Nr. 252 Zweites Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 27.Oktober 1910 Lrlcheml »glich mit Ausnahme bei Sonntags. Die „Gießener Familiendlatter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegl, das „Kreisblatt fflt des Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- frage«" erschemen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniverfltätS - Blich- und Slemdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Eroedrtion und Verlag: 5L Redaktion:12. Tel.-Ad cuAnzeigerGießen. Die zweite Lesung der Iustizgesetze im Ausschutz. :: 23erlitt, 26. Okt. Im Strafprvzeßausschuß berichtete am Mittwoch zunächst der Unterausschuß über seine Beratungen. Jnbezug auf den § 46, der die Schweigepflicht der Beamten regelt, hat der Unterausschuß angeregt, den Abs. 2 dahin ru ändern, daß nicht die Bereitung von Nachteil für das Wohl des Reiches oder eines Bundesstaats die Versaaung der Genehmigung zur Aussage rechtfertigen soll, sondern daß die Genehmigung nur versagt werden dürfe, wenn die Vernehmung die Sicherheit oder Ordnung des Reichs ober eines Bundesstaats gefährden würde. Ferner schlägt der Unterausschuß einen neuen Abs. 3 vor, wonach das Gericht im Falle der Versagung der Genehmigung durch die zunächst vorgesetzte Behörde das Recht haben soll, die Entscheidung der Zentralbehörde etnzuholen. lieber diese Vorschläge entspann sich eine lange Aussprache. Das Zentrum beantragte, daß die Genehmigung zur Aussage nur beim versagt werden tarnt, wenn die Vernehmung die Sicherheit des Reichs oder eines Bundesstaats oder die ordnungsmäßige ErfüZung der Aufgaben der Organe Les Reichs ober eines Bundesstaates gefährden würde. Mit dieser Aen- berung wurden die Vorschläge des Unterausschusses genehmigt und der § 46 angenommen. Der gleichfalls dem Unterausschuß überwiesene § 47 über die Schweigepflicht der Geistlichen wurde nach der Regierungsvorlage angenommen. . In § 55 wurde der in der ersten Lesung aufgenommene Satz, daß bei der Verfolgung politischer Verbrechen oder Vergehen Aussagen eines Zeugen über Mitteilungen anderer Personen nicht berücksrchtigt werden dürfen, wenn der Zeuge diese Personen zu bezeichnen verweigert, gestrichen und der § 55 unter Ablehnung anderer Anträge angenommen. Bei § 103 war in der ersten Lesung die Bestimmung ausgenommen, daß der Richter, der bei Durchsicht beschlagnahmter Papiere findet, daß ein Teil nicht beschlagnahmt werden durfte, diese dem Betroffenen sofort zurückzugeben hat und daß ihr Inhalt nicht weiter berücksichtigt werden darf. Ein Antrag, diese Bestimmung zu streichen, wurde abgelehnt und der § 103 in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Weiterberatung Donnerstag vormittag. Detanatsfnnobe der Dekanats Gietzen. B. Großen-Linden, 26. Okt. Die Synode des evang. Dekanats Gießen wurde heute morgen 9 Uhr mit einem, auch von der hiesigen Gememde gut besuchten Go11esbienst in bei Pfarrkirche eröffnet, in dem Pfarrer Groth- Rödgen über 1. Kor. 15, 58 predigte. In trefflichen Ausführungen ermahnte er zur größeren christlichen Siegeszuversicht, die ihren Grund in der Auferstehung Jesu Christi habe Besonders ansprechend und erbaulich war ein von der 1. Schulklasse unter Leitung des Lehrers Blaß vorgetragenie Nach* Eintritt m die Verhandlungen gedenkt der Vorsitzende, Dekan Strack- Leihgestern in der üblick/en Weise eines vor kurzem verstorbenen Mitgliedes der Sytwde und begrubt dw r t Die Reichrversicherungsordnung. :: Berlin, 26. Okt. Im Reichsversicherungsausschuß gelangte am Mittwoch der , Vericht über das dritte Buch (Unfallversicherung), erstattet vom 8bg. Dr. Mugdan (Vp.), zur Verteilung. — In der fort-- < gesetzten Beratung über den Rest des Abschnittes bett das Verfahren bei der Invaliden- und binterbliebineuoerfich rung wurde die Regierungsvorlage mit einigen geringfügigen Acnderungen an- genommen. In dem hierauf behandelten Mschmlt über die Feststellung der Leistungen im Spruch verfahren • vor d e m Versicherungsamt wurde im § 1597 das Versicherungsamt (Spruchausschuß) auf Antrag der Sozialdemokraten als zuständig nur bet Streit über die Leistungen aus der ► -ranken- nicht auch, wie der Entwurf beftimmt hatte, aus L brr Unfall Versicherung erklärt. Der § 1601, der besagte, daß , die örtliche Zuständigkeit der Sonderversichrungsämter von den Stellen, die sie errichten, bestimmt werde, wurde gesttichen. Im 1 1607 wurde auf Antrag des Zentrums bestimmt, daß im i Jolle der Ablehnung des Vorsitzenden das Oberversicherungsamt | -4* nicht der Spruchausschuß — entscheide, daß es aber einer Entscheidung überhaupt nicht bedürfe, wenn der Abgelehnte das [ Eblehnungsgesuch für begründet halt. Die § 1611 bis 1614, die ' das Verfahren bei Ansprüchen aus die Leistungen der Unfallversicherung regelten, wurden entsprechend der erwähnten Aendc- : amg des § 1597 gesttichen. V Im übrigen blieb es bei den Bestimmungen des Entwurfes. 1 Neu eingefügt wurde auch in diesem Abschnitt — einem Antrag der Konservativen entsprechend — das Vorbescheids- Verfahren, wozu der Vorsitzende oder der Spruckzausschuß •' berechtigt sein soll, wenn es sich handelt um lediglich rechnerische Feststellung der Dauer und Höhe der Krankenhilfe, um Gewährung der Kranken ha u S pflege anstelle der Krankenpflege, um Sterbegeld und um Leistungen im Gesamtwert von weniger als 50 Mark. ' Gegen den Vorbescheid kann entweder das an sich zulässige Rechts- ' mittel ober ber Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt tver- c den. Diese Beschlüsse bienen der Vereinfachung des Gefchäfts- < ganges und der Beschleunigung des Verfahrens. Die Ve- t jvmmungen über die mündliche Verhandlung (§§ 1620 bis 1637) ( wurden nach Streichung der auf die Unfallversicherung sich be- E gehenden Paragraphen nach der Regierungsvorlage angenommen, j Geändert wurde nur § 1622, der bestimmt, daß das Ber sich rungs- I amt Bevollmächtigte zurückweisen kann, die das Verhandeln vor (Behörden geschäftsmäßig betreiben mit Ausnahme ber Rechts- j anwälte und solcher Personen, denen bas Verhandeln vor Ge- ~ rid)t gestattet ist. Hier würbe auf Anttag ber Reichspartei hinzugefügt, baß auch solche Personen angenommen seien, bie zur geschäftsmäßigen Rechtsvertretung vor den Spruchbehörden der Reichsversicherung zugelassen sind. Heber bie Zulassung entscheidet das Oberversicherungsamt, auf Beschwerde bie oberste Verwaltungsbehörde. Die Zulassung darf nicht aus Gründen versagt werden, welche sich auf die religiöse ober politische Betätigung des Antragstellers stützen. Die §§ 1638 und 1639 wurden einem Anträge der Nationalliberalen entsprechend dahin abgeändert, baß glgen die Bescheide der Träger nicht nur der Invaliden- und Dinterbliebenenversicherung, sondern auch ber Unfall-Versicherung die Berufung an bas Oberversicherungsamt Spruchkammer) zulässig ist; babei wird die Zuständigkeit ber I Oberversicherungsämter genauer geregelt, als es nach dem Regierungsentwurf der Fall ist Tie Weiterberatung würbe sodann auf Donnerstag vertagt. — Deute abend findet im „Hotel Bristol" ein gemeinsames Essen d e s Relchsversicherungsausschusses . statt, an dem sich alle Parteien beteiligen werden. Anwesenden. Zu Schriftführern werden ernannt die Herren Psr. W eb er - Langgöns und Geh. Forstrat Dr. Wimmenauer- Gießen. Der Bescheid des Großh. Oberkonsistoriums aus die Besckstüsfe der vorjährigen Dekanatssynode lautet zustimmend. Der Bericht des D e k a n a t s a u s s ch u s s e s lag gedruckt vor und war sckwn vor der Synode jedem Mitglied zugestellt worden. Aus ihm ist folgendes allgemein wissenswert: Ter Zustand der kirchlichen Gebäude ist im allgemeinen gut. An Stelle des Nach-j Offenbach a. M. verzogenen Rechners der Dekanats' kasse wurde Kreiskassengehilfe Roth als Reck-luer bestellt. Mehrere Pfarrstellen wurden neu besetzt, in Daubringen ein alle 4 Wvcken wiederkehrender Gottesdienst eingerichtet, Lollar erhielt einen Assistenten. Missionsfeste, Lichtbildervorträge, Familienabende, Abend- und Silvestergottesdienste wurden in vielen Geineinden abgehalten und gut besucht, Zweigvereine des Evang. Bundes sind in mehreren Gemeinden vorhanden, Missionsvereine und Frauenvereino für Krankenpflege sind mehrfach entstanden. Tie Ziffern des Kirchen- und Abendmahlsbesuchs ergeben gegen das Vorjahr fast keinen Unterschied. Am heiligen Abendmahl haben 99 Prozent der Erwachsenen oder 95 Prozent ber gesamten evangelischen Bevölkerung teilgenommen. Der religiössittliche Zustand der Dekanatsgemeinden wird als im ganzen gut und befriedigend bezeidmet; zu beklagen ist ber Leichtsinn und die Ausschewtfung der Jugend, die Laxheit und Gleickigültigkeit vieler Erwachsener, auch vieler Eltern, welche dem Unverstand der Jugend nicht zu mehren wissen. Das Sektenwesen scheint keine weiteren Fortsä-ritte im Dekanat zu machen. An freiwilligen Gaben für Werke der Wohltätigkeit gingen durch die Pfarrämter ein 54 371 Mk., an allgemeinen Kirck-enko lieft en 2678 Mk., für Ortsarme 7890 Mk., für besondere kirckstiche Zwecke 5155 Mk., zusammen 70 094 Mk., ober auf den Kopf der Bevölkerung 1,17 Mark. lieber denStandder Erziehungsarbeit im Dekanat berichtet Pfarrer Groth- Rödgen, über bie Arbeit ber äußeren Mission Pfarrer G u ß m a n n - Kirch>berg. Er kann eine erfreuliche #unähme des Interesses für die äußere Mission feststellen unb empfiehlt bie Gründung von Frauenvereinen, wie auch den Beitritt der Kirck-envorslande zu dem Oberl)essischen Baseler Missionsverein. Heber bie Tätigkeit bes Gustav- Adolf-Vereins referierte Pfarrer Lic. Gombel - Reiskirchen, Pfarrer D e p b i n g - Dausen über den Evan g. Bund, bet im letzten Jahre auck) im Dekanat Gießen an Mitgliedern und Vereinen zugenommen hat und noch mehr zuuehmen wird. Heber die Dekanatskrankenpflege kann Pfarrer Schwabe-Gießen nur Gutes berichten. Es wäre zu wünschen, daß sich einige Mädchen aus den Tekanatsgemeinden für diesen Dienst melden wollten. Der Berichterstatter beantragt, jeder vorhandenen Tekanatskrankensckiwester eine Gehaltsaufbesserung von je 5 0 Mark von 1910 an zu bewilligen. Da bie Teckungsmittel dafür vorhanden sind, wird der Antrag einstimmig angenommen. Kirchenrat D. Schlosser-Gießen gibt sodann eine kurze Hebersicht über die letzte Tagung der L a nde s s y n ode. Pfarrer Köhler-Steinbach wünscht den Anschluß des Zentral- kirck-ensonds an das Postscheckantt Frankfurt a. M. Dierauf hielt Pfarrer S ch m a l tz - Rockenberg den angekündigten Vortrag über „die Stellung der Kirche zu den Sekten und ähnlichen Besttebungen mit Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des Dekanats". Die Aufgabe ber Volks- fird>e ist es, ben mannigfachen Ausprägungen des evang. Volksgeistes Raum zu schaffen unb sie zu tragen. Daher ist ben Gemeinschaften bas Rocht zuzugestehen, neben ben Landeskirchen private Erbauung zu suckxm, aber bie Landeskirche muß diese Gemeinschaft von den ihnen anhaftenden Einseitigkeiten befreien helfen. Das geschieht durch planmäßige Bekämpfung der Sekten, freilich nicht durch weltliche, sondern geistliche Mittel. Dabei hilft die Widerlegung R>er Sondermeinung der Sekten wenig, sondern die Stärkung der Glieder der Landeskirche in der vollen christlichen Entschiedenheit und in der Heberzeugung, daß die Absonderung der Frommen von ben Gottlosen eine fleischliche, un- christliche Anmaßung ist, bie Jesus mit ber Bezeichnung „Heuchelei" gekennzeichnet hat. Nimmt die Landeskirche alle ihre Kraft zusammen, so wird es ihr gelingen, diese extteme Bewegung mteber ins rechte Geleise zu bringen und gar bie Kraft per Kirck>e zu erhöhen. An ber sich an dem Vortrag anschließenben Aussprache beteiligten sich Pfarrer A u s f e I b - Gießen, Kirchenrat O. Schlos- ser-Gießen, Gymnasiallehrer Albach, Pfarrer Weber und' ber Berichterstatter. Ter vom Dekanatsausschuß vorgelegte Voranschlag 1911/13 finbet die Zustimmung der Synode. Zum Schluß begründet Pfarrer Köhler- Steinbach ausführlich seinen schriftlich vorliegenden Anttag „die anderweitige Regelung der Verwaltung des Kirchenvermögens". Er führte aus, daß die Einzelgemeinden nach der Reformation selbständig ihre Vermögen verwalteten, erst feit 1832 beginnt die Knebelung ber Kirck-envorslänbe burch bie Landrats- bezw. Kreisämter, die heute noch besteht. Dies ist nicht mehr zeftgemäß unb bedarf bringend der Abänderung. Was den Gemeinderäten zugestanden ist, ist auch den Kirchenvorstanden recht und billig, zumal in anderen evang. Landeskirchen die Selbstverwaltung ber einzelnen Kirchengemeinden zur allgemeinen Zufriebenl-eit längst besteht. Es ist beshald eine größere Bewegungsfreiheit z-u wünsck-en, ohne bas Recht ber staatlichen Oberaufsicht zu beschränken. Dem Anttag folgte eine lebhafte Besprechung, in ber nicht nur zustimmende, sonbem auch gegenteilige Ansichten zum Ausdruck kamen. Kirck-enrat D. Schlosser bringt einen Gegenanttag ein, ber mit großer Mehrheit angenommen wird. Ter Gegenantrag lautet: Dochlvürdige Dekanatssynode wolle beschlietzen, bei Großh. Oberkonsistorium dahin vorstellig zu werden, daß die im § 138 der Kivck-enVerfassung in Mrssichl gestellte anderweitige Regelung der kivck-lichen Vermögensverwal- rung im Sinne einer Erweiterung der Befugnisse der 5ttrck)eiu- gemeindeu und ihrer Vorstände und der Verminderung des Schreibwerks baldigst in die Wege geleitet werde. Mit einem Gebet von Pfarrer Aus felb-Gießen wurde die Synode um Vr3 Hhr gesckstossen. Die „Wahrheit" vor Gericht, in. 4 Berlin, 26. Okt. Der Vorsitzende Lcmdgerichtsrat Lampe eröffnet bie Sitzung kurz nach 9 Hhr. Da der Saäwerständige Dr. Paul Liman die mühselige Durchsicht von je sechs Nummern der Jahrgänge der ^.Wahrheit" von 1906 an beendet hat, so wirb ihm gleich nach Beginn der Sitzung das Wort erteilt. Dr. Liman erläutert jeden einzelnen Artikel, was naturgemäß ebenso zeittaubend wie ermüdend wirken muß. Wir greifen aus ber Fülle des von dem Sachverständigen gesichteten Materials einige der sogenannten, „Schlager" des Bruhn'schen Blattes heraus. Dr. Liman beginnt mit der Nr. 17 vorn Jahre 1906, wo sich an leitenber Stelle in auffallender Heberschrift ein Artikel „D e r Marmor" befindet. Ter Sachverständige meint daß vom Standpunkt des Bruhn'schen Parteiprogrammes nichts E ustliches gegen ben Artikel einzuwenden sei. „Der Marmor" trage sogar sittlichen Ernst Dr. Liman betont weiter, daß daS von Richard Dietrich redigierte Theaterseuilleton ebensowenig angreifbar sei, wie die poli- „J__LL'U _____....... tische Rundschau. Es finden sich dann mehrere Artikel, die gegen die allzu große Ausdehnung des nächtlichen Kabaratttreibms gerichtet sind und oh’cnbnr von einem Kenner von Berlin bei Nacht herrühren. Bemerkenswert sei dann ferner, daß wiederholt anläßlich der Eulenburgaffäre für Moltke und Eulenburg (Stellung genommen wird, während Darden gegenüber eine gegnerische Stellung Platz greift. In einer der nächsten Nummern hat ber Sachverstänbige bann einen Artikel gegen das bekannte Berliner Warenhaus Janborf entbeckt, ben er für den unerfreulichsten ber ganzen Jahrgänge hält, weil sich ber Verfasser weniger mit dem Warenhaus an sich beschäftigt als mit ben persönlichen Verhältnissen bes Besitzers. In einem anderen Artikel rtnrb erzählt, daß der bekannte Derausgeber ber Wochenschrift „Roland von Berlin", Dr. Leo Leipziger, auf dem Berliner Alexander- Platz von einem Derrn Cuno nach allen Regeln der „Schlagfertigkeit" verprügelt worben sei. Die „Wahrheit" zeige sich aber verhältnismäßig objektiv. Denn schon in ber luichsten Nummer wirb bas Gebicht, bas „Lolo" (Leo Leipziger) im „Noland von Berlin" Derrn Cuno als „einen ber größten Schweine" gewidmet hat, abgedruckt. Dr. Liman meint hierzu, daß wohl allerdings die „Wahrheit" weniger bie Wichtigkeit ber Prügel-« affäre zur Aufnahme des Gedicksts von Leipziger bewogen hat, Derr Bruhn hat wohl eher Freude darüber empfunden, daß auch andere Wochenschriften pikanten Stofs fabrizieren. Einige andere Artikel tragen verlockende Heberschriften wie „Briefe eines Lebemannes", „Selbstmord bet Freundin Sternbergs", in letzterem nimmt Derr Bruhn noch einmal gegen den wegen zahlreick>er Sittlichkeitsverbrechen verurteilten Bankier Sternberg Stellung. Ein Aussatz tadelt, wie der Sachverständige meint, mit vollem Recht, daß eine Broschüre übet Mädchenpensionate in marktschreierischer Weise in ber Friedrichstraße zu Berlin vertrieben wurde. Die Broschüre hatte einen sehr schlüpfrigen Charakter, wie der Sachverständige feststellt. Weitere Artikel beschliftigen sich mit ber Affäre ber Kammerfrau Milewska, dem Fall bes Gouverneurs Puttkammer, mit Ferdinand Bonn, bem verflossenen „Herrscher bes Berliner Tratet", mit der Politik des Fürsten Bülow, mit König Eduard, mit Aschinger, mit „Eines Fräulein Bibi Krankheit", mit Eulenburg und Moltke, mit den Auswüchsen des „Kientopp", mit der russisck)en Duma, mit ben Gesundbetern, mit der Versicherungsgesellschaft Viktoria und mit ben Jubiskretionen bes Fürsten zu Dvhenlohe, ber „ein boshafter kleiner Zwerg" genannt wird. Ein Angriffsartikel gegen die Charite behauptet, baß dort bie Leichen verstorbenem Juben nicht seziert würden, baß also eine ungleichmäßige Behandlung der Konfession ftattfmbe, wie bet Sachverstänbige Dr. Liman unter allgemeiner Deiterkeit hinzufügt. Tie Eröffnung des Nachtlokales Moulin Rugo in der Jägerstraße wird unter Mitteilung bes Eröffnungsmobus als eine „Tat" gepriesen, ba es einen erfreulichen Typ bes niebergebrochenen Carbarettwesens repräsentiere. In fast allen Artikeln, so bemerkt Dr. Liman, lasse sich boch eine gewisse reformerische nationale Tenbenz nachweisen. „Ich habe j eben falls nicht den Einbruck gewonnen, baß durch den textlichen ober ben Vriefkasten- teil bestimmte Leute zum Inserieren veranlaßt werden sollten. 11 nb keineswegs kann ich mir denken, daß z. B. das Warenhaus Janborf durch bie schiveren Angriffe in ber „Wahrheit" auf* gefordert werden sollte, bem Blatte Inserate zu geben. Ich benfe mir, im Gegenteil, daß ein anständiger Mensch, der so etwas von sich liest, geradezu abgeschreckt werden muß, in eine Verbindung mit solchem Blatte zu treten. In ben etwa 300 Artikeln, bie mir zur Begutachtung Vorlagen, habe ich auf ber einen Seite bie politische Teridenz zu berücksichtigen gehabt, bie ja unbestritten ist, auf der anderen Seite aber auch das Bestreben mancher Artikel, in den Sumpf des Berliner Nachtlebens eirrzudringen. Unb hierbei habe ich beobachten müssen, daß letzteres nicht gefchah, um ben Leser abzuschrecken, sondern im Gegenteil eine so pikanye Form gewählt wurde, daß der Leser das Bedürftris empsinden mußte, in diese Kreise einzudringen, sie kennen zu lernen. Eine dritte Tenbenz der Bruhnschen „Wahrheit" ist der Kampf gegen das, was der Angeklagte als Korruption bezeickmet. Hub auch hier ist es unbestritten, baß dieser Kampf bered)tigt ist, wenn er z. B. gegen die Warenhäuser, Spielhöhlen u. a. mehr geht. Die Frage ist nur, ob die bafür gewählte Form bie richtige ist So gibt denn auch die „Wahrheit" als Scnsationsblatt, sie ist auch ein Sensationsblatt, indem sie die persönlickien Dinge hi den Vordergrund stellt und wird wohl auch immer als ein Sensationsblotl gelten. Auf die Frage aber, ob mit diesen Sensationen eins Erpressung beabsichtigt wird, muß ich mit einem glatten nein beantworten. (Bewegung.) V o r f.: Könnte man das aber nicht ans vielen Begleib- mn ständen boch annehm en? Sachv er ständiger: Zurzeit noch nicht. Solchen Kombinationen müßte bie gegenwärtige Derlwnd- lung nachgehen, für mich existieren sie zurzeit nod) nicht. Denn wenn man jemand angreift, so ist es bod> an sich ausgeschlossen, daß man von ihm baraushin Inserate erhält. Dann müßten boch erst irgendwelche Zusammenhänge festgestellt werben. Beisitzer: Können Sie uns sagen, ob die „Wal/rheit" als ein sogenamtt^ Revolverblatt zu bezeickmen ist? Sachverständiger: Nein, bas kann ich nicht. Der Beisitzer: Auch nicht im Falle Jan- dors? Sachverständiger: Nein. Staatsanwalt zum Sachverftänbigen Dr. Liman: Ist es aber nicht eine auffallende Erscheinung, daß Bruhn nicht gegen die Gesamtheit der Warenl)äuser ankämpft, sondern nur immer gegen einzelne und Einzelfälle breittritt? Sachverst: Nein, denn eine Zeitung kann nur immer den Einzelfall erörtern; sie ist abhängig von dem Material, das ihr zugettagen wird. Rechtsanwalt Brederek (zum Sachverstäribigen): Sie können also nicht den Satz der Staatsanwaltschaft unterschreiben, die „Wahrheit" habe sich vom Sensationsblatt allmälstich zum Revolverblatt entwickelt. Sachverst: Nein, darüber könnte ich ärst am Schluß der Verhandlung Auskunft geben. Ter Verteidiger erklärt Johann namens des Angeklagten Wilhelm Bruhn, daß dieser sich in höchster Erregung befinde, weil die heutige Nummer der Deutschen Nack>richten einen Artikel bringe, in welchem fein Klient bereits als schamloser Erpresser geschildert wird. Es heißt darin, sein Treiben sei entlarvt, weil er ben Patriotismus mit Sittenlosigkeit verbinde. Es kommt dann zu einem Zusammenstoß zwi schein Gerichtshof und Verteidigung, bei welcher Gelegenheit gerade der Landgeridstspräsibent als Zuhörer den Saal betritt. Rechtsanwalt Meyer I. bittet nämlich in Bezug auf Weber und Paul Bruhn die Verhandlung insoweit zu befdxränfen, als strafbare Beihilfe zur Erpressung vorliegt. Ob Sensation in der „Wahrheit" gemacht worden sei, erscheine gleichgültts» In der bisherigen Verhandlungsart gerate man ins Hf erlöse, Vors.: Wir müssen das ganze Milieu feststellen und das gesamte Geschäftsgebahren des Dauptangeklagten aufrollen. Ems Trennung in Bezug auf die beiden anderen Anaeklagten ist undenkbar, denn wenn der 9lbgeorbnete Wilhelm Brul/n unsdmldig ist, müssen die anderen Angeklagten ohne weiteres freigesprod>m werden. Ich weise das Wort „uferlos", das ber Herr Verteidiger gebrauchte, ganz entschieden zurück. Staatsanwalt: Ter Angeklagte Weber hat als Redakteur auck) Inserate akguirierl. Ist das nickst ungewöhnlich? Dr. Liman: Das ist eine sehr wichtige Frage. Bei großen Zeitungen ist ein solck>es Vorgehen gairz ausgeschlossen, ^lenn ein Redakteur selbst wegen Annoncen rorspricht, so wird dadurch geordnetentage des Kreis-Kriegerverbandes Geln- ner k Neuestes Auer H Aaergesellschaft Berlin 0.17 Ueberall erK<licK eie in Ten die eigenfffmTW 3ifnaHon geschaf^n, wielche bt? ßfemKagt vieser ganzen Sache bildet. Sodann wird als Zeuge der Jnseratenagent Klobzis verkommen und zwar unter Aussetzung der Vereidigung. Vars.: Sie waren Jnseratenagent bei der „Wahrheit". Bekamen Sie bestimmte Anweisung? Zeuge: Bei der Anstellung gab mir -Herr Wilhelm Bruhn die Anweisung, ich) solle Warenhäuser nicht besuchen. Bors.: Hatten Sie denn irgend einen Einblick in, das redaktionelle Betriebe? Zeuge: Nein, nicht im geringsten. Ängekl. Bruhn: Kam Ihnen der Geschäftsbetrieb korrekt vor? 'Zeuge: Ja. Aus weiteres Befragen bekundet der Zeuge noch, daß Bruhn ittym -gegenüber^ die Aufnahme eines Inserats, in welchem ein Mittel zur Verschönerung der weiblichen Büste angepriesen wurde, abgelehnt hat. Aus Statt unt Land. Gießen, 27. Oktober 1910. Ein Kaiserjubiläumsfonds. Auf dem Ab> Kreis Friedberg. L. Friedberg, 26. Okt. Der Gottesdienst irr unserer Burgktrche wird nächsten Sonntag abend wieder f. Herbstein, 26. Okt. Für den verstorbenen Rech- der Bezrrkssparkasse Herbstein, Rendant Weitz, wurde tn der gestrigen Vertrauensmännerverscrmmlunq dessen Sohn Heinrich Weitz fast einstimmig Kum Rechner dieser Kasse gewählt. Letzterer war schon lange Jahre bei seinem Vater als Gehilfe tätig und hat' seit dessen Tod die Kasse geführt. Man ist mit dieser Wahl in beteiligten Kreisen sehr -usrteden, umsomehr, als von anderer Seite Gegenagitation getrieben tourbe und Herr Weitz beiseite geschoben werden sollte. Kreis Lauterbach. f. Lauterbach, 26. Olt. B^i dem am 2 Sept, bei Lauterbach abgehaltenen Scharfschießen der 25. Feldar^ille- riebrigade und des Fußartitlerie-Regiments Nr. 3 hat letzteres aus schweren Feldhaubitzen sogen. Uebungsmunitian verfeuert. Diese Geschosse werden, da die Hülle bei der Explosion vollständig erhalten bleibt, nach dem Schießen durch den betreffenden Truppenteil wieder gesammelt, um für weiteres Schießen frische Verwendung gu finden. Nun fehlten nach dem Schießen etwa 100 Geschosse, die, wie man vielfach beobachtet hat, nach dem Schießen pon dem das Gelände absuchenden Publikum mitgenommen wurden. Das FußartilleriEegiment Nr. 3 läßt nun "ach den Geschossen, die ein Gewicht von 80 Pfund haben,! in den um das Scbießgelände liegenden Ortschaften nach- forschen. — Durch die in letzter Zeit hier vorgekommenen Einbruchsdiebstähle machen jetzt die Versicherungsgesellschaften gute Ge schäfte. Viele Einwohner, die ihr Geld und ihre Papiere w .Hause nicht sicher Bfuhlen, lassen sich von den täglich hier anwesenden en in Versicherungen gegen Einbruchsdiebstahl aufnehmen. Auch Gewerbetreibende finden lohnende Beschäftigungen, da viele Hausbesitzer sich elektrische Alarmklingeln und Gitterfenster an ihren Häusern anbringen lassen. Für moderne Einbrecher ist dies jedoch schon längst kein Hindernis mehr und eine gute Versicherung ist immer noch vorzu- zrehen. ° barten Preis einen Abzug machen. Aber auch er wurde zur vollen Zahlung verurteilt, denn er hatte seine Erklärungen dem Fuhrmann, der das Obst brachte, abgegeben, er hätte fich bannt aber an den Verkäufer selbst wenden muffen. •* Postgiroverkehr mit Belgien. Am 1. N o|* o em bet wird ein Postgiroverkehr zwischen Teutscbland und Belgien eingerichtet. Am Verkehr können alle Inhaber eines deutschen Postscheckkontos und alle Personen teilnehmen, die ent- iveder ein Konto bei der Belgischen Natwnalbank oder bei einer Privatbank unterhalten, die ihrerseits ein Konto bei der Belgischen Nanonalbank hat. Das von der Belgischen Nationalbaiik beraub gegebene Verzeichnis ihrer Konwinhaber kann im Deutschen Reiche zum Preise von 50 Psg. durch die Postscheckämter bezogen werdeii. Für die Inhaber eines deutschen Postscheckkontos wird es sich empfohlen, bei ihren Geschäftsfreunden in Belgien, die kein Koiito bei der Nationalbaiik besitzen, anzuiraqen, ob sie ein Konto bei einer Privatbank haben, die mit der Belgischen Nationalbank im Kontoverkehr steht., Der Postgiroverkehr wird in Teutschlaiid durch die Postscheckämter, in Belgien durch die belgische Post- verwaltung vermittelt. Er wird sich in derselben Form abwickeln, wie der bereits mit Oesterreich-Ungarn und der Schweiz bestehende Verkehr. Die Inhaber eines Kontos bei einem Postscheckamt in Deutschland benutzen also dieselben Formulare (Giropostkanen, Ueberweisungsformulare, Scheckformulare) wie im inläiidischen Verkehr. Die Beträge können in der Reichswährunq ober in der belgischen Frankenwährung angegeben werden. Der Umrechnung^ aewerbe Gießens seinen Sitz. Der kantige, durch dcht Abbruch sichtbar gewordene Schlot ist das Einzige, was noch an die vergangenen Zeiten erinnert. — Nach der Mitteilung eines alten Gießeners war noch 1870 ein Haus an jener Stelle, in dem ein Original wohnte, der Pumpenmacher Lang selig. Die Gegend hier am Tiefenweg hieß das kalte Loch und als die Gefangennahme Napoleons bekannt wurde, da gabs in Gießen abends eine Illumination, an der sich der Pumpenmacher mit einem glänzenden Transparent beteiligte, dessen Text zum geflügelten Wort geworden ift: j „Un wohn wer auch im kalten Loch, So illuminieren wer doch." •* Was beim Obstkaufzu beachten i st. Von ganz allgemeinem Interesse sind in der gegenwärtigen Obstzeit die folgenden Hinweise auf die Gerichtspraxis bezüglich häufiger Differenzen beim Ob st handel. Em Wirt hatte eine Ladung Aepfel gekauft. Er hatte die Proben genau angesehen und bezeichnet, der Händler sandte ihm aber minderwertige Aepfel. Der Wirt war empört, als ba5< schlechte Obst im Wagen bei ihm eintraf, verweigerte die Annahme und stellte die minderwertige Ware dem Absender augenblicklich telegraphisch zur Verfügung. Man denkt nun, den Prozeß, den der Händler anstrengte, habe er sicher verlieren müssen, das Umgekehrte aber trat ein, der Wirt mußte zahlen und natürlich dann auch die Kosten tragen. Warum? Weil es nicht genügt, die mangelhafte Ware sofort zurückzuweisen, indem man mit allgemeinen Worten die minderwertige Qualität bezeichnet. Die Mängel müssen vielmehr genau und besonders bezeichnet werden: „Tie Aepfel sind kleiner als die bestellten, sie sind schlechter im Aussehen, es sind zu viele faule darunter, es ist eine ganz andere Sorte usw.". Trifft dies zu und wird der betreffende Mangel dem Verkäufer sogleich nach dem Bemerken des Mangels mitgeteilt und die Annahmeverweigerung erklärt, so muß er die Ware zurücknehmen. — In einem anderen Falle fehlte es nicht an der genauen Bezeichnung der Mängel. Der Käufer schimpfte gewaltig über das minderwertige Obst und wies im einzelnen den Unterschied zwischen der bestellten und der erhaltenen Ware nach, erklärte auch, er werde an dem verein- (?) 3™ ueuen Schlachthof ist eine Badeeinrich- ^.9 für die dort beschäftigten Meister und Gesellen ein- , gerichtet. Zweifellos ist nach getaner Arbeit ein kühles Bad für die Arbeiter eine große Wohltat, abgesehen davon, daß man auch aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen in modernen Sch lach thäuserii für Badegelegen- hnt sorgt. - Auch der 40 Meter hohe Schlot der Anlage ist nun fertig gestellt. Die Arbeiten M Innern der Bauten nehmen aber noch soviel Zeit in Anspruch, daß vor Mar^ f I. nicht an die Inbetriebnahme der Anlage zu denken ist. Hierauf soll mit dem Bau der vorgesehenen ^^.^^^lachthalle begonnen werden. r, ?$jnintereffanter Winkelin unsererAlt- ftab t ist letzt durch das NiHettleaen eines alten Hanfes jm Tiefenweg für die Blicke der Vorübergehenden frei ae- worden. Von der Neustadt ans schaut man auf einen niedri- aen kantigen Schlot, einem Wahrzeichen Mtgießener In- ^ustrre unK Gewerbe. Früher ftanbm hier «uf engen, Raum zusammen gedruckt drei solcher Schlote. Hier in dem Winkel hatte^namlich^die Seifensiederei und das Töpfer- von der als Freundin der antisemitischen Bewegung bekannten Besitzerin des Kaufhauses Rud. Herzog gestiftete Summe unrechtmäßig verwendet worden sei. Der Redakteur Böttcher der „Staatsburger-Zeitung" sei bei dieser Gelegenheit von Bruhn um den Betrag von 1500 Mark übervorteilt worden. Ferner habe Bruhn den OberleuMantLreitag veranlaßt, mit 66 000 Mark tn die völlig verkrachte „Staatsbürger-Zeitung" einzutreten um seme Einzahlung zu retten. Schließlich habe sich Bruhn auch noch des Stellenschachers und des Kautionsschwindels schuldig gemaust. Hierwegen habe er, Zeuge, alle antisemitischen Kreise alarmiert, wahrend Bruhn sich auf Agitationsreisen befand. Bruhn habe damals in Broschüren, Flugblättern und Zeitungen erklärt er werde ihn (Plack) nach seiner Rückkehr verklagen. Bors • Hat er baö getan? 3euge: Bewahre (lacht: ha, ha) (Große Heiter- ^rundete die „Wahrheit" mit Dietrich zusammen unter der Devise: Die großen Leute müssen sich alle in der „Wahrheit" .gegen Brandschaden versichern. Es wird sodann der Annoncenakguisiteur Simon Strauß oufgerufen. Er bekundet: Eines Tages kam ich im Cafß Opsra Mit mehreren Agenten zusammen, darunter auch dem als nächster ^35 s9cIab™en Finten Weiner. Einer der Kollegen hattet verschiedene ^Exemplare der Wahrheit" und sagte: Seht ihr, toxc ^ie müßt ihr Mich arbeiten, dann wbre1c 9k“te WaKc.ma^n- Ein anderer äußerle Mit Rücksicht auf die vielen Inserate von jüdischen Inserenten,1 kurs wird vorn Reichs-Postamt unter Anlehnung an die Notierungen der Börse festgesetzt. Die Gebühr beträgt für Ueberroeifungen nach Belgien 5 Pig. für je 100 Mk., mindestens jedoch 20 Pig. Für UebertveUungeu aus Belgien werden dem Gutschrifts-j empfänger in Deutschland — außer der etwaigen Zuschlaggebühr von 7 Psg. bei mehr als 600 Buchungen — keine besonderen Gebühren in Rechnung gestellt. namentlich jüdischer Kaffeehansbesitzer: Die „Wahrheit" sehe aus wie ein „koscherer Mittagstisch". (Heiterkeit.) Ich selbst äußerte, diese Inserate werden mit dem Brecheisen geholt. Vors.: Wie kamen Sie zu dieser Aeußerung? Zeuge: Ich konnte mir nicht denken, daß so viele Juden freiwillig Inserate auf ein antisemitisches Blatt in dieser umfangreichen Weise aufgeben. Hierauf wird zum Schluß der heutigen Sitzung der Jnseratenagent Rud. Weiner befragt, ob er zu Leuten gehen sollte, nm dabei durchblicken zu lassen, daß die „Wahrheit Material gegen sie habe. Der Zeuge bestreitet das mit aller Entschiedenheit. Er habe Bruhn überhaupt nur drei- oder viermal in seinem Leben gesprochen und niemals sei irgendwie eine Beeinflussung oder Bedrohung ausgeübt worden. Darauf werden die Verhandlungen auf morgen vertagt. Hierauf wird der Reichstagsjournalist Berkowitz vernommen. Er leitet /das Beckler'sche parlamentarische Bureau, das für rechts- und linksstehende Blätter gleichmäßig die Reichs- und Landtagsberichte liefert und kennt somit den Angeklagten Bruhn, sowohl als Abgeordneten, wie als Herausgeber der „Wahrheit". Vors.: Ist Ihnen bekannt, daß der Angeklagte Bruhn..,_______ Schweigegelder empfangen hat, um Angriffe gegen bestimmte Per- hänfen wurde ein Js(.a sonen zu unterlassen? Zeuge: Darüber weiß ich nichts. Ob r. ’ . _ *in Schreiben des Kriegerbund-Haupt- bei den Unterhaltungen über Bruhn auf der Tribüne davon ge-1 ^oritanoes zur Kenntnis gebracht übereine zum 25jährigen sprachen worden ist, weiß ich ebenfalls nicht, weder von Schioeiae- R e g i e r u n g s j u b i l ä u m des Kaisers geplanteStistung aelder noch von Erpressungen. Vors.: Aber was wurde über eines Kaiser-Jubiläumsfonds für die Krieger - Waisen- - »-*=!-• **♦,»**’*** ™" habe ich aber auch mit anderen Kollegen darüber gesprochen unb öfloregbeitrag von 10 Pig. für die Zeit biß 1913 vor, ohne zwar mit rechts und links steheiiden. Vors.: Sie haben in iicr Mildtätigkeit vermögender Mitglieder Schranken zu setzen. Voruntersuchung ausgesagt: In Journalistenkreisen ivar man Die Iubiläumsspende soll daru bienen, den Kriegerwaisen- ■Wf&'wffirass' * «f •* «rw * 8*** Revolverblatt? Zeuge: Ein Blatt, das in einer Form er- )c9ule angewiesen sind, einen festen Fonds zu schaffen. scheint, dessen Attikel als indirekte Nötigungen aufgefaßt werden, •• Ko n r e rt - V ere in Wie aus dem Inseratenteil weim es nicht erpresserischen Zwecken direkt dient. Ich sehe den x o Znseratenleil Charakter eines Revolverblattes schon gegeben, wenn darin twn a rV erd*'nct . bcr Konzert-Verein am Sonntag, Leuten gesprochen wird, die Butter auf dem Kopfe haben und damit $0. Oktober, seine Wintersaison mit einem Orchester- mcht gern in die Sonne der Oeffentlichkeit treten wollen, über-labend, der, sicherlich zur Freude aller Musikfreunde, ein aber, Sie wären ihm feindlich gesinnt, weil er ein ausgesprotinmer Sommerpause wäre auch bie Eröffnung mit moderner Äiusik, Llntisemit sei, während man von Ihnen überhaupt nicht wisse, aon der wir ja in den übrigen Konzerten genügend Proben was Sie eigentlich seien. Zeuge: Ich war früher Jude und kosten werden, nicht am Platze gewesen. Professor Traut- hm misgelreten .......... s mann hat daher mit gutem Vorbedacht eine der beliebtesten der Gegenseite zu hören und zwar in der Person des Parlaments- Mdn schen e nfamen und die leider selten gehörte journaliften Konrad Dö r i n g. Dieser bekundet: Ick habe Herrn -oeethoven fche Sinfonie in B»dur gewählt, zwischen Bruhn gelegentlich des Konitzer Prozesses und als Kandidat für welchen Mozarts Don-Juan-Ouverture eine angenehme Ab- ben Reichstag ,m 5. Berliner Wahlkreise kennen mch schaden wechSlung bietet. — Alles deni Musikfreunde vertraute Werke gelernt, weil er mutig und in nationalem Sinne an die Oencnt’ am«..* / a c Weit trat. Ich habe seine „Wahrheit" seit vielen Jahren i * tr°^r r2lIter8£ (Beethovens B-dur^mfome ist gelesen und bin auch ihr Mitarbeiter. (Bewegung.) $ o r f.: 18Ub 8um erlten Male aufgesührt) ihre Jugendfrische und Was halten Sie nun von der Anklage? Zeuge: So etwas ihren Zauber bewahrt haben. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten hier einzugehen: hierfür empfehlen wir die ausgeschlossen. Ich kenne ihn fett 7 biS 8 Jahren und hatte k«: fSprrn firm ft g u-l s. , .ihn für einen tadellosen Ehrenmann. • u i i ’ Challier vorrätigen kleinen Konzertführer des Es wird dann unter allgemeiner Spannung der Schriftsteller bekannten Verlages Breitkopf & Härtel. Die Solistin des Rudolf Plack-Podgorski als Zeuge aufgerufen, von dem Abends, Frau Kaempfert auS Frankfurt a. M., ist von Va^ Sesligsten Gegnern des An- früheren Konzerten her noch in bestem künstlerischem Andenken daß der Herr Plack mit sechs A^natm Gesängnis bestraft ist.' a??"* ihre Gesangskunll neuerdings noch durch eifriges Von feinen anderen Vorstrafen wegen Unterschlagung, Betrugs '^ubium vertieft. Das Orchester wird von der von dem usw. will ich ganz absehen und nur noch feststellen, daß er wegen letzten Konzertjahr her bekannten verstärkten Palmenaarten- 8Sää sssw.wä'ä.9» s tFttset *•«***.»• Broschüre „Pharisäer und Heuchler" verfaßt die Herr Miquel ^^0ÜCn§ Sr^mS II. Linfonie Hervorragendes als Beleidigung empfand. Als ich aber nachher aus dem Ge- feiltet hat. Daß Professor TrautmannS Name fängnis kam, hat der Herr Minister mich ausgesucht und mir für einen hohen musikalischen Kunstgenuß bürgt, braucht wohl fein Bedauern darüber ausgesprochen Angeklagter Bruhn (er- nicht besonders begründet zu werden regt aufspringend): Das ist eine Beleidigung des toten Herrn y ö Ministers Zeuge: Was wissen Sie davon, wie ich mit dem .. \,e Ortsgruppe Gießen des Deutsch- Herrn Minister gestanden habe. (Heiterkeit.) Ein anderer und ^./"nalen Handl ungsgehi lfen-Verbandes veran- 6efferer Reichstagsabgeordneter als Sie, Wilhelm Pickenbach, hatte Tl?,e uns schreibt, am Dienstag, 1. Nov, in Steins mich bei ihm eingeführt und weiß auch, daß der Minister mid) r..cf" ,®me” 2 i cb t b 11 b e r - $ o r t r a g und hat dazu den Reise- später besucht hat. Bruhn (erregt): Das ist eine Beleidigung '^rmiteller Joachim Harms ans Hamburg gemonnen, dem em unb Sck>ändung des Andenkens des Ministers, den ich vor Ihnen 0"ter Rus vorausgeht. Herr Harms hat bereits vor dem König ausdrücklich gewarnt hatte. Zeuge: Wer hat den Minister Sachsen und vor dem Herzog von Sachsen-Altenburg Vorträge vor mir gewarnt? Bruhn: Ich. Zeuge: Sie^ Ha, ha gehalten. Erjmrb über seine fünfte Reise nm die Welt sprechen. Sememe Heiterkeit.) Damals existierten Sie ja noch gar nicht ?linSS”f 2'chtbilder von wunderbarer Farbenpracht aus allen Teilen als waren. Sie wenigstens noch nicht ausgewachsen, sonst öec -üiclt werden seinen Vortrag veranschaulichen. müßten Sie wissen, daß der ganze Antisemitismus in meinem Kampfe gegen den Minister Miguel hinter mir stand und daß „Staatsbürger-Zeitung" durchaus meine Partei nahm. Wer smd Sie Überhaupt? lHeiterknt.» Bruhns Ein s° guter Anti- & es ®ro»ere ®W|b ' Anzeigen .?«"V* 'S ,Q" b-°-b,«....« (etnfallenb): Sind nun die Herren mit der gegenseitigen Vor- vormittag zu bestellen. Nur dann ist eS möglich, der Sah. Ä'Ää.Äi'ii.S'.Ä. hÄ", S--Ä-» .«-.i-ch-» nicht einschüchtern. Bruhn, laut: Sie mich auch nicht Zeuge lasten, die zu einer guten Wirkung erforderlich ift nod) lauter: Sie wissen ja noch gar nicht, was ich aussagen' ----------- -------------- werde. Warten Sie doch erst ab. Brubn: Auf alle Fälle ernarc ich schon letzt, daß es mir ganz gleichgültig ist, was dieser k , Derr aus, agen wird. Bors.: Darauf kommt es nicht an. Wir * abttt) eat er. Schon heute sei auf das ftan- 52 enma‘g bbrcn. fGroszc Heiterkeit., War Bruhn denn nach Solche Gastspiel der hier schon bekannten Gesellchaft ftanzosifcher Sprache werden bei Billettbestellungen umsonst ausgegeben. ö beginnen, nachdem er 8 Wochen teng geschlossen blieb. Auch unsere Stadtkirche, die in den vorhergehenden Jahren den Winter über nicht geöffnet war, wird nunmehr, da sie Hei- rungsanlage besitzt, Wintergottesdienst Haven. Ter Dekan des Dekanats Friedberg, Pfarrer Schrimpf von Butzbach, trat mit dem 1. Oktober in den Ruhestand und die Dekanatssynode Friedberg steht vor der Neuwahl eines Dekans. l. Ost he im b. Butzbach, 26. Okt. Der hier und (in der Umgegend angewandte Mäusebazillus hat soviel wie keine Wirkung gehabt. In manchen Gemeinden sind über 100 Laib Brot dazu verwendet worden, doch ohne Erfolg. Eine etwas bessere Wirkung hat der jetzt angewandte Giftweizen zu verzeichnen. Ganze Scharen vytn Mäusen liegen auf den Aeckern, aber dennoch sind noch ei,ne Unmenge vorhanden, die nach Ansicht der Landleute afüch nicht eher Weggehen, bis Msse mit darauffolgender Mlte gekommen. Feuchtigkeit tut dringend not, auch zur i'ussaat des Winterweizens, der infolge der anhaltenden 'rockenheit sehr spät hinauskommt. Die 'Aecker sind so art, daß an eine Bearbeitung eben kaum zu denken ist. Das 'orn macht auch schleckte Fortschritte, auch tun hier die Muse das ihrige, so daß, wenn nicht bald Regenwetter Eintritt, im nächsten Jahre eine schlechte Kornernte zu erwarten ist. Hessen-Nassau. '() Marburg, 26. Okt. In der Dreihäuser Basaltsteinindustrie tritt jetzt auch der Kreis Marburg als Unternehmer auf. Der Kreisausschuß hat nämlich, um billiges Material für die dem Kreise jetzt zu- ttefaflene Unterhaltung der Landwege zu gewinnen, unweit ‘ jer Kreisbahn in der Gemarkung Dreihausen ein 9098 Quadratmeter großes Gelände zur Anlage eines B a s a l t st e i n - bruchs zum Preise von 14903 Mk. erworben. — Während im vorigen Herbst ein Teil der Studentenschaft wegen der Bierverteuerung den B o y k o t t über das B o p p - sche Bier verhängt hatte, hat nunmehr das hiesige Ge- werkschastskartell wegen der Nichtanerkennung der Brauerorganisation seitens der Firma die gleiche Maßregel ergriffen. s. Bischoffen, 26. Okt. Nach einer 55j ährig en Dienstzeit ist Lehrer Diakont Hierselbst in den wohlverdienten Ruhe st and versetzt worden. Dem bewährten Nestor der Hinterländer Lehrer wurde durch Landrat Dr. Daniels in Gegenwart der Gemeindevertretung und des Schulvorstandes der Kronenorden 4. Klasse überreicht. Fast die gesamte Einwohnerschaft hat zu Füßen des alten Lehrers gesessen. = Battenberg, 26. Okt. Auf Donnerstag, 17. November, ist die Eröffnung der Teilstrecke Allen- dors — Hatzfeld (Ederbahn) festgesetzt. Die Einladungen dazu sind ergangen und die Interessenten zu einem Festessen eingelaoen. Die Eröffnung der Strecke Hatzfeld-Ar- seld kann erst im nächsten Frühjahr erfolgen. w. Fulda, 26. Okt. Der Bcchnwärter Wolf von Kerzell wurde von einem Schnellzug üb er fahr en und 'war sofort tot. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 25. Okt. Wegen Vergehens gegen das Sühstoffgeseh wurde der Kaufmann H. H. zu Vilbel durch das Schöffengericht zu 50 und die Witwe E. G. zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Süßstoffgesetz verbietet den Besitz von über 50 Gramm eines eilt künstlichem Wege hergeftellten Stoffes, der eine höhere Süßkraft als'raffinierter Rohr- oder Rübenzucker, aber nicht den entsprechenden Nährwert besitzt, ohne von einer zur Abgabe eines solck^en Stoffes befugten Person bezogen zu sein. H. hatte früher ein Saecharinegeschäft im großen betrieben. Beim Inkrafttreten des Süßstoffgesetzes hatte er noch für etwa 10 000 Mark des! Stoffes aus Lager, bei dessen Absetzen er mit den Zollbehörden und dem Gesetz in Konflikt geriet, was zu seinem geschäftlichen Ruin führte, da er außer gerichtlichen Strafen für Zollstrafen allein 53 000 Mark zahlen mußte. Nach seinen Angaben hatte er im vorigen Jahre noch von diesem Süßstoff im Besitz und da ihm infolge einer Anzeige eine Haussuchung drohte, habe er Frau G. einen mit Saccharinsläschchen gefüllten Korb und einen Koffer pm Aufbewahren gegeben. Frau G. bestreitet, gewußt zu haben, daß sie sich int Besitz von Saccharin befinde, vielmehr habe sie von H. nur einen Koffer bekommen, als Pfand für ein Darlehen, der angeblich nur Silberzeug enthalten sollte. H., von dem es sich her aus stellte, daß er einem Kaufmann zugemutet hat, er möge ihm seinen noch vorrätigen Saccharin an Brauereien absetzen, beruhigte sich bei dein! Urteil; Frau G. aber erhob Berufung, indem sie vorbrachte, sie habe weder gewußt, daß sie im Besitze von Saccharin, noch daß der Besitz dieses Süßstoffes strafbar sei. Auf Grund früherer Angaben der Angeklagten» müßte angenommen werden, daß sie gewußt hat, daß ste sich im Besitz von Saccharin befindet, ob sie gewußt hat, daß der Besitz desselben strafbar ist, kommt nicht in Betracht. Ihre Berufung mußte deshalb zurückgcwiesen werden. Urkundenfälschung und Vergehen gegen da8 Viehfeuchengesetz ist dem Landwirt I. K. IV. von Mi11elseemen und seinem Sohn K. K. zur Last gelegt. Die Angeklagten sind auch Schweinezüchter und besuchen häufig die Ferkelmarkte, wozu sie mit einem von der Ortspolizeibehörde ausgestellten Ursprungszeugnis versehen sein müssen. Kürzlich wollten sie den Markt in Gedern besuchen und da sich am Abend zuvor feine Gelegenheit zur Ausstellung des Zeugnisses durch den Bürgermeister bot, sie aber in der Frühe schon ausbrechen mußten, änderte der alte K., um den Bürgermeister nicht stören zu müssen, einen alten Schein ab, den der Sohn dem Gendarmen auf dem Markt vorzeigte. Beide Angeklagten waren geständig: sie wollen aber nicht gewußt haben, daß sie sich strafbar machen. Da ihre Angaben glaubhaft erschienen und ihr Verhalten keine schlimme Folgen hatte, kam der alte K. mit 3 Tagen Gefängnis durch. Der Sohn wurde wegen zweier Vergehen zu je 3 Tagen Gefängnis verurteilt, woraus eine Gesamtstrafe von 5 Tagen gebildet wurde. Eine Zurückweisung der Berufung wegen ungenügender Entschuldigung erfuhr der Buchdruckereibefitzer P. M. von Bad-Nauheim, der vom Schöffengericht wegen Beleidigung verurteilt worden ist. In einem kurz vor dem Termin eingelaufenen Brief ersuchte er um Absetzung des Termins, da sein Hauptzeuge krank sei. In der Annahme, der Termin würde abgesetzt, erschien der Angeklagte nicht. Nach der Strafprozeßordnung muß in einem solchen Falle die Berufung verworfen werden, was auch geschah. Wäre der Angeklagte erschienen und hätte seinen Antrag wiederholt, so wäre das Gericht in der Lage gewesen, die Sache zu vertagen. (ScricbtsfnaL Trier, 26. Oft Im Mordprozeß gegen den Rennfahrer Breuer ist eine neue Verzögerung eingetreten. Um Schießversuche auf Leichen zu veranstalten hatten sich mehrere Fachleute und Aerzte von Trier nach Berlin begeben. Ein dortiges klinisches Institut wollte die Leichen liefern. Der Polizeipräsident hat jedoch die Genehmigung zu den Schießver- I heben nicht erteilt und dies auf wefteres untersagt. London, 26. Okt. Dr. Crippen hat beschlossen, gegen das gegen ihn ergangene Urteil Berufung einzulegen. . Nom, 26. Oft. Der Kassationshof hat die Berufung der Gräfin Tarnowska und des Advokaten P r i l u k o w gegen das Urteil des Schwurgerichts von Venedig abgewiesen. Naumow, der seine Strafe bereits verbüßt, hatte keine Berufung eingelegt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Zynaaoge (Süd-Anlage)., Samstag den 29. Oktober 1910: Vorabend: 5.00 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterkläruug. Sabbatausgang: 5.55 Uhr. Israelitische ttrtigionsgejellschast. Gottesdienst. Sabbatieier am 29. Oktober 1910: Freitag abend 4.40 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ansgang 5.55 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.80 Uhr, abend« 4.30 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehen Wetter Höchste Temveratur am Niedrigste , , Okt. 1910 25. 25. N 5 «v E N -CM tri E c. SK bis 26. Oktober = 4- 11,5 , 26. , — 4- 2.9 26. 2" 752,1 11.4 7,5 75 SSW 2 0 Sonnenschein 26. 9 “ 752,6 3,5 5,5 93 NE 2 0 Klarer Himmel 27. 7" 751,1 5,9 96 NE 2 10 Bed. Himmel Kleine rageSchronir. In Berlin wurden in einem Ju w elierlad en der Oranienstraße Waren im Werte von 40 000 Mk. durchs einen Deckeneinbruch aus dem aderen Stock gestohlen. Die Einbrecher entkamen. Nach einer Meldung aus Altenahr erfolgte bei den Bahnarbeiten am Saad}er Tunnel eine Explosion, wodurch vier Arbeiter schwer verletzt würden. Einer; starb bald daraus. Die Tribünen und Stallungen auf der Rennbahn im Gräfenberger Wald bei Düsseldorf sind in der vergangenen Nacht vollständig abgebrannt. EH liegt Brandstiftung vor. Märkte. F.C. Wiesbaden. Diehhoi-Marktbericht vom 26. Okt. Austrieb: Rinder 35, Kälber 156, Schaft 90, Schweine 349. Tendenz: Rmder, Kälber, Schafe und Schweine mittelntäßig. Preis Durch- pro 100 Pfd. schnUlspreis von-blSvon-bis 89-92 51 90 85-87 46 86 80—83 41 81 Ochsen. Voll fleischige, ansgemästete, höchsten liebcnb« Smlachf pro 100 Pfund geivicht , uebenb« Schlacht« gewicht Schlachlwerleö, höchstens 6 Jahre alt 49—53 Junge, fftlschige, nicht au§gemä|iele und altere ausgemästete......44—48 'Mäßig genährte junge und gut genährte ältere.........40—43 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgelnästete Färjen höchst. Schlachtivertes........ 45-51 82—89 48 85 VoUstelichlge ansgemästete Kühe höchst. Schlachtivertes bts zu 7 Jahren. . 40-45 77—82 42 79 'Hellere ansgemästete Kühe nnd wenig gut entwickelte simgereKühe u. Färjen 36—39 72—75 37 73 Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 26—32 54-64 29 59 Kälber. Feinste Mast- (VoUmtlchmast) und beste Saugkälber......... 60-64 100-107 62 103 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 53—59 89-98 56 93 Geringere Saugkälber..... 45—50 75—86 47 80 Schale. Mastlämmer und jüngere Masthammel 40—00 80 — 00 40 80 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........ 57—58 73—74 57 73 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht........ 57-58 73—74 57 73 Fleischige Schweine...... 54—56 70—72 55 71 Limburg a. d. Lahn, 26. Okt. Fruch tmarkt. Durch- schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (itaffauiidier) 16,50 'Dlt, weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,10 Mk., Korn 11,00 Mk., Gerste: Fnttergerste 9,50 Mk., Braugerste 00,00 Mk.. Haier, alter, 0,00 Pik., neuer 7,00 Mk., Erbsen 0,00 fülL, Kartoffeln 6,00-7,00 Mk. Turmhoch über dem gewöhnlichen Lebertran steht Scotts Lebertran-Emulsion. Dies ist darauf zurückzuführen, daß zu ihrer Herstellung nur die denkbar besten Rohstoffe verwendet werden, die in dem seit Jahrzehnten bewährten Scottschen Verfahren so leicht verdaulich gemacht roerben, daß der volle Nährwert sämtlicher Bestandteile dem Körper zugut kommt. 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II v. 1905 97.40 99.70 bo. v. 1899 37, Ulm d. 1905. . 100.20 Wiesbaden v. 1900 lünbb. ab 1905 - ■ Pes. 93.10 Sächsische Rente Eisenbahn-Poritäten . 83.40 Ausländische. b. bo. bo. 98 80 Kr. 91 bo. 98. M. ! 91.- . i. S. Lire L G. 4 Erlangen L Kopenhag. v. 1901 unk. 1911 2043c 96.90 ö.fL bo. Oest. Süb (Lomb.) fff. 400 2000c Ser. 30*33 unk. b. 1913 Fr. 38/10 Neavel slaati. gar. 1000c 10 bo. E. v. 71 i. G. 99.30 M. I v. 105.60 Oest..Ung. StSb. 1873/74 i.G. v. 19u7 Brünn°RS. 72 stf. i. 100 92. 1. G. M. 1000/2000 M. l. 94.60 85— M. Ungar.-Galizische . sif. t. S 100.40 t. S. Vorarlberg Lire 22. 93.20 73.50 Raab-Odenb. . 28.60 92.20 v. 1902 steuer fr. M. bo. v. 1903 fünbb. 4 ab 1908 bo. i. G. do. Golb-Anl. v. 1894 steuerfr. , bo. Standesherrliche Anleihen. Mainz v. 1900 unk. b. 1910 v. 1896 steuerfr. bo. 95.70 94.90 v. 1886 . do. do. 31/, Gräfl. SolmS-Laubach abgest. Ilaunheim v. 1901 fünbb. ab M. 1906 gar. 4 1903 bo Südwest st fr. gar. 408/2040 . Lstr. 92- Unverzinsliche JLose. ichSbank Südb. Boden Kr. S. 53 u. 54 fünbb. 1906 4 212. S. 15*19, 21-27,31,34,35-39, 4 bis incl. Ser. 52 do. Staat!, oder vrov inzi al-garant. 4 Hess. Landes-Hyp. Bank Ser. 12—13 . unk. b. 1913 3'/. do. 37, bo. Kommunal Ser In.II unk. 1909 do. 37, Nassauische LandeSb. Vit. F. G. H. K. 11. L. bo. M. N. P. 37, Casseler LandeS-Credilann. unk. . . M.600 BerelnSbank . Sfonto-Gesellschaft M. 600/1200 M. 600/1200 98.60 bo. Mecklb. Hyp. u. Wbk. Ser. I verl. 412 do. r. 102 10340 Industrie-Aktien. 47, Eisenb. Rentenbank 4 do. do. ..-Bk. Ser. 2 Meininger Hyp. 47, Eisenwerke Lollar r. 102 nlb. f.Dtschl. S.I-VIM. 300/1-'OU 89.30 4 Preuß bo. do. Psdbr. Bk. S. IS fünbb.ab. 1908 134.20 Pfandbriefe. Hyp. Mannheim fünbb ab 1902 fünbb. ab 1907 do. Westb. Bdkr. 27, Stil^welßenb..Raab-Graz . 27, bo. Ser. 7 unk. b senbahn-Renten-Bk. . aufs. Hypothek.-Bauf do. bo. bo. bo. bo. bo. v. v. 500 200 3 3 öfl.G Kr. 4 ö 5 3 4 4 4 4 bo. do. bo. do. v. 1889 v. 1889 v. 1891 G. G. G. G. G. v. 1889 v. 1891 1888 1897 500 500 71.70 114.50 89.70 89.40 bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. do. bo. bo. bo. bo. bo. bo bo. bo. 40 100 100 150 bo. bo. ob ab ab 100.20 100.20 548. 458. anffurtcr Bank bische Bank . :e8bncr Bank . . eSdner Bankverein cr bo. K bo. M. 1000 M.1000 DL 1000 600/1200 98.25 92.70 94.10 5 5 5 4'/. 47. 1 4 4 4 4 4 4 400 400 400 4 Fulda 4 (Siegen do. do. bo. bo. amort. ab 1907 amort. ab 1910 4 4 Grs. Henckel Hg.v. Donn. r.5,1050.84 Fürst!. SolmS-BraunfelS v. 1880 . 0. 1903 v. 1879 v. 1900 95.90 96.60 90.30 100.20 91.80 dv. do. do. Ser. 5 unk. d Ser. 6 unf. b M. ö. st. 4 38/4 n 4 4 4 4 4 5 5 3 47, 4 37, 1893 1896 1897 1903 1905 93.10 93.— 47, 47, 4 37, 3 4 4 Oest.-Ung.StaaSb. I Oest.Südb.(Lomb) v. 1886 . v. 1895 . v. 1886 . 1904 1904 1906 37, 37, 47, 4 4 4 4 4 4 Moskau-Kasan unk. 1915 . Russische Südost 97 steuerfr. G- G. G. G. S. . 500 . 1000 ö.fL M. ö. st. 37, 4 v. 1888 conoerL v. 1897 v 1902 v. 1905 9 *.50 90.60 100.30 92.10 37, 4 37, v. 1883 abgest. v. 1895 fünbb. (Sottbarbbahn . Jtal. Mittelmeer Anatol. Eisenb. Prince Henri . , Prag-Dux St. Akt. do. ex. W. Sch. Anrechtscheine . fünbb. ab 1901 lünbb. ab 1902 lünbb. ab 1908 unk. b. 1910 . 99.10 99.10 79.10 Stockholm v. 1880 . . Wien Kommunal i. G. v. 1888 l G. v. 1909 t. G. .-'Ns M.1000 Tlr. 100 M. 1000 1 prwtL . . garantierte 1881/88, 92, 93 t. G. v. 1903 L G. v. 1891 v. 1894 . . v. 1898 . Prag-Dux v. 1896 stf. Raab-Oed.-Ebmf. , 1909 1911 1913 bo. von 1892 u. 94 bo. v. 1902 unk. b. 1910 bo. v. 1896 4 4 37, 3 Pes. Lstr. 16 il 17 unk. 1910 18 20 12, 13..... 15 abgest. 1878 u. 83 . abgest. Lit. J v. 1884 v. 1886 u. 88 . . . v. 1894 v. 1905 unk. b. 1915 11. 1894 . . v. 1891 Lit. H 4 37, 37, 37, 3V, 92.50 83.75 92.40 83.90 bo. bo bo 500 500 500 500 v. 1904 nntilgb. b. 1912 1901 lünbb. ab 1906 . 232.— 113.75 312.50 203.- 134.60 198.50 217.90 217.90 218.70 191.40 176— 112.75 Ser. Ser. Ser. Ser. Ser. 1887 stf. i. S. 1887 stf. gar. 96.80 82.10 öuß. E.-B. i. (S. innere v. 1888. äußere Golb-Anl. M. Tlr. M. Fr- ö.fl. M. v. 1888 . . v. 1895 . v. 1898 fünbb. ab 1905 . . . . Lstr. M. Lstr. M. 102.10 100— bo. S. 40 bo S. 43 bo. S. 46 bo. S. 47 bo. S. 44 Tlr. K. Rbl. K. Rbl ö.fl 98.50 94.50 I. Rg. . . II. Rg . . . Ionction . . 2020/4040 mitgeteift von der 47, 4 37, -urde ' hoch Fest-* v. 1896 v. 1898 92.— 92.50 Ser. 6 Ser. 7 fünbb. ab 1906 Ser. 8 unk. b. 1911 . Ser. 9 . . . abgest fünbb. ab 1905 . . fünbb. ab 1907 386— 43— bo. S. 28-30, 32 (tilgb.) do. S. 45 (tilgb.) . dv. do. do. Trier v. .Lstr. M. Kr. 302 - 133.25 171.90 121.10 191.50 160.90 102.80 258.25 324.90 167.40 197.50. 4)3— 207.- 237— 104.50 do. Ser. 3 abgest...... bo. Ser. 2 u. 3 fünbb. ab 1905 Rio bc Janeiro v. 1909 i. G. Sofia ... 4 37, 37, 3 37, 37, bo. bo. 98.50 90.50 90.50 bo. bo. 93.40 91.70 81.30 76.- 37, 37, 37, 37, bo. bo. 99.40 99.40 99.80 99.50 100.10 94.— 92 — 92- 92.50 83.- 83- 83.- 99 — 99 — 99 50 90.50 90 50 Fr- M. Pef. Lstr. 2)1 v. 1900 unk. b. 1911 . . 1. B. v. 1900 lünbb. ab 1905 v. 1881 u. 1884 abgest. v. 1888 v 1898 fünbb. ab 1902 v. 1903 fünbb. ab 1908 1901 Ser. I fünbb. ab 1906 Fr- M. Bank-Aktien. . . M. 1000/3000 4 4 4 37, 47( 47< Heibelberg do. do. »7, 37, 37, 37, 3V, do do. 4 47, 47, 37, 37, 37, 136.30 175— 37, Offenburg v. 1898 fünbb. 4 Pforzheim v. 1899 fünbb. Sertiier Körst. BliesenbachBergw. „ Borz.Akt. Bochumer Guß . BuderuS Eisen Concordia Bergb. Dt. Luxemb. Bgw. Elektr.Lichtu.Kraft EschweUer Bergw. Fa^on IHannftabt , Borz.Akt. Gelsenkirch. Brgw. Harpener „ Haspec Eisenw. . Hemmoor Zement Hiberma Bergw. Hüsch. Eisenw. pumbold Masch. . Laurahüite. . . Massen Bergbau. Mülheimer Bergw. Jiorbb. Wollkämm. Oberschles.E.-Jnd. Phönix Bergw. . Rhein-Nass.-Bgw. Rhein. Stahlwerke Ricbeck Montan . Schics. Berg-Zink Wegelin & Huvncr Westeregeln Alkal, w Borz.Akt. 64.10 66.70 12— 91.70 102.50 37, 4 87, 4 4 4 4 4 37. 37. 37, 47, 4 3 37, 37, 37, 4 4 4 4 Zürich v. 1889 Stadt BuenoS-AireS v. 1892 t. P. v. 1901 v. 1894 v. 1905. . . . v. 1902 fünbb. ab 1907 v. 1903 fünbb. ab 1908 v. 1897 37, Gräfl. SolmS-Rödelheim . . . . 37, FürstL Afenb.u.Büd.-Birstein v. 1887 544.80 159— 455.50 252— 144.-- 144 - 107.90 134.30 91.80 82— 101.— 101. 0 91.10 91.10 80.75 83.30 101.70 926 91.25 5 47, 4 37, 3 37, 37, 37, 37, 37, 4 37, 37, do. Nürnberg do. do. do. Allgemeine Deutsche Kleinbalmen obg. 60% Südb. Eisenbahn-Ges. Darmstadt . . . v. 1898 . . . v. 1902 iündb. v. 1905 . . . n. 14-15 . Ser.I-V nnf 1909 Kom. Obl. S. 5—6 . u. 7—8 . do. do. do. do. D. Atlant Telegraf .... Franken-Allee, garant. v. Frankfurt Franks. Hof r. 105 .... Hamdg. Hyp.-Bk. 2.14) »340 fünbb.ab 1905 bo bo. S. 341-400 unf. b.1910 bo. bo. S. 401-470 unk. b. 1913 v.fl.! Kr. M.1 Fr- Pes. Lstr. M. ! 101— 97— 91.10 90— 90— 95— ö. fl. 150 . . fl. 37, 37, 37, 37, 37, 4 37, 37, 37, 37, 37, bo. 3% 47, 37, 37, 4 4 4 4 4 3V, 3V, 3V, 37, 99— 7^.50 56.70 Inländische. Braunschweig. LandeS-E.-B. II E 91 — 91— 91— 91— bo Schweiz. Eidg. (A.-G.) unf. b. 1911 Serb. amort. . 1895 (405) . . . 2«/,,Südital. (Merid.) @r.A-H. 4 ToScanische Central . . 5 Westsicilian v. 1879 37, Gottharbbahn . . . . 37, Kassel abgest 37, K'ssingen 0. 1886, 1888 u. 1903 . 4 Köln v. 1900 4 „ v. 1908 37, Kreuznach v. 1888 u 1898 . . . 37, Lahr v. 1889 92.75 91.50 84— 100.90 101.50 90.90 82— G. G. G. frankfititt K"se Aschaff.Masch.Pap Reue Boden A. G. Brauerei Blnbing. „ Henninger. „ bo. Pr. Akt. , Kempff . . , Mainzer Akt. „ Rettenmeyer „ Stern(Oberr.) „ Werger . . Zements. Karlstadt Cyem. Bad Anilin „ Bleiu.Silb.Br. „ GrieSh. Elektr. w Albert . . . Dt. All. Telegraph Elektr. Büse Borz. „ Allgem. Berlin „ Lapmeyer . . „ Schuckert „ Stern. & HalSke , Untern. Zürich Farbwerke höchst. KunslseideFft.a.M. 'Masch. Kleger. . „ Gritzner . . „ Fab.LSchleich. Hamb.-Am.-Pcktft. Nordb. Lloyd . . Steaua Rom.Petr. 100.70 100.90 92.10 100.70 100.90 92.10 94.50 94.50 101.50 47, Chile Gold-Aul. v. 1889 . . 6 Chinesische StaatS-Anl. v. 1895 Svez. . 1. amort. bo. bo. amort. amort. v. 1907 v. 1875—80 abgest. . v. 1900 v. 1903 v. 1896 bo. 98 unk. 1909 stfr. gar. bo. 1901 uncv. b. 1915 stf. g. 98.- 81.70 79.10 79.40 81 40 76.40 78— 75— 75— Rente Rente bo. Rente Rente do. v. 1904 do. v. 91 do. v. 97 . fl-7 Tlr. 20 Tlr. 10 . Fr. 15 Lire 150 Lire 45 Lire 10 . s-fl.7 ö. fl. 100 ö.fl. 100 . s.fl-7 ö. fl. 10 Fr. 400 Fr. 400 ö.fL 100 Lire 30 137.60 147.5t- 181.20 129*50 131.— 120— 205- 107.- 193— 74— 119.50 500.10 123— 282.5t* 502— 127— 16— 274.40 117— 162— 219— u. 41 unk. b. 1910 nnf. b. 1913 . . fünbb. ab 1908 4 ö7. 37, 37, 37, 4 Sarb. Sec. stfr. gar. I u. II 4 Sicllianische steuerfr. t. G. 480 — 380— 115.50 100— 10! — 102.50 97.20 4 4 37, 37, 37, 37, 37, 3V, 4 37, 37, 37, 4 3% Gold-An!. v. 1889 .... , Eons. E. B. Ser. I n. II 89 „ Gold-Anl. Em. III v. 1890 . „ Staats-Rente v. 1894 . alt.Kr.Rbl. Rudolf .... „ \ do. (Salzkgtb.) stf. i. G. WotWen.MtL.®Mauf80%abg Hyp.B.Zf'. fünbb. ab 1905 . . Aktien ausländischer Transpoi^ Anstalten. do. do. ö. fl. 200 ö. fl. 200 ö. st. 200 600/1200 . j. st, 350 v. v. v. v. v. Diverse Obligationen. Buderus r. 103 Dtsch. Luxemb. cono v. 1901 lünbb. ab 1906 . . abgest v. 1887 v. 1891 abgest v. 1896 v. 1898 v. 1902 Ser. II fünbb. ab 1907 v. 1901 lünbb. ab 1907 . . . v. 1887/89 v. 1896 fünbb. ab 1901 . . . v. 1903 unk. b. 1914 . . . . bo. v. 1905 . . . Mexik. amort. innere Ser. I—IV bo. cons. äußere v. 1899 steuerfr 101 90 99.- 97.30 90.60 99.80 100— 99.80 100.50 92.- 92.- Staatsb. v. 83 „ 1—vm Em. „ IX Em. „ v. 1885 , (Ergänzgs.-N.) , v. 1895 stf. G. 99.30 9930 99.30 99.2.» 99.50 91— 91.— 91— 92— 97.40 89.60 99 — 94.30 98.80 98.80 99.10 99 30 99.30 93.10 93.10 90.10 91 — 99.70 99.70 9u 70 90.70 9. .70 99 20 99.20 99.20 99.20 bo. bo. bo. do. do. do. bo. bo. bo. do. do. do. bo. bo. bo. unf. b. 1914 . Kommunal . . . Hyp. lKbln) S. l u. 2 2%0 3tal.ftl.gar. E. B.Ser. A-E. i.G. . 4 Jtal. Mittelmeer steuerfr. t. G. . 2*/le LtvorneS. Lit. C. D. u. D/2 500 Gold-Rente 2025 c Staats-Rente . . . . do. v. 1897 steuerfr. (Eisern Tor) Gold stfr. . Anl. abgest. bo. . . bo. . . Span. ausl. Rente v. 1882 abgest. . Türk.-Egypt. Tribut .... Türken v. 1890 do. pnv. v. 1903 steuerfr. . . do. conv. unif. v. 1903. . . Hessische St.-Anl. v. v. 1906 200/1000 S. . . G. . . G . . 101.60 89.50 89.'.0 89 50 89.50 89.3D 46 70 46.90 Staats-Anleihen, a. Deutsche. Ausländische. Elisabeth steuerfr. i. G. . . 2000 bo. do. Würzburg v. 1899 unk. b. 1910 v. 1903 unk. b. 1910 37, Hess. Provinz Oberhessen . . . 37, do. do. Starkenburg . . . a. M. Lu. N 11. Q abgest. v. 1906 . . . „ R abgest. . (Straßenbahn) 0. 1899 v. 1901 Abt. I. . . v. 1901 Abt. II. u. HI do. do. bo. Ungarische bo. bo. bo. 7 Mayr. E.-B.-An! unk. b. 1906 T do. E.-B. 11. Allg. Anl. . . 1 do. Landeskultur-Rente . . do. do. 00. bo. /» Frk. bo. bo. do. /. do. /. bo. Ryäsan-Koslow steuerfr. gar. . . bo. UralSk steuerfr. gar. 404/2020 do. bo. 97 steuerfr. gar. Warsch.-Wien. ft fr. gar. 2020/4040 Mladlkawk. 85 stfr. gar. 408/2040 Anatolische ,. G 2040c K. Ferd. Nrdb. do do. Franz-Joses Kaschau-Odrb. bo. bo. bo. do. bo. 0.1886,97,1902 1899 Madrider abgest. Memmger Pram. Psandbr. . Oesterr. 0. 1860 .... Oldenburger Russische v. 1864 ... alt Russische v. 1866 ... alt do. Hyp.-Bk. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. .0 do- bo. 37, Neustadt a. d. H. v. 1889 37, 37,Hambg. Hyp.-Bk. Ser. 1 — 190 u. 301-310 bo. Ser.311-350 unk. b. 1913 bo. bo. bo. bo 37, Frk. Hyp.-Bk. Ser. 19...... 37, bo. bo. Kommunal Ser. 1 unk. 1910 Frk. Hyv.-Kred »Sber. 3 1 4 3 5 5 4 5 5 4 4 37, 6 47, 57, 67< irnbera. Dereinsbk. Dk. 300/1200 esl.-Ung. Bank . . Kr. 1400 est.-Lanberdank . . ö. fl. 200 est.-kredit-Anstalt. . ö. fl. 260 älzische Bank ... M. 1200 ccub. Bobenkrebitbonk Tlr. 200 do. Hyp.-Akt.-Bk. M. 600/1200 Kin. Kredltbk. M. 600/1000/1200 hem. Hyp.-Bank M. 600/1200 chaffhaus. Bankver. . M. 1000 übb. Bobenkreblt-Bank . M. 600 Rheinprovinz AuSg. 20 u. 21 unk. b. 1902 bo. , 22 u. 23 . . do. „ 10, 12-16, 24-26 Hamburger St.-Anl. amrt. 1900 u. 1909 . bo. 0.1887,91,93,99 Augsburger Braunschweig Finnländische Freiburger ...... Genua . Mailänder Mailänder Meininger ...... Oestr. v. 1864 . . . . . Oestr. Kredit v. 1858 . . . Papenh. Gräfl,..... Rudolfs-Stiftung . . . . Türkische do. .... Ultimo. Ungar. Staats . , . . . Lenetianer...... do. bo. bo. do. do. do. do. WormS bo. do. do. 37, Metz v. 1903 unf. b. 1912 . . . M. 4 München v. 1900/01 unk. b. 1910/11 . 37, do. v. 1903 fünbbb. ab 1908 . . 37, Nauheim v. 1902 unf. b. 1912 . . . do. do. Lissabon Moskau 37, Jura-Simvlon v. 1894 Schweiz. Central v. 1880 . 0. Hyp.-Kred.-B. M. ittclb. Bdlr. «Greiz) Au. B. M. 1000 itteldsche. Kreditb. . M. 300/1200 37, Westd. Bdkr. Hyp. «Köln- S.3kündb. 1905 37, do. do. do. Ser. 4 fünbb. 1906 t, 82.— „ 80.60 Rbl. Lire *100.20 bo. do. bO. do. do. do. do. do. bo. bo. bo. do. bo. do. do. i. G. (S. II Ergnz.) 2040 Poctg. E. B. v. 86 (Baira Baixa) do. v. 1889 ’ ~ bo. v. 1889 do. bo. bo. bo. bo. do. bo. do. bo. do. do. bo. do. do. do do. do. do. do. do. Rhem. bo. bo. bo. bo. bo. bo. Lase. Tlr. 100 . ö. fl. 100 . Tlr. 100 . Tlr. 100 . Tlr. 50 . b. ft. 100 . Tlr. 100 . Tlr. 50 . Ar. 80 . Fr. 100 . Tlr. 100 . ö. fl. 500 do. ko. do. de. do. 4 4 4 4 4 4 4 5 4 27, r 5 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 4 5 4 bo. do. do. do. bo. do. do. Ser. 10 do. I E abgest. bo. IIIE unf. b. 1905 4 do. 7, do. 4 Stuttgart 47, Elektr. Werf Homburg r. 103 . 4 D. Atlant Telearaf Salonigue-Constant. bo. Monastir Neue Boden r. 102 , , do. bo. r. 101 . . Ung. Lokalbahn Serie I r. 105 do. do. Serie II r. 102 v. 1884 conv v. 1888 conv v. 1895 . . . 4050c v. 1898 Verzinsliche 4 Badische Prämien Serie II 5 Donau-Regulierung 3'/,Gothaer Präm. Psandbr. I . 37, do. do. 11 3 Hamburger v. 1866 3 .vollandlsche Komm. v. 1871 . 37,Kölu-Mllldener..... 37,Lübecker v. 1863 27,Lüttlcher v. 1853 .... igar. Kreditbank . . uonbanf (Wien) . . lener Bankverein. . ürttbg. Bankanstalt . do. Bereinobank 4 Italienische Rente bo. do Oest. Silber-Rente s bo. Pamer-Rente 1 bo. Golb-Rente. bo. einbettl. Rent: (conv.) Deutsche ReichS-Anleihe . . . , 0 bo. bo. . . . . -örcußische ConsolS 2* do. bo .badische Anleihe v. 1901 unf. 1909 et bo. ' - “ Landw. Krebitbank Pfandbr. T-V . bo Landw. Kreditbank Lit. D-J . . bo. do. Lit. N-P . . . Landw. Kreditbank Pfdbr. Lit. Q«S . do. i. P 0.1898 lünbb. ab 1908 Jnvest-Anl H AttßereuropSischc. Argent. inn. G.-Anl. v. 1887 . 4 Freiburg \. 37, do. t bo E.-B.-Anl cBremer St.-Anl. v. 1888, 92, 99 . ; bo. bo. v. 1896 unf. 1912 . f bo. v. 1902 unf. b. 1912 Kursblatt des Gießener Anzeigers 27. Oktobev 1910. bo. cons. innere . . bo. do. -Wächtersbach v. 1884 bo. ------- Ruff. StaatSanl. v. 190d . ' - Consolid.-Anl. v. 1880 bo. StaatS-Rente , M. E.-B. St. - ch.-Versch. (conv. EUsab. Obl.) i G. steuerfr. . .öfl.G. Oest E.-D. St. -ch.-Versch. lconv. 1 Franz-Iofef) i Silb. steuerfr. . ö. fl. Oesterr. Lokalb. (verstaatl.) . Kr. do. E.-B. St. Sch.-Bersch. (abgest. Elisab.-A.) i. steuerfr. P?. Bortug. unifiz. v. 1902 Ser. I . bo. unifiz. v. 1902 Ser. III bo. Slumän, bo. bo. bo. Bank für handel und Industrie Niederlassung Gießen. 37, Alzey v. 1899 unf. b. 1912 . . . 37, Aschaffenburg v. 1888 4 Augsburg v. 1901 unk. b. 1908 . . 4 Babenhausen (Hessen) 3'/, Baden-Baden v. 1898 lünbb. ab 1903 37, Bamberg v. 1888 87, Berlin v. 1886/92 4 Bingen v. 1901 lünbb. ab 1906 . . 3 do. v. 1895 37, do. v. 1898 37, Darm st. abg. v. 79 Lit. U u. 81 Lit. A 11.V göürttembg. bo. bo. do. bo. ihr. Hyp.- u. Wechselbk. s. st. 500 rliuer Haudelsg. . 'DL 500/1000 ; do. Hyp.-Bk. Lit. A M. 1000 do. do. Lit. 6 M. 1000 e-l. Diskontobank Mk. 600/1200 mmerz. u. DiSkonto-Bank , . irmftäbter Bank . . M. 1000 (Banks. Handeln. Industrie) utsche Bk. S.I-X M. 600/1200 Effekt.- u. Wechselb. Tlr. 100 47, Bukarest 4'/, ' bo. Schwebische v. 1880 abgest. . bo. v. 1890 . . • I. Europäische. ; Bosnien u. Hercegov.v. 1902 unk. 1913 do. bo. Vulgär. Tab. Anl. v. 1902 i. G. . Griech. E.-B. v. 1890 steuerfr. *’ bo. Monopol-Anl. v. 1887 . . do. v. 1902 . . . Limburg abgest.. . . Ludwigshafen v. 1896 37, Karlsruhe 37, do. 3 bo. Derk. Hyp.-Bk. (vr. Pommr.- abgest. 80°/( do. abgest. 80°/( Ser. 14 M. —. — M 1. fl. 91.40 —.— M. 91.30 * —.— Dlvtteode 1908 1909 7.77 5.83 — — 9 9 201 50 7 % 133— 13 13 288.— 9 9 166— 67. 67, 129.50 67, 67, 129.50 6 6 111.50 57, 6 —•— 6 67, —.— 12 127, 257— 47, 5 107.20 6 6 126 70 9 9% 189.40 7V, 87, 161.50 8 16L50 9 97, 210.50 8 8 165.60 I 5'/, 57. 102— 6l , 6 121.— 6 67, 126.70 11 11 236.50 s"/,° 133.60 6 67, 133.20 97, 5 10 — - 5 104 90 8 8 164— 57, 57. 122.30 7 7 138.90 9 9 198 50 7 77, 142.25 8 8 178.50 10 10 212 50 77, 8 157— 77, 77, 139.H0 7' 7 148— 7 7 do. S. 19 nnf. b. 1909. do. S. 22 unf. b. 1912 . do. S 25 unf. b. 1914 . bo. S. 27 unf. b. 1915 . bo. S. 23 unf. b. 1912. do. S. 26 unf. b. 1014 . do. E. 17 u. S. 18 . . do. S. 24 unf. b. 1912.