Nr. 203 Zweites Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 31. August 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Gießener Familienblätter" werden dem -Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger Eeneral-Anzeiger für Oberhesten Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e«5L Redaktion: ^^H2. Tel.-Ad r.:AnzeigerGießen. gebnis. Die Cholera im Ausland. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«. Wetter o o 8 6V ^tiederschlag: — 0,0 mm. selten Nabrtmg. hvu/f Decken-Verleihanstalt vonLndw. Lazarus Asterweg 53 Fernsprecher 505 4640 Preis pro Tag und Quadratmeter 3 Pfg. & Aug. 1910 Höchste Temperatur am Niedrigste , , "S- 8S5 CD ‘a Preßburg, 30. Aug. Die an Cholera erkrankte, auf dem Dampfer „Regensburg" bedienstete Antonie Tunka ist im hie- 'igen Epidemiehospital gestorben. Erzerum, 30. Aug. Hier sind' zwei neue Cholera-- fälle vorgekommen, von denen einer tödlich verlaufen ist. Wien, 30. Aug. Das Ministerium des Innern teilt amtlich mit, daß in mehr als fünf Tagen seit der im Franz-- Josef-Hospital erfolgten Isolierung zweier Cholerakranken jede Gefahr einer Weiterverbreitung der Krankheit beseitigt ist. Rom, 30. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in San Ferdinando, Cerignola und in -Margherita di Savoia je eine Erkrankung an Cholera, in Trini- tapoli drei Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Barletta fünf Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Trani ein Todesfall, in Molfetta eine Erkrankung und ein Todesfall vorgekommen. der zwölfjährige Schulknabe Willy Buchholz aus der Ham^ burger Straße unb der vierzigjährige Glasermeister August Wachtel aus der Pichelsdorfer Straße zur Beobachtung cinLeliesert, wo sie schwerkrank darnieder liegen. Ob es sich wirklich um Cholera handelt, wird die Untersuchung erst noch ergeben. Berlin, 30. Aug. Außer der Ehefrau des verstorbenen Hausdieners Vogt, ihrer bei ihr wohnenden Schwester und der beiden Kinder wurde auch noch eine Frau Schulz aus demselben Hause unter Choleraverdacht dem Virchow-Krankenhaus zu- aeführt. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht abge- chlossen. Charlottenburg, 31. Aug. Unter Choleraverdacht ist ein Fräulein Hohenberger aus Hallensee ins Krankenhaus eingeliefert worden. Berlin, 30. Aug. Die bakteriolo gis che Untersuchung der im Virchowkrankenhaus unter dem Verdachte der Cholera eingelieferten Personen hatte ein verneinendes Er-, ©cricbc^aaL R.-B. Darmstadt, 30. Aug. Das Kriegsgericht verurteilte heute den Dragoner Joh. Jos. Haas aus Datau i. Baden vom Leib-Dragoner-Regimenl Nr. 24 wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten und Ungehorsams vor versammelter Mannschaft in zwei Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Der seit dem Herbst vor. Js. dienende Angetlagte erhielt in der Verhandlting fern günstiges Zeugnis bezüglich 'seiner Führung ausgestellt, er gilt als wtder- fetzlich und tft nicht beliebt. Beim Pferdeputzen am 13. August kam er dem Befehl des (Sergeanten widerwillig nach. Er beiiahm sich ungehörig und wiederholte dies einige Tage später. Schließlich vergaß er sich so weit, die Kartätsche nach dem Unteroffizier zil werfen, der jedoch nicht getroffen wurde. Er sucht diesen Wurf als Zufall hinzustellen, hat aber damit keinen Erfolg. Ratibor, 30. Aug. Das wegen Ermordung seines Schwiegersohnes^ des Wirtschastsbesitzers Elb in, am 24. April vom hiesigen Schwurgericht zumTode verurteilte Häusler-Ehepaar Kuznik aus Gr.-Gauden (Kreis Kosel) wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der Ehemann zählt 73, die Ehefrau 63 Jahre. Lirigesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Obgleich das Verbot besteht, Hunde nicht mit in d i e W i r t- sch aft e n zu bringen, so scheint es, daß dieses gar (keine Beachtung mehr findet. Es ist aber wirklich gerade zu empörend- wie man so oft als Besucher seines Stammtisches fortgesetzt von diesen Tieren in verschiedenen Arten belästigt wird. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Polizei diesem Paragraphen mehr Beachtung schenken würde und den Wirt, welcher selbst seinen Hund in das Lokal läßt, in erster Linie empfindlich bestrafen ließe. 29. bis 30. 29. , 30. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienst st eile Gießen. Wetterausstchten in Hessen am Donnerstag bem 1. Sept. 1910 Heiter und trocken, nach tühler Nacht vielfach Morgennebel. Luftschiffahrt. Straßburg, 30. Aug. Nach einer Mitteilung des Dr. Eckener von der Deutschen Lustschisfahrts-Aktiengesellschast steht diese mit den städistchen und militärischen Behörden in Unterhandlungen wegen der Errichtung einer ständigen Landungs- stelleauf einem Anger bei Rupprechtsau. Die Unterhandlungen dürften Aussicht auf Erfolg haben. Bei der heutigen Fernfahrt des „L. Z. VI" von Baden nach Straßburg, an der mehrere Offiziere als Passagiere teilnahmen, ging das Luftschiff plötzlich über Straßburg nieder, als ob es landen wollte, und Dr. Eckener ließ sich aus einer Höhe von 15 Metern an einem Tau auf dem Polygon nieder. Das Schiff kehrte darauf nach Baden- Baden zurück. Le Havre, 30. tLIug. Der Flieger Moräne erzählte einem Berichterstatter: Als mein Höhenmesser 2040 Meter zeigte, stellte ich den Motor ab und begann den Abstieg: es waren 29 Minuten vergangen, seit ich den Boden verlassen hatte und in 9 Minuten langte ich im Gleitfluge unten wieder an. Paris, 30. Aug. Aus Douai wird berichtet: Der Flieger Bregnet unternahm gestern, wie bereits kurz gemeldet, mit fünf Passagieren an Bord seines Zweideckers einen Flug. Das Gewicht des Fliegers, seiner Fluggefährten und des Bcnzinvorrates betrug 420 Kilogramm. Die Cholera. Choleragefahr in Berlin? Spandau, 30. Aug. Heute vormittag sind zwei neue Fälle von Choleraverdacht zur polizeilichen Meldung gelangt; es wurden August --- 4- 20,9 ' D. , = + 12,4 eC. Märkte. th. Gießen, 31. Aug. Der gestrige Rindvieh markt hatte einen Austrieb von etwa 1200 Stück Großvieh, sowie 450 Jung- tiere und Kälbern. Der Vorhandel, der sich sonst nur auf Milchvieh beschränkt, betraf, wie schon am letzten Markt, alle Viehgattungen außer Kälber. Er gestaltete sich sehr flott und ließ erkennen, daß der Hauptmarkt sich gut gestalten würde. Es gab gestern eine sehr starke Nachfrage nach Milchware. Einkäufer für Frankfurt a. M. aus der Pfalz und von der Elsässer Grenze bezahlten für gute Stücke, die stark vertreten waren, recht ansehnliche Preise. Auch die Nachfrage nach Fettvieh und Kälber war so, daß ein Anziehen der Preise nicht ausbleiben konnte. Für Jungtiere wurden ebenfalls recht hohe Preife erzielt, da hierin angesichts der guten Futterernte mehr tüte starke Nachfrage vorhanden war. Gebandelt wurden das Stück frischmelkende und tragende Kühe 1. Qual. 600 bis 650 Mk. (einzelne extra gute Stücke bis 700 Mk.), 2. Qual. 500 bis 575 Mk., 3. Qual. 400 bis 475 Mk. Jungtiere für Mast und Zuchtzwecke, '(-—'/«jährig, je nach Form und Qualität 150 bis 220 Mk. Bezahlt wurde nach Schlachtgewicht für den Zentner: Fette Rinder 1. Qual. 84 bis 87 Mk., 2. Qual. 81 bis 83 Mk., fette Stiere 77 bis 80 Mk., fette Kühe 1. Qual. 69 bis 74 Mk., 2. Qual. 65—68 Mk., 3. Qual. 59 bis 63 Mk. Kälber I. Qual. 89-94 Mk., 2. Qual. 80 bis 85 Mk., 3. Qual. 72 bis 78 Mk. Fette Ochsen, die nur durch den Handel beschafft werden, kosten in 1. Qual. 89 bis 92 Mk., 2. Qual. 85 bis 88 Mk. der Zentner Schlachtgewicht. fc. Frankfurt a. M. S ch w e i n e m a r f tb e r i dj t vom 31. Aug. Aufgetrieben waren 1302 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 00.00-00.00 Mk., Schlachtgewicht 00-00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 56.00—57.00 Mk., Schlachtgewicht 70—71 Mk. Vollfleischige Schweine über 2llz Zentner Lebendgew. 56.0^—57.50. Mk., Schlachtgewicht 70.00—73^ Mk. Fett- fchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 56.00—57.50 Mk., Schlachtgew. 72—74 Mk. Fleischige Schlveine Lebendgewicht 56.00—57.00 Mk., Schlachtgewicht 72,00—73 Mk. Sauen Lebendgewicht 00—00 Mk., Schlachtgewicht 00—00 Mk. Markt mittelmäßig, nicht geräumt. Der demokratische Katholizismus in Frankreich vom Papste verurteilt! Der Widerstand! der Geistlichkeit gegen die Bewegung Marc Sangniers, der bekanntlich die Demokratie mit dem Katholizismus versöhnen will, ist schon oft scharf hervorgetreten und hat selbst zu Skandalen Anlaß geboten, die das Ansehen des Klerus beträchtlich schädigten. Man wußte auch, daß in Rom gegen den Sillonismus gearbeitet wurde, aber bisher war der päpstliche Bannfluch noch immer im letzten Moment von den Sillonistcn abgewendet worden. Bei der fortschreitenden Unversöhnlichkeit des Papstes gegen die modernen Bestrebungen war aber vorauszusehen, daß die Verdammung des „Sillon" nicht lange ausbleiben konnte. Sie ist nun, wie wir gestern bereits berichteten, in aller Form erfolgt, und die „Croix", das Blatt der Assnmprionisten, verfehlt nicht, mit Frohlocken dem Brief des Heiligen Vaters an die Bischöfe über die Sillonistcn die größte Verbreitung zu geben. Heute übermittelt das Wolffsche Bureau eine Anzahl von Pressestimmen: Paris, 30. Aug. Fast die gesamte Presse beschäftigt sich lebhaft mit dem Schreiben des Papstes über die katholisch-demokratische Jugendvereinigung. Die radikalen Blätter äußern ihre Befriedigung darüber, daß der Papst jeder Zweideutigkeit ein Ende gemacht habe. Die „Aktivs schreibt: Das Schreiben des Papstes bedeutet einen endgültigen Si'g derjenigen, die in religiöser und politischer Hinsicht einen unversöhnlichen Standpunkt einnehnren. Wenn die liberalen Katholiken sich unterwerfen, dann gehen sie einem neuen HAigen Kampfe zwischen der Republik und der Kirche entgegen; wenn sie Widerstand leisten, bflint werden wir einem Streit der katholischen Parteien beiwohnen, der der Republik und der sozialen Demokratie nur zu großem Nutzen gereichen farat. Möge der Papst in seiner Verblendung und seinem Fanatismus uns noch manchen solchen Dienst leisten. Die „Petit Republik" schreibt: Wir werden das Schicksal der Sillonisten nicht beweinen; mögen sie sich mit der Kirche auseinandersetzen, wenn sie das für notwendig halten. Unsere Sache ist es, auf die Unduldsamkeit und Engherzigkeit der päpstlichen Anschauungen hinzuweisen. Die ,Lantere" meint: Dank dem Papste ist die Lage nunmehr klar; ein Katholik muß nicht nur antirepublikanisch, er muß auch antidemokratisch sein. Der konser- vativ-royalistisch-e „Gaulvis" meint: Der Heilige Pater leistet uns einen Dienst selbst auf politischem Gebiete, indem er uns zur Bescheidenheit, zum Gehorsam und zur Vorsicht mahnt. Es ist gut, daß die höchste Autorität der Welt uns an unsere Pflichten erinnert. Wir sind überzeugt, daß der Sillon sich vor der Verurteilung beugen wird und daß die ihm erteilte Lehre uns allen zum Nutzen gereichen wird. Wir haben uns in die Leitung der religiösen und kirchlichen Aw- gelegenheiten nicht einzumischen, dazu ist die Kirche da. Wir haben ihr nur zu gehorchen. .. Paris, 30. Aug. Der Advokat Marc Sangmer, der Gründer und Präsident der vom Papste verurteilten katholisch-demokratischen Jugendvereinigung „Le Sillon", erllärte einem Berichterstatter, daß er sich den Weisungen des Papstes ehrfurchtsvoll füge. Er sei vor allem Katholik uni) freue sich, einen Beweis von seiner treuen Anhänglichkeit an den katholischen Glauben geben zu können. Er werde sich nicht mehr mit der/Leitung des Vereins beschäftigen und die jungen Sillonisten wurden nun unter die Führung ihrer Seelenhirten zurückkehren, doch werde er persönlich seine Tätigkeit vermittels des von ihm begründeten Blattes, sowohl in politischer, wie in wirtschaftlicher Hinsicht fortfetzen und zu beweisen suchen, daß Katholizismus, Republikanismus und Demokratie keineswegs unvereinbare Dinge seien, wenn er auch dabei den Befehlen des Papstes in kindlichem Gehorsame Rechnung tragen werde. Gegen Brechdurchfall und Darmkatarrb schätzt man die- Säuglinge am besten, wenn man sie mit „Stufetc" und Milch ernährt. Beides zusammen wird im Magen gut verdaut und geht im Darm weniger leicht wie Kuhmilch allein zur Gärung über. „Atufete" verleiht der Milch einen höheren Nährwert, wird von allen Slmbcrn, gern genommen und ermöglicht einen rationellen Uebergang zur Universitäts-Nachrichten. — Der Privatdozent Dr. Friedrich Brie in Marburg wurde vom 1. Oktober d. I. zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor für englische Philologie und zum Direktor des Seminars für englische Philologie an der Universität Freib ur g i. Br. als Nachfolger von Prof. Wilhelm Wetz ernannt. — Vorlesungen über Kolonialwesen an der Frankfurter Akademie. Die Akademie für Sozial» und Handelswissenschaften zu Frankfurt a. M. veranstaltet auch im kommenden Wintersemester eine Reihe von Vorlesungen und Uebungen zum Studium des Kolonialwesens und der Kolonialpolitik. Außer verschiedenen allgemeinen Vorlesungen aus dem Gebiete der Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaft', Geschichte, Geographie und der Naturwissenschaften und zahlreichen sprachlichen Uebungen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Russisch, Türkisch, Arabisch) dienen diesem Zwecke besonders die Vorlesungen und Uebungen von Dr. Franz über Kolonialwesen und Kolonialpolitik und die Geschichte des Weltverkehrs, die von Professor Arndt veranstalteten Besprech- imgeii wichtigerer Fragen der äußeren Wirtschasts- unb Machtpolitik, insbesondere der Kolonialpolitik, bie Vorträge von Professor D e ck e r t über Meereskunde und von Professor Kraus über Asien, ferner die Vorlesungen von Hofrat Dr. Hagen über die geistige Kultur der Naturvölker, von Professor S ch w a l l y über die arabische Weltherrschaft unter den Chalisen und von Dr. Bruck über die wichtigsten Handelsgewächse, ihre Kultur, Verbreitung und Bedeutung im Welthandel. Heer und Flotte. Berlin, 30. Aug. Vizeadmiral Schroeder, Chef des zweiten Geschwaders, und Vizeadmiral v. Geringen, Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, wurden unter Enthebung von diesen Stellungen zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt; Vizeadmiral v. Jngenohl, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, wurde zum Chef des zweiten Geschwaders ernannt; Kontreadmiral Dick, Oberwerftoirektor der Werft Wilhelmshaven, zum Direktor des Werstdepartements des Reichsmarineamts, gleichzeitig zum stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt; Kontreadmiral Gr apow , zweiter Admiral des ersten Geschwaders, «unter Enthebung von seiner Stellung zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt; Kontreadmiral Bachmann, zweiter Admiral der Auf- llärungsschiffe, zum Befehlshaber der Aufllärungsschiffe ernannt; Kontreadmiral v. Kr osiak, Abteilungschef im Marinekabinett des Kaisers, zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannt; Kontreadmiral Graf v. Spee, .Chef des Stabes des Kommandos der Marinestation der Nordsee, zum zweiten Admiral der Ausllärungsschisfe ernannt; Kapitän zur See Eckermann, kommandiert zur Dienstleistung bei der Werst Wilhelmshaven, zum Oberwerftdirektor dieser Werft ernannt. ie ■ ■ ■ liefert billigst die Bröhrsche K BlVRrtQ mit Firma Universitäts-Buch-und Stein- IVUVUl 10 Hill I II Ilia druckerei,Gießen,Schufstr.7 Landwirtschaft. — Versteigerung von importierten Fohlen. Die Landwirtschaftskammer hat in diesem Jahre 10 belgische und 9 oldenburger Stntfohlen erworben. Die Transporte treffen demnächst in Darmstadt ein und werden am Montag, 5. September, auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt unter die Besteller versteigert. — Beschickung der Braugersten-Ausstellung in Berlin. Mit Rücksicht darauf, daß der Erdrusch der Gerste in diesem Jahre etwas verspätet ist, wurde der Anmelde- tetmin für die Beschickung der Berliner Braugersten- Ausstellung von der hessischen Landwirtschastskammer bis zum 10. September verlängert. ehr gefährlich werden. Jedenfalls ijt die Aufregung sehr iroß und erstreckt sich iveit über Calais hinaus auf die Eisenbahnarbeiter des Nordbahnnetzes, in dieser ganzen Gegend. Andererseits regt es sich auch wieder unter den Angestellten der Ostbahn-Geseltschast, von denen in mehreren Versammlungen btc Zustimmung zum Ausstande ausgedrückt wurde, wenn das Komitee ihn anordnen werde. Ausstandsgefahr bei den Lifenbahnangestellten in Zrankreich. O Paris, 30. Aug. Die Drohung des Eisenbahn-Ausstandes erscheint wieder am Horizonte, und zwar muß man bei noch so vorsichtiger Beurteilung der Umstände crllären, daß dabei die .Haltung der betreffenden Eisenbahn-Gesellschaft sehr eigenartig und bedenklich erscheinen muß. Aus Calais meldet nämlich das „Journal", das doch mit Sozialisten und Syndikalisten nichts zu tun hat, folgendes: * Zwischen dem Arbeiterpcrsonal der Bahnhöfe in Calais und der Nordbahn-Gesellfchaft ist ein ernster Streit ausgebrochen. Am 2. Juni fand eine Entgleisung zwischen dem Haupt- und dem Seebahnbose statt, die nur einige kleine Materialbeschädigungen uno eine unbedeutende Verzögerung der Züge und der Abfahrt der Paketboote nach Dover verursachte. Man schrieb sie dem Umstande zu, daß die Erdaufschüttung nicht hinreichend war. Bei dem Forschen nach den Urhebern dieses Unfalles erfuhr die Gesellschaft, daß der Schienenweg kurz zuvor an dieser Stelle von Arbeitern aus gebessert worden war, die von dem Sekretär der Gruppe des Eisenbahner-National-Syndikats von Calais, Eckman, beaufsichtigt wurden. Man machte also diesen für die Entgleisung verantwortlich. Er tonnte das aber gar nicht sein, denn er war während dieser Wegausbesserung von einem Vorgesetzten zu einer anderen Arbeit abbernfen worden, so daß er seine ihm sonst untergebenen Leute nicht beaufsichtigen konnte. Mit Recht verlangte also Eckman eine Uiltersuchung, die ihm nicht bewilligt wurde, und kurz darauf wurde er nach Anvin strafweise versetzt, einem ganz kleinen Oertchen an einer winzigen Nebenbahn. Eckman verlangte neuerdings eine Untersuchung, um wiederum abschlägig beschieden zu werden. Die Gruppe des Rational- Syndikats trat natürlich für ihren Sekretär ein und beschloß, eine Abordnung an den Verwaltungsrat der Gesellschaft nach Paris zu senden, um dort die Untersuchung durchzusetzen. Auf Grund dieses Schrittes wurde Eckntan am letzten Freitag bedeutet, man könnte die Entscheidung nicht rückgängig machen, nehme ihr aber den Strafcharakter. Das konnte natürlich we-der Eckman noch das Syndikat befriedigen. Und deshalb wurde neuerdings von den Eisenbahnern in Calais beschlossen, eine Mordnung an die Regierung zu senden, um diese zum Einschreiten zu veranlassen. Auch der Maire von Calais ist ganz auf Seiten des Personals und hofft, der Bautenininister Millerand werde die Gesellschaft veranlassen, die mit Recht verlangte Untersuchung vorzunehmen. Sonst könnte die Lage stsl ©gJ-c-'Ä’ CO X» 30. 2** 748,9 19,3 12,3 74 8 2 Bew. Himmel 9 3'. 9» 750,5 16,6 10,9 77 SSW 2 10 Beü. Himmel 31. 752,4 12,0 9,7 94 S 2 7 Nebel B Landwirtschaftliche Geräte August Kröll, Giessen Telephon 284. Seltersweg 12. 4692 Fernruf 132 Feinste Referenzen Die trauernden Hinterbliebenen. BI erzielt man mit: vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Gießen Hof Orden usw. sind anzulegen. d»v8 Die Vorstände der Hassiavereine Giessens. Normal- QR-Pät. I655«t5.l79 971.196 721. J. Nussbaum. West-Anlage 35 Ü. 4460) vsl/a) Der Vorstand. Tel. 337. 4488 'M lV ^7= Äcrfchiedenes • - k* OnnfGefüche ' t ------:—7 ücvluntfcit liefert billigst Kartoffelkärste Schaufeln Laternen Sensen, Sensenwürfe Garbenbänder Heu- und Dunggabeln Giessen, den 31. August 1910. 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D81/ Professor Soelbeer verreist. i6S3 Mimmne in Wen Die obigen Vereinen angehörigen Kameraden werden gebeten, nch io zahlreich wie möglich an der Bestattung des langiahrigen Praudenten der Hassiavereme Sr. Exzellenz des Emil H. Müller Giessen - 4690 Die Beerdigung findet Donnerstag, z. September, nachm. 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. ^3^ Erklärung. Entgegen irrigen Mitteilungen erkläre ich, dak rn meinem Betriebe ununterbrochen weitergearbeitet wird. Aufträge werden nach wie vor prompt er- ledigt, wovon die verehrlichen Interessenten gefälligst Notiz nehmen wollen. 4”8g Emil H. Müller, SchbearbeitunMiibrik. Bekanntmachung Wegen Vornahme von Fahrbahnbescstigungsarbeiten wird die Goethestra fe e zwischen Seltersweg und Süd-Anlage von heute an,bts auf weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrverkehü gesperrt. M Gießen, den 30. August 1910. Grofeherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Skiie Linsen cingetrosten \* M. Schulhof Marktstr. 4 (^ Telephon 119 Donnerstag den 1. Sept. d.J., nachm. 2 Uhr, wird die Hafercrnte von einem Acker am Krofdorfer Weg versteigert. Zusammenkunft Ende der Schützenstratze. (4674 Geinter, Gerichtsvollzieher. Fluß- und Seefische aönt unh Abfallholz I. Wellböser, »4341 Marburger Str. 34. Tel. 743. „Lange Jahre litt ich an einem hartnäckigen Hautausschlag Biel, sehr viel habe ich er- folglos versucht. Ich probierte Zucker's Patent - Medizinal - ^e»fe. Plötzlich besserte es sich von Tag zu Tag. Nahm nur zum Waichen Zuckcr'S Patent- Medizinal Seife u. batte gron- art'aenErfolg. M.Schlör in B." L St. 50 Pf. (15%m) u. 1^0 M. (35%iq, uarktte Form). Dazugeh. Zuck°_2S- Creme vo Pfg. u. 2 DU., lernet Z u tfooh -L elfe (mild >50 Pf U.1.50M. In der Universitäts, Engel- u. H»r,ch-Apotbcke, bei Ang. Noll, Seibel, W. Kilbinger und Otto Lchaaf._______________(sl27/,. IV. D.». morgen Donnerstag abends 9 Uhr MonntS- Bersarnrnlung im Hotel Großberzog. (738 Gesangverein Heiterkeit. 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