160* Jahrgang Nkr. Sri Zweites Blatt Mittwoch 26. Oktober 1910 Erscheint tL-Nch mit Ausnahme bei Sonntag«. Die „rietzener Famtliendlätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da« „Kreisblott für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen * erscheinen monatlich zweunal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UnwersuälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: &L Rebaftioiueoili. Tel.-Adru AnzelgerGießen. ziehen würde. Ein Antrag der Fortschrittspartei will die Äesahr einer „Strafverfolgung" überhaupt zur Grundlage deL Zeugnisverweigerungsrechts machen; damit würden auch die disziplinären Strafverfolgungen getroffen werden. Ter Antrag wurde mit 13 gegen 10 Stimmen abgelebnt. In der ersten Lesung hatte jer Ausschuß die Regierungsvorlage zu § 54 geändert und be-- stimmt, daß Zeugen, die das Zeugnis verweigern können, hierauf .chnzuweisen sind, und daß der Zeuge besonders auf das ihm aus Dem eben erwähnten § 52 zu stehende Verweigerungsrecht hinzu- lveisen ist, wenn ein Verdächtiger noch nicht ermittelt ist. Ttt Ausschuß blieb zwar bei diesem Beschlüsse erster Lesung, machte jedoch aus der Zwangsvorschrift für den Richter eine sogenanntL Zollvorschrift. Kommt der Richter der Vorschrift nicht nach/ so ist daraus kein Revisionsgrund herzuleiten. Tie Vorschriften des § 55, der die Vernehmung zur Sache regelt, hängen mit den Fragen politisä>er Natur zusammen, die gestern einem Unterausschuß überwiesen wurden. Daher wurde auch dieser Paragraph an den Unterausschuß gegeben. Tie §§ 61 bis 64 regeln die Art und Weise der Vereidigung. In § 61 wird der Nacheid eingeführt. In § 62 wird die Vereidigung dahin umgestaltet, daß der Zeuge nicht mehr die Eidesnorm, sondern nur die Eidesformel zu sprechen hat? „Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe." Tie Worte, daß der Zeuae „nichts hinzugefügt" habe, sind in der Eidesnorm ge=i strichen. Weiter gibt § 62 die Möglichkeit, mehrere Zeugen gleichzeitig zu vereidigen. Die Sozialdemokraten beantragen, die Eidesnorm und die Eidesformel dahin Zu ändern, daß die Berufung auf Gott wegfällt und nur aus Antrag des Zeugen hirrzuzufügen ist. Ter Antrag wurde iuw lebhafter Aussprache abgelehnt. Ter Abschnitt über die Zeugen wurde erledigt, ebenso der übet die Sachverständigen und den Augenschein (bis § 86). Von einer Seite wurden die Kamelen gegen die Unterbringung eines An-, geklagten in eine Irrenanstalt für ungenügend erachtet und ein Zusatz beantragt, vor der Anordnung durch das Gericht auf Antrag nod) einen zweiten Sachverstäirdigen zu hören. Der Zusatz wurde abgelehnt. Weiterberatung: Mittwoch vormittag. Die Reid)$oerfid]erungsorönung. : Ä Berlin, 25. Okt. Der Reichsversicherungsausschuß führte durch seine heurigL Beschlußfassung das durch den Entwurf beseitigte VorbefcheidÄ- verfahren wieder ein. Die neue Regelung erfolgte durch die An- nahnre eines Antrags Dr. Semler (Natl.), der eine Reihe von Paragraphen (§§ 1564 a bis f) in den Entwurf einschiebt. Gegen den Vorbescheid kann ein Einspruch binnen zwei Wochen nach Zustellung bei dem Versicherungsträger und zwar auch durch Vermittlung des Kuständigen Versicherungsamts erhoben werden und begründet dann das Recht des Verletzten oder seiner Hinterbliebenen auf persönliches Gehör. Auch unabhängig davon kann der Verletzte die Einholung eines Gutachtens eines von ihm bestimmten Arztes verlangen, wenn er die Kosten vorlegt. Ist nicht sclwU durch den Versicherungstrag er ein Arzt gehört worden, dem der Versicherte nach eigner Wahl seine Behandlung übertragen hat, so hat auf deu bei der Vernehmung zu stellenden Antrag des Versicherten und nach Anhörung des Versicherten das Versicherungsamt das Gutachten eines bisher noch nicht gehörten Arztes einzuholen. Wenn der Berechtigte die Kosten im v-orauS entrichtet, so steht ihm die Bestimmung des zu hörenden Arztes zu. Dies sind die wesentlichsten Bestiinmungen aus diesem viel- umstrittenen Beschlüsse der Kommission. Weiter wurde auf Grund von Anträgen Dr. Semler (Natl.) in § 1569 und einem neuen § 1569 a beschlossen, daß ein neuer Vor- und Endbescheid zu erteilen ist, wenn eine Unsallentschädigung wegen Aenderung btt Verhältnisse herabgesetzt oder entzogen werden soll; des Vorbescheides bedarf es nickst bei Ruhen einer Unfallrente oder wenn der Verletzte oder seine Hinterbliebenen sich im Auslände befinden. Auf Antrag der Sozialdemokraten wird diesen Bestimmungen hinzugefügt, daß eine anderweite Feststellung der Unfallrente noch Ablauf von fünf Jahren von der Rechtskraft der ersten Entscheidung ab nur auf Antrag mtb zwar durch Entscheidung des Ober- versicherungsarntes erfvlgt, falls nicht zwischen dem Persicherungsträger und dem Empfangsberechtigten ein ausdrückliches Eü> Verständnis über die anderweite Feststellung der Rente erfolgt. Der Abschnitt über das Verfahren bei der Unfallversicherung wurde erledigt und auch zum größten Teile der Abschnitt über das Verfahren bei der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung (bis § 1590). Weiterberatung Mittwoch vormittag. .(Sunt) (soz. Rad.) erklärte, die Forderungen der Eisenbahn bediensteten seien berechtigt, bestritt aber deren Recht auf einet lusstand. (Sollt) (Soz.) tadelte Briand in heftigen Worten er eine hassenswerte, verächtliche Rolle gespielt habe, indem c Jie Führer der Eisenbahnbediensteten habe verhaften lassen, nach »em er früher selbst den Generalstreik gepreoigt habe. Das ist agte Colly, sich an Briand wendend, Schufterei voi Ihrer Seite. (Beifall auf der äußersten Linken, Protestrus auf den anderen Bänken.) Brisson ermahnte den Redner, sich einer maßvolleret Sprache zu bedienen. (Briand zuckt die Schulterns Schließlich wandte sich Colly dagegen, daß Militär zun Vorteil der Eisenbahngesellschaften Vcrfw ndung finde und erklärte ’S sei die Regierung und nicht die Sozialisten, die den Klassen campf schüre. Ministerpräsident Briand führte darauf aus: Er lehne es ab, auf die Persönlichen Angriffe zu antworten Der Ausstand sei keine gewerbliche Bewegung gewesen. Ti- Regierung habe sich einem Versuch gegenüber befunden, bas Land zugrunde zu richten, dem Arbeiter lediglich al; Werkzeuge gedient hätten. Die Regierung habe den Bewest für das Vorhandensein einer anarchistischen Bewegunl gehabt und habe Maßnahmen zur nationalen Sicherheit er greifen müssen. Der Ministerpräsident führte zahlreiche Fälb von Sabotage an unter wiederholten Protestrusen der Sozia listen, die für den Augenblick seine Stimme übertönten. Brian! machte eine Geste, als wollte er von der Tribüne herabsteigen fuhk dann aber fort und erklärte, er befinde sich gegenüber der sistematischen Organisation der Sabotage, einer Kampfes Organisation, deren Fäden die Regierung in der Hand zu Haber hoffe. Der Ministerpräsident verlas sodann ein zur Zeit bei Postftreikes an Beamte versandtes Zirkular, das genaue An Weisungen für die Zerstörung von Telegraphendrähten gibt (Er neute Unterbrechungen von den Bänken der Sozialisten) uni fügte hinzu, die Organisatoren des Eisenbahnerausstandei hätten ein ähnliches Schreiben unterzeichnet. (Rufe bei der Sozialisten: Welche Organisatoren?) Das werden Sie bali erfahren, vielleicht ftüher, als Ihnen lieb ist. Des weiterer bemerkte Briand unter andauerndem Lärm der Sozialisten trotz ihrer Beklemmung angesichts der Gefahr, in der sich da- Land befand, habe die Regierung nur gesetzliche Mittel angewandt. Die Freiheit, die die Sozialisten verteidigen, sei nichti als eine häßliche Figur von zerbrechlicher und anarchistische! Freibeuterei. (Beifall links und im Zentrum.) Die Freiheit der Syndikate bestehe nicht in Gewalttätigkeiten gegen die Arbeiter, die polilisckn Freiheit bestehe nicht in einer Haltung wi« sie die äußerste Linke gegenwärtig einnehme. (Lärm auf bei äußersten Linlken.) Er sei auf der Seite der Freiheit gewesen als die Sozialisten, wie bas Land gesehen habe, für Sklavere lunb Tyrannei eintrat. (Beifall im ganzen Haus, außer bei bei äußersten Linken.) Unter ernsten Umstünden, fuhr Briand fort die bas Land einem Bürgerkrieg aus setzen, muß eine Regierung, die dieses Namens würdig ist, das tun, was wii getan haben. Die Regierung hat untersucht, welche Mittel dai Land vor ähnlichen Attentaten schützen können, ohne der Freiheit der Syndikate näher zu treten. Sie werden erklären, ob si< Vertrauen zu diesem Vorgehen der Regierung haben. (Beifall auf fast allen Bänken, außer denen der äußersten Linken.) Ter Ministerpräsident wurde, als er die Tribüne verließ, vor seinen Freunden herzlichst beglückwünscht. Die Weiterberatung der Interpellation wurde auf nächsten Dienstag vertagt und die Sitzung alsdann geschlossen. In seiner Rede hatte btt Ministerpräsident auch erklärt, daß es unmöglich fei, schon jetzt die Verantwortlichkeit seiner Kollegen zu erörtern bezüglich der gesetzgeberischen Maßnahmen, die bestimmen, eine Wiederkehr der heute in bei Kammer verhandelten Vorkommnisse zu verhindern. Diese Acu- ßerung wurde in den Wandelgängen der Kammer lebhaft besprochen. Man glaubte in dieser Aeußerung ein stillschweigendes Zuge- ständnis zu sehen, daß Meinungsverschiedenheiten im Ministerium bestehen und daß eventuell mit einer Neubildung des Kabinetts zu rechnen ist. Diese Ansicht wurde aber von Personen aus der Umgebung der bedeutendsten Mitglieder des Kabinetts mit dem Bemerken für unttckstig erklärt, daß es verfrüht sei, über Meinungsverschiedenheiten und über Projekte zu sprechen, die im einzelnen erst in dem am Samstag stattfindenden Ministerrat besprockmi werden sollen. Der Minister Vioiani erklärte auf Befragen, daß er nicht daran denke, zurückzutreten. zur Eröffnung der französischen Dcputicrtenfamiw. „Als E Frühling dieses Jahres neugewählte fran zSsisck)e Deputtertenkammer am 12. Juli tn die geriet ping, hatte sie neben einer ausgedehnten Aussprache übe Die „allgemeine Politik" nur die üblichen formalen Sachen wie die Vier direkten Steuern und die Nachtragskredite erledigt, — letzt, wo sie wieder Zusammentritt, soll nur ihre eigentliche Arbeit beginnen, und das Kabinett Briand das bisher die von ihm proklamierte Politik der „toeifev Mäßigung" nur durch Reden zum Ausdruck brachte, wird zu zeigen haben, ob es diese Mäßigung auch gesetzgeberifcl auSmunzen kann, ohne darüber zu stürzen. Die Gefahr dafür liegt nahe genug, wenn man berück sichtigt, daß der Ministerpräsident Briand, der vor etwa 15 Jahren als Advokat nach Paris kam, sich auffallend rascl vom blutigen sozialistischen Revolutionär zum Vertretei der kapitalisttschen, ruhebedürftigen Bourgeoisie gemaufer; hat, und Zwar so rasch, daß ihm nicht einmal seine späteren Freunde, die Radikalsozialisten, darin folgen konnten. Au, diese 150 Mitglieder zählende Gruppe ist er aber durchaus angewiesen, wenn er nicht immer weiter nach Rechts, also zu den Proaressisten, Klerikalen und Monarchisten gebrängl werden will. Zwar ist der Regierungsblock in Frankreich heute schon ein anderer als der vom Jahre 1902 und 1906 Hieß es damals: links keine Feiude ünd rechts keine Freunde, so stehen heute, wo die Trennung von Staat und Kirche durchgeführt ist und man von den Monarchisten absolut keine Gefahr mehr für die Republik befürchtet, die Feinde des Blockes eigentlich nur links von den den linken Flügel des Blockes bildenden Radikalsozialisten. Diese sind aber für das Ministerium Briand recht unsichere Kantonisten geworden, wenngleich sie kurz vor den Ferien, nachdem ihr Führer Berteaux in einem Rededuell Briand unterlegen, mit diesem Frieden schlossen. Denn die Vertreter der alten kombistischen Ideen werden stets suchen, Briand Schwierigkeiten zu machen, da dieser nicht kulturkämpserisch gesonnen ist, die Caillauxsche Einkommensteuer in kapitalistischem Sinne umarbeiten und die Arbeiterpensionen auf die lange Bank schieben will. So kann es nur zu leicht kommen, daß die Radikalsozialisten von Briand abfallen und dieser sich seine Mehrheit immer weiter nach Rechts suchen muß, bis er schließlich am Ende der Möglichkeit einer Mehrheitsbildung steht. Ob dieses schon "in der bevorstehenden Parlamentstagung geschieht, ist allerdings fraglich. Denn auf der anderen Seite hat sich Briand durch seine Beruhigungspolitik, sowie durch sein reges Interesse für Heer und Marine und die ganze Art feiner Persönlichkeit so viele Freunde unter dem französischen Volk selbst erworben, daß die Kombisten sich vielleicht doch in Rücksicht auf ihre Wähler vorläufig noch hüten, ihm aus der Verwässerung der Einkommenssteuer, der Verschiebung der Arbeiterpensionen, der neuen Wablvorlage nach dem Proporttonalsystem und der Verwaltungsorganisation einen Strick zu drehen. Wenigstens l)aiic löciaiiö, als er am 12. Oktober auf dem Bankett des republikanischen Komitees für Handel und Industrie nochmals eine Programmrede hielt, damit einen außerordentlichen Erfolg. Was Briand vielleicht mehr bedroht, als die obengenannten, zwischen ihm und den Radikalsozialisten sttitttgen Gesetze, ist trotz seiner gewinnenden Persönlichkeit, glänzenden Rednergabe und gewandten Parlamentstaktik bie Tatsache, daß ihm die Festigkeit einer politischen Ueberzeugung, der Glaube an ein politisches Ideal fehlt. So hat der un- aemein schnell Wandelbare sich nacheinander den Haß der Geeinigten Sozialisten und Sozialistischen Republikaner zu- aezogen, die Radikalsozialisten begegnen ihm mit offenem Argwohn — bietet er also den Progressisten und der Rechten, an die er sich unter Umständen anlehnen muß, die nötige vupillarische Sicherheit, daß er sich nicht wieder rückwärts foanbeU? Es ist deshalb nur zu leicht möglich, daß Briand nicht den gesuchten Anschluß nach Rechts findet, wenn ihn die Radikalsozialisten verlassen, sondern sich infolge der Wandelbarkeit seines politischen Charakters im Zeichen der Versöhnung und Anpassung so recht zwischen zwei Stühle gesetzt hat. Die französische Deputtertenkammer wird int Zeichen des energisch niedergeschlaaenen Eisenbahnstteiks und der gescheiterten türkischen Anleihe eröffnet. Auch Atoei Momente, die das Ministerium Briand nur äu leicht in Gefahr bringen können. Denn wenn auch Die Bekämpfung der Auswüchse des Syndikalismus jetzt zu den Programm- Punkten des Regierungsblockes gehört, so wird man es doch dem Ministerium Briand zum Vorwurf machen, daß es, zumal der Streik schon monatelang vorher bekannt war, feine Vorsorge gegen feinen Ausbruch getroffen hatte. Und nun das Scheitern der türkischen Anleihe! Es wird dem Minister des Auswärttgen, Pichon, schwer werden, seine Haltung in dieser Frage zu verteidigen. Man wird ihm mit Recht zum Vorwurf machen, das Interesse des fran» zösiscben Kapitalmarktes Forderungen geopfert zu haben, von denen er sich jagen mußte, daß die neue Türkei niemals auf sie entgegen würde. Man wirb Pichon vielleicht auch vorhalten, was Frankreich eigentlich von seiner teuer erkauften Allianz mit Rußland und mit England habe, wenn er es zuließe, daß diese beiden Mächte sich in Persien aufs neue Reibungsflächen schafften. So ist die Sage des Kabinetts Briand im Augenblick der Eröffnung der französischen Deputiertenkammer keineswegs rosig zu nennen. Seine Schonzeit ist abgelaufen, und es ist unter Umstünden vielleicht nicht ausgeschlossen, daß auch das Kabinett Briand bald zur Strecke gebracht wird Paris, 25. Okt. Die neue Session der Kammer wurde heute nachmittag eröffnet. In der Kammer hatten sich zahlreiche Personen eingefunden, um die Anfragen über den Eisenbahn-Ausstand mitanzuhören. Vor Beginn der Sitzung stießen oie Sozialisten Pfuirufe gegen den Polizeipräfekten Lüpim aus, welcher sich in der Nähe der Eingangstüren aufhielt. Die anderen Deputietten protestierten hiergegen. Es entwickelte sich kin unbeschreiblicher Tumult. Da die Sozialisten immer lautere Rufe ausstteßen, sah sich der Präsident Brisson veranlaßt, me Sitzung zu suspendieren. , Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurden aus Verlangen -onands alle Anfragen über den Eisenbahnstreik vereinigt und Dlc sofortige Besprechung beschlossen. In der Kammer ist ein Gelbbuch über Marokko verteilt worden, das diplomatische Schriftstücke aus der Zeit vom 18. Oktober 1908 bis 15. September 1910 umfaßt. Die Schriftstücke 1910 beziehen sich auf bekannte Vorgänge, insbesondere auf bie zwischen Frankreich und Marokko getroffenen Vereinbarungen auf Unterbrückung von Kriegskontrebande an btt Küste von Marokko, bie Angelegenheit btt Gebrüder Mannesmann, die Reise Mae! Aeinins nach Fez, bie Regelung ber Ansprüche der Fremden und bie Verhaftung bes Pasck>as von Fez Ben Aisas. Die letzten Depesckien behandelten die von den Vertretern Frankreichs zur Befreiung der Gattin Ben Aissis unternommenen Schritte. Paris, 25. Oft. Der Präsident ber Republik hat einen vom Kriegsminister ausgearbeiteten Gesetzentwurf unterzeichnet, burch ben ber General stabsbien ft nach bem Muster des großen deutschen General st abs umgestaltet werden soll. Der Entwurf, der demnächst dem Parlament vorgelegt werden wird, bestimmt insbesondere, daß der Generalstabsdienst sowohl durch Offiziere aller Waffengattungen mit Generalstabspatent, sowie durch Hilfsoffiziere ohne Gcneral- 'tabspatent versehen iverben soll. Hierdurch werde es möglich ein, bie Generalstabsoffiziere weniger zum Bureanbienst heranzuziehen und dafür längere Zeit im aktiven Truppendienst zu verwenden. Paris, 25. Okt. Mehrere Blätter melden, die Polizei et in den Besitz eines Rundschreibens gelangt, in bem eine Anzahl Terrioriften angekündigt, daß sie bie Ermordung der höchsten Beamten der Republik wegen ihres Verhaltens beim Eisenbahnftreik beschlossen habe. Der mit der Ueberwachung ber Anarchisten betraute Polizeikommissar Guichart fahnde gegenwärtig nach einer geheimen Druckerei, in welcher das Rundschreiben hergestellt worden sei. Zum Sckmtze der bedrohten Persönlichkeiten seien aNe Vorkehrungen getroffen worden. — Die Polizei stellt Nachforschungen nach den Urhebern von Drohbriefen an, die täglich bem Polizeipräfekten und anderen Polizeibeamten, sowie verschiedenen Gettchtspersonen zugingen._____________________________________________ Vie zweite Lesung der Justizgesetze im riusschuh. :: Berlin, 25. Okt. Ter Strafprozeßausschuß setzte heute die Beratung des Ab- chnittes über bie Zeugen fort. § 52 bes Entwurfs gibt wie das geltende Gesetz jedem Zeugen baS Recht, bie Auskunft auf einzelne Fragen zu verweigern, wenn bereu Beantwortung ihm ober einem seiner Angehörigen die Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung zuX)ie „Wahrheit vor Gericht. IL 4 Berlin, 25. Oft.« Zp ber heutigen zweiten Sitzung im Erpresserprozeß Bruhn und Genossen waren bie ersten Zeugen erschienen. Zunächst wurde die Vernehmung des Reichstagsabgeorbneten Bruhn über das Zustandekommen einer Reihe weiterer Artikel seiner „Wahrheit"^ in benen Angriffe gegen Warenhausbesitzer, Inhaber von Nachtlokalen, Kaffeehausbesitzer imb Witte enthalten sind, fortgesetztz. Bruhn bleibt babei, baß er mit diesen Artikeln Kritik an bestehenden Sck>aden, nicht aber Revolver-Journalistik üben wollte. Von 104 in der Voruntersuchung vernommenen Zeugen hätte kein einziger behauptet, daß irgend n^e^^^e Drohungen vor dem Erscheinen solck)tt Artikel von ihm, dem Angeklagten, erfolgt seien; ebensowenig batten bie vernommenen Inserenten bekunden können, daß sie die Inserate auf Drohungen hin aufgegeben hätten. Ter Vorsitzende Landaerickstsrat Lamve hält bem Angeklagten darauf vor, daß die Inserate einiger Leute aber doch wohl als Angstprodukte anzusehen seien. — Bruhn bestreitet jedoch, daß für bie Betreffenden ein Anlaß vorlag, sich vor ihm zu fürchten. Dem Hinweis herauf, baß auch in Berliner Journalistenkreisen! die „Wahrheit" als Eipresserorgan gelte, das seine Inserate gewissermaßen mit bem Brecheisen hole, begegnet Bruhn mit dem Hinweise daraus, daß bie Berliner öffentlich Meinung in ber Haupt sack)« von ben Satten gemacht werde, die er als antisemitischer Reick)stagsabgcorbneter bekämpfe, nämlich von Juden. Weiter behauptet Bmhn, baß alle Berliner Zeitungen ähnlickie Jn- eratengeschäste macksten wie er und baß er nur das Opfer der in Berlin allerbings weitverbreitetat aber irrigen Ansicht sei, baß man es bei einer Zeitung gut habe, wenn man reckst viel bei ihr inseriere. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Brederek macht bann darauf aufmerksam, daß er in dieser Beziehung jedenfalls ben auch im Saale anwesenden Satiriker A. O. Weber als Zeugen laben werde, weshalb dieser ben Saal verlassen muß. Gleick;>zeitia weist der Verteidiger darauf bin, baß im Inseratenteil ber Vossisctien Zeitung, den der als Sackwerständige aiuucfenbe Jnseratenckx'f Kluge leitet, heute früh nickst weniger als 63 Massensen-Jn- erate erschienen seien. lGroße Heitttkeit.) — Der Sachver- t ä n b i g e erwidert, daß er solche Anzeigen mit Genchmignwg der Polizei aufnehme. — Bors.: Es gibt doch aber auch mirr lich harmlose Masseusen. (Heiterkeit.) — Angekl. Bruhn- Aber in der Vossisck-en Zeitung werden die Vornamen der Damen in fetten Zeilen auffällig hervorgehobcn. — Sachv. Kluge- Ja Herr Bruhn, wie Sie Ihren Artikeln auffallende Uebttschriften geben, so wollen vielleicht auch die Masseusen etwas auffallen (Stürmtsche Heiterkeit, in die auch der Gerichtshof mit cinftimmtj r a I Der Vorstand deS Vereins Rem Meteorologische Beobachtungen der Station Sicken. ort. Wetter Z 1910 24. 2» 9“ r a -E s vor 9 Durch die Elektrizitätswerke und Installations- Geschäfte zu beziehen AaergesellschRft, Berlin 0.17 25. 25. 26. s« a-g Kreis Wetzlar. -A Garben heim, ^25. Okt. Garbenheim darf als r. .i .s ---------yClUa. Es war eine der erftcn, die die Zusammenlegung der Feldmark zur DurchLandkreis Gießen. -1. Rödgen, 2b. Okt. Em zurzeit hier wohnhafter verheirateter Arbeiter sollte am Sonntag durch einen Gendarmen verhaftet werden. Er widersetzte sich und griff den Gendarm an. Zwischen beiden kam es zum $anb* gemenge, in dem der Gendarm den Arbeiter überwältigte Markte. I4. Friedberg, 25. Okt. Der heutige Pferde markt ent« orach den Erwartungen nicht, die man noch gestern hegte. Da israelitischer Feiertag ist, fehlten viele jüdische Händler, die sonst zu kommen pflegten. Dadurch war der Handel flau, erst gegen mittag belebte er sich. Dqs Pierdematerial war gut. Laut amtlicher Bekanntmachung darf auch der morgige Schweinemarkt nicht statt- finde,!, wodurch viele Geschäftsleute Schaden erleiden, denn Pferde-, Fasel- und Schweinemarkt auf einen Tag brachte in sonstigen Jahren vielen Verkehr hierher. Starkenburg und Rheinhessen. 6. Mainz, 24. Oft. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute im neuen Stadttheater. Der 25jährige Schlosser Johann Micho aus Bous, der erst 14 Tage hier in Stellung ist, war mit einer Arbeit auf der Bühne hinter dem eisernen Vorhang beschäftigt. M. stand auf einer Leiter und hielt sich mit der linken Hand in dem Durchzug, durch welchen die schweren Gewichte des eisernen Vorhanges laufen, bis 25. Oktober — 4- 10,5 £ CM IX - Lehrerpersonalten. Uebertragen wurde dem Lehrer Franz Vetter zu Udenheim die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Erbes-Büdesheim. - Aus dem Militär.Wochenblatt. Zu Unterärzten des aktiven Dienststandes ernannt: Gruner beim Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Heff.) Nr. 118, Pröhl beim Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Negt. Nr. 25. — Demmrich und Otto, Proviantamtsinspektoren 'm Hanau und bei der Armee-Konservenfabrik in Mainz, gegenseitig versetzt. i C c- eä-S'O kirchliche Nachrichten. Evangelische Geinemoe. Donnerstag den 27. Oktober, abends 8 Uhr, im Markussaal: B i b e l st u n d e. Bilder aus dem Leben Jesu. Pfarrer Schwabe. Einrichtung vorhanden, Irie auch für Erwachsene zur Dem fügung stehen. "Nb chm einige Verletzungen cheibrachte. Der Widersetzliche wurde dann nach Gießen gebracht. Höchste Temperatur am Niedrigste a v. Bitterfeld, 25. Okt. Das Luftschiff P. V ist heute nach- mittag 1 Uhr 45 Min. zu einer Fahrt nach Magdeburg auf- gestiegen. Die Führung hat Hauptmann D i n g l i n g e r. In der Gondel befinden sich außer ihm noch drei Personen. Magdeburg, 25. Okt. Das Luftschiff P. V ist unter Führung des Hauptmanns Dinglinger nachmittags um 4 Uhr auf dem Flugplatz glatt gelandet. totfre afiermutige*r großer 5eitertet! erklärt dann der Angeklagte Bruhn auf eine Bemerkung des Staatsanwatts, daß doch nicht btt unsittlichen Inserate der Vossischen Zeitung zur Erörterung! Händen: Gewiß, Herr Staatsanwalt, aber es ist ein Sachver- na obiger berufen, der in seiner eigenen Zeitung dasselbe tut, toas in gewissem Sinne mir zur Last gelegt wird. Weitere Artikel, welche dann Mr Verlesung gelangen, beschäftigen sich mit der Kathreinerfchen Malzkaffee-Fabrik inMün- - - durch Großherzogliches Hofmarschallamt zum Ausdruck bringen lassen, wie freudig berührt die Allerhöchsten Russischen Majestäten, sowie die Großherzoglichen Herrschaften gewesen sind über den schönen und freundlichen Empfang, den Stadt und Bürgerschaft den I Herrschaften gelegentlich Ihrer Ankunft haben zu Teil werden lassen und über das entgegenkommende und herzliche Verhalten der Bürgerschaft während der Dauer Ihres Aufenthaltes. Ihre Königlichen Hoheiten lassen hierfür der Bürgerschaft Friedbergs den A l l e r h ö ch st e n D a n k aus- sprechen." — Durch die Verlegung des Großh. Hoflagers nach Wolfsgarten ist auch der in der letzten Zeit hier bestehende ununterbrocheneFernsprechdienft wieder aufgehoben worden. Wie früher sind jetzt wieder die Dienststunden von 7 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends — Gestern und heute weilte in Sachen des Bombe n a t t en t ä t er s Werner der Untersuchungsrichter hier und nahm verschiedene Zeugenvernehmungen vor. A Hausen bei Butzbach, 25. Oft. Unser Beigeordneter Jak. Friedrich Hildebrand ist plötzlich im Alter von 35 Jahren gestorben. ? Volkszählung 1910. Der Fortschrittlich- --Fr i e d b e r g, 25. Okt. Bürgermeister S t a h l ver- p olrtrs ch e Brldun ß s v er ein hat am Montag abend öffentlich! folgende Mitteilung an die Bürgerschaft: „Ihre beschlossen, an seine Mitglieder eine Aufforderung zu rich- Königlichen Hoheiten der Großherzog und dieGroß- len, sich bei der Volkszählung als Zähler im Ehrenamt zu Herzogin haben durch Großherzogliches Hofmarschallam beteiligen. Es ist zu hoffen, daß dieser Aufforderung zuhl- reich entsprochen wird. Uebrigens sei darauf hingewiesen, daß das Polizeiamt jetzt schon Meldungen von freiwilligen Volkszählern entgegennimmt. Eine zahlreiche Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung, namentlich aus den «gebildeten Schichten, an der Lösung dieser wichtigen volkswirtschaftlichen Aufgabe wäre überhaupt sehr zu wünschen, sowohl im Interesse der Zuverlässigkeit der statistischen Aus< nähme, wie auch in dem der Finanzen. I Luftschissahrl. Zwei Musterflüge Eulers. T a r m st a d t (Uebungsplatz), 25. Okt. August Euler flog gestern abend auf einer Euler-Militärflugmaschine bei Dunkelheit 1 Stunde 13 Minuten 26,5 Sekunden. Die Flugmaschine hatte 147,2 kg Betriebsstoff an Bord, was einer Nutzlast von drei Zentnern, den Fahrer nicht mitgerechnet, entspricht. Tie Flug- maschine verließ beim Start die Erde mit 60 Meter Anlauf und bewegte sich durchschnittlich in einer Höhe zwischen 50 bis 120 Meter. Die Landung erfolate glatt ohne jede Beschädigung vor der mit elektrischen Bogenlampen erleuchteten Halle. Die! Flugmaschine war in der Dunkelheit nur noch an dem Feuerreif zu erkennen, welchen der rotierende Gnome-Motor bei Dunkelheit macht. Als amtlicher Zeitnehmer des Deutschen Lustschifferverbandes war Leutnant v. Hiddessen vom Leib-Dragonerregiment, der auch die Gewichtskontrolle vornahm, anwesend: ferner Leutnant v. Seanzoni im Leib-Garderegiment. Die besonderen Bedeutung dieses Fluges liegt darin, daß die drei Zentner Betriebsstoff aus einer außergewöhnlich kleinen Maschine mitgenommen wurden, die nur 20 Quadratmeter Tragfläche insgesamt hat, toäbrenb die bekannten Zweideckertypen 40—60 Quadratmeter Tragfläche haben. Darmstadt (Uebungsplatz), 25. Okt. Der deutsche Dauerrekord für den längsten Flug wurde heute mit drei Stunden sechs Minuten und achtzehn Sekunden geschlagen, worüber folgende Urkunde: Darmstadt, Uebungsplatz, den 25. Oft. 1910. Herr A u g u st Euler startete heute morgen um 10 Uhr 15 Minuten, um den deutschen Distanz- und Dauerrekord zu schlagen; er flog insgesamt drei Stunden sechs Minuten und achtzehn Sekunden, ohne die Erde zu berühren, und landete um 1 Uhr 21 Minuten 18 Sek. 60 Meter von feiner Flugmaschinenhalle entfernt. Tie durchschnittliche Höhe während des ganzen Fluges betrug 25—30 Meter, die niedrigste Höhe nicht weniger wie 10 Meter, und die höchste Höhe etwa 80 Meter. Der Wind war sehr unregelmäßig, böig, teilweise ganz abflauend, teilweise sehr heftig. Mit diesem Fluge ist der deutsche Dauerrekord, welcher auf zwei Stunden 40 Minuten steht, um 26 Minuten und 17 Sekunden geschlagen worden, v. Hiddessen, Leutnant im 1. Leib-Dragonerregt- ment Nr. ,24, und amtticher Zeitnehmer des Deutschen Luft- schifserbundes, Heinrich seanzoni v. Lichtenfels, Leutnant im Leibgarde-Regiment 115, Charles de Beaulieu, Leutnant im Leibgarde-Regiment 115, Albrecht Graf v. Rechtern Lim- pur g, Leuttiant im Leibgarde-Regiment 115, Kage, Feuerwerkshauptmann. ♦ Oberleutnant Mente tödlich verunglückt. Magdeburg, 25. Okt. Bei den heutigen Flügen ist Oberleutnant Mente mit seinem Wright-Apparat, als er mit einem Gleitfluge die Motore nochmals anstellte, abgestürzt und war sofort tot. Der Apparat wurde vollständig zertrümmert. Das Fliegen wurde sofort abgebrochen. Magdeburg, 26. /Okt. Zu den wenigen Zeugen des gestrigen Todes.sturzes des Wrightfliegers Oberleutnant Mente gehört dessen Gattin. Als er aus dem Trümmerhaufen des Apparates hervorgezogen wurde, gab er keinerlei Lebenszeichen von sich. Aus einer Kopfwunde und aus dem Munde quoll L7lut. Er war nach vorn geschleudert worden, wobei er einen Genickbruch erlitt während ihm gleichzeitig der Brustkorb eingedrückt worden war. Der Benzinbehälter war auf den Schenkel gefallen und hatte ihn zu einer formlosen Masse zerschmettert. Der Arzt, der erst aus dem Publikum geholt wurde, konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod festftellen. * Magdeburg, 25. Okt. Aus Anlaß des Wettfliegens | wurden folgende Preise verteilt: Großer Flugpreis: erster Preis (10 000 Mk. und Ehrenpreis des Kriegsministers): Thelen,- zweiten: Grade; dritten: Mente s; vierten: Treischke. ! Höhenpreis: ersten: Thelen; zweiten: Mente f. Otto erhielt den Ehrenpreis für das erste Starten. Den Sonderpreis erhielt I e a n n i n, die beiden anderen Konkurrenzen wurden wegen Unterbrechung der Flüge nicht abgetragen. Absturz. Breslau, 25. Okt Der Flieger Fritz H e i d e n r e i ch stürzte heute bei einer Flugvorführung auf dem Flugplatz Wilhelm s ru h nach mehreren gut gelungenen Flügen ab. Der Apparat überschlug sich und wurde zertrümmert. Der Flieger wurde am Äuge verletzt. •• Neue Güterstation. Am 1. Nov. wird der an der Bahnstrecke Friedberg — Hanau gelegene frühere Haltepunkt, jetzige Bahnhof IV. Klasse Ostheim bei Wmdecken für den Eil- und Frachtstückgut-, Wagen- ladungS- und Tierverfehr eröffnet. Die Abfertigung von Sprengstoffen bleibt ausgeschlossen. Der Bahnhof liegt 2,12 km von Hcldenberge-Wnindecken und 4,06 km von Bruchköbel. Er besitzt Kopf- und Seitenrampe. __________ _____ ? Die Abteilung Gießen des Kunstvereins ^t, weil die Leiter nicht fest genug stand. In diesem Augen- Großherzogtum Hessen, dem wir die gern bl'ck zeigte der Theatermeister einem Herrn den Aus- und 4taUx fUbFCn iT^ am Brand ver- Abzug des Vorhanges, wobei dem Schlosser von dem Gewicht Ät ü en Mitten1 236 bCt J*Cm bi§ >Um ^»bogen vollständig durchschlaf medgsten Mrtglieber st^md.^Di^Zahl Ä fiÄwurde der Arm bi« zum Ellen- bie b-Mhlt-n, Lgim W°Jahre ^~en. 1273, dre Einnahme daraus 254.60 Mk. Der ZweiqvereinLn • r?3' 2Ö* . vermittelte rn den letzten 10 Jahren in 149 Fällen den Ver- Frauenvereine hat gegen die Angriffe der kauf von Kunstwerken im Werte von 18196 Mk. Die Auf- ^ftgen Polizeiassistentm eine Veröffentlichung erlassen, tn der Wendungen für die Ausstellungen im Turmhaus, die der Oegen die allgemein gefaßten Klagen gegen diese Dame pro- hA stnd sehr bedeutend, wurden testiert wird. Sollte der Dame wirklich ein Mißgriff nach- W Jahren rund 20 000 Mk. ver- zuweisen sein, so müsse man bedenken, daß es den Poli'^. 10 Mk. rm Jahre, wofür jedes Mitglied Aussicht hat bei P^H 9 ? öffentliche Meinung zu beeinflussen und die den Verlosungen wertvolle Kunstblätter oder Gemälde nam- e blc ohnedies schon genug Schwierigkeiten biete, zn Jafter Meister zu gewinnen. erschweren, ja zu untergraben suchen. Zum Schluffe wird ou fl ei ne. Die Ausübung des Angel- ""gefordert, bic Assistentin auf jede Art zu unterstützen, und Gebirgsgewässern und cm der ä" verlangen, daß die Klagen einer sachlichen Prüfung unter- sehr hermisch. In Gießen hat unsere Damenwelt bis jetzt 3°9en werden. ä Ncy ^r damit beschäftigt, die Fische in der Küche ml bV hierin ein Wandel Ku voll-. vyaroeitneim 25 yift 91 f11h nfa n'^nilid) im 6^ieHeuer I eine "Mustergemeinde d^^Kreise^aelt^n Anglerklub als Mrtg.ted angemeldet und der Vorstauo hat ersten, die die ^usammenleauna ter «nfemmts ihre Aufnahme beschlosst stj>rung brackig Ä77m ÜNLZe7°^dL7.PftLL wresen angelegte Jungvrehweide hat sich aufs beste betvährt. i euermngs wurden Gasbeleuchtung und Wasserleitung ein- I gerrchtet Die Erweiterung des Bahnhofes Wetzlar brachte d Sr;ld) -e Zehnte Haltestelle an der Strecke LoNar-Wetzlar neue Schule erwähnt. Ihre beiden Säle Haden Gasbeleuchtung und Rrederdruckdampfheizung, und rn ihren unteren Räumen ist Brause- und Wannenbäder- Schule zu locken und zu entführen. Die Gendarmerie in 91h« Ulrichstein wurde sofort verständigt und es gelang dem AUS Staot und Land. Wachtmeister Kessel, die Anna Döring auf der Station Gießen, 26. Oktober 1910. Mücke, kurz vor Abgang eines Zuges nach Gießen, den sie r er fu,r ^l!tht,ocf)i Oktober. Stadt' mit ihrer Mutter benutzen wollte, aufzugreifen und ihren ffiid)t‘fr Pflegeeltern zurückzuführen. Gegen die Eheleute Flaus ist U l cy t | v l e ertrag von R. G e r l r n g-Berlm : .Was ^nreiae inpnpn ff 4 t f ü r „ « a Frauen wissen müssen/ (Nur für Damen.) Abends 81/, Uhr in 5 9 v e g e n Entführung erhoben. Steins Garten. . Kreis Friedberg. + Grüningen, 25. Okt. Bei der heutigen Gemeinderatswahl siegte bei recht reger Beteittgung die Gegenpartei des Bürgermeisters. Von 155 abgegebenen Stimmen entfielen auf Landwirt Adam Lorenz Bingel 102, v------ . Landwirt Karl Hch. Marsteller A4 und Maurer Johannes chen, den Gebrüdern Alchmger als dm Begründern der bekannten Bender m. 91 Sttmmen. Diese drei sind somit gewählt; Aschmger-Quellen, dem Weinhaus „Rhemgold", dem Hotel „Für- treten sämtlicb uph i-« hon r^pmeinherat pin tzenhof", den Terrassen am Halensee (dem jetzigen Berliner Luna- Ä J Gemernverat ein. Die Gegen- Park) sowie mit einer GrarnrnophonplatteTr-Fabrik und den Waren mPen- ^9- Stimmen. Die Zahler der Häusern Tietz und Tack u. Co. Der Vorsitzende hebt dabei neugewahltett Gemernderate holten dieselben nach Verkun- hervor, daß der Artckel gegen Tietz wieder die ausfällige lieber-1 orgung des Wahlresultats am Wahllokal ab. Sie waren Lchrist: „Der Harem im Warenl)ause Tietz" trage imd daß der alle mit Lampions versehen, was bei der herrschenden Artikel gegen Konrad Tack u. Eo. die Ueberfckn'ift „Menteles" I Dunkelheit einen guten Anblick gewährte. trage, was doch recht jüdisch klinge. (Heiterkett.) o . Im Anschluß daran wurde der frühere Operettensänger Toni! wrets L-cyolten. Grünfeld als Zeuge vernommen, der jetzt Inhaber einer von I Schotten, 25. Okt. Die vollständig umgebaute der Berliner Lebewelt besuchten Weinstube in der Jägerstraße Turnhalle des Turnvereins wird nächsten Sonntag ist. Er bestreitet, sich durch Bruhn jemals bedroht gefühlt zu wieder eingeweiht. — Wiederum wurde ein Kriegsteil- Jaben, erklärt vielmehr, daß dieser ein Mer Bekannter v°n ihm sei. Nehmer von 1870/71 zu Grabe getragen, August Spamer, « Ö&Ä °° »S-/ X'W'Äkte.W fe‘: des Redakteurs Weber, die beide jedes Verschulden in Abrede - cg , 25. Okt. -tay 77 U b er k u l 0 s e - W a n - stellen. Aus ihrer Vernehmung ergibt sich, daß der Verfasser bec Landesversichemngsanstalt wurde der stark nationalistischeir Leitartikel der „Wahrheit" der bekannte I 9eute im Gaithaus zur Traube eröffnet. berliner demokratische Schriftsteller Eduard Goldbeck war. S. Wohnfeld, 25. Okt. Die erste Ehefrau des Daraus wMden d.ie wetteren Verhandlungen auf morgen Schreiners Karl Döring zu Ulrichstein ist von ihrem Ehe- vertagt. mann geschieden. Sie lebt seit einiger Zeit mit dem Fabrikarbeiter Flaus aus Malstatt-Burbach in zweiter Ehe. Aus ihrer Ehe mit Döring sind zwei Kinder, Mädchen im Alter w* « fr * * $on 12 und 14 Jahren, vorhanden. Die Erziehung der Größere Geschäfts - Anzeigen S, ÄS ää rjr . • —1 _ _ r t t■ c, rA 01 Schuhmacher Scharmann in Wohnfeld in Pflege. Die nun- für bte Samstagsausgabe beliebe man schon am Freitag mehrige Ehefrau Flaus versuchte in letzter Zeit/ihre beiden vormittag zu bestellen. Nur bann ist eS möglich, der Satz- Mädchen auf alle mögliche Art an sich zu locken. Da mau auSftattung der Anzeigen diejenige Sorgfalt angedeihen zu f^^tote, daß die Kinder durch ihre Mutter zu nichts r v . * an- p c s. r gutem angehalten wurden, wurde deshalb sehr aufgepaßt, l-sikn. bte zu einet guten Wirkung erforderlich ist. Lrotzdem gelang es gestern der Flaus, die bei Schuhmacher 24. „ 25. 750,4 10,4 7,3 76 N 4 0 Sonnenschein <51,9 6,1 6,5 93 N 2 10 Bed.< Himmel <53,0 4,9 5,9 92 N 2 7 Bew. 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