Nr. 296 Zweites Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mit Au-nahme des konntagl. Die „Siebener Zamillendlätte^ werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „tandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener AlMtz« General-Anzeiger für Gberhefsen Samstag, 17. Dezember 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Bilch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGreßen. Kunst in Kleinigkeiten. Eine Atelierplauderei von Paula Messer-Platz. „Wenn ich schreiben könnte, darüber würde ich schreiben! Aber Sie, gnädige Frau. . . ." V „Um .Gottes Willen! — Ja/ wenn ich schreiben könnte. . . „Hand aus's Herz, haben Sie niemals geschriftstellert?" „Gewiß, gewiß; aber das ist längst verjährt. Damals war ich ein Ding von achtzehn Jahren, konnte manchmal sehr ernsthaft sein und grübeln und hatte mir richtig eine Geschichte zusammengedacht; das heißt: ein Teil davon war auch erlebt und gerade darum ließ mich meine Geschichte nicht mehr los. So ließ schließlich ich die Geschichte los und zwar gleich aus die Redaktion eines bekannten Blattes." ,/Nun, uni) ?* „Ach, mein zartrosa Briefbogen ließ wohl auf Entsetzliches schließen. Ich bekam Die Geschichte zurück noch in der gleichen Verpackung, jungfräulich unberührt. „Leider überhäuft" oder Äehnliches stand ,im Begleitschreiben." Der Maler lachte: „Haben Sie noch solch' zartrosa Bogen? .... O, es sollte keine Beleidigung sein! — Bitte, das Gesicht nach links wenden! So ist's gut. — Also, was hindert Sie dann, noch einmal zu schreiben und etnzuschicken, da Sie jetzt nur noch weißes Briefpapier benützen? Denken Sie an die leidende Menschheit, an all' den Aerger, den man nicht hätte, wenn einmal gegen diese Sitte zu Feld gezogen würde, gegen cheje Unsitte, unsere schönster Topfpflanzen bis an's ttinn mit Seidepapier zu umwickeln! Da sah ich gestern ein Myrtenstöckchen in einem Blumenladen. Du lieber Himmel, wie schaute das aus! Am Hals saß ihm eine Gazekrause wie einem Clown; mit Papier war es umwickelt und zugebunden von oben bis unten wie eine ägyptische Mumie. Scheu blickten die zarten Blättchen aus dieser Maskerade, und die kleinen Blüten versuchten gar nicht erst, so weiß zu sein, wie die weiße Clownkrause. So stand Wie der „Neichsaneiger" meldet, ist ben Regierungen dep Bundesstaaten vom Reichskanzler der Entwurf des Gesetzes betreffend den Patentausführungszwang mit dem Er- sucl>en um Prüfung mitgeteilt worden. Der „Reichsanzeiger" bringt den Entwurf nebst Erläuterungen heute zum Abdruck, um auch weiteren Kreisen Gelegenheit zur Meinungsäußerung zu geben. Der Berliner Magi st rat hat aus eine Anfrage beim Oberpräsidenten, ob die Staatsregierung geneigt sei, wegen lieber* tragung weiterer Zweige der ortspolizeilichen Verwaltung an die Stadt Berlin mit dem Magistrat in Verhandlungen zu treten, die Antwort erhalten, daß nach eingehender Prüfung eine Aenderung des bestehenden Zustandes nicht in Aussicht genommen werden könnte. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die „Köln. Volkszeitung" hätt in ihrer Nummer vom 15. Dezember die Nachricht aufrecht, daß die Verhandlungen des Vtoabiter Krawallprozesses zu einer anderweitigen Verwendung des Polizeipräsidenten v. Jagow führen würden. Wir sind ermächtigt, festzustellen, daß die Nachricht auf Erfindung beruht. Zur Zrage der Reichrtagrkandldalur im Wahlkreis Giehen-Grünberg-Nidda. Im nationalliberalen Laaer scheint man die Absicht zu jassen, unter möglichster Beibehaltung der Kandidatur Gisevius den anderen Parteien einen Schritt entgegenzukommen. Man schreibt uns: Ter Verfasser der Zuschrift aus dem „nationalliberalen Lager" in Nr. 293 des Gieß. Anz. gestattet sich, nochmals auf die Frage ulrückzukommen. Obwohl er manches gegen die ihn angreifenden Ausführungen von „rechtsstehender Seüe" zu sagen hätte, unterläßt er es, dies zu tun, einerseits um dem berechtigten Wunsche des Gieß. 21nz. Rechnung zu tragen, andererseits in der Heber» Zeugung, daß bei einem öffentlichen Streit doch anscheinend kein förderliches Ergebnis herauskäme. Zur Sache nun folgendes. Ein Teil der Einigungsvorschlage geht von der Forderung daß, daß die bisher nominierten Kandidaten zurücktreten sollten, um einem neuen Platz -u machen. Warum? Anscheinend nur, well bei dem Festhalten an einer Persönlichkeit fein Zusammenkommen möglich wäre. Tenn gegen Herrn Prof. Gisevius selbst wird nicht das geringste vorgebracht. Da bin ich nun anderer Ansicht. Man müßte ja an dem gesunden Sinne unserer Bevölkerung verzweifeln, wenn es sicher wäre, daß in einer so bedeutsamen Frage Trotz oder Eitelkeit entscheiden sollten, anstatt, wie es sich unter reifen Männern gehört, die Sache selbst. Hier gilt nur eins: Welches ist der Mann, der geeignet ist, die bürgerlichen Wähler gegenüber der Sozialdemokratie zusammenzuführen, d. h. unter allen Umständen die maßvoll denkenden? Tie Extremen von beiden Seiten werden ja vielleicht nicht zu haben sein. Und da ist niemand so geeignet, die verschiedenen bürgerlich-politischen Parteien, und die Wähler von Stadt unDi Land so zusammenzufassen, wie Herr Professor Gisevius. Er steht auf mittlerer Linie, hat zahlreiche Beruh- rungspunkte mit den anderen Parteien. Ist er schon lange zahlreichen Landwirten als warmer Freund und Förderer der Landwirtschaft durch Wotte und Taten anertannter- maßen bekannt — das weiß ich aus zahlreichen Aeußerungen von Landwirten aus den verschiedensten Teilen unseres Kreises und auch anderer Gebiete Oberhessens, ja fernerer Teste unsers Hessen- landes — und war er gerade dadurch mancherseits nicht genehm, so haben seine programmatischen Ausführungen in verschiedenen Versammlungen ihm auch das Vertrauen städtischer, namentlich gewerblicher Kreise erworben. Das haben wiederholte Aeußerungen aus solchen Berufen gezeigt. Daß Herr Prof. Gisevius in seinem Programm den Liberalismus auch nicht vernachlässigt, haben gleichfalls hiesige angesehene freisinnige Männer ausgesprochen und Herrn Prost Gisevius als durchaus geeigneten Kandidaten b^eichnet. Auch ein anderes verdient gerade in diesem Falle noch betont zu werden: Herr Gisevius war bisher nirgends parteipolstisch hervor- getreten, er hat keinem Politiker auf Den Fuß getreten. Gerade diese beiden Eigenschaften, seine politisckicn und wirtschaftlichen Ansichten auf mittlerer Linie und feine bisherige politische Neutralität ließen ihn den Nationalliberalen als den Mann erscheinen, dar für unsere Verhältnisse besonders geeignet erscheint und — das Darf auch einmal gesagt werden — es war auch Die Hoffnung des Derrn Gisevius selbst, daß gerade deshalb sein« Kandidatur Anklang finden werde. Sollte nicht ruhige Ueberlegung, rein sachliches Urteilen, trotz allem noch zu diesem höchst wünschenswerten Ergebnis führen? Wer sich an der Pattei stößt — jede Partei hat ihre Licht- und Schattenseiten —, der sehe auf die Persönlichkeit. Ich habe immer noch so viel Vettrauen in den gesunden Sinn unserer städtischen und ländlichen Bevölkerung, daß es auf dieser Basis zu einer Einigung kommt, mag nun Herr, Professor GiseviuS der Nationalliberalen Reichstagsfraktion als Mitglied oder nur als Hospitant brüteten; denn das wird auch niemand bestreiten: Nur in einer großen Partei kann ein solcher Mann seine Kräfte voll und ganz entfalten und nur da hat fein Wort das nötige Schwergewicht. Der künftige Reichstag braucht Mannet solcher Art wie Professor Gisevius. Unser Wahlkreis wird sich ein Verdienst erwerben, wenn er ihn in Den Reichstag fenDet Die Lage in Oesterreich. Wien, 16. Dez. Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm in allen Lesungen die Vorlage be- ttesfend das dreimonatlicheBudgetprovisorium an und ebenso die übrigen Anträge des Budgetausschusfes, darunter den Antrag, die Regierung zu ermächtigen, durch eine Kreditoperation 109 Millionen Äonen für Eisenbahn- investitionen zu schaffen, ferner den vom Freiherr Morsey gestellten und vom Finanznttnister befürworteten Zusatzantrag, wonach der bestehende Rechtszustand bezüglich des Privilegiums der österreichifchchnga-ifcben Bank bis 15. Februar 1911 provisorisch verlängert hnro unter der Voraussetzung, daß ein ebensolches Provisorium in Ungarn zustande kommt. Ritter v. Witteck erklärte, daß die Christlich-Sozialen für das Budgetprovisorium stimmen werden, um die Jntegrttät der parlamentarischen Budgetbewilligung aufrecht zu erhalten. Es liege kein Anlaß vor, der Abstimmung eine politische Nuance zu geben, am allerwenigsten gegen die gegenwärtige Regierung, deren Kabi- nettschef sich bei den Christlich-Sozialen warmer Sympathien erfreue. Globinski erklärte, daß der Polenklub für das Budgetprovisorium stimmen werde. Er habe sich gefreut, heute so versöhnliche Worte seitens des Führers der Deutschen zu hören. Dies bestärke ihn in der Hoffnung, daß anstelle der heute unhaltbaren parlamentarischen Verhältnisse normale Zustände treten werden. Es fei der heißeste Wunsch desPolenklubs, daß eine Majorität auf der Basis einer Verständigung zwischen denDeutschenundTschechen geschaffen werde. Nachdem eine Reche kleinerer Vorlagen erledigt worden war, trat das Abgeordnetenhaus in die Weihnachtsserien. Die Moabiter Strahenkrawalle vor Gericht. 4 Berlin, 16. Dez. Zu Beginn der heutigen Sitzung erbittet Rechtsanwalt Cohn das Wort und erhebt erneut Widerspruch gegen die Einschüchte- rungsversuä>e und Belästigungen, Die fottwayrend gegen beugen ausgeübt werden. So habe bei dem hier als Zeugen vernommenen Dt. Kochmann ein Kriminalbeamter in Der Maskeeines Po st beamten in Dessen Hause Vorgesprächen und Erkundigungen eingezogen. Erster Staatsanwalt Steinbrech t: Es wird hier wiederum Die Staatsanwaltschaft angegriffen und ihr der Vorwurf gemacht. Daß sie in unzulässiger Weise Ermittelungen über bereits vernommene Zeugen anstelle. Lern muß ich entschieden widersprechen. Von mir sind keine Dahingehenden Aufträge erteilt worden und wenn etwa der Herr Polizeipräsident derartiges an- geordnet haben sollte, so muß ich doch Darauf aufmerksam machen, daß es sein gutes Recht ist. Die behaupteten Verfehlungen seiner Beamten nachzuprüfen. Ter Arbeiter Weidemann befand sich an einem der Krawallabende mit seiner Frau auf dem Rückwege von einem Besuch seiner Schwester. In der GotzkowSft)- und Beusselstraße gerieten beide unvermittelt in die Tumuliantenmenge und beobachten, wie die Schutzleute die von dem Aufrrchrgebiet wegstrebenden Leute immer wieder dorthin zurücktrieb. Am nächsten Tage ging der Zeuge abermals mit seiner Frau zu seiner Schwester und sah sich plötzlich von mehreren Schutzleuten verfolgt. Ta seine Frau nicht so schnell zu laufen vermochte, hätten Die Schutzleute sie und ihn mit Säbeln vorwärts getrieben. Dem Zeugen gelang es in einen Hausflur zu flüchten, während seine Frau draußen von den Beamten festgehalten und von diesen mit Faust und Säbel geschlagen wurde. Ihre ärztliche Untersuchung ergab, daß ihr der rechte Arm bis auf Die Knochen durchgeschlagen war, was eine Knochen Hautentzündung zur Folge hatte. Ein weiterer Zeuge Arbeiter Bäcker bekundet wieder, daß die Schutzleute durchaus besonnen und ruhig vorgegangen seien, während das Publikum sich höchst ungeberdig verhielt, „Bluthunde" schimpfte und mit Steinen warf. Ter Zeuge hat auch den Eindruck gewonnen, daß drei Radfahrer chie immer erst auf- tauchten, wenn Die Polizei verschwunden war, gewisse Direktiven an Die Menge ausgaben. Tie Auslagen für und wider die Polizei werden von anderen Zeugen fortgesetzt. Als der Kohlenhändler Geißler fortfuhr: Wenn alle Leute, Die dort Senge gekriegt haben, sich melden wollten, — unterbrach ihn R.-A. Heine mit der Bemerkung: Es haben sich deren wertüberöOO gemeldet. Tie Weiterverhandlung wurde auf morgen vormittag 9Vi Uhr vertagt: es da und schaute hinaus auf steife, geputzte Großstadt- tinder, denen man Natur, Leben und Harmonie genommen hat, wie ihm selber. Arme kleine Myrte! — Ueberhaupt, war id) denn bei einem Blumenhändler oder in einem Papierladen? Rings starrte es mich an, grasgrün, lila, rot und blau! Papier, nichts als Papier! Doch nein. Lispelte nicht eben eine Dame neben mir ihrem Begleiter zu: „Ach, Artur, sich die prächtige Schleife!" Und triumphierend zog sie mit einem Gebilde aus violettem Papier und süßlila Baud ab. Ja, ich vergesse, auch eine Putzmacherin schien dort zu arbeiten. £)b jene Bewuuderm der lila Schleife zu .Hause entdeckte, daß daran ein reizendes Fuchsieustockchen gebunden war? Nebensachen schienen sie nicht zu interessieren." Wütend drückte der Maler eine halbe Tube Zinnober auf die Palette. Nun war die Reihe zu scherzen an seinem Gegenüber. „2lber, Meister, kommt das alles auf meine Nase und nur wegen der unglücklichen Blumenhändler' bereit Sie versöhnlich! Könnte das Papier nicht auch seinen Nutzen haben, zum Beispiel die Hände vor Schmutz zu schützen?" ,La, wenn es nur das wäre! Aber das Papier ist die Hauptsache, es bleibt im Laden, es bleibt zu Hause, es bleibt, bis die Pflanzen ersticken und langsam zu Grunde gehen in dieser Verschnürung. Was horc man nicht alles: mit Papier sieht es viel schiter aus! Man wird doch Den häßlichen braunen Topf nicht sehen lassen! D-aß aber dieser „häßliche braune Topf" in seiner warmen Tönung viel un- aufDringlicher und darum vornehmer wirkt; daß es künstlerischer ijt, die feinen Farben und Formen einer Blume n^.t durch papierne Herrlichkeiten totschreien zu lassen, dafür scheint heute das Verständnis zu fehlen." „Recht haben Sie," sagte die Dame nach einer Weile nachdenklich, „man gibt zu viel auf Beiwerk und Aeußer> lichterten. Und doch yabe ich manchmal gewünscht, man gäbe mehr darauf. „Aecht weiblich" werden Sie deiiken, aber huren Sie er ft! Ullnslbesttebungen in vüdingn. = Büdingen, 15. Dez. Die Kunstausstellung im Hotel Stern bot ihren Besuchern viel Gutes. Kunstmaler Fri e s-Ortenberg und Bildhauer Johannes Kö d- ding- Gelnhaar hatten ihre Werke in demv großen Saale übersichtlich aufgestellt und geschmackvoll gruppiert. Neben einigen interessanten Buntstistzeichnungen und Aquarellen von Frankfurt und Ortenbcrg hatte Fries eine ganze Anzahl Oelgemülde und zwar Landschaften herbeigebracht, in denen die Stimmung überraschte. Licht und Luft, das Feste und Zarte, alles war der Nutur abgelcrufcht uni) lebenswahr wiedergegeben, namentlich das Wusser! Darin offenbarte sich feine geistige und technische Beherrschung der Farbe. Ködding erfreute ebenso sehr durch seine Auffassung wie durch sein Können. Seine Porträts (Büste und Plaketten) sanden ungeteilten Beifall und feine größeren, charakteristischen Arbeiten (Kruzifix, Grablegung, Pferd u. a.) forderten zur gründlichen Betrachtung auf. In seinen Werken verbindet sich reifes Durchdenken mit geschickter Ausführung unter Vermeidung aller Effekthascherei. — Im Anschluß an die Ausstellung hielt Pfarrer Ködding-Gelnhaar einen Vortrag über das Thema: Wie gewinne ich die rechte KunstbetKachtung? Er formulierte die Frage: „Wie gewinne ich den rechten Blick für ein Kunstwerk?" Daraus ergab sich aber von selbst eine ausführliche Besprechung über das Wesen des Kunstwerks. — Will man ein Kunstwerk verstehen, so soll man es unter zwei Gesichtspunkten betrachten. Sie heißen: Geistesinhalt und Technik. In dem 1. Teile seines Vortrags sprach der Redner über den G e d a u l e n i n h a l t in der Malerei und Plastik. An einem.Oelgemälde von Fries „Im Walde" zeigte er, welche geistige Arbeit notwendig gewesen sei, um die wundervolle Wirkung der Waldstimmung in dem Bilde Hervorzurusen. Hierauf definierte er: „Ein Kunstwerk ist die durchgeistigte Wiedergabe der vom Künstler erfchauten und empfundenen Natur durch das Mittel seiner Technik." Diesen Satz suchte er dann weiter an den Kunstwerlen der Plastik der alten und neuen Heit mit Hilfe vieler Abbildungen zu bekräftigen und wies dabei auch auf den be- mertenswerken Unterschied zwischen Relief und Rundsigar (Düste, Statue, Gruppe) hin. Das Relief habe eine besondere Vorliebe für die Darstellung eines Vorgangs, also für die Erzählung und eine stimmungsvolle Schilderung, während sich die Rundsigur am besten für das Charaktervolle,. Erhabene, für die Idee eigene. „Die Randfigur paßt für die Tragik, das Relief aber für die Epik und Lyrik." Diese Auffassung konnte an zwei Werken von I. Ködding deutlich bestätigt werden. Das erste ein Relief, stellt eine „Grablegung" dar, die vom Künstler an der Leichenhalle auf dem Herreuhaag bei Büdingen ausgeführt worden ist. Es ist eine schlichte Schilderung von Tod uud Grab ohne jegliche Sentimentalität, aber voll ansprechender Wahrheit, — eine herbe Realistik des menschlichen Lebens. Die zweite Arbeit ist ein großes Kruzifix mit einer charakteristischen, fast kühnen Darstellung: Obwohl der Tod bereits eingetreten ist, nimmt der Gekreuzigte noch die Haltung der äußersten Wir Schwaben haben eine besondere Fähigkeit, Ge- legenheiten zu finden, um etwas schenken zu können. Wir lassen uns nicht an Weihnachten, Ostern und Pfingsten genügen, oder etwa noch an Den Geburts- und Hochzeitsfesten, nein, das sind nur gleichsam Fixsterne in der Milchstraße jener Tage, die durch Geben und Ueberraschen gefeiert werden. Natürlich kann es da nick)t immer die Spende eines Krösus sein, sondern man schickt Blumen Backwerk oder sonst ein kleines „Grüßte" in's Haus. Daß wir aber durch solch ein „Grüßle" mehr von den Eigenschaften des Gebers erfahren als durch eine gemeinsame Sommerfrische, daran denken die wenigsten. Ob jemand das Gebäck einfach auf einen Teller legt, oder es sorgsam in ein hübsches Körbchen versteckt, Blumen darüber breiter fröhliche Bänder am Henkel flattern läßt und gar in Versen um gute Ausnahme bittet, das zeigt den Unterschied zwischen nüchternen Alltagsmenschen und solchen, die mit Sinn und Schönheit das Dasein vergolden. Solch kleine Dinge verraten einen Schatz von Gemüt und Phantasie, verraten die Fähigkeit, sich in andere zu versetzen. Mit Entzücken erinnere ich mich an das Weihnachtsgeschenk einer Freundin. Eigentlich war es nur ein Buch Das fei nichts besonderes, meinen Sie. Bücher gäben die Leute immer, wenn sie nichts anderes wissen und sich nicht besinnen wollen. Aber das war es ja eben: Tie Geberin hat te s ich b e s o n n e n. Einmal behandelte das Buch em Thema, das inich selber viel beschäftigt und mir viel Nachd-enken gekostet hat. Und dann, in welch originellem Gewaiid kam es zu mir! Das war bis aufs letzte ausgedacht und mit Liebe zusammengetragen: ein weicher ilbergrauer Stoff bildete den Einband, darauf war in' satten Farben das Monogramm gemalt. Und nicht genug bie Innenseite schmückte eine flotte Federzeichnung Die die Widmung umrahmte. Das alles sah so selb fr v cr- ftänblidj aus, künstlerisch einfach und darum so befriedi- gend. Eine ungeteilte Freude tonnte man daran haben ol)ne wie bei Stickereien und ähnlichem einen Mitlewsruf über die gequälten Augen unterdrücken zu müssen. Doch <1 ♦* Zum Meteorologische veodachtungen der Station Sietzen. v Detter äj 1 r 93 । SS V Rege« Höchste Temperatur am — 7,6 mm. ii 83 78 SW SSW 2 2 2 -ü' §1 10 9 10 Niedrigste Niederichlag Dez. 1910 mi zu. I $ 8t 5-. ar Bl Q if IUI in ftr l 1t M iir Di i ir ii 81 c J r 5 ir k Di « ®i K G & E Ja SL tSD g *i G L l fri tt sr a s - ° >- LL ment rricht »uiederhobt, sondern spLLer nur Ln besonderen Ausführungen gegeben werden. äü z a ZG *& Airchliche Nachrichten der evangelische» Gemeinde Büdingen. 4. Advent, 18. Dezember: Vormittags 10 Uhr: Piarrer (Sie mm. Abends 5 Uhr: Wethnachlsteter des Kindergottesdienstes. Tie Amtsivoche. hat Piarrer Schäler. Katholische Gottesdienstordnung. Sonntag, 18. D e z e m b e r. Büdingen: 10 Uhr. Nidda: 8% Uhr. (4 $ iJ S l ■all | $ Bei Appetitlosigkeit Dr. Hommel S Haematogen 20jährlger Erfolg! Warnung! Man verlange ausdrücklich den Kamen Dr. Hommel. SS M im 3n L1 Kl Üll HUI Itfl 1 So 51 t-' U\ mi fii 15 biS 16. Io. M 16, Anm.. ui luuuuiiern ge|LViu.t Jiffern y^cn an, nuc viel 2er Todesfälle in der betreuenden Krankheit auf von auswärts nach mes" n nphrnrfift* STranfe kommen. Llerrnischte-. ^omälde von Hans Multscher entdeckt. Aon dem gcvuariigen plirnttiven Meister der alt- deuticheil Malerei HanS KriulLicvei qu.; bisher nut ein einziges ^me ßciid^ccte Arbeit, nämlich das dopperjignierte aus acht Tai°ln b-§-HE aiianMtt von 1-13? im SK 2ur.^eiitze des Fürsten von Waldburg zu Wolfegg mch Waldsee au[ Schloß Wolfegg hat nun Hclmuih LH. koffert drei Unterstützung infolge der herrschenden Notlage angedeihen lassen. Dazu stelle sie folgende Forderungen: Anerkennung der Verlustquoten durch die Winzervererne als rechtliche Verpflichtung und allmähliche Abwickelung bei Eintritt der Sanieruna unter Vermeidung des Konkurses. Justizrat Dietrich führte aus, die Regierung stehe dicht vor der Inangriffnahme der Hilsstätigkeit. Die Zentral-Tarlehens- lasse werde die Sanierung leiten. Durch die Winzer müßten 13OG0G0 Mark gedeckt werden, welchen Betrag sie anzu- erkennen hätten. Die Negierung wird einen großen Beitrag dazu leisten, ebenso die Zentral-DarUhenskasse. Die Sanierung soll sich aus 15 Jahre erstrecken. Die Versammlung faßte folgende Beschlüsse: Der „Zentral-Verkaufsgenossen- schaft deutscher Winzervereine" ist aufzugeben, bis Ende des Jahres ihre Angelegenheiten zu regeln, also die Haftsumme als Schuldank.rlenntnrs an die Nassauische Kasse abzugeben und ihre £iqiiibation bis dahin zu beendigen, ferner soll die Nassauische Kasse den Geschäftsanteil aus die Höhe des Verlustanteils von 320 Mart setzen, beides unter der Voraussetzung, daß Zahlung erst dann erfolgt, wenn mit der Durchführung des Sanierungsplanes begonnen wird. Tie Der.ammlung erhärte ferner, daß 15 003 Mark Jahresbeitrag auf 15 Jahre hinaus von sämtlichen an der Zeniral- Verkaufsgenossenscha,L und an der Na,säuischen Ka.se beteiligten Winzervererne den Höchstbetrag darstelle, den die Vereine als Abbürdung ihrer Haftsumme übernehmen tonnen. Die Auslösung der Nassaulschen Ka.se wurde dann beschlossen. Der endgültige Beschluß hierüber wird in einer werteren Versammlung am 25. Dezember gefaßt. Die Verhandlung zwecks Einleitung der Sanierung werde seitens der Regierung mit dem Landest)erbarrd Wiesbaden bereits zu Beginn des Jahres 1911 ausgenommen werden. Kraftcmflrengung, des ungebrochenen Willens ein; Christus- Mensch — der Todesüberwinder, das ist die Idee. In dem xtoeiten Teile handelte der Redner von der Technik. Die künstlerische Technik steht in der „Modernen Malerei" jetzt vornan. Da wird auf die Farbe und die Realistik das Haupt- aewicht gelegt. Zu dem sicheren Blick für die Natur und ihr Licht gesellt sich das gut entwickelte Gefühl für die Farbe und ihre Nuancen, sowie eine sichere Beherrschung der Perspektive. Wo diese Faktoren richtig zusammentreffen, da gibt es Licht und Luft, Wahrheit und Leben. Das ist i ein besonderer Vorzug der Landschaftsbilder von Fries. Bezüglich der plastischen Technik wurde u. a. der Unterschied von Nah- und Fernwirkung, sowie die harmonische Komposition hervorgehoben. — Tie Ausführungen über Inhalt und Technik wurden derart zusammengefaßt, daß die voll- bot' für die schulentlas.'ene"Jugend bis zur Vollendung ständige Durchdringung der Materie durch den Geist als das des 16. Lebensjahres sehr am Platze wäre. In einigen Wesen eines Kunstwerks konstatiert wurde. Um den Blick Städten, z. B. Worms, habe man mit einem solchen Ver- für Kunstwerke zu scharfen, gab der Vortragende folgende bot günstige Ergebnisse erzielt. In der Besprechung be- Neyeln an: L Wenn du ein Kunstwerk betrachtest, dann statigte Prof. Dr. Lucius, daß das Polizeiverbot in bleibe mit deinem Blick nicht an Einzelheiten haften, sondern Worms eine sehr gute Wirkung erzielt habe. Er empfahl fas.e das ganze ins Auge! 2. Studiere die Komposition! i ein solches Verbot auch für Darmstadt. Pfarrer Z i m m e r • 3. Suche aus der Komposition die Gedanken oder die Grund- m a n n-Wixhausen führte aus, daß namentlich der Besuch idee zu erfassen und zu verstehen! 4. Vergleiche dann die der T a n z l u st b a r k ei t e n auf dem Lande durch die gefundene Idee mit den Details und den technischen Aus-1 aus her Schule entlassene Jugend in erschreckendem Maße druckssormen, und versenke dich liebevoll in die Sprache I zugenommen habe und zu schweren Schäden für die Jugend des Künstlers! 5. Betrachte viele Bildwerke und vergleiche führen müsse. Auch Kreisrat Dr. Kratz, Schulrat Prof fie miteinander! — So gewinnt man eine richtige Kunst-1 Dr. Kissinger u. a. mie.en auf die schwere Schädigung üetrachtung. •— der Jugend durch den Wirtshausbesuch hin und machten An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag knüpfte Vorschläge zur Abhilfe; der letztere befürwortete den Erlaß sich eine rege Besprechung an. Zuerst und vor allem eines Gesetzes für das ganze Land. — Den zweiten Vortrag wurde die Frage besprochen, ob für eine darzustellende des Abends hielt Frl. v. Spezepansko über die Frage: *5L)ee nicht gewiße (z. B. sittliche) Schranken, als dem Wesen! „Wie kann die Schule daraus hinwirken, daß religio.es emes Kunstwerks entsprechend, vorhanden wären. Mit Recht Leben und religiöse Sitte in den Famicken lebendig wirdr wurde hervorgehoben, daß nicht nur das „Schöne", son- — DaS dritte Vortrags-Thema lautete: „Wie kann der fcern auch das häßliche" (zur Erweckung des Schönen im! Lehrer der drohenden Verwahrlosung bei einem Schul linde und das „Wahre" (einerlei, ob es schön oder wirksam entgegentreten?" Der Berichterstatter, Regierunas- baßlich sei) dargestellt werden könne; daraus ergab sich für assessor Stümmel, schloß mit der Forderung, daß man den Vortragenden als einzige Schranke die Wiedergabe alles die Hand an die Wurzel des Uebels legen und den in Be- Oememen, Anstößigen, Demoralisierenden (ä la Simpli- tracht kommenden Streifen der Eltern in sozialer Hinsicht Hissunus), das auch bei technischer Vollkommenheit nach Helsen solle durch Schaffung besserer Wohnungen feiner Meinung fein Kunstwerk fei, weil es den Geist nicht und eines b e j s e r e n A r b e i t s v e r d i e n st e s. Auch an erhebe, befreie, bereichere, sondern herunterziehe und be» diesen Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. stecke, ja unter die unheimliche Macht der Materie knechte. 6. Alzey, 16. Dez. DaS Fuhrwerk dcs Mckaer- S Q“fOcroorclen' »b,i>er Mer jebc meiflerS Wilh. Lcch«°lSh-j,n-r rourbt Deute früh gegen Wirklichkeit (z. B. einen störenden Schornstein, steife gerade a lu.- x«.». v <* < \ .. ,, J Linien an Häusern und Dächern) wiedergeben müsse, woran, n ,U )C a\ b 1 ycil)nuberi2Qn9 bec $QltcitcU e Gau- die Antwort erfolgte, daß er bei einem Kunstwerk alles weg- Ungern heim von einem Personenzug der Nebenbahn lassen dürfe, was die Koinposition oder den Gesamteindruck ^lzey-BodenHenn erfaßt und zertrümmert und die drei zerstören würde, dagegen bei einer Studie alles malen könne. Insassen herausgeschtcudert. Der verheiratete Metzergesellc — In seinem Schlußworte dankte der Redner für das der Leonhard Gründonner von hier geriet unter den Zug, aanzen Veranstaltung entgegengebrachte Jntercße und bat, wurde überfahren und getötet Er hinterläßt eine Witwc - ^nstroggeber sich begnügen mochten, den Künstlern I und fünf Kinder. Ter 19 jährige Dietzgergehilfe Adolf Layck, ein klares ^hema zu stellen und sie dann frei schassen und Sohn des hiesigen NietzgermeislerS Wilh. Layck, trug leichte gc a en zu a,|en^ I Verletzungen davon, und der 16jährige Metzgerlehrling Phil. las berückendste Weihnachtsgeschenk für die Familie ist ein „buen retiro“, ein „Ruhhaus“, ein „Eisen- heim“ im idyllischen Hochwaldhausen. Erholung von der Arbeit Genuss herrlicher Landschaft, reiner Gebirgsluft in Ruhe und Stille, — im Winter Schneesport! Ein Bauplatz Mk. 1500.— (600 qm) ein Sommer u. Winter bewohnbares Landhaus schlüsselfertig nach Entwürfen Giessener Architekten für 6000 ML In Summe Mk. 7500.—, das sind Mk. 375.— Jahreszinsen. Nähere Auskunft erteilt Herr J. Rosenthal Goethe Strasse 65, Telephon 491. (DuAi Starkenburg und RhnnHessen. R. B. Ta rmstadt, 16. Dez. Der Verband für Jugendfürsorge hielt heute nachmittag hier eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab. Den Vorsitz führte Beigeordneter Müller, der die behördlichen Vertreter und besonders den Vertreter der Schulabteilung, Geh. Oberschulrat Dr. No d nagel, begrüßte. Als erster Redner sprach dann Regierungsassessor Fuchs über „die Teilnahme von Jugendlichen an öffentlichen Tanzlustbarkeiten". Der Redner wies in feinem Vortrag auf das seit nahezu 30 Jahren in Darmstadt bestehende Polizeiverbot für «schulpflichtige hin und beton: ?, daß auch ein Wirtshausver- Gemälde entdeckt, von denen er zu mindestens zwei für authentische Werke Hans Multscl>erS hält. Er erörtert diesen bedeutsamen Fund ausführlich in den Monatsheften für Kunstwisfar- schaft. Die beiden Tafeln, die et aufsand, sind aus der Vorder- und Rückseite bemalt. Sie »eigen aus der Vori>erseitc zwei Szenen aus der heiligen Kreuzlegende und lassen in ihrem wohlerhaüenen Zustande deutlich die Hand Multschers erkennen; die Rückseiten dieser beiden zusammen eine große Grablegung, die aber völlig übermalt und daher auf ihre Athenti^itat nickst mehr geprüft werden kann. Wir haben es hier mit dem Flügel und zwar mit dem rechten Flügel eines größeren Altarwerkes zu tun, das auf seinen inneren Flügeln vier Szenen au5 der Kreuzlegende zeigte, während es geschlossen eine Grablegung unb vielleicht eine Kreuzigung darbat. Aie Entstehung dieses Werkes ist sicher später als Oer Berliner Altar, also nach 1437, anzusetzen. ♦ Minister und Schneider. Aus Stuttgart wird geschrieben: Eine ergotzlick)e Erinnerung hat der große Veteranenappell, der kürzlich in der württembergischen Landeshauptstadt abgehalten wurde, in einem der Beteiligten, dem württembergischen Ministerpräsidenten Dr. v. Weiz- [ädr*, wachgerusen. Beim festes,en saß der Ministerpräji- dent inmitten einer Gesellschaft alter Generale, und in der Unterhaltung gab er nun folgende Episode zum besten: Vor mehr als 40 Jahren habe sich ein junger Mann der militärischen Ausoebungskommis.ion in einer Württembergs scheu Stadt vorgestellt. Kaum hatte er das Zimmer betreten, in dem die Kommission saß, als der Hauptmann, der den Vorsitz führte, bemerkte: „Sie sind gewiß 'n Schneider?" — „Zu Befehl, nein", lautete tue prompte Antwort, „ick) bin Referendar", worauf der Hauptmann, den sein Scharfblick so getäuscht hatte, vor sich Jinbrummte: „Na, aber aus sehen tun Sie wirklich wie ein Schneider." — Als Herr v. Weizsäcker seine Erzählung beendet hatte, wandte er sich nut lustigem Augenzwinkern an einen der acken Generale mit den Worten: „Erinnern Sie sich noch dieser kleinen Szene, Exzellenz^ worauf diefer mit einem Kopfschütteln antwortete. „Ich will es Ihnen sagen", bemerkte dann der Ministerpräiident, ,cher Hauptmann waren Sie, und der vermelntiick)e Schnecderge,elle war ich!" — Man fami sich vorstellen, welch stürmriche Heiterkeit diese Worte an der Tafel auslösten, zumal der Herr Ministerpräsident in seinen, Aeußeren heute ganz im Gegensatz zu seiner Rekrutenzeh sehr zur „Fülle" neigt. Märkte. Gießen, 17. Tez. Marlwericht. Auf heutigem Wocbem markte loueie: Butter pr. Pid. 1,20—1.30 Hühnereier 1 et. 10—11 big«, Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Uäse pr. St. v—8 Pf. Käfcmatie pr. St. ö—6 Pfg., Tanbeil pr. Pr. 0,80-1,00 Alt.' piihuci pr. St. 1,00—1,60 'LI, mahnen pr. Stück 0,80—1,80 Wik.' outen pr. St. 1,80—2,20 Mk^ Gänse das Psd. b5-7ö Pfg^ Ochfen- Ueisch vr. Pid. 84—92 Pig^ Riiidsleisch pr. Pimrd 84—ö8 Pfg^ rlnhsleilch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfinid 80—96 Psg., 5(a(u- Ileijch pr. Pjd. .6—80 Pfg., pannnelsleifch pr. Pio. 60—84 Pfg Kartoffeln vr. 100 Lig. 7.50 bis 8.uO Mk., Wewtraut bad Stück 20 bis 30 Pfg^ ZiviebeUi per Ztr. 5,00—6,00 Wil, 'jJiiki) das viter 20 Psg^ Bir,»en per Ztr. 12-15 Mt^ Aepfel per Ztr. 8 bis 12 Ü)lf^ Nütze 100 Stück 50—00 Pig^ ver Ztr. 0—00 ML Bohnen ver Pid. 00-00 Big. Alarktzeit von 8—2 Uhr. Dezember - + 10,56 3. Die nach- A P 81üd ft,n Sonntag dem 18. Dez. stehenden *»vl Alv von 12 Uhr mittags bis Lür nachts nur lür drlnicfnde Fälle sicher anzutretien r D x1j Dr. Schäfler, Plockstrasse 9. — Dr. Stuhl, Selterswe? 79a, HioiiatL Ueversicht der Todesfälle in üer Stadt Giekeii. Monat Rovciuver 1910. Einwohnerzahl: angenommen zu dl,8uu (mCl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziiier: 18,5 nach Abzug von 10 Ortsfremden: 7,0 °/on. 2X11S Stabt und Bechtluft, gebürtig aus Zlonheim, erlitt erhebliche Verletzungen tolebC11, 17. "wmber 1910 r" un6 blc fEine Uebcrfütjning in das hiesige « ot *» • , . r.. . a ÜrankenhauS nolwendlg machten. Das Pferd an dem Wagen bibli-thklars Dr Em ts hTu" er*Weed un^g°schrL-n^ ,,1' ^ben unaersehrt. Der schreck. Der Jubilar blickt auf ein langes verdienstvolles Leben baburd? ereignet haben, daß infolge dcs zurück. Er ist nicht nur ein Beispiel treuer Arbeit und "»uberiichtlichen AerrnmS an bejagicr Stelle der Lotomotiv- Pflichterfüllung in seinem Berufe, sondern von großer Liebe f"^r, der unausgesetzt die vorschriftsmäßigen Glockensignale Zum Mittel- und Arbeiter st and beseelt. So^b, die von den Wageninsassen, bie unter einem Verdeck wurde er bald nach der Gründung des Evangelischen 'aßen, wahrscheinlich überhört wurden, erst im letzten Augen- ^^bitervereins im Sabre 1882 in den Vorstand ge- blick das Gefährt bemeifte. Trotz Anwendung aller Hüfs- Sq i/* p Qfaue ?1De^ Jlthrzehnte wirkte der Jubilar zum nlittel gelang eS nicht, den Zug zum Halten zu bringen. Wohle des Arbeitervereins; an ihm hat sich die Wahrheü Lcffen-Naffam des Dichierwortes: „Arbeit ist des Bürgers Zierde, Seaen R . ttft der Müde Vreis" erftiirf Sltville, Lu. Dcz. H^er sand eine Haupt- fetszün MtL N"° « W'ü«-»'«-I»'L-"tW** newibmlt K--r>tlrch.sozralen Bestrebungen sowie Reichs- unb SanbtagSabgeorbneter Dr. Dahlem. » E „ Oberlahnstein anwcsenb waren. Vertreten waren 12 SBin- et Nochmals sei auf baS „vac- zervercine unb eine Mnzergenos^enschast. Die Versamm- che11ogastspiel am Montag hingewtesen. — Zur lang war einberujen, um über die Auflösung der Ge- ^'^^bonnementsvorstellung |ei bemerkt, daß ber nojsenschastskasse zu bejiichen, ba diese keine Exi, Ä’L "~L? f e,r 1 a ™ , vollkommen abeubfiillenb ist. stenzberechliguna mehr habe, zumal bie Schuchenlast der ver- 0011 Abonnenten, bie „Erster krachten Zentratverlaussgenes.easchasi Ryeingauec Winzer- en haben, zu entsprechen, l-at die vereine als chre Hauptschuldnerin jährlich um 65 00j Mark I, wirkungsvollen Thvmaschen Einakter noch- wächst unb außerdem der zu erwartenbe Ausjalt von Hast- hif b^gesugt. ■— Aesonderes Interesse durste summen den Perlustanleit der Mitgli.der der Nassauischen Feiertagen, die Lus- Kasse in diesem Jahre schon auf den Betrag von 320 Mlart ll1"! e "^5° "'S b tu ckt der erhöht. Direktor N o l d e n. Frankfurt a. M bemerkte, wenn Ä"5- crrse0erL und da- die Auflösung der Genossenschasiskasse nicht erfolge, wäre tei^nbe'. ®£,:tDolIe Musik von Bo. ein Konkurs unvermeidlich. Tie Regierung wolle neuen Dnerett^n^tPr1" vergangenen Jahre am aber den Konkurs Nicht und den Winzern eine finanzielle .al7reiL LderLungen kerAfem ^s"!eiM°Wers^'Unterstützung infolge der herrschenden Notlage anaedeihen das Direktor Steingötter einstudiert hat, kann un Abonne- hören Sie weiter, welche Symphonie von Rosa und Grün dies Wunderpaket barg: das Buch war in grünes Papier — m das Ihnen so verhaßte Seidepapier — gewickelt und mit rosa Band umbundew Licht und rosa schaute die Schachtel im Innern aus, Tannenzweige schmückten sie und daran waren noch allerhand luftige Dinge befestigt, alle wieder in Rosa und Grün verpaclt: Marzipanlartoffeln, Bistuitherzen, Schololadcschw.inchen; K.iitLlvrrse, gol.ene Nüsse und Weihnachtsengel. Feenhände aus einem Märchenlands scheinen das vollbracht zu haben, aber es waren Freundeshände und ein Herz voll Liebe gewesen Selten hat mich eine Weihnachlssrndung glücklicher gemacht und es war doch „nur ein Buch"! „Ja, die Kunst des Schemens ist so leicht nicht Sie ast em Talent" „Aber eines, das wohl bei jedem Menschen entdeckt werden kann unb groß gezogen werden sollte. Ja, die Kunst des Schenins! Mancher glaubt sie erfaßt zu haben, wenn er das Was gefunden, aber das Wie ist viel schwieriger, persönlicher, ich möchte sagen geistiger. Das Was ist Slche meines Beutels, im Wie gebe ich den ganzen Menschen . Daß man nicht nur schenken, daß man schön schenken soll, das wissen Wenige. .... — Und nun ist wohl Schluß der Sitzung? — Wce, nur eine Pause? Sei's drum, aber jur Strafe sagen Sie mir noch, wer nächst den Blumenhändlern Ihrer größten Feindsck-aft sich rühmen darf." , „Das sind die Menschen, welche das Biiderau,hängen bejorgen. Welche alles zu hoch hängen, welche uns die Froschperspektive auszwingcn! Welche uns zu einem Tanz auj den Fußspitzen nöligen unb zu dem Ge,nhl, als fließe >as Wasier dieser Gemälde auf unsere Häupter, unb als djauten wir in bie Täler hinaus statt hinunter! Gegen diese Unart sollte gepredigt werden." — Emer gisch legte ber Malsr die Palette weg Na da muß ich eoen doch schreiben," sagte die Dame, und beide erhooen sich lachend. ES starben an : Zusammen: Erwachsene: im vom Tuberkulose 7(3) 1. Lebensjahr: 5(2) - 2.—lö. 2 (1) lümgeiientzündung 4(2) 2(2) 2 perzleideu 4(0 4(1) —- Gehun- und üleiveutrankheiten 7(6) 6(5) 1(1) Tarmeckraukungeu 4(4) 3(3) 1 (1) Bliubdarmeulzuuoung 1 1 ■■ Alereukrautheuerr 4(3) 4(3) — _ Krebs 7 0) 1 (ö) —» Tonchlaq 1 1 Verunglückung KD KD — —— auderen Krankheiten 9(6) 4(3) 8(1) 2(2) (summa; ar - — ...... 49 (31) 37 (25) 1 (2) 5(4) 16. 2“ 789,7 7.4 7,1 16. b“ 733.7 9.8 7,5 17. 7* 738,5 8,8 6,6 2 Zimmer Sehr (etiniuiiAfefäUtae Chemische Fabrik 6 Zimmer und 68 “/“) Hainmftr. 15. fos zu verm. Verschiedene | Bahnhositrafte 16 a. (6674 Öcbraudite 3/t6riflt, "E" 0102751 West-Anlage 10. 5 Zimmer Za. triftig. hsuSbuOe gcs 6K72I Selterswcg 2. GIESSEN, Marktpl. 18 Glossen Bnsch’s Musikhaus 3 Zimmer •ione Billige Preise Grosse Auswahl Verschiedenes 3n vermieten Offene Nellen UWWWM Knnfbiesnrise uiüöiU) 1 Cien u. 1 ueiAintt. löaoe» wanne z. verk. Wolsstrave 17. Färberei Geb r.Rö ver | Chem.Waschanstalt. \ des öffentlichen Lebens. 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