Nr. 274 t-cr «Itfiener Ii)dm trldxint täglich, au der 6omuagl. - Beilagen: viermal wöckienttich -ietzenerFamlliendlStler; zweimal wöchentl.Xreir, blaNfürdentlreir Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land' wirtschaftliche Settfraaea Ferntprech- Anschlüße r für die Redaktion 118, Verlag u. Expebition 61 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. lnnal|int von Anzeigen für die Tagesnuunner bis vormittags S Uhr. L ff '*b Erster Blatt 160. Jahrgang A A jährlich Mk. 2.20; durch 'TSStEf Abhole- u. Zweigstellen K ▼ monatlich 65 Pf.; durch die Post 'Dlf. 2.— viertel» oic’poii uai.-s.— Diertei- jahrl. auöschl. Bestellg. S Zeilenpreis: lokal 15PH, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den monatlichlb Pf., vierteljährlich Mk Dienstag, 22. November X9X0 vezngSpretS: eneral-Anzeiger für Oberhessen ZMW NotaNoilidrnck md Verlag btr vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Steindruckerti K. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. 'al^‘ ’üir^.eiabt und Erpedition sür viidingen: vahnhosstratze ,6». - Telephon Nr. 50. ^Ved. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Aaiserworte bei der Einweihung der Marineschule in Muerwick. Wenn Kaiser Wilhelm bei der Einweihung der Marineschule in Muerwick sich gegen den Mißbrauch geistiger Ge- tränfe ausgesprochen hat, so ist dagegen, vorausgesetzt, daß der Konsum von Alkohol in unserer Marine wirklich diese Mahnung recl)kfertigte, kaum etwas zu sagen. Aber sind denn unsere Marinekadetten heute so viel weniger gesund als früher, daß man ihnen die Abstinenz empfehlen muß? Dann wäre es wirklich traurig um den Nachwuchs unserer Marine bestellt. Uebertreibungen schaden auf der einen wie auf der anderen Seite. Erinnert sich der Kaiser nicht der Episode aus dem Leben des großen Friedrich, wo dieser, als sich zu ihm ein wenig tüchtiger Oberst über die Trunksucht eines Offiziers beklagte, der aber ganz vorzügliches leistete, einfach sagte: „Weiß er was? Sause er auch!" Es ist aber anzunehmen, daß der Kaiser nur gelegentlich und nebenbei auch einmal über den Moholmiß- brauch hat reden wollen, wie er es flüchtig hier und da früher schon getan hat. In seiner Muerwicker Rede liegt übrigens auch wieder der wohlbekannte religiöse Zug. Wir geben hier die eingegangenen Meldungen wieder: M u e r w i ck,21. Nov. Gegen 10 Uhr ging die „Deutschland "mit den sie begleitenden Schiffen auf der Flensburger Föhrde vor Anter. Der Kaiser begab sich an Bord des „Sleipner" nach Muerwick, wo er gegen 11 Uhr eintraf. Die „Württemberg" feuerte einen Salut von 33 Schuß; die Mannschaften paradierten. Der Kaiser besichtigte das in sehr schönen Verhältnissen erbaute Gebäude der Marineschule, das weit über die Föhrde hin eine Zierde der Gegend bildet. Der Kaiser betrat sodann die Turnhalle, wo die Einweihungsfeier vor sich ging. Hier hatten sich die Offiziere, Lehrer und Fähnriche der Schule aufgestellt. Ferner waren anwesend: die Kommandanten der Schisse „Württemberg" und „König Wilhelm", der Kommandant des Füsilierregiments „Königin" in Flensburg, Ober- Bürgermeister Todfen-Flensburg, Vertreter des Magistrates und der Stadtverordneten dieser Stadt u. a. m. Der Kaiser lreß sich den Lehrkörper, solvie die übrigen anwesenden und soeben genannten Herren vorstellen und verlas hierauf folgende Kabinettsordre: Ich will bei meinem ersten Besuche in der neuen Marineschule an die jetzigen SäMer, aber auch an alle nachfolgenden, einige Worte richten über den Seeoffiziersberi^f und über bie Aufgaben beider Erziehung des Seeoffiziers-Nachwuchses. Ich brauche nicht zu betonen, wie sehr mir das Seeoffizierskorps, dessen Uniform ich trage, ans Herz gewachsen ist. Ich kenne eS von meiner frühesten Jugend ab. Ich habe es schätzen gelernt in seinen vortrefflichen Leistungen, in der Führung meiner Schiffe im Jn- tuti) Auslaiide und bei der ganzen Entwickelung der Marine. Jch liebe den Berus, den Sie, meine jungen Kameraden, sich gewählt haben, und ich habe volles Empfinden für alles das Schöne und Stolze, was Ihnen dieser Beruf namentlich in den frühzeitig erreichten selbständigen Stellungen bietet. Aber ich keisj auch, wie viel Entsagung er von dem Einzelnen fordert mw daß ein ganzer Mann dazu gehört, immer mit Freudigkeit den schiveren und verantwortungsvollen Dienst zu tun, der Ihnen zufallen wird. Der Seeoffizier muß sehr viel lerne i; er soll ein gebildeter Mann im allgemeinen Sinne sein und er soll sich ein weitgehendes Wissen aneignen. Das erfordert viele ernste Arbeit über den Büchern und bie ist doppelt schwer nach einem Jahre an Bord, welches Sie in vorzugsweise praktischer Ausbildung und unter den erfrischenden Eindrücken der Auslandsreise zugebracht haben. Denken Sie bei der Arbeit daran, oaß sie nicht nur em Ansammeln von Wissen bedeutet, sondern daß sie auch ein Ausdruck von Pflichtgefühl und Energie ist uitd bamit für die Bewertung der ganzen Persönlichkeit ins Gewicht fallt. UnsereZeitbraucht gan^e, sogar eisenharte Man ner; daher kommt es auf bie Persönlichkeit und den Charakter ht erster Linie an. Diese Charakterbildung zu fordern, ist die wichtigste Aufgabe Ihrer Vorgesetzten, aber es ist vor allen Dingen auch die Ausgabe jedes Einzelnen von Ihnen. Arbeiten Sie sich durch zu einer streng sittlichen, auf religiöser Grundlage ruhenden Lebensanschauung, zu einer der gegenseitigen Verantwortung sich bewußten Kameradschaft, zu ritterlichem Denken und Handeln und umschiffen Sie so die Klippen, anwelchenleiderimmernoch so vielejunge Offiziere scheitern. Begeistern Sie sich an den großen Vorbildern der Geschichte, die Ihnen lehren, daß es geistige Kräfte sind, welche den Sieg erfochten und nicht zuletzt bie Seelenft ä r k e, welche dem G o 11 e s g l a u b e n entspringt. Tann werden Sie, mit hohen Zielen vor Augen, alle Härten und Sck)wierigleiten des Berufes leicht Überwinden und so Offiziere werben, wie ich sie mir wünsche und wie bas Vaterland sie braucht, stolze und wetterfeste Männer im Sturm des Lebens. Im Anschluß an die Verlesung dankte der Direttor der Marineschule namens der versammelten Fähnriche. Hierauf wandte fick der Kaiser nochmals mit einer Ansprache an die Fähnriche, in welcher er sich gegen die Trinkunsitten wandte, welche die Nerven untergrabe. Der Chef des Marinekabinetts gab hierauf eine Reihe von Auszeichnungen bekannt, welche der Kaiser hierauf den betreffenden Herren selbst aushändigte, unter Anderen auch an die anwesenden Vertteter der Stadt Flensburg und an den Erbauer der Schule, Baurat Kelm. Es folgte ein Rundgang durch die Hörsäle, die Lehrmittelsäle, die Wohn- und Schlafräume und die Messe. Ungefähr um 121/4 Uhr verließ der Kaiser die Schule, um später die Rückfahrt nach Kiel anzutreten. Von dort ist der Kaiser um 11 Uhr abends im Sonderzug nach Wildpark abgereist. Der versassunürlamps im englischen Oberhaus. London, 21. Nov. (Oberhaus.) Das Oberhaus ist dicht besetzt. Earl of Crewe sagte bei Beantragung der zweiten Lesung der Bill, die augenblicklichen Beziehungen zwischen beiden Häusern kämen einem dauernden Konflikt gleich. Die Regierung sei gezwungen gewesen, die Veto-Bill einzubringen, da das Oberhaus die Gesetzesvorlagen der Regierung aus Parteirücksichten abgelehnt habe. Das sei ein Spiel, das nicht sür immer so weiter geben könne. Die Reformvorschlägc würden gegen die bestehende Lage keine Abhilfe bringen. Die Regierung appelliere an das Land, daß es die Annahme der Veto-Bill unterstützen möge, um den erwählten Vertretern einer freien Nation- ein vernünftiges Maß von Freiheit wieder zu verschaffen (Beifall bei den Ministeriellen). Lord Lansdowne erwiderte, wenn die Opposition Gelegenheit gehabt habe, Amendements zur Bitt einzubringen, so hätte er dem Hause geraten, die zweite Lesung anzunehmen. Denn die Amendements wären dann vom Unterhause erwogen worden und so würde der Versuch gemacht worden sein, um zu einer Verständigung zu gelangen. Die Bestimmungen der Bill bezüglich der finanziellen Vorlagen seien unvollständig und mangelhaft entworfen. Wenn in der Bill Vorsorge getroffen wäre, daß in der Finanzbill finanzielle Angelegenheiten nicht enthalten sein dürften, so würde er den Lords vorgeschlagen haben, auf ihr gegenwärtiges konstitutionelles Recht zu verzichten, Finanzvorlagen zu behandeln. Lord Lansdowne fuhr fort: Die Bestrebungen über die gewöhnliche Gesetzgebung entsprächen bei weitem nicht den Rechten einer sich selbst achtenden zweiten Kammer. Eine Bill, auch von der größten Wichtigkeit, könne nach den vorgeschlagenen Bestimmungen durch den alleinigen Willen den Unterhauses in zwei oder drei Jahren zu einem Gesetz werden. Ein solcher Plan sei voll von Gefahr. Es sei lächerlich, zu behaupten, daß die Lords gegen die Gesetzes- Vorlage der Regierung Obstruktion übten. Es bleibt uns nichts anderes übrig, fuhr Lord Lansdowne fort, als die wenigen, noch übrigen Tage der Session zu benützen, um zu versuchen, Vorschläge in möglichst einfacher und Rarer Form niederzulegen, die wir geneigt wären, dem Lande zur Regelung der Beziehungen der beiden Häuser vorzulegen. Die hierauf von Lansdowne beantragte Vertagung erregte lebhafte Erregung und führt zu einer scharfen Aussprache Mischen der Regierung und der Opposition, in welcher die Regierung Lansdownes Vorgehen als ein in der Geschichte des Hauses beispielloses bezeichnet. Lord Salisbury erklärte: Lansdownes Vorgehen sei ein Protest gegen die Weigerung der Regierung, zu gestatten, ^daß Amendements von dem Unterhaus in Erwägung gezogen würden. Lord Beanchamp verspottet die unionistischen Peers. Sie hätten zuerst eine Erörterung der Vetobill gefordert und blieben jetzt von ihr davon. Das Verhalten von Lansdowne sei die Reue auf dem Totenbette. Rosebery erklärte: Die Regierung scheine die Lords als schuldig anzusehen, die ohne Beichte und Buße gehenkt werden sollen. Lord Peatland sagte: Die Regierung müsse das Vorgehen Lansdownes als gleichbedeutend mit einer Verwerfung der Bill ansehen. Lord Selborne bestritt diese Auffassung. Die Lords seien bereit, die Bill zu diskutieren, nachdem ihr Gegenvorschlag dem Hause und dem Lande vorgelegt worden sei. Das Oberhaus nahm darauf den Antrag von Lansdowne an und vertagte die Besprechung der Bill auf Mittwoch. Lord Lansdowne kündigte an, daß er am Mittwoch folgende Entschließung beantragen werde: 1. Es sei wünschenswett, Vorkehrungen zu treffen zur Beilegung der Meinungsversckncdttibeiten zwisckien dem Unterbaufe unb dem Oberhause, das nach den Reformvorschlägen von Lord Rosebery um^ubitoen sei. 2. Wenn man uoer Geietzesvottagen, die keine finanziellen seien, sich nicht einigen könne, so soll eine gemeinsame Sitzung beider Häuser zur Entscheidung der Frage stattfinden mit Ausnahme des Falles, wenn es sich um Uneinigkeiten über eine Frage von großer Wichtigkeit handelt, die dem Urteil der Bevölkerung nicht unterbreitet worden sei. In einem solchen Falle sollte bie Angelegenheit der Waylerfthaft zur Eniichcidmig unterbreitet werden und nicht einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser. Tie Peers seien damit einverstanden, bei Gewährung gemeinsamer Sicherheiten auf ihre verfassungsmäßigen Rechte der Rückweisung von Finanzvorlagen zu verzichten. London, 21. Nov. Man glaubt in politischen Kreisen nicht, daß die Vorschläge Lord Lansdownes im Oberhause die Sagt? verändert oder die Auflösung des Parlaments abgewendet haben. Die Ministeriellen erttärten, die Vorlage sei ganz befriedigend und zeige nur, wie groß die Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Parteien sei. Sie sehen in den von Lord Lansdowne angekündigten Entschließungen eher ein bloßes Manifest der Peers als einen Schritt zur Herbeiführung eines Kompromisses und geben der Meinung Ausdruck, daß die einzige Wirkung der Vorlage die sein werde, den Peers eine Erklärung über die Vetobill zu ersparen. Die Unionisten dagegen meinen, daß die auf Seiten der Peeres bekundete Mäßigung im Lande eine gute Wirkung tun werde. Der neue russische Minister des Auswärtigen. Petersburg, 21. Nov. Der bisherige Verweser des Ministeriums des Aeußern, Sasonow, wurde xum Minister des Aeußern ernannt. Sasonow entstammt einer sehr reichen Familie des Gouvernements Rjasan, wo er am 29. Juli 1860 geboren ist. Nach Beendigung feiner Studien trat er 1883 in die Kanzlei des Auswärtigen Amtes ein und ward 1887 erster Sekretär; damals hat er sich vorwiegend mit zentral asiatischen Fragen beschäftigt.' Im Jahre 1890 wurde er Botschaftssekretär in London und chloß sich durchaus den politischen Anschauungen des damaligen russischen Botschafters in London v. Staal an, der damals 3um Ableben Tolstois. Daß der Tod Tolstois in Rußland allerlei Kundgebungen beranlaffen würde, war leicht oorauSzufehen. Rußland ist arm on führenden Literaten unb wenn Tolstoi auch weit mehr durch feine sensationellen Morallehren und allerlei fDlarotten alS durch die Unioerfalität seines Geistes von sich reden machte, so ist er doch einer der bcbeutenbften Geister Rußlands gewesen. Allerdings wurde seine Bedeiitung nicht nur in seiner Heimat außerordentlich überschätzt, sondern namentlich auch bet uns in Deutschland, obwohl wir unter unseren lebenden Dichtern weit mehr bedeutende und fe'ne Köpfe haben, als es Tolstoi gewesen ist. Wir ha'ö§7. j^hon gestern darauf hingewiesen, daß der Graf auch als alter Mann derselbe Aristokrat geblieben i|t, der er alS leichtlebiger Kavallerieoffizier gewesen ist, und auch bie Komödie seiner .Flucht in die Einsamkeit', die er in Begleitung seiüeS Arztes auf den Samtpolstern eineß Abteils 2. Klasse guSsührte, wurde eingehend gewürdigt. Wir geben in folgendem noch bie Nachrichten über einzelne .Kundgebungen und Ehrungen roieber, nut benen der Ber» ftoibene M seiner Heimat bedacht wurde. Die russischen Blätter der Provinz beschäftigen sich cmsschließ- uch mit dem Hinscheiben Tolstois; aus ganz Rußland lausen bei om Hinterbliebenen Beileidstelegramme ein. Vereine und Lehrer- anfwlten werben zu ber Beisetzung Aborbnungen nach Jaßnaja Pohaua entjenben. Die L.ei ch e T 0 lft 0 is wurde heute mittag eingesargt, darauf nahmen bie aus ber Station Anwesenden von dem Ver- ichleoenen Abschied, iiibem sie an ber Bahre vorbeizogen. Um 1 Uhr wurde ber offene Sarg von ben Söhnen Tolstois hinaus- ß^tuacn. Sobald bie Prozemon im Hofe sichtoar würbe, stimmte das Publikum bas Xoteuli^ „Ewiges Angebenken" an. Dem folgte bie Gräfin, goüütt von bem Direttor ber Njagan- Uioiuayn. Um 1 Uhr 4U Min. setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Geiichtszüge Tolüois zeigen gar keine 23er- anduimg. Der Zar über Tolstoi. Petersburg, 21. Novbr. Auf den Bericht des Ministers des Innern über bas Ableben Tolstois machte ber Kaiser eigen- hänbig ben Vermerk: Ich bebauen? aufrichtig ben Tod des großen Schriftstellers, ber in der Blütezeit seines Talents in seinen Schöpfungen vaterländischer Typen der ruhmvollsten Jahre bcs russischen Lebens verkörpert hat. Gott der Herr sei ihm ein gnädiger Richter. Oeffentliche Ehrungen. Unter bem Vorsitz des Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch hat bie Abteilung ber Kaiserlichen Akabemie her Wissenschaften für russische Geschichte unb Literatur in einer Sonbersitzung beschlossen, ber Witwe Tolstois ein Beileibstelegramm zu übetfenben, unb am 1. Januar 1911 eine dem Anbeuten Tolstois gewibmete feierliche Sitzung abzuhalten. In ber Reich sduma hielt der Präsident eine Ansprache, auf den schweren Kummer hinweisend, ber Rußlanb durch bas Hinscheiben Tolstois, bes großen Denkers, Künstlers unb Genies, bes Stolzes Rußlanbs unb bes Ruhmes ber Menschheit, betroffen habe; er schlage vor, das Andenken an den Toten durch Erheben von den Plätzen zu ehren und bie Arbeiten für heute zu unterbrechen. Die Abgeorbneten erhoben sich außer einigen Mitgliebern ber extremen Rechten. Samyslowsky, Mitglied der extremen Rechten, erklärte: Der Tob eines Dcnlers unb Künstlers burje bie s,öc|ü,änguiig der Reichsouma nicht unterbrechen; bie Duma müsse dem Lande bienen, bas sie bezahle. (Zustimmung rechts.) Außerbem habe Tolstoi in ber letzten Zeit Kirche, Staat, Familie und Eigentum negiert und sei im Bruche mit ber Kirche gestorben. Eine Ehrung burch die Duma sei eine Herausforberung ber Kirche. (Beifall rechts.) Wiberspruch im Zentrum.) Tolstoi habe bie Staatseinrichtungcn, insbesondere die Duma bekämpit. — Der Antrag des Präsidenten wurde bann mit großer Mehrheit gegen einen Teil ber Mitglieder ber extremen Rechten unb einiger Nationalisten angenommen und bie Sitzung geschlossen. Danach hielten sämtliche Fraktionen bem Hüischeiden Tolstois gewibmete Versammlungen ab. Die Sozialbernokraten unb bie Gruppe ber Muselmanen scmtten an bie Witwe Tolhois Be.lewsd.p scheu. Pro^cssisten unb Stab t en beidj s en zur kJlXtwluU.u — ul ul1 «x.. , unU flU Utl- fenben. Die Kadetten beschlossen außerdem, am 25. November einen GeietzenUvuri eutzuprittgen, daßTolstojs Beerdigung aus Staatskosten geschehe unb daß der Todestag als Na*.( tionaltrauertag anerkannt werde. Die Mitglieder der äußersten Rechten reichten beim Tumapräsidenlen einen Protest ein, weil er die Ehrung Tolstois, und die Unterbrqchvm.g ber Dumasitzung zugelassen habe. Petersburg, 21. Novbr. Nach einer Gedächtnis^ feier für Tolstoi in ber Universität zogen 3000 Studenten vor bas Gebäube bes Heiligen Synod, um eine Demonstration zu veranstalten, würben aber von ber Polizei baran gehinbett. In Moskau würben im Gegensatz zu den Katholiken von den Lutheranern, Juden und Muhamedaneni GebächtnisgoUesbienfte für Tolstoi abgehalten. — Ein Achtzigjähriger. Der bekannte Bildhauer Professor Kaspar Ritter von Zumbusch in Wien feiert am 23. ds. Mts. seinen 80. Geburtstage Sein Geburtsort ist Herzebrock in Westfalen. 1848 kam er nach München und arbeitete dort im Atelier von Halbig. 1849 unter-. nahm er unter Halbigs Leitung eine Studienreise nach Italien und arbeitete feit 1853 selbständig. 1857—58 hielt er sich zum zweiten Male in Rom auf und wurde 1873 als Professor an die Kunstakademie in Wien berufen. Von seinen zahlreichen, meist der öffentlichen Denkmalskunst an* gehörenden, Werken seien genannt: Rumforddenkinal in München, Denkmal König Maximilians II. in München, Beethovenden.mal in Wien, Maria-Thcresia-Denkmal da selbst, Radetztydettkmal daselbst, Erzherzog Albrecht-Denkmal daselbst, Sieges- und Friedens-Denlmat in Augsburg, Kolosfalstatue Kaiser Wilhelms I. an der Porta Westfalica, Denlmal des Herzogs Bernhard von Meiningen, Denllnat Billroths in Wien, Porträtbüsten von R. Wagner, Liszt, Moltke, Minister Stremayr, Erzherzog Stephan, Kaiser Franz Joseph, v. Zmnbusch ist Mitglied des öftere. Herrenhauses, Ehrenmitglied der Aiademien in Wien, Berlin, Müncheii, Dresden, Mudrid und des Institute de France ufw. Aon eifrig, wenn auch vergeblich für eine Annäherung Englands an Rußland tätig war. Safonow gilt auch heute noch für einen der wärmsten Verehrer Großbritanniens unter den russischen Staatsmännern und hierin decken sich seine Anschauungen durchaus mit jenen Iswolskis. Nach seinem ersten vierjährigen Aufenthalt in London, kam Sasonow als Sekretär zur russischen Vertretung beim Vatikan, wo er volle zehn Jahre blieb und für seine verdienstvolle vermittelnde Tätigkeit zum Kammerherrn ernannt wurde. 1904 kam er als Botschaftsrat wieder nach London zurück und arbeitete hervorragend an der Schaffung der britisch-russischen Verständigung über Persien und Afghanistan. Doch schon 1906 wurde er zum Ministerresidenten am Vatikan ernannt unter Beförderung zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister. ?lls dann nach der Einverleibung Bosniens durch Oesterreich- Ungarn der damalige erste Gehilfe Iswolskis T s ch a r y k o w zum Botschafter in Konstantinopel ernannt wurde, erfolgte die Rückberufung Sasonows ins Auswärtige Amt an der Seite Js- wolskis. Hier soll er besonders rege an den letzten Verhandlungen zwischen Japan und Rußland, an der Leitung der russischen Politik in Persien und am Sungarivertrag mit China mitgewirkt haben. £>eutjd?c» Neich. Die Verhandlungen über das Zuwachssteuergesetz zwischen der Regierung und den Vertretern der Reichstagsparteien, die am gestrigen Montag zu Ende geführt wurden, trugen lediglich informatorischen Charakter und hatten den Zweck, die strittigen Punkte der Materie tfar zu legen, um eine schnellere Verabschiedung des Entwurfs zu gewährleisten. Die Regierung legt großen Wert darauf, über die endgültige Gestaltung der Materie möglichst klar sehen zu können, da bekanntlich die Ausgaben für die Heeresvorlage aus den Steuern dieser Vorlage gedeckt werden sollen und bei einer Verzögerung in der Verabschiedung, die immerhin möglich ist, die Regierung sich für die Ausgaben zur Verstärkung des Heeres nach neuen Deckungsmitteln umsehen müßte. Aus Dijon wird gemeldet: In der letzten Woche erbrachen an einem noch nicht festgestellten Tage Vandalen die Einfriedigung des Denkmals, das zu Ehren der gefallenen Offiziere undSoldatendespommerschenJnfanterle-Regi- m ents Nr. 6 1 auf der Ebene von PouUly-les-Dijon errichtet ist. Die Uebeltäter durchlöcherten mit Revolvers cpüff en die an dem Monument angebrachte Gedenktafel. Das Monument liegt mitten im Felde fern von jeder Behausung. Die Gemeindeverwaltung wird für die Wiederherstellung des Denkmals sorgen. Ausland. Zu einer Depesche des Berliner Berichterstatters des Pariser „Motin", welche dem General Keim eine Erklärung in den Mund legt über einen angeblichen Vertrag, den die Dreibundmächte vor zwei Monaten in Turin unterzeichnet hätten und der ihre gegenseitigen Interessensphären auf der Balkanhalbinsel abgrenze, erklärt die „Tribuna": Sie wisse nicht, ob General Keim diese Erklärung abgegeben habe. Aber sie wisse auf jeden Fall, daß sie der Wahrheit direkt entgegengesetzt sei. Zunächst sei überhaupt keine Erneuerung des Dreibundvertrages unterzeichnet worden, da nichts eine vorzeitige Erneuerung nötig mache, weil nichts daran zweifeln lasse, daß der Dreibundvertrag bei seinem Ablauf erneuert werde. Ferner sei bei den Besprechungen des Marquis di San Giuliano mit dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg und dem Grafen Aehren- thal ein neues Balkanabkommen weder getroffen noch in Betracht gezogen worden. Eine Prüfung der Lage zeige, daß die drei Staaten in ihrer Ansicht überein stimmten, daß die Tatsache, auf die es ankomme, die Aufrechterhaltuna des ftatus quo es fei, welche die hauptsächlichste Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens bilde. Die „Tribuna" hält die Depesche des „Matin" für einen Versuchsballon ähnlich wie benienigen über die angebliche Militärkonvention zwischen der Türkei und Rumänien. Auch ,,'Giornäle d'Jtalia" hält die Nachricht des „Mätin" für ein Phantasiegebilde. T)er französische Kabinetksrat verständigte sich über den Gesetzentwurf betr. die Unterdrückung der Sabotage. In der französischen Kammer forderte am Montag bei der Beratung über das Finanzbudget Sembat (Geeinigter Sb- zialist) Maßregeln, um der Aufsaugung des französischen Kapitals durch das Ausland Einhalt zu tun. Zu der Frage der verschiedenen Anleihen bemerkte er, Frankreich hätte sich vielleicht doch mit der Türkei einigen können. Es habe .ihn enttäuscht, sehen zu müssen, daß die Türkei an eine andere Stelle sich gewandt als an Frankreich, welches allein der Türkei ein aufrichtiger Freund fein könne. Er müsse die Haltung Frankreichs tadeln, da es auf die ungarische Anleihe erst verzichtet habe, nachdem die Presse sich gegen diese gewandt habe. Der Finanzmini ft er antwortete, er müsse bei diesen Fragen die gebotene Zurückhaltung üben. Er könne nur sagen, daß er Fragen dieser Art scharf im Auge behalten werde, damü bei ihrer Lösung die Interessen Frankreichs möglichst gewahrt wurden. Deutsche Aolouien. Koloniale Gesetze. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Vorarbeiten für eine Reform der Kolonial- gesetzgebung find im Reichskolonialamte vorläufig noch nicht abgeschlossen worden. Es besteht die Absicht, eine solche Vorlage dem Reichstage erst in späterer Zeit vorzulegen, da als Vorbedingung für eine solche Reform die Verabschiedung des dem Reichstage vorliegenden Gesetzes über die Errichtung eines obersten Kolonialgerichtshofes gilt. Die unter Dernburg gemachten Vorarbeiten zur Reform der Kolonialgerichtsbarlett dürften wohl auch kaum in allen Punkten Berücksichtigung finden und sollen einer gründlichen Umarbeitung unterzogen Werdern Dagegen ist eine Novelle zum Schutztruppe n- gesetz vorbereitet worden, die dem Reichstage wahrscheinlich noch vor den Neuwahlen zugehen wird. Die Novelle will in allen .afrikanischen Schutzgebieten das militärsche Kontrollwesen ausbauen und in Verbindung damit für Südwestafrila zunächst einen Beurlaubtenftand für Offiziere und Mannschaften bilden. Au» Stadt und Saud. ^9icuen, 22. November 1910. In eigener Sache. Die gestrige Nummer unseres Blattes ist leider etwas später als sonst ausgetragen worden, da ein Maschinendefekt unseres Betriebes, der sich seit etwa 14 Tagen bemerkbar machte, erst Ende dieser oder Anfang nächster W^che völlig beseitigt werden kann. Wir haben schon vor einigen Tagen unsere Leser deshalb um Nachsicht gebeten. Uns kommt nun ein Flugblatt, unterzeichnet „Der Vorstand der fortschrittlichen Voltsparte i", zu Gesicht, in dem im Zusammenhang mit dem Maschinendefekt des Gießener Anzeigers von einem „Schelmenstück schlimmster Art" gesprochen wird. Im Anschluß an Vorwürfe gegen die Nationalliberalen heißt es nämlich unter sensationeller Hervorhebung im Truck, in dem Flugblatt wörtlich: Tiefe Heuchelei wird heute durch ein Schelmenstück schlimmster Art, dessen nur nationalliberale Führer fähig sind, von diesen unter b t e n ft e r g e b e n ft e r Mitwirkung einer zur rechten Zeit zerbrochenen Maschine tzeZ Gießener Anzeigers auSgeführt, In vielen Hausern wartet man um 4, ö, 6 Uhr auf den (Siebener Anzeiger. Er erscheint nicht. Erst um halb 7 Uhr wird ^r ausgegeben. Warum dies alles?! Damit man in einem eine ganze Spalte des Anzeigers füllenden Pamphlet in der gestrigen Versammlung längst widerlegte Unwahrheiten nochmals behaupten kann in der Hoffnung, sie könnten nicht mehr widerlegt werden. Wenn der Vorstand der fortschrittlichen Volkspartei zu solchen unwahren Behauptungen und solch verwerflichen Mitteln greifen zu müssen glaubt, so scheint uns die Zeit gekommen zu sein, wo die Mitglieder der fortschrittl. Volkspartei sich fragen müssen, ob sie mit einem solchen Vorstand fernerhin noch Zusammenarbeiten wollen. Der Verlag des Gießener Anzeigers wird sich natürlich Vorbehalten, gegen diese Absicht einer Geschäftsschädigung alle erforderlichen Schritte zu tun. ** Tageskalender für Dienstag, 22. November. Stadttheater: Vollsvorstellung: »Ter Kaufmann von Venedig/ Anfang 8 Uhr. w **DieStadtverordnetenwahken haben heute vormittag 11 Uhr ihren Anfang genommen. Da die Wahlhandlung bis abends 7 Uhr dauert, seien alle Wahlberechtigten, die bis jetzt noch nicht abgestimmt haben, nochmals an ihre Bürgerpflick)t erinnert. Gerade bei den Stadtverordnetenwahlen sollte für jeden Bürger das Wahlrecht auch eine Wahlpflicht fein, denn mehr und unmittelbarer greifen die Beschlüsse des Stadtparlaments in die Verhältnisse jedes einzelnen ein, als die des Reichs- und Landtags, wie auch umgekehrt der Einfluß jedes einzelnen Wählers auf die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung größer ist, wie bei den Reichs- und Landtagswahlen. •• Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Föching, Regierungsbezirk Oberbayern, und aus Trommetsheim, Regierungsbezirk Mittelfranken. Landkreis Gießen. f Garbenteicy, 22. Nov. zoet der heute hier vorgenommenen Beiaeordnetenwahl wurde Landwirt Joh.W a l- b o 11 HL mit 72 Stimmen gewählt, fein Gegenkandidat, llntererheber Joh. Hinderländer, erhielt 70 Stimmen. Der seitherige Beigeordnete, Wagnermeister Johs. Schwarz II., hatte eine Wiederwahl abgelehnt. Kreis Büdingen. = Büdingen, 21. Nov. Zum ersten Male besuchte Ende voriger Woche der Chef der Schulabteilung im Ministerium, Geheimerat Süffett, begleitet von Geh. Ober- schulrat No d nagel, das hiesige Wotsgang-Ernst-G y m- nafium. Beide Herren verweilten in einigen Klassen beim Unterricht eine Zeitlang. -1- Tübingen, 21. Roo. Die Betriebseröffnung des Gaswerks, der allenthalben mit Jnteresie entgegen» gesehen wurde, ging am Samstag ohne Störung vor sich. Am Vormittag wurde mit der Montierung der Beleuchtungskörper an den Straßenlaternen begonnen, und unmittelbar daran schloß sich die Beleuchtungsprobe, so daß schon von dlhitag ab das neue Licht tn allen Stadtteilen die Betr'?bs- eeöffnung verkündete. v Kreis Schotten. --- Schotten, 21. Nov. iu.au.) Beschluß des Kreisausschusses werden die Kreis ft raßen vom Ritzebügel bis zur Poppe st ruty der Straße Schotten- Ulrichstein-Rebgeshaiu, Michelbach-Breungeshain wegen des Scyneesailes für den Vermehr gesperrt. Soweit die Tätigkeit der Bediensteten der Kreisstraßenverwaltung für die Offenhaltung der nicht gesperrten Kreisstraßen bei Schneeverwehungen nicht aus reicht, sind die Gemeinden, und zwar zunächst jede innerhalb ihrer Gemarkung und erforderlichenfalls auch die benachbarten verpflichtet, zur Offenhaltung der Straßen Hülfe zu leisten. Für die geleistete Hülfe wird vom Kreis Vergütung gewährt. Kreis Wetzlar. △ Dudenhofen, 21. Rvv. Die Gemeinde Dutenhofen h Prozent gehen nach ariswarts.^ Die Bedelitung des Arislands für Deckung des Brot- und Freischbedarfs für Deutschland war niemals geringer als jetzt. Der Gesanitbrotkornverbrauch betrug für den Kopf der Bevölkerung 224 Kilo, davon lieferte der deutsche Acker laut statistischem Ausweis 210 Kilo, der Bezug vom ^Ausland war demnach nur 6 Proz. Tanir war der Verbrauch von 203 Rilo für den Kopf im Jahr 1812 auf 224 Kilo im Fahr 19 >8 gestiegen Bei der Fleischproduktion haben mir dasselbe Bild, in Prozenten brauchten wir vom Ausland an Fleism i872 5,2 Proz., un Fahr 1908 6,6 Proz. Dagegen ist der Verbrauch vom Fahr 1872 bis 1908 von öä Kilo auf 53 Kilo für den Kopf gestiegen. Ein Beweis, daß die dentsche ^andivirtschaft den gesteigerten Äniorderimgen vollkomnien getvachsen ist, mir sogar heute schon, wenn der Verbrauch derselbe geblieben wäre wie nn1.1872,Ueberproduktion hätten. Die Produktion an Fleisch ist entsprechend der Bevölkernngszunahine m den oben angegebenen Jahren von 1592 'Millionen Kilo auf 3339 Millionen Kilo gestiegen, und daß wir heute noch dasselbe Verhältnis haben, beweist die Statistik des kaiserlichen Gesiindhelts- amts, nach dem ergibt sich, daß im 2. Vierteljahr 1910 entgegen dem gleichen Zeitraum von 1909 an Pserbeileilch mehr 19270 Kilo an Rindfleisch 897430 Kilo, an Schweinefleisch 1067 430 Kilo zum Verbrauch bereit standen, dagegen war der Verbrauch an Kalbfleisch in demselben Zeitraum etwas zurückgegangen, ivas seinen Grund jedenfalls jene darin hatte, daß nach dem futterarmen Jahr 1909 weniger Kälber zum Schlachten abgegeben wurden, dagegen mehr zur Zucht Verwendung fanden. Alle diese Zahlen beweisen doch wohl zur Genüge, daß dem Mehrkonsum das entsprechende Angebot heule noch gegenüber steht und von einer Unterernährung wohl mcht die Rede sein kann. Von einer Gegenerklärung glaubte die Versammlung Abstand nehmen zu können, zumal der Regierung die angegebenen Zahlen genau bekannt sind, sich auch wohl kaum zu Maßregeln dränaen laßt, die unjerm Viehbestände in der heutigen kritischen Zeit, und damit der Bevölkerung ein eminenter Schaden zugesügt werden könnte. (ßcridHsfaaL ** Gießen, 22. Nov. Tie Angelegenheit gegen den R e ch t s a n w a l t E., die über 3 Jahre anhängig war, hat damit geendet, daß ihm wegen Verstoß gegen 'die anwaltlichen Pflichten vom DiszipttnargerichtS^of ein Ver^ weis und eine G e l d st r a f e v o n 1 ö 0 M k. auferlegt wurde. Sport. --- Fußball. Am Sui.isiag spielten auf dem Trieb die IIL Mannschaften des Wetzlarer Gymnasiums gegen die III. Schülermannschaft des V. f. B. Gießen. Halbzeit 2:0 für Wetzlar. Mit 3:2 konnte die noch jugendliche Mannschaft des B. f. B. das Spiel für sich entscheiden. Am Sonntag standen sich die I. Mannschaften des B a l l s p i e l t lu b Gießen und des V. f. B. Gießen im Meisrerschastsspiel aus dem Triev gegenüber. Das Hpiel litt sehr unter der Witterung. Nach überlegenem Spiel siegte V. f. B. mit 6 :1. me Bchniitil. u. Vt rpileKim*. IMatikur. lD’-,Pc24'3uC0 für Minderbemittelte.) Prospekte franko Or.M. Schulze-Hah|eySR. Nervenarzt. Sanatorium Hofhdim Taunus, SmHumI u. Bel. u< |;ll ne-ie Gees: n warmr- ui ,j kalte Liecrehalb WintPrUlll* für ? geschützte Lac-3 am VVHltei Kur IUr Südebh. d Taunus. BehagL eingericht. kL Anst. S F <> z 1 al !iei laust alt. Ceutr. Heiz. Kleine Tt>".c--chroniL Bei Wesel stießen gestern abend auf dem Rhein die Dampfer „Egon" und Nordcap" zusammen. Der Dampfer „Egon" wurde nur wema beschädigt. „Nordcap" sank sofort. Tte beiden S ö h n e des Kapitäns im Alter von 8 und 20 Jahren ertran- f e n vor den Augen ihrer Eltern. Die Frau des Kapitäns erlitt einen Beinbruch. Der Münchener Referendar Etzel, der kürzlich die Tochter eines Justizrats entführte, wurde am Samstag in Spanien b er haftet. In feinem Besitze fand man 200 000 Mark, Die ebenfalls festgenommene Entführte wird ihren Eltern zu^ geführt werden. In Kiel erhängte eine Witwe gestern aus N a h r u n g s - sorgen ihren zwölfjährigen Sohn und sich selbst. Das englische Schloß Lees Court in der Nähe von Faversham, wo Prinz Heinrich von Preußen noch vor kurzer Zeit als Gast wellte, ist gestern gänzlich niedergebrannt. Die Bewohner konnten nur mit knapper Not ihr Leben retten. Wetterauöstchten in peffeu am Mittwoch dem 23. Novbr. 1910: Wolkig, noch Schneefälle, nordwestliche Winde, etwas kälter. Letzte Nachrichten. S Ossenbau-, _2. Nov. oeioicmord Beruhte gestern abend in einem hiesigen Gasthof der Musketier Michel von der 12. Kompagnie des in Mainz liegenden 87. Infanterie* Regiments. Anscheinend war das Motiv der Tat Furcht vor einer geistigen Erkrankung. — Eine P r o t e st v e r s a m m l u ng der hiesigen Katholiken gegen die Angriffe des römischen Bürgermeisters Nathan auf das Papsttum, die von 1000 Personen besucht war, sandte nach einem Vortrag des Domkapitulars Bend ix ein Ergebenheitstelegramm an den Papst ab. Wildpark, 22. Nov. Der Kaiser ist heute vormittag 7.40 Uhr auf der Station Wildpark augekommen und hat sich nach dem Neuen Palais begeben. Paris, 22. Nov. Der Herzog von Orleans ließ erklären, daß er dem Attentat aus den Ministerpräsidenten Briand vollständig fernsteht. Kristiania, 22. Novbr. Aus Anlaß der Meldung aus dem Haag, daß die norwegisch-holländischen Verhandlungen über den Schiedsgerichts vertrag ergebnislos verlausen sind, ist N o r s k Telegrammbureau in der Lage, mitzuteilen, daß man norwegischerseits stets bei Verhandlungen mit sremden Mächten über den Abschluß allgemeiner Schiedsgerichtsvertrage von dem notwendigen Prinzip ausgegangen sei, daß man dem Schiedsgericht Fragen unterwerfen tonne, die die Unabhängigkeit und Integrität eines Reiches betreffen. Holland habe- indessen einen Vertrag gewünscht, der die Zuständigkeit des Schiedsgerichts auf alle Zwistigkeiten, die möglrcherwei.e entstehen könne«, ohne Vorbehalt ausdehnen sollte. K o n ft a n t i n o p e l, 21. Novbr. In der Kammer kam d heute zu einer erregten Auseinandersetzung, weil sich nachträglich herausgeftellt hat, daß bei der in der letzten Sitzung erfolgte Annahme der Vorlage betreffend die Beibehaltung des Paßzwanges drei ungültige Stimmzettel den Prostimmen zu- gezählt wurden. Bei der erneuten Abstimmung, die man heiiÄ vornahm, wurde der P a ß z w a n g mit 35 gegen 78 Stimmen! aufgehoben. Ter Deputierte für Uesküb, (5njh. cy^arte; er lege fein Mandat nieder, weil er nicht dulden fönne., daß » Grenze Bornbenwersern und Komitadschi gebfmet werde. Muller und Kinder gedeihen pruchlig! Berlin N. 39, 16. April 1910. Mit Ihrem Nährpräparat „Biosan''' habe ich an meinen beiden tleiiien Kinder»! und mir selbst die gü« stigften Erfolge erzielr. Sen dem Gebrach vorzüglichen Pri^ vaiatcd fühle ich mich recht frisch und tnmiß und meine beiden Kleinen gedeihen inadjtig; man ueht es an den Hellen, »uauzende« Augen! Ich werde niemals em anderes Präparat gebrauchen, W alle, die ich bisper tamue, nn Geschuias nicht fo gut, dagegen viel, teuerer waren, was bei langerein ooer windigen Geö.auch W Hausoalt eine groge Rolle spielt. Hochachtungsvoll! Frau W Schmid», imtmcmaBc 22. Unterem dcn.auvigt: t)uui«M Moritz Raitorvsti, Notar. Biofon ist das beste und billiultk Krastiguiigsniiltet. Paket 3 Mk. in Myometen, Drogerien. tbNk Biograph Kolon y Giessener Konzert-Verein Erster Kammermusik? Abend Ei« MetWts Lkmimenl ist mr defekt zu werden! wegen solch autzergewöhnllcher Elastizität, sehr langer Brenndauer bei gleichmäßigem Gasverbrauch und wegen seines ruhigen, brillierenden Lichtes ist der Bruno-Glühstrumpf der Liebling jeder Zamilie geworden! Vie sehr preiswerten Bruno-Glühstrümpfe find in allen einschlägigen Geschäften erhältlich! Such weist die Bruno-Gesellschaft m. b. h., Berlin, Liebenwalderstr. 10 Verkaufsstellen bereitwilligft nach! 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Ehallier, sowie an der Abendkasse. Studierende zahlen an der Abendkasse halbe Preise. (v28/11 taM-teeioe Hiessen. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs Donnerstag, 24. November, abends Sx/2 Uhr hetiÄer Kommers im Solei Schätz. Vc^insadzelchen sind anzi,legen. D”/tl Die Vorstände der Hasfia-Bcreine Berichtigung Konsumverein Taubringen u. U. Genossenschaft m. b. H. Bilanz am 31. Dezember 1909. Aktiva. Aü ^assenbesland 611.35 „ Waren-Borrat zum Euikallf 3 915.72 * Ailsnunüe 3 473.68 „ Vergleich aus früheren Jahren 1 6 0.— » Mobiliar 4>9.47 .. Uiiterlnlanz 2 49o. 5 . 12 .135.3 < Passiva. jt Per Kreditoren 9 632.57 „ AiNgcnonimene Kapitallen 1050.— „ Geschailsgiilhaben 1816.— , Guthaben des Lagerhalters 36.80 12 535 37 Tie Geschäfts-Guthaben Ijaben sich von 1908 auf 19u9 mdn vermehrt und nicht verinindert. Am Iahresschlug 19u9 ijauen die Oieiiojien für Alk. 2550. — Haftsumme ausznkouuneu. Tie Ursache der Unteibilaiij rührt aus dem Verluste durch Vrandunqlück zc. her. ß-iuu Wilhelm Wagenbach. Ludwig Grölz. S. Ant. Dvoräk. Bauerfscner Oefl'nung des Saales abends Gd/< Uhr. vn/u Kinematograph Bahnhofstrasse 54 09746 Bahnhofstrasse 54 Wigandt. Wacker. B“/1! 3 Zimmer Zimmer 097u2) Bruchitrage 1111. 6L>7 Sud Anlage 14. MARKE SCHUTZ- sWWWUWMr Putze nur mit UWWWWs Wietge suche StflUiiWiul# (Offrnr Strllni Globus |Bgster.%taHputz derzeit 1. Dez. klein gut mobl. Zun. zu verm. (09/61) bravenur. 411. L. ran Beethoven, Cyril Scott. @a5 oder ciemiiüjes fciüjt erwünscht. Schrillt. Angebote unser 09/42 an den Gießener Anzeiger erb. 09*11) ^)amm,tr. 2a. eine xteppe. 09678J Mövl. Zimmer, auf Wunsch mll'Venlion, ev.auch an Dame, blü. zu verm. Hammirr. 181x1 (Aeub.) Einfach mobl. Zimmer z. verm. Lvcgcn ^Loocssall wird einem tüchtigen Metzger die Gelegenheit gebot., einzuheiraten in eine gut gehende Metzgerei u. Wirtschaft in einemgr'öü.Vertehrs- ort. Schriftl. 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November, abends S»/, Uhr, wird in Stein’s Saalbau das Mitglied des Gesamtvorstandes des Deutschen Ostmarkenverems WMW Hüll' KUMM! z.ü.kj.WBi'W»M heutigen DkiiHuuc liegt eine oeilage uec Motoreu-Fabrik Oberursel A.-G. in Oberursel über selbitjahrende Holziäge- u. Dresch-Lokomobilen bei. „Die Ziele der preussischen Ostmarkenpolitik“ halten. Im Auftrage des Zentralausschusses beehrt sich der Unterzeichnete, die Giessener Bürgerschaft zu dieser Veranstaltung ergebenst ainzuladen. Auch Dainen sind sehr willkommen. philosopliemld. Morgen Mittwoch den 23. Nov. Schlachtfest morgens Wellfleisch mit Kraut, abeuos von 6 Uhr ab Metzelsuppe. taSlairtr hiessen Direktion: Hermann Steingoetter, Ticustag deu 22. November, abends s Uhr Volts-Borstellung Zer kLulmm non Venedig von William Shalessveare. Ende nach 1U1/, Uhr. (a0/11 Mittwoch den 23. November, abends 7 Uhr 6. Mittwoch-Abonn.'Borstellung Taifun von Melchior irengyel. Ende U8/« Uhr. Posten Gummischuhe recht zahlreich zu besuchen. Eintritt irei! WMöl IM. Wir machen unsere Mitglieder aus den am 23. dS. MtS., abcudS 8d/* Uut In Steins Saal itait« sindenüen Bort rag des Ostmar- reuverems über „Iie Ziele Ser prellbischeo LMsrleiiPiilll" von Erzell. Müller, Wiesbaden, ausmerlsam und bitten um rege Oeffentlicher Vortrag «”®Htt»o* ben 23. »lobember abeudS 8'/, Ubr im Saale des votcl Schutz über , die freie LchlllgMillde Wilkettdirs-eia neuer LAltPllö t von Dr. G. Wyneten, Borst vender des Bundes für Freie Schul' gemeinden. Eintritt 30 Pfg. (D*/u) Diskussion. 690 CDtief® Chevreau 6^90 ---- Lackkappe, Derbyschnitt . . .....Mk. KB----- 150 Damen-l^ederpaiiloffel *>75 ===== sehr warm geiüttert.........Mk. M»--------