Nr. 172 Zweites Blatt 160. Jahrgang Dienstag 26. Juli 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener Familienblätter" roerben dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheßen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Birch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen» Das Tabaksteuergesetz und seine Folgen. Heber die Folgen des Tabaksteuergesetzes vom vorigen Sommer gehen widersprechende Meldungen durch die Blätter. Die „Köln. Ztg." gibt über die Verhältnisse in der Tabakindustrie eine ausführliche Darlegung wieder, die ihr von sachkundiger Seite zugegangen ift Die Aus- sühritngen lauten im Auszuge wie folgt: Nachdem in den Kalenderjahren 1898 bis 1902 die durchschnittliche Jahreseinfuhr unbearbeiteter Tabakblätter 580 000 dz getragen hatte, fand in dem folgenden Jahrfünft 1903/07 eine starke Steigerung auf durchschnittlich 660 000 dz statt. Diese Menge wurde vom Reichstag als maßgebend für die Einfuhr im Beharrungszu stände, wie er sich in der Folgezeit nach Inkrafttreten des Gesetzes ergeben wurde, angenommen. Daß die Erreichung der für den Beharrungszustand angenommenen vollen Einfuhr von 660 000 dz ausländischer Tabakblätter nicht schon für das Jahr 1910 wahrscheinlich war, konnte aus den durch ungewöhnliche Erscheinungen gezeitigten hohen Einfuhrmengen der beiden Jahre 1908 und 1909 erkannt werden, in denen eine Einfuhr von insgesamt 1 510 000 dz stattgefunden hatte und somit eine über das Normalmaß hinausgehende Menge von 190 000 dz der Fabrikation zur Verfügung gestellt worden war. Inwieweit die Mehreinfuhr von 190 000 dz von der im Jahre 1908 und ganz besonders im Sommer 1909 ungewöhnlich lebhaft arbeitenden Fabrikation ausgenommen wurde, inwieweit sie nur den spekulativen Vorversorgungen vieler Fabrikanten diente, die auf ein Ausbleiben der Nachverzollung des Rohtabaks gerechnet hatten, bleibt hierbei ohne Bedeutung. Jedenfalls mußte die das Normalmaß um 190 000 dz übersteigende Mehr einfuhr der Jahre 1908 und 1909 entsprechend die Einfuhr des Jahres 1910 herabdrücken. Auch die Schwankungen der Jahresmengen des in Deutschland geernteten Tabaks können für die vorliegende Berechnung außer Betracht bleiben, nachdem das ungefähre Gleichbleiben des aus dem deutschen Tabak jährlich gewonnenen Steueraufkommens auch ein ungefähres Gleichbleiben der tatsächlich jährlich zur Verarbeitung gelangenden Mengen deutschen Tabaks für die letzten Jahre deutlich gemacht hat. Nach den vorstehenden Ausführungen wäre ein Sinken der für den Beharrungszustand erwarteten vollen Einfuhrmenae von 660 000 dz um die vorangegangene Mehreinfuhr von 190 000 dz auf etwa 470000 dz im Jahre 1910 nur als die natürttcho Folgeerscheinung vorangegangener Ueberspannungen der Handelsund Fabrikationstätigkeit anzusehen gewesen. Da sich indessen auf Grund der Handelsstatistik für das Kalenderjahr 1910, anstatt der wahrscheinlich gewesenen Einfuhrmenge von nur etwa 470 000 dz, bereits eine Einfuhrmenge von etwa 620 000 dz erwarten läßt, so kann erfreulicherweise kein Zweifel mehr bestehen, daß dank der Aufnahmefähigkeit des deutschen Konsums der nach den Vorversorgungen (sowohl mit Fabrikaten wie mit Rohtabay unausbleiblich gewordene natürlicheRückschlag auchnicht nn entferntesten den Umfang angenommen hat, der nach der Maßlosigkeit der vor Inkrafttreten' des Tabak st euergesetzes gemachten Bestellungen zu befürchten stand. Was das Maß der Vorversorgungen mit genußfertigen Tabakserzeugnissen anbetrifft, die von den Händlern und dem Publikum beim Inkrafttreten des Tabaksteuergesetzes vorgenommen wurden, so wurde es nicht richtig^ sein, hierbei nur die angespannte Fabrikationstätigkeit im Sommer 1909 ins Auge zu f assen. Mit wie zahlreichen Ueberstunden und wie umfassender Ein-, stellung aller nur erlangbaren geeigneten Arbeitskräfte auch von den meisten Zigarrenfabriken in dieser Zeit gearbeitet wurde, so würden doch allein hierdurch noch nicht die großen Bestände der zum alten Steuersatz hergestellten Tabakerzeugnisse zu erklären fein, die noch viele Monate hindurch bei Händlern und Konsumenten vorhanden waren, zum Teil noch heute zu finden sind.. Die lange Zurückhaltung der Händler gegenüber den Fabrikanten, die seit dem Inkrafttreten des Tabaksteuergesetzes beobachtet wurde, erklärt sich vielmehr in zwangloser Weise daraus, daß am 15 August 1909 die Fabrikation neben den während der letzten zwei Monate in großen Massen neu hergestellten Erzeugnissen auch ihre alten Vorräte nahezu vollständig an die Händler ausverkauft hatte. Während die Fabrikanten bis dahin im allgemeinen stets über ein Lager von Fertigerzeugnissen verfügten, das ungefähr einer einen Zeitraum von drei Monaten umfassenden Produktion entsprach, waren diese Vorräte Eiserne Bestände) bei Inkrafttreten der Steuer- erhöhung in den Besitz der Händler übergegangen, die ihre Einkäufe in stürmischer, vielfach völlig wahlloser Weise besorgt batten, nachdem die schließliche Abstandnahme von einer Nachversteuerung inländischer Fabrikate unzweifelhaft geworden war. Neben diesen eine Produktion von drei Monaten darstellenden! Vorräten, um die sich plötzlich die Lager der Händler vermehrten, kommt ebenso des weiteren in Betracht, daß auch in gewöhnlichen Zeiten die Händler s e l b st wieder fortlaufend ein Lager (eisernen Bestand) unterhalten, das einem dreimonatigen Umsatz entspricht. Etwa, Um diese Zeit des Inkrafttretens der Steuer hatten demnach die Händler im allgemeinen ein Lager alter, d. h. von dem neuen Steuersatz noch nicht betroffener, Waren für eine Konsumperiode von sechs Monaten am Lager. Rein rechnerisch ergibt sich also, daß, wenn die Fabrikanten sechs Monatelang nichts hergestellt und die Händler während dieses Zeitraums lediglich ihre Bestände ausverkauft haben würden, die in die Hände der Konsumenten gelangten Vorräte zur Deckung des üblichen Bedarfs vollauf gereicht hätten und selbst bei einem derartigen Stillstände der Fabrikation noch keinesfalls von einem R ü ck- gange des Konsums an Tabakerzeugnissen hätte gesprochen werden dürfen. Daß in der Praxis Händler und Fabrikanten sich im Interesse der späteren Regelmäßigkeit des Betriebsfortganges nicht bis zu diesem äußersten Grade von allen Vorräten entblößen können, braucht kaum begründet zu werden. Indessen muß es nicht minder zweifellos erscheinen, daß bei den Händlern angesichts ihrer großen Vorräte billiger Waren keinerlei Neigung bestehen konnte. Versuche mit neu einzuführenden Sorten geringerer Qualität zum alten Preise oder gleichgebliebener Qualität zum höheren Preise anders als nur zögernd und zunächst mit möglichst kleinen Bestellungen zu machen. / Um das Maß der in der Folge aufgetretenen Arbeitseinschränkungen zutreffend würdigen zu können, ist es nötig, daran zu erinnern, daß die Tabakindustrie an berufsgenossenschaftlich versicherte Arbeiter eine Jahreslohn summe von 10 6 Millionen Mark leistet, die man einschließlich des Lohnes an Nichtversicherte auf 120 Millionen Mark schätzen darf, Während nun auf der einen Seite die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes aufs schärfste forcierte Fabrikation und die Ueberversorgung der Händler mit alten Vorräten Arbeitseinschränkungen zur unausbleiblichen und natürlichen Folge haben mußten, wurde die Neigung hierzu anerkanntermaßen noch dadurch gesteigert, daß sich infolge des die st a a t l i ch e Fürsorge für arbeitslose Tabakarbeiter begründenden Artikels Ila des Tabaksteuergesetzes der Arbeitgeber der moralischen'Pflicht enthoben sah, in der kritischen Zeit selbst für seine alten Arbeiter zu sorgen. Während die Sorge für die entlassenen Arbeiter aus Reichsmitteln zu geschehen hatte, war der,Arbeitgeber, der die Arbeiter entlassen hattcj, nicht verpflichtet, die Behörde Über die beabsichtigte Neueinstellung anderer Arbeiter zu unterrichten. Bei der in der Tabakindustrie jahraus jahrein obwaltenden Richtung, die Produktionsstätten aus Gegenden mit hohem Lohn in solche mit niedrigem Lohne zu verlegen, kam es so wiederholt vor, daß derselbe Arbeitgeber, der im Interesse erhöhter Rentabilität seines Unternehmens seine Fabrik verlegte und an dem neuen Standorte neue Arbeiter annahm, die aus der auf gegebenen Fabrikationsstätte entlassenen Arbeiter getrost der staatlichen Fürsorge überlassen konnte. So kam es zu Neueinstellungen von Arbeitern an dem einen Orte, während an einem anderen Orte unbeschäftigte Arbeiter aus Reichsmitteln zu unterhalten waren. Die Arbeits- l d s i g k e i t kam stets zur amtlichen Kenntnis, der Arbeitsbedarf nicht. Mehrfach wurde auch berichtet, daß altgewohnte Bekämpfer einer Tabaksteuererhöhung die natürliche Absatzstockung nach dem 15. August mit demonstrativer Genugtuung dazu benutzten, um die von ihnen stets angekündigten Folgen einer Tabaksteuer durch Betriebseinschränkungen, die sie bei gleichen Absatzstockungen in gewöhnlichen Zeitläuften tinterlassen haben mürben, als besonders böse erscheinen zu lassen. Die Aufzehrung der vom Reichstag bewilligten Unterstützungsgelder war unter diesen Umständen unausbleiblich. Eine neue, wenn auch unbefangenen Fachmännern nicht unerwartet gekommene Beleuchtung erfahren die maßlosen lieber- treibungen verschiedener Berichte, die seit Jahren auf die öffentliche Meinung erregend einnnrfen, durch den nunmehr ausgegebenen Verwaltungsbericht der Tabakberufsgenossenschaft für das Jahr 1909, dessen letzte 41/2 Monate bereits unter der Herrschaft be£ neuen Steuergesetzes standen. Danach hat die Zahl der bei der Tabakberufsgenossenschaft versicherungs- pflicktigen Personen (Vollarbeiter zu 300 Arbeitstagen) im Jahre 1909 um noch nicht 0,7 Prozent abgenommen; von 171126 auf 169 954 Personen, >also um 1130 Personen. Erfahrungsgemäß kann ein prozentual derartig niedriger Rückgang im Tabakgewerbe ebenso wie in andern Industrien eintreten und ist auch bei frühem Gelegenheiten schon eingetreten, ohne daß ein Anschwellen der Arbeiter zahl vor dem Rückgang stattgefunden hat. In dem vorliegenden Fall erscheint der Rückgang um 1130 Personen in seiner Geringfügigkeit besonders erstaunlich, weil die beiden Vorjahre 1907 und 1908 eine Neuei n st e l l u ri g von 19 000 versicherungspflichtigen Vollarbeitern aufwiesen und damit eine Vermehrung der Arbeiterzahl gebracht hatten, die größer war als die während der vorangegangenen 9 Jahre insgesamt. Nicht minder erfreulich ist das Bild, das man von der Kraft des Tabakgewerbes gewinnt, wenn man die in dem Verwaltungsberichte der Berufsgenossenschaft erschienene Lohnstatistik für das Jahr 1909 mit der für das Jahr 1908 vergleicht. Der an versicherte Arbeiter gezahlte Lohn betrug 105 984 467 Mk. im Jahr 1908 und 105 948 937 Mk. im Jahr 1909. Unter diesen Umständen verlieren die von der Berufsgenossenschaft dem Tabakvereine zur Verfügung gestellten Ziffern,, aus denen nach Mitteilung des letztem ein Rückgang der in den letzten 4 Monaten des Jahres 1909 gezahlten Lohnfumme gegenüber der in einem normalen Jahresdrittel gezahlten Lohnsumme hervorgeht, die ihnen hier und da zugeschriebene Bedeutung. Es unterliegt keinem Zweifel, daß empfindliche Konsumrückgänge und umfangreiche Arbeiterentlassungen von dauernder Wirkung nur dann in Frage kommen konnten, wenn das Genuß- mittel der breiten Massen, die billige Zigarre, durch einen einheitlichen Gewichtszoll für Hoch- und geringwertigen Zigarrentabak so stark getroffen worden wäre, wie die seine Zigarre. Das hat der Wertzoll vermieden, und wenn von denjenigen, die den Gewichtszoll wollten und durch seine Einführung einen etwaigen Konsumrückgang erst verschuldet haben würden, die von ihnen gewollte Höherbesteuenmg des Tabaks lediglich deshalb absprechend beurteilt wird, weil ihnen die gewählte Steuerform trotz ihrer die Fabrikation und den Konsum mehr schonenden Belastung nicht paßt, so muß bem entgegengetreten werden; es gibt feine sozialere Reform einer Genußmittelsteuer als die nach dem Werte. lieber den finanziellen Erfolg der Tabaksteuer sind verschiedentlich irrtümliche Auffassungen zutage getreten. Die schließliche Gestaltung der vorjährigen Steuerreform war darauf gerichtet, aus den Abgaben von Tabak einschließlich der Zigarettensteuer eine über den Ertrag des Jahres 1907 hinausgehende Mehrein- nahme von 43 Millionen Mk. zu erzielen. Nach Ausweis der bisher vorliegenden Statistik ist anzunehmen, daß das künftige Steueraufkommen nicht hinter diesem Betrage zurückbleiben wird. Lin Babelsberger Stenographentag. * Stuttgart, 24. Juli. Der 9. Deutsche, unter dem Protektorat König Wilhelm II. von.Württemberg stehende Stenographentag Gabelsberger, der in der Zeit vom 23. bis 27. Juli hier abgehalten wird und an bem; sich über 3000 Personen aus ganz Deutschlanb, Oesterreich und ber Schweiz beteiligen, begann gestern im Festsaal ber Lieber- Halle mit einem Empfangsabenb. Baurat Hofacker- Stuttgart begrüßte die Riesenversammlung namens des Verbanbes Würt- tembergischer Stenographen, System Gabelsberger, worauf ber Bundesvorsitzende Prof. Pfaff seiner lebhaften Genugtuung über die Feier Ausdruck gab, die in der stenographischen Welt ihres-, gleichen noch nicht gehabt habe. Eisenbahnsekretär Leu e-Braunschweig übergab das Bundesbanner dem Vorsitzenden des Württem- bergischen Verbandes und die Damen der Stuttgarter und Cann- ftatter Vereine schmückten es mit einem Fahnenband. Der Vor- fitzende des Bayerischen Landesverbandes, Rechtsanwalt Bäcker- München, brachte ein dreifaches Hoch auf den Bundesvorsitzendern aus, der nachmittags in der 20. Hauptversammlung des Bayerischen Landesverbandes zu dessen Ehrenbeirat gewählt worden war. Der Sonntag begann mit Wettschreiben in 8 verschiedenen Schulgebäuden. Die Teilnehmer, deren Zahl sich auf über 2000 belief, waren nach VolksstämMen in 7 Gruppen geschieden. Die Diktatdauer betrug 5 Minuten. Hiervon wurden 3 nach dem Diktat zur Uebertragung bestimmt.^ Geschrieben wurde in Geschwindigkeitsstufen von 120 bis 360 Silben. L Um 12 Uhr fand bann unter ungeheurer Beteiligung im Fest- faal ber Lieberhalle bie Eröffnungsversammlung statt.. Orgelklang und ein Gesangschor leiteten bie Feier ein, bie von Prof. Pfaff mit einer Begrüßungsansprache eröffnet wurde., Oberstudienrat '3>r. Haas hieß im Namen ber Staatsregierung, bie Anwesenden herzlich willkommen. Nach den befriedigenben Ergebnissen ber Konferenz von Regierungsvertretern, bie im vorigen Monat in Berlin versammelt gewesen seien, bürfe man hoffen, baß diese äußerst wichtige unb erstrebenswerte Einigung diesmal erreicht werde. Oberschuldirektor Dr. Gaster-Antwerpen hielt den Feftvortrag über die Einheitsstenographie. Er stellte als Ergebnis der zur (Erörterung dieser Frage vor kurzem in Berlin zusammengetretenen Konferenz von Vertretern der Bundesstaaten ünd Oesterreichs den Willen der Regierungen fest, die Schaffung einer deutschen Einheitsstenographie kräftig zu unterstützen. Die Gabels- bergersche Schule sei zu Opfern bereit. Würden die einzelnen Stenographieschulen sich nicht gutwillig einigen, bann könne folge-, richtig nur an bas Gabelsbergersche System, das am weitesten verbreitet, von 8 beutschen Bundesstaaten, sowie Oesterreich bereits amtlich eingeführt und allein zugelassen sei, als Einheitssteno- graphie gedacht werden. Die geniale Schöpfung Gabelsbergersl werbe auf alle Fälle in der Einheitsstenographie weiterleben. Zum Schluß würbe dem Bunbesvorsitzenden unter Anerkennung feiner Verdienste von Eisenbahnsekretär Leue-Braunschweig im Namen des Bundes eine wertvolle silberne Reproduktion des Gabelsberger Denkmals in München überreicht. * Ein Studentenstreich Ganghosers. In den „Süddeutschen Monatsheften" erzählt Ludwig Ganghofer mit gutem Humor im „Buch der Jugend" seine Lebenserinnerungen. «Als Student am Polytechnikum in München vollbrachte er nächtliche Taten. Er schreibt: „Mit harmlosen Studentennarreteien fing es an. Sie wären schockweis zu erzählen. Ein paar Pröbchen nur. Der Monumentalbrunnen vor der Universität war in sommerlichen Nächten meine Badewanne. Wenn ich spät vom Hofbräuhauskeller heimkehrte ober mit den Eltern im „Grünen Baum" an der Isar gewesen war und noch das Ver- ! langen nach Erfrischung fühlte, zog ich mich in der Schattendeckung der Universitätsfontaine aus und plumpste ins Bassin, pritschelte und plätscherte, gurgelte und spritzte, spielte „Wassermann", machte die späten Wanderer lachen unb jagte einsam heimzappelnden Frouenzimmerchen einen panischen Schrecken ein. Auf dem öden Platze war in ber Dunkelheit nie ein Gendarm zu sehen. Einmal, als ich babete, tarn aber dennoch einer. Er war sehr empört über bie „Unfläterei", wie er mein Bedürfnis nach Reinlichkeit unb Erquickung nannte. Im Nu hatte er meine Kleider unter dem rechten Arm, meine Stiefel in der linken Hand, retirierte aus dem Spritzbereich der Brandung, die ich im Bassin verursachte, fühlte sich als der Stärkere und sprach : „So! Genga S' außi da!" > „Ich mag nicht." „Im Namen des Gesetzes! Auf der Stöll genga S außi!" „Ich mag nicht." „Guat! Da nimm i halt 's Gwand mit auf d' Wach!" „Sie werden öffentliches Aergernis erregen, wenn Sie mich zwingen, nackt durch die Stadt zu laufen." „Herrgottsakra!" Ratlos stand er ein Weilchen im Dunkel ber Nacht. Weil mir meine Situation ein bißchen bedrohlich erschien, verlegte ich mich aufs Parlamentieren. „Wenn Sie meine Kleider wieder hinlegen und auf die Seite gehen, steig ich heraus unb ziehe mich ruhig an!" „Also! Meinetwegen!" Er legte die Kleider auf die' Stein- ftufen des Brunnens hin und trat ein paar Schritte zurück. „Ja, so geht das nicht! Ich kann doch nicht putzelnacket vor einem wildfremden Menschen aus dem Wasser steigen!" „Was? Schamgfühl wollen S' aa no haben? Sö narreter Saubartl! Hätten S' Eahna net auszogen!" „Ich werde jetzt nicht über die Qualität meines Schamgefühls mit Ihnen streiten. Aber wenn Sie nicht auf die andere Seite des Brunnens binübergehen, bleib ich im Wasser . . . meinetwegen, bis es Tag wird." Weil er sich weder vom Fleck rührte, noch Antwort gab, fügte ich bei: „Sie brauchen nur solange da drüben zu bleiben, bis ich das Hemd anhabe. Dann geniere ich mich nimmer." Dieser Vorschlag schien ihm akzeptabel. Er dachte wohl: bis ich in Hose und Stiefel käme, hätte er mich schon. Marschi-ertü also im Bogen um den Brunnen herum — und als er drüben war, sprang ich aus dem 'Wasser, haschte das Bündel meiner Kleiden unter den linken Arm, packte mit der rechten Hand meinen Hut unb meine Stiefel und rannte mit den Sprüngen eines Marathonläufers gegen ba§ Siegestor. Der Gendarm unter Flüchen unb Keuchen hinter mir her. Im Schatten bes monumentalen Tores schlug ich einen Haken in die nahen Stauden unb war gerettet* Denn ber Platz, auf_ dem heute bie Akademie der Künste steht, war bamals noch wüste Heide mit allerlei Gebüsch. Das Baden im Universitätsbrunnen unterließ ich für längere Zeit. So beschneibet uns die Zivilisation alle kleinen, harmlosen Freuden des Lebens." * — Rückkehr der arktischen Zeppelin-Bor- expedition. Früher, als ursprünglich geplant war, wird die Vorexpedition Zeppelins wieder nach Tronrsö zurückkehren, voraussichtlich, weil die Eis Verhältnisse an der grönländischen Küste zurzeit besonders schwierige sind. Aus Trornsä wird gemeldet: Die Leitung der arktischen Zeppelin-Expedition beabsichttgt, schon zwischen dem 10. und 20. August wieder in Tromsö einzutreffen. Die in Aussicht genommene Reise nach dem Eise unter der Küste Grönlands isst aufgegeben, um1 nicht die Expedition und den Dampfer „Mainz" unnöKgen Gefahren und Beschädigungen^ auszusetzen. — Otto Emst unb Turgenjew. Vor einiger Zeit wies im „Lit. Echo" Fr. R e n b I e auf gewisse Uebereinstim- mungen zwischen Turgenjews Roman „Väter unb Söhne" unb Otto Ernsts Komöbie „Jugenb von heute" hin. Otto Ernst nimmt nun im 2. Juliheft ber genannten Zeitschrift zu Rendles. Ausführungen Stellung, inbem er ähnliche Parallelen aus' bet; Weltliteratur heranzieht: Daß berglejchen lle6erctnftimmungenr auch ohne fremden Einfluß zustande kommen könnten, geht u. a. daraus hervor, daß der erste Akt seines Trauerspiels „'Die größte Sünde" nach bem Urteil verschiedener Personen eine überraschende Aehnlichkeit mit bem ersten Akte von Sardous „Daniel Rochat" zeige, obwohl ihm bvch bieses Sardousche Drama völlig unbekannt, sei. „Von biesem Drama," so schreibt der Dichter, „kenne ich. noch heute nichts als den Titel. Und der Turgenjewsche Roman war 1898, als ich die „Jugend von heute" schrieb, in mein.-am1 Gedächtnis vollständig untergetaucht. Mein Goßler, Wolf und Hermann kamen nicht über Bakunin unb Büchner, den sie tief verachteten, sondern über Nietzsche, unb sie und ihre Umgebung hatten fast vollzählig mit mir an demselben Biertische gesessen^ Daft die eine ober anbere Reminiszenz aus der Lektüre unbewußt wirksam gewesen wäre, ist ja natürlich trotzdem möglich, aber nicht nottoenbig; denn daß ftubierenbe Söhne junge Leute und. junge Ideen ins elterliche Haus bringen, ist keine frappierende, Phantasieleistung, sondern ein Erlebnis, das man alle Tage machen kann, wie ich es selbst gemacht habe. Aehnlichkeiten, wie bie von Herrn Renble angeführten — die überdies zum Teil auf schiefer Interpretation beruhen — lassen sich zwischen Hunderten, unt nicht zu sagen Tausenden von Literatunverken nackyveisen; es gibt Schulmeister, die Aufsätze über solche Aehnlichkeiten zwischen Werken ber klassischen Literatur als Sport betreiben. Fuldas „Talisman", Hauptmanns „Schluck und Jau" unb „Versunkene Glocke" — um nur zu nennen, was mir im ersten Augenblicks emfällt — weisen Piel weseEchere Ucberemftimmungen mit Dramen unb Märchen der Weltliteratur auf, ganz zu schweigen von schiller, ber aus dem Klosterdrama seine „Räuber" piAdjtg/' J Stuttgart, 25. Juli. Die sehr zahlreich besuchte Hauptversammlung wurde heute vormittag von dem Bundesvorsihcnden Prof. Pfafs-Darmstadt eröffnet. Der Bericht über die Bundesrechnung zeigt einen günstigen Stand der Finanzen. Der Werbefonds beläuft sich auf mehr als 18 000 Mark, das Gesamtvermögen des Bundes auf 19 467 Mark 87 Pfennig. Die Gabelsberger-Stiftung weist ein Vermögen von 11 443 Mark, die Auerbach-Stiftung ein solches von 13 451 Mark 81 Pfennig auf. Der Bericht über das von den Regierungen von Bayern, Sachsen, Oldenburg, Sachsen- Weimar ünb Sachsen Coburg-Gotha zur Erhaltung der Einheitlichkeit in der Schriftgestaltung und zur Erzielung einer Stetigkeit in der Fortentwicklung des Gabelsbcrgerschcn Stenographie-Systems getroffene Uebcreinkommen wurde genehmigt. Nach vorläufiger Mitteilung des Ausschusses zur Prüfung der Vollmachten sind 147 Vereine mit 6120 Stimmen von 560 Delegierten auf dem Stenogvaphentag vertreten. Der Geschäftsführer des Stenographentags, Kammerstenograph Schaible, gab unter dem Beifall der Versammlung bekannt, daß für das Wett- schrciben in den Abteilungen 220 bis 360 Silben 41 erste und 48 weitere Preise, in der Abteilung 200 Silben 50 erste und 94 weitere, in der Abteilung 180 Silben 29 erste und 56 sonstige, somit zusammen 318 Preise, haben verteilt werden können. Nach den Feststellungen des Empsangsausschusfes beträgt die Zahl der Teilnehmer am Stcnographentag mehr als 4000. Während der .Hauptverhandlungen, die morgen fortgesetzt werden, unternahmen etwa 200 auswärtige Damen eine Wagen fahrt durch die Stadt. Nachmittags veranstalteten sie einen Ausflug auf den Hasenberg. Sondersitzungen hielten nachmittags ob die Militärvereinc, die kaufmännischen Stenographen, der Schülerwerbeausschuß, die Gabelsberger-Richter- ünd Raußer-Vereinigung, der deutsch-akademische Gabelsberger- bund, sowie die Vereinigung für Stenographie und Esperanto. vereine, sowie gesangliche Darbietungen des Gesangvereins „Cacilia". Erst mit Anbruch der Dunkelheit kehrten die Turner mit Musik in die Stadt zurück und brachten den neuen Ehrenmitgliedern noch kurze Ovationen. — Ein flotter Turnerball in der Turnhalle bildete den Abschluß der goldenen Jubil- feier. Landwirtschaft. ** Förderung der Schafzucht. Der Landwirtschasts- kammer-Ausschuß wird am Mittwoch, 17. August, vormittags 11 Uhr, auf der Jnngviehweide Lauterbach etwa 25 junge Schafböcke, die aus den Stammschäfereien zu Götzen und Boben Hausen mit englichen Cotswoldsböcken gezüchtet worden sind, an oberhessische Schäfereien und Züchter versteigern. Bei der Versteigerung wird ein mäßiger Durchschnittspreis zu Grunde gelegt, bei dessen Ueberschreitung der Mehrerlös prozentisch zurückvergütet und bei dessen Unterbietung der Fehlbetrag prozentisch erhoben wird. Oberhessische Gemeinden und Schäfereien, die bei der Versteigerung Böcke erwerben, erhalten Zuschüsse von 20 Vo in Höhe der Steigpreise. ß Marburg, 25. Juli. Die Hoffnung der Landwirte, daß die anhaltenden Regengüsse wenigstens dem Ueberhandnehmen der Feldmäuse Einhalt bieten und die Brut vernichten würden, hat sich als trügerisch erwiesen. Ueberall, besonders aber in den Getreidefeldern, treten die Schaden, welche diese gefährlichen Nager anrichten, deutlich zu Tage. In der Gegend von Kälbern glaubten manche Landwirte, eine Krankheit sei in ihr Korn gekommen: jetzt bei der Ernte sieht man, wie die Körner zerschroten am Boden liegen. Durch die Regengüsse liegt das Getreide wie gewalzt und dies begünsttgt den Mäusefraß. Bei den Frühkartoffeln, die sehr unter der Fäule zu Heiden haben, bemerkt man ebenfalls Mäusefraß. Turnerjubiläum in Lich. G. Lich, 24. Juli.. So alt die Geschichte des Turnens und der Lcibesübunaen an sich schon ist, ebenso jung ist andererseits noch die Geschichte der Turnvereine. Sie verdanken ihre Entstehung erst der Zeit nach den Freiheitskriegen, nachdem Männer wie Jähn, Friesen und Eisclen die Masse des Volkes für die Turnsache begeistert hatten. Aber die Turnvereine, die damals mit die Träger des antioualen und vaterländischen Gedankens waren, mußten einen schweren Daseinskampf führen. Bei Behörden und Regierung wurden sie und ihre Tendenz verkannt. Da man ihnen politisch- revolutionäre Gesinnungen unterschob, suchte man sie durch Tnrn- verbote zu unterdrücken, wo es nur ging. Es folgte die über 20jähr. Zeit der „Turnsperrc", die all die guten Anläufe, die die Turnvereinssache gemacht hatte, wieder im Keim erstickte, so daß eigentlich erst in der zweiten'Hälfte des verflossenen Jahrhunderts nach Aufhebung der Sperre und Wicderfreigabe der Turnplätze die Turnsache nach und nach an Boden gewinnen konnte, wenn auch ursprünglich noch, durch die politische Zeitlage bedingt, unter nicht leichten Umständen. In diese Zeit fällt auch die Gründung des hiesigen Turnvereins. Etwa 10 für die vaterländische Sache begeisterte Männer haben ihn im Jahre 1860 ins Leben gerufen. Heute leben davon nur noch Prof. Dr. Winckler (jetzt in Gießen), Lehrer Wertheimer (jetzt in Heldenbergen) und Mühlenverwalter Reinmnth. Abwechslungsreich ist die 50 jährige Geschichte des Vereins geworden, der in den ersten Jahren seines Bestehens dem oberhessischen Gauvcrband angehörte und nach Gründung des Gaues „Hessen" dem letzteren beigetrcten ist. Viel weiß die Chronik zu erzählen von Zeiten der Blüte und des Erfolgs und von Zeiten des Niedergangs, von verdienstvollen Männern, die längst zu Grabe getragen sind. Ihrer hätte man heute, wie das überall üblich ist, durch eine schlichte Feier auf dem Friedhof gedenken sollen. Leider — und das ist: das einzige, was an dem sonsstl so harmonisch verlaufenen Fest zu kritisieren ist — hat man es versäumt: leider mußte überhaupt die Feier des goldenen Jubiläums, das für einen Turnverein, der der Zeit der Reaktion seine Entstehung verdankt, doch ein sehr bedeutungsvolles Ereignis ist, etwas zurücktreten hinter der Fahnenweihe, die mit der Jubelfeier verbunden war. Ein einfaches Festbuch, das in unserer Zeit des Hastens und Eilens die interessante, auch an politischen Episoden reiche Geschichte des Vereins der Vergessenheit entrissen und der Nachwelt erhalten hätte, wäre zum mindesten der Wunsch vieler älterer Turner gewesen. Das Fest imirbe bereits gestern abend im „Hotel zum Löwen" durch eine! Vorfeier in Form eines Kommerses eingeleitet. Der derzeitige 1. Sprecher, Ehr. Vater, wies auf die Bedeutung des Tages hin. Turnlehrer Langsdorf, der zur Zeit der Gründung als 1. Vorschüler dem Verein angehörte, gedachte der bereits verstorbenen und der noch lebenden Gründer. Freudig aufgenommen mürbe allgemein bie Mitteilung von einem Jubiläums- geschcnt, bas Bauunternehmer Hch. Winn-Gießen, ein geborener Licher, dem Verein überwiesen hat, indem er auf seine 4 Anteilscheine an der Turnhalle im Werte von 100 Mark verzichtet hat. Eine fröhliche Stimmung, die durch manches alte Turnerlied noch erhöht wurde, hielt jung und alt bis in die Morgenstunden beisammen. Heilte nachmittag bewegte sich durch bie festlich geschmückten alten Straßenzüge des Städtchens ein stattlicher F e st- i u g unter Vorantritt der Kapelle der 24 er Dragoner aus Darmstadt und unter Beteiligung der Festjungfrauen, sämtlicher hiesiger Vereine und der benachbarten Turnvereine, soweit sie dem Gau angehören, nach dem Haardtberg, wo die Licher altem Herkommen nach gewöhnlich ihre Volksfeste feiern. Einen geeigneteren Festplatz für solche Veranstaltungen dürfte man in her weiten Umgebung wohl kaum finden. Unter alten ehrwürdigen Linden, dicht am Walde gelegen, läßt er nach der Talseite den Blick offen ins weite Wettertal und nach den Höhen des Vogelsbergs, die sich bei dem prächtigen Wetter des! heutigen Nachmittags so klar wie selten zeigten und ein prächtiges Landschaftsbild boten. Auf der über 200 Meter hohen Haardt angelangt, begrüßte zunächst der Vorsitzende des Turnvereins, Christian Vater, die zahlreich erschienenen Festgäste, insbesondere auch die fürstliche Familie. Stiftsdechant K l i n g e l hö f s er hielt dann die Festrede, anknüpsend an den 19. Juli, den 100. Gedenktag des Todes der Königin Luise, an die Tage tiefster Erniedrigung, aber auch neuer Wiedergeburt des deutschen Volkes. Eingehend würdigte her Redner, dessen Ausführungen mit viel Beifall ausgenommen wurden, die bolye Bedeutung des Turnens nyd der Leibesübungen. Darauf übergab Fräulein Lilli Müller dem Verein das von der Bürgerschaft und den Festjungfrauen gestiftete neue Banner mit einem schön gesprochenen Prolog. Der 1. Sprecher dankte für das prächtige Geschenk und gab es dem Turner Karl Rau in die Hände, der es mit einem „Gut Heil!" auf die Tnrnsache übernahm. Namens des hiesigen, der Deutschen Turnerschaft nicht angehörenden Damenturnver- e i n s überreichte Fräulein Math. O ß w a l d dem Bruderverein als ein Zeichen freundschaftlicher Gesinnung eine kunstvolle Fahnen sch leise mit einem „Gut Heil!" auf den Jubilar. Die neue Fahne, die von der hiesigen Firma HiSgen geliefert ivorbcn ist, das Wappen der Stadt Lich und bie Inschrift trägt „Ein freies Volk voll Einigkeit unb Kraft, sei bas Panier der Deutschen Turnerschaft", ist bereits das 4. Banner, bas bem Turnvereine seit seinem Bestehen vorangetragen wirb: bas erste mit den alten Freiheitsfarben Schwarz-Rot-Gold wird heute noch von der Stabt aufbewahrt. — Nach ber Bannerweihe würbe vom Vorsitzenben als befonberer festlicher Akt noch die Ernennung einiger älterer Mitglieder, bie dem Verein schon wenige Jahre nach ber Grünbung beigetreten sind unb sich um seine Entwicklung besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern vorgenommen. Es sind folgende alte Turner, denen die entsprechenden Urkunden überreicht werden konnten: Hrch. Heller III. (früher lange Jahre 1. Sprecher), Wilh. Langs- dorf (früher langjähriger 1. Turnwart), Phil. Oswald (früher lange Jahre 1. Turnwart unb bann noch 2 Sprecher), Hrch. 3 immer XI. (früher 2. Sprecl>er), Louis Scherfs (früher lange Jahre Kassenwart) und I o h. Hrch. Walz (früher langjähriger 1. Sprechet. — Diesem offiziellen Teil ber Feier folgten unter Leitung des derzeitigen 1. Turnwarts Fr. Schmidt noch turnerische Aufführungen, von denen die Keulenübungen besonderen Beifall fanden, Geräteturnen der auswärtigen Gast- Verrnischtes. * Im Hauptgefängnis zu Madrid kam es zu einer Meuterei unter den Sträflingen, weil der Gouverneur die Dreistigkeit hatte, den Gefangenen das Haz-ardspielen zu verbieten. Der gegenwärtige Gouverneur des Gefängnisses, L-ennor Navarro, wurde erst vor einiger Zeit auf diesen Posten berufen, er fand, daß die unglaublichsten Verhältnisse in dem Gefängnis vorherrschten unb daß von Disziplin überhaupt keine Rebe mehr war. Aus diesem Grunde entschloß er sich zu allernächst, eine gewisse Disziplin eiirzusühren unb so verbot er ben Sträflingen, bas Hazardspielen unb außerdem ließ er ihnen bie Waffen ab- nehmen, die man ihnen bis dahin zu tragen erlaubt hatte. 'Die Sträflinge spielten aber ruhig weiter, nur nicht mehr so offen. Eines Morgens kam es zwischen einigen ber Sträflingen zu einem Streit unb zwar weil einer berfelben die Summe von 400 Franken beim Spiel verloren hatte. Die Wärter ordneten darauf an, baß das Spiel eingestellt werben sollte, die Strafgefangenen wurden in ihre Zellen zurückbeordert. Ucber diese Anordnung gerieten die Sträflinge in eine ungeheure Wut, sie zerschlugen zunächst alle Möbel, die sie in den Räumen des Gefängnisses finden konnten, schleppten die Ueberreste auf den Gefängnishof hinaus unb steckten ben ganzen Haufen an, so baß stundenlang ein großes Freubenfeuer brannte. Schließlich blieb weiter nicht übrig, als Militär zur Hilfe herbeizuholen, die Soldaten mußten von der Waffe Gebrauch machen, unb einer der Sträflinge wurde erschossen. Viele andere wurden gefesselt in ihre Zellen zurück- gebracht unb bort einer besonderen Strafe unterzogen. Es stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß bie Sträflinge, trotzdem ihnen die Waffen feierlich abgenommen worden waren, eine Menge Dolche und Pistolen bei sich hatten. * Ra t. „Es ist ein Leiden mit dem Jungen: er will und will nicht wachsen. Was soll denn einmal aus ihm werden?" — „Wenn er klein ist, lassen Sie ihn Beamter werden, dann stößt er oben nicht an." Klammern () folgt: 6) (+ 3) ( + ( + 1) (4-2V») 220 156 197 208 215 2171/, 220 143°/. 148 149 143 143 149 148 156 156 154 145 145 150 153 1571/, 165 170 (+ (+ (+ (+ (+ ( + (+ ( + ( + (— (+ (+ (+ (+ ( + ( + 2) 1) 5) 5) 6) ) 4) 2) 3) 3) 4) 2) 1) 3) 5) 4) ) 27t) ) der Vorwoche in Haier Getreide-Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 19. bis 25. Juli 1910. Zu ber Tatsache, daß die Frühjahrsiveizenernte Nordamerikas infolge einer alles versengenden Hitze und Dürre einen Ausfall von 2—3 Millionen Tonnen haben wird, gesellt sich nunmehr die Gewißheit, daß auch bie russische Weizeuernte feine überschwengliche sein wird, sondern sich mit einem mittleren Ertrage wirb begnügen müssen. Aber bamit noch nicht genug. Auch ber bisherige Glauben an eine gute Ernte in ben Jmportstaaten Europas ist besonbers im Hinblick auf Frankreich bebenklich ins Wanken geraten. Unb bies war es, was dem Markte in der letzten Woche sein besonderes Gepräge gegeben und zu feiner weiteren Befestigung wesentlich beigetragen hat. Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Marktlage und der voraussichtlichen Preisbildung wird man sich indeß davor hüten müssen, nun von einem Extrem ins andere gu geraten. Wenn auch die Welternte in Brotgetreide nicht die erwartete Rekordernte fein wird, so wirb sie voraussichtlich doch noch eine mittlere Ernte aufweifen, wenigstens quantitativ, während die eigentliche Gefahr, besonders beim Roggen, mehr in der Schädigung ber Qualität infolge ungünstigen Erntewetters besteht. Dazu kommt, baß beim Weizen Argentinien erst im Lause bes nächsten Winters den Ausschlag geben wirb. Der deutsche Markt ist der Aufwärtsbewegung auf dem Weltmärkte, wenn auch nur zögernd, gefolgt. Vor allem hat sich die weitere Preisbesserung infolge des Mangels an alter Ware mid der Verzögerung der Ernte auf greifbare Ware und auf Julilieferung erstreckt. Die Preissvannung zwischen Juli- und Oktober-Weizen ist in Berlin bis auf 18 Mk. gestiegen, während sie zwischen Juli- und Oktober-Roggen etwa 7 Mk. beträgt. Für Weizen lauten die Ernteaussichteii im all- gemeinen noch gut, während sie für Roggen infolge des auch in der letzten Woche noch anhaltenden Regenwetters weniger zuversichtlich gestimmt sind und nur eine Mittelernte m Aussicht stellen, o daß die vorjährige Rekordernte ke ncssalls erreicht wirb. Ter in ben Handel gekommene neue Roggen wird hinsichtlich der Qualität sehr verschieden beurteilt, teils sehr günstig, teils aber auch abfällig. Für die Sommerfrüchte, besonders für Hafer, darf selbst eine Mittelerute wohl nicht mehr erwartet werden. Roggen (+ 3°/J 206 210 211 209 216 •208 214 218 217 208 156 152 153 154 173 166 168 170 16i 163 165 175 166 160 162 V, 175 160 164 Königsberg Danzig Stettin Pofen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Braunschweig Kiel Hamburg Hannover Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg Stuttgart München 1) 5) 2) ) 4) 2) 6) 6) 3) 3) 4 (-+- Weizen - (— (+ 1) (+ 2) (+ 2) (4- 4) Es stellten sich die Preise stir inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber ') beigefugt ist, wie (- ) (+ 1) (f 2) (4- 4) (4- 5) (+ 1) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 217.25 (4- 3.50), Sept. 200 75 (4- 4.25). Budapest Oft. 162.50 (4~ 4.15). Paris Juli 227.95 (4- 18.25). Liverpool Juli 175.20 (ft- 12.65), Chicago Juli 167.15 (— 2.60). Roggen: Berlin Sevt. 153.30 (4- 2.50). Hafer: Berlin September 153.25 (— 1.25) Alf. Märkte. — Kartoffelmarft - Bericht vom 25. Juli 1910 Dortmund: Blaue, Altmärfer Mf. 3.10, Holländer Mäuse Mk. 3.60, Blaue, Magdeburger Mk. 3.50. Hagen i. W.: Frühe weiße, Kaiserkrone Alk. 3.70, Oval blaue Mk. 3.90, Nieren, Paulseiis Jult Alk. 3.90, Holländer Mäuse Mk. 4.50, Belgische Mäuse Mk. 4.05. C r e s e l d: Frichgelbe Mk. 3.80, Nieren, Paulsens Juli Mk. 3.50. Kempen a. Rh.: Neue lange Mf. 9.00, Holländer Mäuse Alk. 9.00, runde Eierkartoffelu Mf. 9.00, Frührosa Alf. 8.00. Köln a. Rh.: Oval blaue Mf. 3.35, Frühe weiße, Kaiserfrone Mk. 2.75, Neue lange, belgische Mk. 2.95, Frühgelbe, belgische runde Mk. 2.95, Nieren Paulsens Juli Mk. 3.05, Holländer Mäuse Mk. 3.30, Runde Borgers Alk. 3.30. Alann° beim: Frühe weiße Kaiserkronen Alf. 3.20. Willich: Nieren, Paulsens Juli Mf. 2.80. (Alles für 50 Kg.) (In einem Teil der Auslage wiederholt.) fc. Frankfurt a. M., 25. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmartt preise: Weizen Alk. 21.00—21.5Ö, Kurhessischer Mk. 21.25—21.75, La Plata Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 15.50 bis Mk. 15.75, Gerste (Wetierauer) Alt. 14.75—15.00, Gerste Franke" Pfälzer Ried Mk. 16.50—17.00, Kleie Mk. 00.00-00.00, Hafer 15.50—16.00, Mais Mk. 15.00—15.25, Weizenmehl 0 Alk. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Mk. 22.25 bis Alk. 00.60, 4. Qualität Alf. 00.00-00.00, Noggenmehl 0 Alt. 23.00—23.25, 1. Qualität Alf. 19.00—19.50, 2. Qual. Alk. Ou 00 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 9.00 bis Alf. 9.50, Weizenschale Alf. 00.00—00.00, Roggenfleie Alk. 9.50 bis Mk. 10.00, Alalzkeime Ulf. 00.00—00. iü, frtapö Alf. 23.00-00.00, Biertreber 10.25—12.60. Alles ner 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M. Viehbof-Marktbericht vom 25. Juli, Auftrieb: 9iiuder 1326 (darunter 480 Ochsen [55 aus Cefterreid)], 57 Bullen, 7ö& Kühe), Kälber 206, Schafe 250, Schweine 1704. Tendenz: Rinder lebhaft, Ochsen langsam, geringer Ueber- staiid, Kälber flott, geräumt, Schafe ruhig, Schweine ruhig, bleibt Ueberftanb. Preis pro 100Pfd. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Mk. Mk. Vollfleischige, ausgeiiiästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—53 87—92 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 43—47 78—85 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40—42 74—77 Bulle n. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 44—48 74—80 vollfleischige, jüngere 39—43 65—71 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgeni. Färsen höchst. Schlachtw. 43—49 76—86 Vollfleischige ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht- menes bis zu 7 Jahren 42—46 75—82 'Keltere misgcniäftctc Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen .... 35—40 67—72 Mäßig genährte Kühe und Färsen 27—32 52—62 Kälber. Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 55—60 92—100 Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 50—54 84—91 Schafe. Mastlämmer und jüngere Alasthammel . . . 37—39 80—82 Schweine. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht . . Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht Feltschmeine über 3 Ztr.Lebendgew. . Fleischige Schweine 56.00-57.00 55.00-57.00 55.50—57.50 53.00—54.50 70.00—71.00 70.00-72.0q 71.00-72.00 68.00—70.00 Die Marktpreise für Viel) und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 25. Juli 1910. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. Dl. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 87—92 Alk. */,Kg. Schlachtgew. 92—10-IPs. / 70-71 „ J/, Kg. 80-88 Pfg. V, , 86—88 , V, „ 80-96 ©etreibepreife in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 21.75-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 16.50-00.00 Alk. Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg, Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Lage der hessischen Bauaspiranten, Wie vielfach erörtert wurde, wurde zu Anfang dieses Jahres eine Anzahl von Bauaspiranten infolge der Einschränkung der staatlichen Bautätigkeit aus dem Staatsdienst entlassen. Die entlassenen Bailaspiranten, bie schon 1901 ihre Prüfung abgelegt unb mehrere Jahre im Staatsbienst ivaren, würben von ber Entlassung hart getrosten — umsomehr, als sich mehrere früher in gut bezahlten Privatstellungen befanben, als sie vom Staate aufgeforberl würben, sich innerhalb weniger Tage zu erklären, ob sie in ben staatlichen Dienst eintreten wollten. Sie hatten ber Austorberung Folge geleistet unb mußten sich später so getäuscht sehen. Man sollte nun annehmen, daß mindestens auch die bei ben Kreisen, ber Großh. Straßenneubaubehorbe, Kulturinspektionen nsw. (zu bereu Bauten unb Unterhaltungen der Staat große Zuschüsse leistet) beschäftigten Techniker, die die für die Straßenmeister usw. vor- gefchriebene Prüfung nicht abgelegt haben, nach dem Gesetz als Straßenmeister keineswegs angestellt werden könnten und auch entlasten würden. Es wurde den Kreisen durch Verfügung des Ministeriums des Innern empfohlen, zu erwägen, lüenn tunlich usw. diese Techniker zu entlasten und deren Stellen mit Bauaspiranten zu besetzen, ebenso nach einem früheren Ausfchreiben bet der Besetzung ’ von Straßenmeisterstellen die Bauaspiranten nach der Aiizie'nität zu wählen. Gewissermaßen als Antwort hierauf stellte erst kürzlich der Kreis Bensheim einen und der Kreis Dieburg zwei Kreisstraßenmeister an, wovon einer die vorgefchriebene Prüfung nicht abgelegt hat und nicht Hesse ist, während im Staatsdienst eine feit Anfang Juni erledigte Dammeisterstelle bis jetzt noch mcht besetzt wurde. Dies trifft die älteren Bauaspiranten im Staatsdienst um so härter, als sich unter ihnen noch eine große Anzahl befindet, die schon vor 14 Jahren die für die genannten Stellen vorgefchriebene Prüfung bestanden hat. Daß bei ber geplanten unb sich wohl in Kürze vollziehenbell Neuorganisation biese Verhältniffe auf bie älteren Aspiranten gegenüber diesen allen bis dahin zur definitiven Anstelluiig gelangten Technikern und die bereits seit Inkrafttreten des Kunststraßengesetzes nicht einqehaltene Anzienilät ganz deprimierend wirken müssen und daß so die nötige Arbeitsfreudigkeit untergraben wird, liegt auf flacher Hand. Von Wohlwolleii der vorgesetzten Behörde gegenüber treuer Pflichterfüllung konnten diese Bauaspiranten bis jetzt noch wenig verspüren und dies wird auch nicht der Fall werden, wenn nicht bald anstelle des Empsehlens und Envägens etwas Bestimmtes tritt. Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: A ck g u st G o c tz. Eine kluge Mutter! Chemnitz, 11. Dez. 1909, Hartmannstr. 47 I. Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich Ihr „Bioson" mit gutem Erfolg bei Bleichsucht unb Appetitlosigkeit angewenbet habe. 9lachdem ich mir eine Probe hatte kommen lassen u. gemnben hatte, baß ber Geschmack ein ausgezeichneter ist, besorgte ich mir sofort aus ber nächsten Drogerie ein Paket, welches ich in 4 Wochen verbrauchte. Ich nahm täglich 2 mal bavon unb verabreichte es auch meinen beiden Kindern, im Alter von 2 unb 3 Jahren, welche jetzt ein gesundes und blühendes Aussehen haben. Auch ich habe, nachdem ich noch ein weiteres Paket verbraucht hatte, wieder sehr regen Appetit bekommen. Ebenso hat sich meine Gesichtsfarbe erheblich gebessert unb auch an Gewicht habe ich etliche Pfunb Angenommen. Ich bin bemüht, Ihr Präparat überall zu empfehlen. Hochachtungsvoll! Frau Martha Müller. Unterschrift beglaubigt: Dr. Rudolf Harnisch, Notar. Bioson ist das beste unb btUigfte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mark in Apotheken, Drogerien. b2V« b: r » s e r s 4063 Reiskirchen, 25. Juli 1910. N- Mv LI - Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kameraden Christian Arnold geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Mittwoch den 27. lfd. Mts., nachmittags '/L Uhr, von der Kapelle des neuen Fried- Hoses aus statt. v*/7 Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme beim Hin scheiden unseres lieben Vaters Wilhelm Launspach III., Sdjmitbtfflffr. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Gombel sagen wir unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass mein innigst geliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr AriaoM Königl. Weichensteller I. Hl. heute vormittag 4 Uhr nach kurzem, schwerem Krankenlager im 63. Lebensjahre sanft verschieden ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Katharine Arnold geb. Muller und Kinder« Giessen (Lieber Str. 17), Vilbel, 25. Juli 1910. Die Beerdigung findet Mittwoch den 27. ds. Mts., nachmittags 2V2 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. 4067 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen Verluste, sowie für die liebevolle Pflege der Schwester und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagt innigsten Dank Familie Jung. W i e s e ck, den 25. Juli 1910. (4081 Bekanntmachung. Die am 1. l. Mts. fällig gewesenen Zinsen von Darlehen aus unserer Kasse können nur noch bis zum 2. August d. I. ohne Kosten bezahlt werden. b28/7 Gießen, am 25. Juli 1910. Bezirkssparkasse Gießen. Fritz Rosenbaum Löwengassc 20 Telephon 692. der Bestattungsgenofsenschaft der freien Schretnerveretnigung Gießen Mäusburg 16 empfiehlt für die Reisezeit: Schokolade in Tafeln, Napolitains, Pastillen und alle Arten Pralines, Fruchtbonbons in verschieden. 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