Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. tmrbe. .mprimg der Regierung. ., 20. März, Die für heute abend von den Sozicr- samen Seid 28tt5lanö. Aus Rom wird gemeldet: Staatssekretär M e r r y del B a t erklärte, daß zwischen dem Vatikan und den L i o u i d a t. o r c n.' der Kvngregationsgüter niemals irgendwelche Beziehungen bestanden haben. Weder Tuez noch irgend ein anderer Liquidator sei jemals vom Papste empfangen worden. Wie aus Paris gemeldet wird, ist G e n e r a l d ' A m a d c, der vor sechs Monateu wegen abfälliger Aeusternngen über beu spanisch-marokkanischen Feldzug zur Tisposition gestellt wurde, zum Kommandeur der 9. Infanteriedivision ernannt worden. C-ine vom französischen Ministcriuni des Aeußern stammende Rote besagt, der T a r i s k r i c g zwischen Frankreich und Nordamerika ist vermieden worden: das Abkommen ist zwar noch nicht unterzeichnet, der Abschluss scheint aber unmittelbar bcvorzustehen Die Proklainatton des Präsidenten Tast, durch welche Frankreich der amerikanijcl>e Minimaltaris bewilligt tverde, dürste bald erfolgen. Die französische Regierung wird ihrerseits dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, durch welchen den Vereinigten Staaten der Minima l t a r i f für icne Erzeugnisse zugestanden wird, welche dieses Tarifs auf Grund früherer Uebereinkommen teilhaftig sind. Ueberdies wird der Miniinaltarft für eine Anzahl in diesem Gesetzentwurf namentlich zu bezeichnender Waren bewilligt werden. Ausgeschlossen sind hiervon diejenigen Artikel, welche insbesondere die landwirtschaftlichen Erzeugnisse betreffen. Als Gegenleistung gewähren die Vereinigten Staaten von Amerika durchweg ihren Minimaltarif. Der französische Ministerrat setzte die Neuwahl len der D e pu t i e r ten k am me r auf den 24. April an. Die Agencc tzavas meldet, die Nachricht, zwischen der deutschen und der stanzösischen Regierung sei es bezüglich des Vogesen- durch st ich S über die Möglichkeit der Ausfüllung eines bestimmten Projekts zu einer Einigung gekommen, sei unbegründet und erklärt, das- die zuständigen Ministerien immer' Frankreich sich in Spanien niedergelassen haben, erzeugt werde. Zwischen Tuez und einer seiner Maitressen, der Frau Po ir- rier kam es gestern vor dem Untersuchungsrichter zu einem stürmische n A u f t r i t t e, der bald in Tätlichkeilen austzeartet wäre. Duez blieb nämlich bei seiner Behauptung, daß das graste Vermögen, das Fron Poirrier besitzt, aus Schenkungen herrühre, die ihr von lhin gemaclst worden seien. Dies' bestreitet Iran Poirrier ent- schieden imb erklärt, er sei ihr gegenüber sehr schmutzig gewesen, denn er habe ihr mir monatlich 1500 Franks gegeben. Jetzt aber wolle er den Anschein erwecken, als ob er einen großen Teil der van ihm unterschlagenen Summe mit ihr verpraßt hätte. Frau Poirrier wurde im Verlaufe des Verhörs so erregt daß sie sich wie eine fauchende Katze auf Tuez stürzen wollte, der vor ihr flüchtete und sich lachend hinter dem Untersuchungsrichter ver- sterlte. Als die Poirrier das Protokoll unterzeichnen sollte, stellte sick- heraus, daß sie nicht einmal imstande war, ihren' Namen zu schreiben, weshalb sic ein Kreuzchen darunter setzte. Eine andere Geliebte des Duez wurde darüber vernommen, ob Tuez durch sie habe versuchen wollen, einen Redakteur der „Libre Parole" mit 80000 Franks zu bestechen. Tie Frau leugnete dies entschieden ab, und es wird sich wohl auch'sckmnr ein Beweis führen lassen, denn der betreffende Redakteur ist schon über ein Jahr tot. Deutsches Ueich. Der Reichskanzler ist am Samstag abend 9,09 Uhr narts Rom abgereist. I Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Mit Rücksicht auf frühere Mitteilungen. in der Presse, nach welchen deutsche Ballons beim Ueberfliegen der d eU ts ch - rn s s i s ch e n Grenze von russischen Soldaten beschossen würden sind, dürste die Nachricht von Interesse sein, daß die russische Regierung den Beteiligten die von ihr bereits früher erlassene Verordnung in Er- innerrmg gebrackst hat, wonach der Grenzwache streng verboten ist, auf Luftschiffe, welche die Landesgrcnze überfliegen, zu schießen. Tie über die Beschießung zweier deutscher Ballons eingeleiteta Der fortschrittliche R e ichs t a g sa b g eo r dnet c He i* mes, Schriftführer des Reichstags und Dirrkttr des Berliner Aquariums, ist am Samstag nachmittag plötzlich gestorben. Auf der Kaiserlichen Werft in Kiel wurde durch Anschlag bekannt gemacht, daß den wegen A r b e t t s m a n g e l rn Küinrngung stehenden Arbeitern Gelegenl)eit gegeben ist, bet der Vulkan werft, Abteilung Hamburg, einzutreten. ES handelt iidji um mehrere hundert Arbeiter aller Ressorts. In H a l l c sand am Sonntag ein zahlreich besuchter M i t t el- deutscher P r i v a t b e a m t c n t a g statt. Die nach einer .nede des ReickOtagsabgcordneten S t r c s e m a n n einstimmig angenommene Entschließung betont, daß die Erklärung des Staatssekretärs Tr. Delbrück große Beunruhigung unter bte Privatoeannnr getragen habe und fordert, daß das Reichsamt des Eimern ein Privatbeamten-Vcrsicherungsgesctz auf der Grundlage der zweiten Regierungsoenkschrist noch in dieser Session einbrcnge. Wie den „Münchener Neuesten Nachricksten" vom bähe- rischen K r i e g s m i n i st e r i u m bestätigt wird, ist eine Fr' r- derung des Kricgsnlinistcrs durch den Abgeordneten v. Oldenburg nicht erfolgt, dem Kricgsmimstcr ist aber zur Kenntnis gebracht worden, daß v. Oldenburg sich durch, die Aeußerungen in der bayerischen Kammer, falls s»e so «lautet htwe, wie sie ein Teil der Presse brachte, sich beleidigt fühle. In de^ Voraussicht, daß di- Sache im Reichstage zur Sprache komme, wurde darauf die vom bayerischen Militärbevollmachtigten zu gA ndc Antwort fest gelegt. Ter Wortlaut der von Herrn von Gebsattckl verlesenen Erklärung entspricht dieser Festlegung, ^m übrigen wurde der Bevollmäckstigte ermächtigt, die gleiche Antwort erforderlichenfalls auck) dem Abgeordneten v. Oldenburg persönlich zu geben. . Aus Stuttgart wird berichtet: In mehreren am FreiMg abend für ein allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahl- reckt in Preußen abgehaltenen s o z i a l d erno kra t i s ck e n Ber- sammliingen wurde der Wunsch laut, vor die preußische Gesandtschaft 511 ziehen. Tie Anregung wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen In der Tübingerstraße und der Hohen stau fenstraße bildeten sich zwei Züge, die sich einigten und in der Richtung nach der preußischen Gesandtschaft ^gen. .Kurz vor der Gesandtschaft streß, der Zug nur eine schü tz- manus kette, die sein weiteres Vorgehen verhinderte. Es wurden Hockiirufe auf das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für Preußen ausgebracht. Darauf Mg die Menge nach dem Innern der Stadt und löste sich dort in Ruhe aus. Die russisch-österreichische Politik. Durch Londoner Blätter, die aus Petersburg gut bedient werden, erhalten mir interessante Einblicke in die neueste Balkanpolitik, und wir erfahren, daß die vielen Besuche von Fürsten der kleinen Staaten wetterreichenden Vereinbarungen zwischen Petersburg und Wien entspringen So namentlich der überraschende Besuch des Königs Ferdinand beim Sultan, worüber die Stimmung der bulgarischen Bevölierung jetzt so erregt ist und von Sofia aus amtlich beruhigt werden muß. £ London, 19. März. Der Petersburger Korrespondent der „Times" telegraphiert, es heiße, daß die Verhandlungen zwischen Wien n n d Petersburg, die soeben zum Abschluß gekommen seien, dahin geführt hätten, daß beide Mächte erklärten, den Staius quo auf der B a l k a n h a l b i n s e l anerkennen zu wollen, außerdem hatten beide den Wunsch ausgesprochen, Zueinander wieder in freundliche Beziehungen zu treten. Rußland habe schließlich nicht darauf bestanden, die Erklärung der europäischen Mächte zu verlangen, gegen die Oesterreich Einspruch erhob, was eine Verzögerung der Verhandlungen zur Folge hatte. Man sei in der russischen Hauptstadt zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine weitere Verzögerung der Angelegenheit zu nichts gutem führen könnte. Der Korrespondent meint, die Ursache für diese Wendung in der russischen Politik müsse darin gesucht werden, daß eine so bedeutende Besserung in den Beziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien eingetreten sei, so daß man gute .Hoffnung auf eine zufriedenstellende und friedliche Lösung der Balkanschwierigkeiten rechnen könne. Interessant sei in dieser Beziehung, daß der Besuch des Königs von Bulgarien bei dem Sultan in er st er Linie von dem Auswärtigen Amt in St. Petersburg vorgeschlagen worden sei. Daß die österreichischen Zeitungen den Besuch so freundlich besprechen, habe in der russischen Hauptstadt besondere Genugtuung hervorgerufen. Ebenso nehme man an, daß die Bereitwilligkeit Rußlands, den oben erwähnten Punkt fallen zu lassen, und die Art und Weise, wie der Minister des Auswärtigen in der Duma gesprochen habe, in Wien einen guten Eindruck machte. Der Korrespondent sagt, er habe überhaupt gefunden, daß vernünftig und ruhig bentenbe Russen im ganzen den Wunsch hätten, mit dem südwestlichen Nachbar auf gutem Fuß zu leben. Der russische Minister des Auswärtigen wird demnächst einen Urlaub antreten, der aber nur kurze Zeit dauern wird. Auch der Petersburger Korrespondent des „Daily Telegraph" bestätigt, daß die Verhandlungen zwischen Rußland und Oesterreich zu einem zufriedenstellenden Abschluß geführt haben, und daß sofort ein offizielles Eomunique darüber veröffentlicht werden wird, es stehe aber noch nicht fest, ob in Petersburg oder in Wien oder in beiden Ländern zu gleicher Zeit. Dieser Korrespondent meint, daß bei dem Abkommen die russischen Wünsche eigentlich ganz, erfüllt worden seien, allerdings sei ja aus 'beiden Seiten ein wenig nachgege'ben worden. Rußland und Oesterreich würden in * der Vati an frage künftighin immer gemeinschaftlich vorgehen. Sofia, 20. März. Der König und die Königin sind heute abend mit Gefolge nach Konstantinopel a b g e r e i st. Sofia, 19. März. Infolge der Rustschuker Ereignisse verhandeln die Nationalisten, die progressiven Liberalen, die Naduale-n, die Demokraten und die Sozialisten über die Bildung eines oppositionellen Blockes zur gemein» Sofia. „ _ ...... „ „ listen und dec liberalen Partei einberufenen Widerspruchs- gerichtlich' Untersuchung schwebt neck'. Nr. 6fr Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 21. März 1810 Der Siebener Anzeiger «—-- -v» ä Wlf' Q monatNch75P"viertel- MZMbnkllkt ZUnvlUU -Zs Anschlüsse UM M General-Anzeiger für Oberhessen MM üft"Ä7^esn!!m.ner ttotafton«örttd imb Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Anzeiqen'tcck^ H^Beck. bis vormittags 9 Uhr. _______ _________.muinw Versammlungen aus Anlaß der Rustschuker Vorfälle sind übbcrall ohne Zwischenfall verlaufen. Belgrad, 20. Riärz. K ö n i g P e t e r trat heute vormittag in Begleitung des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aeußern die Reise nach Petersburg an. Belgrad, 19. März. Der Weg für die F a h r t K ö n i g Peters von Petersburg nach Konstantinopel ist neuerdings dahin abgeändert worden, daß sich der König nicht über Belgrad, sondern über Moskau, Kiew und Reni donauaufwärts bis Somovit und sodann ü b e r S o f i a nach Konstantinopel begeben wird. Von b/m ursprünglich geplanten Wege über Belgrad wurde deshalb Abstand genommen, weil die für die Dauer des Aufenthaltes des Königs Peter außerhalb des Landes vecfassungsmä'ig dem Kconpriirzen Alexander übertragene Königsgewalt bet der Turchreise des Königs durch Belgrad für diese kurze Zeit wieder von ihm selbst ausgeüot werden müßte. So wurde denn der Weg über Reni gewählt, um der Erlaisung mehrerer Proklamationen vorzubeugen. Die Unterschlagunarenihüllungen in Zranireich. Die Skandalgeschichte dis Liquidators Tuez hat weitere Ent- HMungeu zur Folge, die w-gen ihres teilweise delikaten Inhalts von Berliner Blättern sehr breilgetreieu werden. Wir beichrunwn uns darauf, das Weseutliche mitzuteiieii, so weit es von poli- lischäm Interesse ist. t . Ter „Mati n" hat gegen das Journal" eine Ver- lemndungstlage eingebracht rind verlangt eine halbe Million Entschädigung. Der Grund der Klage ist die Vehanplung i s „Journals", daß der Direktor des „Matin" und mehrere Grost- nlU'iuiT dieses Blattes die L>anptdesitzer jener Sckmapsbrenuerei seien, welche rt- essen aussührte, gestaltete sich der Absatz der Kunstwerke im letzten Jahre so günstig — etwa ein Drittel wurde verkauft —, daß die Jurh letzt wegen der Fülle der Einsendungen keine leichte Arbeit hatte und stark sickften mußte. So ist denn eine Samin lung zu stände gekommen, auf der schlechte Sachen eigenttich ganz fehlen. In zwei Räumen des Erdgeschosses sind Aquarelle, Steindrucke, Radierungen, in zehn Rmimen des Hauptgeschosses Gemälde und Skulpturen untergebracht und, wie ich gleich be merten möchte, sehr gut, meist in "Augenhöhe. Am stärksten sind natürlich die badisck>en Künstler vertreten, es haben aber auch viele auswärtige Künstler als Eingeladene die Ausstellung beschickt. In einem Saal ist eine „Abteilung älterer Kunst oor- geführt, die charakteristische, Werke hervorragender, hauptsächlich deutscher (oder damals in Deutschland lebender) Meister, vornehmlich aus den 60 er bis SO er Jahren des vergangenen Jahrhunderts umfaßt. Von Anfang August bis zum Schluß wird derselbe Saal eine Abteilung österreichischer Kunst ausnehmen." In diesem Ehrenraum sind unter anderen vertreten Böcklin, Canon, Duveneck, Feuerbach, Kaulbach, Leibl, Liebermann, Menzel, Au; einem altägypnschen Postamt. .— Ein rheinisches Fürstengrab der Urzeit. In der zwischen Rhein und Haardtgebirg liegenden Ebene bet dem Dorfe Wollmesheim in der Nähe von Landau ist ein mit reichen Beigaben ausgestattetes Skelett gesunden worden. Bei sofort durch den historischen Verein der Pfalz vorgenommenen Ausgrabungen fand sich dicht neben dem ersten Grabe noch em zweites, das eine verbrannte Leiche in einer großen Urne enthielt, lieber dem Skelett der ersten Grabes, das aus eine Reihe von Steine V. Müller (der früh oerftorbene Freund Thomas), Schönleber, Schuch, Thoma, Trübner. .Es ist interessant, gute ältere Kunstwerke mit den neuesten Erzeugnissen vergleichen zu können. Unter den jüngeren Künstlern sind viele, die einfach darauf los patzen, um nur leidlich die Augenblicksstimmuiig festzuhalten: solchen Elementen ist ein Vergleich mit sorgfältig durchgcführten Werken sehr bienlid?. Am kecksten sind in dieser Hinsicht wohl die von der „Scholle". Wenn sich eine solche Manier mit hervorragendem Können paart, geht eS immerhin, unerträglich wird es aber, sowie das Können sehlt und nur das Wollen, die Manier zurückbleibt. Kürzlich sah ich in Münster eine ganze Anzahl Bilder von jungen Karlsruher Malern, wo die Wirkung eine vernichtende, brutale war. .In Baden-Baden waren der- artige Erzeugnisse doch in der starken Minderheit, dafür sorgen schon die gewissenhaften, älteren Meister wie Thoma, Sck)ön- leber, Dill, v. Volkniann. Trübner malt ja allerdings breit und flächig, aber er ist gewissenhaft und würde nie zu weit gehen, das verbietet ihm sein seines Kunstempsinden. , Tiese intime Ausstellung bildet nach al>aemeinem Urteil einen wesentlichen Fortschritt gegen die vorjährig.. Sie berechtigt zu der Annahme, daß Baden-Baden sick) unter den Ausstellungsorten einen guten Platz erringen wird. L. mungSort nahm und die dort fällige auf dem Heimweg zurück brachte, so daß also durch einen Briefträger innerhalb der zwei benackbartm Aemter sowohl die von Norden nach Süden als auch die umgekehrt bestimmte Post besorgt wurde. Jeden zweiten Tag sand eine Ausreise und jeden weiteren zweiten eine Heimreise: statt: der Briefträger Theochrestos z. B. reist am 17. früh nach Süden ab und trifft am 18. von dort wieder ein: am! 19. früh reift er wieder ab, um am) 20. zurückzukehren und so fort. Aber dieser eine Briefträger hatte nicht die ganze Post: aus dem Papyrus geht hervor, daß auf dem Nordsüdkurs täglich mehrere (Reisebeamte tätig waren: die in dem 'Postjournal regelmäßig bezeichneten Tagesstunden betveisen, daß täglich mehrere Brief-- träger sowohl ankamen wie abgingen. Drei ständig wiederkehrende Stimden sind genannt: 6 Uhr morgens, 12 Uhr nnttags und 6 Uhr abends. Zur ersten Zeit kam eine Post wem Süden: an und ging nach Norden weiter: um 12 Uhr kam eine Post von Norden, die nach Süden weitergeschickt wurde, und um 6 Uhr abends fand eine Kreuzung statt; es kam je icinc Post von Norden und von eübeu an und wurde nach der ^entgegengesetzten Richtung weiter befördert. Es bat also sowohl Tages- wie Macht- d-ienst im alten Aegypten bestanden. Nun setzt ein so -häufiger Posteinlauf voraus, daß täglieb eine Menge Briese und De veschen zu erledigen waren. Aber die geringe Anzahl, die (der Papyrus aufweist, nötigt zum Schück, daß in dieses Jvumal mrr eine ganz bestimmte Sorte von Briefen eingetragen wurde, b. h. daß der genannte Briefbote eine spezielle Mission hatte, und zwar hatte er, wie Tr. Preisigke meint, ausschließlich ,Te pcschen des .Königs imb seiner Umgebung zu versorgen. Tadurch ist auch die Tatsache erklärt, daß der Papynis- nur 'ben Depeschen wechsel des Königs mit seinem Finanzminister und einige Briefe an den Hof aufzählt: Theochrestos hatte also wahrscheinlich den Titel Hvfkurier. ' L>. K. Int Reichspostmluseum zu Berlin ist seit kurzer Zeit eine Posturkunde aus dem alten Aegypten zu sehen, über die der Strasburger Telegraplsendireltor Tr. Preisigke im „Archiv für Post und Telegraphie" interessante Mitteilungen macht. Tie Ur' Vunbe ist der Rest eines Postkurstagebuches, das ein griechisch schreibender Postbeamter in einem Postamt Mittelägyptens um das Jahr 255 v. Ehr. geführt bat. Dieses Postamt war, wie aus der alten Urkunde hervvrgeht, ein Glied iln einer großen ft'ctlc ähnlicher Aemler, die von Alexandrien bis zum südlichsten Puntte des Landes reichte. Diese Post war eine mit Pferden betriebene Reiterpoß. Tie Aufzeichnungen des Beamten auf unserm Papyrus — denn ein solcher ist die Urkunde — gestatten nun näheren Einblick in das altägyptische Pvstwcsen. Jeder Reisebeamte — der Papyrus nennt als Jourhabenden einen gewissen TH'Mchrestvs — hatte von einem bestimmten Amt zum nächsten zu reisen und zwar so, daß er auf dem Hinweg die bei uum oicicu vev viur.iu wluv«, y«» ™ “Y" XV“"" seinem Ausgangspostcwtt eütgeLaufene Post nach dem Bestim-1 platten gebettet war, befand sich ein mächtiges eiligesturztes Stein- l Tvod) mit der Prüfung der nciin ihmm vorliegenden Projekte beschäftigt seien. Wie die Petersburger Telegraphenagentur erfährt, ist die Meldung der„Nowvje Wrcmja", nach welcher das russischösterreichische Abkommen heute vom russischen Minister des Aeußern und dem österreiclnsch-ungarischcn Botschafter in Petersburg imtereziä?net worden sei, falsch Wie aus Athen gemeldet wird, versuchten in der Nähe von Larissa Bauerneinen Eisenbahnzug anzuhalten, wurden aber von Militär daran gehindert. Tas Militär machte von der Waffe Gebrauch, nwbei fünf Bauern getötet und fünfzehn verwundet wurden. Ungefähr 100 Bauern zogen darauf unter Lärmen nach Larissa, wo Kavallerie sie auseinandcrtrieb; habet erlitten zwei Offiziere Verletzungen. Wie aus Fez unter hcnt 17. März gemeldet wird, soll bei den Zcmmur s zurzeit der Heilige Krieg gepredigt werden gegen die Franzosen, die wegen der Ermordung les Leutnants Meaux in das Gebiet der Laers eingerückt sind. 2$us Statt uut Laut. Gießen, 21. März 1910. — DaS Landgraf-LudrvigS-Gymnasium hatte einschließlich der Vorschule im Schuljahre 1909—10 347 Schüler und 9 Schülerinnen. Im Laufe des Schul- jahres traten 15 Schüler ein und 20 aus, so daß die Gesamt- besucherzahl 371 betrug. Davon waren 287 evangelisch, 30 katholisch und 39 israelitisch; 286 waren aus Gießen, 52 aus anderen hessischen Orten und 18 aus nichthessischen Orten. Von den 26 Abiturienten des Jahres widmen sich der Heilkunde 7, Zahnheilkunde 1, Geschichte 1, Forstwissenschaft 1, alten Sprachen 4, neueren Sprachen 1, Offizierslaufbahn 2, evang. Theologie 3, Naturwissenschaft 3, Rechtswissenschaft 1, dem Marinebaufach 1 und dem Eisenbahn- dienst einer. An der Anstalt unterrichteten einschließlich des Direktors Geh. Schulrat Dr. Henseü 23 Lehrer, darunter fünf außerordentliche Hilfslehrer. ** Staatsschuldbuchbureau. Der Buchhalter Wenchel wurde zum Kontrolleur bei dem Staatsschuldbuch- bureau und zum ersten Stellvertreter des Staatsschuldbuch, führers, der Staatsschuldenkassebuchhalter, Rechnungsrat Rühl, zum ersten Stellvertreter des Kontrolleurs und zum zweiten Stellvertreter des Staatsschuldbuchführers und der Finanzaspirant Erb zum zweiten Stellvertreter des Kontrolleurs. **DenNachweisderBesähigungz.urUeber- nahmeeines Kirchenamts erbrachten bie kath. Geistlichen Adam Becker aus Schönberg, Peter Kirsch aus Eastel (Landkreis Trier), Friedr. L e n n e r t aus Fürth, Joh. Meffert aus Heppenheim, Joh. Baptist Schubert aus Dietersheim und Jos. Seiberz aus Birresborn. '* Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach begab sich am Samstag vormittag von hier aus nach Wetzlar zur Besichtigung der dortigen Bahnhofsanlagen. Es handelt sich, wie wir hören, um die Entscheidung der Frage, ob der jetzige Bahnhof verbleiben, bezw. umgebaut, oder ob ein vollständiger Bahnhofsneubau vorgenonimen werden soll. Ferner besichtigte der Minister die Wiederher st ellungsar beiten am Dom. Von Wetzlar aus begab sich Herr von Breiten- bach nach Wiesbaden zu längerem Kurgebrauch. Am Freitag nachmittag hatte er die Bahnhofsneubauten in Marburg besichtigt. •• Vom Main-Rhein-Gast wirte-Verband wird uns geschrieben: Die Gastwirte machen wir hiermit nochmals auf die nächsten Mittwoch den 23. März 1910 im Hotel ,Schütz* in Gießen stattsindende große allgemeine Gastwwte- vecsammlung aufmerksam, in dec der Vecbandsvorsitzende C. Haust und dec Direktor der Bundcssterbekasic Koch aus Darmstadt über die Bestrebungen des Bundes Deutscher Gastwirte und dessen segensreich wirkende Stcrbekasse und die großen Gefahren der Haftpflicht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch sprechen wird. Der Vor- trag dieses, in deutschen Gastwirtskreisen wohlbekannten Redners ist interessant und fesselnd, weshalb wohl auch hier ein sehr starker Besuch aus den Kreisen der Gastwirte zu er- warten ist. ** EineSondervvrftellung für den Allgemeinen Staats-Eisenbahn-Verein Gießen verunstaltete am Samstag unsere hiesige Bühne mit Niemanns nettem Lustspiel: Wre die Alten sungen. Dem Spiel voran ging ein von E. Z. verfaßtes Vorspiel, in dem Hermes (Kürt Goldberg) mit einein Genius (Erna Güldener) eine anmutige Verbindung zwischen Kunst und Eisenbahn herstellt. Unmittelbar daran schloß sich die Aufführung des Lustspiels, das in seiner guten Darstellung von dem stark besuchten Hause sehr freudig ausgenommen wurde. Besonderen Beifall erhielten Hermann Bakof als Fürst, Kürt Gühne als Herre, Edgar Pauly als Herres Vater, Hermann'Norden als Ratsdiener. b. Nieder-Bcs singen, 19. März. Heilte fand die Schlußprüfung der von Fcäuleili Wetzel geleiteten Kreis- h a i> s h a l t u n g § s ch u l e statt. In Vertretung der Kreisbehörde waren NegieruiigZrat Welcker und Kreisausschußmitglied Oekonomierat Hofmann, Hof-Gill, anwesend. Außer den Eltern der Schülerinnen hatten sich noch eine Anzahl Gäste eingeflinden. Die von der Lehrerin abgehaltene Prüfung erstreckte sich auf die Zubereitung verschiedener Speisen und deren Nährwert. Die Schülerinnen antworteten flott. Recht interesiant war es auch, das Geschick der Mädchen beim Hantieren mit Verbandszeug zu sehen. Unterwiesen hatte sie Dr. Schaad zu Lieh. Von hier kommt die Haushaltungs- schiile nach Heuchelheim. L. Friedberg, 20. März. An dein Neubau unseres großen städtischen Spitals, das 200 Betten erhalten wird, schreitet mau rüstig voran. Anfang Juni soll es ein- geweiht werden. Wie man vernimmt, wird ein Kandidat der Medizin seinen einjährigen Kursils in ihm durchmachen. — Unter Führung des Obersten des Thür. Ulanen-Regiments aus Hanau machte eine größere Anzahl Offiziere einen mehrtägigen Uebungsritt in her Umgebung unserer Stadt. Die Ofsiziece waren im Hotel Trapp einquartiert und die Mannschaften lagen in der Stadt. R.B. Darmstadt, 20. März. Die hessische Anwaltskammer trat am Samstag nachmittag auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Enl au-Offenback) und 19 Genossen im Sitzungssaal des Oberlandesgerichts unter dem Vorsitz von Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, die sehr zahlreich aus allen Landesteilen besucht war. Den tzauptgegenftand der Beratung bildete der Antrag der Vermehrung des Vorstandes von 9 auf 12 Mitglieder. Der Vorstand der Anwalts Lämmer hat erwogen, daß er sich schon seither der Heranziehung auch der Amtsgerichtsanwälte zur Wahl in den Vorstand, wie es der Antrag bezweckt, nicht widersetzte; er hält jedoch deshalb eine Verstärkung des Vorstandes nicht für erforderlich. Dadurch würde der Geschäftsgang unnütz erschwert werden und die Kleinheit der Kammer erfordere eine solche Ausdehnung nicht; auch viel größere Anwalts- Lammern begnügten sich mit einem Vorstand von 9 Mitgliedern. dtach eingehender Aussprache kam es zur Abstimmung, in der der Antrag Culau mit 86 gegen 39 Stimmen abgelehnt wurde. Die Wünsche der Amtsgerichtsanwälte sollen bei der Vorstandswahl nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Zur Frage einer Gewerbe st euer für Rechtsanwälte beiome der Vorstand, daß er diese Steuer stets mißbilligt habe. Der Vorsitzende halte im Einvernehmen mit der Regierung diese Steuer für verwerflich und habe bereits vor 5 Jahren in der Zweiten Kammer ihre Ablehnung durchge,etzt. Tie neueste Begründung dieser Ablehnung durch die Amtsgerichtsanwälte sei jedoch nicht unbedenklich, da sie die ethischen .Gründe zurücktreten lasse uird den, Widerspruch der bürgerlichen Elemente in der Volksvertretung heraus fordere. In der Debatte über diese Frage wurde namentlich betont, daß man der Sache der Anwälte keinen guten Dienst erwiesen habe, indem man durch eine Vorstellung gegen die Heranziehung zur Gewerbesteuer Front machte. Der dritte und letzte Punkt der Beratung betraf die Frage des Rechtskonsulentenwesens. Der Vorstand erklärte, daß er diese Frage nie aus dem Auge gelassen habe, sie aber angesichts der bestehenden Reichsgesetzgebung nicht leicht zu lösen sei; er werde besondere Anregungen der Generalversammlung gern entgegennehmen. In der Besprechung darüber wurde allgemein über das Unwesen der sog. Rechtskonsulenten geklagt. Dr. Eckhard-Reinheim schlug vor, daß in Zukunft auf Grund des § 35 der Antrag gestellt werden möge, den Rechtskonsulenten die Ausübung ihrer Tätigkeit zu versagen. Diesen Antrag müsse aber der Vorstand der Anwalttarnmer stellen und daraus himoirken, daß die Entscheidung darüber in nichtöffentlicher Sitzung des Kreis- ansschnffes erfolge und der Anwalt, dec in seinem Bezirk die Tätigkeit der Rechtskonsulenten genau kennen gelernt gewölbe, dicht daneben fand sich das zweite Grab, gleichfalls auf Steinplatten und mit einem Steingewölbe eingedeckt. Die Beigaben des ersten Grabes bestehen aus folgenden Gegenständen: Ein Bronzeschwert mit Griffzunge, ein Schwerthaken, ein Bconze- messer, drei lange Bronzenadeln, sieben Pfeilspitzen, eine zweigliedrige Bronzesibel, sieben Armringe, darunter zwei prächtige Armbergen mit Endspiralen, in gleichzeitigen Gräbern eine seltene Erscheinung, außerdem noch viele Ringe und Bronzenieten. Auch Steinbeigaben fanden sich. Die Leiche des zweiten Grabes war in einer großen Urne beigefetzt. Während Waffen fehlten, fand sich hier ein prächtiger Halsschmuck, bestehend aus fünf Goldscheiben und zwei Gotdperlen. 'Die zwei Gräber gehören der ersten Stufe der Hallstattperiode (1200 bis 1000 v. Ehr.) an, wo die Sitte der Leichenverbrennung allgemein üblich war. Infolgedessen ist das erste Grab dadurch interessant, daß wir hier einen der wenigen glaubhaft nachgewiesenen Fälle von Leichen- bestattting aus jener Periode vor uns haben. Im ersten Grabe haben wir auf Grund des Schwertfundes sicher ein Männergrab zu erkennen, während das zweite Grab nach seinen Beigaben als ein Frauengrab anzusprechen ist. .Tie Funde werden zur Eröffnung des neuen Museums in Speyer zum Frühjahr zur Aufstellung kommen können. Dieser prähistorische Fund ist sick)er einer der hervorragendsten, die je in der Pfalz gemacht wurden. — Der Zusammenschluß aller französischen M u s i k g e s e l l l s ch a f t e n wird durch eine wichtige Vereinigung erreicht, die sich unter dem Patronat von Saint-Saens und dem Vorsitz von Victor Eharpelttier gebildet hat. In diesem großen Musikverein haben 12 000 einzelne Gesellschaften mit einer Mitgliederzahl von wenigstens 300 000 Musi lern Aufnahme gefunden. Ter Mitgliederbeitrag beläuft sich jährlich auf einen Frank; es wird dadurch ein Gesamtbetrag gesichert, den die Gesellschaft zur Ausschreibung von Wettbewerben, zur Gründung einer Bibliothek und zur Festigung und Stärkung des Verbandes verwenden wird. — Shacklekons neue Südpolexpedition. Vor seiner Abreise nach Amerika hat Shaaleton erklärt, daß er eine neue große Expedition nach dem Südpol internem Maßstabe plane, wie er bisher noch nicht dagewesen sei. Indessen werde er, wie der Tag berichtet, warten, bis Kapitän Scott seine Reise beendet habe. .Die Basis dieser kommenden Expedition wird die Gegend zwischen Kap Adair und Gaußberg bilden. Shackleton hofft, noch Ende 1911 dorthin aufbrechen zu können. — Das Höch st bezahlte Bild der Welt. Nach einem Telegramm aus Newyork hat der Bankier Otto K a h n das Bild „Frans .Hals und seine Familie", gemalt von dem Künstler selbst, für 2 060 000 Mart erworben. Es ist dies der höchste Preis, der je für ein Bild bezahlt worden ift. Tas Bild von Franck Hals war noch vor kurzem im Besitze des Obersten Warde in London, der es der Kunsthandlung Duveen für etwa die Hälfte des Preises, ben diese jetzt dafür erhalten hat, verkaufte. — SchwimmendeStädte. Aus ytewyort wird öerrchter: Wie die Riesenhotels, die in den Großstädten der Wett entstehen, einander rastlos an Luxus und an Größe überbieten, so wachsen auch die Maße der Schnelldampfer, und die Phantasie der Schiff- dcmingenieure überbietet sich in Bemühungen, alle Bequemlichkeiten des Festlandlevens auf die Seereise zu übertragen. Tie beiden neuen Niesenschiffe, die ,ff2lympic" und die „Titanic", die demnächst ton Stapel Laufen sollen, werden an Luxus und Komfort alle ihre Vorläufer übertreffen. An Bord ist eine riesige Empfangshalle eingebaut, der große Speisesaal bat annähernd die gleichen Ausmaße wie die gewaltige Speisehalle des Newyorker Wäldorf-Astvria-Hoteis, eine große Bibliothek, in der nicht nur die dichterischen Meisterwerke der Weltliteratur, sondern auch philosophische und wissenschaftliche Schriften ent- hatten sind, wird an Bord sein. Eine wesentliche Neuerung aber bedeutet vor allem der Teil des oberen Promenadedecks, der völlig mit Glas verkleidet wird. Zu allen Jahreszeiten werden hier Palmen Schatten spenden und alle Einrichtungen find getroffen, um diese große G'lashalle je nach Vedürsnis als Ballfaal oder als Schlittschulchahn zu verwenden. An Bord der Schiffe fehlen natürlich Dampfbäder nicht; vor allem aber wird in den Schisss- runtpf ein mächtiges Schwimmbassin eingebaut, mit Sprungbrettern für die Taucher und mit allen Teilen einer großen, modernen Badeanstalt. Sie schreibt man uns! — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Clara Viebig hat nach 2 Jahren jetzt einen neuen Roman vollendet, der den Titel »Tie vor den Toren- ftihrt und demnächst erscheint. — Nachdem die ersten 20 000 Bücher der sechsbändigen Goethe-Ausgabe, die Erich Schmidt im Auftrage und mit einer Zubuße der Goethe-Gesellschaft von 20 000 Alk. im Jnsel- verlag zu Leipzig herausgab, in acht Wochen völlig vergriffen waren, ist jetzt das 21. bis 50. Tausend erschienen. — Ter Intendant des Hoftheaters in Koburg, Freiherr von 'Dienern* Hohenberg ist gestern früh an den Folgen der Influenza geftorben. — (sin neueSTheaterin Frankfurt a. M., und zwar im Weftend an der Mainzer Landstraße soll von einem Konsortium erbaut werden. Tie cigentttchen Gründer sind die Mitglieder des städtlschen Schauspielhauses Max Reimann und Arthur Hellmer. — Ter von der Ausstellungskommission aus* geschriebene P l a k a t w e t t b e w e r b hat folgendes Ergebnis gehabt: Tcn ersten Preis erhielt 'Dialer Julius Klinger, Berlin, den zweiten Preis 'Dialer Marlin Lehmann, Steglitz. Zur Auslührung mürbe keiner der Entwürfe geeignet beiundee. habe, nicht gezwungen werde, öffentlich als Zeuge bagegen aufzu treten. Tr. Katz-Offenbach beklagte, daß Anwälte selber an sog. Rechtskonsulenten Sachen abgeben. Auch Tr. Enlui- Offenbach und Soldan-Mainz sprachen zur Sache. Es wurde auch angeregt, daß der Vorstand gegen die Bestellung der Rechtskonsulenten als Konknrsvcrnxttter vorstellig to-erbeu möge. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. sc. Dar m st a d t, 20. März. Hier fand heute eine Versammlung des „Bundes der V i c h h ä n d l e r D e n t s ch lands (e. V.)" unter dem Vorsitz des Wilhelm Molker Westhofen statt, die von zahlreichen Viehhändlern aus Hessen und dem Regielungsbezirt Wiesbaden besucht war.' Ter erste Vorsitzende der „Viehhändler-Vereinigung Deutschlands" Herm. Daniel-Tierdorf berichtete über „Tie Or ganisation des deutschen Viehhandels, ihre Zwecke und Ziele". Er führte aus, daß der Viehhändler erst seit zehn Jahren eine Standesvertretung in dem „Bund der Vieh' Händler Deutschlands" besitze, diese in der Zeit Ersprießliches «geleistet, aber noch nicht so festgefügt sei, wie die der mit dem Viehhandel verbundenen Landwirte und Fleischer. Seit dem 1. Januar habe der Bund um 2000 Mitglieder zugenommen; bis jetzt bestehen 70 einzelne Vieh - Händler-Vereine, die mit der Zeit nach dem Muster des Fleischerverbandes in Bezirlsvereine verbunden werden sollen. Mit der Landwirtschaft und den Fleischern müsse der Viehhandel auf gutem Fuße stehen. Wirtschaftliche Gegensätze dürfen nicht auftauchen. Der Großgrundbesitz müsse dahin wirken, daß der viehlose Grundbesitz verschwindet. Der Bund widerspricht der Oeffnung der Grenzen. Um politischen Einfluß zu gewinnen, ist der Bund der Viehhändler dem „Hansabund" beigetreten, da der „Hansa- bund" die deutsche Landwirtschaft nicht bekämpfe. Der Bund bezwecke nun, dem Viehhändlerstand, der unentbehrlich sei, den nötigen Schutz zu gewähren und das Standesbewußtsein zu heben, die Erfolge des Bundes seien mannigfacher Art, besonders auf dem Gebiete der Viehbeförderung durch die Eisenbahn seien viele Mißstände abgestellt worden. Namentlich die Eisenbahndirektion Mainz sei in dieser Beziehung sehr entgegenkommend gewesen. Der beabsichtigten Verfrachtung nach Gewicht habe der Bund den Todesstoß gegeben. Der Bund erstrebe Reichsviehseuchenversicherung, Äenderung der Gewerbeordnun.g, Uebernahme der veterinär- ärztlichen Unterfuchungslosten auf den Staat sowie Errichtung einer Viehhändlerschule (etwa in Berlin). Weiter sprachen der Vorsitzende des Nassauischen Viehhändler- Vereins Kahn-Biebrich, der Vertreter des Mannheimer Vereins Louis Loeb sttn.-Mannheim, der sich gegen die „Agrarier" und die „Metzger-Innungen" wandte, Levi Wassersleben-Oberramstadt und der Vorsitzende des Vogels- berger Viehhändler-Vereins Sehuster-Oberseemen einer Viehhändler-Organisation für die Provinzen Starkenburg und Rheinhessen das Wort, worauf diese Vereinigung unter dem Namen „Viehhändler-Lercinigung für Darmstadt und Umgegend" einsttmmig gegründet und ein vorläuffger Ausschuß gewählt wurde. Zum Schlüsse wies Daniel-Dierdorf auf die für die Händler trostlosen Zustände in Frankfurt a. M. hin, wo nunmehr auf dem dortigen Viehhof der Vertreter der Viehverwertungszentrale herrsche und zwar deshalb, weil keine berufene Viehhändlervertretnng vorhanden sei. Nm den J-been des Bundes in Frankfurt Eingang zu verschaffen, tvird dort demnächst eine Versammlung cchgehalten werden. Lftainz, 20. Riärz. Das von den Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters und dem Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltete Frühlingsfest in der Stadthalle war so stark besucht, daß alle Erwartungen weit übertroffen wurden. Das reichhaltige und geschmackvolle Programm, an dem unter anderen auswärtigen Gästen auch Freiherr v. Wolzogen und Frau mitwirkten, wurde aufs beste durchgeführt. Gegen 12 Uhr begann der gemütliche Teil, eingeleitet mit einem hübschen Reigen des verstärkten hiesigen Ballettkorps. Bis in die Morgenstunden währte das lustige Treiben in der kunstvoll geschmückten Stadthalle und es dürfte ein schöner Reingewinn zu wohltätigen Zwecken übrig bleiben. hc. Frankfurt a. M., 20. März. Eine zweistündige Vorlesung über ,SozialismuS und Kommunismus" wird im Sommersemester an der Akadenlie für Sozial- und Handelswissenschaften Stadtrat Pros. Dr. PH. Stein, Geschäftsführer des Instituts für Gemeinwohl, halten. X Hanau, 19. März. Als vor längerer Zeit die Stadtverwaltung in Erfahrung brachte, das; zur Entlastung ber Bahn st recke . Fr a n k f urt - S a chs e n h a u s e n - O s fe im bach-Hanau ein Teil der Schnellzüge nach Ferttgstellung des Frankfurter Ostbahnhofs von Frankfurt a. M. Hauptbahnhos über Sachsenhausen-Frankfurt (Ostdahnhos) Hanau (Westbahnhof' und Hanau (Ostbahnhof) geleitet werden sollte, trat sie mit bet Eisen- bahndirektion Frankfurt in Unterhandlung, um zu verhüten, daß eine noch größere Unterbindung des Verkehrs von Hanau nach Steinheim wie nach Kesselstadt eintrete, als sie bisher schon bestand unb daß Hanau von dem durch die Bahn gezogenen eisernen Gürtel befreit würde. Nach anfänglichem Widerstande zeigte sich die Eisenbahndirektton hierzu geneigt, vorausgesetzt, daß die Stadt Hanau ihr Interesse durch einen Beitrag bekunde. Die einzige Möglichkeit, die Verkehrserschwernisse zu beseitigen, die durch die Eisenbahnübergange hervorgerufen werden, ist die Hebung des Bahndamms von Wilhelmsbad ab bis zum Ostbahnhof Hanau unter Wegfall der Güterverladestellen am Westbahnhofe und der Wiener Spitze. Die Eisenbahndireklion hat ein entsprechendes Projett ausarbeiten lassen, das die Genehmigung des Eisenbahm Ministers gesunden hat. Ter Minister hat Jidf grundsätzlich da mit einverstanden erklärt, daß die auf 3 055 000 Mark veranschlagten Kosten durch pen Staat bis auf einen Bettag von 300 000 Mark zu übernehmen seien. Bon den auf 3055 000 Ml. veranschlagten Baukosten glaubt der Fiskus durch Bettiebs- ersparnisse und Geländeverwertung 2 456 000 Mark wieder einzubringen, so daß rund 600 000 Mark ungedeckt bleiben, wovon der Staat die eine Hälfte und die Stadt Hanau die andere Hälfte tragen soll. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern in nichtöfsenllicher Sitzung beschlossen, diese 300 000 Mark zur Verfügung zu stellen, daran aber einige Bedingungen.hinsichtlich der Herstellung von Unterführungen geknüpft und^weiterhin gewünscht, daß die Güterladestelle an der Wiener Spitze erhallen bleibt. Sport» O Fußball. Der „Sportverein Gießen* und der Ftlßballklub „Mercur" traten zu einer Vereinigung unter dem Namen ^Sportverein-Dierkur" zusammen. Der neue Klub ift dadurch in die Lage versetzt, drei vollständige Mannschaften stellen zu können. Gericht-scral. Berlin, 20. März. Nach einer Atttteilnng des Rechtsanwalts der Fran von Schönebeck-Weber in Allenstein verweigert die Görlitzer Bank, auf der die Verhaftete ihr Vermögeir in Höhe von mehreren hunderttausend Mark liegen hat, die Auszahlung der vl>n der Staatsanwaltschaft geforderten Kaution in Höhe von 50000 Mk. mit der Motivierung, daß eine Ausfolgnng der Gelder ohne Genehmigmtg Höchste Reinigungskraft! sparsamer Verbrauch und billiger Preis Garantie für absoIute Reinheit und volles Gewicht. August Jacobi, Darmstadt. Ein grüßens Li., upwku mit Klavier abzugeben (1617 Emil Kalbfleisch, Brandgasfe 3. 2000 Mark MMS* Schrift!. Angebote unter 02271 an den Giesiener Anzeiger erb. Kaufhaus < .i SS .'•r? M * M * SH'hubloi Lagerplätze mit direktem ögfl mit direktem W Geleise Anschluß an d. Staatöeisenbalm z. vervach 886) Jean Der» L Co., (Vicßci verpacht. Gießen. an Amtlicher Wetterbericht. Oeffentließe Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage fett Sonntag früh: Unter dem Einfluß des hohen Druckes int Westen dauert das heitere und tvocfenc Wetter auch heute an. In der Nacht ist wieder überall Froft eiuflclretcti; auch die gestrigen Nachmtttagstemperatureil lagen bet nur -J Grad. Tie nördliche intensive Zyklone scheint wenig Einfluß ans unsere Witterung zu gewinnen und ostwärts abziiziehen, so daß der hohe Truck über Mitteleuropa bestehen bleibt. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag dem 22. März 1910: Anhaltend trocken, heiter, Nachtfrost, am Tage mild. folgen, so daß England in der Lage ift einfach durch Geldbewilligungen sofort feine Flotte erheblich zu verstärken, eine Möglichkeit, die in Deutschland nicht Vorbanden ist. * Staaten ohne Postwesen. Während alle Killtnr- staaten der Erde von einiger Größe ihre eigene Staatspost bc- sitzen, während daneben in vielen Schutzgebieten besondere Kolon ial- posten bestehen und Deutschland in Shanghai sogar eine besondere Oberpvstdirektion eingerichtet hat, gibt es selbst in Europa noch einige Staaten, die sich ohne eigene Post behelfen. Wie die Zeitschrift für Post und Telegraphie in Wien ausführt, handelt es sich hier allerdings nur um Zwergstaaten, die bei Errichtung einer eigenen Post nidjt auf il)tc Reclmung kommen würden und sich deshalb der Posten des benachbarten größeren Landes bedienen. Die Bauernrepublik Andorra in den Pyrenäen mit ihren vollgezählt 5300 Einwohnern spanischer Nationalität, die der französischen Republik und dem Bischof von Urgel tributpflichtig find, lätzt den gesamten Postdienst von Frankreich und Spanien besorgen, bereit Marken auch je nach dem Bestimmungsland zur Frankatur benutzt werden, da die Republik, keinen dritten Grenznachbar hat. Ebensowenig verfügt das 9177 Einwohner zählende Fürstentum Liechtenstein über eigene Post und bedient sich der im Lande befindlichen fünf österreichischen Postämter und der österreichischen Postwertzeichen. San Marino benutzt die italienische Post, behält sich über trotz des italienischen Protektorats das Siecht vor, eigene Pi arten drucken zu lassen. Das gleiche gilt endlich im Verhältnis zu Frankreich von dem Fürstentum Rionaco, wo zwei französische Postämter (Monaco und PLonte Carlo) amtieren, vie übrigens trotz der starken Besiedelung kein Orlssernjprechnetz besitzen. Im Fürstentum Jamos amtieren türkische Postanstalten. Gänzlich zerfahrene Zustände herrschen endlich in Krem, wo neoen den vftiziellen türkischen Postämtern und denjenigen einiger europäischen Grvtzstaaten auch griechisck-e Änstalien mit besonderen Pi ar len funktionieren, biejjon der Türkei nicht anerkannt werden, um so eifriger aber von Sammlern gesucht werden. * Der abnehmende Holzreich tumder E r d e. Trotz der immer lMufiger werdenden Ersetzung von Holz durch Eisen, Blech ober Emaille ist die Gesa Iw nicht von der Land zu weisen, vast die Holzvorräte der Welt in beit nächsten Jahrzehnten noch mehr zurückgehen, als das in letzter Zeit schon der Fall war. Zwar haben auch frühere Zeiten in den Wäldern des Erdballs ungeheure Verwüstungen angerichtet: Italien, Spanien, ein großer Teil der Balkanländer haben sich bereits im Mittelalter ihrer Waldungen beraubt, die Chinesen haben weite Strecken ihres Landes entwaldet, und was der Beispiele mehr sind. Aber vor 50 Jahren waren doch noch riesige Gebiete der Erdoberfläche mit Wald bedeckt, die ihn heute verloren haben: namentlich Rcord- amerika, wo ja ein arger stiaubbau mit den Waldungen getrieben worden ist. Selbst in Ländern, die eine vorsichtige Waldpolitik treiben, beginnt sich infolge der zunehmenden Bevölkerung und der steigenden wirtsck-aftlichen Bedürfnisse Holzmangel bemerkbar zu machen. Deutschland z. V., von dessen Flächeninhalt noch etwa 26 Prozent, also mehr als der vierte Teil, von Wald bestanden ist, führt jährlich für etroa 240 000 Mark Holz ein. In Großbritannien gar beträgt die jährliche Einfuhr 540 Millionen Mark für den Durchschnitt der Jahre 1904—08. Ein Menschenalter zuvor (1889—1893) betrug die jährliche Einfuhr von Holz nach Gootzbritannien nur 360 Millionen Mark. Allerdings sind die eingeführten Holzmengen nicht in gleichem Matze gewachsen wie die dafür verausgabten Summen. Tenn Holz der besten Sorten ist in England int Lause der letzten 15 Jahre um 28 Prozent im Werte gestiegen. Immerhin ist eine Zunahme der Einfuhr auf alle Fälle zu bemerken gewesen. Andererseits haben Länder, die über groben Waldreichtum verfügen, so viel Holz ausgeführt, dast sie in Gefahr sind, ihre Waldungen dadurch allzusehr zu reduzieren. Dies gilt z. B. von Schweden, das letzt Jahr für Jahr etwa 100 Millionen Kubikfutz, mehr Holz fällt als neu heranwächst. Der russische Holzexport ist in, den letzten Jahren sogar schon zurückgegangen. Kaiiada hat, um |cinc Walder vor allzugroster Ausnutzung durch Unternehmer der Vereinigten Staaten zu schützen, bereits vor einigen Jahren die Holzausfuhr mit verhältnismäßig hohen Zöllen belegt. Alle Kulturstaaten werden also ein wachsames Auge darauf haben müssen, daß, ihr Holzreichtum sich nickst allzuschnell vermindert. * E i n zehnstöckiges F abrrigebäud e in New- york geriet durch Explosion in Brand. Achthund er t M äd ch en suchten sich aus Notleitern zu retten, bis die Feuerwehr anlangte. Mit Hilfe von Nettungs- teitern wurden alle gerettet bis aus ein Mädchen, das vom dritten Stock aus die Straße sprang und tot liegen blieb. Biele wurden ohnmächtig, mit brennenden Kleidern heruntergetragen. * Ein Zukunftsbild. ,Hn fünfzig Jahren wird man Pferde nur noch int Museum, aber nicht in den Straßen einer Groß,ladt finden!" Die,c Behausung stellte S. F. Edge bei Dem ersten Iah ressen der tziatwnal Society of Etzauffeuie in London auf. „Wenn wir einmal d.e Pferde los sind," fuhr Mr. Edge fort, „können wir in zehn Jahren Straßen aus I Gummi haben. Anstatt der Luftreifen würden mir ciferne 3iad- 1 [Drucksachen aller Art | acsst^ liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die . Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 des Vormundschaftsgerichts nicht erfolgen könne. Nach Ansicht der Bank steht Frau von Schönebeck-Weber ein Ver- füaungsrecht über die Gelder nicht zu, weil die seinerzeit eingesetzte Pflegschaft über sie noch nicht aufgehoben sei. Der vom Vormundschaftsgericht bestellte Pfleger, der Bruder der Frau von Schönebeck Weber, hat jedoch seine Funktionen als solcher niedergelegt, weil das medizinische Ober- autachten die Frau für geistig gesund erklärte. Jedenfalls wirb Frau von Schönebeck-Weber noch bis zum Montag in Haft bleiben müssen; bis dahin ivird die verlangte Kaution beschafft sein. OriginaL-Draht-meLSungen. Brest, 21. März. An der Küste der Insel Gulvinest stick» Schiffstrümmer angetrieben worden. Man vermutet, dast es sich um Ueberbleibsel des belgischen Dampfers Bulgarin und des holländischen Dampfers Prtnz Wilhelm II. handelt, die vor vier Wochen an der Insel Houard untergegangen sind. . London, 2U. 'März. Gestern sanden in Cardiff wertere 58erIjttttbhingen über ein neues Lohnabkommen zwischen den Ko hl en gruben besitzet n von Südwaies und den Vertretern der Bergarbeiter statt. Tie Verhandlungen wurden als ergebnislos abgebrochen. Ta kein Übereinkommen für weitere Vcr söhnungsverHandlungen getroffen wurde, scheint ein Ausstand unvermeidlich, denn die jetzt bestehenden Verträge laufen mit dem 31. März ab. Etwa 2 0 0 0 0 0 Bergleute von Südwaies werden von dem Ausstand betroffen, und außerdem eine große Zahl anderer Arbeiter. Man nimmt au, daß etwa eine Million Arbeiter direkt ober indirekt in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer seine Kinder lieh hat o-ebc ihnen regelmässig Reeses Pudding. Reeses Pudding hebt die geistige und körperliche Entwicklung, stärkt die Nerven und führt dem Körper alle die Stofie zu, die er zu einer kräftigen und widerstandsfähigen Entwickelung nötig hat. Der billige Preis und die einfache Herstellung — auch ohne Eier — sollten jede Hausfrau verpflichten, den delikaten und nahrhaften Reesepudding regelmässig herzustellen. Fordern Sie auch gratis Keeses Backwunder-Rezeptbuch mit vielen in der eigenen VersucnsbacKerei unserer Fabrik erprobten Lackrezepten und Hinweisen auf die Vorzüge von Reeses Backwunder und Reeses Vanillinzucker, (hv ,3 Trotz der vielen Vorzüge nur 18 Fig. Reese GeseUschaü, Hameln. reifen haben und auf Weichen Stillsten fuhren. Das, mürbe1 niedrigere Preise bedeuten. Motorwagen für 3 4 Personen würden dann für 800 Mark erhältlich sein, und Taxameterdroschken, die heute 6000—8000 Mark kosten, könnten für 2000 Mark gebaut werden." Meine TageSchrottik. Wegen Nichtversetzung brachte sich am ^anivtag ein i_/bcr- Sckundaner im Flur brr Öberroalsckmle zu Brom en einen Schutz, in den Kopf bei. Er ist seinen Verletzungen erlegen An der O st k ü st e Japans sind bei einem Siur m a 0 Fahrzeuge n n t e r g e g a n g en, wobei 800 Menschen nmgekonnnen sein tollen.____________ Handel. Berlin, 19. März, än der heutigen Austichtsratssitzuns der Deutsch-Luxemburgischen B e r g we rkS - und Hütte naktiengesell schäft wurde beschloisen, der auf den 16. April nach Bochum cinzulwrusenden aiiserordentlick?n .Hauvt Versammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um 15000000 Mari vvrzuichlagcn. Von di. scr Kapfta.serl lm.ig sollen 10 GOOÜGO Mark, zum Eintausch von lOOuOOOu Marr Aktien der ^aar> und Mo sc l-- Bcr gw er Is-Gese l11 ch a s t in Stärlingen iLottzringen- 1500 000 Mark zum Erwerbe von 1000 Kuxen der Einb auf 8 Millionen Mark, die des Bahnhofsbaues auf 2,8 Millionen veranschlagt. Die gesamte Anlage l-offt man in fünf Jahren dem Verkehr übergeben zu können. * Kriegsschiffbau ohne Auftrag. Eine eigentümliche und neuartige Erscheinung im Kriegsschiff bau tritt dem aufmerksamen Beobachter der Vorgänge in den Marinen in Italien und England entgegen. Es gibt dort Etablissements, die Knegs- schiffe und Fahrzeuge, anscheinend ohne Auftrag von irgend einer Seite erhalten zu haben, bauen, und sie merkwürdigerweise vor der Fertigstellung verkaufen. Einige Beispiele aus letzter Zeit werden das erläutern. Die italiennchen Firmen Oderv, ^>e|tti- -ponente bei Genua und Orlando, Livorno bauten bie Panzerkreuzer Amalfi" und „Pisa", von denen „Pisa" am 5. September 1907, „Amalfi" am 5. Mai 1908 ablief. „Pisa" wurde Ende April 1908 vorn Staate übernommen. „Amalft" 1909. Gelder für diese Bauten waren im Marineetat 1907—08 nicht ausgelvorfen, übiwlfl sie zum Lauprogramm 1905—06 gehörten. Ottando legte dann einen zweiten Panzerkreuzer gleichen Typs auf Stapel, der sc! ui 1909 ablaufen sollte. Auch hier lag keine Bestellung vor. Aber ein Käufer sand sich Ende 1909. Es war Griechenland, ras Swftf für 26,65 Millionen Lire erwarb und es „Giorgio Mveioss" nannte. In der englischen Flotte gingen zwei Torpedobootzerstörer, „Blachvater" und „Lee" verloren. iOlan kaufte einfach von der Firma Ehammel, Laird und Co. zwei dort vor- i>aitbcne Ersatzfahrzeuge des neuesten, des „Rioer"-Typs und nannte sie „Stvur" und „Test", dciemand wußte etwas davon, daß. die Firma von irgendwelcher Seite Aufträge auf die Zerstörer erhalten hat — sie hat nur gerechnet, daß mjan solche F-ahrzruge brauchen werde, sie dann für eigene Rechnung gebaut und merkwürdigerweise mich gleich verkauft. Es erschaut immerhin möglich, daß noch andere britische« Werftetablisseinclns solchen Vorgängen Enwsehle miai im Änsertigon v. Herr. u. Dam.-Garder., Monfir- nianden An.iiig. i. u. aus;, d. Hause. Ä. 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