Erstes Blatt Mittwoch 28. September 1910 Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. tnupft an di- A-ußerung der .KreuztZweifel und mißt,mit Gläsern, Flaschen und Tellern aus d,e Polivndeamteu innfn n n rm! on o»-i X m/inirnrrHi*n» 'H o X z> ... , ________; x . man Radau-AntisernttismuS nenne, habe abgewirtschaftet. T, Abkehr der Konservativen vom Antisemitismus? zen ir a a ol ul h la y fl n> ili 160. Jahrgang über den Kirchhof St. Lalena bis zum Judenkirchhof bei Königshofen ausgedehnt. Von ihr aus richtete sich das Vorgehen gegen die Bastionen 11 und 12, die an der nach Vtorbtoeften vorspringenden Spitze der Festung lagen. In der Nacht zum 2. September begann der Bau der zweiten Parallele, der mit großen Schwierigkeiten verknüpft war und heftige Kämpfe nach sich zog. Bei Tagesanbruch am 2. September unternahm die Besatzung einen größeren Ausfall, und als dieser zurück- gewiesen war, eröffnete die Artillerie der Festung ein so heftiges Feuer gegen das Arbeitsfeld, daß dieses geräumt werden mußte, bis die deutschen Batterien die feindlichen zum Schweigen gebracht hatten. Am 3. September, demselben Tage, an dem die Belagerer den Sieg von Sedan durch Vikwriaschießen verherrlichten, erfolgte ein neuer heftiger Ausfall, der bis Nacht wurde das Bombardement mit gesteigerter Heftigkeit fortgesetzt, und neue Verwüstungen waren die unausbleibliche Folge. Etwa 4 5 0 Häuser w urden zerstört und 10 000 Menschen dadurch obdachlos. Tas Museum, die Gemäldesammlung, die neue Kirche, das Stadthaus und das Theater, die Kommandantur und die Bibliothek mit 200 000 Bänden waren niedergebrannt, auch der herrliche Münster zeigte an einigen Stellen die Spuren der Granaten. Während von Norden und Westen her die Batterien ihre Kugeln in die Stadt sandten, donnerte von Osten her das Feuer der bei Kehl ausgestellten badischen Artillerie gegen die Zitadelle, deren Tore zerschmettert und deren Magazine vernichtet wurden, so daß sie einem Trümmerhaufen glich. Trotz dieser Erfolge führte die Beschießung zu keinem entscheidenden Ergebnis. General U h r i ch blieb standhaft; eine Aufforderung des Generals von Werder wies er ebenso ab wie die Bitten der Einwohner, durch eine Kapitulation ihre Leiden zu beendigen. Es blieb daher nichts anderes übrig, als zu dem zeittaubenden und mühsamen förmlichen Angriff zu schreiten, der nun mit aller Kraft begonnen wurde. General von Mertens übernahm die Leftung der Pionier - arbriten, General von Decker die der artilleristischen Tätig- krit. Als Angriffsfront wählte man den nordwestlichen Teil der Befestigungen zwischen dem Steintor und dem Zabernertor, wodurch man die Verteidiger überraschte, welche ein Vorgehen gegen die Westftont erwartet hatten. In der Nacht zum 30. August wurde die erste Parallele (vorgetriebene, durch Laufgräben verbunderre Schützengräben. T. Schriftt.) nahe am Glacis eröffnet und dann auf der ganzen Strecke vom Rhein-Marnekanal — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Ter achte internationale Physiologen-Kongreß wurde am Dienstag in Wien eröffnet. — Der 6. internationale Gynäkologen- kongreß findet im Herbst 1912 in Berlin statt. Lin neuer badischer Zinanzmlnifter. Karlsruhe, 27. Sept. Wie die „Karlsruher Ztg." amtlich bekannt gibt, hat der Großherzog den stellvertretenden Bevollmächtigten -um Bundesrat, Ministerialdirektor Josef Rheinboldt &um Minister der Finanzen ernannt. Josef Rheinboldt iinirbc 1860 in Sinzheim bei Baden-Baden geboren, studierte Kameralwissenschaft, wurde 1884 Finanzpraktikant, 1887 Hauptamtskontrolleur und 1888 Zollinspektor in Mannheim, 1889 Finanzinspektor, 1890 Finanzasscssor und 1892 Finanzrat bei der Zolldirektion in Karlsruhe. 1900 ging er als Rrichsbevollmächtigter für Zölle und Steuern nach Magdeburg; im gleichen Jahr wurde er Geheimer Finanzrat. 1906 trat er als Vortragender Rat ins Reichsschatzamt ein. Wieder in den badischen Staatsdienst zurückgekehrt, wurde er 1909 zum stellvertretenden Bundesratsbevollmächtigten für Baden in Berlin mit dem Rang eines Ministerialdirektors? ernannt und war als solcher bis jetzt tätig. ihnen vorwiegend wahltaktische Bedeutung zu. Die .Deutsche Tages ztg.' widerspricht den Bemerkungen der »Kreuzztg.' und meint, die betr. Stelle des Parteiprogramms müsse aufrecht erhalten werden. Nur was Die Eroberung von Straßburg. 28. September 1870. vezugspreiS: monatlich 7b viert el- ▲ jährlich Mt. 2.20; durch ■ 2lbhole- u. Zweigstellen ▼ monatlich 66 Pf.; durch die Post M. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Beslellg. ZeilenpreiS: lokal 15Pf, y auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: 91 Goeg. Verantwortlich für den politischen Teil: August Doch; für .Feuille- ton' und .Vermischtes* K. Neurath; für.Stadt u.Land" und »GerichtS- 7 saal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Deutschevungelischen Bund wörtlich: 3 Soweit der Evangelische Bund sich zum Schutz des evangelischen Glaubensinhaltes unsrer Kirche auf unsere Seile stellt, werden wir ihn als Bundesgenoffen schätzen und ehren; aber die Erregung 'oniessioneller Le,denschaiten mißbilligen wir überall. Die fort- ervative Partei hat sich in ihrer großen Mehrheit ja auch davon ; äberzeugt, daß sich der antisemitische Passus ihres d Programms praktisch nicht mehr rechtiertlgen läßt. Sind doch auch im Judentume konservative Kräfte lebendig I and wirksam, wie un5 die erireuliche Tätigkeit zahlreicher jüdischer R1 Männer im praktischen Leben, in Wissenschaft nnb Kunst täglich । leiht, während die im Judentume so auffallenden destruktiven Kräfte sich leider in reichem Maße auch bei rassereinen Deutschen entwickelt haben. So soll uns vollends der Katholik als Staatsbürger, als Mensch und als Christ nicht von vornherein Gegen- " sland des Mißtrauens sein, sondern wir wollen seine Mitarbeit »in Lecht nationalem Geiste zum Segen des Vaterlandes" willkommen . heißen, wo wir sie finden. Der „antisemitische PaffuS* des Tivoli-ProgrammS der Konservativen vom Dezember 1892, lautet wörtlich: ,9Bir «bekämpfen den vielfach sich vordrängenden und zersetzenden jüdischen Einfluß auf unser Volksleben. Wir verlangen für das christliche Volk eine christliche Obrigkeit und christliche genben Tagen die Arbeiten, so daß erst am 9. September dick zweite Parallele, die in ihrer ganzen Ausdehnung von fast 2000 m fußhoch mit Wasser gefüllt war, vollständig fertig wurde. Nunmehr konnte die Artillerie besser wirken, 96 gezogene Ka- iwnen und 38 Mörser warfen ihre Geschosse aus nahe den Werken angelegten Batterien gegen diele. Jedes Geschütz sollte bei Tage 20 Granaten, bei Nacht 10 Schrapnells verfeuern. Ter Erfolg blieb nicht aus; die Verteidigungsartillerie war gezwungen, ihrs Kanonen hinter die Brustwehr zurückzuziehen, und feuerte nur noch mit Wurfgeschossen. Tas Steintor wurde so stark besck-ädigt, bafc es mit Sandsäcken zugesetzt werden mußte. Als man entdeckte, daß sich vor Lünette 53 Minengänge befanden, ließ sich ehe kühner Jngenieuroffizier, Hauptmann Ledebour, mit einigen: beherzten Pionieren an Stricken in den Graben hinunter und end, fernte die gefahrdrohenden Pulverladungen. Allmählich und unter andauernden Kämpfen schob sich den Angriff mit Hilfe der Sappe und zum Teil des Wälz korbet näher an die Werke heran. Ter Verteidiger räumte die Lünetteq 52 und 53, welche alsbald die deutschen Mörser und Kanonen- batterien aufnahmen. Am 23. September begann das Brescho- schießen gegen die Ostseite der Bastion 11 und die Westseite der; Bastion 12. Schon am 24. stürzte nach 600 Schuß das Mauerwerk in Bastion 11 ein, und am 26. September gelang es, nachdem 467 Langgranaten gewirkt hatten, die Mauer von Bastion 12 in einer Breite von 36 Fuß zu öffnen. Ta nun der Sturmi auf den Hauptwall jeden Augenblick zu erwarten stand, einck Aussicht auf Hilfe von außen aber nicht zu hoffen war, entschloß sich General Uhr ich wir Kapitulation. Am 27. September nachmittags 5 Uhr erschien auf dem Turm des Munsters das freubtg begrüßte Friedenszeichen, die weiße Fahne. 39 Offiziere und 894 Mann hatte den Deutschen der Kampf um dis Stadt gekostet, während der Verlust der Franzosen sich auf 2500 Köpfe bezifferte. 500 Offiziere und 17 000 Mann wurden kriegsgefangen, die Offiziere gegen Verpfändung des Ehrenworts aber entlassen, ebenso die Nationalgarden und Franktireurs gegen das Versprechen, sich in Zukunft aller Feindseligketten zu enthalten. 1200 Geschütze, 200 000 Handfeuerwaffen und große Mengen an Kriegsgerät waren die reiche Beute. Deutsche Tapferkeit hatte Sttaßburg, die „wunderschöne Stadt", vor 200 Jahren mitten, im Frieden von den Franzosen geraubt, dem Vater lande zurück-- erobert. Nr. 327 Der Oietzener Anzeiger erscheint täglich, außer tzonntagL. - Beilagen: Viermal wöchentlich -ietzenerKamilienblätter, zweimal wüchentlUtreiL- dlatt für den Ureis Gießen fDienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche rettftagev Die Ltrahenlämpfe in Moabit. Die Ausschreitungen im Moabiter Stadtteil sind, wie von der gesamten Berliner Presse sesrgestellt wird, geradezu haarsträubend gewesen. Die Haupttäter waren junge, arbeitsscheue Burschen, während einige B.ätter behaupten, die organisierten Arbeiter hätten sich ziemlich zurückgehalten. Die Nachrichten über die Demolierung der Reformationskirche haben sich als übertrieben herausgestellt, dagegen bestätigt es sich, daß am Montag und in der Nacht auf Dienstag insgesamt 38 Offiziere und Schutzmänner, einige von ihnen schwer, durch Steine und Messerstiche verletzt wurden. Die Zahl der verletzten Aufrührer war noch nicht genau festtzustellen. Viele werden sich wegen Landfriedensbruches zu verantworten haben und zu Zuchthaus verurteilt werden. Die Straßenschlacht am Montag. geworfen, dre .nun mit einem starken 'Angriff vorqinaerr und das Lokal räumten. Als die ^lizei sich gegen 10 Uhr zuruckzog, strömte die Masse alsbald wieder zusammen. Dre Folge waren erneute Zusammenstöße, wobei ein Schutzmann schwer verletzt wurde. Der Pöbel Kertrüm- werte fast alle Straßenlaternen. Die Geschäftsleute hatten dre Jalousien heruntergelassen, so daß die Straßen im Dunkel da lagen. Zwischen 12 und 1 Uhr nachts griff die Menge die Re- ^ormattonskirche in der Wiclefstraße an. Zahllose Steinwürfe Kertrümmerten zwölf Stellen der großen Kir- chenfenster mit Glasmalereien. Von einem Pfarrhause in der Wiclefstraße wurde die Menge mit der blanken Waffe zurückgetrieben. Am Warenhaus der Gebriider Preuß,Ecke Beußel- und Erasmusftraße, wurden die Fensterscheiben eingeschlagen und ein Teil der Schaufenster itnb Schau kästen geplündert. Ein Schanklokal, in das sich ein (einem Kameraden vorausgeeilter und dabei in das dränge geratener Schutzmann Kurücriog, wurde von der Menge vollständigdemoliert. Außerdem wurde auch der Versuch .gemacht, die auf der Wache des 84. Polizeireviers Sistierten zu befreien. Die Angreifer wurden jedoch von der Polizei mit der blanken Waffe zurückgeschlagen. Von der Schutzmannschaft sind bis 2 Uhr nachts durch Steinwürfe und dergleichen 38 dienstunfähig geworden. Nachdem die Ruhe wieder hergestellt war, bezog die Schutzmannschaft an der Stätte der Ausschreitungen eine fliegende Wache, soweit sie nicht zu den PatrouiUengängen herangezogen werden mußten. Schutzmann Sperling aus Charlotteuburg, der einer solchen Patrouille angehörte, wurde morgens in der Huttenstraße in einem Hausflur besinnungslos ausgefunden. Ihm war der Helm durchgeschlagen und der Kopf crheblick) verletzt. Auf der Unfallstation in der Erasmusstraße ließen sich im Laufe der Nacht 22 Zivilpersonen verbinden. Drei batten Schußverletzungen, die anderen Wunden von Säbelhieben. Eine Schußverletzung rührte jedoch nicht von einer Polizeiwafse her. Am Dienstag früh um 7 Uhr erschien der Polizeipräsi^ dent auf der fliegenden Wache. Für den Fall von neuen Ausschreitungen sind scharfe Maßregeln bof-4dr-'rt~- worden. Die Sickingerstraße und ihre Zufahrtstr abßesperrt. Die Reformätionskirche ist durch ri gerilsprech-Anschlüsse: ■ W v Hl W HD für die Redaktion 112, Ä Sy DZ General-Anzeiger für Oberhessen bL »ota»cmzdruck Md vrrlag der Srühpschen 8uiv..Such- Md Stellldruckerei B. taugt. RedaNIm, Lxptdltlm Md Draderd: Zchuistratzt politische Tagesschau. ^erchStagsabg. v. Payer über den sozialdemokratischen Parteitag. Es war bemerkenswert, daß nicht zuletzt auch bie fortschrittliche Presse im Reich überaus scharfe und abfällige Urteile über den Magdeburger Partettag fällte. Aus einer Rede, die der ReichStagsabg. v. Payer am Samstag in Nürnberg gehalten hat, zitiert heute die „Voss. Ztg." noch folgende Satze: Befterndeud ist das sozialdemokratische Mißtrauen gegen Führer, Parlament und Presse. Wir Demokraten sind tonon ausgegangen, daß das gegenseitige Vertrauen stark macht Tie Orgamsationen, die auf Mißtrauen eingerichtet sind, haben sich stets als despottsch herausgestellt. Wir beneiden niemand um die Freudigkeit des Arbeitens, wenn jeder jederzeit hinter jedem den dummen oder schlechten Kerl zu wittern von Amts wegen verpflichtet ist. Tie Politiker und Abgeordneten, die angehalten sind, das Wohl des Landes zu vertreten, sollen Selbständigkeit des Urteils und Festig kett nach oben und unten haben Bei der Sozialdemokratie ist daher der Begriff des parlamentarischen Lebens auf den Kopf gestellt. Wenn der oberste Leitstern für den Abgeordneten nur die Parteidisziplin sein darf, dann steht die Sache wirilich Übel. Eine Volksvertretung, die so zusammen- I gesetzt ist, wie die Sozialdemokratie das will, bildet eine traurige J Karikatur. Tas kann nur der wollen, der den Massendespotismus m der Polittk anerkennt. Was die Sozialdemokratie sonst in der üt Budgetfrage beschloß, ist uns gleich, ebenso rb sie die Frage als taktisch oder prinzipiell erflären, was sie mit ihren „Hofgängern" anfangen wttl, wenn sie ihnen nicht zuttaut, daß sie, wenn sie als aufrechte und selbständige Männer in einen Palast hinein» gehen, als solche auch wieder herauskommen. Abg. v. Payer schloß: Wir wollen nicht zu Hütern I bürgerlicher Freiheit diejenigen, die weder die Meinungs- lit fteiheit noch die Gewissenspflicht des einzelnen respektieren und die eigenen Vertreter zu Marionetten und noch tiefer degradieren. Diese Leute lverden Deutschland nie frei und - glücklich machen können. Sie können zerschlagen, aber nicht aufbauen. kommando beschützt. Berlin, 27. Sept. Mättermeldungen zufolge wurde bei den gestrigen Streikunruhen in Moabit auch ein Schutze mann durch einen Schuß schwer verwundet. Die Zahl der verletzten Zivilpersonen wird auf weit über hundert geschätzt. Bei der Reformationskirche wurde ein Geistlicher aus einem vorüberfahrenden Straß enbahnwagen herausge-errt, und mißhandelt. Neue Skandale am Dienstag. Berlin, 27. Sept. In Moabit sind im ganzen 43 Verhaftungen vorgenommen worden Bis Nachmittags 5 Uhr herrschte durchweg Ruhe. Im Laufe des Nachmtt- tags fußten sich die Beussel- r;nd die anderen Querstraßen und die Sickingerstraße nnebef mit halbwüchsigen arbeitsscheuen Burschen und noch mehr mit Frauen und 5rindern. Von 5 Uhr ab versammelten sich die von allen Revieren her abkömmlichen Schutzleute im Hauptquartier auf tenr Kohlenplatz, unterwegs vielfach von Burschen, Weibern und Kindern mit Hohnrufen begrüßt. Gegen Abend hatte eine etwa 3000 Personen zählende Menge sich in der Beusseb- Die Ausschreitungen gegen Ärbeitswiflige der Köh- lenfirma Kupfer & Co., die am Montag mittag von Angestellten der Löweschen Fabrik begonnen wurden, nahmen gegen Abend einen immer größeren Umfang an und führten gegen 10 Uhr abends zu einer förmlichen Schlacht, wobei es auf beiden Seiten zahlreiche Verletzungen gab. Nachdem gegen 7 Uhr abends vorübergehend Ruhe eingetreten toar, füllten die Beußel-, die Sickinger-, Rostocker- und andere Straßen sich bald wieder mit großen Menschenmengen, darunter viele halbwüchsige Burschen, aber auch Schulkinder uni) Familienväter, die sich dadurch Ku schützen suchten, daß sie die Kinder auf oem Arm trugen Die Mahnungen der Polizei wurden mit aufreizendest Redensarten, aber auch mit Gejohle und Steinwürfen beantwortet. Aus den Häusern, die dem Kohlenplatz der Firma Kupfer am nächsten liegen, wurde Wasser auf bie Beamten gegossen. Ferner wurde das Mosaikpslafter aus den Bürgersteigen herausgerissen, um zu Wurfsteinen verwendet zu werden. Die Polizei unternahm wiederholt Abwehrangriffe. Gegen ... _ 9 Uhr wurden aus den Fenstern einer Schankwirtschaft in der Lehrer für christliche Schüler". Tie lmksliberale Presie I Sickingerstraße, wo sich die Tumultuanten festgesetzt hatten, Tie deutsche Heeresleitung hatte gleich nach dem Siege von Wörth die Eroberung von Sttaßburg ins Auge gefaßt. Nach mehr als einer Richtung war die Besitzergreifung dieser Stadt von hohem Werte. Es galt der uralten deutschen Stadt, dem Hauptorte des Elsaß, welches man für Deutschland zuruckerobern wollte, und neben dieser geschichtlichen wie politischen Bedeutung handelte es sich um einen wichtigen Waffenplatz, der von den ftanzösischen J Ingenieuren zu einer der bedeutendsten Festungen Frankreichs 5 au^gebaut war und als Brückeickopf am Rhein eine beständige Bedrohung Süddeutschlands bilbete. Hierzu kam noch, daß der Platz als Knotenpunkt dreier Eisenbahnlinien für die hj Sicherste!lung des Nachschubes der in Frankreich fte- et henden deutschen Heere großen Wert besaß. Infolgedessen wurde el von der 3. (kwnprinzlichen) Armee die badische Division ad- gezweigt, die am 11. August vor Straßburg erschien und ungeachtet ihrer geringen Stärke, ohne vom Verteidiger daran ge- hindett zu werden, bis sum RHein-Jll-Kanal vorging, das nur auf Gewehrschußwette von den Werken entfernt lügende Dorf Schiltig heim besetzte und in die Vorstadt Königshofen eindrang. Im Laufe der folgenden Woche traten unter dem Befehl des Generals von Werder den Einschließungsttupven nod? hinzu die Garde-Landwehr- und die 1. Reserve-Division nebst einer Kavalleriebrigade, ferner rin Belagerungstrain von 200 gezogenen Kanonen und 88 Mörsern mit 6000 Futzartüle- riffen und 10 Festungs-Pionierkompagnien, zusammen 40000 Mann. Mit diesen Kräften komtte die vollständige Einschließung bet Festung durchgeführt werden. Am 18. August begann auf dem ^.Bahnhof Wendenheim das Ausladen der aus Magdeburg, °i Koblenz und Wesel eintteffenden Geschütze, mtt dessen Erledigung " bie Bedingungen gegeben waren, in den eigentlichen Arig^if', ctI^ zutreten, der auch nicht lange auf sich warten ließ. Die Geiamt- iß zahl der Besatzurrg belief sich auf etwa 23 000 Mann, deren! öl Befehlshaber der General Uhr.ich war, ein geborener Eft aff er, :t 68 Jahre alt, dem infolge seiner Leistungen in der Krim und in 'S Italien der Ruf eines tüchtigen Offiziers zur Seite ltand. c Um in möglichst kurzer Zeil die Uebergabe zu erzwingen, wurde deutscherseits der Versuch gemacht, durch eine Beschießung der Stadt und der Festungswerke den Kommandanten zur Kapitulation nt SU bewegen Da der Bau der Bombardementsbatterien in ben Frischen, finsteren Nächten auf große Schwierigkeiten stieß, —^"Parallele vorstieß. J richtete zunächst die Feldartillerie ihr Feuer gegen die -stadt, Generals U brich ein kurzer In ihrer Uebersicht über die innere Politik der Woche ^schreibt die „Kreuzztg." in einer Auseinandersetzung mit dem der Oe nehmen jetzt Faulstich VI. Aug. Müßig Die Feld- Aus Hessen. Am 25. Sept, fand in H ö ch ft t Od. eine gut besuchte Vertrauensmännerversammlung der christlich-sozialen Partei statt. Mit großer Einmütigkeit und lebhafter Begeisterung wurde beschlossen, für die nächste Reichstagswahl irrt Wahlkreise Erbach-Bensheim den früheren Kandidaten Stadtverordneten (Dito Rippel aus Hagen wieder aufzustellen. Aus Staöt und Lund. Gießen, 26. Sept. 1910. f0. ** dl arrp er so n a li e n. Der Großherzog hat dem ^ta^er rort6 chuster in Glauberg die evana. Pfarrstelle zu Nrerstern, und dem Pfarrer Wllh. Türck in Frisch- ^"°rn** Psarrstelle zu Bosenheim übertragen. Stadtverordnetenwahlen. Auf Ein- ^udung des Bürgervereinsvorstandes fand gestern abend eine Besprechung wegen der diesjährigen Stadtveroröneten- wahleit statt, zu der Vertreter der bürgerlichen politischen Vereine, der Bezirksvereine, der Innungen, des Hausbe- rtzervererns und der Bodenreformer eingeladen und er- chienen waren. Der ebenfalls eingeladene Mieterverein hatte dre Terlnahme ab gelehnt. Man unterhielt sich über die »rage, ob tu diesem Jahre wiederum eine gemeinsame Kandrbatenlrste aujgepellt werden solle. Grundsätzlich waren W Mw.es endew dazu geneigt, nur darüber her.ychteu Mif r. Hungen, 27. Sept. Am 1. Oktober sollten, tvü es anfänglich hieß, von hier aus die T r i e b w a g e n lausen, jedoch ist an Einhaltung dieses Termines nicht zu denken Zwar sind die Maschinen zur Erzeugung der elett. Errergü hier soweit installiert, doch konnte das Wagenmaterial nichl fertiggestellt werden. Man rechnet damit, daß die Triebwagen noch in diesem Jahre lausen werden. — Unser Güterbahnhof ist beträchtlich erweitert worden. Nun wäre es auch an der Zeit daß der Personenbahnhof einer durchgreifenden Neugestal tung unterworfen würde. Wir sind, obwohl wir mit den größten Verkehr aus der ganzen Strecke haben, bezüglict des Bahnhofsgebäudes am schlechtesten dran. Zu manchen Zeiten ist an einen Aufenthalt in den Warteräumen kaum zu denken, so überfüllt sind sie, überhaupt sind die für den Verkehr bestimmten Verhältnisse der Zeit nicht mehr ent- sprechend. ... )-l,.Vom Vogelsberg, 27. Sept. Die Bestrebungen für Säuglings- und Mutterschutz finden auch in unsexen Gebirgsorten Eingang. Ao wird mit dem 1. M fatb Sickingerstraße angesammelt. Wiärerholte Zerstveu- ttngsv ersuche der Polizei hatten nur zeitweiligen Erfolg. Auch hundert Berittene nahmen in langer Reihe Ausstellung. Schlag 7 Uhr brach die Menge in furchtbares Vfeifen und Johlen aus, Pfuirufe und Schimpfworte er- fchollen. Die Beamten zu Fuß und 15 Berittene zogen blank, trieben die Menge mit scharfen Hieben auseinander, verfolgten sie bis in die Nebenstraßen hinein und sperrten die Beusselstraße ab. Um die zehnte Mendstunde mußte die Polizei an verschiedenen Stellen vom Charlottenburger Gebiet bis hinunter nach der Gotzkowsky- und Zwinglistraße von der blanken Waffe Gebrauch machen. An der Ecke der Gotzkowski- und Her Zwinglistraße wurde, während die Polizei von der blanken Waffe Gebrauch machte, um einen Trupp von etwa !ö00 Personen zu zerstreuen, aus den Häusern mit >Flaschen, Preßkohlen und Scherben auf die Polizei geworfen. Hier machten die Beamten von Her Browningpistole Gebrauch .und schossen nach den Fenstern, aus denen Wurfgeschosse gekommen, waren. Es wurde ein größeres Polizeiaufgebot hinzugezogen. Um i/210 Uhr T-am Polizeipräsident von Jagow, im Automobil = Rüddingshaus en, 27. .Sept. Bei meinderatswahl wurde Steinharrer Hch. wredergewählt. Neugewählt wurde Gastwirt und Landwirt Hch. Magel VI. A Nieder-Bes singen, 27. Sept, bereinigungsarbeiten unserer Gemarkung ...... ihren Anfang durch Herstellung der Drainagen. Die Rohrenlieferungen kosten allein rund 5000 Mk., die Legungsarbeiten usw. fast 9000 Mk. — Bei der heutigen Ob stverst eigerunc an der Kreissiraße nach Lich roitrbcn trotz der reichen Ernte gute Preise erzielt. Der Zentner Tafeläpfel kam am Baum auf etwa 5 Mk. bis 5,50 Mk., je nach der Sorte. L. Bobenhausen II, 27. Sept. Der Gastwirt Horst von Sellnrod wollte gestern abend mit seinem Rade von hier nach Hause fahren. Kurz vor Wohnfeld, in der Nähe de- Friedhofes, wo die Straße sehr steil ist und eine große Kmoe macht, stürzte der Fahrer um und geriet aus einen Steinhaufen. Ec verletzte sich derart am Kopse, daß noch in der Nacht ärztliche Hilfe geholt werden mußte. Lurch die Menge fahrend, um sich nach bem! Stand der Sache zu erkundigen. Je später, desto heftiger und häu- ifiger wurden die Zusammenstöße mit der Menge. In der Waldstraße wurde aus den Fenstern auf die Polizeimann- !fchaften mitNachägeschirrenundBlumentöpfen jg e w0 r f e n. Das Kommando unter einem Polizeileutnant ^drang in das Haus ein, um die Werfer festzustellen. In Per Wohnung, :btie sie betraten, wurde!den Mannschaften von einer Frau eine brennende Petroleumlampe Putgegengeworsen, die jedoch verlöschte. Die Per- -fonen wurden festgestellt; sie werden sich vor dem Ge- jricht zu verantworten haben. Zu heftigen Zusammenstößen kam es am der Ecke der Wald- und Turmstraße. Hier wurde aus der Menge aus jbie Polizeimannschaften geschossen und Steine aus fee geschleudert. Die Polizei machte hier von der blanken Waffe Gebrauch und nahm verschiedene Verhaftungen vor. ßn der Beußelstraße beim Zurückdrängen des Janhagels 'fielen nochmals drei Schüsse aus.der Menge, ohne daß es möglich gewesen wäre, die Täter zu ermitteln. ,'An der Zinglistraße kam es noch zu einem zweiten Zu- ssammenstoß, wobei aus dem Publikum auf die Polizeimannschaften geschossen wurde. Verschiedene Verhaftungen .wurden vorgenommen und die Personen nach dem Revier, jpäter nach dem Polizeipräsidium geschafft. Feuer auf der Straße. Gegen ein Uhr wurde plötzlich die Rostocker Straße Durch hellen Feuerschein erleuchtet. Das Gesindel hatte, ^nachdem sich die Polizei zurückgezogen hatte, Holz aus den iHLusern herausgetragen, dieses mit Petroleum begossen und wann ang^ündet, so daß die Straße hell erleuchtet wurde. Lüe Feuerwehr wurde benachrichtigt, die unter dem sicheren fSchutz der Polizei das Feuer auf der Straße auslöschen tonnte. Während des Ablöschens wurden aus verschiedenen Fenstern in der Rostocker Straße Wurfgeschosse auf die Keamten und die Feuerwehr geschleudert. Die Verletzten. Insgesamt sind etwa 90 Personen verletzt wor- davon 13 schwer. Zwei der Verletzten haben im Kranhause Moabit Aufnahme gefunden. Von der Schutz- ftnannschaft sind" bisher, wie bekannt geworden ist, zwei werletzt worden, der eine durch Steinwürfe am ^rpf, der ländere durch einen Sturz auf das Pflaster. Sttaßenbilder aus Moabit. In einer Schilderung des „Berl. Lok.-Anz." heißt es: Exzedenten, die ihre Straftat schwer als Landfriedensbruch zu büßen haben werden, mögen das Gasglühlicht bei ihrem Geschäft nicht leiden. Plötzlich tauchen Männer mit Schulknaben an der Land auf. Diese werden zu den Laternen hochgehoben und drehen das Gas aus. Die Gassenjungen von Moabit ^sind die besten Helfer der Frevler. Der Kriminalbeamte hat die Tat beobachtet und eilt mit geschwungenem Stock auf den Jungen zu Da sieht er sich mir einem Male einer stündig wachsenden Menge gegenüber. Äian weiß nicht, woher sie gekommen ist. Aber sie überschwemmt die ganze Straßenbreite. Und plötzlich prasseln die Stellte gegen die Beamten, gegen jedermann, der einen an- Ztandtgen Rock trägt, gegen die Schaufenster, die Fensterscheiben Ern anderes Bild. Die Mittagssoime funkelt in tausend 'totb abertausend Glasscherben, die den Weg zur Ställe der Zerstörung weisen. Sie spiegelt sich auch in den Pickelhauben der Schutzleute, dre immer paarweise alle Straßenecken besetzt halten Dre umgeschnallte Browningpistole markiert die Ungemütlichkeit ter Srtuatron. Da taucht plötzlich ein sonderbarer Zug auf. ^.Em,Kohlenwagen der Firma Kupfer kommt des Weges. ^Er fährt m schlauem Trab. Zwei Schutzleute reiten voraus. An der Selle fährt ein Radfahrer, neben dem ein Schutzmann zu Fuß daher- c§^bt- Zwei Berittene schließen den Zug. Hundert anzügliche BQlrner Redensarten fliegen dem merkwürdigen Kondukt nach Die wahrer auf denr Kock, Angestellte der Firma, sitzen mit zusammenge- rntfsenen Lippen da. Wer wlll es ihnen verdenken, wenn sie langsam das Gruseln lernen? .^d mit einem Steinhagel überschüttet. In lemer .ängst Wringt aer Mann mll te®, Säbel ch per Faust an mir vorbei'durch die Tur, läuft quer durchs Lokal gleich chach hinten ins Schlafzimmer und schließt auch sofott mit tem Riegel ab. Run richtete sich die ganze Wut von denen da draußen' hier gegen das Lokal. Im Augenblick waren sämtliche Scheiben kcwut und die Steine hagelten nur so herein. Wie wir nun nachher ins Schlafzimmer kommen," fährt ter Erzähler in der Tür fort, „ist unser Wachtmeister fort. Unter dem Bett aber lagen sein Uniformrock, Handschuhe, Helm und Säbel. Er muß also halbnackt hinten irgendwo durchgellettett sein, um sich zu retten, denn vom Witt hat er kechen Rock mitgenommen. So was tut ein Schutzmann natürlich nicht." Tie Zuschauer lachen den tapferen Wachtmeister tüchllg aus, und ter Inhaber des Lokals wird durch verstärkten Bierkonsum für die zerschlagenen Scheiben entschädigt. Verhandlungen mit den Ausständischen. Berlin, 28. Sept. Den Morgenblättern zufolge hat der Transportarbeiterverband der Firma. Kupfer u. Co. mitgeteilt, daß er zu Verhandlungen geneigt sei. Der Kohlenhändlerverband beschloß dagegen in einer gestern abgehaltenen Schurig, mit dem Transportarbeiterverband nicht zu verhandeln, sowie den von dem Stteik betroffenen Firmen dringend von Verhandlungen mit dem Transportarbeiterverband ab- zuraten. Der Arbellgeberverband und die von dem Streik betroffenen Firmen find dagegen zu Verhandlungen durch den Vorsitzenden des Berliner Gewerbegerichts bereit, die Arbeitgeber sind auch berell, vom 1. April 1911 ab eine Lohnerhöhung ein treten zu lassem * Düsseldorf, 28. Sept. In Batingen kam es im Zusammenhang mit einer Lohnbewegung zu einem blutigen Kampfe zwischen einheimischen und italienischen Arbeitern. Das Messer spielte eine große Rolle. Zwei bet Beteiligten wurden tödlich, eine gan^e Anzahl mehr ober weniger schwer verletzt. Die Polizei mußte mit der blanken Waffe einschreiten und zahlreiche Verhaftungen vornehmen, bis die Ruhe wieder hergestellt werden konnte. llun gsv erfchi.L enUeiten, ob man auch die so^ialdemokra- ttsche Partei bei oem gemeinsamen Vorgehen berücksichtigen solle. ' Während von freisinniger und bodenreformerischer Seite dies befürwortet wurde, sprachen sich die Vertreter der nationalliberalen Partei gegen ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten aus. Beschlossen wurde, daß die an- wesenden Vereinsvertreter ihren Vereinen einen Bericht erstatten und einen Beschluß herbeiführen sollen, ob das gemeinsame Vorgehen, mit oder ohne Sozialdemokr cllen, gutgebeißen jtoirb. ** Der Hans ab und Gießen, hielt gestern abend im „Kaiserhoft^ eine Vorstandssitzung ab, in der der Geschäftsbericht erstattet und beschlossen wurde, in diesem- Winter mehrere Vorträge im Sinne der Bundesbestrebungen halten zu lassen. ** Der Turnverein hielt am Sonntag sein Abturnen ab, das sehr gut besucht war und in allen Teilen gut verlies. An, Vormittag fand Wclturnen der Turner und Zöglinge statt, während am Nachmittag Schauturnen war. Anläßlich der Preisverleilunq gab es am Abend nochmals turnerische Aufführungen, darunter auch solche der Tarnen- und der Fechtriege. Gesänge des Männer- chores und Tanz bildeten den übrigen Inhalt der Feier. — Tie Preisverterlurtg hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis Ludw Schneider mit 711/,, 2. Georg Albold mit 68%, 3. Adolf Geisse nut 64//,, Georg Wahl mit 61, 5. Fritz Salomon mit 6u*/3, 6. Gust. Pieiffer mit 59, 7. Heinr. Gröitmger mit 541/,, 8. Th. Wutenbecher mit 53, 9. Ludw. Sack mit 491/,, 10. Wtlh. Loeber mit 411/, Punkten. — Oberstufe, Zöglinge: 1. Preis Wilh. Lenz mit 137 2. Rob. Loos mit 136%, 3. Friedr. Bellos mit 129'/,, 4. Wilh' Blum mit 127, 5. Wilh. Schwarz mit 1261/,, 6. Hemr. Müller mit 125'/,, 7. Heinr. Becker mit 124*/,, 8. Karl Gering mit 113 9. Ludw. Becker mit 101'/,, 10. Alb. Leuntng mit 99*/, Punkten — Unterstufe, Zöglinge: 1. Preis Gg. Keil mit 133'/,' 2. Frailz Sauer mit 133, 3. Th. Dürbcck, W. Schmall und Hainer mit je 127, 4. Herrn. Neuper mit 123*/,, 5. Ludw. Bender unb Aug. Balser mit je 119*/,, 6. Karl Heß mit 119, 7. Fritz Wacker und Karl Feußer mit je 116*/,, 8. H. Mäurer mit 115'/ 9. Otto Carls mit 113, 10. Rud. Schmall mit 111 */„ 11. Geora Tahmer mit 108%, 12. K. Schnecko mit 108, 13. Th. Wagner mit 104*/,, 14. W. Müller mit 101*/,, 15. Karl Nolte mit 98 Punkten. ** Wie es gemacht wird. Zwei Zigeuner erschienen gestern nachmittag in einem hiesigen Barbiergeschäft, wo sich der eine rasieren ließ. Gleichzeitig llch der andere zwei Figuren, die im Laden standen, unter seinem Rock verschwinden. Der Barbier bemerkte den Verlust der Figuren bald und erstattete einem Schutzmann Anzeige. Dieser hotte die beiden Zigeuner ein, nahm dem Dieb die Figuren wieder ab und verhaftete ihn. ** Streik der Tanzburschen. Aus einem oberhessv scheu Städtchen wird uns geschrieben: Es ist ja eine alle und bekannte Tatsache, daß das schöne Geschlecht besondere Sympathien für „zweierlei Tuch" zeigt. Dieser Vorzug ist unseren braven Vaterlandsvetteidigern wohl zu gönnen, und ter „Bursche in Zivil" weiß sich auch damit abzufinden. Aber nid# immer1 Än unserem Orte müssen die Mädchen sich über das Maß in die Soldaten verliebt haben, die hier in Quartier lagen. Die Bur- schen, die sich da zurückgesetzt glaubten, scheinen das auch bitter empfunden zu haben. Sie haben dem holden Geschlecht Raä^ geschworen, indem sie beschlossen haben, mit vielen Mädchen auf dem demnächstrgen Kirmes-Ball einfach nicht zu tanzen und so die zugefügte Beleidigung zu sttafen. Also auch auf diesem Gebillc kann gestreikt werden! ** Die Maul- und Klauenseuche ist aus- g e b r 0 ch e n auf ter Dvmäne G r 0 ß l i n d e, Kr. Schr llnrn, Regierungsbezirk Posen; tem Vorwerk Ludwigshöhe, Krell Posen-St., Regierungsbezirk Posen, bei Hänvlervieh; in Orlowo, Kreis Obornik, Regienmgsbezirk Posen; auf dem Rittergut Lichtenberg, Kreis Lebus, Regierungsbezirk Frankfurt, am 24. September. A Klein-Linden, 27. Sept. Der Gemeinderat be» schästigt sich jetzt ernstlich mit der Herstellung einer Quell- Wasserversorgung. Entweder kommt der Anschluß an die Stadt Gießen oder die Errichtung eines eignen Wafler. werks in Frage. rm, Lich, 27. Sept. Nachdem unterm 2. September Ab-, Köhler-Langsdorf wegen seines Artikels gegen den Automobilunfug infolge Anzeige des Darmstädter Automobilklubs vernommen Worten ist, soll auf Anttag des Finanz- Assesjors Zimmer und des Rechtsanwaltes Sieger zu Tarmftadl, dte sich als Vettasser ter berühmten „Zehn Gebote für Fuhrleute" nun selber genannt haben, ter Abg. Köhler im Oktober vor dem Amtsgericht in Lich wiederholt vernommen werten wegen Vergehens gegen die §§ 110, 130. 185, 186 des R.-St.-G-B. Eine wettere Vernehmung des Abg. Köhler soll am gleichen Tage am Anzeige des Kaiser!. Antomobilllubs zu Berlin auf Grund der §§ HO und 130 des R.-S1.-G.--B. stattfinten. X Lich, 27. Sept. Heute wurde das städtische Obst versteigert. Trotz der überaus reichen Entte wurden, da d'.c Anfrage sehr groß war, sehr hohe Preise erzielt, die denen des vergangenen Jahres fast gleichtommen. Morgen und übermorgen findet die Versteigerung des Obstes an den Kreisstraßen statt. Deutsche- Reich. Die „Freisinnige Zeitung" meint zu einer etwaigen ReichstagskandidaturDernburgs, vor der Rückkehr Dernburgs aus Ostasien, die erst Ende des Jahres zu erwarten sei, könne eine Klärung nicht herbeigeführt werten. Für die schwebenden Verhandlungen über die Aufstellung von Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspnrtei müsse die Frage einer etwoigen Kandidatur Dernburgs außer Betracht bleiben. In Nürnberg beschloß eine Versammlung der Arbeiter der Siemens-Schuckertwerke im Hmbilick auf die angedrohte Aussperrung von 60 Prozent der Metallarbeiter einstimmig, fortab Ueberftunbenarbeit zu verweigern, sowie beim Inkrafttreten der Aussperrung einmütig die Arbeit .niederzulegen. Ausland. Lord Charles Beresford hat einen offenen Brief an den englischen Premierminister Asquith gerichtet, worin er erklärt, die Sicherheit des Reiches erheische soforttge Vorkehrungen für den Bau von sieben weiteren Dreadnoughts außer den für das nächste Jahr vorgesehenen fünf Dreadnoughts. Beresford zählt die Anzahl der dem Dreibund in den Jahren 1913 und 1914 zur Verfügung stehenden Dreadnoughts auf zum Beweis, daß England sonst iu eine äußerst gefährliche Lage gerate. Zur Deckung der hierfür erforderlichen Ausgaben verlangt er die sofortige Emission einer großen Anleche. Er behauptet ferner, die geringe lleberlegenhett, die England an Schlachtschiffen habe, werde noch dadurch erheblich beein- trächttgt, indem es an Mannschaften, Vorräten, Docks, Kreuzern und Torpedobooten fehle, während die deutsche Kriegsmarine mit alldem versehen sei. Die Regierung müsse außerdem mit der Notwendigkett rechnen, eine starke Flotte im Mittelmeer zu halten, da im Jahre 1915 Oesterreich- Ungarn und Italien acht Dreadnoughts verwendungsbereit haben würden. Das russische Komitee zur Verstärkung der Kriegsflotte beschloß, sofort 20 Flugmaschinen zu bestellen. Wie der „Neuen Freien Presse" aus Borszezow gemeldet wrrd, wurden auf der Fahrt nach Skala drei ms fisch eAnarchiften na chheftigerGegenweh r von Gendarmen festgenommen. In ihrem Besitz wurde eine große Menge Waffen und Munition sowie eine grofie Anzahl anarchistijcher Broschüren gefunden. Die Verhafteten betrieben aus der Bukowina einen bedeuteirden Waffenschmuggel nach Rußland. Aus Saratoga wird gemeldet: Der republikanische Staatskonvent ist Dienstag vormtttag zu- 'ammengetreten. Obwohl die Nachricht, daß das repEkw nrsche Staatskomitee sich für die Wahl Shermans entschied, rch bestätigt, haben dre Chefs der sogenannten alten Garde' das herßt die Leiter der republikanischen Wahlmaschine' wrmittags selber zugegeben, ^Herman werde sicherlich ge- chlagen und Roosevelt zum zeitweiligen Vorsitzenden des Staatskonvents gewählt. Trotzdem wollen sie es auf einen scharfen Kampf ankommen lassen. Nach einer späteren Meldung ist Roosevelt zum zeitweiligen Vorsitzenden des ^taatstonvents gewähtt worden. UI Wenings eine Beratungsffelle eingerichtet^in Kreisrcn zum Wmtcrtheater geworben ift. Die ersteAusfuhrung kalltnoch tn bic Saison und findet deshalb ml Kurhaus ftatt. Es ist Jeromes „Der Fremde", der am Donnerstag gespielt wird. - Im Kurhaussaale wurde heute abend eme Pro,ektlonsau,luhrung der Oberaimnergaucr Passionsspielc veranstaltet. —m. Kloppenheim, 27. Sept. Sechsunddreißig I a h r e B u r g e r m e i st e r und zum fünften Mal einstimmig wiedergewählt Zu werden, ist gewiß eine große Seltenheit und ein Beweis, welcher Achtung und Verehrung der Gewühlte sich in seiner Gemeinde erfreut. Dieser B^ weis wurde durch die einstimmige Wiederwahl unseres seitherigen Bürgermeisters Andreas Kliehm erbracht Die Wiederwahl wurde von der ganzen Gemeinde festlich begangen. 8. Offenbach, 28. Sept. Gestern abend gegen 6V2 Uhr wollte der 17 ^ahre alte Arbeiter W. Bahn von Hainhausen der gerade auf dem Bahnhof Offenbach-Ost in ben noch nicht haltenden Zug der Rodgaubahn gestiegen war, von einein Wagen m,den anderen gehen. Er fiel herab und geriet zwischen die ,Puster, die ihm die Brust eindrückten. Er war sofort tot Darmstadt, 27. Sept. Unter Leitung von Turn- rnspektor Schulrat Schmuck hat gestern ein Turn - und Spielkursus begonnen, an dem sich 26 Turner des 9. Kreises der Deutschen Turnerschaft, sowie 4 Offiziere und 26 Unteroffiziere vom 18. Armeekorps beteiligen. rm. Darmstadt, 27. Sept. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, wird das Zarenpa ar mit Rückficht auf den durch die Badekur der Zarin verlängerten Aufenthalt in Friedberg den anfangs beabsichtigten Besuch des Jagdschlosses Wolfsgarten in diesem Jahre nicht mehr ausführen und nach Beendigung der Badekur am 15. Oktober nach Darmstadt-übersiedeln. Da die Abreise nach Rußland für das erste Drittel des November vorgesehen ist, wird der Besuch in Darmstadt etwa drei Wochen dauern. Ueber die Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser sind bestimmte Anordnungen noch nicht getroffen. ch. Bingen, 27. Sept. Ein O bermeistertag der im Bezirksverein beider Heflen und Nasiau vereinigten Fleischerinnungen im deutschen Fleischeroerband wird Anfang Oktober in Bingen stattfinden. --- Lützellinden, 27. Sept. Unser Turnverein hielt sein Abturnen am Sonntag in der „Germania" ab. Nach- mtttags 3 Uhr begann im Freien das Schauturnen. Es zeigte, daß der noch junge Turnverein sehr gutes leistet. Die zahlreicher .Zuschauer von auswärts spendeten den Turnern lebhaften Beifall. An das Schauturnen schloß sich ein TanZ. Am Abend stellten die .Turner Pyramiden, die allgemeines Lob ernteten., W. Frankfurt, 27. Sept. Die Absicht der Schulbehörden, auch im Winter mittelst der Kurzstunde den Nachmittag sunt erricht zu beseitigen und dafür den Vormittagsunterricht bis 1^2 oder 2 Uhr dauern zu lassen, Mhrte in der heutigen Stadtverordnetensitzung zu längeren Erörterungen. Ein Antrag, den Schluß des Vormittagsunterrichts auf spätestens 1 Uhr festzusetzen, ging an den Schulausschuß; daneben wurde der Magistrat ersucht, an maßgebender Stelle auf eine Verminderung der Unterrichtsstunden an den höheren Schulen hinzuwrrken. — Auf der Babenhausener Landstraße brachte sich heute mittag ein 50 Jahre alter Mann drei Revolverschüsse in ;die Herzgegend bei. Die Rettungswache, die inzwischen eingetroffen war, konnte nur den bereite eingetretenen Tod feststellen. Auf einer Karte, die der Selbstmörder bei sich trug, stand der Name A. C h a t s ch e ck aus Nonnenroth (Westerwald). <0crtd?tsfaaL d. Mainz, 27. Sept. Kaufmann Peter Jos. Andreas Hermanns in Bingen betrieb seit 9 Jahren ein Tapeten-, Linoleum-, Teppich- und Kokosmattengeschäft. Nachdem er im April sein Geschäft verlegt hatte, veröffentlichte er fortgesetzt Ausverkaufsinserate, obwohl er für 6000 Mk. Waren nach schob. Hermanns hatte sich vor der Strafkammer wegen unlauteren Wettbewerbs zu veranlwotten. Das Gericht war der Ansicht, daß der Angeklagte durch Veröffentlichung der Inserate sich gegen das Gesetz vergangen habe. Es sei sestgestellt, daß Nachschie- bungen von Waren stattgefunden, mit den Anpreisungen sei das Publikum getäuscht, und das reelle Geschäft geschädigt worden. Der Angeklagte wurde zu 1000 Mark Geldstrafe und in die Kosten verurteilt. Urteils Publikation soll in der „Rhein- und Nahe-Zeitung" erfolgen. Wiesbaden, 27. Sept. Ein BeleidigungsProzeß des Pfarrers Gruber gegen die Frankfurter „V 0 l k s st i m m e" wegen eines Artikels „Der Pfarrer auf der Flucht", wurde heute vor der Strafte' 'm er zu Frankfurt a. M. verhandelt. Das Urteil belegte den Redatteur W. Zander von der „Volks- sttmme" wegen Beleidigung des Pfarrers Gruber mit 12 00 Mark Geldstrafe und Bekanntmachung des Urteils. Lustschissahtt. Chavez f. D om odpssolä, 27. Sept. Chavez'7 her bei seinem ben Simplon verunglückte, ist heute nachmittag um 2,2b Uhr nach heftrg em T obes kamps in Gegenwart seiner Stuber unb ftwunbe fl e ft o r b e n. Als sich die Nachricht in Mailand verbreitete, wurden bic Flugvorführnnaei, attfgehöhens f Flugwoche Trier—Metz. Bedecktes Wetter imt leichter Brise brachte der heutige Tag. Um 3 Uhr 50 stieg Jeannm mit Leutnant Natranu als Passagier m bie Luft. Der Apparat beschrieb die vorgeschriebene Runde über dem Flugplatz und zog dann in einer Löhe von 70 bis 80 Metern auf die Reise. Während man auf der Streckentafel gespannt das erfolgreiche Vordringen des kühnen Fliegers verfolgte, erhob sich nach kurzen Vorbereitungen Robert Thelen mit Oberleutnant von Moßner als Passagier. Tie Flugmaschine zeigte jedoch schon gleich nach dem Start unsichere Fahrt. Bald traf denn auch die Nachricht ein, daß Thelen auf einer Wiese bei Grevenmacher gelandet sei. Kaum eine halbe Stunde später kehrte der Flieger in flotter Fahrt zum Flugplatz zurück unb landete sicher. Er er- llärte, den Flug freiwillig unterbrochen zu haben, da der Motor nicht zog. Indes zeiate die Streckentasel, daß Jeannin mit etwa 50 Km. Geschwindigkeit bis in die Nähe von Metz gelangt war. Tie Landung in Metz erfolgte glatt um 6,08 Uhr. Für die Kontrolle auf der Flugstrecke war in denkbar umfassendster Weise Sorge getragen. 13 Stationen waren mit Unteroffizieren und Mannschaften besetzt, die die Ankunft des Fliegers sofort telephonisch nach Metz und Trier meldeten. Eine Anzahl Automobile überwachte in Stafiettenfahrt den Flug. Jedem Kraftwagen war ein Arzt zugeteilt. Thelen beabsichtigt, Mittwoch wieder aufzusteigen. Auch Engelhardt und Haas gedenken noch in den nächsten Tagen sich um den Preis zu bewerben, der nun nur mehr dadurch gewonnen werden kann, daß der betreffende Flieger nach gelungenem Fernflug die heufige Höhenleistung Jeannins überbietet. Metz, 27. Sept. Ueber das heutige Fernwettfliegen Trier — Metz ist folgendes zu berichten: Jeannin, der um 3,50 Uhr in Trier aufgestiegen war, passierte in glatter Fahrt um 4,27 Uhr P alz en, um 4,50 Uhr Sier ck, um 5,10 Uhr Diedenhosen und wurde in Metz um 5,45 Uhr gesichtet, erreichte eine Höhe von etwa 500 Metern und landete glatt auf dem Flugfelde um 6,8 Uhr. Das Publikum durchbrach die Absperrungskette und empfing den Flieger mit tosendem Beifall. An Bord befand sich noch ein rumänischer Leutnant als Passagier. Thelen, der mit Leutnant v. Moßner aufgestiegen war, landete in Grevenmacher kurz vor 5 Uhr, stieg aber bald wieder auf und kehrte nach dem Flugplatz in Trier zurück. Engelhardt stieg zweimal auf, kehrte ober jedesmal nach einigen Minuten wieder zurück. München, 28. Sept. Gestern unternahm P. 6 zwei Aufstiege hintereinander. Heute soll er mit Passagieren die Zugspitze über fliegen. Die Fahrt wird über den Starnberger - und den Staffelsee, das Loisachtal entlang nach G a r m i s ch und dem E i b s e e gehen. Von dort aus soll die Ueberfiiegung versucht werden. Vermischter. * Beleidigungsklage gegen Maximilian Harden. Die Allensteiner Offizierstragödie wird in kurzer Zeit vor dem Forum des Berliner Schöffengerichts ein Nachspiel erleben: der Schriftsteller A. O. Weber hat gegen Maximilian Harden wegen zweier Artikel, die dieser über die Allensteiner Affäre veröffentlicht hat, die Privatklage bei dem Amtsgericht Berlin-Mitte durch den Rechtsanwalt Bahn erhoben. Beleidigt soll Frau v. Schönebeck-Weber fein, und zwar durch die in den Artikeln enthaltenen Bemerkungen über ihr sittliches Leben. Maximilian Harden hat zur Führung des Wahrheftsbeweises durch den Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Philipp beantragt, die Atten des Schwurgerichts Allenstein in der Affäre Schönebeck herbeizuziehen. Das Gericht hat diesem Anttag bereits stattgegeben. * F a tales Mißverständnis. Ein unglaubliches Mißgeschick ist, wie das „Hamburger Fremdenbl." mitteftt, dem im Streife Husum erscheinenden „Friesen-Kurier" widerfahren. An Der Spitze seiner Ausgabe vom 21. September bringt er im fetten Druck folgendes „Orrginal"-Telegrarnm: Wien, 20. September, 10 Uhr 35 Min. Dorrn. „Kaiser Franz Josef von Oesterreich ist heute morgen 5y3 Uhr gestorben."! Am Nachmittag desselben Tages wurden indessen die Leser des Blattes durch folgende Extraausgabe überrascht: Extrablatt des „Friesen-Kurier". „Kaiser Franz Josef nicht tot! Die von uns in heutiger Nummer gebrachte Todesnachricht von Kaiser Franz Joses von Oesterreich bestätigt sich nicht. Die Todesnachricht bezieht sich auf den Schauspieler Josef Kainz, der heute morgen in Wien gestorben ist." (Wahrscheinlich ist der Name Kainz im Telegramm ober durch telephonisches Mißverstehen in „Kaiser" entstellt worden.) * Burg Persen im Suganertal in Südtirol. Die Quellwasser-Leftung, die mit größten Schwierigkeiten durch den Fels des Burgberges gesprengt werden mußte, ist vollendet und versorgt die Burg mit herrlichem Gebirgs-Quellwasser. Da das Wetter im Suganertal wundervoll ist — innerhalb 4 Wochen hatte man nur 4 Ragentage —, so nimmt der Besuch der Burg ständig zu. Verschiedene prächtige Säle sind im Laufe des Jahres ausgebaut worden; der Saal von Direttor Pfeifer aus Frankfurt muß als ein wahres Meisterstück edelster Gotik bezeichnet werden. Auch für die Unterkunft von Durchreisenden ist vorzüglich gesorgt. Ein Aufenthalt auf der Burg bietet daher Gelegenheit, die herrlichste Gegend zu genießen, nicht minder aber interessante Volksstudien in den zahlreichen umliegenden uralten deutschen Gemeinden zu madjen. -------------------------------; i ♦ Falsch verstanden. Kunde (zum Schlossermeister): „Tie Schlosserwerkstatt liegt ja gerade dem Musftzimmer Ihrer Tochter gegenüber, Meister: stört das denn nicht?" — „Ach wp, die .Gesellen sind das gewöhnt!" Kleine Taaeschronik. In der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde kletterte ein 18 jähriger Kadett auf das Tachgesims, stürzte ab und wurde mit zertrümmerten Gliedern in das Lazarett gebracht, wo er bald darauf starb. Auf der Straße von Gent nach Brüssel versuchte bet Chauffeur des Ingenieurs de Poorter in Gent in schnellster Fahrt einem Kinde auszuweichen, das aber trotzdem erfaßt undzerauets chtwurde. Tas Automobil rannte bann gegen einen .8aum und wurde völlig zertrümmert. Der u 11e u r war sofort tot. Ingenieur de Pootter wurde 10 b-r.1 verübt; ber andere Insasse blieb unverletzt. Bürgervorsteher Kollegium von Wil Hel mshaven beto7CAÄe Veteranen mit einem Jahreseinkommen bis^ IJL1500 eine jährliche Beihilfe von 30 Mark und den Witwen von Veteranen eine solche von 15 Mark, die am Sedantage ouszuzahlen ist. " _ Büchertisch. Q". Q " ent 1 n - M ahlaus qrauerTaschenfahrplan für Wmter 1910/11 ist soeben im Berlage von Mahlan LWald- schmidt Frankfurt a. M. in der bekannten reichhaltigen und gediegenen Ausstattung erschienen. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nochmals die Haltestelle Braugasse. Nach dem Berichte über die letzte Stadtverordneten-Sitzung bat em Stadtverordneter behauptet, die Vereinigung der Halte- Ü eil en der elektrischen Bahn Asterweg und Lindenplatz zur Hattestelle Zozelsgasse habe böses Blut gesetzt. Tieser Ausdruck kann nicht allzu tragisch genonunen werden, denn diese beiden Haltestellen lagen ja nur 50 Schritte voneinander. Selbstverständlich haben die Interessenten der Haltestelle Braugasse nichts dagegen einzu- wenden, wenn jene Haltestellen wieder eingerichtet werden, man kann aber unmöglich glauben, daß die Herren Stadtverordneten so kurzsichtig sind und lassen die gut benutzte Haltestelle ,Braugasse" luieber eingehen. Abgesehen von den Haltestellen an den Anfangs- und Endpunkten, sowie der Kreuzung am Marktplatz ist die an der Braugasse nach den seitherigen Ergebnissen eine der am meist benutzten. Auf die Braugasse sind angewiesen: Lazarett, die Bewohner des Landgraf Philipp-Platzes, derLandgrafenstraße und die der Häuser der Walltorstraße, die in der Nähe ftetjeu. Wer an das Gericht will, der steigt an der Braugafse aus, denn die nächste Haltestelle liegt nördlich der Anlage, so daß mau wieder zurückgehen muß. Die Entfernimg vom Asterweg bis zur doppelgleisigen Haltestelle am Walltor betragt über 200 Schritte, wenn man am Lindenplatz mit 25 Schritt Differenz eine Haltestelle wünscht, dann ist eine solche au der Braugasse wegen der großen Entsernung erst recht nötig. Daß die Haltestelle Braugasse frequentierter ist als die an dem Lindenplatz, sollte jedem einleuchten, beim wer an der Frankfurter Straße oder am Seltersweg einfteigt und zum Lindenplatz will, der steigt doch nicht am Markt um, sondern geht die paar Schritte zu Fuß, dies umsomehr, weil der Aufenthalt der Wagen am Markt einige Zeit in Anspruch nimmt. Lamiiien-Nachrichten. Geburten: Herrn Dr. med. Krug in Butzbach ein Sohn. — Herrn Pfarrer Becker in Hopfgarten eine Tochter. — Herrn Waldemar Grabowski in Wetzlar ein Sohn. — Herrn C. W. Roettger in Schlitz em Sohn. Verlobte: Fräulein Emma Mogk mit Herrn Heinrich Mogk, beide in Echzell. — Fräulein Johanna Praeske in Oliva bei Danzig mit Herrn Gustav Unkel in Biedenkopf. — Frl. Johanna Frick mit Herrn Friedrich Juendelmg, beide in Friedberg. Gestorbene: Frau Maria Elise Neeb, geb. Reinhardt, in Heimertshausen. — Frau Elisabethe Fischer, geb. Fischer, in Hartershausen. — Herr Heinrich Eilert III. in Meiches. — Herr Heinrich List in Strebendorf. — Fran Katharina Hamel, geb. Döring, in Frischborn.— Herr Rud. Dippel in Reibertenrod. — Frau Marie v. Werner, geb. Freiiu Schaeffer v. Bernstein in Darmstadt. — Herr Johann Zipp in Hirschhorn. — Herr Leonhard Falter II. in Unter-Scharbach. — Frau I. Trupp in Wetzlar. — Herr Johannes Vogt in Hochelheim. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Werterdien st st eile Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 29. Sept. 1910^ Heiter, nur strichweise Nebel, mild, märte. ko. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 28. Sept. Aufgetrieben waren 1491 Schweine. Vollfleischige Schweine dis zu 2 Ztr. Lebendgew. 00.00-00.0O All., Schlachtgewicht 00—00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 56.00 — 57.00 Mk., Schlachtgewicht 70—71 Alk. Vollfleischige Schweine über 2 Vs Zentner Lebendgew. 56.01—57.50. Mk., Schlachtgewicht 69.00—72 Mk. Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 56.0o— 57.50 Mk., Schlachtgew. 72—74 Alk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 55.00—55.50 Mk., Schlachtgewicht 72,00—73 Mk. Sauen Lebendgewicht 51—00 Mk^, Schlachtgewicht 64—00 Mk. Geschäft mittelmäßig, voraussichtlich Uebersland. j GrigrrraL-Vrahtmeldrrngen. Kronberg, 28. Sept. Das P rinzenpaarFriedric^ Karl von Hessen sowie die Kr onprinKessiu bort Griechenl and mit ihrem Sohne Georg, sind zum Besuch« nach Friedberg abgereist. 1 Paris, 28. Sept. Wie der Matin meldet, ist ihm aus amtlidjer Quelle versichert worden, daß Iswolsky endgültig für den Botschaflerposten in Paris cmsersehen sei. ■Kindermehl ■Krankenkost Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. | MfeilB ftüiistlerisdiB Wbck! SS 1'8 Preisen kaufen g will, verl. kostenfr. Offerte. 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