in Brand. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Vergaser des in rasender Geschwindigkeit dahinsausenden Wagens. Dicht hinter dem Ziel wurden die Flammen durch Sand erstickt, Außer dem Wagen Nr. 12, Besitzer Dr Easvar- Hannover, geriet auch der Wagen Nr. 99, Besitze: Walther Reichenstein-Brandenburg a. d. Havel in Brand. — Vach dem Kanu die Reichsversicheruugsorduuug schon als gesichert gelten? Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: Der Reichstagsausschuß zur Vorberatung der Reichsversicherungsordnung ist bereits in der dritten Sitzung mit seinen Arbeiten auf den toten Strang geraten und wenn er zunächst auch weiter arbeitet, so sind doch die Aussichten gering, etwas Positives zustande zu bringen. Der Grundstock der Vorlage, die neuen Be r sicherun gsam t er, ist abgelehnt, damit fällt eigentlich die .Vorlage. Der Beschluß, aus Sparsamkeit keine neuen Beomtenkorper zu gründen, ist an sich lobenswert, doch kann mit solchen Absichten nicht die große Idee des Ausbaues der sozialpolitischen Gesetzgebung verwirklicht werden. Man will den unteren Vermaltungskörpern eine Abteilung für Arbeiterversicherung angliedern, auf dem Lande also den Landrat bannt belasten. Diese Idee ist in der Praxis gar nicht durchführbar, die unteren Verwaltungsbehörden sind schon setzt überlastet. Mt die^m Beschluß fallen auch die Ober- versicherungsäntter und Die damit zusammenhängenden Vorschläge der.Vorlage. Die wirkliche Gefahr für die Vorlage lauert aber noch im Hintergründe. Der Ausschuß will die Kosten nicht den Versicherungsträgern (wie die Vorlage vorschlägt), sondern den Einzelstaaten aufbürden. Aus diesen Vorschlag wird der Bundesrat aber nicht eingehen. Die Aussichten für das Zustandekommen der Vorlage sind also recht schlecht ** Di eBereiuiaungfürgerichtliche Psychologie und Psychiatrie im Großherzogtum Hessen hält am Samstag, 4. Juni, vormittags um 11 Uhr im Kasino Hof zum Gutenberg zu Mainz ihre Frühjahrs-Versammlung ab. Die Tagesordnung enthält u. a. Referate von Justizrat Dr. Horch-Mainz und Prof. Dr. v. Franque-Gießen über das Thema „Die Abtreibung der Leibesfrucht de lege ferenda." ** Gießener Freie Studentenschaft. Durch das Entgegenkommen der Brauerei HhringinLich konnte das Ex kursiv ns amt der Freien Studentenschaft am Samstag zahlreichen Studierenden Gelegenheit geben, die Bierbereitung in allen Einzelheiten kennen zu lernen. Privaidozent Dr. Feist hatte die Führung übernommen. Unter seinen sachkundigen Erläuterungen wurden bte moderne Mälzerei, das Sudhaus, wo der Betrieb in vollem Gange war, ferner die Kühlanlagen, die riesigen Gär- und Lagerkeller mit ihren ungeheuren Vorräten, und endlich das Maschinenhaus eingehend besichtigt, indem stets die Beamten der Brauerei bereitwilligst die Geheimnisse ihres Revieres entschleierten. Zum Schlüsse wurde auf die Einladung des Herrn Jhring hin eine überaus gründliche Prü ■ jung des Stoffes auf Geschmack und Bekömmlichkeit vor- genömmen. ** Turnerfechten. Die 1. Bezirksfechterstunde des 3. Bezirks wird nächsten Sonntag vormittag in der Turnhalle des Turnvereins Gießen in Anwesenheit des Kreisfechtwarts Stassen-Hanau abgehalten. ** Fleischpreise. Die Ausschreibung der Fleifchlieferungan unser Re gim en t für das zweite halbe Jahr hatte folgendes Ergebnis: Die billigsten An^ geböte gaben ab: jür Los I F?. Schlörb, N. Günther und Ehr. Heßler Lchsenfleisch 1,32 Mt., Kuhfleisch 1,14 Mk., Los II Konrad Malkomesius, Louis Vogt und Will). Vogt Hammelfleisch 1,32 Mk., Los III Aug. Hilgardt, I. Braun, Ad. Möhl und H. Henkel Frisches Schweinefleisch 1,34 Mk., Dörrfleisch und Speck 1,50 Mk., Ausgelassenes Schweinefett (Schmalz) 1,40 Mk., Los IV Fr. Schlörb Kalbfleisch 1,36 Mk. Die Preise verstehen sich für das Kilo. ** Von der Straßenbahn. Im Mai benutzten die Straßenbahn 114 482 Personen, darunter 1353 städtische und 985 Postbeamte im Dienst Der durchschnittliche Tagesverkehr betrug 3693 Fahrgäste (gegen 3127 im Januar, 3106 Februar, 3045 März und 2883 April). Die Durchschnittstagesfrequenz seit oer Betriebseröffnung der Trambahn stellt sich bis Ende Mai = 192 Betriebstagen bei 638044 beförderten Personen auf 3323 Fahrgäste. ** Gestohlen wurde aus einem Hofe der Lwbigstraßc am 27. v. Mts. ein Fahrrad, Marke: ,)Nekarssulm Pfeil", mft der Fabrik-Nr. 18 076 und der Polrzei-Nr. G. 809. Ferner wurde aus einer Hofreite der Schanzenstraße am 1. l. Mts. ein Fahr - rad, Marke: „Allrigth", mit der Polizei-Nr. 4018 gestohlen. ----- Leihgestern, 3. Juni. Mit den Vorbereitungen zu der vom 4. und 5. Juni stattfindenden Gauturnsahrt des Gaues Wett er au verbunden mit Fahne nweil-e des Turnvereins „Frisch auf" ist man gegenwärtig eifrig beschäftigt. Zum Wetturnen haben sich etwa 380 Mann angemeldet. Als Hebungen gibt es in der Oberstufe Stemmen, Klimmen, Freihochsprung und Dreifprung; in der Unterstufe Klimmen, Freihoch-, Stabhoch- und Dreisprung. Am Sonntag mittag wird auf dem Festplatz von einer Anzahl Festjungfrauen und Turnern ein Reigen aufgesührt. Die Fahne tst von detn Vertreter der Hildesheimer Fahnen- fabrik Hisgen-Lich geliefert worden. Die Musik wird von der Kapelle des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 ausgeführt. Der sehr schön gelegene Festplatz ist nur ca. fünf Minuten vom Bahnhose entfernt. (S. Inserat.) + Grünberg, 2. Jüni. Bei der Arbeitsvergebung der hiesigen Bürgerschule ist ein Preis-Mr- gebot von 10 Proz. gegen den Voranschlag erzielt worden, so daß an der Bausumme rund 7000 Mi. erspart werden. Die Mauerarbeiten sind an Karl Fey-Lich für 20000 Mk. übertragen worden. — Die Gemeinnützige Bange- n offen schäft, G. m. b. H., hier wird an dxr Straße nach Göbelnrod in diesem Jahre noch 2 Doppelhäuser errichten lassen, von denen das eine bereits Liebhaber gefunden, während das andere zum vorläufigen Vermieten errichtet wird. Die Pläne für diese Häuser sind von Bau- rat Diehm-Gießen entworfen; die Gebäude sollen ihrem Zweck entsprechend einfach, aber doch geschmackvoll in der Fassade gehalten roerben. s. Marburg, 2. Juni. Tic Gegend westlich unserer Stadt, da ido die Kreise Gießen, Wetzlar, Dillenburg, Marburg und Biedenkopf sich berühren, Hot oft unter der Zlgeunerwlage zu leiden. Sie haben dort Gelegenheft, sich in den großen aneinander grenzenden Wäldern zu verbergen, von hier aus die Dörfer zu brandschatzen und, wenn's nicht anders geht, schnell in einen anderen Kreis zu verschwinden. Als sich gestern fcgi Elin Haus en abermals ein Trupp von. etwa 50—60 dieser Nomaden zeigte, wurden sie von einem Gendarmerie-Aufgebot und einigen Jägern nrit Kriegshunden verfolgt. Der braunen Gesellschaft gelang cs jedoch, durch den Universitätswald über die Kreisgrenze nach Buchenau zu entkommen, von wo sie, wie sich später herausstellte, mit der Bahn ins Siegerland gefahren sind. b. Dillenburg, 2. Juni Polizeiscrgeani Kcpper ivurbc in diesen Tagen mit dem hiesigen Polizeihund zweimal nach auswärts gebeten. In der Kantine am „Nikolas- stollen" (Bahnbau Oberscheld - Wallau) galt es einen schweren Einbruchdiebstahl aufzuklären. Nach der Suche des Hundes sind die Täter zwar mit der Bahn abgereist, jedoch will man ihre Namen bereits festgestellt haben. Zum anbernmal handelt es sich um die Zerstörung einer Maschine in einem Stcinbruch bei Hachenburg. Der Hund nahm seinen Weg nach einem im Walde gelegenen Hause eines Mannes, der früher in diesem Steinbruch beschäftigt war, in dem man auch den Täter vermutet. jnVe • LaoiS'^F M ---rin. ; ZMtag» füt ben foö hlil" 24. Wanderausstellung der deutschen Landwirtschastrgesellschaft zu Hamburg. Hamburg, 2. Juni. (23. B.) Heute mittag wurde in Anwesenheit des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, des Präsidenten des Senats, Predoehl, der Bürgermeister Schröder und O'swald, des gesamten Senats, des preußischen Landwirt- schaftsmlnisters v. Arnim und vieler Mitglieder der Bürgerschaft usw. die24.WanderousstcllungderTeutschcnLand- wirtschafts gesell schäft auf dem H e i l i g en g e i st f c l d eröffnet. Der Präsident des Senats Predoehl begrüßte die Anwesenden und brachte ein Hoch auf den Kaiser und den Ehrenpräsidenten Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin aus, der die Ausstellung eröfsnete und seine Ansprache mit einem Hoch auf den Senat und Hamburg schloß. Kammerherr Gra Rantzau-Rastorf begrüßte die Versammlung im Namen der Landwirtschaft des Gaues und brachte ein Hoch aus die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft aus. Ritterschaftsrat v. Freier-Hoppenrade, Vorsitzender der Landwirtschastsgesellschaft, dankte den Bürgern der Stadt Hamburg und den Mitarbeitern. — In seiner Ansprache führte der Präsident! des Senats u. a. aus: Hamburg verfolge mit warmherziger Amcftnahmc jedes Bemühen um das Wachsen und die Blüte der Landwirtschaft unseres Vaterlandes, von deren Gedeihen das Wohl des Reiches nicht minder abhängc als von dem Wachstum derjenigen Güter, deren Mehrung Hamburgs Sorge und Arbeit vornehmlich sei. « Hamburg, 2. Ium. Heute abend um 8 Uhr fand im Rat hause eine vom Senat zu Ehren des Grohßcrzogsl von Mecklenburg-Schwerin gegebene Festtafel statt. Bürgermeister Dr. Predoehl hieß den Großhcrzog und den Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, sowie die Herren der deutschen Landwirtscbastsgesellschafi willkommen. Ter Großherzog dankte für den herzlichen Empfang. Er könne versichern, daß die auf den Schlachtfeldern erhärtete Waft'enbrüderschaft zwischen Hamburg und Mecklenburg unvergessen worden ist und unvergessen bleiben wird. Er sprach alsdann die Hoffnung aus, daß die altbewährten Bezichungen zwischen Hamburg und Mecklenburg weiter bestehen werden und schloß mit einem Hoch auf den Senat und die Stadt Hamburg. politische TagesscharL. Der Besuch des Gottesdienstes durch Schulkinder. Nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" hat bezüglich des Besuches des Gotteskindes durch Schulkinder das hessische Ministerium des Innern, fllbteilung für Schulangelegenheiten, folgendes verfügt: Ein Zwang gegen die Schulkmder zum Besuch des Gottesdienstes, eine Bestrafung derselben wegen Nichtbesuches dürfe durch die Schule nicht stattfinden. Dies müsse der häuslichen Zucht, den Eltern der Kinder oder deren Stellvertretern überlassen werden Dieses Verbot gelte nicht nur für Lehrer, sondern auch für Geistliche in Ausübung ihres Amtes als Religionslehrer. Dazu bemerkt jetzt die „Köln. Volksztg.", eines der führenden Zentrumsblätter: „Nun hat gerade vor wenigen Tagen in der baherischrn 'frommer der Abgeordneten der bayerische Kultusminister von Wehner sich aus erzieherischen Gründen sehr entschieden für den pflichtmäßigen .Kirchenbesuch der Schullinder ausgesprochen, und er konnte gegenüber den liberalen Krittkern dieses staatlichen „.Ärchenzwanges" daraus Hinweisen, daß dieser Zwang unter dem liberalen Kulturkampfminister Lutz noch schärfer ge Hand hobt worden sei als jetzt. Wenn nun nnmittelbar noch dieser Debatte gemeldet wird, bü hessische Regierung verbiete jeden Zwang sunt Besuch des Gottesdienstes, so entsteht wohl auf allen Setten der Eindruck, als habe die hessisdje Regierung mit dieser Verfügung die Absicht einer Demonstration gegen die bayerische verbunden. Möglich ist aber auch, daß die hessische Verft'igung schon älter ist und von der liberalen Presse nur her- vorgeholt wirb, um den Eindruck einer solchen beabsichtigten bmtdesfreundlickwn Bosheit zu erwecken. Wie die Lage liegt, wird man ja wohl bald hören." . Das ist natürlich ein törichtes Gerede. Wie sollte es der hessischen Regierung einfallen, eine „Demonstration" gegenüber der bayerischen zu beabsichtigen! Bayern ist uns allerdings in vielen Dingen nicht vorbildlich, und so müßte Hessen ja alle Augenbluke solche „Demonstrationen" machen! Wir halten es für durchaus berechtigt, daß für die Schulkinder kein Zwang von außerhalb oes Elternhauses stehenden Personen, die Kirche zu besuchen, aus- geübt wird: denn dabei können auf die Müder sehr wider- ftreitenbe Gefühle einstürmen. Die erwähnte hessische Verfüguna ist übrigens nicht neu. Heute bemerkt auch die „Franks. Ztg.", daß es sich nicht um eine neue Verfügung handelt, sondern um eine schon im Dezember 1875 erlassene, die nur jetzt wieder in Erinnerung gebracht worden ift Die Reichrversicherung. :: Berlin, 2. Juni. Der Reichsversicherungsausschuß verhandelte heute über den § 49 und die anderen auf die Wahl der Beesrtzer bezüglichen Paragraphen. Die Sozialdemokraten beantragen die direkte Wahl. Ein Zentrumsantrag will die Wahl ncfit den Vorstondcn der Krankenkassen übertragen, sondern den Mttglledern brr Vorstände, um die Durchführung der Verhältniswahlen zu rrlcichterrr. Ein wcftcrer Zentrumsantrag will nur diejenigen Krankenkassen zur Wahl zulassen, die mindestens 50 Mitglieder un Bezirk des Versicherungsamts haben. Die Sozialdemokraten beantragen: bei Ersatzkassen, die un Bezirk des Versicherungsamts eine örtliche Verwaltung haben, übt diese das Wahlrecht aus, bei den Knappschastskassen wählen die Knappschaftsälkesten. Außerdem liegt noch eine ganze Reche weniger erheblicher Anträge vor. Bei der Abstimmung über die direkte Wahl stimmt das Zentrum geteilt, infolgedessen hat der Antrag nicht die Mehrheit: Konservative, Reichspartei und Nationalliberale stimmen dagegen. § 49 erhält folgende Fassung: „Die Versicherungsvertreter werden von den Vorständen der Krankentassen gewählt, btc im Bezirk der unteren Verwaltungsbehörde miirdestens 50 Mitglieder haben. An der Wahl nehmen ferner teil die Vorstandsmitglieder der knappschaMichen Kranken^ lassen, Ersatzkassen, Seemamrskassen und anderen obrigkeitlich genehmigten Vereinigrurgen von Seeleuten zur Wahrung ihrer Rechte, soweit sie im Bezirk des Versicherungsamtes mindestens 50 Mitglieder haben: die Ersatzkassen außerdem nur, wenn sw ihre Beteiligung an der Wahl unter Nachweis dieser Mitgliederzahl dem Wahileiter rechtzeitig anmeldcn." Die §§ 50—54 werden unter Streickmng des auf die Sonder- versichcrungsämter bezüglicheir § 52 mft unwesentlichen Aende- rungen angenommen. § 55 gibt das Wahlrecht nur den Männern. Von freimütiger Seite wird, unter Bezugnahme auf die Eingaben sämtlicher Frauenvereine, beantragt, bei der Arbeiterversicherung auch die Frauen wahlberechtigt zu machen. Das Wahlrecht'der Frau wird mft 13 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Angenommen wird auf Antrag der Sozialdemokraten die Bestimmung, daß Versichcnte den Arbeitgeberm zuzu- rechnen sind, wenn sie als selbständige Gewerbetrerbende gelten, Hausgewerbetreibende bann, wenn sie in der Regel mehr als zwei Personen beschäftigen. Weiter wird ein Antrag der Reichsvarter angenommen, wonach Arbeitgeber und Versicherte mehreren $ei> sicherungsämtern als Vertreter nicht angehören dürfen. Nach § 56 der Vorlage müssen dte Versicherungsvertreter mindestens Vorläufigen Ergebnis der §chnellchfctlSi^riihutg ist als schnellster tzll betrachten Nr. 83, Fri t s ch - W iv « ba d en - NLereetes, ätoeiter Nr. 81 Graf Geza Anteafsy-Budaprst (Atercetesi, dritter Fritz Er le-Mannheim (Benz- Nr. 37, vierter Herbert Ephraim- IGöditz Nr. 8 (Opel). Der Ballon im Dienste der Forschung. Trotz der raschen Entwicklung, die das Luftschiffährtswescn in den letzten Jahrzehnten genommen Hot, sind die Versuche doch selten, den Ballon, für die Erforschung unbekannter Gegenden unseres Erdballs zu verwenden. Am bekanntesten ist der Versuch Salomon Andrees, der int Freiballon den Pol erreichen oder überfliegen wollte, dabei aber jedenfalls auf den Eiswüsten des arktischen Meeresbeckens zu einer Landung gezwungen wurde uird dabei umkam. Später hat der Amerikaner Wellman denselben waghalsigen Plan wieder ausgenommen, der umfassendere Vorbereitungen traf, aber an der Ausführung seines Vorhabens bis jetzt immer durch widrige Zufälle verlftittert wurde. Mittlerweile ist brr Nordpol entdeckt worden l '?>, so daß mm derartigen Plämm die Triebfeder fehlt, denn das Ziel aller dieser Untere nehmungen bildete in erster Linie die Erreichung des Poles, ohne daß die wissenschaftliche Forschung in dem Pro- granrm einen nennenswerten Platz fand. Anders ist es mit einer neuen Expedition, die der Graf Zeppelin und der bekannte Meteorologe Professor Hergesell vorberciten. Sie wollen einen Lenkballon vom Zeppelinschen Typ in den arktischen Regionen lediglich zum Zivecke wissenschaftlicher Forschung verwenden. Es sollen von einem festen Standort aus kleinere und größere Fahrten in ter Arktis unternommen werden und dabei -luftelektrifchc, magnetische und meteorologische Messungen 'und Beobachtungen angestellt werden. Das Programm der Expedition ist also ein rein wissenschaftliches, und cs ist zu erwarten, daß bei ter sorgfältigen Vorbereitung des Unternehmens sehr wertvolles Material gewonnen werden wird. Ob die Expedition zustande kommt, ist allerdings bei den großen Kosten, mit der sie verknüpft ist, noch nicht völlig sicher. Neuerdings sirrd ferner einige deutsche Gelehrte wiederholt mit Vorschlägen an die Oeffent- lichft.it getreten, die den Ballon in den Dienst der Erforschung unbekannter Länder, vorzüglich in den Tropen, stellen wollen. Hier dürfte der Plan am aussichtsvollsten sein. Neu-Guinea im Ballon zu überqueren und dabei wichtige, die Gebirgsbildung! der Insel enthüllende Ausnahmen zu machen Die Insel, von deren Ostseite ein Teil deutsche Kolonie ist, liegt im Nordoften von Australien zwischen dem Gleicher und 10 Grad südlicher Breite. Es dürfte keine unüberwindliche Schwierigkeiten haben, im Sommer' der Nordhalbkugel die Insel von Osten nach Westen im Freiballon zu überfliegen. Der in dieser Jahreszeit stetig , aus östlichen Richtungen wehende Pasfatwind würde den Ballon leicht über die Gebirge ter Insel tragen, so wie es ja auch Spelterini gelungen ist, die Alpen im Ballon zu überfliegen. Ein derartiger Flug würde aber für die Erforschung ter im 3‘nnern noch unbefamrten Insel bedeutende Ergebnisse zeitigen. Freilich stehen dem Unternehmen auch große Schwierigkeiten gegenüber. Die größte Gefahr würde den kühnen Luftschissern daraus erwachsen, wenn sie durch ein Mißgeschick gezwungen tourten, tief im Innern Neu-Guineas unter den noch unterüh ten wilden Bergvöliern zu landen, was mit ziemlicher Gewißheit ten Untergang bedeuten würde. A. P. Dermatose». * W a s der Deutsche vertrinkt. Darüber liegt eine allerneuefte, auf zuverlässigem amtlichem Material fußende Berechnung einer behördlichen Stelle vor, von der eher anzunehmen ist, daß sie zu niedrig als zu hoch gegriffen hat. Das Kaiserl. statistische Amt veröffentlicht im „Rcjchsarbeitsblall" (März d. I.) eine sehr interrffante Abhandlung „Beit rage zur Alkohol frage". Darin wird nach der durchschnittlichen Verbrauchsmenge von 1.904/08 der Bierverbrauch -auf den Kopf in Deutschland bei einem Ansatz von nur 30 Pfg. für das Liter auf 35 Mk., ter Branntwein- Verbrauch bei einem Ansatz von nur 1 Mk. für das Liter 100 prozentigen Branntweinalkohols auf 3,8b Mk. berechnet, zusammen 38,86 Mk. Das macht bei einer Gesanttbevölkerung von 64 Millionen allein für Bier und Branntwein einen Jahresaufwaud von 2487 Millionen Mark. Der Weinverbrauch ist statistisch nicht genügend zu fassen. „Setzt man den Verbrauch von Wein auf Grund früherer Schätzungen mit 5,82 Liter auf den Kopf ein und nimmt man als Preis für 1 Liter Wein 1 Mk. an, so erhöht sich der genannte Betrag um 372,5 Millionen. Die gesamte jährliche Ausgabe für alkoholische Getränke märte demnach annähernd auf nahezu 3 Milliarden Mark zu veranschlagen sein, also mehr als doppelt soviel wie sänttliche Ausgaben für Heer und Marine, mehr als viermal soviel wie die Aufwendung für die gesamte Arbeiterversicherung und etwa fünfmal soviel, als die Ausgaben für die öffentlichen Volksschulen betragen." Dabei ist zu bedenken, einmal daß beim Branntwein, wie das R.-A.-Bl. selbst bemerkt, vielmehr ein Durchschnittspreis im Einzellauf von 1,25 Mk. für das Liter ter Wirklichkeit eher entsprechen dürste: ferner, daß der Preis für Wein mit 1 Mk. per Liker entschieden zu niedrig angesetzt |ift, weiter, das; die sonstigen, geisttgen Getränke wie Obstmost usw. noch gar nicht aufgeführt sind. * Rückgang der Weinausfuhr Frankreichs nach England. Die neuesten statistischen Aufstellungen zeigen eine ganz beträchtliche Verminderung der Ausftilir französischen Weines nach England, die vor allem davon herrührt, daß England mehr und mehr die australischen Weine an sich zieht, die gut nnd zugleich billig sind. Außerdem macht Italien, dem Frankreich ja in dieser Beziehung den Rang abzickaufen schien, wieder erneute und zwar erfolgreiche Anstrengungen, besonders gute Marken in England einzuführen. Die Franzosen denken fick- allerdings noch einen dritten, und zwar den Hauptgrund: sie behaupten, daß der schlechte Geschmack in England im gleichen Maße zunehme wie die Zahl der wirklich Weinverständigen und Feinschmecker sich vermindere. Das beste Zeichen dafür sei, daß die Engländer immer mehr den feinen Kognak zugunsten des gewöhnlicheren Whisky aufgeben. Die englisch-französische Verbrüderung kommt also zumindest dem französischen Weinhandel nicht zustatten. * D i c Abnahme der Tollwut. Aus Paris wird berichtet: Eine sehr ausführliche Statistik, die soeben von dem Arzt A. Märtel veröffentlicht wird, zeigt, daß gegenwärtig die Stadt Paris und das Departement der Seine, die früher „einen einzigartigen Tollwutherd in ter Welt" bildeten, fast völlig von dieser schrecklichen Krankheit befreit sind. Im Jahre 1909 hat man nur 13 Fälle bei einer Zahl von 185 000 ckngemeldeten Hunden beobachtet, während es im Jahre 1901 noch 846 Fälle bei 140 000 Hunden waren. Die Abnal)me der Krankheit zeigen folgende! Zahlen: 170 Fälle im Jahre 1903, 138 im Jahre 1904, 98 im Jahre 1905, 47 im Jahre 1906, 20 im Jahre 1907, 26 im Jahre 1908 und 13 im Jahre 1909. Jrn Lause der letzten sechs Jahre wurden nur 4 Fälle von Hundswitt bei 68 109 herrenlosen Hunten, die gefangen wurden, festgestellt, während in den sechs vorhergehenden Jahren 155 Fälle bei 78 768 Hunden gezählt wurden. Ebenso zeigen die Statistiken des Pasteur-Instituts in Paris, daß die Tollwut allmählich verschwindet: 1900 wurden 637 Personen behandelt, 1904 623 und 1909 ist die Zahl der von verdächtigen Hunden gebissenen Personen auf 105 gesunken. Bei Menschen ist die Tollwut sehr selten geworden. Der letzte beobachtete Fall geht auf das Jahr 1905 zurück. * Das Cafe Anglais. Das berühmteste von den noch bestehenden alten Pariser Restaurants, das Cafe Auglais, steht wieder einmal zum Verkauf: das heißt, nicht das Cafe selbst, nur das Gebäude Boulevard des Italiens 13. Das historische Lokal selbst wird voraussichtlich durch ten Besitzwechsel in seinem Bestehen nicht gestört. Es wäre auch schade darum, denn das Restaurant blickt auf eine jahrhundertlauge ruhmvolle Geschichte zurück, es war schon unter dem ersten Kaiserreich ein Treffpunkt aller Koryphäen des Geistes und Besitzes, mehr noch unter Napoleon III., zur Zeit, da der berühmte Dmltee hier als Küchenchef waltete. Alle Größen der Kunst, der Politik, der Finanz mib der Lebewelt, die in Paris ständig oder zeitweise heimisch waren, hat das Haus, in dem sich besonders die „große 16", ein Ecksalon der ersten Etage mit rotseidenen Damastmöbeln, der Berühmtheft erfreute, in seinen Räumen gesehen. Napoleon III. kam öfter in- kwsntto hierher und 1867 nahm auch König Wilhelm I. von Preußen gemeinsam mit dem Zaren Alexander II. und tem Zarewitsch Alexander hier ein Souper ein. Auch Bismarck war in seiner Pariser Zeit ein häufiger Gast des Cafe Anglais, späterhin zählten der Prinz von Wales, König Milan von Serbien, König Leopold von Belgien zu den treuesten Stammgästen : auch König Oskar II. von Schweden erprobte gern die kulinarischen Künste des Hauses, und selbst Li Hung Tsckwng verschmähte es seinerzeit nicht, die europäischen Tafelfreuden des Cafe Anglais „der Wissen- fdürft halber" kennen au lernen. König Eduard hat noch bei seinem letzten Pariser Aufenthalt mit der Königin Alexandra dort soupiert. — Die Besitzer des (Safe Anglais haben im Laufe des vorigen Jahrhunderts mehrfach gewechselt. Der jetzige Inhaber Bourtel kaufte es 1893 von einem Konsortium, das 1879 das Cafe mit einem Stammkapital von 2Vs Millionen übernommen hatte. Märkte. -r. Lauterbach, 2. Juni. Der heute abgehaltene H a u p t« viehmarkt (sogen. Prämienmarkl) war uiittelmäßig beschickt. Rindvieh, das infolge der vorjährigen Futterknappheft in hiesiger Gegend jetzt gerade nicht int Ueberfluß gehalten wird, erzielte durchweg gute Preise. Von Schweinen wurden junge Tiere gut bezahlt, während angefütterte im Preise nachließen. Bei Ziegen (junge Tiere, kurzhaarige Saaner Milchziegen) genügte der Austrieb nicht der Rachftage und wurden daher gute Preise erzielt: waren doch Aufkäufer für Ziegenlämmer sogar ans Wien erschienen. Prämiiert wurde Rindvieh vom Simmentaler und vereinzelt Berner Schlag und wurden sehr schöne Tiere vorgeführt. Die meisten Preise fielen nach Angersbach, das seiner Simmentaler Rindviehzucht halber einen Ruf genießt; außerdem erhielten Preise Züchter in Lauterbach, Maar, Allmenrod usw. Eine Verlosung von Vieh und Geräten bildete den Schluß des Marktes. le. Wiesbaden, 2. Juni. Heu» und Strohmarkt. Angefahren waren 29 Wagen Heu und Stroh. Man notierte: Heu 6.00 bis 00.00 Mk., Stroh (Richtstroh) o.OO—5.70 Mk. Fruchtmarkt. Hafer 15.60—16.20 Alk. Alles für 100 Kilo. Mchentt. tlebersichl der Todesfälle L ».Stadt Eichen. 22. Woche. Vom 22. bis 28. Mai 1910. Einwohnerzahl: angenommen zu 31,800 (infl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitszisjer: 14,71 °/00, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 8,17 U/Oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: NN von: 1. Lebensjahr: 2.—15. Jaw Puerperalfieber 1 1 — — Lllngentiiberkulose 3(2) 3(2) — — Herziehler Rückenmark-Ent- 1 1 — — züiidung 1 1 — — Niereirentzündung 2(2) 2(2) — — Ekzem 1 — 1 — Summe 9 (4) 8 (4) 1 — Anm.: Die in Klammern gelebten Ziffern geben an, wie viel her Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach V.irf?nn ■trl-.rnrhfr Vfmnfr fr« nimm Müller sche büöcanftatt. Wasserwärme der Lahn 15 0 R.___________ Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliehe Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Flache über Deutschland lagernde Wirbel haben bereits gestern strichweise Gewitter gebracht. Dabei haben die Nachmittagstemperaturen sich bis 25 Grad erhoben. Unter der Herrschaft des hohen Drucks über Osteuroga dauert heute das heitere und warme Wetter an. Doch rücken von Westen her neue Teilwirbel an und bringen Gewitterneigung. Wetterausfichten in Hessen am Samstag dem 4. Juni 1910: Vielfach heiter, doch strichiveise im Gebiet Gewitter, sehr warm. Rotthausen, 04642 Im Namen der trauernd Hinterbliebenen F. Kalbfleisch, Lehrer a. D. Prof. F. Kalbfleisch, Oberlehrer R. Kalbfleisch, Kaufmann H. Kalbfleisch, Post Verwalter Prof. Dr. W. Kalbfleisch, Oberlehrer O. Kalbfleisch, Katastergeometer Auguste Kneipp, geb. Kalbfleisch H. Kalbfleisch, Regierun, Giessen, Darmstadt, Hamburg den 2. Juni 1910. Die Beerdigung findet hier am Samstag, dem 4. Juni, um 5 Uhr gsbaumeister. Offenbach, Bremen. von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Heute morgen entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden im Alter von 69 Jahren meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Grossmutter, Schwiegermutter und Schwägerin W W W M M ■ M M Bä LWWWWWWWWWWWMWWWWW Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Schäfer nach kurzem schweren Krankenlager im vollendeten 21. Lebensjahre heute morgen 5 Uhr sanft entschlafen ist. Oie trauernden HinterbSeebenen* Heuchelheim, Leihgestern, Giessen, Eberstadt (Kr. Giessen) und Posen, den 2. Juni 1910. Die Beerdigung findet Samstag den 4. d. Mts., nachmittags 21/, Uhr, in Heuchelheim statt. 3115 M M M ME d W M W - Ku W MWWWWWsWMWWWWWWWMWWM # Bekanntmachung. Bei dem ^unterzeichneten Gericht ist die Stelle eines Gerichtsdiener-^ubstitutcn alsbald zu besetzen. Etwaige Bewerber wollen sich unter Vorlage von Führnngsattestcn bet unseren Gerichtsdienern (Justizgebäude ,Zrmmer Nr. 11a), bei welchen auch die Dienstleistungen und 'die damit verbundene Vergütung zu erfahren sind, bis zuni > 10. d. Mts. anmelden. Gießen, den 2. Juni 1910. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. x-/« Stottern, Lispeln, schwere Zunge, heilt * Bit1. F. Baum, Darmstadt, Bismarckstr. 48. Empfohlen durch das hessische Ministerium. <01270 WOOK bar Preis3<500,300,200MJ J. Bett & Co. Frankfurt a. M. izy, Außergewöhnl. Angebot in Leinen-Waren. Posten Schützer Leinenwaren weit unter dem sonstig. Preis. 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Der Anfangsgehalt beträgt 1475 Mark steigend alle drei Jahre um 115 Mark bis zum Höchstbetrage von 2050 Mark. Außerdem wird ein jährliches .Kleidergeld von 75 Mark gewährt. Bewerber, welche während ihrer aktiven Dienstzeit beim deutschen Reichshcere oder ter Kaiserlichen Marine mindestens drei Jahre als Unteroffizier aktiv gedient haben, wollen sich bis zum 1. Juli 1910 spätestens bei uns melden. Dem Gesuche sind beizufügen: 1. Selbstgeschriebener Lebenslauf, 2. Militärpapiere, Führungszeugnis, 3. ärztliches Attest darüber, daß Bewerber gesund und in dieser Beziehung in ter Lage ist, den Dienst als Schutzmann versehen zu können. Persönliche Vorstellung ist erwünscht und kann an jedem Vormittage zwischen 9 bis 12 Uhr bei tem? unterzeichneten Amts^ Vorstände erfolgen. Gießen, den 1. Juni 1910. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. _______Gebhardt. Heugras Versteigerung. Donnerstag den 9. l. Mts., vormittags 9 Ubr, wird das Heugras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garben teteb, Lerhgcstcrn, Schiffcnbera und Watzenborn, das Gras von Schneisen und Mäbvlatten in der Forstmartei Baumgarten auf dem Rathause zu Watzenborn versteigert. Weitere Auskunft erteilen der Großh. Forstwart Menges zu Jorsthaus Baumgarten und Güteraufseher Mack zu Hausen. Gießen, den 2. Juni 1910. Großh. Obersörsterei Schifienberg. lBs/g] __ Trautwein, Verdingung. Sonnabend, 11. Juni 1910, vormittags 11 Uhr, Verdingung der grünen Gemüse mt Garnisonlazarett Gießen für die Zeit vom 1. Jul' 1910 ms 31. März 1911. Bedingungen liegen im Geschäftszimmer 24 zur Einsicht aus. [Dv. _________ Garnisonlazarett Gießen. Die Arbeiten emschl. Lieferung aller Materialien zur Aus suhrmrg eines Emvfangsgebäudes nebst Güterschuppen auf Bahnboi Bixteld der Neubaustrecke Oberscheld-Wallau sollen in 4 Losen gt trennt oder im ganzen vergeben werden. Los 1 Maurerarbeiten, Los 2 Zimmerarbeiten, Los 3 Dachdecker und .Klempnerarbeiten, • Los 4 Tischler-, Schlosser-, Glaser-, und Anstteicherarbeiten Zeichnungen und Bedingungen liegen hier zur Einsicht aus. Das Berdingungshest jedes Loses kann für 50 Psg. — in bar - bezogen werden — soweit der Vorrat reicht. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen festverschlossenen Angebote werden am 21. Juni 1910 vormittags 110, Uhr geöffnet. Zuschlagsfrist 4 Wochen. I)"/« Königl. Eisenbayn-Bauabteilung Dillenburg. f Verkaufs- v * atellen-Nachwels’ dnreh l C. Koch k |l Berleburg MS dfeBes/en ™ Mehr als 225 000 Stück geliefert; in allen Konstruktionen erhältlich A Unsere beste Reklame Nachdruck verboten. Kundschaft. tägliche Eingang von Schuhwaren. 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