Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. eines Generalgouverneurs von Korea. Der General- gouverneur wird unter Unserer Leitung das Kommando über fixer | und Flotte und die Kontrolle über die gesamte Verwaltungstätigkeit in Korea ausüben. Unabhängig von irgend einer vertraglichen Verpflichtung, bic über diesen Gegenstand besteht, wird die Kaiserlich Japanische Regierung für einen Zeitraum von zehn Jahren von nach Korea aus fremden Ländern importierten Gütern und von aus Korea nach fremden Ländern exportierten Gütern und von fremden Schiffen, die irgend einen offenen Hafen Koreas anlaufen, die- eiben Ein- oder Ausfuhrzölle und dieselbe Tonnengebühr erheben vie unter dem gegenwärtigen Tarif; derselbe Ein- oder Aus- ührzoll und dieselbe Tonnengebühr wie die, die auf die besagten Güter und Schiffe erhoben werden, werden für einen Zeitraum von zehn Jahren auch hinsichtlich der nach Korea aus Japan importierten oder aus Korea nach Japan exportierten Güter und hinsichtlich der einen offenen Hafen von Korea anlaufenden japanischen Schiffe erhoben werden. Die Kaiserlich Japanische Regierung wird für einen Zeitraum von zehn Jahren auch den Schiffen jener Mächte, die Verträge mit Japan abgeschlossen haben, gestatten, in den Küstenhandel zwischen den offenen Häfen Koreas und zwischen diesen und den offenen Häfen Japans einzutreten. , Die bestehenden offenen Häfen Koreas werden mit Ausnahme von Masaampo weiter offene Häsen bleiben, und außerdem wird Shinwiju neu geöffnet werden, so daß sowohl fremde wie japanische Schiffe dort zugelassen werden und daß Güter in diele Häfen importiert und aus diesen Häfen exportiert werden können. Oesterreich-Ungarn und Sedan. Roch im Anfang August des Jahres 1870 war in der habsburgischen Monarchie die Zahl derjenigen, die von vornherein aus deutscher Seite standen, verhältnismäßig gering. Die meisten Politiker traten für strenge Neu-' tralitat ein, während im Heere, das die Niederlagen von Sicherheit zu bewahren, und an Berbern herrscht der Geist des Argwohns und der Besorgnis auf der ganzen Halbinsel. Um die öffcittliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten und Glück und Wohlfahrt des Volkes zu fördern, ist cs offenbar geworden, daß eine fundamentale Aenderung im gegenwärtigen Regierungssystem unvermeidlich ist. Indem Wir diese Sachlage berücksichtigt haben und zugleich von der Notwendigkeit einer Angliederung des gesamten Korea an das Kaiserreich Japan entsprechend den Anforderungen der gegemvärtigen^Sachlaae überzeugt sind, sind Wir in Uebermnstimmung mit Seiner Majestät dem Kaiser von Die Begegnung in Salzburg. Salzburg, 30. Aug. Graf Aehrenthal ist heute vormittag hier eingetrosfen. Er empfing gegen Mittag den Besuch des italienischen Ministers des Aeußern d i San Giuliano. Der Besuch währte U/s Stunden. Nachdem Graf Aehrenthal den Besuch erwidert hatte, nahmen beide mit dem italienischen Botschafter Herzog Arvana das Früh- "tück ein. lieber das Ergebnis der Beratungen zwischen San Gru- rano und dem Grafen von Aehrenthal dürfte, entsprechend der bischerigen Gepflogenheit, bei der Abreise des italie- nifchen Ministers aus Oesterreich im Wege eines Communi- ques Mitteilung gemacht werden. Der Verkehr der beiden Minister vollzieht sich in sehr freundschaftlicher und herzlicher Weise, was sich auch beim Frühstück zeigte. Nach dem Frühstück blieben die beiden Minister, der Botschafter und der Herzog von -Avarnt in , lebhafter Unterhaltung bis 23/4 Uhr beisammen. Um 31/2 Uhr unternahmen die beiden Minister einen Automobilausflug nach Golling und zum Passe Lueg. Um 8 Uhr abends findet ein Diner statt, zu dem der Landespräsident Graf Schaffgotsch und Präsidialchef, Bezirkshauptmann Rambousek, geladen sind. I sich heute neidlos der schönen Lorbeeren, die vor vierzig Jahren | die deutschen Heere errungen, und des glänzenden Beispieles militärischer Tugenden, das die deutschen Truppen und seine Führer damals gaben. Sie vereinigt sich mit den deutscher Soldaten in dem einen Wunsch, daß der Geist, der die Regimenter von 1870 beseelte, der deutschen Armee auf ewig und immer.erhalten bleibe." Diese Worte aus den Kreisen des österreichischen Heeres werden im deutschen Heere freudig ausgenommen werden und lebhaften Widerhall finden. vom montenegrinischen Uönigrhof. C e t i n j e, 30. Aug. Aus Anlaß der g 0 l d e n e n H 0 ch- 5eit des Königspaares fand gestern in Anwesenheit Hes Königs und der Königin ein F e st g 0 t t e s d i e n ft statt. Das Herrscherpaar wurde von den Mitgliedern der königlichen Familie, dem diplomatischen Korps, der Regierung, der Geistlichkeit und der Slupschtina beglückwünscht und nahm die Huldigung der Deputationen der montenegrinischen Stämme und von Frauen aus allen Teilen des Landes entgegen. Der König von Serbien hat an den König Nikolaus ein Telegramm gerichtet, in dem er als wahrer Dolmetsch der Gefühle seines Volkes die innigsten Glückwünsche aus Anlaß der Proklamation Montenegros zum Königreich übermittelt. Als Erster gratulierte der König von England mit einem herzlichen Telegramm. Folgende unverbürgte Zeitungsmeldung, die auch wenn sie wahr sein sollte, doch noch Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Verhafteten bestehen läßt, kommt aus Konstantinopel: Zwei in Uesküb verhaftete Montenegriner, die dort ein Mordattentat auf den montenegrinischen politischen Flüchtling Major Mitrowitz verübten, gestanden ein, baß die montenegrinische Regierung sie um 25000 Franlen zum Morde gedungen habe. Gouverneurwechsel in Deutsch-Südwestafrika. Berlin, 30. Aug. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, ist anstelle des Gouverneurs v. Schuckmann, der den erbetenen Abschied erhielt, der Gouverneur von Kamerun Dr. Seitz zum Gouverneur des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika ernannt worden. Zum Gouverneur von Kamerun fvurde der bisherige Vortragende Rat im Reichskolonialamt Geheimer Oberregierungsrat Dr. Gleim ernannt. Der Gouverneur v. Schuckmann hatte schon vor längerer Zeit Rücktrittsabsichten, und zwar waren offenbar Meinungsverschiedenheiten mit Dernburg vorhanden, v. Schuckmann, der 1857 zu Rohrbeck geboren ist, steht demnach im 53. Lebensjahre. Nachdem er die Rechte studiert hatte und im, preußischen Justizdi-enft tätig gewesen war, wurde er zum Dienst 'im. Auswärtigen Amt beurlaubt. Er war von 1888—90 kommissarischer Vizekonsul in Chicago, danach ständiger Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt. Im Jahre 1890 hat er sechs Monatt lang den Gouverneur in Kamerun vertreten. Er war dann noch Generalkonsul in Kapstadt. .1903 trat er als Geh. Legationsrat aus Gesundheitsrücksichten in Ruhestand, um sein Gut Rohrbeck zu bewirtschaften. 1904 wurde er ins preußische Abgeordnetenhaus gewählt, und 1907 erfolgte seine Berufung als Gouverneur von Südwcstafrika. Sein Nachfolger ist, wie erwartet worden war, der bisherige Gouverneur von Kamerun, Dr. Seitz. Dr. Seitz, der badischer Staatsangehöriger ist und im 48. Lebensjahre steht, wurde nach mehrjähriger Dienstzeit im badischen höheren Verwaltungsdienste . im Jahre 1894 in die Kolonialverwaltung übernommen, der er seitdem ununterbrochen angehört. Im Jahre 1895 erfolgte seine erste Entsendung nach Kamerun als Kanzler, eine Stellung, die etwa der des jetzigen ersten Referenten entspricht. Vom Jahre 1899 bis 1907 gehörte er der vormaligen Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, zuletzt als Vortragender Rat und Geheimer Legationsrat an. Seit 1907 leitete er als Gouverneur die Verwaltung Kameruns. In dieser Zeit hat er es verstanden, durch verständnisvolle Behandlung der Eingeborenen den Einfluß der Regierung zu stärken und durch wirtschaftliche Maßnahmen den Aufschwung des Schutzgebietes aufs beste zu fördern. Zum Gouverneur von Kamerun ist der bisherige Vortragende Rat im Reichskolonialamt, Geheimer Oberregierungsrat Dr. Gleim, ernannt worden. Er steht im 45. Lebensjahre, ist aus der preußischen Justizverwaltung hervorgegangen und 189o in den Dienst des Auswärtigen Amts übernommen worden. In den Jahren 1896 bis 1901 war er ununterbrochen an der Westküste Afrikas, abwechselnd in Kamerun und Togo, sowie als Konsul in Loanda (Portugiesisch-Wcstafrika) tätig, wobei er Gelegenheit hatte, die Verhältnisse an der Küste genau kennen zu lernen. Seit 1901 gehört er der Kolonial-Zentralverwaltung als Referent für die Verwaltungsangelegenheiten Kameruns und Togos an. 1904 und 1905 sowie 1906 und 1907 war er mit der Vertretung des Gouverneurs von Kamerun beauftragt. Nr. 203 Erstes Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 31. August 1910 Der Siebener Anzeiger Ä ä Bezugspreis: erscheint täglich, außer jElwy y monatlich75Pf.,viertel- SäS/aZa AM A^t 11 HO *At A Alt WW8 zweimal wöchentl.Üreis- LjTwÄ M aä BI A B B HL 9 88 B 0 ■ jr öS 0 KZ gÄ rafi die Post Mk.2.—viertel- blattfurdenNreirSiehen M W W W MM | 'M H H jährl. ausschl. Beftellg. SBVlvnvIlvl «IllvIUvi££& Fernsprech - Anschlüsse: » M Verantwortlich sür den für die Redaktion 112, 1V^ politischen Teil: August WZL General-Anzeiger sm Gbechesjen MM bis Xw"“” Hotafionsbntd und Verlag -er vrühl'schen Univ.-Such- und Stetndruckerei B. Lange. Bedattion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Die Absichten Japans in Korea. Die Kaiserlich Japanische Botschaft in Berlin teilt über den Vertrag über die Einverleibung Koreas mit: Art. 1. Seine Majestät der Kaiser von Korea leistet vollständigen und immerwährenden Verzicht auf alle Souveränitäts- i echte über das gesamte Korea zugunsten Seiner Majestät des Kaisers von Japan. . Art. 2. Seine Majestät der Kaiser von Japan nimmt die im vorhergehenden Artikel 1 erwähnte Verzichtleistung an und stimmt der vollständigen Angliederung Koreas «an das Kaiserreich Japan zu. Art. 3. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird Ihren Majestäten dem Kaiser und dem ehemaligen Kaiser und Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen von Korea und ihren Gemahlinnen und Erben solche Würden und Ehrentitel bewilligen, wie sie ihrem Range zukommen, und es wird eine ausreichende jährliche Rente für die Aufrechterhaltung dieser Würden und Ehren ausgeworfen werden. Art. 4. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird »auch den anderen im vorhergeheirden Artikel nicht erwähnten Mitgliedern des Kaiserlich Koreanischen Hauses und ihren Erben bte ihnen zustehende Elfte und Behandlung bewilligen und die für die Aufrechterhaltung dieser Ehre und Behandlung notwendigen Summen gewähren. ~ . l . . Art. 5. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird bcnjcnigen Koreanern die Peerswürde und Geldbezüge verleihen, die mit Rücksicht auf ihre verdienstvollen Leistungen solche besondere Anerkennung verdient haben. Art. 6. Infolge der besagten Annexion übernimmt die japanische Regierung die gesamte Regierung und Verwaltung Koreas und verpflichtet sich, für den vollen Schutz der Person und des Eigentums derjenigen Koreaner aufzukommen, welche den dort geltenden Gesetzen gehorchen, und die Wohlfahrt aller diesev Koreaner zu fördern. Art. 7. Die japanische Regierung wird, sofern die Umstände es gestatten, diejenigen Koreaner im öffentlichen Dienste Japans in Korea beschäftigen, die das neue Regime loyal und in guter Gesinnung annehmen und die für solchen Dienst in gebührender Weise geeignet sind. Art. 8. Dieser Vortrag, der die Zustimmung Seiner Majestät des Kaisers von Japan und Seiner Majestät des Kaisers von Korea gefunden hat, soll am Tage seiner Veröffentlichung in Kraft treten. Mit dem Vertrag wird zugleich ein kaiserliches Reskript veröffentlicht, in dem es heißt: Mehr als vier Jahre sind seitdem verflossen, in denen Unsere Regierung sich mit unermüdlicher Aufmerksamkeit bemüht hat, Reformen in der Verwaltung Koreas zu fördern, und ihre Än- ftrengungen sind in einem gewissen Grade mit Erfolg gekrönt worden. Aber zur gleichen Zeit hat sich die in diesem Lande bestehende Regierung räum wirksam genug erwiesen, Frieden und 1866 noch nicht vergessen hatte, eine Kriegspartei mit dem Rufe nach Vergeltung sich bemerkbar machte. In der damals erschienenen „Wehrzeitung" kam die kriegerische Stimmung stark zum Ausdruck. Zahlreiche aktive Offiziere traten sogar mit Namensunterschrift dafür ein Vielfach hegte man die Befürchtung, daß Preußen nach einem Siege über die Franzosen zur Zertrümmerung Oesterreichs schreiten werde. Fast schien es, als ob Erzherzog Albrecht diese Befürchtung teilte, denn er war nach Paris gc* reist, um dort eventuell über den Abschluß eines Bund-- nisses mit Frankreich zu unterhandeln. Schließlich cnt^ schieden sich die leitender? Kreise für die Aufrechterhaltung der Neutralität. Immerhin wurden für alle Fälle Rüstungen betrieben und seldmäßiae Befestigungen in Galizien und an der Enns hergestellt. Heute schreibt nun in einem Rückblick auf bic bamalige Zeit „Danzers-, Armee-Zeitung" in Wien folgendes: „Vierzig Jahre sind seit damals verflossen. Wieder naht der Tag von Sedan, der große zweite September. Aber die k. und k. Armee steht heute ganz anders ihm als damals. Alles, was sie in naher Erinnerung an Königgrätz vor vier Dezennien befürchtet, ist ausgeblichen. Aus dem Sieger von Sedan ist ein treuer Freund geworden^ der stets bereit ist, seinen siegreichem Degen auch für unsere Sache in die Faust zu nehmen. Vierzig Jahre! Eine neue Generation ist inzwischen groß und alt geworden unter den Segnungen des deutsch-österreichischen Büirdnisses. Sedan iuju. Ufc uwwmiuuimuna mut ist heute nicht nur für Deutschland ein großer Tag, sondern auch — Korea nunmehr zu einem Vertrag über eine solche dauernde An- als eigentlicher Geburtstag des eng-verbündeten neuen Deutschen gliederung gelangt. Wi.r befehlen die Errichtung des. Amtes | Reiches, — für Oesterreich-Ungar^ Und i>te f. jnnjd k. Armee freut Deutsches Reich. Aus Berlin stvird gemeldet: Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise sind Dienstag rüh 7 Uhr 10 Min. aus bem Bahnhof Friedrichstraße eingetroffen. Das Kronprinzen paar ist wieder in Potsdam eingetroffen und nahm im Marmorpatuis Wohnung. Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." meldet: Am Dienstag stattete der Reichskanzler dem künftigen Präsidenten der vereinigten Staaten von Brasilien, da Fon- f e c a, einen Besuch ab und folgte dann einer Einladung zu einem Frühstück, das zu Ehren da Fonseeas vom Aus«' wärtigen Amte gegeben wurde. Der Reichskanzler ist am Dienstag in Berlin eingetroffen und nahm vormittags eine Reihe von Vorträgen entgegen. Aus Bochum wird gemeldet: Die Wahlen der Sicherheitsmänner auf den Gruben des Rheinisch- Westfälischen Jndustriebezirks hatten bis Dienstag mittag folgendes Ergebnis: Gewählt sind bisher: 721 Kandidaten des allgemeinen Bergarbeiter-Verbandes; 158 vom Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, 52 Polen, 25 unorganisierte, 6 Kandidaten des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins. Die organisierten Brauarbeiter in Rheinland und Westfalen unterbreiteten dem Verbände der Rheinisch-Westfälischen Brauereien Forderungen auf Neuregelung der Arbeit-- und Lohnverhältnisse. Der Verband legte darauf der Organisation einen neuen Taris vor, der aber von den Brauereiarbeitern für unannehmbar erklärt wurde, insolgedefsen dürfte die Ausstandsbewegung kaum zu vermeiden sein. In Mannheim starb am Dienstag nachmittag im Alter von 88 Jahren der frühere Reichs- und Landtagsabgeordnete Geheime Kommerzienrat Carl Maria Joseph Eckhardt. Aus Dresden wird berichtet: Unter zahlreicher Be-< teiligung des Publikums fand in Gegenwart des Königs, des Prinzen und der Prinzessin Johann Georg, der Prinzessin Mathilde, sowie der Spitzen der städtischen Behör- oen am Dienstag vormittag die feierliche Weihe her neuen König-Friedrich-Au gu st-Brücke statt. Oberbürgermeister Dr. Beutler hi eit die Weiherede. DüO angrenzenden Gebäude sowie die Elbschisfe hatten fämff lich Flaggenscbmuck angelegt. Die Brücke wurde mit einem Kostenaufwand von 5i/2 Millionen Mark von dem Architekten Professor Dr. Kreis-Düsseldorf und dem Stadtbau- rat Hermann Klette-Dresden erbaut. Ausland. Die Konferenz der Jnterparlam^entarischen Union wurde am Dienstag Dormittag _im Sitzungssaal. der Deputiertenkammer in Brüssel durch Prof. Dr. Eickhoff eröffnet. Aus den Vorschlag von Professor Eickhoff wurde Staatsminister Beernacrt zum Vorsitzenben ber Tagung ernannt. In seiner Eröffnungsrede stellte Staatsminister Beernaert fest,, daß die Interparlamentarische Union sich immer mehr durchsetze, so daß ihr schon offizielle budgetäre Staatsunterstützungen zuteil würden- Der Union gehörten jetzt 3000 Mitglieder von 21 Staaten an. In der Nachmittagssitzung erstattete Dr. Pa ch nicke Bericht über die Neutralisation der Meerengen und die interozeanischen Kanäle. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der verlangt wird, daß im Interesse der Allgemeinheit und des Handels' alle Meerengen und interozeanischen Kanäle nach Möglichkeit unter das gleiche Regime der Neutralisation gestellt werden wie der Suezkanal, der Panamakanal und die Magelanftraße. Sodann würbe ein Ausschuß eingesetzt, der diese Frage prüfen, Vorschläge ausarbeiten und in der nächsten Konferenz darüber Bericht erstatten soll. Aus Kopenhagen meldet man: Die Kaiserin- Witwe von Rußland ist Dienstag vormittag an Bord der Kaiserjacht „Polarstern" hier eingetroffen. Aus Paris wird gemeldet: Die „Francs Milita.ire^' schreibt: Infolge der Ze i tu n g s f eh be, die sich in den letzten Tagen gegendasLebelgewehr richtete, wurden im Auftrage des Kriegsministeriums sowohl die in den Magazinen befindlichen wie die im Dienste verwendeten Gewehre einer genauen Besichtigung unterzogen. Es wurde bisher festgestellt, daß von etwa 12- bis 14 000 Gewehren nur 200 wegen abgenutzten Kalibers, sich als unbrauchbar erwiesen. Es ist also kein Grund zur Beunruhigung vorhanden. Die gegenwärtige Bewaffnung ist twch gut und man kann deren Umgestaltung ohne Ueberstürzung und mit aller Ruhe ins Auge fassen. Aus Paris wird uns geschrieben: Große Uni er 4 schlagungen von Oktroi beamten oder richtigev Bestechunben iAit> Veruntreuungen wurden bereits vor einiger Zett gemeldet; indessen dauerte die Untersuchung sehr lange und erst jetzt erfährt man genau, um was es sich handelt. Vorweg sei bemerkt, daß vorläufig zwölf Oktroibeamte auf Anordnung der Seinepräfektur entlassen worden sind. Es ist ermittelt worden, daß diese uni getreuen Beamten auf dem Güterbahnhofe von Vaugirard ich durch Spctüteure und Rollkutscher seit Jahren bestechen ließen, um zahlreiche Waren ohne Erhebung der Oktroi-Gebühren duÄizulassen. Die auf diese Weise veruntreuten Summen werden auf eine halbe Million beziffert. Etnige Ottroibeamte erhielten für ihi'e „Duld^ samkeit" bis 1000 Franks monatlich von den Speditions-- Der Einzug der Zarenfamilie in Friedberg. Die Kriegerkameradschaft Hassia gibt nach- l. Vie russische ttaiserfamilie in Schloß Mdberg. Die Durchreise des russischen Hofes durch Gießen. (gez.) E r n st Ludwig, m _ .. „„ Wilhelmshöhe, 14. 8. 10. Großherzog von Heben, königliche Hoheit. Hocherireut danke ich Dir für Deinen und der hessischen! germeister-^Lcheibe' Vie Wunderdoktoren von Hartenrod. (Nachdruck verboten.) Die gestrige Verhaftung wurde nicht auf recht erhalten, ebensowenig eine von heute vormittm ^ie beiden Leute wurden nach einer Verwarnung al geschoben. 6000 hessische Veteranen aus Deutschlands großem Kriege fiY^'«JOebek Tx öns ®cl5bnis der Treue zum obersten Kriegsherrn begeistert erneuert. I9/ut"chen Burgtor wied-er ein Doppelposten. Die Apache stellt heute die Abordnung des Regiments Nr. 118. Gegen 1 Uhr veränderte sich das Bild. Jeder Eisen- oabnzug brachte neue Menschenmengen, und diese besetzten rn endloser Reihe die lange Kaiserstraße und die Straßen zum Bahnhof hin. In ungezählten Droschken und Autos kamen die Kurgäste Nauheims hierher. Am Bahnhofsplatz, der natürlich vollständig abgesperrt war, und ain Burg-' erngang staute sich die Menge. In der eigentlichen Burg ^-oerwar es feierlich still, da bis zum Eintreffen der Fürstlichkeiten nur die Bewohner der Burg Zutritt hatten. 2V2. Jlfyc nahm die Schutzmann schäft Aufstellung, Uhr ruckten die hiesige Feuerwehr, sowie sämtliche Milltarvereine Friedberg-Fauerbachs mit Genehmigung des Großherzogs mit wehenden Fahnen zur Spalierbildung aus, zurzeit hierher abkommandierte Militär (200_ Mann) dazu aufgeboten. Vor dem Eingang zuin (Zurstenpavillon stand ein Ehrendoppelposten des Regiments Nr. 115. Am Portal wurde das Kaiserpaar von den zwei jungen hessischen Großherzogssöhnen begrüßt, die . v- ^cr HiLeten die Kriegervereine, die Feuerwehr und zahlreiche andere Vereine Spalier. Die Kaiser- (trage war schon in den Mittagsstunden von neuqieriqen sbeterl' prächtige Schmuck dieser Straße hatte nach dem Einzug des Großherzogspaares am Samstag '«sofern sem FesMeid wesentlich verändert, als neben den deutschen, hessischen und Solmsschen Fahnen auch rahl- rerche Banner in russischen Farben hinznkamen und viele Balkons der Hauser mit «tofsbehang und Blumengewinden geschmückt wurden. Zur Msperrung am Bahnhof und in den Straßen war erne Anzahl Soldaten und die Feuer- wehr verwendet worden, doch hielt sich das Publikum in &Mt«rall'8i,_ n°ch dem Eintreffen der russischen Gaste rm Schlosse nahmen das Kaiser- und das Großher- SOnhr°fn„kOUr ~L^£|1^ter?a,fe ben Tee ein. Abends 8 Uf>r fand rm schlosse Familientasel zu 20 Gedecken statt nnsl^^^Edberg 30. Aug. Von anderer Seite wird uns geschrieben: Der Bahnsteig war mit Blumen, Palmen Bei der Fahrt durch die ^-tadt wurden die hohen Herrschaften von einer großen ßcflrkü6t Tie größte Sympathie galt na- be?" Hessenkinde. Diese Begeisterung 6 6 td)l' un?> man merkte deutlich, mit welcher £iebe man hier in Friedberg an ihr hängt. Die Ehren- « m S(1h5!?-On,(,’“0"kte des Garde-Regiments »PI Bahnhof über btc Haagstraße war eine Mrlrtark e t t e bis an die Mündung in die .Kaiserstraße von fiter aus bildeten Gendarmen mit geschultertem Ge-»> R- B. Friedberg, 30. Aug. Mit außergewöhnlicher Pünktlichkeit ist der russische £^l)fzug heute nachmittag 31/2 Uhr — genau zu dem vorher vom Hofmarschallamt bezeichneten Termin — auf dem Friedberger Bahnhof eingetroffen. Vor dem kleinen Fürsten- pavulon hatten das erst wenige Minuten vorher im offenen Zweispanner erschienene Großherzogspaar, von der harren- den Menge mit freudiaen Zurufen begrüßt, und die Herren des Gefolges Oberstallmeister Frhr. Riedesel zu Eisenbach, Generaladiutant Generalmajor Hahn, und weiter, der russische Gefandtc in Darmstadt, Baron v. Knorring I Derber des russischen Hauptguartiers, Fürst Wladimir §^low Generalleutnant Mossolow, der kaiserliche Hausmeister Baron Frederiks, Graf Benkendorsf, so- h ake, Polizeirat Krämer und -- .....a^vumCVUu|a)UIi ™ 1 au§ .®ie6en Aufstellung ge- stehenden Depeschenwechsel bekannt: nommen. Die Aufstellung der militärischen Ehrenwache Darmstadt u « in Zaren unterblieben. Dem kaiserlichen _ A Seiner Majestät dem Kaiser, Wilhelmshöhe.' Salonwagen entstieg zuerst die Zarin, deren elegante' 6000 beiMcbe Veteranen ans ~... * .Öeftatt 9anz in Weiß gehüllt lvar. Der Großherzog" um-, armte und We seine Schwester, und begrüßte darauf Ebenso herzlich den Zaren, der einen grau-grünlichen Reise- ?ut trug. Auch die Zarin und die Großherzogin küßten sich mehrmals. Inzwischen waren auch, *lcr J?od)tec des Zaren und der Thronfolger dem Pntfhegen und dann kamen die Damen und Herren fes Gefolges die Hofdamen Frls. Büzow und Tjut- schew, Palaiskommandant Dadjulin, Kapitän Dren- telau und der Leibarzt Tr. Bodkin. Als die Zarin G^ßherzogtti, die ein Helles Spitzenkleid mit weißem Federhut trug, den ersten Hofwagen bestiegen, erschollen ^.u^sehe Hurrarufe. Tie Zarin sah mit den leicht ge- röteten Wangen recht wohl aus und dankte mit freunde £c7er -Verneigung; auf dem Vordersitz saßen die älteste U t ber ff^ine Thronfolger, der in seiner weißen Matrosenumsorm einen allerliebsten Eindruck machte, des Großherzogs nahm die wuchtige Gestalt des Tscherkessen der Kaiserin Platz, der zu seinem gold- und rotverbramten Gewand die schwarze Lammfell- mutze trug. r ?X-v> 0 b 1 lfahrer hat ^das hiesige Amtsgericht ihn für Donnerstag, 1. September, zur Vernehmung vorgeladen. ,. A- Gießen, 30. Aug. Im hiesigen Bahnhof hatten die Lokomotivführer Krauße und Birken buch seit 8 Uhr vormittags zwei Maschinen unter Dampf gehalten, um in Marburg den Kaiserlichen Hofzug zu übernehmen und nach Friedberg zu bringen. Die beiden Maschinen sind gegen 11 Uhr abgefahren. Die Durchfahrt des Hofzuges tt^oe streng geheim gehalten. Gegen y23 Uhr versammelten Jia) auf dem fast menschenleeren Bahnsteig mehrere höhere Eisenbahnbeamte, Regierungsrat Gebhard als Vertreter der Polizeibehörde und der dieiisttuende Statioiisbeamte. Von 1 Polizeibeamten sah man nur einen Schutzmann und Wachtmeister Kümmel. Sämtliche Zugänge des Empfangsgebäu- oes nach der Main-Weserseite hin wurdeii gesperrt. Es herrschte etne beängstigende Stille auf ben sonst so belebten Gleisen. Punkt 2 Uhr 50 Minuten kam der kaiserliche Hof- zug in ^icht und fuhr ziemlich langsam durch die Station. Er bestand aus zwei blank geputzten Maschinen, einem Werkzeug- und Gepäckwagen und 10 Salonwagen. Die Wagen ^?^n dunkelgrün und trugen den russischen Mler in Gold. Mehrfach sah man Gesichter hinter den Wagenfenstern. Im fünften Wagen schienen die Kinder des Käiserpaares zu fein. SluBer den Lokomotivführern nahmen wie üblich der erste Beamte der Mafchinen-Jnspektion, Regierungs- und Baurat Stehler und Betriebs-Ingenieur Hammel an der Fahrt teil. Der Bahnkörper war von Marburg bis Fried- oerg stark bewacht. An den Ueberführungen der Bahnlinie innerhalb des Weichbildes der Stadt waren Schutz- leute in Zivil aufgestellt. Besonders stark war der Bahneinschnitt zwischen Klein- und Groß-Linden mit Sicherheits-I beamten besetzt An der Ueberführung bei Klein-Lindens hatten sich Hunderte von Menschen angesammelt, um den I Hofzug zu sehen. „ . „ i- Marburg, 30. Aug. Vor der Strafkammer begann heute der Prozeß aeaen hie Besitzer der Heilanstalt zu Hartenrod, D i k o m c i t und^Z immer- Ö Die beiden eröffneten im vorigen Herbst in Hartenrod .»Olkenbach eine Heilanstalt und erhielten auch bald grop-m Zuspruch. Als die beiden vor längerer Zeit in die.Untersu^unas- mn’r h?fer(% tour^cn' Mußten Gendarmen aufgeboten werden weil die Dit^einroobner Partei für sie Mhmen. Als Sachvcr- - •“*»* Monarchrneu und 14 Republikaner. Bon diesen wurden 10 in a <, •1 M @tabt 'st l" begeisterter Erregung. ^tHabon uitib drei «in Setubal und einer in Beja gewählt. , orreoberg, 30. Aug. Um die Burg patroullierten Konstantinopel wird gemeldet: Der deutsche heute vormittag die Posten der Geheimpolizisten und Gen- • ^wie alle deutschen Offiziere von den darmen, welche alte zwei Stunden abgelöst wurden. Vor r“, oie Durkei verkauften deutschen Linienschiffen dem Eingang zur Burg, von der Kaiserstraße her standen '^^-^onk hinterlegt worden. Die „Vossische Zeitung" meldet aus T e t s ch e n: Eine Versammlung der tschechischen Minderheit des nordwest- ll§en böhmischen K o h l e n g e b i e t s beschloß, einen 'Er r i k zu veranstalten, falls die Regierung sich weigere, die tschechischen Schulforderungen zu erfüllen. r • ' 30- Aug. Tas Hauptschießen des hiesigen ochutzenvererns" am^8. und 29. d. M. nahm einen glanzenden Verlauf. Besonders ist die Ehrung des Vereins durch die anwesenden Gießener Schützen hervor-, Meben. Einen prächtigen silbernen Pokal überreichte <-chutzenmeister Kilbingör dem Verein als Dank und Er-, inn erunasz eich en fü r die mehr als 25jährige treue Schützen-- bruderschaft zwischen Gießen und Laubach. Auch den alten Hausmeister des Schutzenvcreins Gießen ehrte der Schützen- meister durchs Stiftung einer Ehreiischeibe, die als ,Bur-, SSÄtÄrjSÄtrfe -ÄÄF SSS&'Äi-ÄfS (aej) « mstifteten Pokal errang Wilh. Desch. Auf dem qentnim^ , *.* Die Beisetzung des Generals Ho s findet die ersten: Ritter, Ed. Gobel^ Friedr auf dem alten Friedhof zu Gießen am Donnerstag auf dem Freihand-Ctand: Schmidt, 1. September, nachmittags 5 Uhr, statt. Die AufstellungPaäcoe und Nikolaus. Gießen. des Trauerzuges erfolgt an der Leichenhalle unter Borans + Muschenheim, 30. August. Bei der hiesigen der Kapelle des „Kcnser-Mlhmm-Regiments". Es Burgermeisterwahl wurde mit großer Mehrheit unter ^“«gefeite außer den Abordnungen ststh-nger Bürgermeister Becker mit 79 Stimmen wieder- I «cjÄ SS; ssse «SK %®" ***** «* **. «V» « " Ehrung eines Nassauer Regiments Die l7°"^^°>term namens Lehmann wegen Verdachts des neueste Nummer des „ArmccEerordnungsblatts" enthält ^'ndcsmordeS verhaftet. Beim Verhör gab sic zu, ihr folgende Order. An das Äricgsministerium: „Unter Auf- uengeborene? Kind direkt nach der Geburt getötet zu haben be^^E'ner Order vom 21. August 11)02 verleihe ich m. Ni edec-Wöll sta di, 28. Aug. Heute mittag bc= ! sEartülerie^egiment Nr. 27, Oranicn, merkten Leute, wie ein junger Mensch am hiesigen Fried- Ilhelmus von Nassauen" vom bof Blumen in großer Menge entwendete Der Dieb Maßg^Ed^aß^dg^Reaime^att^°^ Krawert mit der wurde von mehreren Leuten verfolgt und sestgen'ommen. ES bei großen Paraden den Marsch ^als Parademarsch ^im tnn^battt , mit ctneni Geisteskranken zu Schritt und das den Schluß dieses Marsches bildende alt- J l ' "nsche'n^nd an religiösem Wahnsinn leidet. Er niederländische Lied „Wilhelmus von Nassauen" in ber ’Durbe benl? Friedberg zugeführt. Paradcaufstellung als Präsentiermarsch zu blasen Das Z1 ^^berg, 30. Aug. Nach Abschluß der Vor- ta8Simn1|tetium hat hiernach das weitere zu veranlassen ncbcltcn wird es möglich, im nächsten Frühjahr die Quell- Wtlhelmshohe, den 13. August 1910. Wilhelm" Wasserversorgung für unser Dörfchen zur Ausführung m ^“.gemetner « e n o ff cn ) d) a f 16 t a g zu p? Die unterhalb Bieber m der Gemarkung Rod- a s ^gemeine Verband Deutscher Er- angekaufte Quelle reicht vollständig zu einer Gruppen- » r Wirtschaftsgenoiicnschasten (Schulze-Delitzsch) Wasserversorgung aus. Die Anlage kann nur mittels Vunw- wrd vom b. bis 8 September in Bad-Nauheim seine °nlage erfolgen. nniieiSPump- abhalten Wie seit Jahrzehnten gilt es auch ” Kleine Mitteilungen aus Hessen mirfuin m~eber Erörterung und Stellungnahme zu Zachbarstaaten. Mit der Inbetriebnahme der bis Genossenschaftswesens und des ge- Bar eburg verlängerten Strecke — ^vmaussichtlich Wirtschaftslebens. — Neben dem ausführlichen Be-11' ■£ °mr "7 wird der Name des an der Bahnstrecke Erndie- r11’*11’ ber Genossenschaftstag zu der in Kz»_““m(anb—Sedcbutg gelegenen Bahnhofs 2. Kl. Raum- Au^jxd)t stehenden staatlichen P e n f i o n s v er s icki e - Berleburg m ,,Ra umland" geändert. — Bei der Ge- rung Stellung nehmen. Ein Antrag wirö auf die sSäd- -m ^^sheim bei Darmstadt wurden sL üchen Folgen des durch die Reichsfinanzreform eiuaMhrten I Trci|tn_nt9en ^qrtcl angehörige Kandidaten gewählt. ch e ck - u n d Quitt un gsstempels und einer etwaigen l«rto£;tCr5E£ .^?^isen Mit der Form der Genosfenschast öon Elektnzitätsgenoffenfchaften wird ftrh n!n^ntTa9 befefjäftigen. ^on besonderer Bedeutung ist der Antrag, mit dem der Genofsenschaftstaa sich aeaen pinn ffieifjc schädlicher Entwicklungstendenzen int Genossenschaftswesen (Zentra isation- Geschäftsanteil- und Hastsummen-i ^^ossung Umwandlung von Genossenschaften in Aktiengesellschaften usw.) wendet. In den .Kreditgenossen- s ch a s t s v e r h a n bin ngen wird zu der oft betonten aber indjt vorhandenen MMelstandskreditnot Stellung genonu men werden — ferner zu der nicht in der Natur der Ge-, nossenfchast liegenden langfristigen Kreditgewährung. — Weiter wird ein Antrag die Kreditgenossenschaften vor der Beteiligung am Güterhandel — Innere Kolonisation und Entschuldung warnen. Durch einen Antrag sollen den Ge- nofsenschaflen bezüglich der Bilanzveröffentlichung (Zwi- jchenbilanzen) Ratschläge erteilt werden. Ferner wird der Genossenschaftstag sich gegen das Verfahren preußischer unterer Regierungsbehörden in Sachen der Kautionskreditgewährung wenden. — Ten Konsumvereinen wird der Verkauf zu Tagespreisen und bezüglich der Radattgewähr Vorsicht empfohlen.. Einige allgemeine Grundsätze bringen biefen Genossenschaften von neuem in Erinnerung: Kampf gegen die Borgwirfichaft usw. — vor Bildung von Notsonds und Sterbekassen wird gewarnt, Dagegen die Volksversicherung empfohlen. Ein An- rrag des Lüdenscheider Konsumvereins macht eine ar Vorschläge als geeignete Mittel zur Reklame und Agitation. Auch das immer aktuelle Thema „Beamte und Konsum vereine" steht auf der Tagesordnung. — In oen Baugenossenschaftsverhandlungen wird ru °rfe reX ■^lttereh'e Hervorrufen die Stellungnahme des Genossenschaftstages zu der seitens des Reichsvers:cherungs-< ersolgten Zinserhöhung für Tarlehen an Baugenossen-, fet/aften. — Für die richtige Mietenkalkulation werden den Baugenossenschaften bestimmte Winke gegeben werden. Zu x.b^/^^^^ngutsgefetzgebung und ihrer Wirkung für die. An- siedlun^g ländlicher Arbeiter wird Stellung genommen wer- in ihren Matrofentteidchen, Fähnchen zur Begrüßung in I teressantes Thema bildem —^Den/H a^n d w^e r k e"st a n^d der Hand schwingend, einen allerliebsten Eindruck hervor- wird zwecks größerer Beteiligung an öffentlichen und vri- rtC C^‘ . ^r^ecAClt Dichtung besonderer Submissions-, Friedberg, 30. Aug. Durch eine festliche Deleuch-, ^^ossenschaften unter bestimmten Grundsätzen empfohlen. Ning wurde die Ankunft des Zarenpaares gefeiert. Bunte r Stenographisches. Zu der Notiz über das ^ampious, die zwischen den Bäumen an Drähten auf» P"r^e?ni*' Wettschreibens beim 9. Deutschen Steno- b^btht waren, verleihen der ganzen Stadt vom Burgtor 9^tzhentag G a b e l s b e r g c r in Stuttgart sei noch er- bis an das LÜdende einen wundervollen Reiz. Auf der 8.^5end mügeteUt, daß von den hiesigen Gabelsberger Kaiserstraße herrschte den Abend Über ein reges, früh- Atenographenvereinen folgende Preise errungen wurden- ftches Leben. I Silben HR ol ° ff (Per.) 1. und Ehrenpreis, E. M e y er lAtad. Ver.i 2. Pr., L. Lenz (Ges.), M. Wolf (Ges.) und ig I J8, I e r (®er-) 3. Pr.; 160 Silben A. Karnback) ' tK?"? qrnQ3-.SV/PJteJn lGesi) 2. Pr., W. Berger (Akad^ Ber.), A Leicht (Ber.) und Frau L. K a r n b a ch (Tarnen- ___- löl(b?n (Ber.) und A. Weirich 21 US StaSt UM» LttiiS. ^ren5rcl§8 e 1" 1 n 3 «Der.) und Georg > .«& t «««<» , in ist e r des Innern v. Hombergk ^er Darm st. Ztg., gestern einen mehrwöchigen urlaub angetreten. ** Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat nachstehenden Personen die Erlaubnis zur Annahme und zum -Tragen der ihnen vom König von Preußen verliehenen Ordens- Auszeichnungen erteilt: dem Hofsckretär Hch. Meinhardt des Roten Adlerordens 4. Klaffe, dem Oberhoflakai Karl! Brand und dem Hofkoch Jul. Perard der Roten Adler- Medaille, dem Jager Phil. Meng er der Kronenorden- Medaille; desgleichen der von dem König von Spanien verliehenen Ordensauszeichnlingen, und zwar dem Kammerdiener Karl Küster des Silbernen Kreuzes des Jsabellenordens (5.A.), sowie dem Oberhoflakai Adam Schäfer und dem Hoflakai Lorenz Pfeifer der Silbernen Medaille desselben Ordens. ftänbigc warm 9 Herren, meistens Aerzte und Apotheker, geladen. Für den Prozeß sind mehrere Tage vorgesehen. Der Zuhörerraum zeigte eine dichte Besetzung, nicht nur von Interessenten aus Marburg, sondern auch besonders aus dem Hinterland. Bei Beginn der Verhandlung protestierten die Verteidiger, Justizrat Dörssler imb Rechtsanwalt Schneider, gegen die Zulassung des Sachverständigen Tr. Haun aus Gladenbach, da dieser als Urheber der Anklage zu betrachten und durch diese Leute geschäftlich geschädigt worden sei. Das Gericht beschloß, Dr. Haun nur als Zeugen zu vernehmen. Hans Dikomeit, der sich als Heilgehilfe bezeichnet, ist 1875 in Willburschen in Ostprkuften geboren. Nik. Zimmermann ist 8 Jahre jünger. Er gibt an, Drogist zu sein und Naturhellmethode studiert zu haben. Dikomeit ist bereits vortbcstraft und zstiar einmal zu 6 Monaten Gefängnis wegen Verführung einer Minderjährigen und dann in Worms, Schotten, Frankfurt! und Hannover wegen Bettelns. Er besuchte die Volksschule in Giumbinnen, lernte Bäcker und Konditor und arbeitete in Brandenburg, Frisack, Sömmerda und war zeitweise in den Höchster Farbwerken als Arbeiter tätig. Er gab an, seit 1(1 Jahren Heilkunde au-.', ärztlichen Büchern, altdeutschen und chinesischen Heilbüchenr gelernt zu haben. Außerdem habe er in Berlin ärztlichen Unterricht in bezug auf die Anatomie des Menschen genossen. Zimmermann, der in Dankbarshauscn bei Eisemrch geboren ist, hat ebenfalls nur die Volksschule besucht. Er war früher Maler und Bergmann, wurde dann Soldat und nachher Schutzmann in Kassel, später Krankcnkassenassistent, Missions- gchilfe, Kirchendiener, Gastwirt und Kausmarrn. Nach dem Eröffnungsbclschluß tvurde Dikomeit unlauterer Wettbewerb durch falsche Ankündigungen, Schädigung der Kranken durch Abnahme von Geld,, Fahrlässigkeit bei Behandlung von Kranken in 17 Fällen, falsche Titclbeilegung und Unterlassung einer Anzeige bei einer Typhuserkrankuna zur Last gelegt. Zim- m ermann stand außer wegen unlauterem Wettbewerb wegen 5 sonstiger Uebertretungen vor den Trichtern. Ferner soll er den praktischen Arzt Dr. Tennbaum ans Biedenkopf tätlich angegriffen und beleidigt, sowie ohne Genehmigung Heilsalben verkauft haben. Dikomeit bezeichnet die Anklage gegen ihn als Machinationen dm Aerzte. Er habe über 4000 Kranke geheilt, denen die Aerzte nicht hätten helfen können. Viele Behauptungen gegen ihn habe Dr. Haun erfunden. Bezüglich des angeblichen Typhusfalles wolle er bemerken, daß es sich überhaupt nicht um diese Krankheit gehandelt habe. Dikomeit gab bunn Auskunft über seine Tätigkeit als Heilkünstler in Prinzk>ausen. Auch dort hätten sich die Göttinger Professoren vergeblich bemüht, ihm etwas anzuhaben. Man habe schließlich behauptet, er sei Kutscher bei einem chinesischen Arzt gewesen und dort seine Künste gelernt. Zimmermann behauptet^ daß er die Homöopathie und )ie Bounscheidtsche Methode studiert habe. Er sei durch die Angriffe gegen Dikomeit in den Eichsfelder Zeitungen auf diesen aufmerksam geworden und habe ihm angetragen, mit nach Hartenrod, wo er eine Drogerie eröffnen wolle, zu kommen. (Frau Zimmer- manu stammt aus Hartenrod.) Als sie aus der 6d)ule, wo sie zunächst ihr Heilinstitut hatten, ausziehen mußten, schrieben sie, daß sie laut Verfügung ihrer vorgesetzten Behörde die Wohnung gewechselt hätten. Zimmermann weinte, dabei hätte er sich gar nichts gedacht. Es wurden dann «Drucksachen, in denen sich die Heilkünstler zur Heilung aller Krankheiten empfehlen, zur Verlesung gebracht. Dikomeit führte dagegen ins Feld, daß er diefe Zettel nicht verbreitet, sondern nur seinem Vater an die russische Grenze geschickt habe. Zimmermann behauptet ebenfalls, daß diese Zettel weder im Kreise Marbulrg noch rni Kreise Biedenkopf verbreitet worden seien. i Kreisarht Dr. T e n n bäum- Biedenkopf gab Auskunft über ein Schild, das, teilweise durch Garderobenhalter verdeckt, die Worte zeigte: „Arzt — soziale Gefahr". Dikomeit gab Auskunft über seine Untersuchungsmethode. Er beobachtete das untere Augenlid und die Iris. Im Auge könne man ganz genau die Krankheit erkennen. Die meisten Diagnosen stellte er auf Grund einer selbslerfundenen Methode fest. Auch Milzkrankheiten hat Dikomeit oftmals behandelt und durch das Augenlid erkannt. Bei feiner Vorvernehmung hat Dikomeit solche anatomischen Fragen wesentlich anders beantwortet wie heute. Er gab an, daß er, absichtlich irreführende Mitteilungen gemacht habe. Die wetteren Krankheiten, die man im Verlaufe der „medizinischen Prüfung" des Angeklagten bespricht, wollte Dikomeit durch allerhand grüne und' gelbe Flecken in den Augen erkennen. In seinem (Buche hatte Dikomeit auch „vinorische" Halsentzündungen und „zivilitische" Krankheiten verzeichnet. In vielen Fällen hat der Angeklagte krebsartige Erkrankungen festgestellt: diese erkannte er an roten Flecken im red)ten Auge. Schwarze Pünktchen im Mgenlid zeigten ihm einen Bandwurm an, Rheumatismus erkannte er an der Iris. Bei der Vernehmung des Sachverständigen Prof. Dr. Hildebrand stellte Dikomeit mit der Augendiagnose fest, daß der Sachverständige eine Blinddarmoperation durchgemacht hätte. Unter großer Heiterkeit versicherte der letztere, daß er nie am Blinddarm gelitten. Dikomeit blieb trotzdem bei seiwer Behauptung: er wisse es aus seinen chinesischen Büchern. Nachdem mitaeteilt war, daß Dikomeit allein in einer Woche 16 Gehirnerweichungen foiu skaliert habe, unterhielt sich der Sachverständige längere Zeit mit Dikomeit über alle möglichen Krankheiten. Dikomeit behauptete immer, alle Krankheiten des Menschen spiegelten sich im Auge wider. Auch am Urin erkenne er alle Krankheiten. Tie vielen Fragen beantwortete er schließlich kurz dckhin, daß er 4000 Kranke, denen fein Mensch hätte helfen können, geheilt hätte. Ihm wurde erwidert, daß es fix!) jetzt um eine ganze Reihe Fälle handle, die er nicht habe heilen können. Die Feststellung der Krankheiten aus Urin fei mehr eine praktische Erfahrung. Prof. Dr. Hildebrand (teilte fest, Dikomeit habe keine Ahnung davon gehabt. Kreisarzt Dr. T e n n b a u nr ließ sich von Dikomeit die Äugen- kranlheiten erklären. Kurzsichtigkeit erkennt er an einem Patienten dadurch, daß dieser beim Lesen sehr genau ssehen muß. «Heiterkeit.) Auch dieser Sachverständige befragte Dikomeit über alle möglichen Erkrankungen. Von den UntersuchungsmelHoden kam man auf die verschiedenen Heilmethoden zu sprechen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung handelte es sich um eine Reche von Fällen, in denen Dikomeit mittelst der Augen- diagnose gewisse Krankheiten, hauptsächlich Gehirnerweichungen festgestellt haben wollte. Dann kamen viele andere Konsultationen zur Besprechung, in denen jedesmal der Baunscheidtsche Apparat rn Anwendung gebracht worden mar. Seine Heilmethode bestand fast immer in einer Vor-, enter Haupt- und einer Nachkur. Die meisten Medikamente wurden in seiner Drogerie hergestellt. Wohlhabende Patienten mußten bezahlen, ganz armen bezahlte er sogar noch die Arznei. Betreffs der Amvendung des Baunscheidt- schen Apparates gab der Sachverständige, Naturarzt Dr. Bachem- Frankfurt, ausführliche Mitteilungen. Als sich das Geschäft der Firma Dikomeit und Zimmermann vergrößerte, wurde noch ein Assistent mit einem Monatsgehalt von 200 Mark angestellt. Bei verschiedenen Zeugen, die Dikomeit behandelt hatte, stellten die sachverständigen Aerzte fest, daß seine Diagnose nicht richtig gewesen und daß er diese Leute in Lebensgefahr gebracht hätte. Dikomeit erklärte sich bei einer Besprechung über seine Behandlung Augenkranker bereit, 25 Personen als Zeugen laden zu lassen, die fast blind gewesen und durch ihn geheilt worden seien. In einem Falle hatte die Diagnose auf Dünndarmverschleimnng mit Eiterbildung im Gehirn gelautet, während zwei Äerzte ein schtoeres Herzleiden feststellten. Die Verhandlung endete heute um 8 'Uhr abends. Für morgen und die folgenden Tage sind neue Zeugen geladen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 30. Aug. Ein unverbesserlicher Dieb ist der Taglöhner E. Sch. aus Groß-Erda. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause, wo er fünf Jahre zugebracht hatte, stahl er ein Fahrrad, das ein Viehhändler vor einer hiesigen Wirtschaft hingestellt hatte,-verkaufte es in einer anderen Wirtschaft für 30 Mark und ließ sich 6 Mark anzahlen. Als der Käufer mit dem Rad nach Hanse fuhr, wurde er von dem Bestohlenen angehalten und ihm das Rad abgenommen. Er veranlaßte nunmehr die Festnahme des Diebes, der bereits einen Teil des Geldes durchgebracht hatte. Der Rest des Geldes wurde dem Dieb abgenommen und dem Käufer des Rades ausgehändigt. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände versagt und auf 2 I a h r e Zuchthaus erkannt, worauf drei Wochen Untersuchungshaft anzurechnen sind. Die ehrlose Gesinnung des Angeklagten rechtfertigte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus 5 Jahre. Schlimme Jugendstreiche verübten diedreizehnjährigenSchülerD. N. und H. Sch. zu Friedberg. Sch. machte den Vorschlag, eine; in der Werkstätte eines Glasers besindliche Taschenuhr zu holen. Während er selbst Wache stand, stieg N. durch ein Fenster ein und holte die Uhr, die sie dann in dem Keller des Eisenbahngüterschuppens versteckten. Sie behaupten, der Junge sei durch die offenstehende Werk- stättetüre hineingekommen, so daß kein schwerer Diebstahl vorliege. Waxf) den Feststellungen des Gerichts ist die Uhr mittelst Einsteigens entwendet worden, weshalb auf den Umstand, ob die Türe verschlossen oder offen war, kein Gewicht gelegt wurde, da ohnehin ein schwerer Diebstahl in betracht kam. Wenn die «Angeklagten auch nicht für besonders intelligent galten, so mußte doch angenommen werden, daß die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besaßen. Ihre Jugend und die Tatsache, daß ein Schaden nicht entstanden sei, wurden strafmildernd berücksichtigt und auf je 10 Tage Gefängnis erkannt. Sittlichkeitsverbrechen, verübt an seiner 13 jährigen Nichte, bereit Pflegevater und Vormund er war, ist dem früheren Kreisstraßenwart aus Angenrod, K. Sch. in Elpenrod, zur Last gelegt. Tas Urteil besagt, daß der Angeklagte sich schon in Münch-Leusel, als das Kind noch nicht 10 Jahre alt war, an ihm vergangen hat. Er trieb die Sache nach seiner Uebersiedelung nach Elpenrod noch viel schlimmer fort. Der nachteilige Einfluß, der auf das Kind ausgeübt wurde, wirkte straferschwerend: es wurde für den ersten Fall IV2 Jahre Zuchthaus in Ansatz gebracht; die übrigen sechs Fälle, bezüglich deren eine fortgesetzte Begangenschaft angenommen wurde, ahndete das Gericht mit 3 Jahren Zuchthaus und es reduzierte diese Strafen auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus. Ferner wurden dem Angetlagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre aberkannt. In entern Falle erfolgte mangels Beweises Freisprechung. Eiu Mietgeldfchwindler harte sich in der Person des kürzlich nach Verbüßung einer längeren Gefängnisstrafe aus der Zellensttafanstalt Butzbach entlassenen Dienstknechtes O. H. aus Ober-Mockstadt wegen Betrugs zu verantworten. Am Weihnachtsabend letzten Jahres vermietete er sich auf ein Jahr zu einem Droschkenbesitzer in Bad-Nau- heim. Nachdem der Kontrakt festgelegt war, verlangte er das Mietgeld, das ihm in Höhe von 3 Mark gewährt wurde. Er wurde krank und schrieb aus dem Krankenhaus, er werde nachKeiner Entlassung eintreten. Er kam dann auch Anfang Januar, wo er aber nur die Frau antraf. Unter dem Vorwand, seine Sachen holen zu wollen, ging er fort, ohne sich wieder sehen zu lassen. In Friedberg traf er einen Landwirt aus Blofeld, dem er sich als Knecht anbot. Man einigte sich auf Petritag (22.Febr.) zum Eintritt. Auch hier erhielt er, nachdem er zehrfrei gehalten und mit Genußmitteln versehen worden war, das Mietgeld mit 3 Mark, ohne daß er eintrat. Auf Petritag vermietete er sich in Echzell an einen Landwirt, von dem er sich, nach Empfang des Mietgeldes' von 3 Mark, unter dem Vorwand entfernte, seine Kleider holen zu wollen. Er kam aber nicht, sondern vermietete sich in Gettenau und verschwand, nachdem er 3 Mark Mietgeld hatte, mit dem Versprechen, alsbald eintreten zu wollen. Er tauchte bald in D 0 rn - A s s enheim auf, wo er sich zu einem Fuhrunternehmer vermietete und 4 Mark Mietgeld verlangte. Er begnügte sich aber mit 2 Mark, ging, um seine Sachen zu holen, vergaß das Wiederkommen und vermietete sich am anderen Tag zu einem Landwirt in Heldenbergen, der ihm ebenfalls 2 Mark Mietgeld gab. Hier ging er fort und erschien am folgenden Tag bei der Frau des Landwirts, die er um 5 Mark bat,unn feine Sachen, die sich angeblich an der Bahn befänden, einlösen zu können. Die Frau gab ihm aber nichts, worauf 'er sich nach Büdesheim begab, um sich dort einem Landwirt anzubieten, der sich aber auf nichts einließ. Der Angeklagte gibt an, die Frau desTroschkcn- besitzers in Bad-Nauheim habe ihm bedeutet, sie hätten Leute genug und könnten ihn nicht brauchen; dieses erwies sich jedoch als unwahr. An die wenigsten der übrigen Fälle will er sich erinnern können; er beruft sich auf geistige Störung, da er im zwanzigsten Lebensjahr einen Schrotschuß in den Kops bekommen habe, wovon sich noch 28 Körner im Kopf befinden. Wie der Anstaltsarzt als Sachverständiger bekundet, ist es richtig, daß er einige Schrotkörner unter seiner Kopfhaut fitzen hat, diese hatten ihm in geistiger Beziehung keinen Nachteil gebracht, dagegen sei er infolge der Abstammung von einem trunksüchtigen Vater geistig minderwertig, sogar in einem gewissen Sinne schwachsinnig, doch besitze er noch so viel Intelligenz, daß er für seine Handlungsweise verantwortlich zu machen sei. Das Gericht zog die geistige Verfassung des Angeklagten strafmildernd in Betracht; es erkannte für jeden Fall auf 3 Monate Gefängnis und reduzierte die Strafen auf zusammen iy2 Jahre Gefängnis, unter Freisprechung in einem Fall. Ferner wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgebrochen. vermischter. * Der unglückliche Ausgang einer Truppenübung wird uns ans München gemeldet: Von den M a n n s ch a f t e n des 15. Infanterie-Regiments, das zurzeit in München untergebracht ist, erkrankte gestern auf dem Rückmarsch von einer längeren Uebung infolge der Hitze eine größere Zahl Soldaten. Ein Ein-^ jährig-'Freiwilliger, der anscheinend noch gesund in die Kaserne zurückkehrte, ist heute nacht gestorben, zwei Reservisten sind ernstlich erkrankt. -- Hierzu wird amtlich mitgeteilt, daß etwa 60 Mann, meist Re-< servisten, auf dem Rückmarsch vom Exerzierplätze erkrankt sind. Bei einem großen Teil handelt es sich um Wundlaufen der Füße, bei den übrigen um Erschöpfung. Ait^Hitzschtag ähnlichen Erscheinungen ist ein Mann erkrankt. Tie Obduktion des an Herzschwäche verstorbenen Einjährigen, der den Marsch ohne Anzeichen besonderer Anstrengung mitgemacht hat, ergab eine ausgedehnte beginnende Lungenentzündung. Kleine Tagcschronik. In Rod heim v. d. Höhe wurde gestern nacht der 47- jährige Zimmermann Konrad Schmidt von seinem 23 jährigen Sohne Karl und feinem taubstummen Neffen, dem 30 jährigen Schuhmachergesellen Wilhelm Schmidt, nach einem Streit mit einem Knüppel solange mißhandelt, bis er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Die Beiden wurden verhaftet. Der in Berlin verstorbene Rentier Roe ficke hat dem Großherzog von Oldenburg seine sämtlichen Kunstsammlungen, die aus 60 Bildern und Plastiken bestehen, vermacht. In München fuhr ein Automobil am Dienstag abend in das das Prinz-Regenten-Theater verlassende Publikum hinein, wobei eine Dame aus San Franzisko getötet und zwei andere Damen, darunter eine Schwester der Getöteten, schwer verletzt wurden. Vorletzte Nacht ist das Bunzlauer Dampfsägewerk nebst großen Holzvorräten abgebrannt. Ein sehr heftiger E r d st 0 ß wurde heule früh gegen 3 Uhr 15 Mm. in R 0 ggi 0 bi Calabria verspürt. Die Bevölkerung lagert im Freien; auch in Messina, Gerate, Konteleone, Gallina, Milazzo und Mileto wurde der Erdstoß verspürt. Die Instrumente des Observatoriums Mileto, die außer dem Hauptstoß drei leichtere Erdstöße verzeichneten, wurden beschädigt. Soweit bekannt, wurde kein Schaden angerichtet. Drei Insassen des Berliner Ballons „T s ch u b i", bie am Samstag im Kreise Lask von ben russischen Behörden in Haft genommen würben, finb aus dem Gefängnis entlassen worden und haben bie Rückreise nach Berlin angetreten. Bei Naubers wurden bie Leichenreste des bayerischen Zollinspektors Burger aus München gefunden. Er war vor s e ch s I a h re n in ben Bergen verunglückt und konnte bamals nicht gefunden werben. In I w 0 s ch i (Talaeitiay schoß ein Gendarm einen Bürger nieber, ber sich beim Wachtmeister über das gewalttätige Benehmen des Gendarmen beschwerte. Der Bürger war sofort tot. Der Gendarm wurde verhaftet. Aus Newport' wird berichtet, baß ein entlassener Wächter ber Great Northern Eisenbahn versuchte, die Geschäftsräume zu Saint Paul mit Nitroglyzerin in die Luft zu sprengen. Er wurde dabei ertappt und von einem Detektiv der Eisenbahn erschossen. VriginaL-DrahtinelSuttgen« Eine neue Reichstags-Ersatzwahl. Warburg, 31. Aug. Bei der gestrigen Reichstags- Ersatz ivahl im Wahlkreis Warburg-Höxter erhielt Professor Spahn (Ztr.) 11 000 und Schäfer (Sozdem.) 600 Stimmen. . Paris, 31. Aug. Rach hier eingegangenen Meldungen hat die spanische Regierung die Garnison von Ceuta auf 15 000 Mann verstärkt und eine Menge Munition und sonstige Kriegsvorräte in die Festung schaffen lassen. Man vermutet, daß die Negierung die Er- iverbung eines Hinterlandes beabsichtigt. Paris, 31. Aug. Auf dem Bahnhof Margue wurden drei Streckenarbeiter von einem Zuge überfahresn und waren sofort tot. HMotor- Wagen 'an verlange Preisliste. MHüsseishehnMain Restaurant Cafe Leib (lSSr Abend Abschiedskonzert 4 , des beliebten Orvheus-Enseml'lcs. (07160 täglich Große Tamburitza Konzerte einer oriain. kroat. unqar. Künstler-Kapelle.Eintritt frei. Cafe Amend. = Mittwoch den 31. August 1910 Konzert. Anfang* 8 Uhr. Eintritt frei. Schreiner-Gesellen nicht organisierte, erhalten dauernde Arbeit bei hohem Lohn. 4655 Emil H. Müller, Hsljbcsrdtitinigöflibrik. 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Die Auszahlung der Rückvcr gutung findet in unserer Geschäftsstelle, Asterweg 6, 1 Tr., wie folgt statt: Anteilschein Nr. 1 bis 150 Montag den 5. September, Anteilschein Nr. 151 bis 300 Dienstag den«. September, Anteilschein Nr. 301 bis 450 Mittwoch den 7. September, Anteilschein Nr. 451 bis 600 Donnerstag den 8. Sept., jedesmal von 2 bis 5 Uhr nndmt. Freitag den 9. Sept., nnrbm. von 5—8 Uhr für die Mitglieder in Heuchelheim und Kinzenbach in der BerteilungostcUe Heuck el.be im. Fcriler in GieKcn: Anteilschein Nr. 601 bis 750 Montag, 12. September, AnterlschetnNr.751 bis 900 Dienstag, 13. September, Anteilschein Nr. 901 bis 1050 Mittwoch den 14. September, Anteilschein Nr. 1051 lnS 1200 Donnerstag den 15. September. 4688 Die übrigen Nummern Freitag den 16. September, jedesmal von 2 bis 5 Uhr nachrn. im Asterweg 4 schöne Bierbecher mit Spruch 4 W eingläser und 1 Glas- QX wchüssel Hd pfg. 1 Wasserkessel, 1 Spiritus- QX kocher und 2 Messer Hd pfg. 1 Stnrzflasche, 1 Kuchenteller, 3 Messer und 1 Frucht- Q!X schale viJ pfg 1 Gewürzschrank, IMesser-GPX putzbank u. 1 Besteckkorb Pfg. tick« Ute ä 11 (Ziehung 29. September) find in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. Hauptgew. 2 Einspänner, acht Pferde u. Noblen, Fahrräder, Nähmaschinen, Ubi.cn, nützliche Hausbaltungsitachen re. General-Verrtrieb. Richard Buchaökcr, (Sieben, Neuen Bäue 11. Daselbst 11 Lose für 10 M. 25 Pfg. nebst Liste und Porto, solang« Vorrat. (<623 Höchste Ijeistung! 1 grosse Küclven-Etagere und 6 prachtvolle grosse Tonnen Frankfurter Schublager Giessen Mäusburg 12 1 Tcuristentasche Wert bis Mk. 3.50, zum Aussuchen 1 Emaille-Fleischtopf mit GFX Deckel, 22 cra pfg 1 Emaiile-Kaffxüekanne u. ÜX 1 Kaffeesiet» ^d pfg 1 Emaille - Kndhenform, OK 22 cm vU pf<, 3 Emaille-Milchtöpfe, y, 11 Qt und 13 cm pfg 1 Emaille-Suppienschüssel, QR 22 cm vU pfg 3 Stück EmaKlle -Wasch- QK Schüsseln, 22, 26, 30 cm pfg 1 Emaille - Tedgschüssel, QX 34 cm vU pfg 1 ovale Emaille - Waschschüssel mit Seifennapf und 1 Stück QPX Blumenseife vU pfg 1 Emaille-Witossereimer, QX 28 cm vO pfg 1 Emaille - Toilette - Eimer QX mit Einsatz pf~ Jagdpatronen von Cramer Bachholz. Hussa, gute grüne Hülfe 100 St. Mk. 5.- Krone, Versagerfrei 1 Küchen Etagere «.sechs Gewürztönnchen 1 Satz Schüsseln und ein Salatbesteck und 3 Löffel 1 gr. 10-teiL Wiischvetrokn. u. 1 Dtzd.W’üsche.k lamm. 1 schw. ovale Zinkwanne, 40 cm. 1 Wasch-Garnitur, schönes Dekor 1 Brotkorb und 1 Zwiebel behülter__ Aussergewöhnlich. Angebot! Ess-Service* bestehend aus: 6 tiefen und 6 flach. Tellern, 6 Desserttellern, 1 Suppenschüssel, 1 Gemüseschüssel, 1 Bratenplatte und 1 Saucenschüssel. * Nur Mk. 1.50 •M" L. 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