Nr. 95 CcltfteM egfiÄ m« UuSnqhm, M Bonnto«* Li- „Gießen« ffatniltenblätter*’ eetbe» ven» eÄnjtifler* »lermal wöchentlich betgelegt. Dal »Xrdsblatt fB» Kreil «ietzen- zwei",al wöchentlich. Di* N£anva>lrt|d)aft!id)ei 6ttt» fragen" cridjeuitn monatlich ^roeunoL Rebnftten, Exvedttton «nb Dmtfereti 6cfn* strotze 7. Crpebtnon anb Verlag. 5L 8iebaftton:ee Arbeiterschutzbeftimmung in das Gesetz nicht hi'-e-n- fame, würden sie alles tun, das Gesetz zu Fall zu bringen. Von der Regierung wurde dagegen Widerspruch erhoben, datz man einige der größten sozialen Fragen so en Passant zu loien versus. Bisher fei trotz jahrelanger Bemühungen eine tontgung über die Tarifvertragsfrage nicht zu erzielen gewe'en.. Die Frage des Minbeftlohnes werfe wieder die Frage der Mindeft- arbeitsleistung auf. Alle diese Fragen hätten mit dem Gesetze nichts zu tun, bei dem es sich nur um die Sicherung des St'aU für Deutschland handle. Uebermäßige Profite werde es nach der Herabsetzung der Preise nicht geben. Die Arbeiter seien schon von selber in der Lage, sich Lohndruck nicht gefallen zu lassen, und gesetzgeberisches Eintreten sei daher nicht nötig. Pom Zentrum erklärt man sich trotz Bedenken im einzelnen aus der allgemeinen Stellung des Zentrums zur Tarifvertragsfrage heraus für den Antrag der Sozialdemokraten. Von konservativer Seite wurde ausgeführt, Käliverträge jeten wünschenswert, aber sie dürften nicht zwangsweise eingetuhrt werden. Fragen von so gewaltiger Tragweite bei diesem Gesetz zu entscheiden, sei unmöglich. 1 „ „ - . . Ein nationalliberales Ausschußmitglied stellte sich auf einen ähnlichen Standpunkt: im Kalibergbau würden die kleineren Merke durch Tarifverträge ruiniert werden. Die Fortschrittliche Volkspartei stellte sich im Prinzip aus den Standpunkt des sozialdemokratischen Antrages und beantragt bie Bildung eines Arbeiterausschusses mit geheimer und direkter Wahl. Im weiteren Fortschreiten dieser Aussprache begann das Zentrum seinen Standpunkt schärfer zu pointieren. Es erklärte rund heraus, ebenso wie vorher die Sozialdemokraten, daß es für das Gesetz nicht zu haben sei, wenn nicht der Arbeiterschutz bineinfommc. Die Arbeiter müßten dagegen geschützt werden, bar, die Preisermäßigung auf sie abgewälzt würde. Das Syndikat habe das am 18. April erklärt, darauf habe das Zentrum am 21. April seine Gewinnbeteiligungsanträge eingebracht. Von konservativer Seite wurde bemerkt, wenn jemand das Gesetz nicht wolle, bann bepacke er es. Für die R'onferOatiöen sei es unmöglich, für die Anträge zu stimmen. Dagegen wollten sie auch nicht, daß die Löhne herabgedrückt würden. Der sozialdemokratische Antrag sei jedenfalls unannehmbar. Hierauf wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt. Auftrieb: Rinder 49, Kälber 132, Schafe 61, Schweine 206. Kälber mittelmäßig, Schafe ruhig, Preis ~ ' Aus Stadt mtfc Land. Gießen, 25. April 1910. ** ZIn den Ruhestand versetzt wurde der Gerichtsvollzieher Mit deni Amtssitz in Wörrstadt WM Kerl lauf sein 'Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. ** Land eshyp o thekenL'unk. Der Beamte der Landes-Hypothekenbank Ludw. Presiedt aus (Sroß-Geran wurde zum Bureauassistenten ernannt. ♦* Evang. Z cntralkirch enso nds. Der Großherzog hat dem Revisionsgehilfen Friedr. Zulauf zu Darmstadt die Stelle eines zweiten Beamten des evang. Zentralkirchenfonds übertragen. ** Einziehen der direkten Staats steuern- v o n S t a a t s b e a m t e u u s w. Im Hanptvoranschlag 1910 ist die seitherige Vorschrift, wonach die Gehalte und Pensionen der Staatsbeamten, sowie die Tienstzulagen und Pcnsioneti der Lehrer und Lehrerinnen in Monatsbeträgen im voraus und zwar frühestens am 4. Wochentage vor Monatsbeginn bezw. im Dezember vor Christfest zu zahlen waren, dahin abgeäubert worden, daß diese Zahlungen nun frühestens am 25. oder, wenn dieser Tag auf einen Sonn- vder Feiertag fällt, am 24. bezw. 23. des vorhergehenden Monats, im Dezember am 4. Wochentage vor Christfest zu leisten sind. Es soll hierdurch ermöglicht werden, den Beamten usw. das Begleichen ihrer Steuerschnldigkeiten zu ^erleichtern, indem diese nun an den Gehalts- uftol Ansprüchen für den auf den Steuerhebemonat folgenden Monat aufgerechnet toerben können; weiter soll hierdurch der Bargeldumlauf vermindert und die Erhebungsarbeit vereinfacht werden. Zur Ausführung dieser Seftimmung haben die Ministerien eine Ausführungsanweisung erlassen, der wir n. d. Darmst. Ztg. noch folgendes entnehmen: Tas Auf- rechnen Bann nur auf von dem Beamten usw. hei der gehaltszahlenden Kasse schriftlich einzureichenden Antrag hin stattfinden und nur auf schriftlichen Antrag hin wieder eingestellt werden. In dem Antrag sind in Uebereinstirn- mung mit dem Steuerzettel der Name des Steuerpflichtigen, die steuererhebende Kasse, die Hebregisternummer info der Aieldetrag anzugeben; statt dessen kann dem Antrag auch Set Steuerzettel beigelegt werden. Aendert sich der Zielbetrag im Laufe des Steuerjahres, so hat der Beamte usw. hiervon und Non dem Zeitpunkt der Aenderung die gehaltszahlende Kasse zur Berücksichtigung beim nächsten Gehaltsabzug zu benachrichtigen. Hat eine Ermäßigung statt- gesunden, so bleibt es dem Beamten usw. überlassen, den früher zu viel bezahlten Betrag bei der Steuerhebstelle zu erheben. Aenderungen, die durch den Ausschlag für ein neues Steuerjahr oder durch Wechsel des Wohnsitzes veranlaßt sind, werden ohne weiteres durch die beteiligten Kassen geregelt. Tie Aufrechnung des einbehaltenen Steuer- deträges ist jeweils durch eine unter die Gehaltsquittung zu fetzende Anmerkung, daß an dem obigen Bettag . . . Mr .... Pfg. direkte Staatssteuern für das Ziel abgezogen, sonach nur .... ME Pfg bar ausbezahlt worden seien, zum Ausdruck zu bringen; eine besondere Steuerquittung wird nicht erteilt. In gleicher Weise wie vorbescyrieben ist die Zahlung der biretten Staatssteuern des ständigen Aushilfeversonals durch Aufrechnen an dessen nicht früher als 8 Tage vor Monatsschluß zahlbaren Ver- gütmigen für den Steuererhebmonat gestattet. ** Eine Schule für Gemeindebeamte, die erste im Westen Deutschland, ist zu Ostern der^ kaufmännischen Schule in H ag en angegliebert worden. Junge Leute, die die Gemeindebeamtenlanfbahn einschlagen wollen, Erhalten im ersten Jahre vollen Tagesunterricht und im zweiten weitere Älusbildung in den Finanzwissenschaften, durch Unterricht in Bureaus, über Stadt- und Verwaltungsrecht usw. „ , . . „ ** Die ,Hassia" blickt auf chr 3o. Verbandsiahr zurück Der Verband zählt jetzt in 948 Krieger- und Militär- nereinen 60537 aktive und 6692 passive, insgesamt 67 230 Mitglieder. Im Jahre 1909 traten 10 Vereine nut 310 Mitgliedern bei. Die Vereinskasse weist nut den verschiedenen Stiftungen ein Vermögen von 250 000 Mk. auf, gegen das Vorjahr eine Zunahme von 12000 Mk. Für Wohltätigkeitszwecke — Unterstützung von Kameraden, Witwen und Waisen — wurden rund 19000 Mk. verausgabt; fast 590 Gesuche wurden genehmigt. Die „Hassia" hat mit der Zentralanstalt für Arbeitsnachweis in Darmstadt btc segensreiche Einrichtung getroffen, stellenlosen ober vom Militär ab gehenden Kameraden kostenlos Arbeitsstellen nach^u- wcnsen. Tie Hauptversammlung der „Hassia" findet am 5. JUni in Offenbach statt. r Ulrichstein, 22. April. Ern werterer Blatternfall ist bis jetzt nicht festgestellt worben. Es scheint, baß jede GefahrderWeiterausbreitungderKrankheit infoige ber sofortigen strengen Absperrungs- unb sonstigen zweckdienlichen Vornahmen. beseitigt ist. Die grofse Aufregung, die unter der hiesigen Bevölkerung herrschte, hat sich wieder gelegt, zumal bekannt wurde, daß die erkrankte Person erst kurz vor dem Ausbruch ihrer Krankheit hier eingewandert ist und nur mit den nunmehr in der Gießener Klinik untergebrachten fünf Personen in Berührung gekommen ist. -ch. Gambach, 22. April. In der Mühlenbauanstalt der Gebrüder Grieb kam heute vormittag ein Un° qlücksfall vor. Ein jüngerer Gehilfe aus Holzheim wurde beim Hantieren mit der Kreissäge schwer im Gesicht verletzt, besonders stark wurde die Nase mitgenommen. — Infolge Aussperrung der Bauhandwerker sind sehr viele SHr bett er unserer Gemeinde zum feiern gezwungen. Vor der Aussperrung waren von hier nahezu 100 Mann im Bauhandwerk beschäftigt. -ch. Steinfurt, 22. April. In unserer Gemarkung ist, besonders in den letzten Jahren, seit Erpachtung des Baron v. Low'schen Gutes, die Rosen zücht bedeutend ausgedehnt worden. Es werden jetzt zirka 600 Morgen mit Rosen bepflanzt. Abgesetzt wurden im vergangenen Jahre zirka 1 000 000 Stämme. Große Erleichterung in ihrer Arbeit versprechen sich die Nosengärtner von der Erbauung der neuen Bahnlinie, da durch sie der Transport nach Station Bad- Nauheim in Wegfall kommt. Unverts mit Firma billigst Srühi'sche UniveiMts-Dructerel. R. Lange, Sietzen Spielplan der vereinigten zranksurter StaStHeater. Opernhaus. Montaq den 25. April, abends 7h, Uhr: „Feuersnot." (Kunrad: Herr Feinhals als Gast.) Dienstag den 26. April*): „Fra Tiavoto." Alittivoch den 27. April, abends 7H, Uhr: „Salome." (Salome : Mine. Aino Ackts als Gast.) Tonuerstag beit 28. April: „Undine." Freitag den 29. April, adends 7'/, Uhr : „Elektra." (Klyiämnestra: Frau v. Aiildenburg a. G.) Samstag den 30. April: „Der Troubadour." Sonntag den 1. Mai: „Manon." Montag den 2. Aiai, abends 7H, Uhr: „Die geschiedene Frau." Ticnstag den 3. Mai: „Figaros Hochzeit." Äiittivoch den 4. Aiai, abends h,3 Uhr: „Ein Wcüzertraum." Schauspielhaus. Montag den 25. April'): „Des Pfarrers Tochter von Strela- dorf." Dienstag den 26. April: „Die Rampe." Mittwoch den 27. April: „Her'odes und Mariamne." (Riariamne: Irene Triesch.) Donnerstag den 28. April: „Hedda Gabler." (Hedda: Irene Triefch.) Freitag den 29. April: „Tantris der Rarr." (Jsot: Irene Triesch-) ScnrrsMg den 30. April: „Rosniersholm." (Rebekka: Irene Triefch.) Sonntag den 1. Mai, nachmittags 3h, Uhr: „Das Konzert." Abends 7 Uhr: „Herodes und Mariamne." (Mariamne: Irene Triefch.) Montag den 2. Mai: „Die Rampe." Dienstag den 3. Mai: „Hans Lange." Alittwoch den 4. Mai: „Die Rampe." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. wandern und Reifen. ** Die Zollabfertigung des Reisegepäcks bei der schnellsten Verbindung von der Oftschweiz (Engadin) nach dem Rheinland und nach Frankfurt — (Bremen) — Hamburg, die mit dem 1. Mai d. I. ins Leben tritt, wird zur Bequemlichkeit ber Reisenden während ber Hebersahrt über den Bodensee von Rorschach (ab. 12.25 nachm.) nach Friedricl)shafen (an 1.23 nachnt.^ auf bem Schift ftattsinden, wo auch vorzügliche Gelegenheit zur Einnahme des Mittagsessens besteht. Abfahrt in St. Moritz 6,05 vorm., in Chur 10.11 Dornt., in St. Gallen 11.41 vorm., in Friedrichshafen Hbf. 1.35 nachm., in Stuttgart 4.47; Ankunft in Heidelberg 6.40 nachm., in Mannheim 7.05 nachm., in Saarbrücken 8.48 abends, in Metz 10.19 abends, in Brüssel 5.26 Dornt., in Ostende 7.28 Dornt., in Wiesbaden 9.11 nachm., in Frankfurt 8.32 nachm., in Köln 12.41 nachts, in Kassel 12.06 nachts, in HannoDer 3.22 norm., in Bremen 5.35 Dornt., in Hamburg 6.40 Dornt., in Kiel 9.05 abends, in Kopenhagen 4.48 nachm. Zwischen Frankfurt unb Hamburg verkehrt ein Schlafwagen und zwischen Hamburg und Ki.cl ein Speisewagen.