monatlich 7593t, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton" und.Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt u. Land" und „Gerichts- Nr. 250 Erstes Blatt 160. Jahrgang Dienstag 25. Oktober 1910 Der Wietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Q O WGietzenek Anzeiger MM General-Anzeiger für Oberhessen rormtoa^Tüi)“ «otaflott$6nion morgen, Verhandlungen mit Z Die Einnahmen der Zlieger. * Die großen Fliegerrennen werden im Sommer und in j den Tagen des Frühherbstes abgehalten, die großen Er- u eignisse der Flugwelt sind also für dieses Jahr vorüber. 0 In der Geschichte des Flugsportes werden die Jahre 1909 § und 1910 als die Epoche gewaltiger Fortschritte l sortleben. Im Figaro übernimmt es nun Frantz-Reichel, den Abschluß des vergangenen Jahres zu ziehen, und widmet i den klingenden Erfolgen der Flieger, die den moralischen 1 Siegen gefolgt sind, eine lesenswerte Untersuchung. Seine \ Berechnungen erstrecken sich über die Zeit vom 1. September 1909, dem Tage, an dem die großen Rennen von Reims zu Ende waren, bis zum 1. Oktober dieses Jahres, wobei L also die Ergebnisse der jüngsten Berliner Flugwoche j noch unberücksichtigt bleiben mußten. In den dreizehn Mo- ” nctten haben die Flugkünstler nach den amtlichen Zahlen st des französischen Aeroklubs an Preisen insg samt Verdi.nt 3563 247.65 Franken. 107 Flieger sind an diesem Gewinn " beteiligt, darunter 66 Franzosen und 41 anderer Völker. An der Spitze steht P a u l h a n mit einer Preiseinnahme von insgesamt 410 262 Frauken. Ihm folgen der Reihe nach Leon Moräne mit 264 899 Fr an len, Hubert L a t h a m mit 262159.90 Franken, Henri Rougier mit 261500 Franken, Geo A. Chavez mit 246 366.90 Franken, Gra- hame White mit 175500 Franken, Alfred Leblanc mit 164000 Franken und Henri Jarman mit 116950 Franken Aus der langen Reihe der weiteren Gewinner seien hervorgehoben: der Holländer van den Born mit 88697.25 Franken, der Russe Efsimoff mit 83 557 90 Franken, der Amerikaner Glen C u r t i ß mit 83 000 Franken, der Italiener C a t t a n e o mit 80 464 Franken, der Graf Lambert mit 62 400, Wagner mit 55 2 <0, Ble ciot mit 42 000, Tis s a n di e r mit 24900, Illner mit 17200, Fischer mit 17000 Franken, Weymann mit 16300 Franken, de Lesseps mit 13 500 Franken, A. Frey mit 11690 Franken und Tyck mit 10 000 Franken. Unt er der Zahl derer, die in der Zeit bis zum 1. Cito6er dies es Jayres mehr als 5000 und weniger als 10 0u0 Franien in Preisen verdient haben, sind zu erwähnen: der Engländer Rolls (8540 Franken), Wiencziers (7.00), Engelhardt (5670) und Grau (7500). Weniger als 5000 Franien haben gewonnen u. a.: Delagrange (700 Franken), einer Gruppe der größten deutschen Banken beginnen, die entweder einen Vorschuß gegen Schahscheine zu gewähren hat oder die Anleihe zu übernehmen bereit ist. Türkische Vollskuudgebung für Kaiser Wilhelm. Welche Stimmung gegenwärtig in der Türkei herrscht, geht aus folgendem Bericht hervor, den wir in mehreren Blättern lesen: Zum Sonntag war in K o n st a n t i n o p e l von führenden türkischen und persischen Persönlichkeiten eine große politische Einspruchsversammlung ein* berufen worden, die in eine großartige, imposante Kund- febung für Deutschland und in eine begeisterte Huldigung ür Kaiser Wilhelm ausllang. Die Versammlung währte fünf Stunden. Zahlreiche hervorragende Politiker ergriffen das Wort. Der russische Tartar Agajew, der sich durch temperamentvolle Bekämpfung der russischen Politik einen Namen gemacht hat, gab einen geschichtlichen Ueberb lick, der darin gipfelte, Europa habe feine Kultur vom Orient übernommen und benutze sie nun, um die orientalischen Völker zu unterdrücken. Die Türkei dürfe der Raub- politik Rußlands und Englands gegenüber nicht gleichgültig sein, da in Persien über eine Lebensfrage der Türkei entschieden werde und jene Machte eines Tages dieselbe Politik, wie jetzt gegen Persien, gegen die Türkei verfolgen könnten. Die Türkei müsse daher den Anschluß an die europäische Macht suchen, der solche Raubpolitil widerstrebe und die noch immer die mohammedanischen Völker beschützt habe. Als zweiter Hauptredner erklärte der Komiteeführer Nadschi Bei, England habe seine Humanitätspolitik auf- gegeben mit dem Tage, da es mit Rußland jene Entente gegen den Islam geschlossen. Großbritannien habe seine Tradition als Beschützer unterdrückter Staaten verlassen. Als letzter Hauptredner sprach der Abgeordnete von Smyrna, Ubeidullah, ein einflußreicher Parlamentarier, in zündenden Worten zu der Versammlung, in der sich zahlreiche Offiziere, viele Abgeordnete, Kolnitceleute, Gelehrte und Geistliche befanden. Er führte aus: Frankreich und England sind einstmals die Ideale der türkischen Freiheitsbestrebungen und des türkischen Liberalismus gewesen; beide haben uns schwer enttäuscht. Frankreich, das beut reaktionären Rußland Milliarden gegeben, macht unserem V e r f a s s u n g s st a a t e Schwierigkeiten bei einer. Anleihe, die man dem Iildiz in zehnfacher Höhe bewilligt hätte. England streckt seine Hand nach Persien aus, aber die Moham- medaner der ganzen Wett haben einen mächtigen Beschützer, der ihnen zur Seite stand, wo immer sie bedrängt wurden, ob am Bosporus, in Mazeoonien oder in Marokko. Dieser Beschützer ist der deutsche Kaiser. Auf ihn richten sich in diesem historischen Augenblick die Augen der ganzen mohammedanischen Welt. Für die türkische Freiheit gibt es nur eine politische Kombination in Europa, bei der sie Verständnis finden kann, den Dreibund, der ihre Interessen auch schützen wird. Wenn Sie mir daher erlauben wollen, werden wir anwesender: Mohammedaner, die wir sehr wohl für den ganzen Islam sprechen können, da ich Verrreter aller mohammedanischen Stämme hier um mich sehe, ein Danktelegramm an den deutschen Kaiser senden, um chn, den treuesten Beschützer des Islams, zu bitten, seine Hand auch über unsere bedrängten Brüder in Persien zu halten. Jubelnder Beifall belohnte den Redner, der darauf erklärte, ich nehme an, daß Sie nicht mir, sondern dem deutschen Kaiser zujubeln. Alles erhob sich von den Sitzen und dreimal durchbrauste der Ruf: Jaffa schim Guilebeo Jkkindschi (Hoch lebe Wilhelm II.) den Saal. Ein von der Versammlung gewählter Ausschuß hat das Hul-, digungstelegramm rebigtcrt, welches am Sonntag abgrng. Persien und England. Aus englischer Quelle wird jetzt übrigens behauptet, die Verhandlungen Persiens mit einem britischen Finanz- inftitut schritten günstig fort: London, 24. Okt. Das Reutersche Bureau erfährt, die persische Regierung leitete einige Tage nach dem Eintreffen berf letzten englischen Note in Teheran mit der Kaiserlich Persischen Bank zwecks Aufnahme einer bprozenligen Anleihe von 1 200 000 Pfund Verhandlungen ein. Die Anleihe soll zur Konversion der teils bestehenden Schuld und für andere Staatszwecke, u. a. die Einrichtung eines Sicherheitsdienstes auf den Straßen im Süden Perfiens verwendet werden. Nach einer Blätlermeldung nehmen die An leihe Verhandlung en) zwischen der persischen Regierung u. einem britischen Finanzinstitut welches bedeutende Interessen in Persien besitzt, einen günstig e n F o r t g a n g. Die Anleihe wird ungefähr l1/* Millionen Pfund Sterling betragen und durch die Zölle der Südküste sichergestellt werden. politische Sagesscli^n. Die Aeichsfinanzen. Der „Reichscrnzeiaer" veröffentlicht eine Ueberjidjt der Einnahmen aus den Zollgebühren für Die Zeit vom 1. Llpril bis Ende September. Danach betrug die Solleinnahme an Zöllen nach Abzug der Ausfuhrvergütungen usw. 327 647 247 Mk., die Jsteinnahme 305 629 3o5 Mk., gegenüber einem Jahresvoranschlag von 631 900 000 Mk. Bei der Tabaksteuer betrug die Solleinnahme 5 308 416 Mk., die Jsteinnahme 4 987 494 Mk., der Jahresvoranschlag 14 413 000 Mk.; bei der Zigaretten st euer 14 401645 Mk., 10 942159 Mk., 23 711000 Mk. Bei der Verbrauchsabgabe für Branntwein 85 568025 Mk., 71329511 Mk., 180 000 000 Mk.; bei der Essigsäureverbrauchsabgabe 306 637, 250 381, 503 940 Mk., bei der Schaumwein st euer 4 883 279, 4 948 773, 19 210 000 Mark; Leucht mittel st euer : 4 320 586, 4 068 029, 15 013 000 Mk.; Zündwarensteuer: 7292176, 6 280 283, 15 010 000 Mk. Brau st euer und Nebergangsabgabe von Bier: 55 930 483, 53 019 774, 111500 000 Mk., Spielkarten- stempel: 792 148, 894 108, 1819 200. Wechselstempelsteuer: 9314 266, 9314266, 20 000 000 Mk., Reichsstempelabgaben a) von Wertpapieren: 24 058833, 23 577 656. b) von Gewinnanteil- scheinen und Zinsbogen 2 590 093, 2 451144 Mk. (der Jahresvoranschlag für a) und b) zusammen 49 000 000 Mk.), c) von Kaus- und sonstigen Anschafsungs^eschästen 11586 715, 11352 138, 13 520 000 Mk.; d) von Lotterielosen a) für Staatslotterien 12 236 909, 12 236 909, 31325 500 Mk., b) für Privatlotterien 10107 393 Mk., 9 981449, 10 850 000 Mk., c) Frachturkunden 7 878 705, 7 721131,14 700000 Mk.; f) von Personensayrtarten 11123 942, 10901463, 18620 000 Mk.; g) von Erlaubnis t arten für Kraftfahrzeuge 1925 217, 1886 712, 1960 000 Mk.; h) von Vergütungen an Mitglieder von Aufsichtsräten 2 801174, 2 745151, 3 920000 Mark; i) von Schecks 1 984 608,1 984 608, 1 944 916, 7 350 000 Mark; k) von Grundstücksüberttagungen 20194 702, Hauptmann Ferber (200), Grade, Lindpaintner, Santos Dumont (KOO), Wachter, Wiesembach und schließlich die bekannte Fliegerin Baronin de Laroche, die 169 Franken einnahm. Sie soll jedoch vom Aeroklub noch einen Damenpreis von 5000 Franken erhaltem Aber diese Zahlen geben nur die gewonnenen Preise, nicht die gesamten Einnahmen der Flieger, die in vielen Fällen die Preisgewinnste bei weitem überflügeln. Als Paul Han z. B. im Frühjahr in Los Angeles, in Florida und in den Vereinigten Staaten flog, hatte er einen dreimonatigen Vertrag, der ihm eine Monatseinnahme von 100 000 Franken gewährte. Nicht ungünstiger waren seine Verträge über die Flüge in Douai, Touruai und Verona, so daß man nicht fehl gehen wird, wenn man Paulyans Einnahmen während der letzten 13 Monate auf fast eme Million Franken beziffert. Auch L a t h a m hat für feine Teilnahme an den Wettflügen von Blackpool, Berlin, Heliopolis, Rouen usw. stattliche Gehälter gezogen. Während Blsriot in der Liste der Preisgewinner mit 42 000 Franken ziemlich weit zurücksteht, hat er außerordentlich große Einnahmen aus feinen Flügen in Wien, Bukarest, Konstantinopel und Köln erhalten. Leon Delagrange, der nur <00 Franken gewann, verdiente allein in Doncaster 90 000 und in Spa 15 000 Franken. Frau Frank erhielt 12500 Franken für ihren Flug in Boldon, und die gleiche Summe für ihre Flüge in Newcastle, Fräulein Dutrieu verdiente durch einen Vertrag für Fluge in Rußland 50 000 Franken, und für die gleiche Summe hat auch die Baronin de Laroche nach Rußland abgefchlosfen. Wenn man die Beträge, die auf diese Weise den Fliegern zugefloisen sind, höchst bescheiden mit 2 000 000 Franken ansetzt, so ergibt sich, daß zusammen mit den Preisen an 10? Flieger öi/2 Millionen ausgezahlt worden sind, so daß auf jeden Flieger rund 47 OoO bis 50 000 Franken entfallen. Aber diesen Zahlen steht auch die schwarze Liste derer gegenüber, die im Kampfe mit den LüEen iHr Leben verloren haben. In den letzten 13 ^Monaten sind nicht weniger als 2 4 junge, tatkräftige und hosfnungsvolle Menschenleben für den Fortschritt geopfert worden: Lefebvre, Ferber, Bojsi, Fernandez, Delagrange, Le Blon, Hauvette-Michelin, Jofely, Robl, Wachter, Speyer, Ploch- mann, Haas, Matiewitch, Rolls, Daniel Kinct, Nikolas Kmet, Waldern, Pasca Viocudi, von Pttter, Maasdyck, Hamüton, Poiklot, und dann der kühnste von allen, Chavez, der Besieger der Mpen. * — Direktor Weingartner, der Leiter der Wiener Hofoper, gab frii wiederholten Malen die Erklärung ab, daß er die Ges ck)ä s t e des Hofoperntheaters unter keänen Umständen behalten wolle, da er künstlerischen Neigungen nach- zugeben sich gedrängt fühle. Infolgedessen ist die Hofopeniverwal- tuug mit dem Direktor der Komischen Oper in Berlin, Hans Gregor, in Verbindung getreten und verpflichtete diesen zuck Uebernahme der Direktion des Hosoperntheaters. Der Wechsel der Direktion sindet im Frühjahr 1911 statt. — Hansischer Geschichtsverein. Aus Hamburg wird uns gemeldet: Durch Beschluß des Senats und der Bürgerschaft von Hamburg ist dem Hansischen Geschichtsverein für die Jahre 1911 bis 1915 eine jährliche Unterstützung von 2500 Mk. bewilligt worden. Das Arbeitsfeld des Vereins hat in den letzten Jahren eine bedeutungsvolle Ausdehnung dadurch erfahren, daß die Bearbeitung der deutschen Verkehrs- und Seegesckichte ausgenommen worden ist. Der Verein läßt sich damit am gelegen sein, im besten Sinne volkstümlich zu wirken, lväh- rend die früher von ihm vornehmlich gepflegte Herausgabe von Urkunden, Akten und anderem archivalischen Material für die hansische Geschichtsforschung kedigksch für die Gelehrtenwett in Betracht kam. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Bei der 2 5j übrig en Jubelfeier des Heidelberger Bach- Vereins wurde der General-Musikdirektor Professor Dr. Wolfrum von der theologischen Fakultät Heidelberg zum Ehrendoktor pronwviett. — Bei dem geftrigen Festmahl überreiclstck Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar im Namen opferwilliger! Kunstfreunde dem Vorstand des Back-vereins die Urkunde cineu Spende von 10 0 0 0 Mark als Bach-Vereins-Jubi- laums-Stiftung. — Am Montag ft a r b in Paris der Marquis de Massa, der am Hose des zweiten Kaiserreiches eine hervorragende Rolle gespielt und sich als Verfasser dramatischer Scherzspicle einen Namen gemacht hat, im Alter von 79 Jahren. — In Wien ist der Maler und Professor an, der Akademie der bildenden Künste Sigismund L'Alle-« m a n d im Alter von 71 Jahren geworben. — In Prag hat sich der tschechische Komponist Ferdinand L a ch n e r infolge. Nervosität erhängt. Lachner war 54 Jahre alt. t an, bürg Qlllll gegru und | und d gewesc ui be de fti Vc da jähr der der ein die der 2lus Stadt und Land. Gießen, 25. Oktober 1910. Aus Lissabon wird gemeldet: Die portngresi'sch'o Botschaft beim Päpstlichen Stuhl wurde in eine Gesandtschaft um gewandelt. — Die Fuhrleute in Lissabon sind ausständig, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Sn allen Kirchen Serbiens wurden Bittgottesdienste um die Genesung des Kronprinzen abgehalten. Tic Besserung im Befinden be* Kronprinzen lält an. Infolge der entschiedenen Besserung im Befinden des Kronprinzen reiste Professor Chrostek nach Wien ab. ^er japanische Ministerpräsident Marquis Katsurra erklärte auf einem Bankett: Das einzige Neue im nächsten Budget werde die Z u w e n d u n g v o n 7 0 M i l l i o n e n Ben für d i e V e r m c h r u n g der Flotte sein; die Summe solle aus sechs Jahre verteilt werden. Ter durch die Ueber- schwemmungen verursachte Schaden und die Kosten der Annexion Koreas würden das Budget nicht wesentlich beeinflusse. Heer und Flotte. Paris, 24. Okt. Aus Creuzot wird gemeldet, das; in den S ch n c i d e r s ch c n Werken Versuche mit einein soeben fertig- gestellten 3 0 5 Millimeter-Geschütz vorgenommcn woo- den' seien, das ein 10 0 Kilvgramm-Geschoß dreißig Kilometer weit schleudern könne. Die Versuche hätten sehr günstige Ergebnisse geliefert. Die „Wahrheit" vor Gericht. 4 Berlin, 24. DEL, Unter den: Vorsitze des Landgerichtsrats Lampe begannen heute vornnttag vor der ersten Straftammer des hiesigen Land- gerichts 1 die Verhandlungen in dem Strafprozesse gegen den Herausgeber der antisemitischen Wochenschrift „Die Wahrheit", Reichstagsabgcordneten Wilhelm Bruhn und die Mit- iler dieses Blattes 9iolf kommet und Otto W eher sowie Geschäftsführer der „Wahrheit" Paul Bruhn, den Bruder ^"p^ugerlagten, der der mehrfachen Erpressung (die übrigen Bechilse dazu), beschuldigt ist. — Die Anklage vertritt ^sanwait L e i s e r i n a , die Verteidigung der vier Angeklagten l die Rechtsanwälte Tr. Schwindt, Brcderck, und Grünspach. Der kleine Zuhvrcrraum ist usschließlich von den Vertretern der Presse aller Parteien llt. Als journalistischer Sachvcrstäirdiger fungiert der Ber- Vertreter der „Leipziger Neuesten Nachrichten" Tr. Paul n uub als JnseraliNi-Sachverständiger der Jnscratenageut rreich. Der Kaiser wohnte am Montag abend im Neueir Königlichen Operntheater in Berlin der Aufführung von „Aida" bei Garuso lang den Rhadames. Ter Kaiser gab wiederholt das Berchen zum Beisall Tur die hervorrageiwen Leistuiigen EarusoS. Lt^z vor dem letzten Akt verließen der Kaiser nird die Prinzessin das Haus und begaben sich nach dem Potsdamer Bahnhos, wo auch die Kaiserin emgetrosfen war, um von da die Reise nach Brüssel anzutreten. ** Nach Südwestafrika. G'efreite und Ge- meine der Reserve aller Waffengattungen nut guter Führung, die nicht länger als 2 Jahre aus dem aktiven Dienst entlassen sind und in die Schutztruppe für ©übtoefb afrika eintreten wollen, können sich zwecks ärztlicher Untersuchung auf Tropendienstsahigkeit bis zum 29. d. Mts. Dornt, oeim Bezirlskommando, West-Anlage 31, melden. Marsch, gebührnisse können hierfür nicht gewährt werden. Die Maul- und Klauenseuche ist ausge. brachen in Sonneberg, Herzogtum Sachsen-Meiningen, am 22. Oft; ferner in Busch, Kreis Beskow-Storkow, Ne.' gicruugsbezick Potsdam, bei Händlervieh am 21. Okt. — Annerod, 24. Okt. Unser Turnverein beschloss in der am 23. Oktober abgehaltenen Hauptversammlung die Anschaffung einer Fahne. Ihre Lieferung wurde der Firma Hischen, Lich, übertragen. Ferner wurde beschlossen, einen Weihnachtsball zu veranstalten. = Großen-Linden, 25. Okt. Die Dekanats, synode des Dekanats Gießen findet morgen, Mittwoch, vormittags 9 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche statt. 4 Lich, 23. Okt. Unser Turnverein veranstaltete gestern seit vielen Jahren wieder ein Ab turn en, das mit einem Preisturnen für Zöglinge verbunden war. Tabei wurde das folgende Ergebnis erzielt: 1. Preis Herrn. Rcm (1121/2 Punkte), 2. H. Hähnel (110), 3. H. Schmidt (94), 4. W. Drechsler (92), 5. Hans Reichardt und H. Wissig (91), 6. H. Löb er (90), 7. Heinr. Schmidt (82), 8. Adolf Törmer (71), 9. Karl Schwenk (65), 10. Theo Zimmer (60). An das Abturnen schloß sich abends ein Ball in der Turnhalle. Besonderen Beifall sanden am Abend die unter Leitung des ersten Turnwarts Fr. Schmidt zur Ausführung gebrachten Hebungen im Keulenschwingen, das seit diesem Jahre int Verein fleißig gepflegt wird. — Tie Nachtirmes wird am nächsten Sonntag abgehalten. [ Langenhain-Zicgenberg, 24. Okt. Unser seitheriger Bürgermeister Kumpf, der seit dem Tode seines Vaters da§ höchste Ehrenamt in der hiesigen Gemeinde inne hat, wurde zum drittenmal einstimmig mit 102 Stimmen wiedergewählt. Dem Wiedergewählten wurde abends em Fackelzug dargebracht. L. Friedberg, 24. Okt. Um 4 Uhr nachmittags fuhr die 9 Wochen in Quartier liegende Wachkompagnie ab, die H6er nach Gießen, die übrigen Mannschaften nach den verschiedenen Garmsonsstädten Hessens, alle gefchmückt mit den ihnen vom Zaren verliehenen Ordensauszeichnungen. Eine große Menschenmenge hatte sich am Bahnhofe cm- gesunden; mit einem Hurra auf Friedberg zogen die Truppen ab. — Die Heizungsanlage unserer Stadtkirche ist soweit Tertiggestellt, daß Sonntag, 13. November, die Heizung in Betrieb genommen wird. 8. Offenbach a. M., 24. Oki. Bei der heutigen Stadtverordneten wähl siegte die Liste der sozialdemokratischen Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei mit einer Mehrheit von über 900 Stimmen über die Liste der Vereinigten Bürgerparteien. Nach einer vorläufigen Feststellung wurden für bic sozialdemokratisch-fortschrittliche Liste 5737 unabgeän- berte Stimmzettel abgegeben, für die Bürgerliche Liste 4826. Die Zahl der abgeänberten Zettel beläuft sich auf einige Hundert, ändert aber an dem endgültigen Ergebnis, das erst im Laufe des morgigen Tages festgestellt werden kann, voraussichtlich wenig, da sich die Streichungen aus beibd Liften verteilen. Doch weist die bürgerliche Lifte etwas mehr Streichungen auf. Bei der Wahl im Jahre 1907 siegte bie bürgerliche Liste mit 4679 bis 4766 Stimmen über die sozialbemokratische Liste, auf die 4433 bis 4511 Stimmen entfielen. Im Jahre 1904 siegte die Sozialdemokratie mit 3916 bis 4163 Stimmen über die Bürgerlichen, die 3620 bis 3701 Stimmen erhielten. 1901 wurden 2631 bis 2714 sozialdemokratische und 3634 bis 3694 bürgerliche Stimmen abgegeben. Die Zahl der Wahlberechtigten ist von 10 720 im Jahre 1907 auf 12 649 im Jahre 1Ö10 gestiegen. Da von den 12649 in die Wählerliste eingeiragenen Wählern cnim 1300 wegen Steuerrückstanbes nicht wählen dursten und annähernd 11000 Wähler abgestimmt haben, muß die Wahlbeteiligung als außerordentlich stark bezeichnet werben. w Oberursel i. T., 24. Okt. Heute mittag kurz nach 12 Uhr rannten die scheu gewordenen Pferde eines Fuhr- wertes auf dem Marktplatz in eine Gruppe aus dec Schule heimkehrender Kinder. Acht Kinder wurden verletzt, zwei derselben schwer. Verhandlung begann mit einem interessanten Zwischen^ Verteidigung die Ladung des Leiters der Berlinco nr Polizei, Dr. H e n n i g e r, als Sachverständigen bezw. Zeugen darüber wünschte, daß er als Preßbezcrnent des PoliMpruiwinms in der „Walwheit" nichts Anstößiges ind lich sogar dahin geäußert habe, daß sie ein gut natiD» tt und nur em Gegenstück zur demokratischen Berliner rum /CLt Polizeipräsident halte sich aus Ccit ox .erufen und der Staatsanwalt berief sich außer- c Verpflichtung des Pollreirats zur Amtsvcrschwiegeu- 1 der Beuge auberbem sich auch zurzeit im Auslande bc> ur-be schließlich von seiner Ladung Abstand genommen; ÜDLn der Verteidigung als Sachocrständignr 'tiich^tagsabgeordneten Wilhelm Werner veruchttt, 'Etc, daß die „Wahrheit" als Organ einer be- tisemilischen Gruppe gegründet worden sei. igerer Erörterung wurde weiterhin beschlossen, bad egen den Mitangeklagten Somme r eiuzustellen, len zu lpat Anklage erhoben und inzwischen Vertreten war. drul»n bei feiltet Vernehmung mö zunächst in bic Berliner antisemitisclse Staats- ^cingetreten sei unb bann, um seine radikalen joeen belfer propagieren zu können, die „Woiubeü" ' Er gchl o,scn zu, daß er viele intime Familien- Ä*"1 ut biejein Blatt »crütfentlulu habe Zi aud> keineswegs cm pariamenlaruchcr llchuldigt fick) aber damit, daß bic Klatschgelchichten Aus Hessen. — Gau tag des Rhein-Ma in graues des All- Deutschen Verbandes. Unter der Leitung des Gau- vorsitzenden, Gymnasiallehrer G r ü n s ch l a F- Mainz, fand am Sonntag, 23. Okt., eine Versammlung der Ortsgruppen /und Vertrauensmänner des Gaues stallt. Der Gencral- fsekrekär des Deutschen O stm artender ein Dr. Bosbera auä Posen, zeichnete in iy2ftünbigcr Rede ein Bild des Volkerkampses in der Ostmark, der nicht entfacht fei durch £tne preußische „Gewaltpolitik", sondern ein Jahrtausend anbaure. Der Redner schilderte bie Tätigkeit des seit /einigen Jahren bestehenden polnisch-französischen Nach- jmchtenbureaus in Paris, das die Wett mit gefärbten Berich- (ten und gefühlvollen Klagen über die „preußische Bedrückung" überschwemmt und das somit unsere internatio- n5IerSeI/un0 planmäßig zu untergraben sucht — vielsach mit Erfolg. Herr Vosberg sprach dann über die „Polnische rfyjö z bie eine künftige polnische Erhebung vorzubereiten hat; über die ungeheueren Leistungen der polnischen Vereins- tätigtet, bie (^iteignungyborlage, Answeisungspolitik, den p ,plsihen Boykott, und den Erlaß eines -allgemeinen Par- zellierungsgesetzes für bie ganze preußische Monarchie Po- üiznlommissar a. D. Grodengießer führte in feinem .emstunbigen, oft durch starken Bdifall unterbrochenen Vor- Ürag in die reichsländischen 'Verhältnisse ein. Der Redner '^^ahre in amtlicher Stellung im Lande, hat den letzten Krieg um den Rhein mitgemacht. Als dritter Redner ergriff — außerhalb der Tagesordnung — ein Volksgenosse aus Siebenbürgen das Wort und berichtete über den Kamps und das treue .Ausharren des verratenen deutschen Bruderstammes. Nach allen Reden folgten eine Reihe von Besprechungen * 1 Versetzt wurde dec Steuerauffeher Schmalz zu Groß-Gerau in den Aufschcrbczirk Bübingen. ** Ueber bas „Liederkranz"-Konzert wirb ??^6efchrieben: -ter Gesangverein Lieberkranz (gcqrüit ecuHnc.te am Sonntag bie Reihe seiner Winter-Fl lichkeiten nut ber Veran)taltnng eines Konzerts. 2 glanzenbe Verlauf unb bic dankbare beifällige Aufnalu der Darbietungen haben den Beweis erbracht, daß bie M lülCcCn£)cn unvorbereitet ans Werk gegangen silib. Au b?r . es wohl gesagt werben, baß ber „Liederkranz" di Schlussel zu seinen Erfolgen in feinem rührigen Tiriqentc Herrn 0'tanz Bauer besitzt. Herr Bauer hat seine Sänge einer grunbllchen Schulung unterzogen. Er hält aus qesaiig ttche Genauigteit unb textlich richtigen Vortrag. ' Sein, b^rcten mit einem gewissen Sicherheitsgcsüht bas Pobiunl, weil sie ihrem Dirigenten mibebingt vertrauen ^leitung bes Koiizerts erbrauste Grieg's von gewaltiger Tonsülle getragener Männerchor „Lanb- den sich hieran anschließenben unb später ^ufLrnmcnial-E-n ajen (Kompositionen von ^zart, Gabe) haben wir bie mitwirlenben u e r, 51 d) e r, c r r m a im und Musil- lernt Als a£r!e als hervorragende Tonttinstler schätzen gelernt. Als Sopranistin erntete Frau Käthe L e r ch durch anmutigen - Vortrag einer Anzahl ansprechender Lieder Abwechselung brachte Herr Karl Faber ir. durch seine stets gern gehörten Baritvnsolis in Mannerchore von Schubert, Brcu und Jurrner fanden eine verständnisvolle Zuhörerscha,t Mit zwei herzerquickenden Volkslicdchen schloß der Männerchor den genußreichen Konzertabeiid. jor Silberne Hochzeit feiert morgen bas Ehepaar Gastwirt Heinrich Schäfer hier, Stcinstraße. Mk^s^lvechsel. Bantier Herz erwarb für l-oOO Mk. von berg Witwe Katharina Pc 1 er beten An- wesen 2n den Eichgarten 37. Auf bem 1875 Quabrat- meter Stoßen Gartengrunbstück befindet sich eine Schenk und em Wohnhaus Der Erwerber will daraus ei iw Garage und eine Wohnung für einen Chauffeur machen. „Wir Katholiken vnd die — anderen". Der Verfasser der auch von uns besprochenen Schrift r,,Wr Katholiken unb bie — anberen", Msgr. beMathies schreibt aus Zürick) ber „Köln. Volksztg.": In Nr. 883 ber „Köln. Volksztg." lese ich Ihren Kominentar zu ber Auslassung ber „Franks. Ztg.": Ein Nachklang zur Borroinäns-Enzyklika. Seine Majestät ber König von Sachsen ist an ber betr. Stelle mit keinem Worte genannt. Protestbriefe sinb von verschiedenen Stollen aus nach Rom gegangen. Der Verfasser der Broschüre wollte nur sagen, baß die Nachw-clt dereinst über bas unproportionale geistige Machtverhältnis zwischen bem Oberhaupte einer Woltlirche unb einem gegen bieses Oberhaupt protestiereiiben TerritorialfüiTsten lächeln ober vielmehr herzlich lachen könnte. Um übrigens jebe Miß- beutung ber betr. Stolle auszuschließeii, wirb der Passus in der zweiten Auflage der Broschüre geändert toerbeu. Die „Köln. Volksztg." begkitet diese Zuschrift mit folgenden Worten: Wir dürfen uns wohl damtt begnügen, unserer Genugtuung über die letztere Mitteilung Ausbruck zu geben, inbem wir ernstlich hoffen, daß die revidierte Schrift nicht nur das Aergerniä in bezug auf den König von Sachsen wieder gutmachen, fonbern auch anderen Bedenken oder Mißdeutungen in der nichttatho- lischen Presse, welche die Stellung der deutscheir Katholiken zu ihrem Fürsten und zu ihrem Vatorlanbc überhaupt auf Grund von Aeußerungen in dieser Schrift als zweifelhaft erscheinen ließen, selbst den Schein einer Berechtigung entziehen wiro. In einem an uns gerichteten Briese eines angesehenen katholischen Geistlichen des Köiligreichs,Sach- sen kommt eine wahre Trauer über diesen Abschnitt des Buches zum Ausdruck. Wir werden gebeten, zu versichern, daß die Katholiken Sachsens höchst uno/ehalten über denselben sind. Uns scheint, es wäre am besten, wenn das ganze Buch, Das so unduldsamen Geist zeigt, von der Bilbfläche ver- jschwinben würbe. Düs wagt fteilich bic „Köln. Volksztg " Glicht zu verlangen. Der Zarenbesuch in Darmstadt. Der gestrige Zarenbesuck) in Darmstabt kam völlig un- . erwartet. Nachbcm der russische Hofzug um 12 Uhr ; in Station Egel s b a ck) einaettoffen war, begaben sich Prinz und Prinzessin Heinrich, Großfürstin Sergius unb , Prinzessin Viktoria von Schleswig-Holstein im Automobil i nach Darmstabt, währ en b ber russische Thronfolger, die . vier Großfürstinnen unb bic beibcu hessischen Prinzen mit ihrer Begleitung in Hofwagen nach Schloß Wolfsgarten i fuhren. Das Zaren paar, bas G r o ß h e r z o g s p a a r : unb bie übrigen Fürstlichkeiten fuhren mit bem russischen Hofzug nach Darmstabt weiter unb würben am Bahnhof vom russischen Gefanbten unb Ministerresibentcn Baron von Knorring empfangen. Die Herrschaften begaben sich nach bem auf ber Rosenhöhe gelegenen Mausoleum, wo in ihrer Gegenwart bie Sarkophage mit ben Eltern unb den beiben früh verstorbenen Geschwistern bcs Großherzogs, Prinz Friebrich Wilhelm unb Prinzessin Maria, aus ber Gruft gehoben unb in bas neu errichtete Mausoleum übergeführt wurden. Neben diesem neuen Mausoleum ist für bas verewigte Töchterchen bes Großherzogs, Prinzessin Elisabeth, eine bcsouberc Ruhestätte errichtet worben. Tic fürstlichen Herrschaften verweilten lange Zeit bei ben Sarkophagen, besonders bei bem ber Prinzeffin Elisabeth unb ließen prächtige Kränze nieberlegen. Das neue M aufoteum liegt inmitten einer Tannenanlage auf einem kleinen Hügel, zu bem eine Freitreppe führt. Es fit in ber Form eines liegenben Kreuzes ausgeführt, dessen längerer Arm eine Länge von 12i/2, der Qu er raum eine Länge von ca. 10y2 Metern hat. Tie Schnittfläche beider Kreuzarme krönt ein turmartiger Auchan, ber, int Innern eine Halbkugel bildenb, auf den Bogen der Arme ruht und wie die einzelnen Arme bcs Kreuzes, die uach außen hin einzelne Bauwerke barstellen, mit breitwinkligen roten Ziegeldächern versehen ist. Der Mittelbau ist etwa 8 Meter, die übrigen Telle 5y2 Meter hoch. Zu dem Bau würbe graue Basaltlava aus ben Basatt- ruerlen in Kesselbach unb bem Steinbruck; zu Lonbors geliefert. Die Pläne zu bem neuen Mausoleum hat Geh. Oberbaurat Hofmann entworfen, bie Bauausführung lag in ben Hänbcn bes Architekten H. Müll c r. Für die Särge werben nach besonderen Angaben des Großherzogs prächtige Marmorsarkophage mit ben lebensgroßen Steinbilb- nfisen ber Verstorbenen angefertigt. Die f e i c r l i ch e E i ritt» e i h u n g bes neuen Mausoleums wirb bemnächst m Gegenwart ber Großhcrzoglichen Herrschaften unb bcs russischen Kafierpaares stattiinben. Vom Mausoleum sinb die Fürstlichleiten sofort nad) Schloß Wolfsgarten gefahren. ** Tageskalen der für Dienstag, 25. Oft. Stabt- theater: „Sappho". Anfang 8 Uhr. * •• Finanzminister Braun. In dem Befinben bes Fmanzministers Dr. Braun ist, wie die Darmst. Ztg. hört, eine erhebliche Besserung eingetreten, so baß dessen baldige Wiederherstellung zu erwarten ist. " Ordensverleihungen. Anläßlich des Geburtstages der Kaiserin wurden verliehen: die Rote Kreuz» Medaille 2. Klasse dem Geh. Finanzrat Dr. Ludw. Lauer- ^armstadt, die 9iote Kreuz-V/cdaille 3. Klasse dem Geheimerat W. Best-Darmstadt, dem Großh. Kreisarzt Dr. Stigell- Oppenheim, dem Juwelier Collin-Offenbach, der Fürstin zu Isenburg in Birstein. «tuslano. Der Heercsausschuß der O e ste r re ich i sche n Delega- ilo n begann die Verhandlungen des Ma r inebudgets Der Abg. Seitz beantragte eine Entschließung, in der die Regierung ans gefordert wiro, mit der italienischen Regierung Vcr- handlungc.i wegen der Einschränkung d?r Flotten- rüstrmgeu cmzuleiten. u 1 u 11 c 11 911 r i l l e sind die Arbeiter im Rollfnbrweseu am Montag früh zum Tell in den Ausstand getreten. Tcr ''-lusstand nachmittags auf alte Unternehmungen des Nollfubr- Rcichstagsabg. Kühler-Langsdorf teilt uns Nirt, um umlaufenden Gerüchten entgcgenzutretcn, daher unter allen tlmständen zum nächsten Retchstaa Wiederholt kandidieren werde. 1 ° 21745 537, 25 490000 Mk., ErbfchafMeuer: 20582389, 20582 389, 34 000 000 Mk.; statistische Gebühr: 886 708, 874168, 1476 960 Mk. In Börsenkreisen wirb angenommen, daß das Reick) im Jahve 1911 nicht mit einer neuen Anleihe an den Markt treten werbe. Die Berliner Politischen Nack)- richten halten diese Annahme bei dem gegenwärtigen Stand ber Verhältnisse für durchaus begründet und sagen dazu: Vor allem ist dazu nötig, daß das Soll des außerordcntlichan Haushalts im ReichshanShalt für 1911 möglichst niedrig gehalten itrrrb. An sich hätte gerade dieser Hcrushall einen recht starken Anleihebedarf. So dürste allein für bie Marine, für die ja auch im außerordentlichen Haushalt des laufenden Jahres nahezu 113 Millionen Mark aus geworfen sind, ein Betrag in ähnlicher Höhe yu fordern fein. Es bürste weiter eine ganz beträchtliche Rate in den außerordentlichen Haushalt des Reichsamts des Innern stir den Kaiser-Wilhelm-Kanal einzufSgen sein. Außerdem werden, abgesehen von den Ausgaben für Festungsbauten, solche für bie Post eingestellt werden müssen, die namentlich der Erweiterung der Fernsprechleitunseu im nächsten Rechnungsjahr dienen sollen, und schließlich auch Ausgaben für bie Reichseiserr- bahnen. Trotzdem wird man versichtitt fetil dürfen, daß Allleihebedarf für 1911 wesentlich geringer sein wird als für 1910. Der Hauptgrund dafür ist darin zu suchen, daß sehr großer Tell des außerordentlichen Ausgabebedaiffs duich aus dem ordentlichen Hausl)alt zu entuchm^üden .Einnahmen Reichs schuldem llgung gedeckt werden wird.. Kriminalschutzmann H ellw i g-Offenbach, 08951] Gut möbl. Zimmer 08987 09000] Mädchen v.^ande s. Privat« stell, b. l.Noo., (Lb.Äinb. Stellenv Frau Oertel, Dammsttaffe 43. 08992] Aelt. u. jung. Aiadchen s. St^ Näh. b. Kätch. Hctrger, gewerböm StellenoermlllL, Kaiser-Allee 24. Eine WiWw.de MwenWett ist wenden! Gewöhnliche Glühkörper find leicht zerbrechlich, die Bruno-GlühstrüNpse aber find autzerordentlich elastisch, schmiegsam, halten jahrelang, geben bei gleichmähigem Garverbranch ein Heller, prachtvoller Licht, und find derhalb tnt Gebrauch die denkbar billigsten! 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Die Klippen der Schönheit in den Entwicklungsjahren. — -Ob sie zu einander passen“ zeigt das Aeußere. — Einfluß der Ehe auf Gesundheit und Schönheit der Frau — Das Empfindungsleben des Weibes. — Nervenleiden und Schönheit — Was die Männer fesselt — Untreue und ihre Verhütung. — Frauenleiden und Schönheit — Mutterschaft und Säuglingspflege. — Notwendigkeit der Körperpflege für die berufstätige Frau. II. Wie erkennt und beseitigt man Schönheitsfehler! Die 30 Schönheiten des Weibes. — Was findet man schön? — Wie beseitigt man das „Abstehen“ der Ohren, Nasenröte, Haarausfall, Magerkeit, Hohläugigkeit, Falten und Runzeln, Teintfehler jeder Art. Frauenbart, Fettleibigkeit, Doppelkinn, Büstenfehler? — Kann man sein Körpermaß verlängern? — Allerlei Toiletteiigeheimnisse. — (Neueste F orschungsergebnisse). — Unterrichtinder Selbstbehandlung von Schönheitsfehlern, bildlich erläutert III. Ein Kursus der Körper- und Schönheitspflege. Belehrende, hochinteressante, kinematographische Demonstrationen. —Täglich nur 20 Mi nuten richtige Körperpflege und dauernde Schönheit ist das Resultat — IV. 50 Jahre im Reiche der Mode. Belehrung über geschmackvolle, zur Erscheinung passende P arben und Toiletten (kinematogr. Vorführung! taesMtalei Giessen Direktion: Hermann Stelngoettei Dienötag den 26. Oktober, abends 8 Uhr 4. Dienstag - Abonnent. - Borstelll Sappho Trauerspiel in 5 Aufzügen von Üranz Grillparzer. Ende gegen 10'/, Uhr. (a■/ Mittwoch den 26. Oktober, abends 7 Uhr 4. Mittwoch-Abonn.'Borslellung Das Opferlamm Schwank in 3 Auszügen von Oscar Waller u. Leo Stein. Ende 9 Uhr. !htM:JesuWeissagungv.Ende(Matth.KaE in unseren Tagen sich erfüllend. 0900c Redner: H. Erzberger (Basel-Schweiz). Eintritt frei für jedermann. Eintritt frei für jedermann 08988 Sonntag abend Haud- taschchcn a. d.Wege Zohanneöstr., Plockstr. n. d. Bahnhof verloren. Abzugeben gegen gute Belohnung. Marktstrage 30. Laden.