vr. 297 Svea« Matt 16(l Jahrgang fcföeM tü-klch wdt Huflna^me X ~innta|* Die „Gfthener F»«ltte»tzNM«- werd«, km tBnÄdger' vierm«! wöchentlich beigdeft, X „Krdsblett für kl Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Limbwirtschaftliche« Lett- fragen" erscheinen mvnattich grocimoL Montag, 19. vezemder W Rotatisnsdruck und Verlag der vrüblichen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerd. Ä* Senge, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Berlag: «Edi. Redaktion:«-« 112. Tel.-AbruAnzngerGießen, Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen und nun habe der Polizelleuttimtt die Gäste seinerseits rum Verlassen des Lokals auf gefordert. Erst in diesem AugMLlick wollen die Zeugen Kugegriften unb den Borten des Lsitmutts mehr Nachdruck gegeben haben. Die Gäste hätten dann geschinwft und mit verschiedenen Gegenstände» geworfen. AuchJei ein Stuhl hoch- gehoben worden, worauf der Leutnant „Etnhauen" kommaud'ert habe. Einer der Beteiligten Schutzleute gibt auf eingehendes Befragen der Verteidigung die Möglichkeit zu, daß der eine oder der andere seiner Kollegen auch schon vor diesem Kommando zugeschlagen haben könne, da sie bereits mit gezogenem Säbel m das Lokal getreten seien. Küfer meister Dregolt will unschuldigerweise gleichfalls von Schutzleuten geschlagen worden sein und bekundet noch weiter: er habe später mit dem Zimmermeister Otto und noch zwei unbekannten Männern in dem Lokal an einem Tisch gesessen. Einer dieser unbekannten Männer habe erklärt, es gebe heute noch einen ganz anderen Abend. 40 Mann hätten sich zusammen getan und wollten die Polizei auf eine bestimmte Stelle locken, damit man sie einmal fassen könnte. Dann sollte aus einen Pfiff die Rostocker Straße dunkel gemacht werden. Als der Zeuge dem Polizeileutnant Fotte von diesem Gespräch Mitteilung machte, habe sich dieser zunächst entschuldigt und gesagt, es sei ja bekannt, daß bei solchen Anlässen auch unschuldige Leute etwas abbekämen. Abends sei dann auch das eingetwffen, was der unbekannte Mann erzählt habe. Der Rechtsanwalt Leine frggt: Glauben Sie, daß jemand, der so schwarze Pläne hat, dies osten erzählt? — Zeuge: Es ist aber doch alles eingetrvffen. — Polizeileutnant Fo l te bestätigt, daß der Zeuge ihm diese Angaben gemacht haabe. Zeuge Otto bestätigt ebenfalls das Gespräch mit den beiden unbekannten Männern. Zeuge Organist Siedelt hat beobachtet, daß ein Schutzmann einen Arrkstanten, den er am Kragen hatte, freilassen mußte, weil die Menge den Schutzmann bedrohte. Die Zeugin Frau Funze, die mit ihren vier Kindern vom Waschen nach Hause gehen wollte, sah sich in der Beußelstraße einer großen Menge gegenüber. Die Frau fragte einen Polizeileutnant, ob sie die Straße passieren dürfe, was dieser bejahte. Trotzdem erhielt die Frau, als sie sich auf dem Damme befand, von Polizisten Säbelhiebe. Verteidiger R.-A. Liebknecht stellt hierauf den Antrag, sämttiche auf die Moabits Vorgänge bezüglichen Akten der Staatsanwaltschaft und der Polizei zur Stelle zu schaffen, aus denen hervorgehen werde, daß in ungefähr 200 Fällen das bereits eingeleitete Verfahren wieder rückgängig gemacht worden. Es sei dies zumindest ein auffälliger Vorgang und lasse den Schluß ziehen, daß die Staatsanwaltschaft nicht immer aus rein ob- lektiven Gründen gehandelt habe, zumal wenn man in Erwägung ziehe, daß im Falle Weidemann die Angelegenheit durch Geld geregelt werden sollte. Der Erste Staatsanwalt erwidert, daß die betreffenden Verfahren nur wegen Mangels an Beweisen eingestellt worden seien. Der Gerichtshof lehnte nach kurzer Beratung den Antrag der Verteidigung ab, worauf die Verhandlung auf Montag vertagt wurde. Kreistag des Kreises Büdingen. -I-Büdingen, 17. Dez. In der heute vormittag im Kreisamtsgebäude abgehaltenen SitzungdesKreistages widmete Kreisrat Boeckmann dem kürzlich verstorbenen Kreis aus schuß- mitgliede Braun-Nidda einen ehrenden Nachruf. &err Braun, so führte der Vorsitzende, aus, fehle heute zulm ersten Male. 35 Jahre habe Braun dem Kreisausschusse und ebenso dem Provinzial- ausschusse angehört und von 350 Ausschußsitzungeu nur in 6 gefehlt ; er sei ein hehres Vorbild für die Verwaltung eines östent- lichen Amtes gewesen, der Kreis verdanke ihm viel. Der Kreistag ehrte das Andenken an den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Die Verhandlung über den Kreisstraßen-Unterhattungs-Vor- anschlag für 1911 wurde mit Rücksicht auf die voraussichtlich lange Tauer der Beratung des 2. Punktes der Tagesordnung: Hilfs- tätigkeit für die Mitglieder der Vorschußkasse Ober- Mockstadt abgebrochen. Wie erinnerlich, erlitt die Vorschuß- kasse Ober-Mockstadt infolge der Unterschlagungen des Bankiers Rothschild in Büdingen so erhebliche Verluste, daß über die Kasse das Konkursverfahren eingeleitet wurde. Der Konkurs bebeutet für die meisten Mitglieder dieser als eingetragene Genossenschaft m. il H. tätigen Kasse den wirtschaftlickMi Ruin, für die etwa 900 Gläubiger, zum größten Teile Anleger von sauer erworbenen Spargroschen den Verlust ihres Vermögens, und mußte die öffentliche Mildtätigkeit angegangen werden, um das Mißgeschick von den Beteiligten einigermaßen fernzuhalten. Kreisrat Boeckmann berichtete ausführlich über die bisher zur Abwendung der Gefahr unternommenen Schritte, speziell über den Erfolg, den der s. Z erlaffene Aufruf, dem sich ein Aufruf der Mitglieder beider Kammern anschloß, gezeitigt, über das Ergebnis der von ver- schied-enen Setten, auch der Presse, eingeletteten Sammlungen und der Bereitwilligkeit zur Hilfeleistung von Banken, Genossenschaften, des Sozialen Skusschusses in Frankfurt a. M., von Privaten usw. Man war im allgemeinen von vornherein, besonders auf Seite der Genossenschaften, darüber einig, daß der Hilfeleistung der Charakter als Almosen genommen und durch frinaabc von Darlehen, nötigenfalls ohne Zinsenleistung, der Not gesteuert werden könne, ohne die Opferwilligkeit reicher Leute von der Hand zu weisen. Die Sammlung von Geldern, auf deren Rückersatz verzichtet wird, ergab den Betrag von 3-1000 Mark toe beioerschwdenen Kassen angelegt sind, es fehlen zur Schaffung eines Hilfsfonds noch etwa 36 000 Mark, die zu beschaffen Aufgabe der emgeteiteten Hilfsaktion sein wird. Wie s. Zt. berichtet wurde, beträgt die von dem einzelnen Mrtgliede aufzubringende Haftsumme 2300 Mark. 54 Mitglieder haben den vollen Betrag entrichtet, bei weiteren 40 Mitgliedern AAe "" Arrangement erzielt, nach dem Zahlung von 180 bis 2200 Mark erreicht wurde. Die Absicht, eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht ins Leben zu rufen, mußte aus verschiedenen Gründen aufgegeben werden. Ebenso wurde eine Wohlfahrts Lotterie in Erwägung gezogen, davon aber wieder Abstand genommen, weil eine solche nicht besonders sympathisch erschien und auch Widerstand bei der preußnch-hesftschen LandeSlotterie gefunden hoben würde Tas Ergebnis der weiteren mühevollen Tätigkeit des Ausschusses, die vor allem darauf gerichtet war, den Verlauf des Kvnkursoer- fahrens zu beschleunigen und die beteiligten vor weiteren Verlusten zu schützen, führte zu Verhandlungen mit der Hessischen Landeshypothekenbank in Darmstadt. Zur heutigen Verhandlung waren $toei Vertreter der Bank erschienen. Das Ergebnis der ca. wer stündigen Verhandlung war die Vorlage eines Ver- trag es, nach dem die Landeshypothekenbank gegen Erstattung ihrer Auslaaen tne Forderungen der Gläubiger bis zu «ner bestimmten Höhe auf kau ft und sie ix Raten v-n ben Mitgliedern der Bank wieder einzieht. Noch dem dem Verttage zugrunde liegenden Plane wird das Verfahren bis zum Ende ,1.916 abgeschlossen fein. Hierbei ist vorausgesetzt daß dre Gläubiger sich zu einem Nachlaß bis zu 20 Prozent ihres Guthabens verstehen und der Kreis Büdingen zu fünf Sechstel der Kreis Friedberg zu ein Fünftel Gewährschaft leistet Ein' gehend wurden die Gesichtspunkte erörtert, nach denen sich das voroescküli'iene Verfahren rechtfertigt, besonders ün Himblick auf bie Bttchlemngurrg deL KoubusverUmseS, auf fcü. Möglichkeit, fc* gül-ll- ■■■iiii ____l______-'M Gläubiger vor weiteren Zinsverlusten zu bewahren, wenn siL durch die unter dem vorgeschlagenen Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen ausgezahlten Kapttalien in die Lage versetzt werden, diese wieder zinsbar anzulegen und vor allem wieder Vertraueui und Ruhe in die Bevölkerung der von dem Zusammenbruch der Kasse beunruhigten Gemeinden emfebrt Von dem Erfolge deS mrt der Landeshypothekenbank ab^uschließenden Vertrages wird e5 abhängen, ob am Ende des Verfahrens ein Ueberschuß verbleibt, der an die bedürftigen Genossen vertritt iverden soll und es ferner ermöglicht, auch den Gläubigern weitere zwei Prozent ihrer Guthaben zurückzuzahlen. Ter Kreistag trat mit Änstim- mrgkeit dem Vertragsentwurf mit der Landeshypothekenbank bei unb ermächtigte den Kreisausschuß, die Gewährschaftsurkunde, die noch einer redaktionellen Aenderung zu unterziehen ist, fest- zusetzen. Kreisstraßen-Unterhaltungsvorans chlag inr 1911 nnrb von Kreis-Amtmann B o e ck m ann erläutert. । ^on den 390 Kilom.-Straßen, deren Unterhaltung dem Kreise Bü-" drngen obliegt, sollen im Boranschlagsjahr 1911 ca. 34V2 Kilom. eingewalzt werden, wofür an Kosten 167 109,98 Mk. eingestellt werden. Von den im ganzen 108 986,50 Mk. betragenden Kosten entsallen auf die Bezirke Altenstadt 27 382,50 Mk., Büdingen 26 040 Mk., Echzell 20 870 Mk., Nidda 18 279 Mk, Ortenberg 16 424 Mk. — Der Kreisausschuß wird beauftragt, über den Umbau ^b5„?Eraßenstrecke vor Wippcnbach Vorlage zu machen Die Anlage erhöhten Banketts von Ranstadt nach Dauernheinr soll in den 2-^^en,Vor anschlag eingestellt iverden. — Zu dem Antrag der ^tadt Büdrngeck, die für 1912 in Aussicht genommene Einwalzung der lm Zuge der Ortsdurchfahrt liegenden Bahnhofstraße schon im ^hve 1911 auszuführen, lvirb beschlossen, die zu 2500 Mk. veran- ^^^ikosten aus Ersparnissen zu verwenden. Die in Anrechnung gebrachte Herstellung der bezeichneten Straßenstrecke tn Klernpiläster soll ausgeführt werden, in der Voraussetzung,' bap Die Provinz die Hälfte bet Kosten übernimmt und die Stadt -oubtngen vorher die schadhaft geworbenen Telle der Wasserlellung erneuern läßt. — Mit der Erbauung einer neuen Drücke bei den Hosen, die vom Königreich Preußen erbaut unb unterhalte« tDtrb, erflart fifb der Kreistag einverstanden. — Die Gehalts- ?cr(Säl?niHe des Kreiskasserechners werden nach den Anträgen des Kreisausschusses derart geregelt, daß der KreiK- kasserechner in die Gehaltsstufe der Kreisamtsgehilfen, und zwar mit dem Höchstgehalt unb mit Wirkung vorn 1. April 1911 an ein* gerecht wirb. — Die Summe von 30 000 Mk., mit der biel Kreiskasse bisher am Scheckverkehr beteiligt war, wird, nach--' nn^^J^^ifccnbe die Nützlichkeit der Einrichtung bargelegt, auf> 36Q00 Mk., angelegt zu 5 Proz.- bei ber Mittelbeutschen Ätehit* bank erhöht. An Stelle des verstorbenen KreisauSschnßmitgliedes Braun- Nidda wird Kommerzienrat Cloos-Nidda, an Stelle des auf leihen Wunsch ausscheidenden Mitgliedes Mühlenbes. Erk-NiddM Bürgermeister B i r ken stock-Ranstadt neu- und bas bisherige Kreistagsmitglied Hahn- Thiergarten wiedergewählt. Zu Ab-- gt»tt>neten zum Provinzialtag wurden Kommerzienrat Cloos- Nidda (wieder-) und Geh. Justizrat Rabenau- Büdingen (neu*) gewählt. In die Militär-Ersatzkommission für die Jahre 191i brs 1913 wurden an Stelle ber ausscheidenden Mitglieder Braun- Nidda, Schäfer-Höchst unb Hinkel-Büdingen bie Bürgermeister Erk- Nidba, Kröll- Altenftabt und Fendt- Büdingen gewählt, und zum Ersatzmichlieb zur Genossenschaftsversammlung der land- und wrstwirtschaf tlichen Berufsgenossen schäft für den verstorbenen Oberförster Kalkhof Forstmeister Bücking-Büdingen. Kreisrat Boeckmann teilt noch mit, daß der Straßen^ umbau L 0 r b a ch - D i e b a ch als gut gelungen bezeichnet unö ber Gemeinde Lorbach das freigewordene Gelände des alten Straßentells überlassen werden könne. Dem langjährigen Mit-- gliede des Kreisausschusses, Erk-Nidda, der wegen hohen AtterL von einer Wiederwahl abzusehen gebeten hatte, wurde während der Sitzung ber Dank für feine langjährige treue Arbeit ob* gestattet. Ulis Stadt Und Lanv. Gießen, 19. Dezember 1910. ** Ordensangelegenheiten. Der Grvßhev- zog hat dem Hilfsbademeister Schneider zu Bad-Rmp« heim die Erlaubnis zur Annahme und Lum Tragen den ihm von dem Sultan von Zanzibar verliehenen 5. Stufv bex 2. Klasse des Ordens „Strahlender ©terit" erteilt undi dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorftcher und Standesbeamten Wilh. Treut zu Bauernheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Phttipps-Ärdens verliehen. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden den Lehrern Konr. Pi m p e r zu Lauterbach und Otto Weber zu Deckenbach Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Butzbach: dem Lehrer Beruh. Warnte zu Klein-Zimmern- eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Roden" dem Schulamtsaspiranten Ernst Borger aus Weinheim (Kr. Alzey) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eppertshausen; dem Schulamtsaspiranten Phil. Fei- ling aus Meder-Weisel eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rendel. Erledigt ist eine evang. 'Schulstelle zu Balkhausen. ** Erledigt ist eine Stelle für einen Oberlehrer oder Assessor mit LehrbesShigung in Geschichte, Deutsch und Latein an der höheren Madchmschule und dem Lehrer- innensemrnar zu Mainz von Begnrn des Schuljahres» 1911/12 an. Meldungen sind bis längstens zum 23. Dez. bei der Minisderialabteilung für Schulangelegenheiten ein-> zureichen. ** Landeshypotheken bank. Der Großherzog hat den Hilfsarbeiter bei der Landeshyvothekenbank Direktor: Dr. Rernh. Arnold zum Direktor dieser Bank ernannt/ ** Ernannt wurde der Gefangenaufseher an dent Landeszuchtbaus Marienschloß Friedr. Schmalz zum Gv- fangenaufseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach. ** Maul- und Klauenseuche. Neue Aus-: b r ü ch e der Seuche sind gemeldet aus: N e e r ft e d t, Groß- Azogtum Oldenburg. Er10schen ist die Seuche in: Hoß (Biehhoft, Regierungsbezirk OberfraEn. ** Dies. Jahresversammlung des Vereins evangelisch er Organistenund Chordirigenten im Grotzberzogtum Hesten findet am 27. Dezember im Pfeil Hotel zu , Versammlung wird sich u. a. auch mit ber vorn UbertoniUtorwm heraus gegebenen Dienstordnung für die Orga- jti^en ber evangelischen Kirche beschäftigen. In Organistenkreffen- hat biefe tm Lauft des Jahres erschienene Äenstorbnung wnioe Freude gchmben. Der Lnein evang. Organisten unb Ehorbiri- genten zahlt zur Zett 56 Mltglleber. ** Auf die praktischen Meisterkurse für Hand- »brkSmerster und altere Gesellen, die von Großh, e -^r -?ie ^werbe in Darmstadt bei ausreichlmd^e Beteingung im^01^« aWbalten werden, sei nochmals tzin- gemiefen. Vorgesehen find: Zwei dreiwöchige Kurse in Txmn&M unb zwar einer für .Schuhmacher fn der ?knfertigung vo^ Der versassungreutwurf für Elsaß Lothringeu. Der Bundesrat hat am Freitag den langerwartete» Entwurf eines Gesetzes über die Verfassung Elsatz-Lothrin- aens, zugleich mit einem Entwurf über oie Wahlen zur Zweiten Kammer verabschiedet, und zwar, wie amtlich ver- sick>ert wird, „einstimmig". Man wird dazu seine eigenen Gedanken haben, zumal wenn man sich erinnert, daß nach amtlicher Darstellung auch der Schissahrrsabgabengesetz- entwurf vom Bundesrat „einstimmig" angenommen worden sein soll, obgleich Sachsen und Baben suh sogar in einer Eingabe an den Reichstag gegen ihn verwahrten. Heber» dies wußte man aus irrdiskreten Pressemeldungen zur Genüge, daß der Bundesratsvertreter Sachsens, oer hier als Berichterstatter tätig war, allerlei Bedenken gegen den unter preußischer Aegide zustands gekommenen Entwurf geltend gemacht hatte., Freilich nicht in dem Sinne, daß diese Einwände in einer Feindschaft des HauseS Wettin gegen das .Haus HohenzvUern zu suchen waren, von der im Ernste nicht die Rede sein kann, aber doch in der sehr berechtigten Erwägung, daß man das, was man einem Lande, oas erst vor 40 Jahren mit Waffengewalt erobert wurde, an verfassungsmäßigen Freiheiten gewährt, auch alten Bestandteilen des Deutschen Reiches, wie z. B. Preußen, Sachsen und Mecklenburg, incht vorenthalten dürfe, sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung des Herrenhauses, als auch hinsichtlich des Wcchlrechts zur Zweiten Kammer. Denn hier sollen die Reichslande gegenüber den Bundesstaaten den Vorzug genießen, daß sich ihre Erste Kammer zur Hälfte aus von bestimmten; Bevölkerungsgruppen gewählten Mitgliedern, unter denen nur die Arbeiter fehlen, zusammensetzt, während das Wahlrecht zur Zweiten Kammer dem Reichstagswahlrecht sehr nahekommt, also ein geheimes, direktes ist, wenn es auch Pluralstinrmen für ein höheres Lebensalter vorsieht und das Wahlrecht von einer Ansässigkeit von 3 Jahren, bei gewissen gehobenen Bevölkerungsschichten von einer'solchen von einem Jahr abhängig macht. Einen großen Vorzug hat überdies das elsaß- lothringische Landtagswahlrecht vor dem Reichstagswahlrecht dadurch, daß es keine Stichwahlen fermen soll, sondern über das Mandat 7 Tage nach der Hauptwahl durch einfache Majorität entschieden wird. Eine Bestimmung, über die viel gestritten werden kann, ist die, daß die Einteilung der Wahlkreise völlig dem Ermessen des Kaisers anheimgestellt wird, so daß man durch die Ansässigkittts- vedingung den Einfluß der fluktuierenden Arbeiterbevölkerung mattzusetzen vermag. Auf der anderen Seite aber räumt man wieder durch die Zuerkennung des Pluralwahlrechts allen Klassen der Bevölkerung, also auch der industriellen, so viele Rechte ein, daß der Enttvurf als kein einheitlicher bezeichnet werden kann. Der so zum Teil in liberalem Fahrwasser schwimmenden Verfafsnngsreform für Elsaß-Lothringen ist allerdings nun dadurch ein Bleigewicht an die Füße gehängt, daß Elsaß-Lothringen Reichsland bleibt, mit dem Kaiser, bezw. seinem Statthalter, an der Spitze. Die Hoffnung der Elsaß- Lothringer auf eine Sekundogenitur des Hauses Hvyen- zollern, auf eil'/Wahlfürstentum'oder gar auf eine Republik haben sich also ebensowenig erfüllt, wie die damtt in engstem Zusammenhang stehenden Erwartungen der Erhebung der Reichslande zu einem selbständigen Bundesstaat. Wohl scheiden jetzt Bundesrat unb Reichstag, sowie die Verordnungsgewalt des Kaisers aus der Legislative der Reichslande aus, und an ihre Stelle tritt der reichSländische Landtag, dessen Beschlüsse der Kaiser oder der ihn vertretende Statthalter guthetßt oder ablehnt, aber an eine Einwirkung Elsaß-Lothringens auf die allgemeine oder auch nur wirtschaftliche Politik des Deutschen Reiches ist, solange das Reichsland nicht ün Bundesrat vertreten ist nicht zu denket!. Ter Bersassungsentwurs erfährt denn auch sogar von der reichsländischen Presse eine offene Mlehnung. Und wenn man auch mit der Zweiten Kammer int allgemeinen zufrieden ist und hier nur das Pluralwahlrecht und die An- säsfigkeitsbestimmungen tadelt, so findet — und darin besteht das Sicherung-Ventil gegen iranzisisch-kler.kale und foz al- demokratische Tendenzen in Iden Neichslanden — dre Bestimmung, daß der Kaiser die zweite Hälfte der Ersten Kammer zu ernennen hat, vom elsaß-lothringischen Standpunkt aus Widerspruch. Wenn 18 Mitglieder der Ersten Kammer schon dem ganzen Charakter chrer Stellung nach das reichsdeutsche, d. h. hier preußische Element verkörpert!, so werden die übrigen 18 vom Kaiser ernannten natürlich mir desto sicherer in dieselbe Kerbe schlagen. Wir wollen nicht entscheiden, ob Elsaß-Lothringen, auch bei den vorgesehenen Sicherungsmaßregeln, für eine derartige Verfassung überhaupt reif ist. Sie bedeutet einen großen Vertrauens- Wechsel auf die reichsdeutsche Gesinnung der Elsaß-Lothringer, den der Bundesrat ihnen mit Annahme des Ver- jassungsentwurss ausgestellt hat. Die Moabiter Ztratzenttawalle vor Gericht. 4 Berlin, 17. Dez^ Tie gestern abgebrochene Beweisaufnahme über die Bov- Sänge in dem Lokal to*dn Lanzerath wurde heute fortgesetzt. Tie Räumung dieses Lokals erfolgte bekanntlich, weil ber Polizeileutnant Falte von feinem Kollegen Hecht II. die Meldung erhielt, daß aus dem Lokal hevcms mit Flaschen u. Steinen gewvrftmwvrden fei. Tie hinausgeworfenen Leute sollen bann von ben dort stehenden Schutzleuten in Empfang genommen und verprügelt worben sein. Nachdem in der gestrigen Sitzung der Zimmermeister Otto leine Behauptungen, daß keine Aufforderung zum Verlassen des Lokals ergangen sei, daß die Beamten vielmehr sofort nach Betreten des Lokals die hort aniuefenbcn Gäste geprügelt hätten imb baß man braußen erneut Prügel bekommen hätte, aufrecht erhalten hatte, nnitben in langer Reche die beteiligten Beamter über die Vorgänge bei Lanzerath vernommen. Es ergibt sich daß bas Lokal an jenem Abenb zweimal ausgeväuntt wurde, unb baß ber Zimmermcister Otto zwischen der ersten und zweiten Ausräumung in bas Lokal hineingekommen war. Nach der ersten Ausräumung hatte ber Wirt Lanzerath vorsichtshalber nur noch einige Bekannte eingelassen., zu benen Otto gehörte. Tie Beamten behaupten, baß trotchem auch Leute in bas Lokal gelangt seien, bie auf ber Straße nach ber Polizei geworfen hatten unb daß auch Gäste, bie in ber Tür stauben, weiterhin mit Bicrgläsern unb Flaschen geworfen hatten. Der Leutnant Hecht habe zunächst den Wirt aufgeforbert, er möchte Schluß machen und feinen Nisten das Lokal verbieten. Ter Wirt habe sich befteu aeweigert Batavia", Moltke", fx • - u / * * I uwvvnjvnii| WL | ipullVCl/ «irttje eine Ehrentafel für die Kämpfer von 1866 und Schriftführer, Seelig, Heß, beide Frankft 1870/71 ausgestellt werden. Friedberg, Lorch^Franriurt a. M., Joses B Wetter t li Z- 6V Ä>( 17. bis 18. Dezember =* 4- Riederjchlag: außer „Breslau", Friedrich Wilhelm 10 9 2 Dez. 1910 8,4*0. 43 *a 18. 2“ 18. ti“ 19. 7n E s LS WG I* « _ «1 Bed. Himmel Bew. Himmel Umweg über Gießen machen. Das Bedürfnis eines festen Weges wird jedem klar fein, der die Umgegend und den Verkehr zwilchen diesen Orten kennt. Es dürste auch einzig dastehen in ganz Oberhessen, daß Orte von dieser Größe nicht mit einem passierbaren Weg verbunden sind. „DreSlau" ab Bremen 22. Dezember, .Batavia" ab Hamburg 24. Dez., .Blücher" ab Hamburg 31. Dez., „Kaiser Wilhelm der Großes ab Bremen 5. Januar, „Präsident Grant" ab Hamburg 7. Januar, „Moltke" ab Hamburg - 17. w 18. 1,4 nun. 11. Januar, „Rhein" ab Bremen 14. Januar, „Prinz Fried- rich Wilhelm" ab Bremen 17. Januar, „Pennsylvania" ab Hamburg 19. Ian., „Brandenburg" ab Bremen 21. Jan., „Kaiserin Auguste Viktoria" ab Hamburg 26. Jan., „Kron- pnnz Wilhelm" ab Bremen 31. Januar. Dr Wegener Prof. Richarz berichtete über seine Fahrt im Luftschiff Parsevul 6 von München aus unter Führung von Oberleutnant Stelling. Der Vortrag wurde illustriert durch zahlreiche treffliche Aufnahmen, angesertigt vom Hofphoto rphen Hirsch in München Zum Schluß begrüßte der c ißende den während der Sitzung erschienenen Führer des ins Leutnant Justi aus Stuttgart. Die nöd)fte Versammlung wird Dienstag, 17. Januar, stattenden. V. Aus ffurbeffen, 18. Dez. Nach einem den landw. ^ernsvereinen und Kreisausschüssen des Regierungsbezirks Kassel ^gegangenen Rundschreiben der Kasseler Landwirtschoftsvammer nt der 45Ian aufgetaucht, bei der nächstjährigen Ausstellung der deutschen Landwirtschaflsgesellschast in Kassel ein großes Trach- ! 5 f e st zu veranstalten. Es soll gezeigt werden, daß die Hessen hm sichtlich ihrer Trachten gegen die anderen beutfdjen Volks- OirT . . ö „ । ^nicmni9t und dabei noch voraus haben, daß in Alle diese Schiffe veilen Nationaltänze getanzt werden, so z. B. der Schwälmertanz Prinz ^eT Stourige der Grafschaft Schaumburg. 'Der Plan hat, wie Hksfen-Nasfau. Rodheim a. h. Bieber, 17. Dez. Im Saale des Gastwirts Schlierbach waren kürzlich die Mitglieder des Obst- und Garten- bauneretns Aahlreich versammelt, nur znnäckZst die Erfolge zu serern, o.e der rührige Verein aus der Landes-Obst- und ©arten* bau-Ausstellung zu Frankfurt a. Main errungen hatte. Es war rn Franksurt a. M. das erstemal, daß Rodheim in dieser Art an die Oeffentli :,reit trat. Deshalb sind die Graut gen fdxiftcn (silberne Medarlle und ein Geldpreis) doppelt beachtenswert. Dieser Gr» lolge seichte auch per Vorsitzende bei seiner Begrüßungsrede. So- o ■ - ! äyDömel einen fesselnden Vortrag, unterstützt mm Liü/tbili>em über Süd-Westafrika, in dem er den beutsck-en tzeldenm.it und die unverdrosseire Aufopferung unserer Truppen nn Kampse mit den Hereros lebhaft vor Augen führte. Für die fernere Unterhaltung sorgte eine Verlosung, die in ihrem Ver- laufe mU ihren drolligen Zufälligkeiten recht crfoeitenib wirkte. Marburg, 17. Dez. In der letzten Vereinsvcrsamm- lung des Kurhessisch en Vereins für Lust. ) chrffahrt machte der iBorsitzende Mitteilung von der Versammlung des Süd westdeutsch en Kartells zu Mannheim Der Vorstand hat den Fahrtenausschuß durch Hinzuwahl von Dr Hübner und Dr. Stuchtey ergänzt. Lezterer ist z st'eich S.hrijtchhrer b s Fahrt nuussch sf.s, Bib Ltl) Lr nito wurde zum Ballonführer ernannt Inspektor Preiß rourbe das Amt eines Bal Tonmeisters übertragen Herr Bang hat dem Vorstand ein Finanzprogramm vorgelegt, nach dem für das nächste Jahr mehrere ausgeloste Fahrten in Aussicht genommen werden kennen Sodann erstattete Dr. Hetlinger Bericht über die ausgeloste Fahrt, die im Juli unter Leitung von Oberleutnant Sander statt- ^efunden hat, bis jur Zwischenladung bei Battenberg; Dr. -Vtuchley berichtet über die Beendigung dieser Fahrt, Herr ^Lollar, 18. Dez. An Wei hn ach tS g atzen für seine Arbeiter in Wetzlar, Lollar usw. gab daS BuderuS'sche Eisenwerk 40 000 Mk. auS. Je nach der Länge der Arbeitsjahre erhielten die Arbeiter 5 Mk. bis zu 20 Mk. X Treis a. d. Lda., 15 Dez. Heute nachmittag fanb I ^ur Verfügung stelle, im RathauSsaal unter der Beteiligung der Großherzogl. । xSra-' .auHncx^am' i KreiSschulkommission Gießen eine Sitzung deS Gemeinde-.. rote und des Schulvorstandes stall, in welcher aus V-ron.!^"" V-ehmark, gewesen ainnn9t>egr nefaefti’!°'fpn ™l,rbe' DOn ®e' Wt wie das Kölner angegeben war Dieser Art' gtnn beS neuen ElhuliahreS an die hiesige drestlassige ilerung soll rn HLndlerkrri,en weitere Beachbung geschenkt Schule wegen Uebersullung der Klasien tn eine vierklassige und vor allem dahin gewirkt werden, daß bei F-estsetzuna umzuwandeln. Die neue Klasse wird einstweilen in der der Notierung auch Vertreter der Händler und Kommtssio- jetzigen NatSstube untergebracht werden; auch wurde für die anwesend seien, was meistens nicht der Fall sei. Der nächsten 5—10 Jahre die Erbauung eines neuen Schul- Dorsitzende teilte mit, daß die Eisenbahndirektion Frank- Hauses in Aussicht genommen. — Wie in anderen Orten H?** a M -probeweise genehmigt habe, auf dem Bahn» ist auch den hiesigen Kriegsteilnehmern von 1870/71 d Greß^en die große Rampe zur Viehent- au, brr Gewemdekasse eine jährliche Ehrengabe von je fünf eine Heine8 Wnmn, „L Vru % stellen, wahrend seither Mark bis zu .hrew Tode bew.lligt worden. Auch soll m wehr^reL^^wesL^^Äe Ls?uLsw°l)l'ergü^ .15'” rtu'n £ V 9re c ^' akm a l errichtet oder in der s Wallerstein-Rödelheiin, Vorsitzender, Strauß-Bockenhiim. Christ bäum. Die schöne Sitte kann auf ein jahrhunderte- langet Alter zurückb.icken Ursprünglich wurde sie von den Wsselder Mrchenmusikcmten, dem ^Collegium musccum", . Lahnkanalproiekt für 2 10-T o n n en-S ch i f f e mit Motor. (Vortrag des Herrn Direktor Bcmsa- ..... ™ »Hl c^^>burg.) IrntTger, mit bunten elektrischen Birnen ausgestatteier be? ^«tonMiingctt, welche am 4. Juni d. Js. in Gießen ristbaum. Die schöne Sitte kann auf ein jahrh inderte- !?»Len ^iccun9c” in Anwesenlxit von In- terenentm stattgeftmden haben, wurde dec Lahnkanal für 300- Tonnen-Schtffe als nrcht bauwürdtabe-eichnet, da den hohen Bau- , I kosten von mehr als 31 Millionen Mark keine genügende Verfang- und Stiefel rucch Maß mtb einer fffr Gchnek^ev ün Snmbnwth H>ai)en nnb Zu ich neiden, weiterhin je ein zwölf- t&ffiorr Shirä jur Sattler in der Herstellung von Kummeten m Groß-Felda, sonne ein solcher für Schreiner und Glaser im Färben von massiven Hölzern und Furnieren in Darmstadt. Den Malern, Lackierern unü Weißbindernist Gelegenheit geboten, einen 6tägigen Kurs im Aufiarben von Farbstoffen auf massive Hölzer und im Prüsen von Erdsarben zu besuchen und an einem dreiwöchigen Kurs in Holz- und Marmormalen nach der Natur und in stilisierter Weste teilzunehmen. Beide Kurse werden in Darmstadt abgebalten. Bei allen diesen Kursen ist das Unterrichtsgeld sehr müßig. Wenig bemittelten, auswärtigen Teilnehmern können die Fahrkosten für Hin- und Nücksahtt ersetzt und das Unterrichisgeld erlas,en nx-rben, während unbemittelten Teilnehmern nach Vorlage einer amtlichen Bescheinigung eine nach der Dauer des fturieS bemcsjene Beihilfe bewilligt werden kann. Anmeldungen sind baldigst an vorgenannte Behörde zu richten, damit die Kurse rechtzeitig vorbereitet werden können. Den in der Ausbildung begriffenen Handwerkern kann nur empfohlen werden, die hier gebotene Gelegentnil zur Weiterbildung zu benützen Zu etwa gewünschter Auskunfterteilung ist die Zerrtralstelle für die Gewerbe in Darmstadt bereit. **Kl avier schul e Körner. Man schreibt uns: Kürzlich fand im Saale der Schule für höheres Klavierspiel von Fr4. Minna Körner ein Vortragsa bend der jüngeren Schüler statt. Beim Anhören der bargebotenen klemm Stücke hatte man den Eindruck, daß hier mit Ernp gearbeitet wird und die Kinder xine gediegene Grundlage beEommm. Tie Vorträge dr Schüler ließen eine aufsteigende Linie erkennen, und selbst das Smel der Kleinsten i^ar auffallend klar und schon umrissen und dabei von einer Elastizität des Anschlags, die die allmählich sich ennvickelnde Stuft davor bewahrt, in Härte auszuarlen iic letzte Darbietung des Mends war musikalisck>-deklamatorischer Art, und daß bet einer Aufführung durch Kinder zu der jetzigen Zeit daS (lebe Weihnachtsfest den Stoss bergab, ist selbstverständlich Tie Verse Hangen wohldurchdacht, aber dabei doch natürlich und ungezwungen. Besonders sei erwähnt die melodramatische Stelle, die von der kleinsten der Mitwirkeuden gar lieblich vorgetragen wurde. Zwischen den DeHamationen schoben sich Solo- und ein- , , _____r—____ stimmige Chorgesänge, die, von der Leiterin begleitet, stimmungs- Cal ließ über die Nachtfahrt zum Laacher See unter Fü'bmna n ausklangen in unser .alttxrtrautt-s | von Dr Wegener Prof. Richarz berichtete über seine Vvahrt »AD du frohlrche, v du leltge, gnadenbringende Weil-nachtszeitt. *• Billige Briefe nach 91 o r öa ni e r i£a. Die nach- stehend verzeichneten Dampfer befördern zu den angegebenen Zeiten Briefe zu dem ermäßigten Portosatz für 10 Pfg. für 20 Gramm nach den Vereinigten Staaten von Nördamerika. mengen mtb somit auch Tente entsprechenden Edcmchn«. gegenfBtt? stehen würden. Dieses- Ergebnis hat nun den Direktor bei Kerker» bachbahn, Herrn C. Banfa.-Lunburg Anlaß gegeben, Unterfudjungt5| darüber anKustellen, ob nicht doch unter Verwendung der vor* Händen en Schleusen usw. ein brauchbarer billigerer SBafier- weg zu schaffen sei. Er ist hierbei unter Zugrundelegung eine- Motorschiffs von 210 Tonnen Tragfähigkeit zu jolgenben Hauptergebnissen gelangt: a) Die Baukosten stellen sich bei diesem Projekte auf etwq 11 Millionen gegenüber 31 Millionen des 300-Tonnen-Projekts- die in den gegenwärtigen Anlagen steckenden: 15 Millionen rocrben itutzbar gemacht.' b) Die Betriebskosten (Schiffahrtsselbstkosten plus Abgaben) sind niedriger, als bei dem 300-Tonnen-Projekt. c) Die Betriebskosten erlauben den Wettbewerb selbst mit bem niedrigsten Tarifen der Staatsbahn. Der Vortragende erläuterte nun des näheren diese 3 Haupt- 1 sütze an der Hand tabellarischer Berechnungen. Der Vorttag fand statt rn Gegenwart des Herrn Provinzialdirektors Dr. llfinger, als Vertreter der Regierung, des Herrn Cberbürgern elfter8 Mecum, als Vertreter der Stadt Giehen und einer Ällizaht von Vertretern derjenigen Industrie- und Handelszweige, die an euuj Lahnkanalisierung größeres Interesse haben. 2. Eingänge. , *) Red en gebühren der Eisenbahn. Im Dezember 1309 wurde von der Generalkonferenz der deutschen Eifenbahn^ oennaltungen eine Erhöhung der Nebengebühr-en beschlossen, nach- dem sich die ständige Tariikomnnssion der deutschen Eisenbahnen und der Ausschuß der Verkehrsviteressenten dafür ausgesprockien hatten. Diese Erhöhung der Gebühren, die in den meisten Fällen 100 «ye unb mehr beträgt, ist am 1. April d. Js. in Kraft getreten. — Die Handelskammer ist der Ansicht, daß die von her Eisenbahnverwab, mng geforderte Gebühr im Verhältnis zu der von ihr gebotenen Deutung zu hoch ist und beschließt, für die Herabsetzung der Gebühren emzutreten. d) Wag en mangel. ES wird feftgefttfit, daß sich in den letzten drei Monaten im Kammerbezirk ein teilweiser SBagenmangcl geltend gemacht habe, worunter einzelne Industriezweige leiden. Es wrch beschlossen, eine Umfrage des Deutschen HandelstageS tm entsprechenden Sinne zu beantworten. e) Nachrichten für Handel und Industrie. De« Staatssekretär des Innern beabsichtigt in eine Prüfung darüber enijutreten, ob und in welcher Richtung die im Reichsamte des junern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie" teils durch werteren Ausbau, teils durch Aertderung des Inhalts noch mehr als bisher den Interessen des deutschen Erwerbslebens dienstbar gemacht werden können. — Die Handelskammer beschießt eme entsdreck-ende Rundfrage des deutschen Handelstages dahin m beanhvorten, daß ein hervorragendes Interesse an diesen Nach«, ndjten im Kamm er bezirk nicht besteht. d) Bekämpfung des G u t s ch e in s y ste m s imWare» handel. Der Verband der Rabatt-Sparvereine Deutschlands erbrttet ine Unterstützung der deutschen Handelskammern in )einem schon feit Jahren geführten Kampfe gegen das von ein* adnen Gebieten betriebene Zugabewesen, er erblickt hierin eine Sckuwioung des Standes und auch der Konsumenten und strebt Les halb ein gesetzliches Verbot desselben an. — Die Handelskammer bat bereits tm Jahre 1905 gegen die Gewährung von Geschenken an die Käufer zum Zwecke der Kundengewinnung Stellung ge* nmnmen unb bei der Großh. Regierung ein gesetzliches Eingreifen jur Behebung dieses Mißstandes befürwortet. Äe Kammer ver- ttut auch heute noch diesen Standpunkt und beschließt, in diesem Sinne dem Verbände Mitteilung zu mack-en. 6) Gewährung von Sonderrabatten an De- amten vereine. Eine Anfrage des Börsenvereins der Deud, scheu Buchhändler zu Leipzig gab zu einer Aussprache über die Gewährung von Sonderrabatten an Beamten vereine Anlaß. Es wurde dabei festgestellt, daß auch im Kammerbezirke diese Unsittr besteht; nach Ansickit der Kammer könne diesem Mißstände aber nicht durch gesetzliche Maßnahmen, srnidern durch Selbsthilfe am wirksamsten gesteuert werden. Es wird beschlossen, in diesem Sinne zu wirken. f) Der Kammer liegen von unterrichteter Seite noch Mitteilungen vor über Meifelhafte Firmen in Frankreich, Großbritow, men, Niederlande, Rumänien, Schweiz und Spanien, über Be- teiligmrg an russischen Ausstellungen und über Absatzverhälttiissck m Sibirien Näheres hierüber erfahren Interessenten auf denk Sekretariat der Handelskammer. 3. AuS dem Geschäftsbericht ist folgender hervor xuheben: 2) Die am 22., 23. und 24. November stattgehabten ® r * L«nzungswahlen zur Handelskammer haben die Wiederwahl bet ausscheidenden Mitglieder ergeben. d) Don Großh. Kreisamt Gießen ist ein ausführlicher Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes erstattet worden. e) Dre Handelskammer hatte Geleaenhett, sich zu einer Reih^ von Anträgen auf Zulassung des zollfreien VeredelungS-, Verkehrs gutachtlich zu äußern. d) Einem Wunsck)e des Oberhessischen Viehhändlervereins entsprechend, hat die Handelskammer bei bet Kaiser!. Ober-Post? btreftion tn Darmstadt eine Verlängerung des Äenstes für den Fernsprechverkehr bei dem Postmnl in Romrod befürwortet. . 6) Am 25. Oktober d. Js. hat tn Anwesenheit vvn Vertreters der Großh. Regierung m Frankfurt a. M. eine Sertreterfonfernul ber hessischen Handelskammern stattgefunden, in welcher zu dem Gesetzentwürfe betreffend die Brand versichetungs- anstalt für Gebäude Stellung genommen wurde. Die Konserem, erklärte sich mit den von der Regierung vvrgeschlagenen Aenderungen etnnerftanben. Nuv wünschten dte Handelskammern, daß bei Borl-andensein vvn An- ^6en, die geeignet sind, die Feuer- ober Explosionsgefahr aufl ein Mindestmatz zurückzuführen, eine entsprechende Ermäßigunq bte Prämie stattfindet. Eine eigens zu diesem Zwecke eingesetztes Kommtsiwn hat inzwischen hierfür entsprechende Vorschläge gemacht, die der Regierung zur Berücksichtigung unterbreitet teer* den sollen. gehegt Als dieses tm Jahre 1848 eingtnn, trat der oben genannte Gesangverein an seine Stelle 5)1 fer erhält noch heute aus der Krrchenkas,e den ehemals den Kutchenmusiban- ten zu stehenden Betrag für „Singwein." i | Höchste Temperatur am Niedrigste , „ wm.wv.» , „Moltke", ^Rhein", „ >>min I < . o - -- --~ yui, iinc Pennsylvania" und „Brandenburg" sind überall große Zustimmung Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor fck^Schm^bu^a^ angemewet: Paare aus ^r Gras- dem Abgang die schnellste BeförderungSgelegenhett bieten. Marburg, Harsseld unb Rotenburg, zu erwatte?^sb^d solch^noch Landkreis Gieken. .^>eT Herrschaft Schmalkalden und dem Kreise EsckIvege. H-uch«lh«im, 18. tcj. Schon feit J-hm, hört d « u t sDi - b"k « n 81 -Mittel. m°n hirr °°n drm Bau riner firei8üra6c von H-uch°l.!H-rupt^f°rnmlunq °b ZuAächll wnrd" sSrocrb“Lüber h e i m nach Sillen b o r f a. b. L. bezw. filein-tinben. Aber geführt, daß die Viehhändler auf dem hiesigen Viehhof die leider sind zur Herstellung noch feine Veranstaltungen ge- höchsten Preise für Futtermittel, Heu, Kieie usw, zur Futte- troffen. Wer zur gegenwärtigen Jahreszeit den Weg passieren rung ihres an den Markt gebrachten Viehes, zahlen müssen muß, läuft Gefahr, stecken zu bleiben, ober muß den roeiten 3m vergangenen Jahre zahlten die Händler bei einem ~ “ - -- Marktpreis von'5 Mk für den Zentner Heu auf dem Vieh- Hof 7 Mk. Dteses Jahr, wo Heu 3.50 bis 4 Mk. zu stehen kommt, ist der Preis von 7 Mk. beibehalten worden. Die Viehhofsdirektion erwiderte auf einen Protest, daß die Direktion von einem Preis von 7 Mk. vor der Hand nicht heruntergehen könne, da sie 1909 14 000 Mk. unb 1910 9000 Mk. bei dem Heuverkaus zugelegt habe. Es wurde beschlossen, der BiehhofSdirektion eine Eingabe zu unter- breiten, daß die Händler die Futtermittel selbst stellen und die Direktion Lagerräume für die Futtermittel gegen Entqelt B. Lorch-Frankfurt a. M. machte i.i™ »/ . ^ksam, daß am 28. Februar d. I. auf dem Eoln dre Preise für Ochsen Lebendgewicht die- ' elben Notierungen wie auf dem hiesigen Biehmarkt gewesen e,nc ^yremaset für Die Stampfer von 1866 und Schriftführer, Seelig, Heß, beide Frankfurt a. M., Hofmann- 1870/71 aufgestellt werden. Friedberg, Lorch^Frankfurt a. M., Joses Stern-Gießen X. Lich, 17. Dez. Kürzlich hielt Pastor Freitag Kathan Stern-Friedberg (Hessen), Benna Stern-Rodheim auS Hannover für den Volks bildungSveretn im Saale H-, Grünebaum-^Vilbel, Beimhard Stern-Homburg des Herrn Stein einen Vortrag über Fritz Reuter. $cr ™ H^, Emanuel Stern-Hergershausen, Jakobi-Frankfurt Redner gab eine kurze Uebersicht über daS Leben des m ' lI.-Wachenbuck)en und Himmelreich-Eschborn. ÄbabHOnTar88 Üb" L-idtN"« d« KL"bi?ZL^ LNL, L -WKS *^anne ' -Ut Mine Stromtid" an. Der Vortragende, nehmen müssen, wurde Stellung genommen. Dem Verkauf der sich seit seiner Studentenzeit mit Fritz Reuter beschäftigt, der Kälber auf dem hiesigen Viehhof ohne Garantie soll wußte in seinen zahlreich erschienenen Zuhörern lebhaftes ^her getreten werden; um Maßnahmen der hiesigen Dieh- Jnterefse für diesen „Volkserzieher" zu erwecken, so daß begegnen soll eine Viehseuchenversicherung jedermann von seinem Vortrag Nutzen und Gewinn hab™ 111 beT Vorstandssitzung besprochen werden. geführt ®ZrtenCi5b!nI$;rtD°m Dot' Gr-tzhcrz»gtichcr H«ndelSkamm^«tetz-„ -'Harbach, 17. In hiesiger Gemarkung wutA ’ C "jj®*’, ?? Sauterbad). bat bei drei Trerbjagden 40 Rehe, 142 Hasen und 141 ftaJ Protokoll-Auszug. Janen zur Strecke gebracht, ein Ergebnis, das das vor- Gießen, den 5. De-ember. 1910. jährige um das Doppelte übertrifft. . Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Schirmer als ^^llvE. Amsitzender, Durbeck, Friedberger, Kommerzienrat , .Kreis Alsfeld. ?oos, Jhrmg Klmglpor, Munter, Noll, Rinn, Rühl, (Stamm» b. Alsfeld, 18. Dez. Ein schöner, altehrivürdiger Wallach, Zurbuch und der Syndikus. gebrauch i)t es in unserer Stadt, daß alljährlich am Weih- . Derr Kommerzienrat Schirmer übernimmt in Verhinderung des Nachtsvorabend auf dem Kirchturm das „Christkind a e - • Präsidenten den Vorsitz unb geben« vor Eintritt wiegt" wird. Der Alsfelder versteht darunter folaenoen -nfl ^•7a,^CIL2Bolten bcr stoßen Verdienste, Vorgang. Ter hi sige Gesangverein .LiebeVkranz- der ^mTe?^nTa‘ S- D-v-igen. rt. ' wzahriaes B-'stkhen UdbMt' singt um V Uhr bei Zuckclbeleuchtung, unterstützt durch die Kapelle des Stadl, wcsenpen von ihren Ptäem. 1* bie ^^n des Turmes einen Choral. Der 1- Lahnkanalprojekt für 210-Tonnen-Sckifs,» ßlerche Vorgang wiederholt sich um 8 und um 9 Uhr. Auf der dem Marktplatz zugekehrten Ecke des Turmes steht ein mär**”'•*** —11 <*—*■— i «x. £nftfd?iffahrt o ®ra5’rcbtrötfcn- 18; Dez. Leute nachEeif, ksk im Wlflen c','l?n,lIeF,?etetn iolgmLc Depesche eingetrosscn: „Brann* baöcn, 12,40 Uhr mittags. Die Leiche des Leutnants Lange tft von unserem Fischdampser „Karlsburg" gefunden: sie wurde wieder in die Nordsee versenkt. Bttveise und Brieß folgen. Hochseefischerei Bremerhaven." , Dover, 18 Dez. Grakwm White ist bei einem Ringt abgestürzt unb erlitt ernste Verletzungen. Sein Apparat wurde zertrümmert. Etampes (Departement Seine et Oise), 18. Dez. Der tfheger htmon ist gestern früh um 9,10 Uhr hier aufgestiegen und um 5 25 Uhr nachmittags gelandet, nachdem er 463 Küi» meter m 8 Stunden lo Minuten zurückgelegt hatte. Farman war völlig erschöpft. Er landete, weil er aus den Beisallskund- gedungen der Menge glaubte schließen zu können, daß er bat Wcttsieg Tabuteaus, der 465 Kilometer zurückgelegt bat* geschlagen habe. Meteorologische veodachtungen^der Station Siefien. 741,9 7,1 6,7 88 sw 2 7464 4.8 6,9 92 SW 2 761,2 2,5 6,3 96 w 2 I I i ) I 1 i i r * i i t k i i c I I I t 1 1 I t k I I ! i i StitikW Bltjtitt ^rmßmdtlWkck vormal- Kernie in Gießen. Die am 2. Januar 1911 fälligen Kupons unserer Istelligen 4°/0igfn Obligationen und unserer Ilstelligen el«uß kerne, Zimt, Zitrouar, Zu Weihnachts-Geschenken empfehle Körbchen, Kistchen und Attrappen in verschiedenen Füllungen: Weine, Champagner, Kognak, Arrak, Nam, Bmrich*Gsse«-eHk Liköre, Zigarren und Zigaretten. Bei Abnahme in Faß oder bei mindestens 10 Flaschen entsprechende Preisermäßigung. [6790 Weinhandlnng Schott Babnbosstr. Ccke Wolkengaffe 27 330 Telephon 330 Liaml-ffsmal-MWeo von 30 Ztr. an frei vorS Haus geliefert pro Ztr. 70 Pfg. Emzelne Zentner........ , 9Q , Einzelne Zentner (Proben)..... , 75 , Ferner empfehlen zu billigsten Tagespreisen: Nuhranthrazitkohlen, Nußkohlen, Beftmelierte (ge. mischte Kohlen), Anthrazit-EiformbrikettS und Braun, kohlenbrikettS, sowie alle Sorten GaSkoks und Zechen (Hütten)-KotS, Brennholz. Gebrüder Kahl Praktische Weihnachtsgeschenke sind: *a SINGER Nähmaschinen Echt nur zu haben bei der Singer Co. Nähmaschinen ActGes. 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