Sroeites Blatt 8t. 274 tdcfietm täglich mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen 1 Die „«teBener Kamtltendlätter- werden dem (ytinAetfler* viermal wocdenlltcd betgelegt, daS „Krtisblatl für öen Krets Gießen" zweimal wvchenlilch. Die „Landwtrtfchaflltchen Seit« fragen" erichemen monatlich jroeunaL Dienstag, 22. November l9lv Rotationsdruck imb Verlag der Vrühlfche« UnwerfuätS • Buch- mid Steindrucleret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 6L Redaktion: 112. Teü-Adru AnzeigerGietzen. besorgt darum, daß sein iüngerer Siamerab sich mir nicht in irgend-1 müde, sie zu betrachten und ihre abgemessenen einer Weise überanstrenge. beobachten; beständig entdeckt man neue Züge < t in . . ... f.-r <_____» re_ r .jii t- <■ , ....k r:. r.. . ..K K UlrU ^f^ZTX ..„k und findet sie so au! Habiüullah ist ein ganz besonderer Typus. Er sucht förmlich i Bewegungen r«j .g entdeckt man neue Züge an diesen Vieren tzerordentlich malerisch und so gut sür dieses' öde, einförmige Land geeignet. Wir befanden uns jetzt in einer Gegend, wo aller Schnes verschwunden war und nur noch Schmelzwasserlachen standen» und hätten wir eine Säugpumpe gehabt, so hätten wir den Inhalt der Lachen sammeln und das erbärmliche Wasser, das wir in dar Lederschläuchen Mitnahmen, weggießen können. Denn dieses Wasser war in einigen Schläuchen so braun wie Tee, und inj andern hatte es eine so verdächtige Farbe, als sei es mit Tinte vermischt worden. Es hat einen unangenehmen Beigeschmack, der an ranziges Oel erinnert, und man trinkt es am liebsten; als starken Tee mit sehr viel Zucker und eiskatt; man schüttet die ganze Tasse auf einmal hinunter, atmet mit offenem Mund und zündet sich schnell eine Zigarette an. Aber noch leiden wir nicht darunter, und infolge des starken Feuchtigkeitsgehaltes der Luft spürt man gar kein Verlangen nach Wasser. s — EineKtrnstakademieinArleS. Der neue französische Minister des öffentlichen Unterrichts Maurice Faure will einen bedeutsamen kunstpolitischen Plan zur Ausführung bringen; und der französischen Kunstakademie in Rom eine neue Knnst - schulezur Seite stellen, die in Arles ihren Sitz haben wird. Arles, stellt mit seinem Forum, seinem antiken Theater, seinen großartigen alten Mauern und anderen wundervollen Denkmälern des, romanischen Geistes einen idealen Aufenthalt für jungt Künstler dar, die sich an diesen Denkmälern einer typisch französisch^ Kultur zur Schöpfung eigener Werke nationaler Kunst begeistern können. Die Gründung geht von dem Glauben aus, bafj dia Deutlichkeiten des französischen Südens keine geringere Bedeutung für die Ausbildung des Künstlergeistes besitzen als die Wunder Roms. — Kurze No cürichten aus Kunst u. Wissenschaft. Am meteorologisch-geophysikalischen Institut des Pyysikalischen Vereins in Frankfurt a. M. wurde nach dem „Jahresbericht" eine luitelektrische Abteilung neu« gegründet, für die ein vollständiges Instrumentarium ans den lausend bewilligten T-hiteln angeschafft werden konnte. Dieses besteht au§ einem Registrierelektrometer für Potenttalgefälle nach Professor Bendorf, einem Flammenkollektor, einem Polonium- kollektor, einem Apparat zur Messung der Ionenzahl und Beweglichkeit nach Professor Ebert und einem Apparat zur Messung der elettnschen Leitfähigkeit der Lust nach Tr. (Serbien. — Professor paeckel bat fernen Austritt aus der evangelischen Kirche erklärt. — In Straßburg i. Els. ist der emer. ord. Professor der Ehemie an der dortigen Universität Dr. Rudolf Fitlig im 7o. Lebensjahre gestorben. Er war ein geborener Hamburger. Eine zusammenfassende Regelung des Heilgewerbes 'durch Reichsgesetz, so erwünscht sie sein mag, wird wegen »der in der Sache liegenden Schwierigkeiten in absehbarer | »Zeit noch nicht zu erwarten sein. Umsomehr tritt dass nach einer Veranlassung, mit den ankern zu zanken, und seine durch einen Messer hieb gespaltene Nase verrät, daß er früher manche Schlägerei gehabt haben mag. Nachdem er heute etwa eine Stunde zu Fuß gegangen war, zwang er das Leitkamel durch einen festen Ruck am Half tcr strick, sich niederzulegen, und ritt dann, bis wir an den neuen Lagerplatz kamen. Aber auch so machte er seine Sache ausgezeichnet und er ließ die Marsch- geschwindigkeü nicht im geringsten geringer werden. Bei den Kamelen ist er in seinem Element; er geht, springt und schlängelt sich wie ein Delphin zwischen ihnen umher und zieht nicht einmal die Stirn kraus, wenn sie ihm gerade ins Gesicht spucken. Sie sind in seinen Händen wie Lämmer und verstehen ihn gleich, wenn er wie eine Schlange zischt, schnalzt, pfeift und gestikuliert. Aber Awul Kasim darf sich nicht unterstehen, Habibullah irgendwelche Vorschriften zu mack)en, denn dann bekommt er sofort eine scharfe Erwiderung zu hören und wird als Luft betrachtet. Der gute Kasim, der die ganze Ausrüstung besorgt hat, mag nMl im Stillen gehofft haben, die Rolle eines Befehlshabers über die andern spielen zu dürfen, aber damit hat et kein Glück, und ich habe ihm auch keinen Ferman dazu gegeben. Mirza ist mein Sekretär und steht daher, seiner Ansicht nach, nur unter mir; er ist stets zugegen, wenn die geographischen Namen des Tages ausgezeichnet werden oder ich mit dem Krtchodah über den Weg beratschlage. Da überdies auch die Kosaken ihre Befehle direkt von mir erhalten und die Kameltreiber nur mit ihren Schutzbefohlenen zu tun haben, sind Awul Kasims Pläne ganz in Rauch aufgegangen, und er geht deshalb mit der Miene einer un- verstandenen Größe unter uns umher. In Zentralasien und in Tibet muß man stets einen Karawanenführer haben, der die andern in Ordnung hält, aber hier in Persien bin ich selbst der Karawan-baschi, und alles geht ohne erwühnensiverte Reibungen seinen glatten Gang. Jetzt ist es der dritte Tag, daß die Kamele keinen Tropfen Wasser getrunken haben; sie scheinen aber nicht einmal daran zu denken, daß sie mittlerweile durstig sein müßten, und wenn wir an einer größeren Schmelzwasserlache neben dem Pfade Haltmachen, um sie daraus trinken zu lassen, bequemen sie sich kaum dazu, ihr auch nur einen Blick zu schenken. Sie stehen still, atmen ruhig und abgemessen und lafjen ihre würdevollen, reservierten Blicke ohne einen Schimmer rtrn Besorgnis über die öde Steppe fliegen, die sich Tag sür Tag vor uns ausbreitet. Die langen Märsche, die Kargheit der Steppe und der Durst scheinen ihnen gar nichts a uz uh ab en, und sie fügen sich mit erhabener Gleichgültigkeit in ihr Schicksal. Sei der Marsch kurz oder lang und die Last schwer oder leicht, die Kamele folgen geduldig und ohne Murren ihrem Führer. Es sind bewunderungswürdige Tiere, und man suhlt wohl m ihrer Gejellichast. Ich iverde nie ■ gemacht haben, zu laden. Dem Polizeileutnant Folte wird I aufgetragen, die Adresse desjenigen Kriminalwachtmeisters zu er- der an den fraglichen Tagen an der betreffenden Straßenecke Dienst hatte. Auf Befragen erklärt der Zeuge Preuß noch, daß von emer Plünderung seines Ladens keine Rede sein könne Es seren nur zwei Schaufenster zerschlagen und einige ausgelegte Waren entwendet worden. Der Verteidiger Rosen- b erg fragt den Zeugen, Polizeileutnant Götze, ob er wisse, daß Schutzleute einen Angriff auf Leute machten, die auf dem Trottoir standen. Diese Leute wiesen sich dann durch Hoch- Heben der Stöcke als Kriminalbeamte aus. Der Zeuge erklärt das für möglich, er weiß aber nichts davon. Bedürfnis hervor, aus einzelnen Gebieten, wo sich Miß-1 gemacht haben, zu laden, stände gezeigt und von Jahr zu Jahr mehr breit gemacht haben, vorweg die bessernde Hand anzulegen. Ein solches Bedürfnis hat sich seit längerer Zeit besonders auf dem Gebiete des Kurpfuschertums ergeben. Diesen Erscheinungen gegenüber soll versucht werden, durch eine reichsgesetzliche Regelung mittelst dieses Entwurfs die dringend notwendige Abhilfe zu schaffen. Die Angeklagte Frau Sattler bekundet, daß ein Kriminalbeamter, der sie nach dem Alexanderplatz transportierte und demgegenüber sie sich beschwerte, ihr gesagt habe, das sei nicht so schlimm, er selbst habe Schläge bekommen, so daß er jetzt noch Striemen davon habe. Hieraus wird die Zeugin Frau Preuß vernommen, Vie die Aussagen ihres Mannes bestätigt. Insbesondere hat sie genau gesehen, daß ein junger Mann der ruhig seines Weges ging, von den Schutzleuten geschlagen wurde, so daß er zu Boden fiel und um Hilfe schrie. Der folgende Zeuge ist der Pastor Schwedler von der Reformationskirche. Er schildert zusammenhängend: Ich fuhr mit einem Wagen der Linie 12 am Montag abend nach Hause. Plötzlich hielt der Wagen und ich sah, wie ein junger Bursche einen Stein aufnahm und die letzte noch brennende Laterne zertrümmerte. Dann wurde mir aus der Menge zugerufen: Da geht der Pfasse! Schlagt den Hund tot! Weil mir die Sache sehr bedenklich vorkam, hielt ich es für das beste, möglichst schnell die Flucht zu ergreifen. An der Reformations- kirche angekommen, hörte ich wieder den Ruf: Da läuft er. Schließlich hörte ich Rufe, die aus der Wiclefstraße kamen, und ich ging nach dem Gemeindehaus, in dem ich wohnte. Das Schloß ging auf, aber nicht wieder zu. Einigen Mitgliedern! der Kirchenrates gelang es schließlich gegen 12 Uhr das Schloß in Ordnung zu bringen. Zu persönlichen Angriffen gegen mich ist es nicht gekommen. Das Ganze vollzog sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Die Menge setzte sich aus jungen Leuten von 15 bis 20 Jahren zusammen. Es waren aber auch reichlich viel weibliche Wesen darunter. Die Hälfte aller Personen bestand aus Janhagel. Ich bin ja daran gewöhnt, daß ich bei allen möglichen Gelegenheiten insultiert werde, auch bei den aller- ernstesten, so zum Beispiel bei Leichenbegängnissen. Da gibt es immer einzelne Menschenkinder, die niemals zurückhalten können.। Auch nach den Unruhen sind derartige Insultationen vorgekommen. Daß gegen die Kirche Steinwürfe geschleudert wurden, habe ich erst später gehört. Man sah Arbeiter, denen man anmerkte, daß sie ohne Schuld hineingekommen waren; Leute, die ihr Arbeitszeug bei sich hatten. Die Menge wurde in der allerfreundlichsten Werse aufgefordert, weiter zu gehen. Sie wurde durchaus nicht provoziert. Der Zeuge hat auch nicht gesehen, daß jemand von Schutzleuten geschlagen wurde. Einzelne Gemeindeglieder haben allerdings ihrer Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß etwas sehr scharf vorgegangen worden fei Der Zeuge meint, es fei schwer, in solchen Fallen zwischen Gerechten und Ungerechten zu unterscheiden. Am besten wäre es, wenn bei solchen Vorfällen! d i e Gastwirtschaften radikal geschlossen würden^ wenn die Häuser zu einer bestimmten Zeit nicht mehr geöffnet werden dürsten und wenn die Gruppierung der Menschen einfach, verboten würde. Allgemein äußerte sich der Zeuge noch dahin, daß der Stadttell Moabit ihm genau bekannt sei Er habe zu verschiedenen Kreisen, auch Arbeiterkreisen, die freundlichsten Bo- Ziehungen. Aber durch Lektüre, durch Zeitungsartikel toerben oie Leute kopfscheu gemacht. Sie werfen dann alles, was nach Obrigkeit aussieht, in einen Topf. Besonders schädlich sind die in einzelnen Buchhandlungen ausgehängten und unterstrichenen Artikel der Zeitungen. Die Lektüre der Arbeiter ist eine ein^ feitige. Es wird vor allem nur gelesen, was in gewissem Widerspruche gegen die Staatsordnung steht. Da liegt die Quelle; dafür, daß sich an solchen Aufruhrszenen nicht nur Männer, sondern auch Frauen beteiligen. In erster Reihe kommen die Artikel der „Welt am Montag" und der „Zeit am Montag" in Betracht. Das schlimmste Blatt ist freilich der „SünplizissimuS". Der Zeuge beklagt den depravierenden Einfluß der Fabrikarbeit, auf die weibliche Jugend. Daher seien auch die schlimmsten Eie-! Die Moabiter Straheiilrawalle vor Gericht. 4 Berlin, 21. Nov. In der heutigen Verhandlung wird noch einmal auf die Aussage des Warenhausbesitzers Preuß zurückgegriffen. Die Verteidiger befragen den Polizeileutnant Folte über verschiedene Einzelheiten. Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld fragt, ob es nicht aus einem ganz bestimmten Anlaß zu einem heftigen Zusammenstoß, ja sogar zu einet Schlägerei zwischen Kriminalbeamten und uniformierten Schutzleuten gekommen sei. Der Polizeileutnant Folte erklärt, daß er jede Beantwortung dieser Frage ablehuen müsse. Hieraus beantragt der Verteidiger, einen Beschluß zu fassen, ob diese Frage zulässig sei. Polizeileutnant Folte überreicht sodann eine Karte der betreffenden Gegend, aus der zu ersehen sein soll, daß der Zeuge Preuß von seiner Wohnung aus gar- nicht die Vorgänge auf der Straße beobachten konnte. Der Zeuge Preuß demonstriert an der Hand der Karte einen Standpunkt und behauptet, daß er, als er auf dem Balkon land sogar von einem Beamten mit Erschießen bedroht worden ei. Der Beamte habe ihm zugerufen: Gehen Sie vom Balkon herunter oder ich schieße. Ob der Beamte einen Revolver in der Hand hatte, weiß der Zeuge nicht mehr. Der Zeuge Preuß bemonftriert auf der Karte weiter, wie die Schutzmannsketten standen. Polizeileutnant Folte behauptet demgegenüber, daß diese Darstellung des Zeugen polizei-technisch ein furchtbarer Unsinn sei. Zeuge Preuß wiederholt, daß auch mehrere Nachbarn von ihm die gleichen Beobachtungen wie er gemacht habe; insbesondere sei eine alte schwächliche Frau von Schutzleuten blutig geschlagen worden. Die Verteidiger beantragen diese Frau und noch eine ganze Anzahl anderer Zeugen, die die gleichen Beobachtungen wie Preuß Mttzstände im Heilgewerbe. Der Entwurf gegen Mißstände im Heilgewerbe ist dem Reichstage zugegangen. Der Entwurf richtet sich in erster Linie gegen die gewerbsmäßigen Krankenbehandler, also solche, deren Tätigkeit auf einen fortgesetzten Erwerb gerichtet ist. Es fallen demnach nicht unter das Gesetz gelegentliche, oder aus Nächstenliebe oder in Notfällen vorgenommene Hilfeleistungen ärztlicher Natur. Getroffen werden sollen nicht nur die Behandlungen von Krankheiten, sondern um die Tätigkeit möglichst weit einzuschränken, auch die Behandlung von Leiden und Körperschäden. Der Entwurf will, daß als Leiden oder Körperschäden auch Abweichungen von der Norm zu gelten haben, die von der Rechtsprechung nicht oder nicht immer als Krankheiten anerkannt, aber mit Vorliebe von Kurpfuschern und Geheimmittelsabrikanten zum Gegenstände der Behandlung gemacht werden. Mit der vorgeschriebenen Meldepflicht folgt der Entwurs einem schon in zahlreichen landesrechtlichen Verordnungen fick findenden Vorgang. Durch die Meldung soll der Behörde die zur Ueberwachung des Betriebs nötige Kenntnis von dessen Beginne, sowie von seiner Einstellung gegeben werden. Ziemlich hoch im Vergleich mit anderen Gesetzen sind die Strafbestimmungen dieses Entwurfs namentlich für die Fernbeyandlung und für den widerrechtlichen Handel mit Mixturen, vorgesehen sind Gefängnisstrafen von 6 Monaten und Geldstrafen bis zu 1500 M k. Der Entwurf will namentlich der sogenannten Fern- bebandlung bei Menschen entgegentreten, die sich in den letzten Jahren zu einem umfangreichen Geschäftsbetrieb au5gebilbet hat und die durch das sclMindelhaft betriebene Reklamewesen nicht nur erhebliche gesundheitliche, sondern auch vermögensrechtliche Schädigungen weiter Volkskreise herbeigeführt hat. Nicht als Fernbehandlung sollen angesprochen die gelegentliche briefliche ober telephonis che Beratung wegen einer Krankheit, wenn der Beratende hierdurch lediglich eine auf Grund eigener Wahrnehmungen an der betreffenden Person vorgenommene Behandlung sestsetzt. Ein Hauptverdienst des Entwurfs ist, daß er gegen die Tätigkeit der Kurpfuscher auf dem Gebiete der Geschlechtskrankheiten energisch vorgeht. Der Entwurf nimmt an, daß der diesen Krankheiten viele Leidende, be- fonberä in kleinen Städten aus falscher Scham sich scheuen, den Arzt aufzusuchen und dann geneigt sind, sich an einen Lvrpfuscher zu wenden. Um dies ein für alle Mal zu verhindern, verbietet der Entwurf den Kurpfuschern die Behandlung dieser Leiden und «nderer sogenannter Geheimleiden. Auch hofft der Entwurf mit seinen allerdings etwas strengen Bestim- ttungen auf dem Gebiete der Frauenleiden viele Wohl- laten der leidenden Frauenwelt erweisen zu können. Daß her Entwurf den schwindelhaften Aufkündigungen gewisser Kurpfuscher einen Riegel vorschieben will, dürfte allseitig begrüßt werden. Um auch Annoncen durch Mittelspersonen entgegen- treten zu können, d. h. solchen Personen, die aus anaeb- ticher Menschenliebe Adressen von Kurpfuschern angeben, schreibt der Entwurf vor, daß auch diese Personen zu bestrafen sind, wenn ihre in den Annoncen erhobenen Behaup- timgen nicht auf Wahrheit beruhen. In der allgemeinen Begründung wird u. tu aus- hedias Karawane. ÄUs Hedin, Zn Land nach Indien (Leipzig, I. A. Brockhaus). Wir entnehmen diesen Abschnitt mit Erlaubnis des Verlages Vrockhaus dem soeben erscheinenden neuen Reisewerk: „Zu Land »ad) Indien durch Persien, Seistan, Belutschistan. Von Sven Hedin"; zwei Bände von 821 Seiten mit zahlreichen Abbll- bilbimgen nach Photographien, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und mit zwei großen Karten. (Geburwen 20 Mark.) Wir kommen auf das Werk, das gerade jetzt besonders wlllkommen sein wird, noch ausführlich zurück und bemerken heute nur, daß die Fortsetzung dieser interessanten Reise in Hedins berühmtem Werk „Transhimalaja" geschildett ist. Der Forscher führt den Leser in meisterhafter Darstellung auf selten betretenen Wegen durch Persien, das dem Untergang geweihte uralte Land der Sonne und des Löwen, durch das peswerseuchte Seistan und das beinahe unpassierliche Belutschistan. Tie Sumpf- und Sakzwüsten, in denen so viele Karawanen den Untergang gefunden haben, hat Hedin wiederholt durchzogen. Es ist ein Genuß, dem kühnen Reisenden durch Gefahren unb Abenteuer zu folgen. Während der ersten Stunde deS Tagemarsches gehe ich gewöhnlich zu Fuß, um mir Bewegung zu machen. Obgleich die Kamele ruhig und langsam einherzuschreiten scheinen, kann man nicht neben ihnen herschlendern, sondern muß tüchtig ausschreiten, wenn man mit ihnen Schritt halten wlll. Nach diesem Spaziergang sitze ich dann mitWohlbehagen droben in meinem weichcnVogel- neft auf dem Rücken meines gewaltigen Trägers. Die ersten Stunden der schaukelnden Bewegung vergehen stlntell, dann aber scheinen sie immer länger zu werden, und schließlich sehnt man sich noch dem neuen Lager und hat selten Grund, verdrießlich darüber zu sein, wenn der Führer sagt, daß wir dott angelangt seien. Newenk, der Hund, ist jetzt ganz zahm und dank der rücksichtsvollen, beinahe schmeichlerischen Behandlung, die ihm im Lager von allen Seiten zuteil wird, findet er sich auch in seine neuen Lebensverl-ältnisse. Er geht schon frei umher, hält sich meistens in der Nähe des ersten Kamels auf und wedelt zutunlich mit dem Schwanz, sobald ihm jemaub bie geringste Ausmerksantteit zuwendet. In den Lagern erfüllte er alle Pflichten eines wachsamen Hofhundes untadelhaft und erlangte dadurch in unserer Wcnrdertruppe eine gewisse.Popularität. Er hatte einen ziemlich dichten, üppigen Pelz, den er in der Winter kälte gut brauchen konnte; aber die Beit wird kommen, in der er sehr unter der Hitze zu leiden haben wird. Em alter Kamelhengst, der mir schon in Teheran allerlei Beb en len erregt hatte, zeigt Spuren von Erschöpfung und kann ein schwereres Gewicht als da-s emeß Reiters nicht mehr tragen, ^ie beiden Kosaken reiten ihn abwechselnd; aber Hussein Ali itebt davn den heueren Teil, denn AvbaA ftuli Bek iji sichtlich Dos8lotknbauprogrommöeröfterreid}ifd)cnlleglcrung Die „Neue freie Presse" meldet: Das gestern im gemeinsamen Ministerrate durchberatene gemeinsame Budget wird eine er st e Baurate für die drei Dreadnoughts enthalten, außerdem wird es für Heer und Marine zusammen eine regelmäßige Steigerung von 10 bis 12 Millionen Kronen aufweisen. Das Wehrgesetz wird erst im Jahre 1911 den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt und nicht vor dem Jahre 1912 in Wirksamkeit treten. Das Rekruten- konttngent für das Jahr 1911 wird dasselbe wie bisher bleiben. Der Bau der ^drei Dreadnoughts wird zusammen 180 Millionen Kronen in Anspruch nehmen, bie Kosten werden auf drei Jahre verteilt. Für die erste Baurate der Dreadnoughts und für die normale Steigerung der Heer- und Marineerfordernisse für das Jahr 1911 werden etwa 50 Millionen Kronen in Betracht kommen. Wie verlautet, ist das Flottenbauprogramm der österretchisch-unaarischen Kriegsmarine folgendes: vier Schlachtschiffe, davon zwei, zu 20 000 und zwei zu 23 000 Tonnen Deplacement, drei Schnelllreuzer, 10 Torpedofahrzeuge, 12 Hochseetorpedoboote und 6 Unterseeboote. Die Gesamtkosten betragen 310 Millionen Kronen. In das Marinebudget sür 1911 sind eingestellt 47 Millionen für Marinebedürfnisse ausschließlich Schiffsbau, 20 Millionen als restliche Verbindlichkeiten für die bereits fertig gestellten Schiffe der Radetykdivision, und 22 Millionen als erste Rate für Dreadnoughts. Zusammen beträgt daher das Marineersordernis pro 1911 gegen 90 Millionen. ? Burkhards, 21. Nov. Unsere Gemeinde steht naligen Bürgerrneister- kandidieren. Kreis Friedberg. 1. so bl 87 47 43 84 47 41 62-68 . 68-66 96—108 61 39 56 56 grafrri t 1 ® 36 81 54 47 85-95 73—83 erhältlich Auergesellschaft, Berlin 0.17 Dl bi id dk io b( I) Hdl o ec. Doppellender, feinste Mast . . Aus Stadt und Land. Gießen, 22. November 1910. " Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz Rektor Adam Stenner aus Anlaß seines 50jährigen TiensljubiläumS die Krone zum Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In Amerika verstorbene Hessen. Maria Stumps, geb. Hahn, 63 Jahre alt, in Harrison; Ludw. Kimmel, 83 Jahre alt, aus Rödgen bei Gießen, in Washington. **Vonb er Mäuseplage Der anhaltende Schnee und Regen hat den Mäusen den Aufenthalt im Felde verleidet und sie haben sich in Scharen nach den Dörfern und Gehöften verzogen. Daß sich die Mäuse hier heimisch fühlen und ihre Vermehrung in gewohnter Weise vorwärts schreitet, beweist folgender Fall: In einem benachbarten Orte klagte morgens der Mann, bevor er seiner Beschäf- (ßcrld^ofaaL I. Mainz, 21. Nov. Wegen Vergehens gegen das W a r e n- sch u tz g e s e tz hatte sich vor dem hiesigen Landgericht ein Mainzer Kaufmann zu verantworten. Er hatte als Bierverleger darum gewußt, daß in seinem Betrieb Bier aus dem Gtegener Brauhaus in Flaschen gefüllt wurde, die zwei Mainzer Brauereien gehörten, was aus den eingegopenen Firmenbezeichnungen hervorging. Er duldete troßbem, daß solch-e Flaschen an die Wieder- vertäufer geliefert wurden. Tie beiden Mainzer Brauereien strengten Klage an und der Bierverteger erhielt luö Mart Geldstrafe. In seiner Revision an deS Reichsgericht machte der Angeklagte geltend, es sei klar bewiesen, daß er nicht die Absicht hatte, die Bezieher des Bieres, nämlich die Wiedervertäufer, zu muichen, sie hauen genau gewußt, daß sie Gteße^r und uiiyt Mainzer Bier erhielten. Damit drang er aber nicht durch, der Talbegaird des tz 14 des Gesetzes zum Schuß der Warclidezeich- nungen war nach der Ansicht des 1. Strassenats des obersten. Gerichtshofes gegeben, zur Anwendungsmöglichkeit der Kaufvorschrift sei die 2U),icht, zu tauschen, nicht nötig. Besondere Beachtung in diesem Urteil verdient die Feststellung, daß man wegen Täuschung auch dann strafbar ist, wenn die Absicht hierzu meßt vor gelegen hat. Es genügt, daß eine Täuschung sachlich möglich ist, diese aber wird man bei der Weitergabe des .Bieres an die Einzelabnehmer finden müssen. oeni|ie Man- (VoUunlchmasi) und beste Saugkälber 51—57 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 44—50 S ch a ' e. Mastlämmer u. jüngere Masthammel 89—00 78-00 Schweine. Bollfleifchige Schweine biS zu 2 Zentner Lebendgewicht 56—57 71—73 VoUsieischige Schweine über 2 Zentner Lebeudgewlcht 56—57 71—73 Märkte. Gießen, 22. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- markte foilete: Butter pr. PW. 1.15—1.20 Hühnereier 1 Lt 10—11 Big., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 6—8 'Vf.' Käsematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 M? Hühner pr. St. 1,00—1,60 'Dir,, Lahnen pr. Stück 0,80—1,80 9){r Enten pr. St. 1,80—2,20 Alk., (Sä'nse das Psd. 65—75 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pld. 84—92 Pfg., vündsleisch pr. Pfiuid 80—84 Pfq ttuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 88—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Ps.> Kartoffeln vr. 100 Kg. 7.00 bis 7L0 'Mk., Weißkraut das Stück 1'6 bis 20 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 6,00—6,00 'Mk., Milch bas t'iter 20 Pfg., Birnen per Ztr. 10-20 'Mk., Aepfel per Rir 9 bis 10 Mk., Zwetschen per Pfd. 00-00 Pfg., Dhiffe 100 Stück 40—50 Pfg., per Ztr. 0—00 'Mk., Bohnen per Pfd. 00—00 Pfg Markkzeit von 8—2 Uhr. k.O-Wiesbaden. B i e h h o f-M ar k t b e ri cht vom 21. Nov, Aititrieb: Rinder 6J, Kälber 25, Schafe 59, Schweine 428. ‘dürfen, Kühe. Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 45—50 82—87 BoUsielschige ausgemästete Kühe höchst. SchlachttverteS bis zu 7 Jahren. . 39—44 75—80 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut ciuivictelie pmgereKühe u. Färieli 36—38 70—78 Mäßig genährte Kühe nud Färsen . . 28—34 Fauerbach v. d. H., 22. Nov. Wohl die letzte Kirchweih im Land findet hier in dieser Woche statt. Sie beginnt am Mittwoch abend — wo alle verheirateten Männer, ihre Frauen daheimlassend, auf die Kirchweihe gehen — und dauert bis zum Samstag. — Ter Fernsprecher am Pol. Während die früheren Polarforscher bei ihrem entbehrungsreichen Werke im ewigen Eise nur zum geringen Teil die neuesten Errungenschaften der Wissenschaft praktisch ausnutzen konnten, verwenden die neuen Süd- Polarforscher alle Erleichterungen, die die moderne Technik ihnen bietet. Schon Shackleton benußte auf seinem Zuge gegen den Südpol Automobilschlitten, und Kapitän Scott, der mit einer Expedition im Juni die Ausreise angetreten hat, wird in den Schnee- und Eisregionen des Südpolargebietes den Fern- sprecl>er in den Dienst der Polarforschnng stellen. Auf diese Weise, so wird im „Journal des Döbats" mitgeteilt, werden die mit dem Schlitten nach Süden vordringenden Forscher auf Hunderte von Kilometern die stete Verbindung mit dem Expeditionsschiff aufrecht erhalten können. Tie große Kälte macht es unmöglich, die gewöhnlichen Batterien auzuwenden, die sofort ein- rieren würden. Nach zahlreichen Versuchen wurde ein neues Attumulatorensystem gebaut, das von Bord aus durch eine Tynamomasckstne mit elektrischer Kraft gespeist wird. Tie Akkumulatoren sind imstande, eine Kälte von 55 Grad Eelsius auszuhalten. Tn Drähte aus Eisen ober Küpser zu schwer gewesen wären, hat man zum Aluminium gegriffen. Kapitän Scott führt sechs Rollen dieses Aluminiumdrahtes an Bord mit sich; sie wiegen zusammen kaum 90 Pfund und nehmen so wenig Platz weg, daß sie auf den Schlitten bequem untergebracht werden können. Bei der Trockenheit der Atmosphäre unb den geringen Witterungsschwank- ungen in der Polarregion können die Drähte ohne weiteres auf dem gefrorenen Schnee ausgespannt werden, denn Versuche haben bewiesen, daß dec Schnee mu)t ableitet. Dadurch vereinfache ich die Beförderungssckiwierigkeiten, unb man kann auf Telephon- slaligen verzichten. Aiidererseils wird man den Erdboden zum Rücklauf des Stromes nicht ausnützen können, aber diese Schwierigkeit wirb leicht übewunben, inbem man statt eines Drahtes deren zwei legt. Da das Aluminium ein ausgezeichneter Leiter ist tigung nach ging, seiner Frau, es sei ihm uorgefonunen, als habe die letzte Mcht etwas in seinem B/tt geraschelt, die Fran möge doch mal nachsehen. Diese tat dies auch später und fand in dem Stroh des Bettes zwei Mäusenester mit je einer stattlichen Anzahl Jungen. Als der Mann nach Haus kam, eilte ihm sein Töchterchen ganz freudestrahlend auf der Straße entgegen und rief ihm zu, die Mutter habe in seinem Bett zwei Mäusenestcr mit vielen, ganz niedlichen kleinen Mäuschen gefunden. Die Sache wurde infolgedessen im stanzen Dorf bekannt, und daß nunmehr viel über die Mäusenester im Bett gewitzelt wird, ist selbstverständlich. Kreis Schotten. O Vo m oberen Vogelsberge, 21. Nov. Ter gestrige Totensonntag brachte uns gegen nachmittag heftige, aus Südwesten kommende S ch n e e st ü r m e, so daß auf den Straßen kaum fortzukommen war. Tie hoch gelegenen Torfer waren zeitweise in nächtliches Dimkel gehüllt. und bei dpr Trockenheit d/r Atmosphäre die Schallkcaft üch steigert, erwartet man, daß dieser Polarfernsprecher an Deutlichkeit und Reinheit der Klangübermittlung alle anderen Fernsprecher übet, treffen wird. — Der Sonnenofen. Bei Versuchen, die zur Ausnutzung der Sonnenwärme unternommen wurden, iand man schon im Jahre 1695, daß durch die Wärme der in einem Brennspiegel gesammeiten Sonnenstrahlen Diamanten verbrannt werden können. In späterer Zeit erfand man „Sonnenmotoren", die unter der glühenden Wüstensonne ausgestellt wurden. Alle diese Versuche blieben Spielereien ober hatten boch nur geringes wissenschaftliches Interesse, nnb ergaben keine praktischen Konsequenzen. Jetzt aber teilen die Chemiker Stock unb Hahnemann in ber Berichten ber Deutschen Chemischen Gesellschaft Versuche mit, bie ber Schaffung eines Sonnenofens bienen. Sie gehen von ber Tatsache aus, daß bie Sonncmwärme, bie burdj ein Brennglas auf einen Körper nn luftleeren Raume gerichtet wirb, sehr hohe Temperaturen erzielt Zu ihren Versuchen bebienten sie sich einer Linse von bedeutender Brennweite. Diese war in geeigneter Weise git einer Glaskugel befestigt, bie mit einer Luftpumpe verbunden war. In bei Glaskugel befanb sich auf einem Träger ber zu erhitzende Körper in einem Magnesiatiegel. Tie eintretenben Sonnenstrahlen Datieren ohne befonbere Erhitzung bas Glas, unb auch in bent fast luftleeren Raum geht wenig von ihrer Wirkfamkeit verloren. Um fo inten- siver ist ihre Wirkung auf den bestrahlten Körper. Schon bet ganz kurzer Bestrahlung konnte Kiesel, bessen Schmelzpunkt bei 1450 Grab liegt, zum Schmelzen gebracht werben, unb Gußeisen verflüssigt sich fast augenblicklich. Hessen-Nassau. ( ) Marburg, 23. Nov. Die älteste Einwohnerin Marburgs, Frl. (ber trübe Kritsch, ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Obertiefenbach b. Limburg, 21. Nov. Gestern nachmittag nach 5 Uhr stießen Arbeiter der Basaltwerke im Walbe bei Beselich auf bie Leiche eines Mannes, der zwei Schußwunden in der Schläfe aufwies. Mit der rechten Hand hielt er noch den Revolver fest, während er die linke Hand in der Hosentasche hatte. Die linke Hand zeigte später einige Verletzungen. Auffallend war, daß er noch in der liegenden Stellung den steifen Hut auf dem Kopfe fitzen hatte. Die Leiche wuroe als die des 47jährigen Kersting aus Hamm in Westfalen erkannt, der Samstag mittag hier mit dem ebenfalls aus Hamm stammenden Bauführer Holding angekommen und an dem kleinen Bahnbau Overtiefenbach-Efchenau beschäftigt ist. Wie Arbeiter aus der Unterhaltung der beiden folgerten, müssen sie Auseinandersetzungen in Geldangelegenheiten gehabt haben, wobei einer die Worte gebraucht haben soll, er müsse mindestens 200 Mark haben, gehe es wie es wolle, während der andere antwortete, daß es ihm nicht möglich sei, den Betrag zu zahlen. Beide sind aus dem Waldwege zusammen gesehen worden. Auch wurden von Arbeitern zwei Schüsse gehört, ohne daß jemand etwas Schlimmes vermutete. Holding wurde wegen Mordverdachts verhaftet. mente bei solchen aufrührerischen Szenen die Mädchen. Sie kennen bet Aufruhxszenen gar keine Grenzen. Staatsanwalt S t e i n b r e ch t ersucht den Beugen, sich über die Austrittsbcwegung in seiner Gemeinde zu äußern. — Ver- feibiger Rechtsanwalt Cohn: .Wir find hier auf ein Gebiet gelangt, bas unsere ganze Gesellschaftsorbnung betrifft — Staatsanwalt Steinbrecht: Ich lege auch keinen Wert auf die Beantwortung dieser Frage. Von feiten ber Verleibissung wirb der Zeuge wiederholt gefragt, ob er nicht wisse, daß gerade bie Arbeiterschaft das Bestreben habe, bie Jugenb in ben Jugenb- ürganiiationen zu sammeln unb von dem Besuche des Wirtshauses zurückruhalten. Zeuge: Diese Bestrebungen haben, soviel 'ich gesehen, iveitig Erfolg. Ich habe selbst Könfirmanbeit und Eltern mit Säuglingen aus beit Wirtshäusern herausgeholt. Auf Befragen erklärt ber Zeuge weiter, baß bie Hauptlektüre ber Arbeiter in seiner Ge- inetnbe bie „Morgenpost", ber „Vorwärts" unb bie „Berliner Allgemeine Zeitung" sei. Em Teil der Eltern wirke darauf hin, baß bie Jugend keine schlechte Lektüre in bie Hanb bekomme. Von einem Einfluß ber Arbeiterorganisationen unb ber Jugenb- bcftrebiingen will ber Zeuge nichts bemerkt haben. „Ich weiß nur, baß bie Restaurants knackend voll sinb unb baß Leute, bie sich unterstützen lassen. Gelb genug haben, um Maskenbälle zu besuchen." Rechtsanwalt Cohn: Sie geben also unserer Gesellschaftsorbnung bie Schuld, baß bas Familienleben zerstört wirb, benn Sie sprachen von dem bepravierenben Einfluß der Fabrikarbeit. Zeuge: Nein, bie Schulb trägt das allzu zeitig« Heir a t en. Tie 23erteibigung befragt ben Zeugen dann noch über bie Tobcsursache des Arbeiters Hermann, ber bei ben Unruhen ums 2eben gekommen ist. — Ter Zeuge erklärt, er habe, gehört, baß H. seinen 16jähri§en Sohn aus ber Menge herausholen wollte unb dabei einen Säbelhieb über ben Kopf erhielt, an besten Folgen er gestorben ist. Schließlich behmbet der Zeuge noch, baß infolge ber Tumulte auch seine Frau Uimnnehmlichkeiten bei Einkäufen usw. gehabt habe. Parteisekretär Theobor Fischer (Berlin) hat, wie er be- funbet, keinerlei Anleitungen zu den aufrührerischen Szenen wie überhaupt zu dem Streik gegeben und hat die Nachricht von den Ausschreitungen erst aus den Zeitungen erfahren. Ter folgende Zeuge, ber Berrrksleiter des Deutschen Transport- arbeiterherbanbed Werner schildert ausführlich die Entstehungsgeschichte bes Streiks bet der Firma Kupfer u. Cie. Ter Zeuge hat schließlich mit dem Oberbürgermeister konferiert, unb sich habet bereit erklärt, ben Streikenden zu raten, bie Arbeit wieber aufzunehmen unb sich dem Schiedssprüche des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts zu nntertoerfen. Diesen Vorschlag hat bie Firma aber ab gelehnt. Vors.: Haben Sie Nachrichten über den Gang bes Streiks bekommen? Z^nge: Ja, daß das Streikpostenstehen verboten worben sei. Vors.: Von wem erhielten Sie biese Nachricht? Zeuge: Vom Vertrauensmann. Erster Staatsanwalt: Wer tft das? Zeuge: Das kann ich nicht sagen, bie wechseln ab. Ter Zeuge behauptet, daß er bie Streikenden ausdrücklich ermahnt habe, sich keine Ausschreitungen zu schulden kommen zu lasten. Erster Staatsanwalt: Wer hat ben Auftrag gegeben, die Wagen ber Kohlenfirma zu begleiten? Zeuge: Das ist boch selbstverständlich. Es muß kontrolliert werben, ob bie Firma in der Lage ist, ihre Arbeiten auszusühren ober ob der Streik Erfolg hat. E r st e r S t a a t s a n w a l t: Ein Angeklagter hat behauptet. Sie hätten den Auftrag gegeben, zu den Kunden der Firma zu gehen nni) diese zu veranlassen, die Annahme ber bestellten Kohlen zu verweigern. Zeuge: Das kann ich nicht gesagt haben, unb ich glaube auch nicht ein Anbeter. Bert. Rechtsanwalt Cohn: Wolltebie Verbanbsleitung den Streik? Zeuge: Tas stelle ich entschieden in Abrede. Wir wollten die Sache auf frieblichem Wege beilegen. Unsere Organisation steht auf dem .Standpunkte, daß der Streik erst das äußerste Atittel ist. V e r t. : In einem Artikel, ber vom Verbände ausgegangen ist, steht: Tie Arbeiter werben alle Mittel anwenben, um den Streik burd^ zusühren. Konnten bie Arbeiter glauben, baß sie da auch ungesetzliche Mittel anwenden dursten? Zeuge: Das ist ausgeschlossen. Es konnte fid) mir um Mittel handeln, die nach dem KoalUumsreid>t zulässig sind. Er ft erStaats anwalt: Nun sind aber Ausschreitungen vorgekommen. Warum haben Sie nicht Veranlassung genommen, durch Plakate vor solchen zu warnen? Zeuge: Das war bei der kleinen Zahl der Streikenden nicht nötig. Die Leute konnten .auch so durch die Vertrauensleute benaäxcichtigt werben. Auf Befragen durch den Bert. Rechtsanwalt Heinemann bekunbet der Zeuge weiter: Es hat bei ben Arbeitern böses Blut gemadyt, weil sie ben Eindruck hatten, baß sich bei Streiks bie Bc- hörben von Ansang an auf bie Seite ber Unternehmer stellen. Wir haben nie eine Kraftprobe bezweckt, denn wir führen nicht Streiks, um zu glänzen, linier Verbanb umfaßt 38 000 Mit- ■gHeber. Erst vor einiger Zeit ist ein Streik, an bem gegen 46’00 Arbeiter des Speditionsgewerbes beteiligt waren, auf friedlichem Wege geschlichtet worden. Tie Firma Kupfer u. Cie wäre übrigens nickst zu Grunde gegangen, wenn sie die kleine Zulage bewllligt hätte. Von Terrorismus kann feine Rede fein, der Ausstand bei der Firma ist einmütig von allen Arbeitern beschlossen worden. Verteidiger: Empfanden es die Streikenden nicht auch unangenehm, baß man ihnen sozusagen Menschenkehricht als Arbettswilliae auf ben Hals schafft? Zeuge: Gewiß Es wirb baraut nochmals Polizeimajor Klein vernommen: Es ist mir nichts bavon bekannt, daß etwa zur Unterstützung ber Polizei frembe Leute angestellt worden seien. Es ist bas auch ganz unmöglich, benn nur brauchen erzogene Leute. Verteibiger Cohn: Gerabe aus ben Ausschreitungen der Schutzleute hat man eben geschlossen, baß bie Leute nicht genügenb erzogen waren 3 e u g e: Ich halte bas jedenfalls für gänzlich ausgeschlossen. Darauf werben die Verhandlungen auf morgen vormittag vertagt. dlei|d)ige Schweine 54—56 70—72 55 7| Ueverftand: Rinber Ueberstanb, Kalber, Schase unb Schw ausverkauit. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 21. November 1910. F r i berg (Hellen): riioie Sorte Mk. 2.40-2.05, Blag,nun boi 2.80—3.90 Mk., weiße runde 2.40—2.50 'Mk., ^etbfleijch blaue, 0. 00—O.oO, rote 0.00—0.00, weiße 0.00-0.00 Mk. T o in unb: Maguum boiiuni Mk. 2.9u, weiße runde NU. a (delbfleischige lote Mk. 3.80. Hagen: Roie Sorten 'Dir. 0 Maguum bonuni Mk. 2.96-3.00, weiße runde Mt. 2.40, G fleischige rote Mt. 3.65-0.00, weiße Mk. ü.OO—O.üu. Kö Role Taber Mt. 0.00, andere rote Sorten 'Dik. 2.40, 'Dlagiuun boi Dit. 2.85—3.15, weiße runde 'Dik. 2.50-0.00, Gelvfletichige Dik. 2.9O-3.OO, weiße Mk. 0.00—0.00. ftrefelö: Rote D Mk. 0.00, anöeve rote Sorten 0.00 bis O.Ou, Maguum bod Mk. 2.90—3.10, Gelbfleischlge rote 'Dik. 2.9(K-3.10, iveiye ru 'DU. 2.90-3.10. K empeii: Rote Taber u.GO-U.Oü, andere Sorten Mk. 0.00—0.00, Maqnuni bonimi Pik. 3.00, weiße tu ’Dif. 0.00, Gelbfleischige rote 'Dif. 8.50. Sassig: Rote Soii Dik. 3.30—0.00, 'Maguum boiuim 3.1*0-O.oO, weiße runde 2 Gelbftelschige blaue U.OO—0.00, rote 0.0U-0.00, weiße U.UU-0 Plaidt: Rote Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 8.30- 'Diagiuim boninn •8.09—0.00, weiße runde 2.80-0.00, Gelbsleisch blaue ü.OO—0.00, rote 0,00—0.00 F r a n k s u r t a. 'Dt.: 9tote So Dik. 2.40—0.00, Maguum boiuim 8.00—0.00, weiße runDe ; bis 0.00. (Alles zu do Kilo.) Sptelptan Oer vereinigten Sranfrurter Sladttbeat Gperichaur. Mittwoch. 23. Nov.*): 2. Abouuemeuts-Konzert. Toimersl 24. Nov.: „jofef unb feine Brüder." Freitag, 25. 9iou.: , Innigen Weiber von Wuidjor." Frau Flutt;: Frl. ynenneden a. -oamstag, 26. Nov.: .Laiuilmuser.- Souutag, 27. 9iov., nach 3'/, Uhr: .Liebelei." Abeuds 7 Uhr: .Ter (5)rat von Lux bürg." Montag, 28. Nop.: „Ter Fteischlitz." Aeunchen : Fra ul Boenuecken a. E. Tieustag, 29. 'Jloo.: .Cavalleria ru itean Hieraus: .Ter Baiazzo." Tiihrood), 80. 9lov.: Amateur^ stelluug zum Besten der Franksurter Theatet-Peunons-AniE .'Diamsel Angst." (2. Akt.) Hieraus: .Sowie unb Erde." Schauspielhaus. Mittwoch, 23. Nov.'): „ü diese Leutnants." TonnerStaq, 24. Nov., abends 7'/, Uhr: .Ter Richter von Zalamea." ^reitaq. 26. 91oü., abeuds 7‘l llbt: .Eiller von unsere Leiit'." Saiusiti'i, 26. Nov.: .Eesar Borgia." Sonntag, 2«. Nov., nachnmlag« 37, Uhr: -Wenn der junge Wein blüijt." Abends 7 llijr: ,CeW Borgia." Montag, .8. 9ioo : .Elektra." Vorher: .Tie ßitliÄ Foroerwig." Tlenstag, 29. Nov.: .Eesar JÖoigia." 'Diuuuodir 30. 91od. : „Einer von unsere Leut'." *) Anwng, wenn nicht anders bemerkt. abenbS um 7 Ubr. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schlveiiie niiitelmäßiL «v Preis Durch- ' pro 1VU Pfd. fchniusprels Ochsen. pr° u » ci. veöenö-l Pollfleischige, ausgemästete, höchsten vvn-bisvou-bis W Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 60—52 90—91 Junge, fieifd)ige, nicht audgema|iete und allere ausgeuiällete 45—49 86—89 Diäßig genährte junge unb gut genährte ältere 42—44 84—85 in nächster Zeit vor einer nochmaligen Bürgermeisterwahl. Wie bestimmt verlautet, wirb Bürgermeister Klein wieber faitbibiereii. 84 90: 7&: 71' 65 Nachruf D”/11 Giessen, am 21. November 1910. per Flasche von Mk. an Ibst färb« AiissUß Der Vorstand D”/u] vollen empfiehlt (4869 Telephon 405 022/11 Giessen Der Vorstand. Vacha, den 21. November 1910 n dem so plößlicu uou uns geschiedenen verdienst« ^orntzenden des Llumchtsrates Oerru Mommcrsicutat LoulS Hchligeuitaedt betrauern lutr eineu eifrigen Förderer unö treusorgenden Der Gemeinderat J. Becker, Vorsitzender. Maschinenbauer-Gesang-Verein. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres hochgeschätzten Ehrenmitgliedes §mn Sommtrjitirat Hryltzcchkdt geziemend in Kenntnis. v‘2Vh Beerdigung 3 Uhr. Zusammenkunft 2 Uhr im Vereinslokal ,Haberka|len". [djliige tuaren für uns wahre (söelueine im rtvetlerausbau der Schule; sem Wirten wird in der Schutgeschichle dauernd lortlcben. In unseren herzen aber hat er große Dank- beseitigt. ym Flamen des ^ehrertollegiums: VI Traber. Der Stadt-Gemeindevorstand Weide, Bürgermeister. Evangel. Arbeiter-Verein. Sfot Totensonntage starb unerwartet unser Mitbegründer, das Ehrenmitglied unseres Vorstandes, Herr Kommerzienrat und Beigeordneter Heyligenstaedt bem neuen Slieb6ofe Wir bitten um zahlreichste Beteiligung. v”,n) Der Dorstand. Die Baugenossenschaft des evang. Arbeitervereins und der Vorstand der Elisabeth-Kleinkinderschule. Doering, Direktor. Haupt - Wahl - Bureau befindet sich im Stadtvcrordnctmwahl! Aus die Anzapfung des Mietervereins habe ich keinen Anlaß, mit demselben Ton zu erwidern. Vom Bürgerverein borgeschlagen, halte ich es für meine Pflicht, im Fall der Wahl nicht einseitige Interessen zu vertreten, wie der Mieterverein, sondern dem Allgemeinwohl zn dienen und dabei dem schwer belasteten Hausvesitz im Interesse aller, die wohnen »niissen, vor weiteren allzuharten Belastungen zu schütz-». vLr. Inderthal. Jeiitscher Sognot hervorragende Qualität per Flasche von Mk. 2.50 an Fraiizößich. Kognak Karl Scbwaab1 Selteröwcg 23 Televbon 27 Gestern verschied unerwartet der Ehrenbürger unserer Stadt . Herr Kommerzienrat Louis Heyligenstaedt Der Entschlafene hat in Hochherzigkeit und Edelmut stets grosse Sympathien seiner Vaterstadt Vacha bewahrt und unter anderem durch Errichtung einer Stiftung zu Gunsten der \achaer Armen und des Kindergartens in die Tat umgesetzt. . _ , Die Stadt \acha wird ihren Ehrenbürger und einzig dastehenden Gönner und Förderer, Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt. in hoher Verehrung und dauerndem Gedenken behalten. Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere Genossen von dem unerwartet erfolgten Ableben unseres Vorsitzenden des Aufsichtsrates Herrn Kommerzienrat L. Heyligenstaedt m Kenntnis zu setzen. Als Mitbegründer unserer Genossenschaft war er von Anfang an Vorsitzender des Aufsichtsrates und nach Errichtung der Elisabeth-Kleinkinderschule auch Mitglied des Vorstandes dieser Schule. Der teuere Entschlafene war ein rühriger Förderer unserer Bestrebungen und ein warmherziger , Freund der Bedrängten und Notleidenden. Wir verleren in ihm unsere beste Stütze. Seine der guten k_ache geleisteten Dienste sichern ihm bei uns ein nie verlöschendes dankbares Andenken. Verkaufe krankheushalber meine Mgchend.Ncstauratiou mit Inventar Bierverbrnuch letztes Fahr co. 600 Hektoliter. Anzahlung nur Mk. 12000. Auch für Aichtsachleuie geeignet. Angebote unter J. m, Pont. Tarmuadt. tlM ^eing gebrauchtes Klavier zu vertäuten. Anzusehen vorunuags 11—12 UOr. Wo sagt die Geschalt stelle b. Gießener Anzeigers. mit den \ echten 9 ölBrauns5™" ß>FARBEN für Hausgebmueh, — Millionenfach bewahrt = 1 7» in Drogenf’end'ungeR u. Apotheken. SCHUTZ Men echte nut nchee- /?j 1;\ Hebend ob£ebfldet« »!/»eeV Schleifen tnarke. Eberh. Ketzger Nacht. SludealisdiesArbeitsaDil vermittelt Pril>ststunSc!l,Ucl>crietziülgcil rc. Auscunu ^»tonlags, Munu. und Freuags Vyi—*/84 Uhr tu der UiüueiHtat, Äuduorlum 2. LDSj7u fiirimiieii.te$8li$cliata. Mouipleite Tucatcivubuc zu ucricioejt. Ltuiertiguna von Dekorationen. MOO Earl Hollman«, Dekoiauonümaler, rnoonnraue 32. Werkmeister-Äezirks-Aerein Gieren Den Kollegen zur Kenntnis, daß am Sonntag unser allverehrtes Ehrenmitglied Herr Kmmnzikiiriit L. KOMM gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch den 23. Nov., nachm. 3 Uhr, auf dem neuen Friedhöfe statt. Allseitige Beteiligung erwartet Mittwoch den 23. November 1910, Anfang 41/« Ubr „Aus der goldenen Marcnenwelt“. Erzählt von H. Schilling. Großh. bad. Hosschauspteler. Jedes Märchen wird durch große, farbige Lichtbilder, von ersten Künstlern emrooricn illustriert. Frau Holle, Schneewittchen, Dornröschen, Aschenbrödel, Rotkäppchen. utiZJS Marien und ab 11 Uhr uu Saal und nachmittags an der Masse zu babeu. 1. Platz 1.20 ibtk., 2. Platz O.bO wtk. Minder halbe Preise VISU KAK I tiV in jeder betieoigen bctirijiari unu Kartonsorte, — ■ ■■ .... ■ -- ■ —- sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen. liefert za mäßigen Preisen die BrühCsehe Univ.-Druckerei, vv U W N M ' n - . W "• , - U /' Nachruf jäh aus dem Leben Den Aufschwung uns Das November 1910. iessen D”/u Denkmal, das er sich Möge er nach seinem arbeitsreichen Leben nun ruhen in Frieden I Die Beamten und. Arbeiter der Firma Htyngenstaedt & Comp., Giessen sein Werk genommen und der es zu einer achtunggebietenden Stellung auf dem Weltmärkte Das TTerz voll bitteren Wehs stehen wir an der Bahre unseres infolge eines üerzschlagi geschiedenen all verehrten, geliebten Chefs, des nützige Wohltätigkeit übte. Seine soziale Fürsorge für sein Personal hat er durch verschiedene Stiftungen betätigt dadurch in unseren Herzen setzte, wird alle Zeiten überdauern. Aber nicht nur den tatkräftigen Chef des Hauses hat der Tod von uns genommen, sondern wir verlieren in dem Verblichenen auch den väterlichen Freund und Berater, den humanen Arbeitgeber, der für alle Anliegen seiner Beamten und Arbeiter ein offenes Ohr und Herz hatte und eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende wahrhaft uneigen- erhob, verdankt es seiner schöpferischen Tatkraft, seinem eisernen Fleiss und seiner nie wankenden Pflichttreue, im Zusammenwirken mit ihm stets leuchtende Beispiele waren und bleiben werden. ■ l i i I ’n ■I I 1 K'- _____ i Aufs tiefste erschüttert von dem am Sonntag abend erfolgten plötzlichen Verscheiden unseres verehrten langjährigen Vorstandsmitgliedes, des früheren Reichstagsabgeordneten Herrn Kommerzienrat L Heyligenstaetit setzen wir die Mitglieder unseres Vereins geziemend in Kenntnis von dem tiefschmerzlichen und unersetzlichen Verlust, der unseren Verein betroffen hat. Getragen von warmer Liebe zum Vaterland, begabt mit einem klaren und praktischen Geiste, fest und beharrlich im Wollen und Wirken, aber abhold jedem äusseren Schein hat er in unserem Kreise wie auch sonst überall unermüdlich gewirkt. So hat er, getragen von dem Vertrauen vieler Tausende, unserer engen Heimat als Mitglied der Nationalliberalen Reichstagsfraktion den hiesigen Wahlkreis von 1903 bis 1906 vertreten. Sein Bild wird in unserem Gedächtnis unauslöschlich sein. Der Vorstand des nationaBliberalen Vereins Giessen Prof« Lilley, Oberlehrer. Der Vorstand. Giessen, 22. November 1910. Die Beerdigung findet Mittwoch den 23. November, nachmittags 3 Uhr, auf u dem neuen Friedhof statt. Der Vorstand und Turnrat des Männer-Turnvereins. (D"/„ MH WZ v1. Jl . V ' 1 ‘ > T ;-A "Jt y Der Technische Verein Giessen erfüllt hiermit die traurige Pflicht, die Kollegen von dem Ableben seines Mitgliedes Männer-Turnverein Giessen. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem am Sonntag abend plötzlich eriolgten Hinscheiden unberes allverehrten Mit- gründers und Ehrenmitgliedes Herrn Kommerzienrat L. Heyligenstaedt hierdurch geziemend in Kenntnis zu setzen. Herrn Kommerzienrat L Heyligenstaedt geziemend in Kenntnis zu setzen. Dieser Verlust trifft uns um so schmerzlicher, als der Verstorbene allzeit bereit war, im Interesse für unsere Turnsache tätig zu sein. Wir bitten unsere Mitglieder, eich an der Beisetzung recht zahlreich beteiligen zu wollen. AH &