Montag 2S. 2lpril 1910 Zweites Blatt 160. Jahrgang Nr. 95 Erscheint »glich mit Ausnahme deS Sonntag«. in eräug Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universität- - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Die „Siebener Lamiliendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für öen Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: 6d>ul- stratze 7. Expedition und Verlag: fceS 51. Redaktion: ejÄ 112. Tel.-2ldru AnzeigerGießen. Km Mx taijffl oentuell auch Mädchen wir: er ncn. f. banttnbe Beschaitz. ir Sofort aelutbt. Mäbcieo Tlarhurget str. J; ääää 8erm Äm-AnlE «.^ArttinrtlTnilb . \(... AYh vom SrüningerMorsgiUer tiiartwalö. Von Grüningen wird uns geschrieben: Ein frül-ercr Bericht, der die Mitgliederversammlung der Marktcilhaber der Mark Grüningen und Dorsgill vom 2. April l I. schildert, war unnuiglich, bevor man dem .Artikelschreiber vom Lande in Nr. 73 des Gießener Anzeigers beweisen ton nie, daß — außer unserem Herrgott — iwd) eine Oberaufsicht über dem ersten Märkerineister steht, wo jedermann sein Riecht jinden [aitn und dieses ist das Landgerickst der Provinz Oberhesscn. Nun zur Schilderung: Wie genügend durch die Tageszeitungen bekannt, hat am 2 April l. I. eine Mitgliederversammlung slattgefunden, welche von dem ersten Vorsitzenden mit der Tagesordnung „Ernennung eines Vorstandes" beruicn mar uiü> zwar war diese Einberufmrg in Grüningen und Dvrfgill durch) die Ortsschelle und an die Mitglieder, bereit genaue Aorene bclannt war, mUrelft Poitkarte erfolgt. ES fanden sich nun 99 Markteilhaber ein, welche mit Mehr beit, ohne sich an die Tagesordnung zu kümmern, vorerst das seit dem 2. April 1839 bestel>ende Statut aushoben, die Bestimmungen dieses verwarfen und ans Antrag des Lehrers Leidich in Langsdorf die seitherige Oberaufsicht dem Großh. Kreisamt Gießen mit dem Iubelschrei entzogen: „Die Martgenossenschajten im Großh. Hessen sind gänzlich unabhängig unb nxber das Streik amt nod) das Ministerium oder die orbcntlid)-en (Berichte Haden eine verwaltungsrechtliche Versügunysmad)t"; „nur der Borstand, mit dem Markenmeister an der Spitze, ist völlig souverän". Die Minderheit mar jedoch anderer Meinung, erhob Einipruch gegen die ungesetzliche Einberufung unb somit gegen die auf ungesetzlicher Basis beruhenden Beschlüsse. Trotzdem verhandelte die Mehrl)eit weiter und wählte den im Gießener Anzeiger vom 5. April l. I. benannten NLärkermeister mit Vorstand. w , Jedem Markteilhaber steht an dem Waldkomplex „Marl Wald" wegen Entscheidung ungültiger Beschlüsse ein nicht vermögensrechtlicher Anspruch zu und dieser Anspruch wird durd) Ichon glänzend bezahlt wurde. „Stormfield" sollte bie Statte emer idyllischen Muße werden. Den Bau überließ er dem Architekten und seiner Tochter. „Wenn das Haus fertig ilt und die Katze auf dem Teppich vor dem Stamm schnurrt, bann werbe ich'S mir anschauen." „Id) habe alles Zutrauen zu dem Geschmack der anderen, aber gar keins zu meinem eigenen. Meine Einmischung würde nur Sbonsnsion herbeisühren. Ich verlange bloß drei Dinge: ein Zimmer für mid), das ruhig sein muß, ein Billardzimmer, grob genug, daß man mit den Queues keine Löcher in die Wände stößt, und ein Wohnzimmer von 40 zu 20 Fuß." Nichts ging iljm über das Billardipielen: „Wenn ich einmal aufhöre, Billard zu spielen, dann höre ich überhaupt auf.' Den größten Teil seines Lebens hat Mark Twain im Bett verbracht. „Ich ziehe das Bett jedem anderen Aufenthaltsorte vor," pflegte er zu sagen. „Wenn mid) jemaiib beiucyt, den ich keine Lust zu sehen habe, lasse id) ihm sagen, ich sei noch zu Bert. Ist es aber jemand, den ich gern )ebe, io sehe id) ihn neuer un Bett als irgend anderswo." Welche Bestürzung erregte es, wenn er mittags um 12 Uhr in seinem Empfangssalons mitten unter dem Schwarm hervorragender Besucher, die gekommen waren, ihm ihre Aufwartung zu modjen, nachdem er sich einige Minuten unterhalten hatte, ganz ruhig erklärte: „Nun muß ich ms Bett. Behaglich in seiner großen geichnitzten Bettstelle auSgestredt, die aus einem schottischen Schlosse stammte, mit den Fußen am ftoöienbe, wie einer, der wirtlich das Oberste zu unterit kehren will, seine schwere Zigarre schmauchend, empfing er auch die vielen Neugierigen und plauderte mit ihnen, den meinen itopi in die Kissen zurücklehnend. Kösllick) verstand er es^da, ^chmocls, die ihn über alle geringsten Einzelheiten seines oamihenlebend ausiorschen wollten, auch einmal ein wenig anzusühren. „©mb Sie das einzige Kind Ihrer Eltern gewesen?" iragte ibn etwa einer. „Es ist mir leider unnweiid), mich daran zu erinnern, kommt es müde aus dem Bett zurück. „Wie?" fragt der andere hartnäckig weiter, „und das Bild dort an der Wand, das -öbnen so außerordcu ich ähnelt? Ist cs nicht das Bild >)hres Bruders. Ach ja, nu.'. geht mir ein Licht aus. Es ift wirtlich William, der arme Willy, wie man ihn zu nennen Pflegte." „Ihn zu nennen pflegte? Ist er denn tot?" „Gewiß, oder vielmehr, ich nehme cs an. Die Sache ist nämlich sehr geheimnisvoll. Wir waren Zwillinge, der Verstorbene und ich. Eines Tages, wir waren kaum zwei Wochen alt, vertamchte man uns im Baoe, ja, unb einer von uns beiden ist dabei ertrunken. ..can weiß nicht mehr, wer es war; die einen glauben, Billy lei cd gewesen, die anderen, ich. Und nun will id) ^hnen ein Geheimnis anvertrauen, das id) bis heute noch nicmanbcm arwerttaut habe: Emer von unS beiden hatte auf dem linken Handrücken em lehr deutliches Muttermal; das war ich — und dieics Kind gerade ist ertrunken." Der F. e.cllcr, der • -t großen Augen ver- Iunn- Kärtiicr sucht SitlL: un liebsten alö.herrschaslszir Schriftl. Angebote unter i® an den Giebener Anzeiger ni Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Cberhesjen Anewoten aus Mark Twains Leben. Im Jahre 1870, kurz nach seinem ersten großen „literarischen Treffer", zog f)Nark Twain den „Haupttreffer" seines Lebens: er heiratete. Es war in der „Quälerstadt" Philadelphia, wo er zum erstenmal seiner zukünftigen Frau Olivia L. Langdon begegnete. Die beiden waren rasch miteinander einig, aber die Einwilligung des zukünsligen Schwiegervaters fehlte nod). Aus eigenartige Weise trug Mark Twain seine Werbung vor. „Mr. Langdon," sagte er mitten in einem angeregten Gesprächs plötzlich in seiner langsamen, schleppenden Sprechweise, „haben Sie nid>! irgend etwas Besonderes zwischen Ihrer Tochter und mir bemerkt '?" „Nein," antwortete Longdon erstaunt. „Nun wohl, entgegnete der Freier nachdrücklich, „dann halten '•sie mal jetzt Fhre Augen hübsch offen und Sie werden was merken." Xie heirat fand denn auch bald darauf statt, und der Schwiegervater schenkte dem jungen Paar ein hübsches Haus. Mark Twains Antwort bestand darin, daß et den Schwiegervater benachrichtigte, ec dürfe jetzt auch zu jeder Zeit zu ihm kommen und sogar bei ihm übernachten. Bon diesem seinem ersten Heim aus sah der glückliche Ehegatte eines Morgens nach dem Hause gegenüber unb er sah etwas, das chn veranlaßte, eilig aufzustehen und den auf der Veranda beim Frühstück versammelten Nachbarn folgende berühmt gewordene Rede zu halten: „Mein Name ist Giernens. Meine Frau und ich haben bereits seit längerem die Absicht ndjabt, uns Ihnen vorzustellen und Ihre werte Bekanntschaft zu machen Wir bitten Sie hierdurch um Verzeihung, daß das bis setzt noch nicht geschehen ist. Nehmen Sie es mir auch bitte, nicht übel, daß ick) zu dieser frühen Tageszeit und in so sotrnloser Manier bet Ihnen eindringe, aber — Ihr Haus brennt.' Mark Twains schönster Aufenthaltsort ist stets sein Heim gewesen, das ihm seine Frau und seine Kinder mit einem ,liebevollen Glück erfüllten. Er bezeichnete es als den schwersten Schlag seines Lebens, als seine Gattin starb. Bevor er sich vor etwa 4 ober 5 Jahren in der wundervollen Umgebung von Webbing seine schöne, in Renaissancestil gehaltene Villa „Z-torm- fielb" erbaute, wohnte er lange 3eit in einem schlichten Lauschen mitten in ben Abirondackbergen im Norden des Staates Newyork. Fast unzugänglich für jeden Besucher, in schöner Einsamkeit, umrahmt von Bergen und Seen, brachte er feine -tage mit Boot- sahrtcn, mit langen Spaziergängen und eifriger Arbeit zu. Nicht weit von dein Häuschen hatte er sich an einem l^attigcn Fleck ein kleines Zelt erbaut, in dem nur ein einziger -stuhl und em Tisch standen. Punkt 10 Uhr war er hier leben Morgen zur Stelle unb begann zu schreiben, 7 Stunben lang, wobei er durchschnittlich 1800 Worte, wenn die Feber rasch lies, auch 2o00 bis 3000 Worte zu Papier brachte. Damals bekam er freilich für das Wort noch nid). 30 Ccu.s (l/-a Md), obgleich er auch wundert zugehört, ergreift bei diesen Worten unauffällig den Hut unb schleicht zur Tür hinaus. Mark Twain aber tut einen kräftigen Zug aus seiner dicken Zigarre und legt sich befriedigt im Bett zurück. Einmal wollte Mark Twain ein Buch laufen. Er tragt nach dem Preise und erinnert zugleich daran, daß er als Verleger Anspruch auf 50 v. H. Nachlaß habe. Der Buchhändler ist einverstanden. „Und da ich Sd)riftsteller bin," jährt Mark Twain fort, „so habe ich noch einmal Anspruch auf 50 v. H " Der junge Mann, der ihn bedient und natürlich kennt, verbeugt sich zustimmend. „Nun bin id) doch aber ein persönlicher Freund von Ihrem Chef," fängt der Humorist verschmitzt von neuem an. „Da werden Sie mir doch den üblichen ''Nachlaß von 25 v. H. gewähren. Eine neue zuvorkommende Verbeugung deS Verkäufers. „Unter diesen Bedingungen nehme ich al,o das Buck)," endete Mart Twain. „Was kostet es?" Der Buchhändler rcd)net: „Sie erhalten also von uns das Buch und noch 37Vs Cent dazu. Beehren Sie uns bald wieder!" — Eine ergebnisreiche Fors chnngs r e i s e in B o l i v i a hat der schwedische Reifende Erland Nordenskiöld vollendet, die hauptsächlich ben einzelnen Ind i a n e r - Stämmen gewidmet war. Während seines zweuährigen Aufenthaltes hat er große ethnographische unb archäologisch- Sammlungen angelegt, die sich auf etwa 11000 Gegenstände belaufen. Nach seinen Mitteilungen im Globus galt lein Besuch zunächst ben verschiedenen Stämmen im Ehaco-Gebiet, die untereinander nahe verwandt sind. Nachdem er bei dem zersprengten Stamm der Chans am Rio Itiyuro ein reiches .sagen material gesammelt unb sich in ihre religiösen Vorstellungen ein gelebt hatte, verweilte er längere Zeit bei ben engöerroanbleii Ehereti unb Asluslay. In elf Asluslaydörfem, die vorher nod) nie ein Weißer betreten hatte, hatte er Gelegenheit, prachtvolle Tänze, große Sportspiele u. bergt. zu beobachten. Da in Ehaco das Gestein vollständig fehlt, so sieht man jun ganzen Rio Pilcomayo keine Steinwerlzeuge. Messer, Lägen, Pfriemen, Nadeln usw. werben aus hartem Holz und Knochen hergestellt. Besonders bie Frauen leben in manchen Gegenden noch in einer Art Holzzeit. Vom Rio Pilcomayo wandte sich Nordenskiöld nach dem Rio Parapiti, wo bie tiesstehenden, z. T. noch nomadisch lebenden Stämme wohnen. Im Kampf um den Besitz des Flusses haben sich diese Stämme ausgerieben und in ihrer Entwicklung sehr gehemmt. Am oberen Rio Parapiti in Caipipendilalc gelangen dem Reisenden interessante archäologische Funde. Dann wandte er sich nach Samaipata, in der Nähe von ea. Cruz de la Sierra, wo er einen merkwürdigen, über und über mit großartigen Skulpturen bedeckten Berg entdeckte. Auf der etwa 1000 Quadratmeier großen Oberfläche des Berges süitz Tierüguren, Ruhebänke, Tische, tort der *1* Anfang Eine Haushälterin, Stütze,j Hausmädchen, sowie ein burittic suchen Stelle durch ll'" Frau Du l ter, NeuNadl W Für 15iabr. kräst M'- von auSw. wird Llellc ge>. K Frau Äeihenbach, Sreuzvlor Anständiges Fräulein sucht^ mitiagsStellezuMKmk Näh. Fr. Herr^LonneM ^°h"h°ssrr. 5; 3 ou öen Wahlen in Srantreiä). Paris, 24. April. Nach einer Meldung aus Cognac wurde dort ein Mitglied des Wahlbureaus von einem Wähler erschossen. Cognac, 24. April. Das hier von einem Wähler getötete Mitglied des Wahlbureaus ist der Bürgermeister von Eraville. Dem Vernehmen nach ist die Tat nicht auf politische Gründe, sondern auf Gründe privater Natur zurüclzuführen. Saint Etienne, 24. April. Hier wurde bei der Wahl zur Deputiertenlammer Ministerptäsident Briand mit einer Mehrheit von 8000 Stimmen gewählt. St. Etienne, 24. April. In der Gemeinde Cham- bon-Feugerolles wurde wührend der Feststellung des Wahlresultates ein Angriff auf das Gemeindehaus verübt, der die Gendarmerie zum Einschreiten veranlasite. 5 Gendarmen erlitten Verletzungen. Paris, 25. April. In Cha inb 0 n Feugerolles wurde das Gemeindehaus von den Ruhestörern verwüstet und inBrandgesteckt. (Ein Gendarm wurde verletzt. Quimpre, 24. April. In der Gemeinde Penmerit wurde der konservative Kandidat S e r v i g n y von der Bevölkerung in der Bürgermeisterei gefangen gehalten. Gendarmerie ist nod) Penmerit entsandt worden. Berlin, 23. Älpril. „B- Z." meldet aus Paris: Als Kammerpräsident Brisson gestern in Marseille eine Programmrede halten wollte, verursachten die Gegner einen so gewaltigen Lärm, daß die Polizei die Versammlung auflöste. Brisson konnte nicht reden; außerdem wurden an seinem Automobil die Pneuma.iks durchschnitten. Paris, 24. April. Heute 'Jiaajt riefen antipar- la rnentarische Revolutionäre und Anarchist e n in einer auf dem Montmartre abgehalteuen Wählerversammlung des fozialijlischen Kammeclandidaten Roua- net durch Avfeuern von Revolverschüssen eine große Panik hervor und mißhandelten Rouanet, welcher mehrfache Verletzungen caDonirug. Ferner drangen Anarchisten in die Rebatiion der soziatistiichen „Humauite" ein, prügelten einen Diener durch, zerschnitten die Tele- ph 0 n d r ä h t e und richteten daselbst auch sonst rnehrsachcn Schaden an. Paris, 25. April. Bis Mitternacht waren 209 Wahlergebnisse bekannt; gewählt sind 17 Konservative und Nationalisten, 16 Progressionisten, 15 Liberale Republikaner, 60 Radikale und Sozialistisch Radikale, 9 Unabhängige Sozialisten, 16 Geeinigte Sozialisten. 7 6 Stichwahlen sind erforderlich. Die Stärkeverhältnisse der Parteien weisen bis jetzt: wenig Veränderung auf._____________ (Eine amtliche Erklärung zur preußischen wahlrechlsvorlage. Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung^ nimmt Bezug auf die Parteiäußerungen zu den Verhandlungen dcö 9luSschusses deS Herrenhauses über die preußische Wahl- reform, die durchweg auf pessimistischen Ton gestimmt seien, und schreibt: . Ehe das Herrenhaus selbst Stellung genommen hat, erscheint uns ein Urteil verfrüht. Die Staatsregierung wirb sich jedenfalls noch weiter bemühen, ein annehmbares Ergebnis in der zweiten Lesung nn Herrenhause herbeizunihren. Dabei wirb sie, wie bisher, sich nur vom sachlichen Interesse leiten lassen, das darin beliebt, bie Reform in der Gestalt zu verwittlichen, 01c offenbare Mangel der Dreillassenwahl beseitigt oder mildert und daher Tauer vei- jprichl. Dieser Gesichtspunkt ist in allen Aussührungen, die der Ministerpräsident im Laufe der Beratungen gemacht hat, so deutlich erkennbar, daß es nicht verständlich ist, ivie man In seinen Erklärungen vor dem Aiisschuß des Herrenhauses Abneigung oder Vorliebe sür einzelne Parteien har erblicken wollen. Es ist auch nicht richtig, daß, wie noch ganz neuerdings in einer sonst zutreffenden Betrachtung behauptet worben ist, der Aiiniiter- I ^ß'Saflcnb.» ZE WZ piuiidenk bei leuiein Voraeyen un Herrenyause Alehryeiisverhalt- msse de« Abgeordnetenhauses oder deren Aenderung un Auge gehabt hätte; vielmehr war und ist eS lediglich aui eine ihm wchlich alö zweckmäßig und notwendig erscheinende Aenderung der Wahl- reckitsvorlage selbst gerichtet. Aiinisterpräsident v. Beihmann- Hollweg hat die Wahlreiorin in keinem Stadium als Parteisrage behandelt. Zu einem guten Ende wird sie auch nut dann geführt werden können, wenn c6 noch gelingt, die Parteiinteressen hinter sachlichen Ueberlegimgen zurückzudrängen und Herrenhaus und Ab. geordnetenhauS aus der Grundlage zusammenzuführen, bie der Ministerpräsident bezeichnet hat. Die Eröffnung der vrüffeler Weltausstellung. Brüssel, 23. Älpril. Die inlernalionolc Weltausstellung ivurdc heute nachmittag um 2 Uhr in Anwesenheit des Königs, der Königin, des diplomatischen Korps, des Ministeriums, sowie der Mitglieder der Parlamente eröffnet. Bon deutscher Seite wohnten der F-eier der deutschc Gesandte v. Flotow bei, ferner als Vertreter des Staats- selretärs des Innern der Direktor im Reichsamt des Innern Just, ReichswminiZar Geh. Regierungsrat Albert, der Präsident des deutschen Attsstellungsiomiiees Geh. Kommerzienrat Rav en 6, sowie Geh. Kommerzienrat Goldberger, Prüfibent des Ständigen Ausstellungsaussd-usses für die deutsche Industrie. Der König und die Königin wurden bei ihrem Eintritt in den einfach dekorierten Festsaal mit Begeisterung empfangen. Der VorZtzende des Ausstellungsiomitees Baron Janssen hielt oie Begrüßungsansprache, in welcher er an den verstorbenen König Leopold erinnerte, der stets von einem größeren Belgien geträumt habe. Auf die Bedeutung der Ausstellung eingehend, führte der Redner aus, daß der friedliche Wettstreit unter den Böllern wertlos sei, wenn damit mir der Zweck verfolgt werde, auf dem Gebiete des Handels und der Industrie das Geleistete su zeigen. Das höhere Interesse müsse auf eine Annäherung der Volker untereinander gerichtet sein, in diesem Sinne fei die Ausstellung ein wahres Friedenswerk. Der MinifterfürIndustrieundArb^eit dankte hierauf im Namen der Negierung den fremden Staaten für ihre starte Beteiligung. Die Ausstellungen seien ein Wahrzeichen des Fortschritts auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit. . Alsdann gab König Albert ebenfalls seiner Befriedigung Ausdruck über bie prächtige Beteiligung des Auslandes, die eine Anerkennung darstelle für das, was Belgien geleistet habe. Dafür müsse er den Dank der Nation aus- iprechen, da dies einen Grad der Achtung beweise, den Belgien »ich erivorben habe. Der interiialionale Charalter der Ausstellung verbürge diesem Werk einen großen Einfluß auf das allgemeine Friedenswerk, das ihm besonders am Herzen liege. Nachdem der König allen Mitgliedern seinen Dank ausgesprochen hatte, erklärte er unter begeistertem Beifall die Ausstellung für eröffnet Darauf traten der König und die Königin einen Nuu tz- gang durch bie belgische, englische, französische, italienische, deutsche, holländische und spanische Au^stelluiigsapteilung an. Bei ihrem Rundgang durch bie deutsche Abteilung sprachen der König unb bie Königin bent Reichs- lommijsar Geheimerat Albert unb bem Borsitzenben bes Komitees Geh. Rat Ravens ihre Bewunberung über bie Leistungen ber beutschen Aussteller aus, bie allein von allen Nationen am Eröffnungstage eine fertige Abteilung zeigen könnten. Minister Hubert bezeichnete bie b e u t s ch e A b - teilung als einen Triumph unb ein Beispiel für alle Stationen. Am Montag wirb ber König ber feierlichen Eröffnung ber beutschen Abteilung burch Ministerial- birektor Just bellvohnen und.sie bann eingehend besichtigen, Vaden und die Schiffahrtssragen. Karlsruhe, 23. April. In der heutigen Sitzung der Ersten Kammer wies der Minister des Innern, Freiherr von B 0 b m a n , darauf hin, daß in der Frage ber Schiff» fahrt s abgaben ein wesentliches Entgegenkomnien der Bundesstaaten, besonders Preußens, stattgefunden habe. Die Leitung des Zweckverbandes werde gebildet durch einen Lerwaltungsausschuß, dem ein Strombciral zur Seite stehe. In diesem würden Handel und Industrie, bie Lanbwirtschast unb bie Hafenstädte vertreten sein. Es ist uns gelungen — 0 führte ber Minister aus — im Bernxtttungsansschus; unser Stimmengewicht zu steigern, auch soll Batzen im Strombeirat mit acht anstatt vier Stimmen vertreten fein. Enbgültige Beschlüsse seien allerbings nod) nicht gefaßt. Die oerbünbeten Regierungen hätten ihre Einsicht babui ansge sprachen, daß der Zweaverountz die Ober- R h e i n r e g u - licrung in den Bereich feiner Aufgaben aufzunehmen habe, falls sich ihre BauauS,ührbarkeit unb Wirl,chastlich- teit ergäbe, vorausgesetzt, daß,ich die Schweiz unb Oester reich ihren Interes,en entsprechend beteiligen. Karlsruhe, 23. April. Die sozialdemokratische Fraktion ber Zweiten Kammer brachte folgenbe Anfrage ein: „Ist die Großh. Regieriing bereit, darüber Auskunft zu geben, ob unb in welcher Weise die Unternehmer an- gehalten werden, während ber Bauarbeiteraus- Sperrung die staatlichen Bauten weiter zu führen. Die liufftanösbewegung in Tschangscha. London, ^3. April. Dem ijief.gcn Auswärtigen Anit wurde von der Gesaudtichaft in Peking cm von gestern spät abends datiertes Telegramm des Generaltoniulö in Tschangscha übersandt, wonach dort organisierte Banden in ber Umgebung eine neue Aufstandsbewegung ins Wert gesetzt haben. Alle Ausländer mit Ausnahme eines einzigen flüchteten sick; an Bord der beiden im Hafen liegend en b ril is ch en Dampfer. Klage beim Großh. Landgericht der Provinz'Oberhessen begehrt, damit dieser Gerichtshof als rechtsuchende Oberaumchtsbehordc entscheidet, ob die Mehrheit die Minderheit mit ungesetzlichen Handlungen vergewaltigen kann. , . Am meisten Interesse an den gefaßten Be,chlunen haben der Staat und die N i ch t t e i l h a b e r des Markwaldes in Grüningen, denn, nachdem der Markwald nach deren Auslegen nicht mehr im Range eines Komm un a lv e r b an de 5 als eigene Gemarkung gilt, und dieses geht aus den Befchlupen hervor, ist derselbe Zubehör der Gemarkung Grüningen, was das Grundbuch beweist. , .. Als Zubehör der Gemarkung Grüningen nt demnach der Markwald „ft a a 1 s - u n d g e m e i n d e st e u e r p f l 1 ch t 1 g" und demgemäs: ist von der seitherigen Aufsichtsbehörde Antrag beim Großh. Finanzamt Gießen wegen Zuziehung zur Bcrmögensftcuer erfolgt, dem sich ein begehrter Beschluß unseres Gemeinderats anreihen wird. , . Die Mark Grüningen und Dorsgill war seit 1&>6 iteuenrei, und wenn die Markteilhaber alle Gewohnheitsrechte^nach den ober erwähnten Beschlüssen aufgeben, bann ist auch die „Steuerfreiheit" aufgegeben und zwar, was behauptet wird, seit dem letzt durch die Mehrheit gebilligten Beschluß des Großh. Ber- waltungsgerichtshofs von 1901. Ist nun die Mark Grüningen zur Staats- und Genieinde» steuer mit der Nachzahlung heranzuziehen, dann ergibt sich folgende Nachzahlung: Wert laut Schätzung in Nr. 73 vom 30. Marz 1910, denn eine Vermögenssteuer - Schätzung fand seinerzeit nicht statt: I 000 000, mithin Vermögenssteuer ä 75 Pfg. für das Tausend 750 Mart im Jahr; 1. April 1901 bis dahin 1910 = 9 Jahre 6750 Mark, 1. April 1910 bis dahin 1911 -- 1 Jahr ä 95 Pfg. 950 Mark. Die Nachzahlung für Grundsteuer an die Gemeindekasse dürfte sich gerade so hoch, wenn nicht noch höher, bemessen — ein Jubel für alle Gemeindesteuerzahler. 72. Kreisfumtag des Mittelrheinireiser. * Ober-Lahn st ein, 24. April. Ter 72. Kreisturntaq führte die Vertreter des Mittelrheinkreises in den nordlvestlichen Teil seines weit ausgedehnten Gebietes, dort, wo der alte Rhein die Wellen der Lahn in seine grüne Fluten aufninrmt, in das malerisch gelegene Städtchen Ober-Lahnstein. Herzlich war die Begrüßung, reich die Arbeit, mit Freude und Fröhlichkeit gewürzt die geringe arbeitsfreie Zeit. Schon am Samstag, 23. April, versammelte sich der Kreisausschuß, der aus dem Geschäftsführenden und Turnausschutz, sowie den sämtlichen Gauvertretern besteht, zur Erledigung einer umfangreichen Tagesordnung, aus der erwähnt sei, daß 5 Turnvereine Unterstützungen zu Turnhallebauten erhielten. Ter Kreisturntag wurde Sonnrag morgen 11 Uhr von dem 1. Kreisvertreter, Schulrat Schmuck- Darmstadt, eröffnet. Ter 2. Kreisvertrerer Schatt-Hanau war durch Krankheit verhindert, zu erscheinen. Der Bürgermeister Schütz von Ober-Lahnstein begrüßte die Versammlung im Namen der Stadt und Turnverein aufs herzlichste, die hohe Bedeutung des Turnens für den einzelnen wie das ganze Vaterland betonend. Kreisvertreter Schmuck dankte und ging zur Berichterstattung über. Ein Rückblick auf die 50jährige Jubelfeier des vorigen Jahres, die den Kreis in bestem Lichte zeigte, leitete zu einem Blick in die Zukunft über, der als Leitsterne stets Vaterlandsliebe, Arbeit und Einigkeit voranleuchten möge. Ueberall entstehen neue Vereinigungen, die plötzlich den Wert des Turnens erkannt haben, alles aber, was die Deutsche Turnerschaft, die den Grund geschaffen, geleistet hat und leistet, als minderwertig hinstellen. Der Mrttelrheinkreis hat im abgelaufenen Jahr wieder bedeutend Angenommen. In 1017 Orten befinden sich 1147 (+ 63) Vereine mit 114 285 (+ 5283) Mitgliedern. Unter diesen sind 20 884 Zöglinge (+ 1554). Ihre Zahl legt den Vereinen besondere Verpflichtungen in leiblicher 'und geistiger Erziehung auf. Die Zahl der turnenden >Frauen beträgt 2624 (+ 502). In den Küabenabteilungen turnen 4520 Knaben, in den Mädchenabteilungen 1435 Mädchen. Vereinseigene Turirplätze bestehen 311 (+ 10), Turnhallen 165 (+ 4). Eine große Zahl von Büchereien weist darauf hin, daß, entgegen manchen Behauptungen, auch die geistige Weiterbildung nicht vernachlässigt wird. Der Bericht des 1. Kreisturnwarts Bolze-Frankfurt betonte die ruhige Weiterentwickelung auf turnerischem Gebiet, die Einführung einer neuen Bereinswetturnordnung und schilderte die wichtigeren turnerischen Ereignisse des vergangenen Jabres. Besondere Beachtung und ausgedehntere Pflege verdienen die Turnspiele. Der Bericht des Vertreters für ganze Zimmer, Badeteiche nsw. ausgehauen. Bei Ausgrabungen in der Nähe von Sa. Cruz fand er große Gräber mit verschiedenem Grabinhalt, darunter Tongefäße, die fast alle auf drei Füßen stehen. In den unerforschten Urwäldern der Provinz Sara bei Sa. Cruz leben vollständig wilde Indianer, die Siriene genannt werden und mit den Weißen in Feindschaft leben. Mit dem einzigen in Bolivia vorhandenen Motorboot fuhr der Reisende den Rio Chimorö und verschiedene andere Flüsse entlang, die alle von den Yuraeare-Jndianern bewohnt werden, bei denen er große und schöne Kunsterzeugnisse zusammenbrachte. Dann besuchte er die Chacobo-Jndianer in der Nähe des großen schönen Sees Rojo Aguade, bei denen er Sammlungen von prunkvollem Federschmuck machte. In den Gegenden um den Rio Avari fand Nordenskiöld Dörfer, die auf künstlich angelegten Grabhügeln stehen und in denen er Ausgrabungen mit reichem Ertrag unternahm. — 23011 der Universität Peking. Die neue Reichs- nniversität in Peking soll auf ganz moderner Grundlage ausgebant werden. Bis jetzt ist schon ein stattlicher europäischer Lehrkörper gewonnen worden, und zwar werden die Vorlesungen für Rechts- unb Staatswissenschasten von englischen Dozenten abgehalten; für <#anb- und Forstwirtschaft wurden drei japanische und für Philosophie zwei französische Professoren gewonnen. Von deutschen Dozenten sind bisher dreiHerren in Peking eingetroffen: Dr. Schwarz und Dr. Solger für Mineralogie und Dr. Bartlet für Chemie. Zwei andere Herren, ein Bergassefsor und ein Marineingenieur, befinden sich auf der Hinreise. — Die Zähne unserer Vorfahren. Bei einem Vergleich der Zähne prähistorischer Menschen mit unseren Zähnen hat Th. Gastmann einen deutlichen Unterschied gefunden- Er hat nachweisen können, daß in unseren Zähnen weniger organische Substanzen vorhanden sind und daß deshalb die Zähne unserer ältesten Vor- fahren haltbarer waren. Ter Gehalt an Kalk ist im Laufe der Jahrtausende bei den menschlichen Zähnen gleich geblieben. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Die Internationale Kunstausstellung in Venedig wurde am Samstag in Gegenwart des Herzogs der Abruzzen als Vertreter des Königs von Italien eröffnet. — Der König hat dem ersten Vorsitzenden des württembergischen Journaliften- und Schriftstellcrvereins, Redakteur Adolf Heller in Stuttgart, das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens ver- liehen. — Der Telegraph zwischen Täbris und Urmia, der über zwei Jahre versagt hatte, ist w i e d e r h e r g e st e l l t. — Die Landesversarnrnlung des württembergischen Journalisten- und Schriftstellervereins wurde gestern mit einem Fest im Rathause zu Stuttgart eröffnet. — Die Philharmonie in Wien beging gestern die Feier ihres 50jährigen Bestehens. — Die a m e r 1 k a n i s ch e E x p e - dition nach dem Südpol ist für die,es Jahr aufgegeben worden, weil es an den nötigen Geldmitteln fehlt. die Presse Prof. Wams er-Butzbach stellt fest, daß auch rm abgelaufencn Jahr die Tagespresse mit wenigen Ausnahmen großes Entgegenkommen in der Aufnahme turnerischer Artikel gezeigt habe. Die Zahl der Sendungen betrug über 3000. Die Kreiskasse schließt in Einnahme mit 17 166,13 Mk. und Ausgabe mit 16 728,15 Mk. ab. Das 29. Kreisturnfest in Kreuznach findet vom 30. Juli bis 3. August statt. Der Fescheitrag für Turner beträgt 2 Mk., mit Freiquartier 3 Ml. Das 30. Kreisfest für 1912 wird Aschaffenburg übertragen, das 184 Stimmen erhielt, während auf Mainz 138 entfielen. Gießen, das sich eben- alls um das Fest beworben hatte, trat in Anbetracht der älteren Rechte der beiden anderen Städte für dieses Jahr von seiner Bewerbung zurück. Das dauernde Erscheinen der Kreiszeitung in der Stärke von 12 Seiten wird einstimmig genehmigt. Der Bezug erfolgt durch die Post und alle Vereine sind zum Halten verpflichtet, da alte Bekanntmachungen des Kreises nur noch in ihr veröffentlicht werden. Dem Fechten, Spielen und Schwimmen als natürlichen Be- tandteilen des Turnens wird in Zukunft erhöhte-Beachtung geschenkt. Ihre gewählten Vertreter Stassen-Hanau, Wahl- Bockenheim und Poller-Mälstatt werden bestätigt Der turnerische Teil während der internationalen Ausstellung für Sport und Spiel in Frankfurt a. M. wird von der Turner- chaft Frankfurt a. M. bestritten. Vertreten waren außer »em Kreisausschuß 199 Vereine mit 307 Abgeordneten, zu- ammen 353 Stimmen. Aus Stadt und Land. Gießen, 25. April 1910. — Ordensangelegenhcit. Der Groß Herzog hat dem Domdekan Dr. Jos. Selbst in Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Kronen-Ordcns 3. Klasse erteilt. ** In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am Samstag u. a. Kreisamtmann Dr. G 0 ertz von Büdingen und Amtsgerichtsrat Dr. Pusch von Ortenberg. ** Kaiser Wilhelm im Kampfe gegen den Alkohol. Man schreibt uns: Tie Worte, die der Kaiser bei seinem Empfang am 15. April an den Rektor richtete, daß die Studenten wohl den Alkoholkonsum jetzt etwas eingeschränkt hätten, finden in einem Referat des Dr. med. S ch m id t-Metzler in Frankfurt a. M. ihre Bestätigung und zeigen, welche Stellung unser Kaiser im Kampfe gegen den Alkohol einnimmt. In den hinterlassenen Papieren Dr. Schmidt-Metzlers, die 1908 im Druck erschienen find, heißt es: Sehr gefördert wurden die Bestrebungen (Bekämp- ung des Branntweingenusses) durch das tätige Etngreifen Seiner Majestät unseres Kaisers. Er sagte mir vor einem halben Jahre: „Ich würde glücklich sein, wenn es mir noch gelänge, den Altoholteufel bei dem deutschen Volke zu vertilgen. Ich persönlich habe seit 10 Jahren kein Glas Bier mehr getarnten und Wein trinke ich auch nur sehr wenig." — Die ^lüchternheitsbewegung macht in unserer Stadt z. Zt. auch große Fortschritte. Eine L o g e des n eu tr al e n Guttemplerordens, die bisher in Wetzlar ihren Sitz hatte, wird hierher verlegt und es ist beabsichtigt, eine Ortsgruppe des Deutschen Bundes abstinenter Studenten im Laufe des Sommers em esters an der hiesigen Universität zu gründen. ** Schutz den brütenden Vögeln. Wir leben jetzt wieder in der Zeit, in welcher die gefiederten Sänger ihre Nester bauen und die Eier auSbrüten. Es ist eine nicht zu eugnende Tatsache, daß durch die fortschreitende Kultur den Vögeln die Gelegenheit zum Nisten mehr und mehr entzogen wird. Angesichts dieser Tatsache sollten daher sich alle Vogelfreunde alle erdenkliche Mühe geben, den Vögeln Stätten zu bereiten, wo sie vor den Nachstellungen der vielen Feinde sicher sind. ** Unfall. Am Samstag geriet auf dem Seltersweg ein Metzgerlehrling unter einen Wagen der elektrischen Straßenbahn, er kam aber mit einigen Hautabschürfungen davon. Den Wagenführer trifft keine Schuld; der Bursche war aus Unachtsamkeit vor den Wogen gelaufen. •* Vermißt. Gestern morgen hat sich eine ältere Frau aus ihrer Wohnung hier entfernt und wird seitdem vermißt. Die Frau war geistesgestört und es wird angenommen, daß sie sich ein Leid angetan hat. ’* Kindesaussetzung. Eine Frau aus Frankfurt a. M. brachte gestern ihr etwa 3 Jahre altes Kind hierher und wollte es einem jungen Manne übergeben, der angeblich der Vater des Kindes sei. Dieser schickte die Frau mit dem Kinde wieder weg und später fand man das Kind im Hause auf der Treppe sitzend. Die Frau hatte es durch einen Dienstmann dorthin bringen lassen unb war abgerelst. Das Kind wurde von der Polizei vorläusig im Spital untergebracht. Klein-Linden, 24. April. Einen Münzfund aus den Kricgszeiten der französischen Revolution machte der Bahnarbeiter Jakob Bieber. Er arbeitete beim alten Friedhof hinter der Burg und fand in alten Scherben eine französische Silbermünze von Talergröße. Nach der Reinigung waren die Schriften deutlich zu erkennen. Die Vorderseite trägt die Aufschrift Kepubüque Fran^oise und L’An II. Die Aufschrift auf dem Wappen ist nicht gut leserlich, rechts und links sind Aehren und Weintrauben. Die Kehrseite zeigt die Schrift Liberty Egalitd AA 1793. Die Mitte schmückt ein Lorbeerkranz und eine Wage, die ein Jakobinerhut krönt; mitten im Kranze steht 2 8. r. Lils seid, 24. April. Auf Einladung des Kreisans- schusses, des Kreistages, der Kreisschulkoinmission und des landw. Bezirksvereins Alsfeld hatte sich am vorigen SamStag um 4 Uhr eine zaylreiche Festversammlung hier im „Deutschen Hause" emgefunben, um mit dem von hier scheidenden ehemaligen Kreisrat des Kreises Alsfeld, H. Ministerialrat H ö l- zinger und H. Kreisamtmann Emmerling noch einige Stunden zu verleben. Nachdem der Kommersleiter, Oekonomic- rat Schade, die EröffuungSworte gesprochen hatte, brachte Kreisrat Dr. Heinrichs das Hoch auf den Grobherzog aus. Oekonomierat Schade widmete dem Ministerialrat Dr. Höl- zmger warme Worte und gedachte der zahlreichen Verdienste, die er sich während seiner 3jährigen Tätigkeit erworben, so z. B. beim Bau des Kreiskrankenhauses unb der Wasserleitungen. Die Pflege der Heimatkunde unb der Volksbibliotheken, die Sorge um bie Felbberemigung unb bie HcmshaUungSschulen lagen dem Scheibenden besonders am Herzen. Deshalb sähe man ihn, der sich mit der Bevölkerung vorzüglich verstanden habe, ungern scheiben. Kommerzienrat Grünewald gedachte des ebenfalls scheidenden KrciSamtmannS Emmerling, der sich während seines kurzen Hiersemtz zahlreiche Freunde erworben hat. Namens der Bürgermeister des Kreises sprach Bürgermeister .Dr. Vö Ising-Alsfeld unb Gutsbesitzer Ott-Lieder» bach für den landwirtschaftlichen Bezirksverein, um den sich Ministerialrat Dr. Hölzinger sehr verdient gemacht hat. Oberrealschuldirektor Dr. Pitz gedachte der beiden Frauen. Im Auftrage dcS Dekanats Alsfeld sprach Pfarrer Tr. Becker- Alsfeld für bie Geistlichen deS Kreises; Lehrer Neeb-Groß- felba sprach im Namen der Lehrer. Mit den Worten des Dankes verbanden die beiden Scheidenden bas Gelöbnis, dem Kreis Alsfelb unb seinen Bewohnern allezeit ein gutes Andenken bewahren zu wollen. = Bad Vilbel, 24. April. Die hiesige Badesaison beginnt mit dem 1. Mai. rb. Darmstadt, 24. Slpril. Der 32 Jahre alte Installateur Scubach, der von der Staatsanwaltschaft in Kempten wegen RückfalldiebsiahlS steckbrieflich verfolgt wurde, sollte am Samstag Abend in dem Hause Marktstr. 7, wo er sich besuchsweise aufhielt, verhaftet werden. Er flüchtete mittelst einer am Hause angebrachten Notleiter auf das Dach, von wo er die ihn verfolgenden Polizisten mit Schiefersteineu bewarf. Schließlich stürzte er sich in den Hof, wo er bewußtlos liegen blieb. Er erlag noch am Abend im städtischen Krankenhaus den erlittenen schweren Verletzungen. Auerbach a. d. B., 24. April. Die Sterbekasse des Hessischen Landesgewerbevereins, sowie des Verbandes Deutscher Gewerbevereine hielten heute hier unter dem Vorsitz des Stadtbauunternehmers Hch. Same s-Darmstadt ihre Vertreterversammlung ab, die von fast allen hessischen Ortsvereinen, sowie von Neallehrer Eisele-Göppingen als Vertreter des Württ. Verbandes besucht war. Der von dem Geschäftsführer Syndikus E n g e l b a ch-Darmstadt erstattete Geschäfts- und Kassenbericht ergab einen Mitgliederbestand von 1154. AuSgezahlt wurden bisher 16410 Mk. Der Reinüberschuß des letzten Jahres ergab 1 547,61 Mk., das Vermögen beträgt jetzt 104 484,98. Der finanzielle Abschluß kann als befriedigend bezeichnet werden. Einstimmig wird der Geschäftsführung Entlastung erteilt. Bezüglich der Verteilung des Ueberschusses wird das Folgende beschlossen: Da aus dem Ueberschuß ein voller Monatsbeitrag nicht erlassen werden kann, wohl aber den vom Allg. Deutschen Versicherungsverein zu Stuttgart noch vorhandene Provisions- Vorrat für den Erlaß eines Monatsbeitrages der hessischen Mitglieder ausreichend ist, so dürfte für das laufende Jahr nur ein Monatsbeitrag, und zwar aus dem Prooisionsvorrat zurückzuvergüten fein. Mit Rücksicht auf den von dem Auf- ichtsamte genehmigt werdenden Beschluß bezüglich der Nichtweiteransammlung des Sicherheitsfonds ist eine weitere Verteilung in diesem Jahr nicht vorgesehen. Hierzu wird die folgende Satzungsänderung beschlossen: Em nach der gemäß § 21 aufzustellenden technischen Bilanz sich ergebender Ueberschuß ist einer besonderen Rücklage (Sicherheitsfonds) zuzuweisen. Hat diese Rücklage die Höhe von 5 Prozent der rechnungsmäßigen Pramienreseroe mindestens aber 10000 Mark erreicht, so ist der verbleibende Teil des Ueberschusses entweder nach Maßgabe des zuletzt gezahlten vollen Jahresbeitrages an die zur Zeit der Bilanz- aufstellung vorhandenen Mitgliedes zurückzuzahlen oder zur Erhöhung der Kassenleistungen oder Ermäßigung der Mitgliederbeiträge zu verwenden. Zu Mitgliedern des Prüfungs- ausschusseS werden Sparkasserechner Emmel - Hungen, Sparkasse-Kontrolleur Haas-Gießen, Bauführer Weber- Darmstadt, zu Ersatzmitgliedern Schaffner-Homberg und Real- lehrer Albert-Lorsch wiedergewählt. ? Waldgirmes, 24. April. Unser Bürgermeister Bernhardt steht heute 30 Jahre an bet Spitze der Oe- meinde. Zu Anfang des Jahres 1880 gewählt, wurde er am 25. April durch Landrat Seybert-Biedenkopf in diesem Amte bestätigt. Durch seine Gewissenhaftigkeit und seinen Gerechtigkeitssinn erwarb er sich das Vertrauen und die Ver- ehrung der ganzen Gemeinde, so daß er wiederholt zum Oberhaupt unseres Dorfes wiedergewählt wurde. s. Dillenburg, 23. April. Unter dem Vorsitz des Provinzialschulrats Dr. Leist-Kassel, der RegierungSräte Flebbe- Wiesbaden und Dr. Qehl-Kassel fand in dieser Woche die zweite Lehrerprüfung statt. Von 68 angemeldeten Herren waren 59 erschienen, von denen 52 für bestanden erklärt wurden. Das pädagogische Aufsatzthema lautete: »Wie sichert der Lehrer die Unterrichtserfolge?" Infolge der starken Beteiligung wurde die mündliche Prüfung in drei Gruppen und die Lehrproben sogar in vier Abteilungen abgehalten. Die Prüfung begann Dienstag früh und am Sanistag nachmittag wurde das Ergebnis bekannt gegeben. Vermischter. * Wie wird man den Halleyschen Kometen am besten sehen? Von astronomischer Seite wird der „Inf." geschrieben: Bei der Annäherung des Halleyschen Kometen wird für die große Masse des Publikums die Frage höchst aktuell, wie dieses seltene Gestirn am besten wahrgenommen werden kann, denn, da ja dieser Weltenbummler nur alle 76 Jahre bekanntermaßen einmal wiederkehrt, so hat man das Vergnügen in einem Menschenleben nicht sehr oft. 'Lie „Leute vom Fach", die mit allen Hilfsmitteln der Astronomie ausgeftattet sind, sind sicherlich viel glücklicher daran, da sie gleichsam an der Quelle der Möglichkeiten sitzen. Der Laie, dem eine Sternwarte unb ein großes Fernrohr nicht zugänglich sind, braucht aber darum noch nicht an der Möglichkeit, den Kometen sehr schön zu sehen, verzweifeln. Daß der Halleysche Komet als ungeheurer leuchiinder Bogen über dem ganzen Himmel zu sehen sein wird, wie viele glauben, ja, daß er nicht viel weniger als die Sonne die Nacht erhellen wird, ist ein Märchen. Im Mittelalter soll ja der Komet mit einem stark leuchtenden gekrümmten Schweif sich über dem ganzen Himmel ausgedehnt und Angst und Schrecken unter der Bevölkerung verbreitet haben, weshalb er auch allgemein die „Zuchtrute des Himmels" genannt wurde. Dies war im Jahre 1456. Man darf aber annehmen, daß diese Schilderungen stark übertrieben sind und daß auch damals die Leute nicht so glücklich waren, so mühelos dieses seltene Wunder zu schauen. Wir wissen nämlich aus allen früheren Angaben, die 2Vi Jahrtausend alt sind, daß die Helligkeit des Kometen mit geringen Variationen dieselbe geblieben ist. Also kein Jahrhundert hatte einen Vorzug. Der Laie wird sich am besten mit einem kleinen sogenannten „Kometensucher" ausrüsten, mit dem er das bloße Auge sehr gut unterstützt. Heut wird er damit natürlich noch nicht sehen. Aber wenn er in der Zeit vom 19. bis zum 27. Mai sich der Beobachtung des Gestirnes widmet, dann wird er ihn von allen Teilen des Landes schon mit dem bloßen Auge, aber noch besser mit einem Fernrohr von geringen Dimensionen wahrnehmen können. Die günstigste Zeit dafür wird dann eintreten, wenn der Glanz des Kometen größer ist als der noch stark beleuchtete Abendhimmel. Vorausgesetzt ist natürlich, daß auch die atmosphärischen Verhältnisse dem Betrachter günstig sind. Frankfurter Börse Reicbsanleihc 3'/ie/0 Konsols ll9e Bad 110.50 Betv. Himmel SSE bis 24. Giessen (Liebigstrasse 22), den 25. April 1910. Todes-Anzeige chwiegermutter, Ä3H von ‘Irr - 2438 Fritz Rosenbaum Löwengane 20. clcvbon 692. 40 Pfg Reform-Haus Wciienroefl. 2452) (2068 fertigt bei 60Psg. C. Re hr & Co., Babuhofilraßc 44 9211] 91.60 158.30 24. 2,6' 24. 9" 100.10 88.50 95.55 195.50 172.60 H. Tichy, Seltersw. 43, Ecke der Goechestrahe. 236.50 108.75 93-20 84.75 13.25 M.70 92-20 115.30 153.90 198.00 203 89 140.20 195.40 171.80 103.10 91.00 175.00 133.10 249.50 154.80 187.20 168 50 208.80 103.50 179.60 65.80 66.60 100.35 98.45 95.00 179.00 49.50 91.40 69.80 99.80 735,9 734,4 736,5 Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich. bis M g L° Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Dentscbe Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto - Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn. Fabrikant: August Jacobi. Darmstadt. Canada E. B. . • - Darmstädter Bank -. Deutsche Bank . > Dortmunder-Union C. Dresdner pauk . . Tendenz: ruhig. 182.20 133.00 a a bewährt sich nun- K ■! mehr Retters f ti / vaarwaper (München) staatl.gevrüstu.begutacht. Z.h um4OPf.u Dtt-llObei J.H.Fuhr,Sonnenftr.25. (hv1*/. 23. April, l.lj Uhr. Elektriz. Lahmeyer < . Elektriz. Schuckcrt . ( . V Eschweiier Bergwerk . * . Gelsenkirchen Bergwerk . 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(Mso) Tel. 384. Gießen (Marktstraße 26), den 25. April 1910. Die Beerdigung findet Dienstag den 26. April, nachm. 3 Uhr, der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Saatkartoifeln verschiedenen Sorten empfiehlt K. Lier, Sammitr. 46. Joghurt Käse, verdauungsfördernd, verhindert die geMrchteten Darmkrankhrnlen. Acrztl. empfohlen. Preis Ltück ~tet§ frisch zu haben vuiyanoene ProviiloiiS, natsbeitrageS der hessischer sür das laufende Iah, 'QU§ dein ProvisionSvorrai auf den von dem Auf, Schluß bezüglich der Ruhi. »foubS ist eine weitere Beu ^gesehen. Hierzu wird btt beschlossen: 6m nach der "scheu Bilanz sich ergeben. :ren Rücklage (LicherheitS. Rücklage die Höhe van igen Prämienreserve min. ht, so ist der verbleibende nach Maßgabe deS zuletzt an die zur Zeit der Silan,- der zurüchuzohlen oder zur der Ermäßigung der Mit« fDlitgliebem bcS iner Emmel - Hungen. BauMn Wed hafsner-homderg und bin Sonette btxnbct war, hatte sie die Summe von 60OOOO Mark crrcMU und da Nockeseller von sich aus den gleichen Betrag zur Persügung stellte, so endete der Gottesdienst nach einer halben Stunde mit einem Reingewinn von 1300 000 Wart tm Eine lustige Belagerung. Zwei alte Damen, von denen die ein: zur Bezahlung von 400 Mark verurteilt werden ist, haben in dem Dorfe Clarboroughbct Retfordeine eine bereit über drei Wochen dauernde Belagerung durch Drei Berliner itörae, 23. ApriL A1U1 Frllu Am schmal! Wme., geb. WHei« nach kurzem, schwerem Krankenlager im Alter von 66 Jahren m die Ewigkeit Im Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen: Rudolf Richter. Höchste Temperatur am 2t Niedrigste , ,2 < 'Jhebcrichlaa: — 3,0 mm. lM. Unser Bürgeme^ ihre an der Spitze dec &• >§ 1880 gewählt, wurde-r Zeybert'Biedenkops in diesm Gewissenhaftigkeit und seim ba§ Vertrauen und die 3«*. daß er wiederholt zum Cto« «hü wurde. ril. Unter dem Vorsitz ^ sel, derRegierungSrat- 6M' [ fand in dieser M * ltt Von 68 angemtlbdu n denen öS für bestanden» Aufsatzthema lautete. , kalae°" Infolge der H» ’rl°l9e;, •' 6re; Gruppe» annt INS die ilra3e kann, bfl* 1 m genommen nK1^{anlU;nn^ ■ ,i S«9«Ö. w m» y Harpener Bergwerk Lau rahlltte . . . Lombarden E. B. . - Nordd. Lloyd .. .1 Tilrkenluai , , . . 20.90 Oesterr. Staatsbahn . - 159.90 Prince- Henri -Eisenbahn^. 137.80 Verichtsvvllzieher ausgehalren. s« beredeten sich aus btc Belagerung vor, indem sie grotze Mengen von Kohlen und Gebens- Mitteln einfuhren, die Türen abschlossen und verriegelten und d,c Fenster zunagelten. Tic Gerichtsvollzieher haben em kleines Wa,ch- Haus auf dem Hofe bezogen und halten Tag und Nacht Wache. Tie einzige Verbindung, die die beiden Damen mit der Außenwelt erhalten haben, war ein Bries, den fic nach längeren Versuchen nnem gegenüber wohnenden jungen Manne zuwersen konnten. ♦ Gewissenhaft. „Den steifen Futz habe ich vom Touristenklub, die krumme Sand vom Radfahrverem, den Nrops vom Sängerbund und die Brandnarben von der freiwilligen Feuerwehr': jeßt ziehe ich mich zurück, fürs „Vercmsleben hab Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fUr? Handel und Indnstrie^'Gif'cseu, mow H ScfitincfesZC^A Q Hamburg und j^annfieim Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige die traurige Mitteilung, hast unsere liebe Tante Fräulein Marie Philippi heute nacht um 3 Uhr im Alter von 76 Fahren sanft indem Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen L „ _ Familie Hernrlch Stoll. Giehen, Neustadt 12, den B. April 1910. Die Beerdigung ftnbet Mittwoch nachmittag um 3 Uhr von der Äavpelle des neuen Friedhofs aus statt. ,«-« 1. 3„. ®arft|tc 97‘ reucix. in9,*ler di,; uoch amülbphk ' 11,0 (t *7* " Wien b'5 „Sie wirkt säurebindend und antiseptisch, sie entfernt somit nicht blos; die Oirund-, sondern auch die Beranlassungs - Ursache von Hautkrankheiten." So schreibt Herr Dr. med. W. über Ekzeme, Furunkel ie61 Ä-- i b »k Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen entschlief sanft in dem Herrn nach kurzem Kranksein unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margareta Heydt, pl Wer Witwe des Stationsvorstehers Eeydt I. KL ****±2^4M* ******* **f5±f?****±*£±**f**** rVucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7 Ein erstklassiges Pianino direkt von einer renommierten u. leistungsfähigen Fabrik bezogen, wobei der Käufer den Händler nutzen spart, ist d. beste u. billigste. Man verlange Katalog mit Vtc= serungs- u. 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Luzzatti ciiundiglc sich bei dem Arckivdirettor nach der Einteilung der «iUlen, nach dcni Inhalt der Kästen und zeigte dabei den größten Wissensdurst. „Exzellenz," so begann der Beamte mit stolzem Pathos, nachdem er sich verbeugt hatte, „Exzellenz, in diesen schmucklosen Akten kästen liegen nicht weniger als 50 000 Akten bündel, die ein: Arbeit von dreißig Jahren darstcllen. Ich bitte Exzellenz, sich zu überzeugen..." Und dabei schlug der biedere Tircltor, ohne die Antwort des Ministerpräsidenten abzuwartcn, mit einem imposanten Gestus den Teckel des Aktenkastens zurück, vor dem er gerade stand, und die Augen voll bescheidenen Triumphs aui Luzzatti gerichtet, deutete er aus den Inhalt. Tack plötzlich sah man den braven Archivrat erröten und erbleichen und er stammelte einige verworrene Enlschuldigungsworte. Tenn in dem großen Attentasten lagen keine Papiere: nur ein vertrocknetes, verweiltes Beilchenbukctt, ein altes Paar abgetragener Leder- handi'chul)c und — eine Gänseleberpastete. .. * Erfolgreiche Bettelei. 1300000 Mark, das war das Ergebnis einer „Kollekte", die der Rev. Tr. Aked, der Geistliche der Baptistenkiicke in der Newiwrker 5. Avenue am Sonntag in feiner Millionärskirche veranstaltete. Ter Reverend mußt: seine Leute zu nehmen. Sckvn die Licdertexte bereiteten die frommen Millionäre aus das Kommende vor: dann bestieg der Geistlich' die 3anzcl und bat um freiwillige Gaben zum Neubau t>.> Gotteshauses. „Mr. Bushell", so fuhr er fort, »der Baß unseres Ehores, eröisnete die Kollekte mit 2000 Ncnrk. Tie Geber irerhen verlesen " Tas gab den entscheidenden Anstoß. Bald konnte Tr. Aled vorlesen: „Herr X. 500 Dollar, .Herr P. 20 000 " Inmitten größter Stille sprach er dann werter: „Frau John T Aocieseller 2000 Mark, Frau John D. Rockerellcr jun 100(1 Mark, »err Iolm T. Nockcfellcr jun. 100 000 Mark und Mr. Nockefeller ein Tvllar für jeden Dollar, her von der Gesamtheit der Spender gezeichnet wird." '.'(Ile Blicke ridteten sich auf den berühmten Mrlllardor, aber Tr Aked fuhr fort, ein verschmitztes Lächeln in seinen Mienen: „Tie sträsliche Neugier der Leute außerhalb ber Aird)? ist schrecklich, mir werden cs nicht verhindern können, daß alle Blätter die Spcndcrlisten veröffentlichen." xxe zarten Bnnke. er- milt.'n ihren ?gveck vollkommen. Als nach einer BiertAitunde Roggen-Brot, Marburger Art, 4 Psd.-Laib 50'Big., liefert frei ins Haus (03167 I Ü E / I W W wöchenü. Ueberftcbt der Todesfälle l ö. Stabt Lietzen. 16. Woche. Vorn 10. bis 16. April 1910. ..... Einwohnerzahl', angenommen zu 31 800 (intL 16OO Mann Plilitar). Sterblichkeitszisser: 18,0 °/M, nach Abzug von 3 Orlsiremden: 13,08 u/or. Rinder Es starben an: Zusammer.: Erwachsene: tm oont 1. Lebensiahr: 2.—15. Jahr Lungentttberkulose 2 (1) 2 (1) Lungenentzündung 2 2 — Lttngcukatarrh 2 2 — Herzentzündung 1 (1) (1) Schlaganfall 1 1 Tarinentzündung 2 (1) 2 (1) •— Ledensschwäche 1 — 1 Summe 11(3) 10(3) 1 2 n m.: Tie ui Mianiinern geirputc Ziffern geben an, rote viel Oer Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach .Ziesten aebrachtp Kranke kommen. 1 Meteorologische vcobachtunyen der Station Eietzen. - ti 1 ) Bleichstrafie 12. Motorwagen-Reparaturen erhalten Sie schnell, gut und preiswert ausgeführt in der mech. Automob.-W erkstatt von Peter Kronenberg Gießen, Süd-Anlage 7 Telephon 680 aM/a sagt der bekannte und angesehene Chemiker der Seifenindustrie, Herr Dr. C. DE1TE in Berlin, daß es sehr große Waschkraff besitzt, größer als Seile oder Seife und Soda, ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen. 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