Nr. 297 Der •frontet erscheint tSstltch, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamiliendlätter, zweimal wöchentl.Nkeir- blatt fürden Kreis Hießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lanb- wirtschastltche Zeitfra-en Ferniprech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Spedition M Adreffe für Depeschen: Anzeiger «ichen. Annahme von Anzeigen für bte Tagesnunnner bis vormittags 9 Uhr. Blatt 160. Jahrgang Montag, 19. Dezember 1910 /®Pr 9 A ^IT V Jüa’Ä’Xu GietzenerAnzelger« »y < politischen Teil: August General-Anzeiger sur Cberheffen Notattonr-ruck tmöVerlag -ervrühl'schoi Univ.-Vuch and Steiir-nttkerei 8. fangt. Re-aktion, Expedition und Druckerei: Sdjulltrafte 7. .*» Ä« Lxpt-iti»n ffir vü-inge«: Sahnhosftraht 16a. - Leleptzon Nr. 50. Anzeigenteil: H. Beek. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Gilt Angriff auf die selbständige innere Verwaltung Hessens. Der „Franks. General-Anz." Hatte dieser Trüge einer Hessisch-Preußischen Gemeinschaft bezüglich der Organisation und Slusübung der inneren Verwaltung das Wart geredet; diese Anregung ist so undenkbar und aussichtslos, dog gewiß niemand daran denkt, sie könnte irgendwo Wurzel fd)tagen. Auch wir würden an dieser Sache vorübergegangen sein, wenn in dem Frankfurter Blatte nicht mit der Unzufriedenheit hessischer Demut en kreise gerechnet worden wäre, die allerdings nicht geleugnet werden kann. Der Verfasser der Frankfurter Artikel, offenbar ein hessischer Beamter, war wahrscheinlich der Ansicht, ein Notschrei in dieser Form werde besser wirken, al£ etwas andres. So lebhast auch wir den Wunsch hegen, die Lebenslage der hessischen Beamten mochte recht bald besser gestattet werden, so sehr bedauern wir den Geist, der aus den Llufsätzen des Frankfurter Blattes spricht. Wir geben daher gerne der folgenden Zuschrift Raum, deren Feststellungen durchaus .das Richtige treffen. Man schreibt uns: Der Gießener Anzeiger hat bis jetzt zu den sehr dreisten Artikeln des Frankfurter Generalanzeigers, welche sich mit „einer zukünftigen Verwaltung Hessens durch Preußen" befaßten, geschwiegen. » Cs dürfte aber nötig sein, mit aller Schärfe den Gedanken: die Verwaltung Hessens an Preußen cruszuliefern, z u r u ckz u w ei s e n und das aus den einfachsten Gründen: 1. Gin solcher Gedanke grenzt für einen hessischen Staatsbürger an den Begriff von Landesverrat. 2. Hessen wird sein sich selbst auferlegtes gänanzmisere auch sellft zu tragen und zu überwinden wissen. 3. Preußen wird zweifelsfrei niemals Neigung haben, die hessische Verwaltung zu übernehmen, es wird auch niemals in die Lage kommen, einen solchen Antrag von der hessischen Negierung und den hessischen Ständen zu erhalten. Damit entfällt alles Weitere. Die hessische Regierung und die hessischen Kammern werden schon die richtigen Wege und Mittel zur Sanierung ihrer Finanzen zu sinden wissen und auch dann an die Regulierung der Beamtengehalte, soweit solche nötig sein wird) herantreten. Um dieses Ziel du erreichen, kann man verschied ' Wege einschlagen, — Darüber zu befinden ist Sache der Regierung und der Stände. Ganz nebenbei sei daran erinnert, daß 1. eine Anleihe ein allbekanntes Staats-Sanierungsmittel ist, wenn sich solche nicht vermeiden läßt, um „inzwischen" entsprechende Ersparungsmaßregeln durchgreifender Art, deren Wirkung erst in einigen Jahren voll u. ganz zur Geltung kommt, einfübren zu können. Kann eine Anleihe vermieden werden — umso besser ferner zweckmäßig fein Tann: 2. Die Generalverpachtung der Bäder Bad- Nauheim, Salzhausen, wenn dadurch bedeutende Mehreinnahmen für den Staat erzielt werden können. Die lieber tragung aller Versicherungen gegen Feuersgefahr anPrivatgesell- fchaften gegen Zahlung einer jährlichen größeren Summe an den Staat. (M. W. besteht ähnliche Einrichtung auch in Preußen.) 4. Alsbaldige Aushebung der bis zu 90 Proz. und mehr betragenden Pensionssätze der Beamten, unter gleichzeitiger Erhöhung des Witwengeldes auf 40 bis 50 Prozent. 5. Aushebung der Kulturinspektionen und Uebertragung der bezüglichen Geschäfte an die Hochbauämter. 6. Hohe Besteuerung der Auto^und der Luxuspferde, ev. auch der teuren Flaschenweine — als gerechter Gegensatz zu der die Minderbemittelten hart treffenden Zündholzsteuer. 7. Prinzipielle Ablehnung der Unterstützung von Eisenbahnlinien (insbes. Nebenbahnen), wenn solche nicht von der preuß.-hess. .Gemeinschaft übernommen werden. 8. 9. usw. — Wenn auch zurzeit eine Finanzmisere in Hessen besteht, so ist doch kein Zweifel darüber, daß Hessen ein in jeder Hinsicht vorzüglich eingerichteter Staat ist, der in den großen Fragen des Verkehrs (Eisenbahn, Post) ebenso weise, als patriotisch, sich dem großen Naclchar Preußen untergeordnet hat; in den inneren Fragen der Verwaltung (Schulen, Universität, Polytechnikum, Kunst, Straßenbau, Städtewesen usw.) wünscht Hessen selbstredend selbständig zu b leib en, zumal es in dieser: Einrichtungen manchem größeren Staat als Muster gelten fanh. * In einem Bad-Nauheimer Blatt wird inzwischen auch schon in Mißstimmung gemacht und angebeutet, der Großherzog habe in der letzten Woche mit dem früheren Finanzminister Gnauth verhandelt. Man spreche schon von einer Berwaltungsgemeinschast, „wenn Preußen, welches im Großen die Kosten des Verfahrens zu tragen hätte, darauf ein ginge". Wir glauben denn doch, daß Herr Gnauth mit so unsinnigen Ideen sich nicht identisizieren würde. Soeben erhalten wir zum gleichen Thema noch folgende Zuschrift, die Geldsammlungen vorschlagt und bann fort- sährt: Ich bin der Ansicht, der Patriotismus in Hessen ist doch ein so starker, daß jeder echte Hesse und besonders die Gutsituierten, die stolz auf ihr Hessenland sind, sicher gern dazu beitragen werden, hier, wo es gilt, ihrem geliebten Helsenlande auf die Beine zu helfen, damit der vorbildliche Fortschritt, den Hessen, burd) das rege Interesse seines kunstsinnigen Landesfürsten auf allen Gebieten errungen hat, nicht stockt. Denn wenn der Staat finanziell gut da steht, geht es auch seiner Bevölkerung gut. Alles gedeiht und kommt vorwärts. Schulden sind ein übet Ding, ein böser Hemmschuh! Hier gilt es nicht zu zaudern, sondern abzuhelfen. Was für einen moralischen Erfolg, würde gerade eine solche Tat für den Staat bebauten. Man könnte ja auch an allen Otten Hessens Basare usw. abhalten, deren Ertrag eben dem Allgemeinwohl des Staates dient. ___________Carl Fries, Kunstmaler, Ortenberg lHessen), Der Arbeitsnachweis in der Provinz Sfctrfcnbiirg. Darmstadt, 18. D^. Die Frage der Regelung des öffentlichen Arbeits- und Tienstnachweises für die Provinz Starkenburg wurde in einer gestern nachmittag auf Veranlassung der Großh. Provinzialdirektoren nach dem Rathaus einberufenen Versammlung, an der sich Vertreter des Ministeriums, der Bürgermeisterei und zahlreiche Kreis- und Kommunalver- treter beteiligten, einer eingehenden Beratung unterzogen. Der Vorsitzende der Versammlung, Provinzialdirektor Geh. Rat Fey, betonte einleitend, die Entwickelung der letzten Jahre habe immer mehr zu der Erkenntnis gefühtt, daß für zahlreiche Fragen des modernen Wittschaftslebens nicht die einzelnen Kommunalver- bände, sondern die Provinz als größeres und wirtschaftlich selbständiges Gebiet eine bessere Lösung herbeizuführen geeignet sei. Auch der Arbeitsnachweis leide zu sehr an Zersplitterung, cs müsse eine einheitliche Zusammenfassung für die Provinz erstrebt werden; eine solche Organisation sei notwendig zur Vermeidung vieler Sckzäden und Ersparung vieler Kosten und liege zugleich im Interesse einer gesunden HeimatsPolitik. Der Mangel an gemeinnützigen Arbeitsnachweisen auf dem Lande und die geringe Ausdehnung der städtischen Arbeitsnachweise auf das Land habe für Stadt und Land gleich nachteilig gewirkt. Das hätten namentlich viele Städte und besonders auch ^rtmtfurt a. M. erkannt und deshalb suche jetzt auch der Mitteldeutsche Arbeitsnachweise erb and diesem Uebel entgegenzuarbeiten. Man habe schon in Starkenburg den großen wirtschaftlichen Nachteil, daß die Arbeitsvermittelung für die Provinz allzusehr in Frankfurt konzentriert sei und müsse deshalb ebenso wie Frankfurt und andere Städte auf eine bessere Zusammenfassung der Tätigkeit bedacht fein. Ein wichtiger Grundsatz einer gesunden Heimatpolitik sei, daß die einheimische Stelle in erster Linie den einheimischen Arbeitern Vorbehalten bleiben müsse und nur dann, wenn kein Einheimischer da fei, dem Fremden überlassen werde; für Wanderer usw., blieben immer noch namentlich Stellen mit vorübergehender Tätigkeit Übrig. Nach diesen Ausführungen legte Herr Dr. Schlotter- Frankfurt Zweck und Einrichtung des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes näher dar, wobei er besonders die überlivkalen! Beziehungen der Städte untereinander über Angebot und Nachfrage betonte. Der Versuch der Städte, auch das flache Land mit in den Nachweisbereich der Städte einzubeziehen, fei leibet gescheitert. Dagegen habe der Verband mit Erfolg die Landwirt- schafts- und Handelskammern mit in seinen Wirkungsbereich ein* bezogen und namentlich ipit dem ländlichen Arbeitsnachweis in Friedberg gute Früchte gezeitigt. Nach den gemachten Erfahrungen empfehle sich in jede« Provinz die Schaffung einer Zentralstelle, für Starkenburg Darmstadt und Offenbach, sowie eine Anzahl anderer Städte als Nebenstellen. Besondere Kosten mürben dadurch nicht entstehen, da die Telephon- und sonstigen Auslagen vom Mitteldeutschen Arbeitsnachweis getragen würden. Nach einigen statistischen Mitteilungen des Herrn Ku l lman-Fciedl- berg wurden verschiedene Nebenstellen, neben Darmstadt und Offen» bach die Otte Bensheim, Gernsheim, Seligenstadt, Erbach u. Groß- Umstadt vorgeschlagen, während sich Beigeordneter Müller- Darmstadt bereit erklärte, den Ausbau der Zentrale Darmstadt zu unterstützen. Deutsche Schadenersatzansprüche an England. Die ,,Novdd. Allgem. Ztg." meldet: „Die britische Re-' gierung äußerte sich nunmehr in der Frage derdeutschen Schadenersatzansprüche aus dem britisch-südafrikanischen Kriege. Sie lehnt ein Eingehen auf alle Reklamationen ab, die seinerzeit der in Brittsch-SüL». afrika eingesetzten britischen Kommission unterbreitet wurden, und ist hinsichtlich dieser Reklamationen auch nicht bereit, dem deutschen Antrag auf Ueberweisung dieser Angelegenheit an den ständigen Schiedshof-in Haag zu entsprechen. Nur für einige Fälle, welche der Kommission in Brittsch-Südafrika nicht Vorlagen, anerkennt sie, daß es sich dabei um eine Rechtsfrage handelt und will diese dem Haager Schiedshof unterbreiten. Das Auswärtige Amt versah die beteiligten Deutschen mit dieser Nachricht. Es gedenkt, die Angelegenheit bei der britischen Regierung weiter zu verfolgen und teilt näheres darüber mit, sobald die englische Regierung von den beabsichtigten Schritten unterrichtet fein wird." Die Wahlen in England. London- 17. Dez. Bis 1.30 Uhr heute nachmittag wap der Stand der Wahlen folgender: 267 Liberale, 270 Unionisten, 42 Mitglieder der Arbeiterpartei, 69 Redmondisten und 9 Obrio- nisten. Die Liberalen gewinnen 23, die Unionisten 27 und die Arbeitspartei 14 Mandate. Jones (Unionist) wurde in Vkont- gomery mit 1522 Stimmen gegen Owen, der 1468 Stimmen erhielt, gelvöhtt. Fiennes (Liberal) wurde in Benbury mit 3629 Stimmen gegen Brasset), der 3538 Stimmen erhielt, gewählt. Der Journalist G a r v i n, der nach einem Gerücht der Urheber der Balfourschen Referendumvorschlage sein soll, und den Lloyd George in seiner in der letzten Woche gehaltenen Rede als den Mann bezeichnete, der die konservative Partei mit Ideen versorge, dringt in dem „Observer" in die Geetzener Staditheater. Die Mäusekönigin oder: Wie der Wald in die Stadt kam, ein Weihnachtsmänchen von F. A. Geißler, mit Musik von Georg P it t r ich. Am Samstag nachmittag fand die erste diesjährige Weih- nachtsvorstettung für die Kleinen statt. Das Theater hallte wieder von den munteren Stimmen und manches besonders lebhafte. Kind, griff zur gesteigerten Freude aller, tätig in die Handlung ein. Es war aber auch „gar su fön". König und Königin, Ritter, ein paar richtige, luftige Kinder, die auch tolle Streiche machten, zwei Prinzen, ein Besenbinderbub, der immer so schrecklichen Hunger hat, ein Junge, der immer Prügel kriegt, eine schöne Fee, nette weiße Mäuschen, Katzen und Ratten, die einen reizenden Tanz aufführen, ein dicker, grausiger Menschenfresser, der von feinem einstürzenden Haus begraben wird, ein eisgraues Tann- mäiutlein, der Knecht Rupprecht und Frau Holle, die in bunten Schlitten heran komm en, jund sogar ein leibhaftes Rehlein. Es war gar so schön. Und em kleines Mädchen hat gefangen und ist dann eingefperrt worden. Und ganz zuletzt, da war die ganze Stadt voll Bäumen und die haben gebrannt und die Fee ist gekommen und ist in die Luft gestiegen und hat alle gesegnet. Die Kinder, die fortgegangen waren, sind wieder gekommen, und die Königin hat gemerkt, daß das Heine Mädchen ihr Kind war. Es war so schön. Und auch ein Lehrer war da, der hat den armen Bub immer gehauen, wemi der eine Prinz nichts gewußt bat, aber er hat sich ein dickes Kissen nntergelegt gehabt. Es war wirklich sehr schön. Und ganz viel bunte Lämpchen waren da und gleschneit hat es auch. Einmal ist auch ein Krug geflogen gekommen, und da haben sie draus getarnten, wie sie in dem dunkel en Turm waren. Ach! So hat mir ein Kind erzählt^ N. Der „Uram'a-Meqer" Der Begründer der Berliner Urania, Prof. Wilhelm Meyer, ist im Alter von 58 Jahren am Samstag früh in Meran einem Nierenleiden erlegen. M. Wilhelm Meyer, der „Urania"-Meyer, wie er populär hieß, war am 15 Februar 1853 in Braunschweig geboren, smdiettc tn Göttingen, Leipzig und Zürich Astttmomie, habiUtictte jich 1876 in Zürich als Privatdozent, wurde 1877 Observator an der Sternwarte in Genf, siedelte 1883 nach Wien und später nach Berlin über und wurde dott 1888 Direktor der Gesellschaft „Urania für populäre Natuttmssenschsft", bereit Zeitschrift „Himmel und Erde" er 1889 begründete; 1897 legte er diese Stellung nieder. Er schrieb il a. „Die Entstehung der Erde und des Irdischen", „Miißestunden eines Natnrfreimdes", „Das Wekt- gebäude", „Die Naturkräfte". In den letzten Jahren gab er mehrere Bändchen der Kosmos-Gesellschaft in Stuttgart heraus. Eine klare, immer interessante Schreibrveise fesselte auch den asttonomifchen Laien; selbständige Gedanken zeickmeten den Verstorbenen aus. Prof. Meyer war einer der ersten, die ifire populär-wissenschaftlichen Vorträge mit Lichtbildern anschaulich machten. Seine Borlesunaen an sich in Form uni) Inhalt reizvoll, gewannen dadurch für das Publikum besondere Anziehungskraft und die Berliner verbanden bat Begriff bes gerade für derartige und besonders für seine Vorträge geschaffenen Vottragshauses so eng mit feinem Gründer, daß sie ihn selbst den „Urania-Meyer" nxnntten. Vor einigen Monaten schon verlautete von einer sehr schweren Erkrankung Meyers; dann bessette sich sein Zustand wieder, aber leider mir auf kurze Zeit. Er ist dahingegangen, von einer großen Gemeinde von Naturftemrden aufrichtig betrauert. — Ein neuentdeckter Golfstrom. Aus Petersburg wird berichtet: Eine Entdeckung von weittragender Bedeutung ist der russischen Forschungsexpedition gelungen, die unter der Leitung des Geologen Rusa noff im nördlichen Polarmeer und an der NordAste Sibiriens wissenschaftliche Beobachtungen vorgenommen hat. Bei diesen Arbeiten konnte sestgestcklt werden, daß ein to arm er Golfstrom nm d i e nördliche Seite der Insel Nowaja Semlja herumfühtt, nicht aber durch die Enge des Karisä-en Meeres im Süden, wo man bisher vergeblich diesen warmen Meeresstrom gesucht hatte. Eine Reihe früherer Forschungen, an denen sich auch Nansen und englische Polarfahrer wie der Kapitän Wiggins beteiligten, suchten stets bte nordöstliche Durchfahrt im Süden der Insel Nowaja Semlja und stießen regelmäßig auf große Eisgesahren. Die Entdeckung der russischen Expedition bedeutet die Möglichkeit, künftig auch im Winter mit beit Mündungen bet großen sibirischen Flüsse ben S chi f f a hr tsv erke h r aufrecht zu erhalten. m ß einem niedlichen Idyll auf einer Nebw-aü», Jue das 6abitee jÄatefcwi berührt, wafe «n £t(a der „Schwetzmger Zeitung" das folgende zu berichten: Auf der Station B. gab es unerwartet Aufenthalt. Als das Zügle etwas gar zu lange anhält und die Passagiere bereits unruhi.q zu werden beginnen, setzt es sich eben in Bewegung, aber nach rücftvarts. Trotz eifrigen Spähens ist fein Wagen, der anaehängt werden soll, oder sonst ein Grund des Rückwattsfahrens ersichtlich. Da hält das Zügle mit einem Ruck und nun klart sich die Sache aus: Auf der untoeit gelegenen Anhöhe steht ein — Photograph, der aus Leibeskräften ruft und winkt: „Halt!" Das. Zügle sollte doch nicht weiter zutückfahren, als es für eine wirklich' schöne Aufnahme notwendig war. Inzwischen war auch der Stationsvorsteher mit Familie im Sonntagsstaate auf dem Bahnsteig erschienen und die Bediensteten nehmen im Zuge möglichst vorteilhafte Stellungen ein — der Photograph ist noch nicht zufrieden. „Dhun Se Ihm dicke Kopp uff de Seit, Se g'heere net zum Personal!" also ruft er väterlich einem vorwitzigem Reisenden zu. Jetzt aber klappt es. Beftiedigt schmunzelnd, packt der Photograph den Apparat zusammen und winkt ganz wie /in Zugmeister zur Abfahrt, worauf das Zügle abdampft. — Kurze Nachrichten aus Kunst u.WissensHaftt Die Akademie der Inschriften zu Paris hat den Professor deSs Sanskrit in Göttingen, Oldenburg, und den Konservator des Dresdener Museums, Trew, zu korrespondierenden Mitgliedern ernannt. — Der Kaiser-Wilhelm-Gesell schäft zur Förderung der Forschungs-Wissenschaften in Berlin, deren Gründung beim Jubiläum der Berliner Universität vom Kaiser verkündet wurde, überwies der Fabrikant Oetker ein Geschenk mm 100 000 Mark. — Das 60jährige Doktorjubiläum feiert am! 21. Dezember der Historiker, lcmgjabttge früfanv Direktor am? Breslauer Staatsarchiv, a. o. Professor an der bnrtigatt Unwerfttät, Geh. Archivrat Dr. Colmar Grün Hagen DcE Gttehtte steht nn 83. Lebensjahre. - In Wien ist der ehemalig^ wngiaHrige Direktor der dortigen Handelsatedemic Ho trat ÜtJ Rudolf Sonndorfer ,im Wter von 72 Jahren geft orbenJ 77 Stuttgart ist am 15. d. M. der aner. vrd Professor für technische Mechanik an der dortigen Technischen Hochsckmte^ Oberbaurat Edmund v. A u t e n r t e t b im Alter von 68 flabrai geltorben. — In Wien bildete sich unter dem Vorsitze deS Professors Er seldb er g eine ö ste rr eichi sche Gesel l s chaft zur Bekämpfung der Kr eb s kran kheit. Die schüft schließt sich der Internationalen Gesellschaft für forfchung «M, Deshalb fand wiederum — wie Die ,ur en obren — am Sonnland marschiert, so muh doch trotz und alledem unausgesetzt an der noch weiteren Verbesserung der Ergebnisse gearbeitet werden. Hnioniften , sie sollten nvch versuchen, M einem Vergleich in der Verfassungsfrage zu gelangen. Wenn die Regierung sich jedoch ablehnend verhalte, müßten die Unionisten bis .;um Ende kämpfen. Alles hänge von der Standhaftigkeit des Oberhauses ab, das, wie Garvin sagt, mit dem Reformplan oorangehcn müsse, als ob sich nichts ereignet hätte und den Mi- aistem gestatten solle, fünshundertneuePeers zu schaffen, wenn sic es wagten. Garvin gibt zu, daß die Ernennung der Pers vcrfassungsgcmäß zwar dem Könige obliege, aber die Verantwortung für die Ernennung laste einzig auf den Ministern. Die Schaffung von neuen Peers werde so unpopulär sein und Die Minister würden in dem sich daraus ergebenden Kampfe so viel Schaden davon tragen, daß die unipnistische Partei in absehbarer Zeit siegreich sein müsse. von 1848 und iljre Bedeutung für die Gegenwart". Der Redner kam zum Schluß aus Die heutige Stellung der ^Parteien $u sprechen. Die hessischen National liberal en standen unter dem Einfluß von Zentrum und Agrariern, sie fühlen ihre Schwäche und suchten eine Stutze. Die Fortschrittliche Volkspartei habe sich ihnen angebotcn ai Reichstagswahl, die Nationalliberalen sollten in sieb' Wahlkreisen kandidieren, die Freisinnigen in zwei. Die Nationalliberalen hatten trotzdem abgelehnt. Lehrer S t a u - bach gab dann einige Darstellungen der revolutionären Vorgänge von 18-18 in Hungen und Umgebung. Dom Kolosseum wird uns geschrieben: Das erfolgreiche Gastspiel des Prang sch en KölnerEnsembles sindct am Donnerstag seinen Abschluß. Alle Freunde eines hcrzersriichcn- den Humors ist also noch kurze Zeit Gelegcicheil geboten, über die Darbietungen der lustigen Kölner recht tüchtig auszulacheu. ** DieBurgermei,terwahlvonWatzenborn- Steinberg. In der letzten Sttzung des Kreisausschusses kam u. a. der Einspruch gegen Sie Bürgermeisterwahl zu Watzenborn-Steinberg zur Verhandlung. Gegen die Wahl, aus der der seitberige Bürgermeister als gewählt hervor- gmg, war mit der Behauptung reklamiert worden, daß Wähler durch Spenden von Freibier beeinflußt worden seien. Wie durch die Auslagen einer Reihe von Zeugen vor dem Kreisausschuß sestgestellt wurde, haben auch tatsächlich drei Venoandte des Bürgermeisters am Abend vor der Wahl in Drei verschiedenen Wirtschaften Freibier gegeben. Sie suchten dies damit zu erklären, daß sie an Dem fraglichen Abend gerade guter Stimmung gewesen seien. Der Ldreisaus schuß maß dem jedoch leinen Glauben bei, sondern nahm an, daß das Freibier in der Absicht gegeben worden sei, um Stimmung für den zu Wählenden zu machen. Er erklärte deshalb die Wahl für ungültig, betonte aber in seiner Entscheidung ausdrücklich, es sei nicht festgestellt worden, daß die Person des Gewählten mit den Spenden in irgendwelchem Zusammen- Hang stehe. Die Kosten des Verfahrens, außer beteiligen für einen Termin, der ohne Verschulden der Parteien auS- jiel, wurden zu 2/5 der Gemeinde, zu 3/s den Reklamanten auserlegt, das letztere desljalb, weck ein großer Teil der benannten Zeugen nichts zur Sache bekunden konnte. ' Amoaltskosten haben die Reklamanten zu tragen. Kreis Büdingen. -1- Büdingen, 18. Dez. Heute vormittag */,10 Uhr überflog in mäßiger Höhe em bemannter Luftballon der osferbac in Frankfurt aufgestiegen war, unsere Stadt. ' -l. Büdingen, 18. Dez. Gestern abend fand im Saale des Hotel „Stern" eine vorn Verschönerungsverein Büdingen und der Sektion Büdingen des Vogelsberger Höhenklubs veranstaltete Fest- lichkeit statt. Die den Saal bis auf den letzten Platz füllende Versammlung wurde von Kreisamtmann B 0 e ck m a n n mit einer Ansprache eröffnet, in der der Redner darauf hinwies, daß die Lust am fröhlichen Wandern auch frischen Wind in unseren Vogelsberg gebracht habe, wo früher Stille über den Wegen lag, begegne man jetzt Frohsinn und Scherzen. Die Leistungen der Wanderer seien gestiegen, Wanderungen )is zu 104 Kilometern am Tage, worin allerdings die am Tische und im Bette verbrachten Kilometer mitzähuen, seien zu verzeichnen. Korpsgeist und gute Beziehungen zu auswärts würden gepflegt, Die Teilnahme an den Wanderungen er gut gewesen, er hoffe, daß auch an den auf dem neuen Plan verzeichneten Wanderungen sich zahlreiche Wanderer beteiligen werden. — Auf den vom Verjchönerungsverein ins Leben gerufenen Wettbewerb für Blumen- chmuck übergehend, betonte der Redner, daß die Freude an Blumen herrsche und der Häuserschmuck immer mehr Ein- gang finde- die Pflege der Blumen trage Lohn und Dank in sich selbst; er hoffe, daß alle der schönen Sitte treu bleiben mögen und bemerkte schließlich unter anerkennenden Worten, daß die hiesigen Gärtner, die am heutigen Abend zur Verteilung gelangenden schönen Blumenpreise geliefert — Nach einem von Referendar Ruth und Frl. I 0 st geben bet en, beifällig aufgenonunenen Klaviervortrag zu vier Händen schritt Kreisrat Boeckmann zur Verteilung der Wanderstäbe an die Mitglieder, die im vergangenen Jahre alle VereinsausMge mitgemaM Haden, die Herren Karl Aus Hessen. DersammlungderFortschrittlichenVolks- partei in Hungen. Man schreibt uns aus Hungen: Im Gasthaus zur Traube hielt am gestrigen Sonntag Prof Ur st ab t-Gießen einen Vortrag über ,,Die Volksbewegung Wattbrach, Erich Hann-r, Amtsanwalt Allwon und ffrsinleirt Rullmann. — Ein unter Klavierbegleitung von Frl. Jost, ben Damen Schäfer und Hoos gesungenes Duett fand verdienten Beifall. — Von dem Ausschuß für Blumenschmuck wurden im vergangenen Sommer die auf Balkons, Fenstern und in Kästen gezogenen Blumen gewertet. Das Ergebnis dieser mühevollen Arbeit war die Verteilung von Blumenpreisen, zu denen die hiesigen Gärtner noch einige Prämien gestiftet hatten, an 112 Personen. Die nach der Wertung in Gruppen zuer'annten Pr.ise wurden den Pflegern ihrer Bal.'on- und Fensterblumen überreicht, und bald glich die Festversammlung einem von fröhlichen Menschen beiderlei Geschlechts durchsetzten Treibhause. Obstbauinspektor Metternich, dem die Vorbereitung und Durchführung der umfangr'ichen Arbeit oblag, wurde z im Zeichen des Dankes ein Blumenkorb überreicht In der Zwischenzeit führten auf einem rasch zurecht gerückten Podium böse Buben (im gewöhnlichen Leben sind es reizende junge Vertreterinnen des Büdinger Darnenflors) un:ec der Leitung eines in der Mas le des strengen Magisters steckenden hiesigen Herrn lose Schulstuben- und Schulbubensireiche auf, bis Der „Un! erricht" infolge des durch das Schulhausdach dringenden Regens abgebrochen werden mußte. — Obst- bauinspettor Metternich hielt hieraus eilten Vonrag über Blumenzucht und Blumenpch.ge und berichtete zugleich über die Besichtigung der auf Ballonen und Fenstern ausgestellt gewesenen Blumen; es ging daraus hervor, daß 'J—700 Fenster besichtigt wurden. Der Redner empfiehu die Ausdehnung des Blumenschmucks auch aus die Gc.chästs- läden und öffentlichen Gebäude (das Kreisamtsgebäude, das neue Schulhaus, das Gymnasium besonders hervorhebend), gab wertvolle Fingerzeige über Behandlung der Ableger, das Verpflanzen, Ucuecnnntcrn, Düngen und Begießen der Blumen und die Wahl paffender uuo loynender Blumensorien für sonnige und schattige Standorte, so daß die Zuhörer ohne Zweifel wertoolke Rakschl"ge mit nach Hause genommen haben werden, die ihnen bei dem nächsi- .ährigen Wettbewerb im Blumenschmuck wohl zu stauen Lommcn. Kreis Schotten. A Schotten, 18. Dez. Emen grausigen Fund machte ein junger Mann im Oberwalde. Aus der alten Ulrich- 'leincr Straße fand er die Leiche des alten Heinrich Geist aus Lanzeichain, der vor 10 Tagen Lanzendam verließ, und zu seinem Sohn nach Eichelsdorf gehen wollte. Offenbar ist ec einem Schwächeansall erlegen. Gestern nahm das Ochollener Amtsgericht die Leichenschau vor. O Laubach, 18. Dez. Im Auftrag des OrtS- gewerbevereins hielt gestern Lehrer I a k 0 b aus Gonterskirchen im Gasthaus zum „Schützenhof" zwei gut be* )achte Vorträge über „Krupp und feine Werke". Der diebner verstand es, mittelst Lichtbildern den Zuhörern in anschaulicher Weise die Anlagen der Firma Krupp vorzuführen. Reicher Beifall belohnte die gediegenen Ausführungen. Kreis Friedberg Bad-Nauheim, 17. Dez. Kürzlich wurde his eine in Kreisen der Hmidcsportsleulen bekannte Witwe ii Haft genommen und nach Gießen verbracht. Die Dame Hai zeitweilig ihren Wohnsitz zwischen hier, Wiesbaden und Frank- lud a. M. gewechselt und war ständiger Gast auf Hunde, autzstellungen. Ihr- Festnahme soll erfolgt (em, weil sie feil Fahren einem älteren Offizier gegenüber — viermal raii Erfolg — Erpressungen verübt hat. Der Offizier hatte die Belästigungen der Dame unbeachtet gelaßen, bis sie zu arg wurden, woraus er Anzeige erstattete. A Butzbach, 18. Dez. Befriedigung hat e8 in ®c« schästskrelsen hervorgerufen, daß die Behörden den Vleh- uiarkt für nächsten Donnerstag genehmigt hat. Treffen doch gerade zu diesem Welhnachtsmarkt alljährlich die Be- ivohner der nördlichen Wctterau und der naheliegenden nassauischen Gebietsteile in großen Scharen ein, um ihrs WechnachtSeinkäufe zu besorgen. Starkenburg und Rheinheffen. ^ Darmstadt, 18. Dez. Die Staatssekretäre Dr. Delbrück und Wermuth wurden am SamStag vormittag 00m Staatsminister Dr. Ewatd und Mmlster v. Hom- dergt, sowie später vom Großherzog empfangen. Am Abend waren sie bei dem StaatSmmister Dr. Ewald zu Gaste geladen und sind heute mittag um 1 Uhi 37 Minuten nach Weiinar abgereist. — Ter jüngst hier verstorbene langjährige Leiter dcS Spitals, Geh. Medizinalrat Dr. Jäger, hat das Städtische Krankenhaus zum Erden feines nicht unbeträchtlichen VenuögenS eingesetzt. R. B. Darmstadt, 19. Dez. Hier ist der Gerichts- schreider Gy. Weber im 75. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene, der aus Alsfeld gebürtig war, war lange Jahre an den Amtsgerichten Hungen, Schotten, Frieddero und Darmstadt tätig und nanientilch aus dem Gebiete der freiwilligen Gerichtsbarkeit sehr tätig. F. C. Darmstadt, IS. Dez. In Walldorf fand eine Versammlung-der schon längere Zell ft reifenden Holzhauer der Oberförsterelen Mittcldick und Mönchbruch uatt, in der sich sämtliche am Streik nicht beteiligten Holzhauer mit den Streikenden solidarisch und zu einer wöchent- tichen außerordentlichen BeitragSleislung von 50 Pfennig für die Streckkaffe erklärten. Den streikenden Kollegen wurden für jeden Wochentag 3 Mk. Unteriiützung bewilligt und be« schloffen, jeden Zuzug fernzuhalten. (m.) Offenbach a. M., 18. Dez. Die direkte Durchs führung der Straßenbahn zwischen Offenbach und Frankfurt wurde am heutigen goldenen Sonntag, der für unsere Stadt einen immensen Verkehr brachte, dem Betrieb übergeben. Zur Feier des Tages waren die Offenbacher Trambahnwagen geschmückt. Beinahe drei Jahre smb nun vergangen, bis die Unterführuna der Trambahn fertig gestellt wurde, die anfänglich als Uebersührung über den Bahnkörper geplant war. In der Naclsi zum Sonntag hatten noch viele fleißige Hände zu tun, um bei Lampenschein die letzten Arbeiten zu beiualtigcn. Der elektrische Strom bis zur Brücke an der Landesgcenze, wo em Stromausschalter angebracht ist, wird von dein Ösfenbacher Elektrizitätswerk geliefert, während der Strom für das übrige Rev das Frankfurter Werk abzugeben hat. Die Kosten der Ge- amtanlage der Unter- und Ueberjührung werben auf 1 Million Marl geschäht. Im Anschluß an bie Inbetriebnahme haben die Handelskammern von, Frantfurt mit Offenbach an ben Staats- selrctar bes 3keichspostamteö eine Eingabe gerichtet, in der bei Wunsch ausgesprochen wirb, daß ber Geltungsbereich der OrtS- ta^e auf Frankfurt unb Offenbach ausgedehnt wird. — Bei ber in Verbindung mit der Volkszählung am 1. Dezember vor- aenommenen Arbeitslosenzählung wurden in Offenbach UZ2 tz beit-lose sezählL. tag eine Konferenz sämtlicher Lehrer und Schulvorstände im B e - zirk Gießen unter dem Vorsitze des Handwerkerschulkommis- lions-Mitgliedes — dem Leiter der Gewerbeschule Gießen — hier statt, in der allerlei Anregungen über die Gestaltung und Turchsührung des Zeichenunterrichts gegeben, und an Hand einer Ausstellung von Zeichnungen der Gang des Unterrichts demonstriert wurde. Tie bei dieser Gelegenheit, in Bezug aus die technische Durchführung der Zeichnungen, als Anschauungsmittel mit vorgelegten Arbeiten aus ben baugewerblichen Abteilungen der Gewerbeschule Gießen fanden bei den Tellnehmern ungeteilten Beifall; besonders siel die Sicherheit und Korrektheit der lediglich nach Vortrag des Lehrers — ohne jede V 0 r I a g e — ausgesührten Arbeiten auf. Auch die gleichzeitig mit ausgestellten Arbeiten aus ber kun st gewerblichen Abteilung der Gewerbeschule sanden allgemeine Anerkennung; besonders war dies der Fall bei den vielseitigen, ost mit recht einfachen Hilfsmitteln wirkungsvoll lum Ausdruck gebrachten Techniken in ber Malerei, wie ferner bei den farbigen Wiedergaben von Naturstücken aller Art. Wenn Fleiß und Ausdauer im Nachwuchs des Handwerks sich weiter so befestigen., dann muß das Handwerk einer guten Zukunft entgegen gehen. Ohne Fortschritt kein Erfolg, muß die Leitschnur des jungen Handwerks immerfort sein und bleiben. ** Stadttheater. Betreffs Erstaufführung der Märchenoperette,Den König drückt der Schuh" von Bogumil Zepter am kommendcn Mittwoch sei, um Irrtümer zu vermcioen, ausdrücklich betont, daß diese erste Ausführung Des Werkes die einzige ist, die im Abonnement stattfindet. Dienslaa-und Freitag-Abonnenlen haben dadurch wi.derum Gelegenheit, etwaige Gutscheine z 1 verwenden und auch jüngeren Familienmitgliedern, die Inhalt unb Stimmung des poetischen und melodiösen Weckes besonders anfprechen Dürfte, den Besuch zu ermöglichen. * * L a n d w 1 r t s ch a f t l i ch e s. Die Ausschußsitzungen DeS Landwirtschaftska mmer-Ausschufses für Ober- dessen tagten am Samstag in Gießen. Tie Ackerbau- fonnniffion leitete W. Fenchel-Oberhürgern, die Biehzucht- fommijfion Oekonomierat Hoffiuann-Hof-Gill. — Zu ber AuSl'tellung in Kassel hat ein Ausschuß für Oderhcssen bereits Vorbereitungen getroffen. Tiere der Simmentaler und Vogelsberger Raffe ivurden aiiSgewählt. Der Land- iviitschastSkmninec-Ausfchuß kann mit dem Ergebnis recht zufrieden seiu. • • Verhaftet. Ein von der Staatsanwaltschaft in Lim- bürg seit längerer Zeit wegen RückfalldiebftahlS steckbrieflich verfolgter Arbeiter auS Marbach wurde gestern hier verhaftet. ee Von der Elektrischen erfaßt und ein Stück mitgeschleist wurde am Samstag Abend am Kirchenplatz em 6 j ä l) r 1 g e r Junge. Ec erlitt zum Glück nur leichie Verletzungen und wurde in die elterliche Wohnung gebracht. * * Dec Bearntenverein hielt am Samstag in Steins Garten seine Weihnachtsfeier ab, die in allen Teilen als wohlgelungen bczcia-nel werben bars. Trotz der vielen anbcicn Veranstaltungen ähnlicher Art war ber Befuch gut. Durch die musikalischen als auch gesanglichen Darbietungen nruibe balb liikifc nachrsstimmuny erzeugt. Zum Schluß bes ersten Teils folgte bas Wcihnachtssestspiel „Waldgeister in ber heiligen Nacht", bas gut wicdcrgegcben wurde. Nach ber Kinberbescherung und Verlosurig hielt ein gut geleiteter Ball die Teilnehmer bis gegen Morgen beisammen. 2luslan0. Der Kaiser Franz Joses reist am 23. Dezember nach Wallsee unb verbringt die Weihnachtsseiertage, wie ittlährlich, in ber Familie ber Erzherzogin Marie-Valerte. AuS Sosia nnrb wieber einmal ein Grenzzwischenfall gemeldet: Ein türkischer Soldat feuerte am Freitag auf den Posten von Mokowv, Distrikt Eharmanu. Die Bulgaren erschossen den Soldaten. Am Samstag dauerte das Gewehrfeuer zwischen dem bulgarischen Posten unb ber türkischen Grenzwache an. Die Bulgaren blieben unverletzt. Die Verluste der Türken sind nicht bekannt. Das Kriminalgericht in Kopenhagen verurteilte ben früheren Jusllzminister Alberti wegen Betrügereien von etwa 15 Mlllionen Kronen zu acht Jahren Zuchthaus. Außer- dem werben chm die Kosten fär ben Verteidiger unb bem Ankläger je 1600 Kronen auf erlegt Aus Peking wirb gemeldet: Durch ein kaiserliches Edikt wurde die Denkschrist des Rcichrsausschusses, in der der Thron gebeten wird, den großen Staatsrat abzuschaffen, oder ihn zu einer dem Volke verantwortlick-en Körperschaft Umzuges lall en, abschlägig beschieden. In bem Edikt wirb ausgesuprl, daß die Mitglieder be5 großen Siaatsrats vortreffliche unb treue Ratgeber seien unb baß bie Einsetzung eines Kabinetts soivie die Ernennung von Beamten Vorrechte des Thrones seien, womit der Reichsausschuß sich nicht befassen sollte. An» Stadl und Land. Gießen, Iti. Dezember 1910. - TageSkalender für Montag, 18. Dezember: Stadttheater: Gastspiel der Rua Sacchetto, dazu .Kollegen.^ Anfang 8 Uhr. e ** Born Städtischen Wasserwerk. Der Jahresbericht über das städtische Wasserwerk für 1909/10 stellt {eft, daß das Werk im allgemeinen günstig abschließt, wenn auch di;rch genüge Umstände, durch die, wegen der Fertigstellung der Hausanschlüsse sehr btrabgeminberten Jnstalla- twnsauftrage und durch die cuigetretene Erhöhung der Arbeitslöhne der Gewinn des Werkes gegen das Vorjahr nm rund 10 000 Mark zurückgegangen sei. — Die alten Duellen, deren Zu lauf infolge bes trockenen Sommers gegen das Vorjahr um 59 000 Kubikmeter zurückblieben, lieferten 229 000 Kubikmeter, bas Werk in Queckborn 1 251 490 Kubik- inctcr Wasser. — Der Wasserbedarf 'der Eisenbahn für Be- tricdSzwecke kst nm 73 000 Kubikmeter zurAckgebliebem Der Wafserlonjum unserer städtischen Bevölkerung hat (abzün- lich dcS Bedarfs der Eisenbahn) für Tag und Kop, im Durch- sSnUt 85 Liter aegen 81 Liter im Vorjahr betragen. Der Durchschmttsverbrauch an Wasser stellt sich im Verjoraungs- ^cbict täglich auf 4054 Kubikmeter gegen 4048 Kubikmeter Dle stärkste Wafferabgabe fand am 22. 3)iai 1909 mit 5582 Kubikmeter, die schwächste am 27. Februar 1910 mit 2696 Kubikmeter statt. In der Stabi Gteßeu sind 2170 Anschlüsse vorhanden gegen 2126 im Vor- öe(amu für die Wasserversorgung vorhandene Rohrnetz hat eine Länge von 82 Kilometer gegen 81,50 Kilo- meter im Vorjahre. Die Rechnung schließt ab mit 297‘M) Mark darunter befindet sich für Waffer 124 800 Mark Einnahme gegen 171400 Mark in 1908/09. Für die $8er- Äinjung der auf dem Werke ruhenden Schuld, die Ende ^iQrf betrug, wurden aufgebracht für Zinsen 50150 Mark, so daß als Reingewinn 8Uu90 Mk. wurden, die für Schuldentilgung verwendbar find ~ »u/bilbung ber H a n b w e r ks l e h r l i n g e -m ben Handwerker-Somitagszerchenschulen des Großherzogtums Hessen ttnzö von der H anb wer ke r s ch u l k 0 m ni i s s i 0 n des foNgeietzte Ausmerffamkeit gewidmet, um die Lefflunas» iähraknt des Hanbioerts zu heben und zu fördern. Die Mitglieder der Handlverker|chulkovimlnion, denen je eine Anzahl dieser Schulen zur lauienden Beaunichtigung unterstellt sind, Haden die Durchführung des Lehrplanes in jystematijcher wie methodischer Beziehung zu überwachen, wie auch ui Beiprechungen mit den bc- tteffenocn Lehrern den Gang des Unterrichts in die gewünschten SMnwn |u leiten, damit die vorgesteckten Ziele erreicht werden, allgemein ajudannt wird — das gewerbliche in Heffen z. Spitze im deutschen Vatu- Die Automobilsrage. Wir erhalten folgende 3 Zur Behauptung be5 Landtagsabgeordneten Köhler- Langsdors in BezuA auf bas lieber holen von Fuhrwerken auf den Landstraßen bezeugen wir, die Unterzeichneten, die wir als Bauern unb Fuhrleute ben alten Gebrauch genau kennen, daß es aller Fuhrmanns brauch war (unb der jetzt noch geübt wird), daß das überholende Fuhrwerk stets rechts ausweichend an dem überholten Fuhrwerk vorbe7gefahren ist. Tie entgegenftehenden Bel'limmungen d.s Hessischen Polizcifiralgcsetzcs unb der Bundesratsbekanntmachung vom 3. Februar 1910 entsprechen nicht bem alten Zichrmawisgebrauch. Ti esc Besti.nmunucn bedürsen, well unpraktisch, bringend der Abänderung im Sinne des alten Fuhrmannsbrauches. Am 18. Dezember 1910. Kell, Bürgermeister von Ettingshausen. Horst, Bürgermeister pon Nieder-Bessinge«. _________Gontrum, Bürgermeister in Münster. Deutsches ttesch. In Wetzlar trug am Sonntag in einer gut besuchten Mitglieder- und Vertrauensmänner-Versammlun^ des kouservatipen Wahloereuis der Reichstagskandidat Gutsbeiitzer von Eichel sein Programm vor. Dr. Prinz August Wilhelm von Preußen bestand vor dem Prüfungsausschuß des Kammergerichts daS Refererwar- examen mit dem Prädikat gut Streif Wetzlar, X Wetzlar, 17. Dez. Im November wurde du Sinken der Hchweinepreise angekündigi, daS nun auch ;ut Tatsache geworden ist. Infolge der dürftigen Kartoffel- Jrntc werden die Schweineställe früher als sonst gerrumt. Wegen der geringen Nachfrage seitens der Stadtmetzqer ist der Preis für fette Tiere von 68 auf 66 Mk. für den Zentner Schlachtgewicht herabgesunkcn. Für nächstes Jabr sind wieder höhere Schweinepreise zu erwarten, da der Austrieb jti den Märkten infolge der Seuchengesahr gehemmt und da Steigen der Kartoffelpreise zu erwarten ist. vermischtes. * AlS mutmaßlicher Mörder der Witwe £)off» maun in der Blumenstraße zu Berlin wurde der 24 Jahre alte frühere Wäsä-ekulscher Otto Schulze festgenommen, der aber bisher trofr schwerer Verdachtsmomente, bte Tat leugnet. Schulze legte sich bei seiner Festnahme den Namen M e y e r bei inü) gab an, [einen Bruder, der die Polizribeamten aus ihn aufmerksam gemacht hatte, nicht zu kennen. Schulze behauptet tncüer, an dem fraglichen Tage bei einem Fourage Händler vormittag- von 11 bis nachts um 1 Uhr aushilfsweise als Kutscher gearbeitet zu haben. Die Ermittelungen der Polizei ergaben, daß sein AuSioeiS richtig ist, er wird aber in Gewahrsam beljaltcn, well er verdächtig erscheint. Anstifter oder Mitwisser der Tat zu fein. • Palästina-Apfelsine«. 3n der Ebene von Jaffa wird gegenwärtig die Apfelsine auf einer Fläche von zirka 440 L>ektar angebaut: die Zahl der fruchttragenden Bäume beträgt mehr als 1 Million. Die Zucht selbst hat sich erst im Lause der letzten fünfzehn Jahre zu der lebigen Bedeutung entwickelt, waS hauptsächlich dem großen Aufschwung der Voroerasien berührenden Dampserlinien zu danken ist. Der finanzielle Ertrag eines Hektars beläuft sich Pro Jahr auf 7—8000 Mk. Die Früchte, die an Größe und Wohlgeschmack die spanischen Apfelsinen übertreffen, stehen im Preise wesentlich höher als diese Die Zucht verursacht nämlich infolge der Wasserarmut deS Geländes erhebliche Kosten. AlS interessante Tatsache mag erwähnt werden, baß die Bewässerung bet Apfelsinenkulturen noch heute mit Hilfe der „Noria" geschieht, jener schon zu Zeiten der Patriarchen gebrauchten einsamen Wasserpumpe. Diese wird von Mauleselinnen in kreisförmige Bewegung gesetzt: man löst die Tiere alle paar Stunden ab, so daß zur Bedienung jeder Noria ein Stall von 3 bis 5 Tieren gehalten werden muß. In neuerer Zeit hat man auch Versuche gemacht die „klassische" Noria durch moderne Pumpen, die hinwiederum durch Petroleum-Motoren getrieben werden, zu ersetzen. Diese heben nun »war daS Wasser bedeutend schneller aus den tiefen Brunnen, arbeiten auch ökonomischer, jedoch ergab sich mit der Zeit, daß sie durch den vom Master mitgesührten außerordentlich feinen Grundsand nach und nach unbrauchbar gemacht wurden — worauf man zu der Jahrtausende alten Noria zurückkehrte. Im übrigen wird diese jetzt schon vielfach durch die obengenannten Motore in Bewegung gesetzt. Die Gesamtproduktion an Palästina-Apfelsinen betrag, jährlich 250 000 bis 30 000 Kisten, deren Inhalt einen Wert von über drei Millionen Mark darstellt. Affine TageSchronir. Bei einet Zigeunerschlacht wurden, wir an- Gchnüib^ mÜhl gemeldet wird, drei Aigenner schwer und sechs Frauen leicht verletzt. In Sisiwi (Sardinien) nri6banbette eine Räuberbande einen alten Grundbesitzer und dessen Frau. Tann zogen sie mit einigen tausend Liren ab; der Nesse des Ueberfallenen verfolgte die Banditen und erschoß einen derselben; der Getütete war der Bürgermeister von Sisiwi Ter ehemalige Oberleutnant Hofrichter machte in der Strafanstalt zwei Selbstmordversuche und wird letzt streng Überwacht. In WiSniwic- brach unter den Gefangenen eine Meuterei gegen die Beamten der Strafanstalt auS In einzelnen Zellen verbarrikadierten sich die Sträflinge unter Lärm und Drohungen. Die Meuterei wurde unverzüglich durch Militär und Gendarmerie unterdrückt. Tie Untersuchung über die Ursache der Auflehnung ist cingeleUet. Aus Vigo wird gemeldet, daß daS Meer noch fortgesetzt Leichen und Trümmer an den Strand wirft, die von dem bei Urrubebo untergegangenen Dampfer „Palcrmo" her- rühren. Ta am Kap Finisterre heftige Stürme herrschen, ist es unmöglich, sich der Stelle zu nähern, wo das Schill untev- gegangen ist. Amtlicher Wetterbericht. Oeff entliehe Wetterbien st ft eile Gießen. Wetteransstchten in Hessen am TienStag dem 20. Dez. 1910: Wolkig, feine nennenswerte Niederschläge, mild. vitiirc-u Reese Gesellschaft, Hameln. hv\,) | Gratis l Dose ff. (5akeo für 50 Reese Gutscheine. |, Backwunder1 v 1 I ober Kläden (Wochenlang srifchbletbenb, sehr fein). 2 Pfb. Mehl, •/< Md. Butter, l/i Psb. Zucker, */4 Liter Milch, 2 Gier, XJ4 Psb. Sultaninen, l/4 Psb. Sukkade gehackt, l[4 Psb. gehackte Plandeln, 2 Päckchen Reefes Vanillinzucker, etwas Zitronen-Effenz ober bte ad- geriebene Schale einer Zitrone, sowie 2 Päckchen ReefeS Vackwnyder (Patentdackpuloer). Behandlung: Man verrühre Butter, Zucker, Eier, Gewürze mit etwas Milch zu einer schaunngen Maffe, knete bann den Rest ber Milch nut bem Ülkehl zu emem festen Teig barunter und menge zuletzt Backwunber, Rosinen, Sukkade und Mandeln gleichmäßig hinzu. w/ c Daa neue 9 Universal« Backmittel Urttr 3'4 Ibli ot Uten Mieteten (vige>cl>l4MM, auf dem neuen Friedhöfe statt. (0103b8 Statt besonderer Anzeige. Heute Nacht entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innigetgeliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Emilie Wallach geb. Mansbacher. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Wallach* Giessen, den 18. Dezember 1910. Bismarckstrasse 14, II Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Dezember, naohm. 3 Uhr Gießen, 19. Dezember 1910. 6886 6884 Wieseck, den 19. Dezember 1910. i Parfümerien bellen Toiletteartikel A-Welz, Seltersweg 6 (hv^/u) & Die trauernden Hinterbliebenen. J.b.N.: PH. Maur 111. Wwe. Institut Boltz Ilmenau t. Tbür. 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