Donnerstag, »4. Fevruar i»r» Zweites Matt 160. Jahrgang Nr. 46 Oetchetw LgN« mfl «utno^nu bei SanntagL. schreiten. Abg. Dr. Görke (Natl.): Jahre. Der Die sekretärs Entwurf geht an die Budgetkommission- Der Etat für daS Reichsamt des Innern. allgemeine Aussprache wird beim Gehalt des Staats- fortgesetzt. Dtt ^Otetzena Kamtlienblätter- «erden dem wflngdfler* HerrnaJ wöchentlich detgelegt, bat jtretsblafl fib e» Kreis fiieften“ «weimal wöchentlich. Dw ^Landwirtschafllichev Lett- fragte* erscheinen monatlich »weunal. »ottttwnßdevS *n» vertag bes Sr ü bNch« Uawerstrat» • Buch' und ©tetnötudtiti. «. Senge, Lietzen. Redaktion. Expedttion und Druckerei: Schul- Pratze ?. Expedition und Verlag: en@6L Redaktion:«^ 11L teL-Slb w Süyetfler® ufoe» Siebener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Cberhesjen Das vorliegende Gesetz bedeutet eine grundlegende Aenderung deS bestehenden Systems oder doch wenigstens den Anfang einer solchen Aenderung. Es bedarf deshalb sorgfältiger Erwägung. Wir haben noch Bedenken. Jedenfalls dürfen den Verwaltungsbehörden nicht zu weitgehende Befugnisse gewährt, werden. Ter Redner schlägt vor, den Entwurf der Budgetkommission zu über» weisen. schonend zu behandeln, daß sie an geeigneter Srelle nicht versagm. (Heiterkeit.) Irrig ist es, wenn man annnnmt, daß unsere rjoll- Politik die Ursache der Schwierigkeiten ist, und irrig ist auch die Ansicht, daß das Beispiel Deutschlands, das als eriwr der grogeo europäischen Staaten zu einem entschloßenen Protektion^muL überging, suggestiv auf das Ausland gewirkt hat. Unsere Lrchutz» Zollpolitik ist entsprungen dein Bestreben, _ leistungsfähige In-, dustrien im Jnlande zu begründen. Die Erfolge, die kvrr gehab haben, haben auch den anderen Staaten den Unlaß gegeben, zu versuchen, eigene Industrien zu entwickeln. Dadurch ist es gekommen, daß weite Gebiete, die lange Zeit uns ihren Markt uns zu verschließen begannen, und daß Rohprosulre, die uns früher gern zur Verfügung gestellt wurden, zuruckbehatten wurden für eigene Zwecke. Aber abgesehen davon liegen wir in bezug auf unsere Hand eis P o l. t txt nach mehr als einer Richtung hin fest Zunächst wird niemand eine grundsätzliche Abkehr von ber gegen' wärtigen Handelspolitik verlangen, solange Handel und Wandel sich erfreulich entwickeln und solange unser Wirtschaftsleben sich in großen nationalen und internationalen Krisen so widerstandsfähig erweist wie in den letzten Jahren. Außerdem hegen wir ja fest durch den Zolltarif von 1902 und durch die auf Grum. dieses Tarifs abgeschlossenen Handelsverträge. Es Ware müßig, heute Betrachtungen anzustellen, wie wir unsere Handelsverträge nach 1917 gestalten wollen. Heute können wir nur prüfen, ov die Waffen, die uns Zolltarif und Handelsverträge bieten, richtig gehandhabt werden, und ob sie für die Zukunft ausreichen, um die erwünschten Erfolge zu erzielen. Müßig wäre es auch zu erwägen, ob wir an Stelle des-einfachen einen D o ppe It ar ist einen Minimal- und Marimaltarif setzen wollen. Ich halte es auch für bedenklich, in das technisch komplizierte Werk aus ve^ einzelten Anläßen einzugreifen auf die Gefahr hin, datz r^- ganze Gebäude ins Schwanken gerät. Gegen die einseitige Zoll- erhohung einzelner Positionen des Larifes, ich möchte sagen als Gelegenheitsunternehm en, sprechen auch die Er. Wägungen, daß man derartige Erhöhungen nur vornehmen batj- wenn man Aussicht hat, damit die Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen zu.gewinnen. (Zustimmung rechts.) Mit der gestaffelten M ü h l e n u m s a tz st c u e r wird man den Zweck des Schutzes der kleinen Mühlen gegen die Konkurrenz der großen nicht erreichen und würde andere Industrie« schädigen. Es ist eine Reihe anderer Vorschläge gemacht worden: eine Kontingentierung der Mühlenbetricbc untei: Be teiligung der kleinen Betriebe im vollen Umfang ihrer Leiftungd* fähigkeit, einer Besteuerung des Ueberkontingents unb einer zwangsweisen Syndizierung des Muhlenge w e r be s. Ob der eine ober andere Weg gangbar fein wird, kann ich nicht beantworten; das wird davon abbangen, daß Kiffern- mäßig die Verteilung der Produktion, der Anteil,des Inlands- konsums nsw. fcstgestellt wird. Eine Produttionsstatistit ist zu diesem Zweck eingeleitet, eine Kommission wird im nächsten Monat zusammentretenl . ,,, Im engen Zusammenhang mit unserer Wirtichastspollt« steht die Frage der Kartelle. Gewiß bedarf die Shndikatsbe wegung einer sorgsamen Beobachtung und lleberwachung. Aber bei allen Maßnahmen, die gegen die Syndikate geplant werden, müßen wir daraus Rücksicht nehmen, das; eine nicht syndizierte deutsche Industrie und ein nicht syndiziertes deutsches Bankwesen ohnmächtig sein würde gegenüber dem syndizierten Auslande, und daß anderwärts die Syndikate viel bedenklichere Erscheinungen aufweisen als in Deutschland. (Sehr richtig?) Dm Forderung eines Gesetzes gegen die Syndikate iß leichter gestellt als ausgeführt. Der einzig theoretisch gangbare Weg wäre der, daß man alle Syndikate zu einer gewißen Publizierung ihrer Geschäfte verpflichtete und eine Kon trolle des Staates eiiirichtetc etwa mit der Anstellung von Staatskommißaren. Aber ich kann mir keinen erheblichen Erfolg davon versprechen. (Sehr richtig! links.) , Die Aufsicht würde immer nur eine beschrankte sein können, und mit Rücksicht auf die Konkurrenz des Auslandes würden wir nur einen kleinen Teil von den Geschäftsgeheimnißen öffentlich bekannt machen können. Der Betrieb eines Syndikats ist dazu so lompliziert, daß der betreffende Staatskornmißar wahrscheinlich verzweifelt die Hände ringen würde. Eine allgemeine Reglementierung der Syndikate würde sehr schwer zum Ziele führen, weil die schädlichen Einwirkungen der Synbi- fate auf unser Wirtschaftsleben ganz verschieden sind, je nach der Art des Syndikates: Ob es ein Rohstoffsyndikat ist,, ein solches mit deutschem Monopol-Produkt, oder ein Syndikat einer Fertig fabrikats-Jndustrie usw. Deswegen meine ich, daß man min destenö noch einige Jahre mit der gesetzgeberischen Behandlung dieser Materie zu warten har. (Zuruf links: Also nach einigen Jahren doch?) Es kann sich ja die Notwendigkeit Herausstellen, ein Syndikat, das durch seine Betätigung das öffentliche Interesse unter Umständen schädigen könnte, gesetz. geberisch anzufassen. Ich habe den Eindruck, daß das Bewußtsein, daß eine Regierung, die ^u einem Einschreiten gegen die Syndikate entschloßen ist, hier im Hause immer eine Majorität finden wird, unter Umständen wirksamer sein wird in bezug auf die Geschäftsgebahrung der Syndikate als ein Syndikatsgesetz, was ein Messer ohne Stiel wäre. Wir werden die Frage der Syndikate dauernd im Auge behalten. 2Bit werden, so weit sich dazu die Gelegenheit bietet, von den Erfahrungen Kenntnis nehmen. Sie können versichert fein, daß wir nicht einen Augenblick zögern werden, generell oder im Einzelfall gesetzgeberisch einzuschreiten, wenn wir von der Notwendigkeit und der Möglichkeit eines erfolgreichen Einschreitens überzeugt sind. Was speziell den Stahlwerksverband anlangt und die Beziehungen der Siegerländer Industrie zu ihm> so bin ich nicht in der Sage, über die vorjährig kontradiktorischen Verhandlungen Mitteilung zu machen roege er ausländischen Konkurrenz. Festzustellen ist jedenfalls, bptf der Stcchlwercsverband das Halbzeug an die reinen Werke zu einen» Preise verkauft hat, der an der Grenze der Gestehungskosten stand und daß unsere einheimischen reinen Werke beim Bezug von Halbzeug unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Relationen nicht ungünstiger gestellt sind als die ausländischen. Was nun die Siegerländer Walzwerke anlangt, so liegt das Material vor. Ich habe aber ernstes Bedenken gegen seine Veröffentlichung; es mürbe geradezu oerniciös für die Werke sein. Und was soll denn durch diese Denkschrift festgestellt werden? Glauben Sie, daß daraufhin der Reichstag Beschlüße faßen könnte, durch die die reinen Siegerländer Walzwerke günstigere Produktions-Bedingungen erhalten? Ich habe ernste Zweifel. Bei der hervorragenden Qualität ihrer Erze und der ungewöhnlichen Leistungsfähigkeit ihres Arbeiterstammes müßte man annehmen, daß es gelingen wird, der Schwierigkeiten Herr zu werden, wenn Eisenbahnverbindungen und Tarif- Verhältnisse ihren Bedürfnißen angepaßt werden, und soweit meine Kenntnis reicht, schweben hierüber in Preußen ein* Abg. Nacken (Zentr.) begrüßt den Entwurf, obgleich er noch nicht etwas Ideales sei. Er sei ein Provisorium, deßen Dauer fest umgrenzt werden müße. Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.): Der Entwurf verdankt feine Entstehung eigentlich dem süd- westafrikanischen Aufstande, bei dem ungeheure Mängel bei der Abrechnung sich zeigten. Unser Rechnungswesen ist seit zweihundert Jahren nicht verbessert worden. Eine Vereinfachung des Rechnungswesens sei dadurch möglich, daß man der Selbstverwaltung weiteren Spielraum gebe. Abg. Frhr. von Nichthofen (Kons.): Ein Blick auf das leere HauS beweist, daß die Materie nicht vor das Plenum, sondern in die Kommission gehört. Wir Preußen stimmen in die Tadelsworte über die OberrechnunaS- kammer nicht ein. Wir sind immer noch stolz auf sie. Wir sehen in dem Entwurf nur einen Versuch, vielleicht auf fünf neuen französischen Zolltarifs. Sowohl die Spielwarenindustrie, als auch die württembergische Metallindustrie würden außerordentlich geschädigt werden, wenn diese Zollsätze in vollem Maße angenommen würden. Wir verlangen Gegen- rnaßregeln der Regierung, um diesen Bestrebungen entgegenzutreten. Sollte Frankreich nicht nachgeben, so muß unbedingt^ der Zoll auf Schaumwein, Liköre und kosmetische Mittel aus den zulässigen Höchstsatz erhöht werden. Außerdem verlangen wir die Vorlage eines Gesetzes, wonach eine Erhöhung der Zölle auf diejenigen Waren stattfindet, die hauvtsächlich aus Frankreich zu uns kommen und die handelsvertraglich nicht gebunden sind. Wir wünschen keinen Zollkrieg, aber wir verlangen von Frankreich Rücksichtnahme auf die deutschen Interessen. Mit Genugtuung begrüßten wir das Zollabkommen mit Kanada, in dem wir die Vorstufe zu einem künftigen Handelsvertrag sehen. Der portugiesische Handelsvertrag hat allgemeine Freude erregt — in Portugal nämlich. Die Handelskammern haben dem früheren Minister de Lima gratuliert zu diesem Erfolge. Ein Beweis dafür, wie recht diejenigen halten, die durch Ablehnung des Vertrages größere Konzessionen für das Deutsche Reich wollten. Auf der Weltausstellung in Brüssel, die gewiß kein Zeichen von Ausstellungsmüdigkeit der Industrie ist, werden wir anscheinend sehr gut abschneiden. Weniger erfreut ist die Industrie über die beabsichtigte amerikanische Ausstellung in Berlin, die mit recht mit großem Mißfallen begrüßt wird. Wir können sie ja schließlich nicht hindern, sollten uns aber jedenfalls von jeder offiziellen oder offiziösen Unterstützung fernhalten. Dagegen lenke ich die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Ständige Maschinen- a u s st e l l u n g in Dresden, die in großem Stile geplant ist für die sich viele Hunderte von deutschen Industriellen interessieren, und die jedenfalls in der Zukunft auch die Unterstützung des Reiches mit Recht beanspruchen wird. Unzweifelhaft muß der Wirtschaftliche Ausschuß verstärkt werden. Weite Zweige der deutschen Industrie und unser Export beruht auf der weitgehenden Spezialisierung der Industrie; die einzelnen Zweige müßen sich aber auch zu Handelsverträgen äußern können. Vielleicht wäre es überhaupt besser, wenn wir nach dem Muster anderer Länder einen Zollbeirat mit Fachabteilungen schüfen. . Warum ist die im vorigen Jahr- geforderte Denkschrift über die Lage der Sieg er lande r Industrie noch nicht erschienen? Die Vcrhällniße spitzen sich mehr und mehr zu. Der Staat muß auf dem Gebiete der Frachtpolitir und als Abnehmer helfen. Es ist eine StaatSnotwcndigkeit, derartige bedrohte Gebiete mit einer bo >enständigen Bevölkerung d^r Allgemeinheit zu erhalten, und sie nicht bei ungünstigen Konjunkturverhaltnißen einfache preiszugebcn. „ „ . Der Abg. Meyer-Kaufbeuren hat die Gründung des Hansa- b und es kritisiert. Das von ihm verlesene. Flugblatt ist em vertraulicher Entwurf, der Überhaupt nicht tn bte Öffentlichkeit gekommen ist so daß es eigenartig berührt, wenn ein berartiger Entwurf von der Tribüne des Reichstages aus benutzt wird. (Hört! Hört!) Weshalb bekämpfen Sie den Hansa- bund? Ist es Ihnen unangenehm, da sich hier auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik einmal weite Kreise zusammenfmden unallhängig von der Konsessionellität? Wollen Sie etwa den Gedanken der konfessionellen Trennung, unter dem unser ganzes Volk leidet, auch noch auf die wirtschaftlichen Fragen übertragen? Laßen Sie den Hansabund mit feinen 230 000 Mitgliedern nur seinen Weg gehen: der Zentrums- turm wird seine Entwicklung nicht aufhalten. (Beifall links.) Der Redner bespricht sodann das Gebiet der Sozialpolitik und regt an, daß die Bestimmungen über den Reservefonds der Berufsgenossenschaften unabhängig von der Gesamtregelung des Versicherungswesens geändert werden, und Handwerker- und Jndustriekreise nicht noch länger mit dieser exorbitanten Rücklage zu belasten. _ Das wichtigste auf dem Gebiete der sozialpolitischen Gesetzgebung ist gegenwärtig die PensionLversicherung der Privat beamt en. Alle Kräfte des Reichsamts des Innern müssen jetzt auf diese Frage konzentriert werden. Die nationalliberale Partei wünscht keine Verquickung der Pensionsversicherung der Privatbeamten mit der Erledigung der Reic^versicherungs- ordnung, sondern eine eigene Versicherung für die Privatbeamlen. Der Redner erörtert u. a. die schlechte Wirkung des am 1. Januar in Kraft getretenen Gesetzes, das die Mitgabe von Arbeit nach Hause verbietet. Die Arbeiterinnen in Plauen ustv. glauben es einfach gar nicht, daß dieses Gesetz vom Reichstag beschlossen werden sei sondern sehen darin eine Schikane seitens des Fabrikanten. Auch die Gewerkschaftsbeamten selbst können em Lied singen von der Erbitterung, die diese Bestimmung hervorgerufen hat Mit solcher Paragraphenweisheit wird man keine Arbeiter glücklich machen und auch tatsächliche Schäden in keiner Weise beseitigen. Der Redner beleuchtet hieraiif die Stellung der national- liberalen Froktün zu den zum Reichsamt des Innern ein. gebrachten Resolutionen, erwähnt dabei die Initiative auf dem Gebiete der Errichtung eines Kartellamtes, bezweifelt aber die praktische Wirksamkeit einer Kartellgesetzgebung. Dem Staatssekretär des Innern kommen meine politischen Freunde ohne Voreingenomm.nheit und mit Vertrauen entgegen. Sein Amt wird ein schweres sein. Sowohl auf wirtschaftspolitischem Gebiete tote auf sozialpolitischem Gebiete ist vieles im Fluß. Dem Staatssekretär wünschen wir, daß es ihm gelingen möge, d ie Verbindung mit dem praktischen Leben stets aufrecht zu erhalten. Er ist der StaatSf'frefär des ganzen Reiches und sollte deshalb auch die von ihm als .Handelsminister be. obachiete Gewohnheit der Jnformaiionsreisen auch al» Staatssekretär aufrecht erhalten, und sich dabei nicht auf Preußen beschränken, sondern auch die anderen deutschen Wirtschaftsgebiete kennen zu lernen sich bemühen. Das würde für den Fortschritt der Gesetzgebung und den Zusammenhang mit den Wünschen des praktischen Lebens von Bedeutung sein. Des freundlichsten Empfanges hierbei kann er versichert sein. (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Von einer Reihe von Rednern sind Beschwerden über unsere Haltung beim Abschluß der jüngsten Handelsverträge und über unsere Stellungnahme in den schwebenden Handelsvertragsverhandlungen laut geworden dahingehend, daß wir nicht das erreicht hätten, was im Interesse unserer Industrie wohl zu wünschen wäre. Man war der Meinung, wir hätten alle diese Schwierigkeiten, die uns entgegenstehen, veranlaßt durch unsere verfehlte Zollpolitik. Andere glaubten, daß es unseren Unterhändlern an den Nerven gefehlt hätte. Nun, Nerven können nicht im Wege der Gesetzgebung verliehen, sie können höchstens geschont werben. (Heiterkeit.) Ich möchte anheim geben, die maßgebenden Nerven jo Die Zahl der eingebrachten Resolutionen ist inzwischen cuf 50 angewachsen. Abg. Gras Carmcr-Zieserwitz (Kons.) empfiehlt die Resolution auf baldige Einführung der Pensions- Versicherung für Privatbeamten. Diese Frage muß noch in dieser Session erledigt werden Der Redner tritt weiter für die Resolution ein, die die Unsallfürsorge für Personen, die bei der Rettung Anderer verunglücken, regeln will. Dabei kommen besonders die Freiwilligen Feuerwehrleute in Betracht. Der Redner spricht dann über die Resolutionen, die eine weitere Sicherung des Koalitionsrechts fordern. DaS gehe zu weit. Den gewerblichen Arbeitern solle das Koalitonsrecht nicht verkümmert werden. Aber -S müsse Parität auch den Unternehmern gegenüber gewahrt werden. Von einem Koalitionsrecht für die Land- «ir b ei ter kann keine Rede fein. Wir würden allmählich in bezug auf die Lebensmittel vom Auslande abhängig werden. Denken Sie sich die Folgen im Falle eines Krieges. Der Landarbeiter hat am Koalitionsrecht gar kein Interesse. Man würde rar einen Keil treiben in das gute Verhältnis, das, Gott sei Dank, noch zwischen Arbeitern und Gutsbesitzern besteht. Die Resolutionen auf eine gesetzliche Regelung des Verkehrs mit Kunst- bung und Futtermitteln unterstützen wir. Wir bitten, unsere Resolution, die eine Herabsetzung der ununterbrochenen Ruhezeit *ier weiblichen Arbeiter in den Molkereien ermöglichen soll, an- lunehmen. Sie ist notwendig, damit die Arbeiterinnen nicht aus *en Molkereien durch männliche Arbeiter verdrängt werden, was 'en Betriebe i zum Nachteil gereicht. Die allgemeine Sonntags- cuhe im Handelsgewerbe ist speziell auf dem Lande nicht durch- 'ührbar. Die Belästigungen des Publikums durch den Auto- .nobilismus müssen energisch bekämpft werden, und wir begrüßen 'ie Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Hoffentlich werden sie von den Landesbehörden wch energisch durchgcführt. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Stresemann (Natl.): Es ist ein Zeichen der in weiten Kreisen bestehenden hcmdels- wlitischen Sorgen, daß die Verhandlungen zum Etat des Reichs- rrntes des Innern diesmal unter dem Zeichen der deut- chen Wirtschaftspolitik stehen. Die deutsche Export- •'buftrie wehrt sich insonderheit gegen bie VrohiS^v-Sätze des Deutscher Reichstag. 42. Sitzung, Mittwoch, 23. Februar. Am Tische des Bundesrats: Wermuth, Delbrück. Den Platz des Abg. Bebel, der gestern seinen siebzigsten Geburtstag feierte, schmückt ein Strauß von roten Nelken. Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. mit der Mitteilung, daß vorn Kaiser ein Kondolenzschreiben folgenden Wortlauts eingegangen sei: 'Die Meldung von dem Hinscheiden des hochverdienten Reichstagspräsidenten, Grafen zu Stolberg, hat mich mit herzlicher Teilnahme erfüllt uno spreche ich dem Präsidium für diesen schweren Verlust mein Beileid au8 (Die Abgeordneten, auch bte Sozialdemokraten, haben sich während der Ver- lesung von den Plätzen erhoben.) Ferner sind Beikeidskundgebungen eingegangen vom König von Sachsen und einer Reihe anderer deutschen Fürsten und Regierungen, de» preußischen Herrenhaus, dem Abgeordnetenhaus in Wten, dem Elsaß-Lothringischen Landesaus- ichusse und dem Schweizer Nationalrat und der Haupt- und Residenzstadt Königsberg, in der Graf Stolberg Oberpräsident gewesen war. Der Vizepräsident wird den Dank des Reichstags dafür aussprechen." DaS Reichs-Kontrollgesetz. Staatssekretär Wermuth leitet die erste Lesung ein: Das Gebiet, das heute zur Verhandlung steht, gehört nicht zu den reizvollsten. Wir machen mit dem vorliegenden Gesetz den Versuch, eine größere Uebersichtlichkeit im Rechnungswesen zu erzielen, der preußischen Oberrechnungskammer die Kontrolle des Reichs- hauShaltes als ein'.m Rechnungshof für daS Deutsche Reich zu übertragen. Wir müssen allmählich zu einer nachhaltigen Ber- einfachuna der Rechnungsprüfung auf der ganzen Linie kommen. Die Prüfung jeder Rechnung durch die Verwaltungsbehörde und endgültige II-Überprüfung durch den Rechnungshof wird sich meist entbehren laßen. Es genügt, häufig Stichproben vorzunehmen, im übrigen aber emen großen Teil der Rechnungen den Verwaltungsbehörden zur endgültigen Prüfung zu überweisen. Die Ent- scheidung im einzelnen Fall muß dem Rechnungshof überlaßen bleiben, schon damit er die völlige Unabhängigkeit behält, die ihm im Gesetz garantiert ist und damit im gesamten BeamienorganiSmuS ba5 Bewußtsein erhalten bleibt, daß der Rechnungshof, wenn er lv.ll, jede Rechnung prüfen kann. Die verbündeten Regierungen betrachten die vorgeschlagenc Regelung als den Anfang eines Reichsrechnungs rechtes uno werden auf der eingeschlagenen Bahn entschloßen vorwärts I- . Jl> .chiinv M die Schluß nach 8 Uhr. ließen , die Meister i selbst herLuf besckpvvrenen schick am bei dem frr.. k ie "*.J4 Nachdem noch der Abg. Werner (Deutsch.- Reformparteil gesprochen hatte, vertagte Las Haus die Weücrberatung auf Don- toir auch weiterhin mit Frankreich m handelkpoMischer Beziehung in freundschaftlichem Einvernehmen leben und daß wir sozialen und wirtschaftlichen Leben der römischen Kaiserzeit" halten wird. =r. 5)omberg a. O., 23. Febr Ter •£ 11£ g ewerftc- Herein läßt auch in diesem Jahre einen Buchfüh rungskursus filr seine Mitglieder abhalten, dem sich bereits 11 Teilnehmer gemeldet haben. Außer ber Erlernung der Traber'scheu Buchführung sollen die Kursus teilnehmer mit den wichtigsten Bestimmungen der Ar beiterversicherung, der Kalkulation und des Osewerberechts' vertraut gemacht werden. Mit dem Unterricht wird am Sonntag begonnen. § Ober-Seibertenrod, 23 Febr. Der hiesige' „Schusterkrieg" ist noch nicht zum Frieden gekommen und nimmt das Interesse unserer Bürgerschaft und der. Umgegend noch weiter in Anspruch. Von den drei bopkot ticrtcn Meistem hat der eine Wirtschaft und Spezerei- Handlung. Seine Tränen, die er vor einer Versammlung weinte, vermochten die Versammelien zu bewegen, daß die Sperre über Wirtschaft und Spe.zerei wieder aufgehoben wurde, die über die Schusterei aber bestehen blieb. Jüngst. beriefen nun die drei in Nöten befindlichen Meister eine Versammlung der Bürger in die Gastwirtschaft von Nees zusammen. Die Bürger erschienen aber nicht, sondern über Abg. Meseberg (Wirtsch. Dg.)' - nimmt gegen.7 Uhr ba5 Wort und bedauert, daß die einzelnen Redner ohne Rücksicht auf die nachfolgenden hier stundenlange^ Ausführungen machen. Der Staatssekretär mag ja den besten Willen hoben, aber die unteren Verwalrungsorgane scheinen sich wenig um ihn zu kümmern. fal. Die Meister hatten wohl drei Bürger irritgedracht, die ihnen helfen sollten, die Karre wieder flott zu machen. Das waren öfter gerade die drei, die zuerst den Schuster- krieg vertiefen geholfen. Anwesend war auch der Flick schuster, der sich baß des Krieges freute, da er sich ein Schuh- lager Angelegt und gute Kundschaft hatte. Dem armen Schlucker rückten nun die traurig gestimmten Meister mit Zeugnissen über seine Leistungsfähigkeit so hart zu Leibe,' daß von seinem Talent kein Quentchen übrig blieb. So ver lief auch dieser zweite Friedensversuch der Meister wie das- Hornberger Schießen. Tie Meister schlichen nach Hause, betrübt über den Schaden, den sie sich angerichtet und den Spott, der unbesorgt ihnen zu teil wird. Der alte Andrees aber meinte: „Schuster, bleib' bei deinem Leisten!" = Mücke, 23. Febr. Durch die Unmenge der Niederschläge, die in letzter Zeit erfolgen, war die Unter briidung der Staatsst.raße bei dem nahen Jls Dörfer Bergwerk zusammen gebrochen und die Straße zum Teil in die Tiefe gestürzt. Das Bergwerk steht schon geraume Zeit außer Betrieb. Um ein Haar wäre ein Fuhrmann von Ruppertenrod mit seinem befährt in den Einbruch gestürzt. Dicht vor dem Spalt bemerkte er im letzten Moment die Gefahr und vermochte noch rechtzeitig auzuhalten. " , | | rnickit' ■ 1" gb bch 2lus StaOt und Lund. Gießen, 24. Februar 1910. ** Eine Sitzung des Pr ov inzial-Aus'- schusses findet am Samstag, dem 5. März 1910, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage der -Ortskrankenkasse Gießen gegen die Ortskrankenkasse Butzbach wegen Unterstützung des Wilb. Becker XV. 2. Klage der Betriebskrankenkasse der Domäne Mar i e n b nr g gegen die Gemeindekrankenkasse Laubach. 3. Gesuch des Konrad Dechert zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betrieb einer G astw irtschaft. *' Liberalismus und Frati en stimmrecht. Man schreibt uns: Lieber die bevorstehende Einigung der liberalen Parteien und den Entwurf de§ liberalen Einigung 8- Programms wird Frl. Martha Zieh aus Eutin am 3. März sprechen. (Siehe Anzeige.) Der Entwurf, der mn Erweiterung der Rechte der Frauen und ihres Enverbs- gcbietcS, Erleichterung der Frauenbildung und Reformen nn staatlichen Berechtigungswesen zugunsten der Frauen, verstärkte Mitwirkung der Frauen auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und des Bildungswesens und Heranziehung der Frauen zur Kommunaloerwaltung in Aussicht stellt, bleibt iueit tjintei dem zurück, waS die freisinnige Bereinigung 1908 in einer Resolution gefordert hatte, nämlich die grundsätzliche Anerkennung der politischen Gleichberechtigung der Frauen. Dadurch sehen sich die politisch interessierten Frauen in die Notwendigkeit versetzt, zu prüfen, wie sie sich zu einer Partei stellen wollen, die so wenig den Namen „liberal” verdient. Frl. Zietz will durch ihren 23 ort rag zur Klärung der Anschauungen beitragen. Ihre Kritik an dem Entwurf ist aber wohl auch für die liberale Männerwelt von Interesse. Graf Aehrenthal in Berlin. Berlin, 23. Febr. Der heutige Besuch des Reichskanzlers Bethmann Hollweg bei dem Grafen Aehren- thal, her fünfviertel Strmd en währte, wurde zu einer ausführlichen (gegenfeitigen Aussprache der beiden Staatsmänner benutzt. Graf v. Aehrenthal machte heute nachmittag eine Reihe tion Besuchen bei hiesigen offiziellen Persönlichkeiten, darunter auch bei den hiesigen Botschaftern und anderen Mitgliedern des diplomatischen Korps. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise folgten heute abend um 8 Uhr einer Einladung des österreichisch-ungarischen Botschafters v. Szöghenh-Ma- rich Lum Diner. Die Kaiserin begab sich in einer Galakarosse mit Spitzreitern zur Botschaft, der Kaiser, welcher österreichische Generalsuniform trug, im Automobil. Zn dem Diner waren außer an den Grafen Aehrenthal zahlreiche weitere Einladungen ergangen. Das K r o n p r i n z e n p a a r empfing heute nachmittag 31/? Uhr im kronprinzlichen Palais den Minister Grafen Aehrenthal. Wien, 23. Febr. Das „Fremdenblati" schreibt: Wenn w.ir die Bekundung des Vertrauens, das im Deutschen Reiche dem Grafen o. Aehrenthal und der Monarchie zuteil wird, deren traditionelle Politik er fortsetzt, mit Freuden hinnehmeu und von Herzen eriüibern, so dürfen mir auch dankbar hervorheben, welche besonders ehrenvolle Schätzung der Persönlichkeit unseres Ministers des Aeußern von den maßgebenden deutschen Stellen und in der deutschen Oeffcnt- lichkeit entgegengebracht wird. Die Wertschätzung, kbie ein leitender Staatsmann im Auslande genießt, ist ein hohes Gut für sein Vaterland und die Worte der ehrendsten Anerkennung, wie sie vor allem das deutsche Kanzlerblatt dem Grafen von Aehrenthal gewidmet hat, können wir uns als politischen Wert anrechnen. Es ist dem Grafen von Aehren- thal beschieden gewesen, in einer geschichtlichen Zeit den österreichisch-ungarischen StaatSgedanken durchzusetzen; er hat ihn ebenso erfolgreich nach Außen vertreten, wie im Innern gestärkt; dafür hat eS ihm an Dank in seinem Vaterlande nicht gefehlt, aber keine Anerkennung dessen, was er für das Vaterland getan hat, kann ihn mehr freuen als diejenige, die jetzt so aufrichtig in Berlin ausgesprochen wurde, denn die Politik, die solche Erfolge erzielen konnte, hat an der deutschen Bundestreue ihre stärkste Stütze gehabt, und das Jahr, in welchem sich Graf von Aehrenthal seinen Platz in der Geschichte gesichert hat, ist auch ein Ehrenjahr deS Bündnisses zwischen dem Deutschen Reiche und Oesterreich- Ungarn gewesen. Darum ist niemand mehr als die leitenden Manner und die öffentliche Meinung Deutschlands berufen, das Urteil zu bekräftigen, das bei uns über den Grafen von Aehrenthal feststeht. Die rühmliche Beurteilung der staatsmännischen Persönlichkeit unseres Ministers des Aeußern in Deutschland, die meil über ein konventionelles Lob hinausgeht, erfüllt uns mit hoher Genugtuung. Deutsche Kolonien» — Die Auswanderung deuts cher Frauen in die Kvlvn ien zu fördern, ist bckamülick eines ber Hauptziele des Frauenbundes der Deutschen Kolonial-Gesellschoft lGeschäftszim- Sintnier: Berlin W. 9, Potsdamer Straße 134), dessen Bestrebungen durch Beitritt zu unterstützen wir nickt genug cm-mehlen können. Durch Vermittlung des Frauenbundes und auf Kosten ber Deutschen Kolvnial-Gesellschast, die entweder freie Reise 3. Schifsstlasse oder eine Reisebeihilfe von Ml. 150 zur 2. Schiffsklasse bewilligt, sind im Jahre 1909 68 jungt Mädchen (Köchinnen, Stützen, 3 Lehrerinnen: nach Südwcstaftika in kontraftlich feste Stellungen gegangen. Das Streben junger Mädchen, nach unseren Kolonien zu gehen, ist sehr rege. Es melden sich Durchschnittlich. jeden Monat ungefähr 200 answanberungslufnge Mädchen beim Frauenbund, der aber auf Grund der aus Südwcstaftika bei ihm eingehenden Wünsche nur etwa 3—4 Bewerberinnen mit jedem Dampfer hinaussenden kann. DLach der Erricktung des Hei matt- Hauses, das in Keetmansbvvp geplant ist und junge Mädchen aus 'Deutschland ausnehmen und in der afrikanischen Wirtschaft unter- ntisen soll, ehe sie an die Farmerfamilien abgegeben werden, hofft der Bund viel mehr Bewerberinnen unterbringen zu können als lrsh-'r. Mit Hilft der über das ganze Deutsche Reich verbreiteten Abteilungen des Frauenbundes wftd eine sorgfältige Auswahl getroffen, damit nur solche Elemente in die Kolonie fomm^nt die dem Deutschtum wirklich von Nutzen sind. " Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet Sonntag im Vereinslokal einen Vortragsabend, welcher Gelegenheit Prof. Velke einen Vortrag: /Aus Spende öntiagungen. Zum Teil find die betreffenden Babn- bcmten wenn nicht in Angriff genommen, fo doch in bestimmter Aussicht. Jedenfalls entziehen sich olle diese Maßnahmen dem unmittelbaren Einstuß des Reiches. Ein Einfuhrzoll auf Eisen kommt natürlich nicht in Frage wegen bet Handelsverträge, und bann, weil die ganze Sorge unserer Industrie darauf gerichtet ist, daß rhr ausländische Erze hinreichend und-billig zur Berfü- giwg stehen. Damit ?omme «ck aaf Schweden. Es ist bekannt, daß ber schwedische Handelsvertrag Ende dieses Fohres ablauft und daß er feine Bcstirn. mutigen enthält, wonach er automatisch toeirerläuft. Wenn also nicht ein vertragsloser Zustand eintreien soll, muß ein neuer Vertrag in Kraft gesetzt werden. Inzwischen hat die schwedische Regierung dem Parlament einen neuen Zolltarif vorgelegt, von dem aber noch nicht zu übersehen ist, wann er verabschiede! wird. Wir sind also genötigt, zunächst den bestehenden Der - tragweiter laufen zu lassen, und zwar bis zum 1. Dezember 1911. Es wird in allernächster Zeit dem Reichstage darüber eine Vorlage zugchcn. Jn- zwischsn ist der schwedische Zolltarif überseht und be- lannt gegeben worden, e§ gehen täglich Äeußerungen darüber ein unb ich hoffe, daß nrir die Möglichkeit geboten ist. den Wirt- schafttichen Ausschuß mrt dieser Frage so rechtzeitig und ausgiebig zu befaffen, daß er genaue Erwägungen über den Vertrag wird anstellcn können. Die erste Sorge muß natürlich die Pc- rückfichtigung bet Bedürfnisse unserer Eisenindustrie sein. Ich hoffe, daß wir in dieser Beziehung zu günstigen Bedingungen ge- knrgat werden. Cofer handelspolitisches Verhältnis Z u "Vapan wird uns demnächst beschäftigen. Der .Handelsvertrag ist in diesem Fahre kündbar. Wenn, wie ich annehme, die japanische Regierung zur Kündigung kommen sollte, so hätten wir auch mit Japan in Vertragsverhandlungen cinzutreten. Die japa- rrischc 9tegienmg hat dem Parlament bereits einen neuen Zolltarif bor gelegt, der uns zugegangen ist und der der Oefsentlichkeit Vergeben werden wird. Wir hoffen, genügend Material beisammen zu haben, um die Materie zu beraten, noch ehe der Zolltarif in Japan verabschiedet ist. Wiederholt ist in den letzten Tagen d «yfen fcas teüt. : SiÜflDtfiö' Wich, b teuid, au «ßardmi bleib< «Wt'K i M ifitolj Wüntiü <öijon )j ? ihren : stnitn en .^errnitt; u 2lu$ der hessischen Kammer. R. B. Darmstadt, 23. Febr. Der Finanzau s schuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag in Gegenwart der Herren Staatsminister Dr. Ewald, Finanzminister Dr. G n a u t h , Minister des Innern Dr. Braun, Geheimrat Tr. Becker und Ministerialrat Süsse r t noch eine sehr eingehende und lebhafte Aussprache über die allgemeine sinanzielle Lage und besonders über die Stellungnahme des Finanzausschusses der Ersten Kammer ab. lieber das Ergebnis dieser Besprechung wird wieder strengstes Stillschweigen beobachtet. Nur soviel verlautet, daß der Ans- sckuß eine soeben erst infolge der früheren Anregungen des" Finanzausschusses eingebrachte Regiernngsvorlacic annahm, wonach die Geineinden für die von der zweiten Iustifitcrtur der Ober- rechnungskammer zu vollziehenden Rechmingsrcvifionen der nicht- staatlichen Sachen eine entsprechende EntsclTädigung an die Staats- kassc zahlen sollen. Die Gebühren für die Revisionen sollen so beinesfen werden, daß sie eine Gesamteinnahme von 150 000 Mk. ergeben, d. i. dieselbe Summe, die int Staatsvoranschlag in Ausgabe für die Iustisikaturabteilung eingestellt ist. Weiter nahm der Ausschuß noch eine Regierungsvorlage an, die Abänderung des Steuergese.tzes vom Jahre 1899 betreffend, worin bestimmt wird, daß den Zuschlägen der Gemeinden zu den Staatsfteuern nicht der jetzt zu erhöhende Satz der Einkommensteuer, sondern wie bisher, die in dem Gesetz niedergelegten ?rormalsätzc von 1899 zugrunde gelegt werden. Die bevor st ehendc Steuerer Höhung, wird also keine Wirkung auf die Steuerzufchläge der Gemeinden haben. Morgen findet nun zunächst am Bormittag eine gemeinsame Sitzung der Finanz- a u s s ch ü s f e beider Kammern und am Nachmittag eine Beratung beider Ausschüsse mit der Regierung statt. Der G esetz g eb u ng s a ns sch n ß der Zweiten Kammer vollzog heute vormittag zunächst die Abstimmung über das Nola- rcatsgesetz hmb die Gebührenordnung. Eine Er- Höhung der Gebühren soll nur bei Objekten von mehr als 400 000 Mar? eintreten, für die sich auch die L>tempelgebühr entsprechend erhöht. Für die Unterschristbeglaubigung durch den Notar wird durchschnfttlich eine Gebühr von ein Zehntel, jedoch mindestens eine Mark und höchstens 10 Mark, festgesetzt. In der morgen vormittag stattfindenden Sitzimg soll die Beratung der Novelle zum Urkundenstempelgesetz erledigt werden. Aus öen Neichstagsaurschüffen. :: Berlin, 23. Febr. Am Budgetausschuß wurde die Beratung desMarinehaus- haltZvftrtgejetzt. Eingehende Erörterung veranlaßt der Titel „Allgemdurer Werftbetrieb", der einen allgemeinen Fonds, und zwar einen Icker tragbaren, in Höhe von annähernd 5 Millionen Mark darstellt und in bezug auf den int Tis positiv vermerkt ist, daß, aus diesen Fonds Bstriebsfahrzeuge erbaut werden dürfen, wenn sie .Kosten des einzelnen Baues den Betrag von 50 000 Mk. nützt überfteigen. Allseitig wird, trotz der Darlegungen der Marinevenvaltung, eine Teilung in bestimmte Untertitel mit näherer Begrenzung der Zahl der Anschaffung usw. gefordert. Für das näck'sdc Fahr soll ein entsprechender neuer Titel gebracht werden. Beim Kapitel „Instandsetzung der Schisse" findet eine eingehende Aussprache über die Frage der Mieparaturen statt Es wird u. a. die Abtrennung eines .Havariefonds ^wünscht. Es wird empfohlen, auch Privattrsbetrieb zu verkleinern, fo würden sie noch höltere Preise fordern. Es wird bei diesem Fonds ein Abstrich von 300000 Mark gemacht, liegen den Widerspruch der Aiarineverwattung, tnarii bereit Erklärung.noch eine große Anzahl von Stellen schien, tderben 13 Berwalttmgsscl-reiber gestrichen. Beim Extraordinärium sind die Berhanblungen zum Teil vertraulich. Beim Kapüel „Artilleristische Armierungen" findet V: M 3itn 3 ' Ms0 ß -oic'l eine Erörterung über die Mono polst c l l u n g Krupps statt. Es wird gewünscht. Versuche auch mit Ehrhardtschen Geschützen zu machen. Ter Staatssekretär erklärt, die Marineverwaltung pei der Firma Ehrhardt entgegengekommen: sie habe auch einen eigenen Schieß stand. Daß die Kruppschen Rohre sehr teuer seien, gebe er zu. Aber die Sehnicrig reit der Konstruktion sei auch bedeutend. Auch hierüber sind die Aussührungen zum Teil vertraulich. Die Anschauungen in der Frage Krupp-Ehrhardt gehen int Ausschuß auseinander. Die von einem Zentrumsredner gewünschte Herstellung der Rohre in einer zu errichtenden staatlichen Fabrik hält der Staatssekretär für kaum möglich. Hätte man vor dreißig Jahren damit angefangen, fo wäre cs anders. Allenfalls könne man für andere Teile daran denken. SBeiterbcrahmg morgen. Der Wahl Prüfungsaus schuß stellte den Bericht über die Wahl des Abg. Wehl sNatl.h dessen Ungültigkeit sie beantragt, ftft. 'Der I u st i z a u s s ch u ß begann heute die zweite Lesimg der Str a f ge setznv valle. Zu der ueiren Bestimmung, die die Haststraft entführt bei Vergehen gegen Plvlizeivorfchriftcu, die zur Verhütung von Tierquälerei erlassen sind, bat das Zentrum Anträge eingebracht, die das Sckpäckten der rituellen Juden ficheo- stellen wollen. Diese Anträge wurden gegen die Stimmen der Konftrvativen und Nationalliberalen angenommen, obgleich der Staatssekretär des Reichsjustizamtes eräörte, daß dadurch die ganze dkovolle gefährdet werden könne. Der Ausschuß, für das Stellen verm i11l u n g s g e s e tz begann heute feine Beratung. zu einer Einigung auch ohne Anwendung von R e - prcfsal'en gelangen werden. Bezüglich unseres Verhältnisses zu Kanada möchte ich darauf Hinweisen, daß in Kanada zunächst her allgemeine Generallarif besteht, daß aber das Mutterland und einige Kolonien einen Vorzugstarif genießen, der etwa 33% Prozent niedriger ist. Zwischen dem General- und dem Vorzugstarif des Mutterlandes gibt e5 einen MitteItaris, der dazu best.inmt ist, die Grundlage von Handclsvertragsoerhandlungen zu bilden. Auf Gründ dieses Mittelvertrages ist zwischen Frankreich und Kanada ein Handelsvertrag zustande gekommen, durch den Frankreich für etwa 80 Positionen des kanodlsch-n Zolltarifs die Sätze des Mit- tektarifS bekomme^, und außerdem für 12 Positionen noch weiter- gehende Ermäßigungen. Auf dem Wege der Meistbegünstigung haben auch Oestc^reich-Ungarn, die Schweiz und Japan dieselben Vorteile, lieber den» Generaltarif besteht aber noch ein besonderer Tarif für Deutschland, in dcm Deutschland gegenüber ein Zuschlag von 33% Prozent des Zollwcrtes zu dem Generaltarif tritt, eine Maßnahme, zu der sich Kanada entschloß, weil Deutschland die Vorzugsbehandlung des Mutterlandes nicht dulden wollte, _nnb unseren Generaltarif gegen Kanada in Kraft setzte. Die Wünsche unserer Industrie gehen seit Jahr»n dahin, zu einer Verstand i g u n g mit Kanada zu gelangen. Wir haben gehofft, zu einem Reziprozitätsdertrag zu gelangen; diese Hoffnung har sich aber bis jetzt nicht erfüllt. Wir haben uns aber für verpflichtet gehalten, dafür zu forgen, daß die Surtaxe rn Wegfall kommt und daß damit friedliche Zustände und die Voraussetzung für neue Verhandlungen <*'- geben wird. Da? ?sbkommen, das wir nun mit Kanada geschieh n haben, wird hoffentlich un'erer Industrie einen Dienst ertoc n, wenn ich mir auch von bc-iif,cm*i darüber klar bin, daß es kein schattenloser L i ch 16 I i ä in unseren handelspolitischen Arbeiten ist. _ Die Art des Abkommens läßt ohne weiteres das Provisorium erkenn"n, aber wir hegen die Hosf- nung. daß es gelingen wird, aus diesem Provisoriurn zu einem günstigen Vertrag zu gelar.yen. In Augenblick, wo ich die ReichkversicherungLordnung affnellen Fragen aus hem Wftkschafkllchen Ausschuß e*rre besondere Kommission neugebildet, die die Vorarbeiten in allen wichtigen handelspolitischen Fragen besorgt unb deren Ergebniffe als Grundlage für die Beschlüsse des WirtsckastsanSschusfts benutzt werden sollen. Wir können bei der Vielgfftaltigkctt unserer zollpolitischen Fragen keine Körperschaft, mag sie noch so groß sein, einfeben, die alle diese Fragen zu lösen vermag, und wir müssen deshalb immer darauf rechnen, durch die Mitwirkung des RcichSamts des Innern und durch Umfragen bei den einzelnen Industrien das erforderliche Material und das erforderliche Spezialwisien uns zu beschaffen. Die Industrie wurde uns unsere Aufgaben wesenttich erleichtern, wenn sic rechtzeitig ihre Wünsche bekannt geben würde. Ich darf versichern, daß ich stets erusllich bestrebt fein werde, sie zu berücksichtigen. (Beifall.) Abg. BrcjSki (Pole)' führt Beschwerde über den wirtschaftlichen Bohlott bet Polen in Oberschlefien Warum knebelt man die ftemdsprach' lichen Völkerschaften im Deutschen Reiche? Sie dürfen nicht der Willkür der Polizei avsgeliefert werden. Der Redner empfiehl eine Resolution seiner Fraktion aus gesetzliche Regelung des Ääf- enthalts ber Ausländer im Deutschen Reiche und bringt ferner Klagen über die Handhabung des V e r e ins g c se tzeS bor. L ö Klgs. laberet Man kieine di f aller ÄS die' :a sie-r Meste Btr Hf sc- - Zerden t jnterR »TO jnb nad) 5- iiglich 1 ' st- ir die i il »nr - Msvc iinmalig k? W trften L ^bie wttle ttr Öligste Sy Ci - SWniiu x' JJNjung Munq. Ä.be LZ Kn K :X,, N K iS1 in i Den Vorteil von der ganzen sozialen Gesetzgebung haben nur die Arbeiter, lieber sie sollte man aber den Mittelstand nicht vergeßen. Wenn man sagt, unsere Sozialpolitik sei mir em Vettel, so sind das ganz unverschämte Ausdrücke. Der Redner 'pricht gegen die Konsumvereine. Sie bringen dem Konsumenten dem keinen besonderen Vorteil, vernichten aber viele Existenzen des aus Mittelstandes. Die Not des Mittelstandes wächst. " In Leipzig der Hand geben kann, werde ich an die Lkisarbeitung des Ent- rührten von 120 000 verpfändeten Objekten 58 Prozent von wurfs eines P r i v a t b e a m t e n v e r s i ch e r u n g s g e s e tz c s >)andWerkern und Gewerbetreibenden her. Hier muß Staats- schreiten. Aber ultra posse nemotenetur- Bezüglich derihilke eingreifen! amerikanischen Ausstellung in Berlin iann ich erklären, daß von Reichs wegen irgend welche materielle Unter* lplDa>t.n uaut- stützung nicht stattgefunden hat und nicht stattfinden wird. Die npr=tnn i nBr Erweiterung des Wirtschaftlichen Ausschusses oder die Errichtung eines eigenen Jollbeirats erscheint mir nicht unbedenklich. Wir haben zur Vorbereitung der Febr. Gestern veranstaltete der X Sch ot ten, Meteoroloa-icke Beobachtungen der S!ationSieße^ Febr. Wetter Z feV Höchste Temperatur am 5,2 mm. 37,°/0 Konsols S do. 37, 3'; ,7,1 Hessen 115.30 23.60 & Börse, 23. Febraar. AaEaa^skarai. Harpener Bergwerk .x. Ochsen. 38—41 74-80 17 39 66 37-39 65-67 38 Flaschenkinder V 4 71—76 38-41 39 73 Sclstachtivertes dis zu 7 Jahren. . 33—39 64-74 36 69 30 28—32 56—64 60 78-30 79 Mastlänmrer und jüngere Masthammel 39—40 39 56—58 72—74 57 73 IClchtes FerriUcton 51 44 45 Tt der Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd .. Türkenlose . 204.90 . 186.10 72—74 70-74 49-53 42—46 80-89 70-76 84 73 . 180.50 . 137.10 65.00 66.15 100 00 97.80 91.40 178.20 47.85 91.55 69.00 100.00 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank e-. Deutsche Bank . . Deutsch-Aeiat. Bank Diskonto -Kommandit Dresdner Bank . . Regen Be'w. Himmel 57 56 108.10 134.80 205.00 215.40 138.50 204.80 186.10 106.30 107.20 180.20 137.10 257.70 151 .OG 191.90 166.80 211.90 i' ebruar 1910. nzial-Aus« nj 1910, vor. dnitng sm. ßen gegen bie wng des M. e der Domäne ässe Laub ach. um Erlaube 93-85 84«85 93.85 84.90 92-70 92-00 100 20 99.10 95.95 >ourti n’m J-’nhit.M G55rhiirtäbricT sand, erbing er sich, die SÖZuttci I......... - - .. . ,, erstach Warner, der übrigens in der Buchausgabe seines' wandelten Uttternehtnen gegenwärtig vorsteht. Niedrigste 9lieoerid)(ag 22. 22 244.90 110.10 —-e ( anada E. B. . . . Darmstädter Bank - Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C.%* Dresdner Bank . .- Tendenz: fester. Sommer 1808 in diesem GasthausL eine Nacht zugebracht, der Tat soll sich auch hier eine Mordaffäre begaben lmben, bei aber die Wirtsleute selbst die Opfer des Verbrechens waren. — Scheffels Kusine Emma Heim ist, dem Berl. zufolge, int Alter von 75 Jahren an einer 2ungenentiünDung 73 72 Durch- George Westeriüanu selbst ist schon 1879 zu Wiesbaden gestorben, aber Verlag und Monatshefte sind in der Familie geblieben; von seinem Sohne Friedrich (1840—1907) gingen sie aus Georg Wester- luaun über, der dem inzwischen in eine Kommanditgesellschaft per- ICtrcbltc^c Nachrichten. Israelitische Religionsgemcinöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag den 26. Februar 1910 : Vorabend 5.45 Uhr. M 0 rgens 9.00 Uhr. c — ~Z -g & 56 —58 55—58 Aeltere ausgemastete Kühe und wenig gut entwickelte jüugereKühe u. Färsen Kalber. Feinste Mast- (Vollmilchniast) und beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber . Schale. 3°/„ Mexikaner - - 47/.0 Chinesen . Aktien Bochum Guss ... Buderus E. W.—. . Tendenz ruhig. Berliner Schwein e. Vollfleijchige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht Fleischige Schweine . ..... unecht. Mn 1g der liberalen 1 d’inigungS* llu? Eutin an: itwurf, der nr. ihre» EnverbL- ib Resormen ir. rauen, verstärk!- 1 jovialen gfo nq der ibt voeit für 1908 in« mdsätzliche er Frauen. um in bieSioi’ zu einer M- iberal' verbirt lärung. der An- Lntwurs ist abu Interesse. veranstaltet M qgabenb, be> rag: ,W jschen kaiserzeit' 4"'< 4°. kommen oft trotz aller mütterlichen Sorgialt nicht so voran, wie sie sollten, ja, manchmal scheinen sie geradezu zurückzugehcn. In diesem Falle ist ein Versuch mit Scotts Emulsidn am Platze. Scotts Emulsion ist nahrhaft und so leicht verdaulich, daß fie den Kindern oft die fehlende Kraft gibt und eine Wendung zum Bessern eintreten läßt. Mau gebe dem Kirche Scotts Emulsion so lange bis cs sich zu einem kräftigen und fröhlichen Geschöpfcheu entwickelt hat. ScoriS ämulfton wird von uns auduDltcnit® im qtotjen eertauiL une gwer nie lo|e nach Äewichi oder Matz, lonbern nur tu nerfiegelten Origtnalstalchen in Renten niu unleret Schutzmarke iFtschcr mit dem Dorjch). Sten u. So»ne, ©. w. b H., Frankluri a. Di. BesiandicUe: feinster Medtzinat-^ebcrtran 16u,o, pnnid »Inzer,n 00,0, unterpboäDbonflfaurer Satt 4,3, untere f)o£pt)orie Ernennen seinem Wesen nach durchaus individualistisch, ein abgesagter, Feind alles autoritären Traditionalismus. 4. Theologische Wissenschaft und LvUSirömmjgieit müssen sich schon in der Person des tl)eologischen Forschers berühren. Die individuelle Religiosität des Forschers tft für die Art seiner theologischen Llussageit von Maßgelxmder Bedeutung. In ihrer individuellen Religiosität sind alle dcutsch- nangciiid gemälde werdet Ihr lso nannte er ihn im vertraulichen (veiprache» besser machen als ich: das Segensgemülde madx ich besser als Ihr." Daß Goethe Hand an die Lösung der Ausgabe gelebt, davon ist mir nie etrr'a- bekannt geworden: wohl aber machte sich Werner svvlcick au die Arbeit Zunächst an das Fluchgemälde, das eben „Ter vi.n imdzwanzigitt Februar" ist (der Sterbetag seiner Mutter, für ihn vmzngÄmise dies insestus in feinmn Leben . Zum Legens-- gemälde hatte sich als Stoff den Tod Wilhelm Teils gewählt, der nack ein r Schwei zersäge erfolgte, als er noch int hohen Alter ein Kind, welches darin zu versinken drohte, aus dem Sck-mächenbacke rettete." Den Stoff für sein Drama fand Werner offenbar in einer niirtlidyn Begebenheit, die in Vogels „^.eipzigeü Annalen" niitoetcili'u irb Don wird erzählt, datz tm Jahre Ibis die Wirtsleute ini „Goldenen Siebe" -zu Leipzig ihren Sahn ermordeten, der nach einer Abmesenheit von 23 Jahren.heimkehrte mtb viel Geld mitbrachste. Als in dein geöffneten Ranzen der Vater des 3°/0 Portugiesen Serie I . 3°/0' Portugiesen , III - 41/3i7» russ. Staatsaul. 1905 4‘/2°/ö japan. Staatsanleihe 4°/’, Conv.Türken von 1903 Tür treulose . . . . 7 4n/0"Griech. Monopol-Anl. -. 4C,O äussere Argentinier ,. m halten, o® flat die E erricht nwi ® Der hiesig- jeden. geko«"°° Schaft und xL brci W ;r ZersaulinM »Der ausgA^ en blieb; *** MvrenenA » «$> Der alle, 'n pfähl' 6 (i Nachmittags 3.30 Uhr. Predigt. Sabbatausgang 6.50 Uhr. Israelitische UeNtzionzgeseSschaft. Gotterdienst. Sabbaticier am 26. Februar 1910: Freitag abend 5.35 Uhr. » Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 6.50 Uhr. S;3 „ Wochengottesdienst: Morgens « 00 Uhr, abends «.30 Uhr. den beft«w feinen sH ^2 haben Wnb Nichr i mir nn Redner onfnmettlen ilenzen de5 Leipzig ^°r Don Staats, Elcktriz. Lahmeycr . . . S. Elektriz. Schuckert . p f. Eschweiier Bergwerk . L. Gelsenkirchen Bergwerk . Haiaburg - Amcrik. Paketf. Harpener Bergwerk Laurahütte . . - • < • Nordd. Lloyd .t . - - ». Obersehles. Eisen-Industrie Neuc sp.anischc Briefmarken sind jetzt zur Ausgabe gelangt. Die Marten sind von etwas größerem Format als die früheren; sie zeigen das von einer Ordenskette umgebene, nach rechts blickende Pvofilöildnis des Königs Alfvns, über dem die Königslrone sck.mebl. In den oberen Ecken beftndet sich die Wertangabe, unter- dem Medaiilonbild des Königs die Untcrfrfi'rift „Espaua". Die Art der verschiedenen Wertstufen ist dä. gteickv stffe bei den früheren Ausgaben. — Von den neuen „s i a m e s i s ch e n Z w i l l i n a e n". Mit lebhaftem Interesse verfolgt die englische Aerztewel't den Werdegang der neuen „siamesischen Zwillinge", die seinerzeit in Brighton geboren wurden. Die Zwillinge haben soeben ihrer dritten Geburtstag gefeiert und es scheint, daß die Bande, die sie unlösbar mit einander verknüpfen, ihre Gesundheit und ihr kindliches Gluck nicht beeinträchtigen. Dr. Rooth, der seit ihrer Geburt die Pflege überwacht, gibt einen interessanten Bericht über die Zwillinge. v6§ geht den Kindern ausgezelchnet", so schreibt der Mediziner, „ihre Größe entspricht völlig ihrem Aller. Zeigen für ihre Jahre eine bemerkenswerte Intelligenz >ünd sie plaudern viel und eifrig mit einander. Sie fvieJ.eu^iuic alle Kinder, zanken sich unb versöhnen sich. Ihre BewcgungSfähigkeit ist viel großer, als ich bei den besonderen Umstanden erroatictc dagegen sind ihre Versuche, zil stehen, nicht sehr erfolgreich. Als stütze bient ihnen ein hölzernes Gerüst, durch das sie später hotzenllich erlernen werden, selbst ihr Gleichgewicht zu haltern rtber ich furchte, daß das Gehen für sie immer mit großer Anstrengung verknüpft sein ivird". Violet und Daisy, wie die beiden Zwillinge getauft wurden, haben wie alle Kinder ihres AkterS eine leidenichanliche Vorliebe für leckere Süßigkeiten. Jedes der beiden kleinen A.adchen hat seinen Teddnbär, mit dem es sich belustigt -tte Zahnentwicklnng hat sich völlig normal vollzogen. - ■ — eMV Chronik aus Kunst und Wissenschaft meinen 70. Geburtstag begeht am 2o. b. M. der Professor der Pmlv>vphie an der Universität Jen a O'eh. sv.-.frat Dr. £ttoi 2^5 mann. - Ter em er. ord l'r ifvfpr der Nativna löTtmomid an i,er W i e ner llntDerutat, Lofrat Dr. jur. ttarl Meng r r wurde -anlatzlich Icw^ rO. Geburtstages von der philvsophischen (yohiltut der deuticken UniPcriitat m Prag zum Dr phil h c er-i naiuit - Die Generalversammlung der DrntiUn G-'scll- s ch a f t z u r B c t ä m p s n >t g d e r G e srn l e di 1 - krau k l,e i t e n untet am 27. Februar U1U, mittags IjA. (r i,i SfcrlriS Kaisciin-Fr icdr ick -Haus, Luisenplatz statt. 3'/a0/(i Reichsauleihe 3 °L do. Kreditaktieu . . Baltimore- und Ohio- P Eisenbahn ; . * . .' C? Gotthardbahiir. .. .H.x. 1910 c c S 23. 2” 746,3 9,4 8,1 92 WNW 2 10 i 23. 9“ 7464 7,6 7,2 93 WMV 2 10 | 24. 7" 748,1 4,1 5,5 90 9 । Nrbeitsvergebung. Für die Feldberernigung Matuzlar sind nachstehende Arbeiten auf dem Submissionsweg zu vergeben: Anfahren von Drainröhren Drainagearbeiten in 2 Kosen Maurerarbeiten Verfchleifung des GrünenwegS Regulierung des SailbachergcabenS Lieferung von Stucksteinen Regulierung des EichelsgrabenS veranschl. zu 50 Mk. , , 1145 „ O 8 1/ V „ 1000 „ y , 480 „ - , 60 , „ v 1000 v Die Verdingungsunterlagen liegen aus unserem Bureau, Zimmer Nr. 3, zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen, sind verschloffen. postfrei und mit entspr. Allfschrist bei Grotzh. Bürgermeisterei Mainzlar einzureichen. Die Eröffnung findet Mittwoch den 2. März d. IS., Norm. 10 Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter start. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 22. Februar 1910. BM/a Grotzh. Kulturinspektion Gietzen. H. S t e i n b a ch. Bilanz om 31. Itzcmbtt 1909. Aktiva Kassenbestand 328.51 Warenbestand und Einkauf 4 969.42 Mobiliar u. lOo/o Abschreibung 361.— Ausstande 4 851.14 10 510.07 Passiva Jfb Geschäftsguthaben der Mitglieder 603.75 Anleihekonto 2 000.— Eintrittsgeld 3.— Kreditoren 6 463.58 Reservefonds 133 37 Warenvorschußfonds 10.96 Reingewinn 1 295 21 10 510.07 Zahl der Mitglieder und Geschäftsanteil Ende 1908 45 Zugang in 1909 6 Abgang in 1909 — Stand Ende 1909 51 Höhe der Geschäflsguthaben Ende 1908 341.20 üH, Zugang in 1909 262.55 „ Abgang in 1909 —.— „ Stand Ende 1909 603.75 jft Gesamthaftsumme Ende 1908 1 350.— jft Zugang in 1909 180.— „ Abgang in 1909 —.— „ Stand Ende 1909 1 530.— Watzenborn, den 23. Februar 1910. Konsum-Verein II, e. G. m. b. H. ii62 Balth. Happel IV. Gg. Jung IV. Johs. Fett V. Bekanntmachung. Die von der Qbcrsörstcrei tiludenbuch auf Samstag den 26. Februar anberaumte FiNcherciverpachtanK findet nicht statt.(D2*l2 Holz-Submission. Aus den Waldungen der 'Dmeinde Mainzlar soll folgendes Holz auf dem SubmissionSweqe vergeben werden: a) 1 Fichtenstamm 3. Kl., 30 cm Dchm. — 0,85 Fm. 1 Fichlensramm 4. Kl., 25 cm Dchm. ----- 0,88 Fm. 15 Fichtenslämme 5. Kl., 20—24 cm Dchm. — 8,81 Fm. 197 Fichtenstämme 6. Kl., 12—19 cm Dchm. ----- 45.63 Fm. 422 Fichtenderbstang. l.Kl., 9—11 em Dchm. —46,21 Fm. b) 5 Kiefernstämme 5. Kl., 17—24 cm Dchm. ----- 1,61 Fm. Die Angebote sind pro Festmeter, sowie getrennt nach Sortimenten und Klassen, verschlossen, mit der Aufschrift „Holz-Submission• bis spätestens Donnerstag den 3. März L I., nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisteret einzureichen, wo alsdann die Eröffmlng derselben siattsindet. Nähere Auskunft erteilt auf Verlangen Forstwart Zecher- Staufenberg. Mainzlar, den 24. Februar 1910. H48 Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. Nutzholz-Versteigerung. Freitag den 4. März dS. IS., von vormittags 10 Uhr ab, kommt im Saale des Gastwirts Wilhelm Amend Hierselbst auS den Waldungen der nachbezeichneten Gemeinden folgendes Holz zur Versteigerung: 1. Hochelheim. Eiche: 2 Stämme 2. Kl. — 3,75 Fm., 5 3. Kl. — 4,50 Fm. und 5 Nm. Nutzholz (Küferholz). 2. Groß-Rechtenbach. Eichen: 3 Stämme 2. Kl. ----- 5,09 Fm., 82 3 Kl. — 48,89 Fm., 5 4. Kl. ----1,29 Fm. u. 14 Rm. Nutzholz (1—3 Mir. lang). Nadelholz: 13 Stämme 2. Kl.---7,00 Fm., 21 3. Kl. — 3,88 Im., 69 Stangen 1„ 110 2. und 110 3. Kl. 3. Vollnkirchen. Eichen: 5Stämme2.Kl.—7,54Fm., 8 3. Kl. — 5,67 Fm. und 6 Rm. Nutzholz (Küferholz). Buchen: 1 Stamm 3. Kl. — 0,48 Fm. 4. Lützellinden. Eichen: 40 Rm. Nutzholz (3 Mtr. lang). Buchen: 2 Stämme 2. Kl. ----- 3,42 Fm., 3 3. Kl. 3,58 Fm. Nadelholz: 2 Stämme 2. Kl. — 2,64 Fm., 33 3».Kl. ----- 18,23 Fm., 4 4. Kl. - 1,04 Fm. und 54 Rm. Nutzholz (3 Mtr. lang). 5. Hörnsheim. Eichen: 5Stämmel.Kl.----15,04Fm„ 6 2. Kl. = 10,85 Fm., 16 3. Kl. = 11,02 Fm. und 12 4. Kl. ---- 3,21 Fm. 6. Münchholzhausen. Eichen: 1 Stamm 1. Kl. ----- 2,54 Fm., 4 2. Kl. ----- 7,38 Fm. und 1 Rm. Nutzholz (Küferholz). 7. Weidenh ausen. Eichen: 1 Stamm 1. Kl. ------ 3,26 Fm., 13 3. Kl. —7,98 Fm. und 1 4. Kl.----0,29Fm. 8. Klein-Rechtenbach. Eichen: 1 Stamm 4. Kl. ----- 0,27 Fm. und 1,5 Rm. Nutzholz (3 Mtr. lang). Nadelholz: 25 Stämme 3. Kl. — 10,45 Fm., 9 4. Kl. -?--- 2,08 Fm., 12 Stangen 1. Kl., 17 2. Kl. und 12 Nm. Nutzholz (3 Mtr. laug). Die Herren Förster Müller-Niederkleen, Both- Vollnkrrchen und Schüler-Klem-Rechtenbach werden die Hölzer auf Verlangen den Kauflustigen zeigen und nähere Auskunft erteilen. Grotz-Rechterrbach, den 22. Februar 1910. Der Bürgermeister. rp*/, begründete 1158 tut Die GeÄ-Oeteml« sind eingetroffen. heute pachtweise übernommen habe. 01499 K 31/09. (B*A I !00 Mei Teleph. 326 Schanzenstr. 6 a m/3 1U0 lNUN ä ■ -“IIUII Die Restbestände von dem I ,Das ] bei 1166 Rudolf Richter, I?« Marktstrasse 24/26. j Asikf (81 August Kröll,!*®; 12 empfiehlt in grosser Auswahl (a10A Eingetragene Schutzmarke AinthMe Höhere Halihelslehr-Walt Gegründet 1849 zu Gera R. Schulpensionat KWeiislhränkt KltiiikrsAMke Pertikos, Sofaö liidjt, stLhle Muster - Kollektionen sofort zu Diensten Reste auh vorjähr. Saison zu billigst. Preisen I!, Feine Verarbeitung :: Solide Preise ;; Kulante Bedienung Hanshaltungs-Gegenstände Küchengeräte :: Kochgeschirre Lieferung kompletter Küchen - Einrichtungen Marinestabsarzt. Dr. Buchinger und Frau Else Buchinger, geb. Sander, zeigen die Geburt eines Sohnes an. A Herren- Kleidung nach Mass Tel. 3.37. ui z. Zt. Bremen, am Schwarzen Meer Nr. 138, den 23. Februar 1910. sagt der bekannte und angesehene Chemiker der Seifenindustrie, Herr Dr. C. 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Wie früher werde ich auch künftig bestrebt sein, durch gewissenhafte Ausführung, auch deS kleinsten Auftrags, das Vertrauen meiner werten Kundschaft vollauf zu rechtfertigen und bitte alle, denen ein herbes Geschick ein teures Familienmitglied entriffen hat, mein Lager besichtigen oder Pläne und Zeichuungeu von Grabdenkmälern von mir einfordern zu wollen Durch 'jahrzehntelange Erfahrung in meinem Fache bin ich in die Lage versetzt, auch den weitgehendsten Ansprüchen zu genügen und bitte alle, die mich mit ihren Aufträgen beehren wollen, von deren sorgfältigster Ausführung überzeugt sein zu wollen. 2)1 it vorzüglicher Hochachtung Emil Kalbfleisch, WMjtuia, Marburger Str. Reifezeugnisse berechtig, für den einjöhr. freiw. Heeresdienst. Handels- realschule, Fachkurv (Akademie», ^ehrlmgsschule. Anfang desSommer- Halbjahrs am 4. Avril. Prospekte kostenlos.hv'Mlu Knabrnpensionat Goetheschule, Offenbach a. M. Privatreal- u. Handelsschule, erteilt Einjäbrigcnzcugnis. Gute Verpflegung u. 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