Den bekannten Artikel in der „^rtnighllv Review" geschastsn' Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten, faxt Khue n eneiten zwischen (e Uebereinstim - !kC fnCb« Bifamfl^weSnUr «üttenen'Verletzüngen nicht anwesend. Mag^aWau^ nahm das Handschreiben des Äömgs ahne Debatte znr Kenntnis. Körperverletzungen im ungarischen Reichstag. Nachdem der ungarische Reichstag am 28. Januar vertagt worden war, weil der neue Ministerpräsident bei den Mehrheiten teilte Billigung seines Programms finden und darum auch nicht an die Bewilligung des Budgets denken tonnte, ist er jetzt rrusgelöst worden, und im Juni sollen Neuwahlen stattjinden. Tamil dürfte nicht nur die sehr bedauerliche Regierungskrise, sondern auch der ex lex-Zustand in Ungarn bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags gegenwärtigen Beziehungen zwischen Rügland und ^cü.rr.n! - Ungarn, bei welchen auf dem Boden der Balkanansselegv.nh.tk anitauchende Z-ragen sich schnell in einer wr ^n euw^tschv. Frieden gefährlichen Weick zuspitzen konnten, ui tcina SJepc oep.r.t daher müschen seiner Ansicht nach Mittel und ege auvm . gemacht werden für eine aufrichtige Ausemanderichung nicht n. .r die Zwischenfälle der Vergangenhett, die emen p?r)oiHtdjcn k.b ratter tragen, sondern über die lünsltge Richtung der ^oltttl be.r.t , ... Staaten. Gras Berchtvld versprach diese Unterredung als eine ganz gletchzerttg ^tvate zu betrachten und sprach dabu die Absicht aus, dem ündnisver- Grasen von Aehrenthal über i'tc zu berichten. 1 -■ Tie Depcsckie Iswolskis vom o. Februar 1910 a» fortdauern. 1 Die letzte Sitzung am gestrigen Montag brachte un- < erhörte Skandalauftritte hervor, die noch von > schweren Folgen begleitet sein werden. Tie oppositionellen Parteien setzten nm erbärmlichen Kundgebungen und Ge- , walttätigkeiten ein. Es mag dahingestellt bleiben, ob bte Vertagung und die Auslösung des ungarischen Reichstags deshalb ungesetzliche Akte sind, weil das Budget noch nicht bewilligt ist, es mag auch unerörtert bleiben, ob die verkündete bosnische Verfassung die Interessen Ungarns verletzte, und ob die Vorgänge bei dem Begräbnis Luegers eine Ungarn jein bliche Kundgebung dei>WUner Bevölkerung darstellten, soviel ist jeden,allS sicher, daß die Opposrnon die nur das eine Ziel verfolgt, für die Wahlen möglichst viel Wasser auf ihre Mühlen zu leiten, sich durch ihr Vorgehen mit schwerer Schuld beladen und davon feinerlet Erfolge zu gewärtigen hat. Wir geben die gestrigen Vorgänge nach einer Darstellung der Frkf. Ztg. wieder. Ofenpest, 21. März. Der ungarische Reichstag ist heute zum letzten Mal versammelt; die Abgeordneten sind falt vollzählig erschienen. Das königliche Handschreiben, das die Ein- tadung zu der morgen erfolgenden A uflo , u n g des Abgeordnetenhauses enthält, wurde ruhig zur Kenntnis genommen, ,o- dann überreichte Gras Batthymyi den Protest der Jmthpartet gegen die Auslösung im Exlcxzustaiide. Als hierauf der Minister- Präsident Gras Khuen den Standpunkt der Regierung verteidigen wollte, veränderte sich mit einem Schlage die ganze Situation. Aus den Reihen der Justh- und Kos,uthparter wurden dem Ministerpräsidenten sch we r e , mitunter u n , l a t i g e -ö e- leidigungen zugerufen. Es entstand ein riesiger a r m. Der Ministerpräsident konnte nicht sprechen und die Sitzung mutzie unterbrochen werden. Nach Wiedererössnung der Sitzung er- scheinen alle Minister int Saal. Gra, Khuen erhebt ich LS ertönen Rufe: „Gesetzesverletzer hinaus.' Erschlagt tn n. Da er im entstehenden riesigen Lärm nicht verständlich ät, naliert sich Gras Khuen Dem Tisch der nalwöchentl.meir- M WM Eg! Sä 3F HÄ ■ JP U H HJ M F N |E Hx B ■ H 9 jährst ausschl. Bestellg. WA General-Anzeiger für Gberhessen MM 'm- die Tagesnmmner Kotationsörtid und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei H. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: 5chu ftrahe Anzeigentell: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. 3 om» ■■■ ' n wieder au'gehoben werden. T-as Wvlffschc Bureau meldet: _v Ofenpest, 21. März. Tie sämtlich der Justhparter an- qelwrenden Abgeordneten Zacharias, Luowig Beck, Otto-Hoffmann und Siainund Eitner erklärten im Verlaufe der Sitzung, daß sie es gewesen seien, bk gegen die Ministerbank Heste und Rücker geworfen hatten, und baten das Abgeordnetenl)aus tut ihr ungebührlickws Benehmen um Verzeihung. 4.W Verletzungen beö Ministerprä'identen und des Ackerbauministers sollen von bronzenen Tintenfaßdeckeln herrühren. . 5 Tie Regierung will di? Staatsanwaltschast beauftragen, die Urheber der AusschrcitungM stltLEen mck sie zur Verantwortung zu ziehen, dlbends veranstalteten bte kenu» ttab^ V o 1 ksversammlnngen zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts, nach deren Schluß Massenkundgebungen statt- fan^n, wobei Raketen und Petarden zur Explosion gebrach wurden. Tie Polizei schritt mit blanker Waffe ein. Mehrere Persoiwn wurden verwundet und 12 verhaftet. Tic Ofenpestcr Blätter verurteilen aufs^chanste bte heutigen Ausschreitmigen im Abgeordnetenhause. Tas Burgcr- fomitee fordert in einem Aufruf zum Bemch einer Versammlung am 27 d M. auf, in der der Entrüstung über die Vorgänge im Abgevrdnetenhaine Ausdruck Segeben werden soll. Nachmittags wurde das v a n d s ch r e i b e n d e s K o n i g s, das die Auflösung des Reich s t a g e ö jxrrügt, imMa g- Wechselspiel von Freundschaft und Entfremdung feststellen I den bekcrntucn g.vu^ "R^^'^7'Mnister,'' anf bie Form ----- 9iach den Befreiiingskrtegen unt Preusten zur heiligen I! jin^welcher das Wiener Kabinett dem Minister cm? Allianz vereint, leistete Rußland 1848 Oesterreich die größten > ^^tetiigenbc Erklärung abgeben könnte. Iswolski antwirtei-. Dienste bei der Nicderwer,ung des ungarischen Ausstandes, holte diesen Zwisckfcnsall für erledigt. Euw ähnlich? Gentw um sich dann von ihm, wie von Preußen un Krim tri ege, Die seinem persötilichen Gefühl gegeben nxrbe, mürbe m verlassen zu sehen. Rußland quittierte damit, daß es 18u6| np-wimärtinm Bcuelmngen zwischen ytußlqnd und ycu-ruiu nichts für Cefterreid) tat und auch 1870, wo Oesterreich vielleicht sonst auf die Joee Napoleons III. von der „Rache für Sadowa" eingegattgen wäre, sehr deutlich von ihm al>- rückte. Die siebziger Jahre sahen dann das Tretkai,er- bündnis, dem wieder nach dem Ausgang des rusirschfkurit- schcn Krieges Jahre der Spannung folgten, die schließlich eine solche Schärje annahm, daß sich schon die Regimenter an den Grenzen sammelten, als Bismarck und- r1'"'’’”'1'''' auch Graf Kalnocki den deutsch-österreichqchen Bi Uaa verössenllichren, damit Rußland vor einem Kriege« 2. Tie Depesche Iswolskis domo ^oruar rnruckschredten und eine Aera der Versöhnung einleiteten, I den Geickstiststrager m, Arien. che gibt diemunost , Dio schließlich dahin führte, daß im Jahre 1903 im Än2' tRsei?Worten nachgeschrieben schlößchen zu Mürzsteg sogar ein Progrannn für dav gemein-! fie'm Botschafter geprüft morden ist. Ticser Mitteilung same Vorgehen Oesterreich-Ungarns und Rußlands in Maze-1 teilt Graf von Aehrenthal die Ansicht ^swolsw, daß dw donien misgearbeilet wurde, das bis zum 5zerbst 1908 in j^male und frid)lid;e Entwickelung der Orlentangclegenl^iten Geltung blieb, wo Oesterreich-Ungarns Vorgehen m der ^e WiederausnalM? des Meinnngsaustau'ches,zwiichen den Anneriori^frage es über den Hausen warf und eine recht ^iden Staaten nur gewinnen könne: das fet um ,o leuiner »u hätte sich diei'° Spannung im Frühjahr ISvb mlt riegerifch entloben, luenit nicht Aeulschlanb sein ^chwerl ^u Iswolski bern Grafen Berchtolb am 9. Febr. ür den Frieden in die Waaschale geworsen hatee und nicht übergebenes Memo i re. TicfeS Dokument bciqgt, die überdies das Ruhebedürsnis der übrigen ^ta^en em zu Efche Regierung akzeptiere gern den Gedanken eines Memungs- aroßes gewesen iväre, als daß sie, nur um bie Wunsche der Etaufches mit Lesterreich-Ungarn iiber die leitenden Grund,atze Serben und Montenegriner zu erfüllen, sich auf bie ©eite t«r Politik der beiden Regierungen auf dnn Valkan, cst -wer den Rußlands gestellt hätten. So waren internationale Konflikte Meinung, daL mit Rück'iwt aus die beiteljeiiben t ' p-idnlich-Animos Mjch-N d-N beiden Ministern des Aeutzern, deui Gra,en Aehrenthal o^s g^icLbct werden müsse, die noch andere und Herrn Iswolski ^ dauerte fort. Dieser brachte es s s i e r e n d e Mächte Hi n z u z n z i e h en aestottete, sogar dahin, daß der ruf,ische Botschafter m Wien, ttnbcrcTjcitd fei es notwendig, bei der (jurmufierung. der GrmG- Urnss 0 w, in ewigen Urlaub ging und der Zar bei seiner ^ie neuen Bedingungen der politischen Lage m der Turin selbst Reise nach Racconigi den großen Umweg um bte Habs- berücksichtigen. Taher bringe die ru„i,che Regierung die Osburger Monarchie machte. Daß solche persönlichen Disfe- Mlung nackKchenbcr Punkte rn Vor,chlag, die '^ann^n übrigen epnren tiniidten ben Leitern der auswärtigen Politik zweier Mächten zur Kenntnis gebracht werden tpnmcn: a) Wahrung des mächtig^ Nachbarreickc, bie in der tzaupti-ch° a»s g-Me «r; LNBAlül« LLi!L M Ärunb- vertrauliche Besprechungen hinsichtlich Bal kau frage Wahrung und Festigung dieser Neuordnung; cjlltu zurückzusühren waren, schließlich beit europäischen qbl;ängtgEcit, Zesftgung und friedliche Entwickelung der klemeu frieden in die größte Gefahr gebracht hatten, liegt ans der JXn&atai. Hand. Sie hätten auch wahrscheinlich noch langer bestanden, $ Memv ire, das der ö starreichisch-unga wenn nickt die Höfe von Wien und Petersburg selbst- die« / Botschafter am 20. Februar 1910 Iswolski übergab beiden zankenden Minister veranlaßt hätten, ihr strregsbeil Wiener. Kabinett teilt in demselben mit, es habe nicht di? zu begraben und einer Verständigung zwischen Rußland und« Absicht gehabt, durch die zur Zeit gesührteu Verlxmdlungeu zum ^esterreich-Ungarn das Wort zu reden. Äbkommeu vom Jahre 1897 öurückzukeliren, sondern es Habe nut Prüft man nun die Dokumente, die über diese Annahe- bestätigt, daß seine pvlitnck^n Grundsa^e ivelche ,ett demJahr. = S-SS5 »i*IS . gegenseitigen Verpflichtung, von einem formellen Abkommen unb faßt die Formel bezüglich der Wahrung des Status- : zwischen Oefterreid)-Uiigarn und Rußland, wie ev das Murz- « Balürnhalbinsel, auf welche bie Politik der beiden: . steger war, ist keine Rede; vielmehr besteht das gärige -jungen gerichtet ist, in drei Punkte zusammen. Nach An,ichr ' gebnis des „befriedigenden und glücklichen Verlaufs der Wiener Kabinetts droht gegenwärtig nichts, den statusquo i Verhandlungen" nur darin, daß beide Mächte zu einer d^m Balkan zu stören; die Störung könnte nur durch inner? ' bporettschen Uebereitlstimniung in den pokittschen Grund- Unruhen m den Sait an ,1 aalen ütier durck> bewaffnete Konflikte ähen ihrer Balkanpolitik gelangt sind. Sie werden, wenn I zwischen ihnen herbeigeführt werden. Menn^ahulicye der berühmte Starusquo auf bem Baltaiien^ ' Es bestünde kein Hinder- oder die Nationalitätenfrage ui Mazedonien wieder aufge- Resultat eines solchen Gedankenaustausches dann rollt wird, oder schließlich die Unabhängigkeit, Festigung in einer Form mitzuleilen, die ihnen gestattete, und friedliche Entwicklung der kleinen Balkanstaaten frag= ^n.^chUeßen. Gegenwärtig genüge die Veröffentlichung einer lick geworden ist, „von Fall zu Fall" in einen neuen Ge- Mitteilung, in welcher beide Regierungen erklären, em Gedanken- dankenaustausch darüber eintreteii, wie solche Ereignisse zuI ir bestätige, welch' enge Bande des Bündnisses uno der Freunoschusi Deutschland uno I.alten vecrnüp.en, uno den Beweis lie.er^, daß uie Beziehungen der deinen .Regierungen au:.'gezeichneL find. Rom, 21. März. Der Reichskanzler traf heute nachmittag in Begleiiung des Gesandten v. Flotow hier ein, auf dem Bahnhof von dem Botschafter v. Jagow, dem preußischen Gesandten Tr. v. tuiNtyiucrg, dem bayerischen Gesandten Frhrn. von und zu der Tann-Ratfamhaujen, dem Frhrn. von Ritter zu Grünstein, dem Unter,laats- setrctär im Auswärtigen Atnt Fürsten Scalea uno dem Generaldirektor des Auswärtigen Amtes Bollati empfangen. Der Reichskanzler nayin im Palais EaFareili Wohnung. Heute abend findet beim deutschen Botschafter zu Ehren des Reichskanzlers ein Diner statt, zu oem geladen sind: Ministerpräsident Sonnino, der Minister oes Auswärtigen, Gutcciardini, der UnterftaatSsekretär un Auswärtigen Antt, di Scalea, der Generaldirektor des Mini- fteriunis des Auswärtigen, Bollati, oer Minister des Königlichen Hauses, Mettioti-PaSquaiini, Fürst uno Fürstin von Bülow u. a. Rom, 21. März. Wie die „Agenzia Stesani" meldet, gab M int st erpräs ident Sonnino int Hinblick auf die parlamentarische Lage seine Entlassung. Der König behielt sich »>te Entscheidung vor. Die Minister bletben nm oer Führung oer taufenomt Geschähe betraut. Die Kammer vertagte s i ch nack; Entgegennahme der MitteUung der Demission oes Kabinetts ans unbestimmte Zeit. Rom, 21. Mürz. Der Reichskanzler v. Bethut a n n - H o l l w e g gab heute bei oem Senator T i t t o n i, den er nicht zu Hause traf, seine Karte ab._________________ Der bulgarische iiönigsbesuch in Konstantinopel. Ko n fi uutinopei, -J. oer Kollig Und die Königin der Bulgaren sind heute nachmittag hier eingc- tros,en und wurden von oem Sultan, dein Thronfolger, dem Großwcslr, sowie mehreren Ministern und zahlreichen anderen Würdenträgern am Bahnhofe empfangen. Das Königspaar wurde mit lebhaften Hochrufen begrüßt. Der Sultan lind der Thronfolger beivillkommneten die Gäste mit Händedruck. Der Sultan reichte der Königin den Arm und geleitete sie und den König zum Sultanzelte, wo die Vorstellung des Gefolges er-olgte. .ne Monarchen schritten hieraus die Front der EyrentomMgnie ab, befliegen sodann eine Jacht und fuhren, von der Kriegs,totte mir Kanonensalven begrüßt, nach oem Palais Dmmabagchcye uno sodann nach dem Büoiz uno oem Merassimiivsi, wo das tDnigspaar und aas Gefolge wohnen. Heute aoend sarw im Palais des Sultans cm intimes Diner statt. Konstantinopel, 21. März. Während des Diners überreichte der König der Bulgaren dem Sultan die Kette oes Alexanöci erdens; der Sultan verlieh dem König dec Bulgaren den Eyaneöane- £ eben, der Königin den <ürogtorvon oes Meoschiote-OrdenS für Damen in Brnllanten uno den Ministern oüLüinoiu uno Paprikow den Lsmanic-Srdeli in Brillanten; auch das Ge- f u । i}c er hielt Oröcnsau^zcichnungen._______________________ Dcurfseycs rr.nch. Dem Kaiser wutoe voin oishe^.gen deutschen Gesandten in Buenos Aires, Herrn v. W a t d t h a u > e n, ein Kapital von 200 000 tui art zur Versagung gepellt, dessen Zinsen zur F ö r d e r u n g d e u t s ch e r B i l o a n g s - und Wohls ahrtse in richt uiigen in den drei La Plata-Staaten, Argentinien, U l h guay uno Para- g n a y, insbesondere zur Förderung der deutschen Schuten verwendet werden sollen. Der Kaiser hat das Kapital dan.end angenommen und es zur wetteren Veranlaf,ung der Schatuliverwaltung überwiesen. Der fortschrittliche R e i ch s r a g s a b g e o r d n e t e D r. Hermes, Schriftjührer des Reia-vtags, Direktor des Berliner Aquariums, oer, wie wir gerichteten, am Samstag plötzlich gestorben ist, war feit 18<1 Direktor des Berliner Aquariums, seit 1881 mit tlnterbrechungen Mitglied des Reichstags uno später auch des preußischen Abgeordnetenhauses: im Reichstag ver,ah er noch vis zuletzt das Amt eines Schriftführers. Sehr enge Bande verknüpften Dr. Hermes mit Eugen Richter, dem er fast vierzig Jahre lang als Freund nahe stand. Die Bossische Zeitung schreibt u. a.: Mit Hermes ist eine der temperamentvollsten und sympathischsten Erscheinungen der Fortschrittspartei oahingegangcn. Trotz seines hohen Alters nahm er bis in die letzte Zeit hinein an allen bedeutenden Fragen der Politik wie seiner Wissenschaften lebhaften Anteil und hat bis zu seutem Tode unermüdlich für seine Ideen und Pläne gewirkt und .geschafft. Ausland. In der letzten Sitzung des englischen Unterhauses fragte B y l e s (lib.), ob zwischen Frankreich und England irgenbein Vertrag oder ein Abkommen militärischer oder maritimer Natur bestehe, nach welchem die französische Flotte verpflichtet sei, den britischen Handel, der nach dem Mittclmeer geht, um den Suezkanal zu benutzen, gegen jedwede Gefahr in jeder Hinsicht zu schützen, wodurch im Falbe eines Konfliktes die absolute Herrschaft im Mittelmeer der englischen und der französischen Flagge gcfidjeit ist. Premierminister Asguith erwiderte, ein Vertrag oder ein Abkommen dieser Art bestehe zwischen England und Frankreich nicht. Tas Abkommen über die marokkanische Anleihe wurde am Montag vormittag ven dem Minister des Aenßcrn, Pichon, und dem marokkanischen (Gesandten in Paris unterzeichnet. Aus Stadt uitO Land. Gießen, 22. März 1910. " Vom Großh. Hofe. Prinz Sigismund von Preußen ist am Sonntag vormittag 10 Uhr 3 Minuten im 9ieiien Palais zu Darmstadt eingetroffen und hat daselbst Wohnung genommen. * • Landes Hypothekenbank. Der Groß Herzog hat den Gerichtsassessor Wilh. Schmid aus Reichelsheim i. d. Wetterau unter Verleihung des Amtstüels ,Finanz- amtmann" zum juristischen Hilfsarbeiter bei der Hessischen Landes-Hypolhelenbank ernannt. * * Richterpersonalien. Der Großherzog hat den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Osk. Bürckel zum Landgerichtsrat und den Amlsrichter bei dem Amtsgericht Wötlslem Phil. Bonhard zum Oberamtsrichter ernannt. • • Lehramtspersonalien. Der Groß Herzog Hal den evaug. Pfarrer Hch. Kelter zu Lkeunkirchen zum Oberlehrer an der höh. Mädchenschule zu Offenbach, den Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim Slug. Hirsch zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms, den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen Pros. Hcrm. Oßwald zum Oberlehrer an dem Landgras- Ludwigs'-Gyumasium zu Gießen, den Oberlehrer an der Ober- realjchule zu Worms JulmS Schulze zum Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Riamz, den Oberlehrer an dec Ober- cealschule zu Worms Dr. Fecd. Wccner zum Oberlehrer an Der Realschule zu Butzbach, den Oberlehrer an dem Gymnasium zu Worms Tr. Max Zimmermann zum Oberlehrer an dem Realgymnastum und der Odecrealjchule zu Gießen ernannt * * Erledigt ist die Stelle eines Steueraufsehers bei Großh. Hauplpeueramt Offenbach. * * Bon den hcffischen Irrenwärtern. Seit längerer Zeit gähct es unter dem Personal der hessischen Irrenhäuser, das nut Rücksicht auf den anstrengenden und lucnig angenehmen Dienst und die allgemeine Verteticcung der Lebenshaltung eine Besseriiellimg feiner Gehaltsverhältmsfe anilcebt. Die Folge war eine 'Anzahl Besprechungen, ver- biuiben mit Voritellungen, die anscheinend ohne Erfolg geblieben sind, denn nun wird mit einem 81 us st and aller hessischen Jrreiiwärter gedroht. Zwecks Beilegung dieses Konfliktes fanden gestern nachmittag im Mmylecium deS Innern zwischen den Beteiligten Verhandlungen statt, m der anscheinend durch beruhigende Erklatiingen Störungen der Betriebe für den Augenblick beseitigt wurden. — Wie uns noch aus Tarmstadt tcl. gemeldet wird, sind 65 Mitglieder der Sanitätskolonne vom roten Kreuz bereit, im Falle eines Ausstandes der Wärter deren Dienft zu vetfehen. ** Gießener totai>ttl)eatei. Der Beilchenfresser. Rudolf Gon hatte sich zu feinem Ehrenabend zwar ein zugtrasciges Stuck ausgew^hli, aber einen ungünstigen Tag, uno so zeigte denn das Theater gestern nicyt den Besucy, der dem verdienten Darsteiler zu wünschen gewesen wäre. Drotzdem aber war man in bester Laune und unterhielt sich bei dem lustigen Stuck aufs angenehmfle. Rudolf Goll spielte den „Veiiü)eiisre>ser" mit oer vorttehnicn Zurück- yaltung und Liebenswürdigkeit, die ihn zu einem Liebling oer Theaterbesucher gcinaajt hat und wurde nicht nur mit sehr g».oßem Bei,alt ausgezeriynec, sondern auch mit einer ganzen bieihe dusliger Angeviilde und Erinnerungen. Karl Marx spiene den fchüchiernen Referendaren mir Humor und Spaß, Hermann blorden den llnterofsizier mit glücklichster Komik. Der Bursche Peter >var bei Edgar Paul y in ocfi besten Händen, wie auch der Lber,t Kurt Gühnes. Die Dllmenroiien waren mit Gusti Ney (VaieSta), Erna Güldener (Wiidenheim), Eily G u h n e (Berndt), Jringard EberiuS i,Beiling- uno Lore d) o i z (Minna) angemessen besetzt. Sehr unterhaltend wurde das Exerzieren, wobei namentlich Albert R ucy durch eine glückliche Maske auf- fiel, während bei Kurt Goldberg S belanglosem Auftreten nacy wie vor die Maske des Alltags ausfiel. —h. *' Stad tthcater. Da am Eharsreitag die Theaterkasse ganz geschlossen bleibt, werden die BllletS für bic beiden Oslerfeteriage bereits von Donnerstag ab ausgcgebcn. Arn Samstag den 26. März ist die Kasse von 10—1 Uhr oofinittags geöffnet. Es fei darauf htiigewiejen, daß tue Spielzeit mit Sonntag den 3. April fchließt. ** Kvlosseu Ni. Der 6. Xag war oer heißeste der feit- herigen. Tcr oran^se x. ic r c be Boucher rang die ersten öCljii Mimiteu idjijn und rumo, so daß man i-achle, oau er seine rolje Manier minjegccen l)atie, a^er ui oen zweiten 10 Minuten war er wie nncge.v^ell. lümViiungcu seitens des Kampfrichters nareii vergebend. Der Kampf wurde dann nach 30 Minuten teilweise ms 0i5qitau!idiCLt nno uncnuiüjiieöen avgeorvchen. Atan kann spannend o.c liiilici’eiuung Eigemanns und Piere le Boucher erwarten, da lciDc an Kräften und Ausdauer ULdjtd fehlt. Ter Duxemburgcr Öfter scheint die kurze Zeck üon ieinem Halbbruder sehr viel gelernt zu hauen, aber es hals chm nichts, mit vcroolcncn Griffen uiib Beißen den Kampf ui bie Lange zu ziehen, der Wcltme ifter Weber rang ruhig und revanchierte fw) hier und da mit den Massagen. Er unterlag, nach i < Minuten der enormen Kraft des Leuychen. Ter Pul-e o u b a n o i 1 bezwang leinen Gegner Nielse n nach 12 Minuten im schonen Kampfe. •* Die Bank für Handel und Jndustrie, Dliebcr* lassung Gießen, hält am OslerfamStag ihre Geschäftsräume biS 2 Uhr nachmittags off er, um dann gänzlich zu schließen. ” Wege n der beim Zus am men bruch der Ober- Mo ckstädter Borschußkasse Geschädigten wollen die Abgg. Kor eil, Dr. Weber u. Gen. eine dringliche An- frage an die Großh. Regierung richten, inwieweit die Regierung bereit fei, für die Geschädigten einzutreten. ES ist beabsichtigt, einen LandcSausschiiß zur Veranstaltung allgemeiner Sammlungen zu bilden. Wie unS ans Darmstadt telegr. gemeldet wird, hat die Regierung in einer gestern nachmittag abgehaltenen Besprechung ihre Geneigtheit ^erklärt, hieibei nntzuwirlen. **Ein Streik ist unter den organisierten Gehilfen eines hiesigen Weißbindergeschäfts ausgebrochen, da die Firma eine nach dem Reichstarif für das Weißbindergewerbe fällige Lohnerhöhung von 2 Pfennig in der Stunde nicht gewähren wollte. Lieber das Geschäft wurde die Sperre verhängt. — Scheidenkatarrh ist unter dem Rindvieh der Gemeinde 81 Iba ob und auf dem Albacher Hof ausgebrochen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen sind von dem hiesigen KreiSamt angeordnet. — Darmstadt, 21. März. Die Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule sind nunmehr so weit fertig gestellt, daß mit Genehmigung des Groß Herzogs die Großh. Baubehörde für die Erweiterungsbauten der Tech- nischcn Hochschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. ApiR an aufgehoben wird. R. B. Darmstadt, 22. März. (Tel.). Landgerichts- Präsident Wilh. Herz berg er ift gestern abend an den Folgen eines am Samsiag erlittenen Schlaganfalles gestorben. Der Verstorbene ivar 1848 in Gießen als Sohn des damaligen Landgerichtsregislraiors H. geboren. Er studierte in Gießen uito wurde 18,6 Landg er Tytsa > sefso r in Reinheim. Später ivac er längere Jahre Amtsrichter in Frieobcrg, um dann an das Lanögericyt der Provinz Starteiiburg beru,en zu werden. Am ^6. Sept. 1‘jOj lvuroe er zum Präsidenten dieses Gerichts ernannt. Präsident Herzberger niachie oen Feldzug 18.0/71 als Dragoner0j,izier mit uno eru-arb sich oaS Eiserne Kreuz. Er wurde als scharfsichtiger uno arbeit,amcr Jari,t sehr gesck)ätzt und in weiteren Kreisen sehr beliebt. — Tarmflaot, 21. Llckirz. Zu der von dem Allgemeinen Teutschen ^agoiu/ubvcicin (Landesr-eieiii Heyen) in Gemeinfchaft nut dem Heyiicyen <>agd-Kiuu veranitoitetc Jugo-(Trophäen-) Ausftellung smo 124 Hirmigeiveihe, 66 Damyirschiwauie.u, 108 Rehgehörne, U9 GamSlnacl und Elcyschuipem fowie eine große Anzayl von sonstigen prächtigen Jagurropt-aen angemeldet. A'ue Aus,»eliung bringt au ec uiteieyanle Sammlungen wiiwnichafl- lia;cc uno pra.tycher '21 it, wie z. B. ca. 80 Präparate von Wild- lramheilen — Aus weiter: reierinac--palhuwglw)>-anaiumlichcs Jn- Itdut Gießen (Pc-u,eyur Dr. Llt —; Hirschgen-eilfschnilte — Aus- lueiier: Gwßh. Lanoesmuseum Tiä.rm,iaot; ferner großartige Sammlungen von Ataterial zur Verkeilung von Puwcr, Hei- Ibciiung von Gewehiiauicn, Verichluye uno VeiqchPigteiie, Jagd- luaiicn aller Arten, schailvampier, geplatzte u,iu. LuUse, Sa)ieß- peoars aller Art, Apparate ,ur Vaiii|ii|ü,'e Uiticrjuajungen u,iu. — Ausiieiier: KriegSieamyche Sa.mm.ung der technychen Hoch- ich-ute Darmitadt. Die Ausiieiimig wird am SamSiag, 9. Aprn eröffnet. -o. Mainz, 21. März. Heute vormittag besuchte eine 'Anzahl Wiesbadener Kurgäpe, anscheinend Russen, in einem 'Automobil die Römerfleine bei Zahlbach. Einer der Herren bestieg den höchsten der Sterne, es brach aber Geröll los, der Mann stürzIe von Der beträchtlichen Höhe herab und verletzte sich innerlich unb äußerlich sehr schwer. Erp nach einiger Zeit erholte sich der Verletzte fo weit, daß er im L’lutoniobil nach der Stadt gebracht werben tonnte. * * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r |t a a t e n. Em dicht ve|cljter Kremser, dessen Jnfafieir fich zu einem „Wunderbottor" m 'Ayrenshausen begeben wollten, Iturjie unterwegs m einen Graben. Zwölf Frauen und Akänner erhielten f ch w e r e V e r l e tz u n g e n. rInivcrsetöits-rraehri^ten. hc. Darm ft av t, ~l. ^lärz. Au, ein,cunultgen Antrag der Abteilung für Ma,chinenbau louroe durch Beschluß von Rektor und Großem Seilat der Technischen HOchfchul^ dem Wirtlichen Geyetmen ^berbaurat, Vortragenden Rat int ReichSmarineamt und Ehe, der KonstrukKoiisabteilung Rudolf Beith in Berliri in Äneriennung seiner y.roorragcn- den Verdienste um die Verooilroinmuung der Schisss- maschiuenaniagcn, besonders der Forderung des deutschen Schiifslurbincnoem, d.m nach § puh ics .onrgvrlid)cn Olefctz- luchcS bic Veriährungssrift für Er>atzansprüche des Vermieters wegen Veränderung ober Verschlechterung der Wohnung an den Mieter nach sechs Monaten verjährt sind. Die Frist läuft von dem Tage an, an dem der Mieter die Wohnung verläßt und damit au oen Vermieter zurückgivt. Gben o i,t in leajy Akonatew ein Lknspruch des Mieters an den Vermieter verjährt, der sich aus Eriatz von Verwendung für eine gemietete Wohnung, oder auf Gewährung der Wegnahme von Einrichtungen, bie er in ihr getroffen, richtet. Der 8 658 d. B. G. ist türzlich in einem Prozeß in Gießen praktisch geworden, indem auf Grund dieser Gesetzesbestimmung auf Abwehung der Klage erkannt werden mußte. ES luurDen übrigens in dem Prozeß auch Einwendungen materieller Art gegen Die Kmge ervJven, au, vtc cs aber nach Lage der Sache für das Urteil nicht mehr an kam. x Hanan, 21. März. Vor der Strafkammer stand heute der 43 Jahre alte Küfer Heinrich Seipel aus Hochstadt, der schon 17 Jahre Zuchthaus hinter sich hat. Als er in Z i e g c n - hain eine ihm von der Straftammcr Wiesbaden zuerkamckc sechsjährige Zuchthausstrafe verbüßte, gelang es ihm, am 13. Dezember v. I. auszubr cch e n. Die Freiheit benutzte er, um sofort wieder das Diebcshandwerk zu betreiben, doch wurde er am 4. Februar ö. I., als er am Tage zuvor einen Einbruchs- diebstahl verübt hatte, in Frankfurt a. M. festgenommen. Vorher hatte er in Fechenheim mit seinem Schwager einen Einbmä)s- dicbstahl ausgeführt, der heute zur Aburteilung stand und. ihm 3 I a 1) r c 3 u ch l hau S eiubrachlc. Ein großer Eiscnbahnunfall iit^ Amerika versetzt die Gemüter in den Vereinigten Staaten aufs neue in Aufregung, benn die Zahl der Unfälle mehrt sich in unheimlicher Weise. Auch die Menge der Verletzten ist wieder ganz bedeutend. Ein Trahtbericht meldet uns Darüber: Marshaltown (Joma), 21, März. Wie gemeldet wird, wurden in der Nähe von G r e e n m o u n t a i n bei einem Eisenbahnunfall, bei ein Personenzug der^Rock Jslandbahn eine Böschung hinabstürzte, 14 Fahr-. gäste getötet und 25 verletzt. Es scheint jedoch, als habe man sich über die Zahl der Verunglückten noch nicht genau unterrichten können, denn nach einer Meldung aus Chicago sollen 4 5 Menschen getötet worden sein. Eine amtliche Mitteilung der Rock Island-Eisenbahn besagt: Chicago, 21. Marz. Bei dem Eisenbahnunglück bei Greenmounrain kamen 33 Personen um, deren Leichen geborgen sind. 31 Verletzte wurden nach G.ecnmountain ge- brackft. — Hiernach: i stes unklar, ob sich unter den Trum- mern vielleicht noch Menschen besindcn. Älcuic Dnücechroutt. Eine Feuersbrunst Hal i n P o k o h a m a 500 Häuser zerstört. 3000 'Menschen sind obdachlos. «Hilft unö w-ttenfchakt. — Tie N i v e l u n g c n b a 11 c in M a i n j. Aus Mainz wird uns untenn 21. '.'Närz geschrieben: Henke mittag folgte eine AnzaU gclcchcM HcxrcL tzex Mckaduns des £)berbürgax' yre-sirrs irr Besichtigung von tncr der Bilder, die öcrmarat ft c n b r i d? von den 12 Gemälden, die in die .Halle kommen, hier ausgestellt hat. Tr. Phil. Alfred Koepp en ans Berlin erläuterte kurz dm Inhalt der Bilder und machte auch über die Nibelungen balle einige Mitteilungen. Die .Halle wird mit 21 Meter Höhe »reithin sichtbar sein und einen gewaltigen, auf Masscnw irkung berechneten Eindruck machen. Ter Bau wird aus 'Ei'enbeton aufgcffiljrt, die äußere Verkleidung mit Runensteinen führt Professor Mehner in Berlin aus Basaltsteinen aus. Tas Lici t tLrb durch 15 Meter hohe Fenster mit opaliiirrendem Glas eiligclvjrfcrt. Ter ursprünglicvo Plan des Architekten Engler ist insofern geändert worden, als aus die pyramidenförmige eigentlich ? Halle noch einen Aufbau kommt. Mr die Besucher werden zwei tz-arderoberäumc eingebaut, eine lebensg-voße Wagnerbüste hat Prof. , Mehner in Arbeit, die am Eingang ausgestellt wird. W.r haben wiederholt auf andere Hallen hingewiescn, mit denen derselbe ! „gütige Spender" verschiedene Gegenden versorgt hat: Gedächtnis- Halten, die man jetzt gern wieder los wäre. Tic uns vorgelegtei« Entwürfe haben uns davon überzeugt, daß unsere Kritik vollauf berechtigt war. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. «Tie Akademie der Wissenschaften zu Paris wählte den Geographen "Albrecht in Potsdam zum korrespondierenden Mitgliedc. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage seit Pionlag früh: Tas westliche .Hochdruckgebiet brachte gestern sonniges und mildes Früylings- lucttec; die Temperaturen erhoben sich wieder auf 10 Gr. Während -der "Rächt ist in Piilleldentichtand strichweise Bewölkung eingctrcten, tim Äiordolten fällt unter dein Einfluß eines Randwirbels geringer Regen. Unser Gebiet bleibt ganz im Bereiche des West Hochs, so tdaß das trockene Weller anhält. Wetterausstchten in Heyen ain Mittwoch dem 23. März 1910: -Zeitweise heiler, trocken, nachts milder. Griginak-Drahtinelvungen. Sitzungen der hesstschen Staudekammern. R. B. Darmstadt, 22. Marz. Beide Stän^e- Kammern traten heute nochmals zusammen. Die Erste Kammer erledigte zunächst den Voranschlag des Justizministeriums durch Beitritt zu den Beschlüssen des anderen Hauses. Nur dem Beschluß, 15 Amtsrichterstellen nur aus den Inhaber zu bewilligen, wurde nicht beigetreten, sondern ein Ersuck-en an die Regierung beschlossen, bei der bevorstehenden Vereinfachung der Staatsverwaltung auf eine Verminderung der Amtsrichterstellen Bedacht zu sein. Hierauf begann eine allgemeine Erörterung über den Staatsvoranschlag, in der zunächst der AusschußberichtersiaLter, Graf zu Erbach- Fürstenau, und Freiherr H e y l zu Herrnsheim sprachen. In der Zweiten Kammer gedachte Vizepräsident Korell zunächst des 25jährigen Abgeordnetenjubiläums des Abg. Ulrich und sprach diesem die Glückwünsche des Hauses aus. Die Kammer erledigte dann einige kleinere Vorlagen und wartet nunmehr aus etwaige Rückäußerungen der Ersten Kammer zum Voranschlag. Ter Kampf ums englische Oberhaus. London, 21. März. Tas Ober haus nahm die ersten beiden der beet Entschließungen, an, welche Lord Rosebery am 9. März beantragt batte und nach denen eure starke aktionschhige zweite Kammer nicht nur ein integrirender Bestandteil der Bcr- sassung, sondern für das Wohl des Staples und das Parlamentär rnuje Gstichgewicht ein notwendiges v>*.ruroemi5 ist und am besten durch eine Re,orru und Neubonslituierung dcs Lverhauies gewonnen werden kann. Tic Siegiening erhärte, sie würde dock) feinem Plane zustimmtm, welcher die Macht des Oberhauses üocr das Unterhaus verstörten würde. London, 22. Marz. Premierminister Asquith wird beim Unterhaus mehrere Entschließungen einbringen, m denen e« als rätlick bezeichnet wird, baß das Oberhaus durch em Gesetz für unfähig erklärt wird, das Budget abzulehnen oder Zusätze dazu zu mitten. ?luch bezüglich anderer Vorlagen muste c5 möglich sein, daß sie obre Zustimmung dcs Oberhauses.Gesetz werden könnten. Tie Dauer eines Parlaments ,vll aus tftnf Jahre beschränkt werden. * Stuttgart, 21. Mär-z. Pros. Stier, der langjährige, terbtenftwlle Leiter des Württembergifam Kunstveretns, als H-of- Konservator in der Kunftwelt weithin bekannt, ist in der Naclst auf heute gestorben. ., . Petersburg, 21. März. Tie Reichsduma idmit frt- voll besetztem Hause heute abend zu der Wahl eines neuen Präsidenten. Tie Sozialdemokraten, die Arbeiter- gruppe und die Kadetten enthielten ''ich der Abstimmung und verlasen Erklärungen, in baten sie ihre Stimmenthaltung mit bem Hinweise barauf begrünbeten, daß das Prälidium der dritten Duma deutlich deut rechten Flügel ber Duma zuneigte, die Inte ressen der Minderheit ignoriere und zulasse, daß die -tribünc der Duma zu einer provokatorischen Waste gemacht werbe zum Zwecke der Diskreditierung der Volksvertretung Rußlands. Zunr Präsidenten wurde mit 221 gegen 68 Stimmen der Führer der Oktrobristcu G u t s ch k o f f gewählt. Paris, 22. Nrärz. Ter Petersburger Korrespondent dcs „Figaro" teilt m.t. das; außer dem ver.stsentlichten, ab sichtlich in unbestimmten Ausdrücken gehaltenen Balkan abkommen zwischen Rußland und Oesterreich noch ein geheimes M'lommen über mehrere sehr wichtige Punkte abgeschlossen worden sei. N e w y o r k, 22. März. Im Astrohotel sand das 2. große deutsche K ü n st l e r । e ft statt, das der deutsche Schriftstellerverband in Amerika zum Besten von Wohl- fahrtseinrichlungen veranstaltet. Un.er den zahlreichen Fest- gälten be and )id) der deutsche Botschafter in Washington. Ccbcn über Tng wie einer ber ihrigen. So hat er ihre Leiden und tzreuden, ihr Lieben und Haften, ihr Fürchten und Sehnen kennen gelernt, und m diese eigenartige packende Welt fuhrt er unö in seinem großen, sozialen {Roman. Preis 4 m., geb. 5 m. 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Rädern etc. hat man längst Vorkehrungen getroffen, um durch Federn, Puffer, Pneumatiks und dergleichen die, beim Betriebe entstehenden Stosse und Erschütterungen einerseits abzuschwächen, anderseits die Lebensdauer zu verlängern. Dagegen ist die Mensch-Maschine, d. h. der Mensch als Fussgänger, bisher während seines Erdenwallens so gut wie ohne jede Schutzmittel geblieben, um das Ermüden beim Gehen oder Stehen zu beseitigen resp. herabzumindern. Nun ist es gerade der Ferscn-Ballen des Fusses, der am stärksten und zuerst ermüdet, weil auf ihm der weitaus grössere Teil des Körpergewichtes lastet. Man hat zwar längst versucht. Hacken-Einlagen zu machen, aber dabei vergessen, diese genügend elastisch und weich zu gestalten, sie waren vielmehr zumeist starr und hart. Diese Umstände spornten daher die Erfinder an, ihre Anstrengungen zu erhöhen, welche endlich in dem „ACHILLES^-Fersen- kissen ihren Abschluss fanden. 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ImtnDhmd, zu verkaufen. Löberstrafie LV y. nut erhalten, für 30 Mark (02346 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Gattin, unsere geliebte, treubesorgtc Mutter, Großmutter, Schwiegernruttcr, Schweiler, Schwägerin und Tante Frau Margürelhe Smld geb. Hmld heute nacht 1 Hör unerwartet ins Jenseits abzurusen. Die ticftrauerudeu Hiutcrbliebeneu. Gießen, Am Riegelpfad 41, den 21. März 1910. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. 023nl Todes-Anaeige. Sonntag abend 8 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere liebe Schwester, Schwägerin, Grossmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Elisabeth. De©h geb. Reuter im Alter von 63 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. 8 ? -■ »' ■■ ' v-Vi-.'A Mädchen in Küche n. Hausarbeit erfahren, gesucht. 117491 Nord-Anlage LI v. (Lin junges, braves Dienstmädchen v. Lande suchen zum bald. Eintritt Brüder Schmidt, Inhaber H. Gulhardt, 17471_______Seltersiveg 83. 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