249 Zweites Blatt 160. Jahrgang Montag 24. Oktober 1910 Erschein! tüglich mit Ausnahme beS Sonntags. Die „Gie-ener KamilfendlStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krellblatt für den Kreis Glehen" zweunal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhesfen Notationsdruck und Verlag der Brühl scheu UnwersckälS - Buch- und Sleindruckerel. R. Lange, Sieben. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 6L 9Ubaftum:e«112. Tel.-Adru Anzeigers ietze». Brüsseler Ualsertage. EF&tooIjT der Besuch Kaiser Wilhelms in Brüssel lediglich dtö eine Erwiderung des Besuches aufzufassen ist, die König Wert nach seinem Regierungsantritt der deutschen Reichshauptstadt Ende Mai aüstattete, hat er doch bereits viel von sich reden gemacht. Erst war es der französisch gesinnte Teil der Belgier, der den deutschen Kaiser von einem Besuch de- Schlachtfeldes von Waterloo abhalten wollte, weil man infolge der dadurch heraus!)eschworcuen Erinnerung an die Niederlage Frankreichs gegenüber der preußisch-englischen Waffenbrüderschaft Frankreich zu verstimmen fürchtete. Dami waren es wieder die belgischen Sozialisten, die gegen dea Besuch Kaiser Wilhelms Protest einlegten, ja, sogar mit Kundgebungen drohten, weil der deutsche Kaiser ein „absoluter" Monarch sei. Und schließlich waren es auch die Streitigkeiten innerhalb der deutschen Kolonie um die Ehrengabe an den Kaiser, ein Diamantenkleinod, dessen Wert (75000 Franken) gewisse Kreise lieber in Form einer Kaiser- Wilhelm-Stiftung den deutschen Unterstützungskassen Brüssels hätten zusließen sehen. Somit war das Vorspiel zur Kaiserfahrt nach Belgien wenig erquicklich. Um so erfreulicher ist cs daher, daß das alte und doch so moderne Brüssel Kaiser Wilhelm mit einer Prunkentfaltung und Herzlichkeit zu ernpsangen Jicf) anschickt, wie sie einem Monarchen selten zuteil geworden ist. Denn so locker die Beziehungen zwischen dem Brüsseler und dem Berliner Hof unter König Leopold II. waren, ein um so innigeres Gepräge haben sie unter °K ö n i g Albert erhalten, wovon die in Potsdam im Frühjahr dieses Jahres ausgetcruschien Trinksprüche sehr beredtes Zeugnis ablegten . Aber abgesehen von diesen höfischen Beziehungen, haben sich auch Deutschland imb Belgien politisch und wirtschaftlich einander immer mehr genähert — zum Verdruß Frankreichs, das Belgien als seinen Annex zu betrachten gewohnt war. Die Abkommen über Neutral-Moresnet und über die Kongosrage, sowie die Tatsache, daß Deutschland im Jahre 1909 an bie erste Stelle ber belgischen Aus- und Einsuhrstatistik gerückt ist unb bamit selbst Frankreich überflügelt hat, haben zur Genüge bewiesen, welche guten Beziehungen jetzt zwischen Deutschland und Belgien bestehen. Daß man in Paris zu dieser beutsch-belgischen Annäherung scheel sieht unb darum auch den jetzigen Besuch Kaiser Wilhelms mit recht mißgünstigen Augen betrachtet, ist nur zu erklärlich. Denn an dec Seine halt man sich nach wie vor berechtigt, dem für seine nationale Existenz ruf Neutralität angewiesenen Nachbarn aufdringliche Ratschläge zu erteilen, die in letzter Linie darauf hinauslaufen, f elgten solle seinen engen Anschluß an Frankreich oder vielmehr an die englisch-französische Entente vollziehen und 'ich nicht von Deutschland umgarnen lassen In dieser Bc- -iehung spricht ein kürzlich erschienenes Buch des General eanglois, bas den bezeichnenden Titel „Belgien und Hol- and im Angesicht des Pangermanismus" trägt, eine sehr )entliehe Sprache, indem es den Belgiern ans Herz legt, ruf ihre Neutralität zu verzichten, mit Holland ein miliiä- cisches und wirtschaftliches Abkommen zu treffen und sich bann mit biejem vereint der englisch-französischen Allianz inzuschließen." Nur so könne Belgien die Eroberungsgelüste seines östlichen Nachbarn erfolgreich zurückwcisen. In Belgien hat man sich diesen französischen Verlockungen gegenüber kühler als je verhalten, man hat neidlos den glänzenden Erfolg der deutschen Abteilung der Brüsseler Weltausstellung anerkannt und sich der guten Beziehungen zu Deutschland gefreut, weil man mir zu genau weiß, daß Deutschland keine Eroberungspläne hegt, daß es vielmehr Frankreich ist, das trotz seiner zur Schau getragenen Freundschaftsmiene im Falle eines Krieges sich ebensowenig scheuen würde wie England, die belgische Neutralität aus strategischen Gründen zu durchbrechen. Tie Eeh.hang der französischen Zölle aber, die Belgien aufs äußerste schädigte und es zu Gegenmaßregeln veranlaßte, hat schließlich die frühere belgisch-französische Intimität ganz bedeutend vermindert. So ist Kaiser Wilhelm, wenn er am Dienstag nachmittag, begleitet von seiner Gemahlin und Tochter, in Brüssel eintrisst, dort eines herzlichen Empfanges gewiß — trotz aller Stimmungsmache, die man von Paris aus gegen ihn getrieben hat. Am Nordbahnhof wird das belgische Königspaar seine Gäste empfangen und sie nach dem Schlosse geleiten, in dessen neu erbautem Flügel sie Wohnung nehmen werden. Um 5 Uhr findet dort der Empfang des diplomatischen Korps statt, an den sich das große Gawdiner schließt, bei dem Trinksprüche ausgetauscht werden sollen. Am Mittwoch wird der Kaiser die alte Kunstausstellung im Einauantenaire-Museum besichtigen, für die er drei Rubensbilder zur Verfügung gestellt hat, um am Nachmittag im Rathause der Stadt Brüssel empfangen zu werden, wo er angeblich ebenfalls eine Rede halten und sich in das „Goldene Buch" eintragen wird. Hier erfolgt dann die Huldigung der 300 Brüsseler Vereine, die dem Kaiser ben „Sang an Aegir" vortragen werden, während ein Diner bei der Gräfin von Flandern, bekanntlich einer geborenen Prinzessin von Hohenzotlern, und eine Galavorstellung in der Oper den Tag beschließen. Am Donnerstag Besuch des Schlosses Laeken und ein Jnkognito- besuch der deutschen Abteilung der Weltausstellung, darauf Empfang der deutschen Kolonie im Schlosse und schließlich ein Diner in der deutschen Botschaft, worauf die Rückreise nach Berlin erfolgt. Sieht man sich dieses Programm an, so fällt zunächst aus, daß der Besuch des Schlachtfeldes von Water- l o o unterbleiben soll. Wir wissen nicht, ob der Kaiser tatsächlich einen solchen plante, würden es aber bedauern, wenn er in Rücksicht auf das Geschrei der Pariser und Brüsseler Boulevardblätter davon Abstand genommen hätte. Es fällt ferner auf, daß keine Truppenschau stattfindet; aber vielleicht ist dieser Programmfehler weniger auf eine Rücksick)tnahme gegenüber Frankreich, als vielmehr darauf zurückziusühren, daß man fürchtet, das belgische Militär würde vor den Augen des deutschen Kaisers zu schlecht abschneiden. Allergrößtes Staunen aber muß es erregen, daß man dem Kaiser den „Sang an Aegir" vorsetzen will, der in Deutschland so gut wie verschollen ist und wegen der Mitarbeit des Fürsten Philipp zu Eulenburg nur unliebsame Gefühle beim Kaiser auslöfen kann. Ebenso sonderbar finden wir die Meldung, daß der Kaiser die deutsch Ausstellung nur inkognito besuchen will. Diese Rücksichtnahme auf die übrigen Abteilungen, die der Kaiser bei der Kürze der Zeit ja unmöglich alle besichtigen kann, ginge denn doch zu weit unb müßte die deutschen Aussteller, die in Brüssel ihr bestes geleistet haben, verstimmen. Vielleicht ist das mitgeteilte Programm nicht in allen Punkten zuverlässig und richtig. jungliberaler Parteitag. 4 KölN, 23. Okt. Der Neichsverbend der Vereine der nationalliberalen Jugend hielt gestern und heute hier seine 12. ordentliche Vertreterversammlung ab, der Reichstag sad geordneter. Fuhrmann als Vertreter des Parteivorstaicdes und mehrere andere Abgeordnete als Teilnehmer beiwohnten. Von Bass ermann lag ein Begrüßungstelegranrm vvr. Der Verbandsvorsitzende Rechtsanwalt Dr. Fischer-Köln erinnerte in seiner Begrüßungsanspraä)e daran, daß der Reick-s-- oerbanb nunmehr zehn Jahr bestehe und daß durch den Anschluß der badischen sowie zweier württembergischen Vereine die ßfejanü? zahl der Vereine nunmehr 109 betrage. Nach Genehmigung des Geschäftsberichtes fand am Somiaberch nachmittag die erste öffentliche Versammlung statt, in der Rechtsanwalt Fischer unter allgemeinem großen» Beifall die Ergebnisse des Kasseler Parteitages zusammensaßtL als einen vollen .Erfolg der Bassermann'schen Politik, an dell fefeubatten und weiter mitzuarbeiten der Reiä)sverband gern gewillt sei, zumal in Kassel die Gegner des Reichs Verbandes weitaus in der Minderheit geblieben seien unb man die provinzielle Selbständigkeit der Jungliberalen sowie die Politik der Duldung ihnen zugebilligt habe. Der Redner wandte sich dann lebhaft gegen den Vorwurf, daß die Jugendbewegung etwa der Sozial- bemofratie nach laufe und daß sie industriefeindlich sei. Auch besprach er die badische Frage in diesem Zusammenhänge und fant zu dem Schluß, daß das, was in Baden geschehen sei, durchaus anerkannt werden müsse, und daß damit durchaus nicht gesagt sei, daß das von den Jungliberalen in Baden für richtig Erkannt» auf Preußen oder gar das Reich übertragen werden solle. Energisch fordert der Redner weiter die Aufrechterhaltung des Reichstagswahlrechts und erörterte zum Schluß die Forderungen des! Tages, die er in der Wiederaufnahme der Bülow'schen Polckck erblickt. Nach längerer!Aussprache, ander sich Delegierte aus Frankfurt- Köln, Berlin, Breslau, Düsseldorf, Karlsruhe und Stuttgart beteiligten, wurde eine von Köln üorgdegte Entschließung angenommen, in der die vpn bfr nationalliberalen Partei eingenommene Kampfstellung gegenüber dem schwarz-blauen Block begrüßt und die Regierung aufgefordert wird, die bringenbcifl Wünsche des deutschen Bürgertums nach einer seiner Volkswirte /sä)astlichen und kulturellen Bedeutung entsprechenden gleichberechtigten Teilnahme an der gesetzgebenden Staatsverwaltung ohne Bevorzugung und ohne Rücksicht auf einseitige und überkommene Standesvorurteile besonders in Preußen zu erfüllen, da nur auf diesem Wege das deutsche Volk seinen öffentlichen Au, gelegenhecken zurückgewonnen werden könne. In der zweiten und letzten Sitzung beschäftigte man sich mit der auswärtig en Politik Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Fragen. Hierzu sprack>en Cheftedakteur Dr. M e h r m a nn-Koblenz und Dr. Drescher-Düsseldorf. Dr. Mehrmann verlangte vor allem nach einer Landverbindung zwischen unserem deutschen Stamm- lande und unseren maritimen und kolonialen Reichsgebieten, um der Gefahr einer Unterbrechung unserer Seeverbindungen vorzu- b engen. Unser politischer Einstuß müsse bisandenpersischen Golf ausgedehnt werden, um einerseits Englands Konkurrenz zu begegnen und uns anderseits gemeinsam mit Oe st erreich-Ungarn und der Türkei eine wirtschaftliche Einheit zu schaffen. Der zwecke Redner ging mit unserer Außenhandelspolitik ins Gericht und verlangte mit Entschiedenheit eine bessere Vertretung unserer wirtschaftlichen Interessen durch das Auswärtige Amt. Nach längerer Aussprache wurde einer Stuttgarter Entschließung zu gestimmt, in der vvr allem der bei den Wirren irr Palästina hervorgetretene Mangel an ausreichendem Schutz unserer schwäbisck)en Landsleute beklagt wird. Nach einem Schlußwort Dr. Fischers, der ebenfalls sehr energisch für die Interessen ber Ausländsdeutschen eintrat, wurde ein Huldigunstelegramrn an Bassermann abgeschickt und hierauf der Verbandstag geschlossen. Aus Darmstadt, 24. Okt. Finanzminister Dr. Braun erlitt am Samstag abend, offenbar infolge von Ueberarbeitung, auf seinem Bureau im Finanzministerium am Mathildenplatz einen Nervenschock, bei dem fv- Mode und Erkältung. Tie elegante Modedame geht harten Tagen entgegen; nun da die ersten Vorboten der Winterkälte auftauck>en und die milderen Herbsttage ihrem Ende entgegengehen, beginnt die Saison ber Erkältungen, die schlimme Zeck der roten Nasen, die selbst die schönste Tockette, ber reizvollste Hut, und ber geli-emmisvollste Schleier nicht ungesehen machen ann. Gerade in diesem Jahre, da zarte, durchsichtige Tüllgewebe, duftig flatternder Chiffon und ähnliche zarte Gewebe die Mode beherrschen, dürfen die Aerzte einer schönen Herbsternte entgegensehen und die Gatten Tagen „seelischer Depression". Denn für die schöne Fran gibt es nichts Schlimmeres als die Tyrannei der roten Farbe in der Nasengegend, die nun einmal mit Schnupfen unb Katarrh gute Kameradsclmft hält. Aber diese Stunden ber Trübsal, so erklärt der amerikanische Arzt Dr. Starken in einem längeren Aufsatz, sind selbst verschuldet. Gerade bie Körperteile, die für die Einwirkungen ber Kälte und des Zuge^am empfindlichsten sind, Nacken, Brust, Hals unb Arme, entbehren dank den neuen Modegesetzen jeden Schutzes, ja die elegante Frau, die wirklich auf der Höhe ihrer Zeck steht, trägt selbst die schützende Pelzboa ober die neuerdings wieder aufgetauchte Seidenmantille nicht etwa der Bestimmung dieser IqUettenj'tüde getreu eng um den Hals geschlungen; Boa und Mantille tändeln vielmehr in lässiger Anmut in ber Mitte des Rückens, schmiegen sich leicht über den ohnehin geschützten Oberarm, Hals und Nacken aber werden tapfer der Kälte ausgesetzt. Man glaubt sich damit abzuhärten, während man dem Körper nur eine erhöhte und meist ftuchtlose Wärmeabgabe abnötigt, die unser Nervensystem nicht erträgt. Immer mehr ist die gute alte Sitte geschwunden, die Winterkleidung dem Winter anzupassen, man wählt hin und wieder zwar wärmere Stoffe, aber die neueste Mode verbietet, die wirklich wärmebedürftigen Teile des Körpers damit ju umhüllen, Hals Imb Nacken bleiben frei. Dann wird die Abhilfe gegen bie Kälte in bet Unterkleidung gesucht, sie wirb verdoppelt, aber vergeblich wird man nach einer eleganten Frau suchen, die in ben Tagen des Frostes auf leichte, niedere Schühchen und auf durchbrochene Seidenstrümpfe verzichten kann. Dabei ist xs gerade die Chaussure, dieses sflavische Festhalten an dem niederen Schuh und dem durchbrochenen Strumpfe, die den rötlichen Teint und vor allem die rötlich angehauchte Nase verursacht. Die Röcke sind obendrein noch kürzer geworden, die letzte Pariser Mode treibt einen Trotteurrock vor, der nicht nur die Fessel frei läßt, sondern überhaupt zwei ober drei Handbreit vor dem Boden endigt, und so die Beine dem Zuge und dem Winterwind wehrlos aussetzt. Viele Frauen glauben tapfer und smart zu fein, wenn sie den Jahreszeiten ftotzen und außer dem Pelzmantel dem Winter keine Konzession wachen; dabei vergessen sie, daß sie damit nur an ihrer Körperhaft und an ihren Nerven zehren unb daß diese Kraftabgabe auf Teint unb Gesichtsausdrück mit mathematischer Sicherheit zurück- fotrh. Wenn aber das Unglück eingetroffen ist, wenn der Schnupfen, Und die Erkältung da sind, die die zarte moderne Frau nicht gleich dem robusten Naturmenschen in zwei oder drei Tagen, som .cn erst nach Wochen überwindet, dann greift die entsetzte Schöne, die unglücklich vor ihrem Spiegelbild zurückschaudert, zu falschen Mitteln. Tas Bad wird vermieden, das Schlafgemach geheizt, anstatt für kühle, reine, frische Luft zu sorgen und durch ein vernünftig abgestimmtes Bad die Tätigkeit der Haut anzuregen. LLichtiger aber als die kalte Tusche ist eine energische Abreibung des Körpers, besser mit der Hand als mit dem Handtuch, eine Abreibung, bei der man die Hand in kaltes Wasser tauchl unb so lange reibt, bis die Hand ttocken unb bie Haut gerötet ist. Tas allein ist eine bessere Abhärtung und ein besseres Abwehrmittel gegen die „rote Nase" als bie kalte Tusck>e, die nur robuste Naturen wirklich erftischt, bei anderen aber dem Nervensystem eine gefährliche und aufreibende Anspannung zumutet. • >— Eine neue mittelalterliche GeschichtS- quelle. Dr. Georg Leidinger hat Kaisheimer Jahrbücher vom Ende des 13. Jahrhunderts, eine bisher unbekannte Annalenfolge, auf ber Provinzialbibliothek zu Neuburg aufgefunden und die Ueberführung dieser neuen Geschichtsquelle und der wichtigsten anderen Handschriften, sonne einiger Inkunabeln, nach der Münchener Hof- und Staatsbibliothek veranlaßt. Es sind Annalen vom Jahre 1091—1295 mit späteren Nack)- trägen bis 1322. Die Handschrift, in der sich bie Annalen aefunben haben, ist ein Pergamentfoliobanb, der des heiligen Augustimis Werk über die Dreieinigkeit, Bekenntnisse und Handbüchlein, sowie den apokryphen Brief des hl. Paulus an Seneca nebst dessen Antwort enthält. Der Band ist, wie der Entdecker m der Münchener Akademie der Wissenschaften mitteilte, anscheinend für die Bibliothek in Kaisheim selbst geschrieben worden. Zur Erbauung seiner Leser, so beginnt der Verfasser, wolle er über wunderbare unb erstaunliche Ereignisse vom Jahre 1091 an berichten. Die kritische Untersuck)ung der Jahrbücher ergibt für ihren größten Teil enge Zusammenhänge mit bisher »chon bekannten Quellen. Eigentliche Bedeutung kommt schließlick) fast nur den Aufsckreibungen über örtliche Vorgänge zu. Hervorragendes Interesse aber bietet ein Nachtrag mit einem merkwürdigen Bericht über die Schlacht, die am 24. Dezember 1299 ber Mongolenkhan im Verein mit ben Königen von Georgien und Armenien gegen den Sultan von Aegypten in der Ebene bei Homs gewann. Das richtige Datum wird angegeben, und die Schilderung der Schlacht unb ihrer Folgen ist sehr klar und anschaulich. Der Text fdheint einem Briefe bes Königs von Armenien an den König von Cypem zu entstammen, ben dieser bald nach dem entscheidenden Tag schrieb und ben nach Angabe der Handschrift ein bei der Eroberung Akkons gefangener, in Damaskus in Gefangenschaft gehaltener, und dann bei der Einnahme dieser Stadt durch die Mongolen befreiter Ritter überbrachte. Die Aufzeichmingen sind noch während des Feldzu'ges und Mar anscheinend in Cypern selbst gemacht, daß uns über die Ereignisse „drunten n>ett in der Türkei" aus dem bayerischen Kloster Kaisheim Kunde kommen sollte, bleibt wunderbar. — Die 25jähr. Jubelfeier des Heidelberger Bachvereins und des Akademischen Gesangvereins nahm am Sonntag nachmittag vor ausverkauf- fern Hause in dem großen Saale der Stadthalle unter Leitung des Generalmusikdirektors Prof. W o l f r u m und unter Mitwirkung erster auswärtiger Künstler im Beisein des Großherzogs sowie des Prinzenpaares Max von B.aden ihren Anfang mit der eindrucksvollen H-Moll-Messe von Bach. Am Abend sand ein Festmahl zu 350 Gedecken in ber Stadthalle statt. Der Großherzog, ber schon amSams - t a g fi!u Heidelberg eingetrofjen, wird bis Dienstag dort bleiben, um den Drei noch folgenden Konzerten beiwohnen zu können. Das grollende Berlin und ber An kauf des Opernhauses. Die Verhandlungen über den Ankauf des Opernhauses durch die Stadt Berlin, die zwischen Finanzmiiiisterium, Hausministerium und Magistrat in der Schwebe sind, wollen zu keinem Abschlüsse kommen. Berlin scheint wegen des Verkaufs des Tiempelhoser Feldes an Tempelhof zu grollen und will den „alten Kasten" nicht übernehmen, wenigstens keine 6 Millionen dafür anwenden. Da der Umbau des Opernhauses rund 860 000 Mk. gekostet hat, so wlll der Staat die Kaufsumme nicht noch mehr herabsetzen; er will sogar bas Opernhaus noch zehn Jahre benutzen, bis die neue Oper fertiggestellt fein wird. Ob aus dem Ankäufe durch bie Stabt vorläufig etwas wirb, ist sehr fraglich, zumal auch Berlin bei biefem Ankäufe Bebingungen betreffs Untertunnelung ber Linben stellt, die ohne weiteres nicht annehmbar sind. — Die Leiche Rudolf Lindaus .ist am Freitag nachmittag von Bord des Dampfers „Prinzessin Heinrich" nach der Kirche auf Helgoland übergeführt und nach einer Trauerrede aufgebayrt worden. Der Sarg wurde von Schiffern getragen und junge Helgoländerinnen trugen die zahlreichen Kränze; sämtliche Beamte und viele Ein- wohner gaben das Geleit. Am Strand, auf der Landungsbrücke und auf den Lausern wehten die Falmen Halbmast Die Beerdigung, bei der Pastor Hellwig eine ergreifende Rebe hielt, sand am Samstag statt. doch das Bewußtsein keinen Augenblick gestört war. Er fl 2. Aur Stadt und Land. politische Lagesschan. uni W 3. 4. 5. haben, auch etwas getan würde. — Watzenborn-Steinberg, 23. Okt. Eine stärkere Wahlbeteiligung als bei unserer am 22. ds. Mts. erfolgten - ei Ä A. Altenstadt, 23. Okt. renovierten Kirche und der unter großer Beteiligung statt. bisherige Bürgermeister Balthasar Hirz VI. erhielt 213 der zweite Kandidat, Müller Johannes Hirz IX., 200 Stimmen,. Der seitherige Bürgermeister Hirz behauptete also das Feld. Hoffen wir, daß nun, nachdem der rege Wahlkampf vorüber; 'st, wieder Ruhe und Frieden in die erregten Gemüter ein- kehren werden. 6 Staufenberg, 23. Okt. Bei der am Freitag zum zweitenmal vorqenommenen Gemeinderatswahl erhielten Gastwirt Louis Geißler 64 Stimmen und Landwirt LouiZ Zecher II. 63 Stimmen. Zwei weitere Kandidaten erhielten 33 und 24 Stimmen. A Ettingshausen, 23. Okt. Als eine der letzten Kirchweihfeste in unserer Gegend fand heute unsere KirmeZ wurde sofort in seine Wohnung in der Rheinstraße der- - , _________v_________ bracht und ein Arzt herbeigerufen. Das Befinden des im Wen Sessionsabschnitte ist im Reichstage jetzt aus Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen. L. Gießen, 22. Okt. gegend eingesunden. Die Kirmes-Wirtschaft von Philipps Sommer war überfüllt und auch die anderen Wirte hatten viel zu tun. £ A Alsfeld, 23. Okt. Eine große Kaninchen- s» Ausstellung hielt der Verband der Oberhessischen Kaninchen« züchter im Hotel ,Deutsches HauS* ab. Die Ausstellung Die Redner des Reichstages. Tas Sprechregister über die Reichstagsverhandlungen statt. Es folgt jetzt nächsten Sonntag nur noch die Kirchwest in Wetterfeld, von der ein alter Svruch sagt: ,Wanns rant J1 en schneit, dann eS die Wearrerfealler Kirmes nit weit/ Unser Kirchweihfest war von schönstem Wetter begünstigt, und so hatten sich denn auch sehr zahlreiche Gäste aus der Um-k Bürgermeisterwahl ist wohl kaum jemals bei einer Wahl erlebt worden. Von 429 Wahlberechtigten stimmten 413 ab,! ? also 96,3 Prozent. Es kamen zwei Kandidaten in Betracht, auf die sich die Stimmen ziemlich gleichmäßig verteilten. De ivar überaus reich beschickt; zahlreiche Geldpreise und Ehren« preise standen zur Verfügung. . Gieren, 24. Oktober 1910. ” Eine Rücksichtslosigkeit den Gerichten gegenüber ist in der letzten Zeit insbesondere in ber Stobt Gießen emgerlssen; bte Geladenen halten regelmäßig das sog. akademische Viertel ein, indem sie fast ausschließlich eine Viertelstunde oder noch mehr zu spät erscheinen. Abgesehen davon, daß das Gericht die am Anfang der Sitzung ver- saumtc Zeit am Schluffe nachzuholen hat, entstehen den säumigen häufig Nachteile. So wurden schon in diesem Monat wegen nicht rechtzeitigem Erscheinen gegen mehrere Angeklagte Haft- bezw. Vorführungsbefehle ertasten sie haben dadurch die Unannehmlichkeit, daß sie sofort durch die Polizei, die telephonisch verständigt wird, verhaftet berw vorgesührt werden. Mehrere Rechtsmittel wurden in der :: Berlin, 22. Dtt.i Ter Reichsversicherungsausschuß erledigte in seiner heutigen Sitzung einen großen Teil des Abschnitts über das Verfahren bei der Unfallversicherung. Wesentliche Aenderungen wurden nicht beschloßen. Auf Antrag des Zentrums wurde bestimmt, daß der Unternehmer, her der Berufsgenossenschuft bei einer Geld- strafe brs zu 300 Mark «auf Verlangen den für die Berechnung i ^nlja)aoigung rn Der Höhe von Entgelt nachzuweisen Hut zu ausreichend und erkannte demgemäß, diesem Zwecke fortlaufende Aufzeichnungen hierüber zu führen' n — - hat. Die Beratung wird bei § 1564 Montag nachmittag fortgesetzt. ' Darmstadt, Orgelbauer Bechstein-Groß-Umstadt und Lehrei " Biedenkopf führten die neue Orgel konzertmäßig vor. Da? 1 Gotteshaus erscheint in seinem neuen Schmuck aufs vorteil- j Hafteste. Aeußerst interessant sind die wieder aufgedeckter i I und hergestellten biblischen Bilder in den Feldern der Em- ■ I poren. Die beibehaltene alte Vorderansicht der Orgel zeig le| sehr schönes Schnitzwerk. 11 Ortenberg, 21. Okt. Durch behördliches Aus schreiben ist jetzt auch der S ch w e i n e m a r k t am 1. No » - vember verboten, so daß nur Pferdemarkt an. 31. Oktober und 1. November stattfindet. Da der Kr ä m er markt mit jedem Jahre an Bedeutung abnimmt, so dürft, diesmal unser weithin bekannter „Kalte Markt" eine stark. Einbuße erleiden. r. Angersbach, 22. Okt. Bei der heute Vorgenom men^i Gemeinderatswahlwurden an Stelle von dre i ausscheidenden Mitgliedern die Landwirte Hch. Andrem Keller mit 97 Stimmen, Hch. Wahl 23. mit 71 Stimmer wiedergewahlt, neu gewählt wurde Landwirt Hch. Konrcü mit 101 Stimmen. Bon 286 Wahlberechtigter haben 171 ihr Wahlrecht aus geübt. ,x Vom Boaelsberg, 21. Okt. In Breunges E Fuße des Hoherodskopfes, steht ein Mselbaun m voller Blute. _ _ In dem um Vjt Uhr be re ginnenden Festgottesdienst nahm Dekan Orth von Nieder- Wöllstadt die Weihe vor. Das Kirchenkonzert, das untei $ Mitwirkung des Kirchenchores und Männergesangvereins ver- ar anstaltet wurde, leitete Lehrer Storck. Musikdirektor Stammler- 2 h m fü bc v' pi u G fd 1 ?' Okt. Wenn man von Westen von fern. IS tL Ä '°c mmmt «n. massiger Bau im Osten bei Dorfes den Blick gefangen. Seine erhöhte Sage, seine Aus! moderne Bauart, bte bellen Wänbe im wohl n ^h.a®9rCai^ z^?^bsttbach, geben bem Ban ein bomi , 'st bas neue Schulhaus, besser twllz^I' Vor dem alten Schulhause macht, r der Festtug halt. Der erste Lehrer der Schule, Etling, nahn ^er nach dem Gesang der Schüler Abschied von der alten ©tätte aite .Schulhaus seine Schatten- und Licht ^nsehabt,wre erstere mit ihm Zurückbleiben und letztere mi | S1 ru ?b srnzrehen möchten in den imposanten Neu „^sang des Gesangvereins schloß die Abschiedsfeier. Au \ aftf §.?^anseh)mmen, von der der majestätische Neubau heral auf das Dorf sieht, begrüßte Schulrat Eck-Alsfeld die zahlreich Festversammlung. Er gedachte der großen Opfer, welche di. i ’h'J 925u6au auferlegte, rühmte der Gemeind, «mn für die Jugend, wovon der Neubau so beredt Zeuanü ablege und gedachte der PflMen, die dieser Bau Elteni uni Schulern auferlege Pfarrer Vogt-Ober-Breidenbach zeigte wü e 9kaTI.ein^Qrrn wirken müßten, um den hohe, Zweck der Erziehung und des Unterrichts zu erreichen schlldert. den Einfluß bti> Eltttnhauses auf die Schule und schloß'mit einen üi^pii^bS^uswunsch. Nach stimmungsvollem Vortrag der Mili •ar^aR^ e Ansprache eines Schulmädchens dankte Rau. lnspektor Fischer-Alsfeld allen Faktoren, die an dem Bai ^geholfen. .Kreisrat Dr. Heinrichs- Alsfeld führte a^s mi, öer Neubau ein Markstein, ein Ruhmesblatt für Storndorf bilde wie der Bau feinen Meister lobe, wie er durch seine neuzeitlicher Einrichtungen worunter Schülerbad r^d Zentralheizung d^! ^-wlz leden^torndorfers bilden müsse und schloß mit Dankes ^ur Bauleitung, Bauleute und Gemeinde. Nachdem iwd t»er Bürgermeister allen seinen Dank ausgesprock>en hatte wurb unter dem l^sang der Schüler, „Tut mir auf die schöne tzforte" das neue Schulgebäude geöffnet. Nun ergoß sich k™ Strom bei S ^au^- Ungeteiltes Lob «4? über bie Polte, .bestechende Einrichtung des Gebäudes. Ein Festessen iu **. Ich- $>e)fert. ^\e Nacht vom ^amstag zum Sonntag verlies ordn et e niemals rednerisch hervorgetreten bei ruhigem Schlaf sehr befriedigend, Funktionsstörungen sind, hat eine Reihe der bekannteren Llbgeordneten es sind nicht vorhanden. Eine vollständige Genesung ist mit ZU ziemlich hohen Zahlen gebracht. Bemerkenswert ist, daß Sicherheit zu erwarten, jedoch wird Exzellenz Braun bis immer die Führer der Parteien das große Wort zur Meberaustiahme seiner W-nstgeschäst- einer längeren ^?"spr^nur° achtm< S Schonung bedürfen. mann nur sechsmal. c.Chha Aaw g . . —Die meisten Reden hielt wie in allen Sessionen der vle zweite Lesung der Iustlzgesetze im Auzschutz. Zentrumsabgeordnete Erzberger, der über fast alle Ge- _ :: Berlin, 22. Okt. biete sich ausließ, er brachte es auf 370 Reden, so daß Ter Strasprozeßausfchuß begann seme heutige Beratmig mit er im Durchschnitt täglich zweimal sprach, er hat fast so ,b1cr ^5 r??fn oft gesprochen, als die Leiden nächsten Redner zusammen, gerichtlichen dmti^cidungen und Protokollen und deii Zustellmigen hin hnTf5hnrfpirtrhOM r r n t- handelt. Ter Abschnitt wurde unter »Ablehnung der Abänderungs- n V " anträge nach den Beschlüssen der ^ersten Lesung angenommen. Ein ® 0 f Reden), lieber Antrag auf Aenderung des Zustellungsverfahrens veranlaßte eine haben das Wort ergriffen. Ledebour (142), größere Aussprache; er wurde abgelehnt, weil die Mehrheit es ® r 0 b.e r (12b)/ v- Gamp (122), Dr. G o r k e - Branden- nicht für angezeigt hielt, die schwierige Materie nebenbei zu regeln, bürg (120), Werner (118), Behrens (113), Basser- Tagegen wurde einstimmig eine Entschließung gefaßt, den Reichs mann (110), Dr. Wiemer (106), ,Dr. Sender (102). kanzler um Vorlegung eines Gesetzes zu ersuchen, das die Materie Es folgen Dr. Arning (97), Liebermann v. Son- regelt. nenberg (87), Linz (Ztr / und Dr Mu ad an (82} Auch der vierte Abschnitt über Fristen und Wiedereinsetzung Dr A r en d t - Mansfeld ^un k-Leivrin (IAA »vurde in der Hauptsache nach den Beschlüssen der ersten Sehnig ^EeH)err P 9? iTf h n f p M( S'nJaLr? n h ? 70 ' erledigt. In bem fünften Abschnitt „Beugen" toirrbe bei § 44 Zf e " e (Z2)' ® ' die Bestimmung der Regierungsvorlage wiederhergestellt, wonach (^), Lat tmann (68), Dr. David (64), es zu einer Abweichung von der Regel, daß Mitglieder einer r o s ch e r (60), Kampf (60). Die meisten Redner gesetzgebenden Körperschaft am Orte der Versammlung zu ver- uat die nationalliberale Fraktion aufzuweisen, es folgt das nehmen sind, der Genehmigung dieser Körperschaft bedarf. Der Zentrum, das nach der Zahl der Reden dank Erzoerger Zusatz der ersten Lesung, daß die Genehmigung nur nötig jst, überhaupt an der Spitze steht, am schweigsamsten sind die wenn die Vernehmung erfolgen soll, während die Körperschaft Konservativen. versammelt ist, wurde als zwecklos gestrichen. Eine sehr lebhafte Auseinandersetzung veranlaßte der in der ersten Lesung ncit eingefügte § 45 a, der es untersagt, einen Beugen über Tatsachen zu befragen, die darauf schließeii lassen, n bei einer auf Gesetz beruhenden geheimen Wahl gestimmt I Anwesend Provinzialdirektor Dr. Usinaer als Vor- r/V wurde hierzu ein Abänderungsanttag gestellt, aber sitzender und 6 Mitglieder ®ÄÄ3C’”3£n- ®Er $Etotu6 bct aften wurde ‘ i. Enteigung von Gelände zur DurchfÜH- Weiterberatnng Montag nachmittag. b £,r. 3 u f a ftr a § e zum neuen Bahn- Die Reichzoersicheruncrrordnuna. fnYT $.on ber Geschwister Brod zu Vilbel 1 ' soll eine Flache von 438 qm zur Durchführung der Zufahrtsstraße von der Kreisstraße Vilbel-Kloppenheim zum Bahnhof Vilbel-Nord zngezogen werden. Die Besitzer verlangten 8.50 Mk. pro qm, die Stadt Vilbel als Unternehmerin bot 3 Mk., die Lokalkommission schätzte den Wert auf 6 Mk. pro qm. Der Provinzial-Ausschuß hielt eine Entschädigung in der Höhe von 6 Mk. pro qm für Die Einweihung unsere, ;■ 5 neuen Orgel fand heutk!be Die Fortschritte im Ausbau des Kaiser Wilhelm-Kauals. Aus Kiel schreibt man uns: Die Arbeiten zur Er- weiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals haben programmmäßig ihren rz-ortschritt genommen, an 22 Stellen gleidjier Zeit gearbeitet, ohne daß im Schiffsbetrieb nennenswerte Störungen eingetreten sind der Kriegsmarine der' Ausbau des Kanals schneller gefördert werden soll, so soll im näcbften Haushaltsiahre die Erweiterung des Kanals lebhafter be- trieben werden, dre Mittel werden erhöbt werben i, -------------------... UC1 bek?T^.iter Üetzt 4000 im Durchschnitt) ver- 8e.1 oerroocfcn- wogegen bie Angeklagten nichts ein = Erwerternngsarberten bedingen an ge-i°°"den können, bezw. ihre Einwendungen unberlicksichtiot wts,en Stellen ern sehr langsames Fahren, so daß das bleiben müssen, da sie nicht nachzi,weisen vermochten bok Urfrnh 3eit erfordert -'N nicht abwendbares Ereignis die^Folge des zu späten Er^ Geusen erweitert wird imb andere HochdEen^ au« ^eoen^ eine mu6- Ferner wurde geführt werden. 45 r/9Cc etne QQn^c ^^ihe von Zeugen auf Ordnunqs- . .Y ^Metten lassen schon jetzt vielfach die großeii Vor- wegen nicht rechtzeitigen Erscheinens erkannt. ^ile des Neubaues erkennen. Der Kanal erhält doppelte i-. c^^Z/^tzte Belohnung. In der Nacht vom ^bfgang, elektrische Beleuchtung in i>er £2,r ?UL13, Oktober l. Js. brach auf dem Warthof bei anrf)r Verkehr nicht ruht, die m(r6 Feuer aus, durch das die Scheuer und ber Schleusen werden auf 330 Meter verlängert, so daß sie jeden P^^bestall vernichtet wurden. Es ist mit Sicherbeit nn fernen Ozeanriesen fassen können. Die Schleuste Sunehrnen, daß Brandstiftung vorlieqt.Auf die 6?- ^.uem die Front eines fünfstöckigen Hauses be- ^ng des Täters ist eine Belohnung von 200 Mk. aus- H- Jakobi Ehefrau, Utphe, 296 qm, pro qm 1 Mk. und 30 Mk. für Minderwert, 882 qm ä, 1.20 Mk H- Wächtershäuser V., 225 qm ä 1.20 Mk. und 30 Mark für Minderwert, 216 qm 5 1 Mk. K. Wächtershäuser II. 216 qm ä 1 Mk. Jakob Dehler 320 qm ä 1 Mk. A Hofmann 957 qm ä 80 Pf., für Minderwert 1192.80 Mark, für Obstbäume 921 Mk. 6. G. Burkhardt 507 qm ä 1 Mk. die politische Lage in Elsaß-L'othÄngmünd die Verfassungs-1 gung^ ^°'"Si°l°Ausschuß erkannte folgende Entschädi- reform, wobei er ausführte, daß auch das Zentrum für 1 < „ s. p m Tie F nter bewilligt Serben,’Xuf Äm« fae « 1 M-nderwert 1500 Mk. strich daber kräftig die Notwendigkeit des Zusammengehens mit der altdeutschen Zentrumspcrrtei. Für den erkrankten Reichstagsabgeordneten Dr. Heim-Regensburg sprang der Reichstagsabgeordnete Will ein, der über die Mittelstandsfrage sprach. habe die StaatSkaffe um 10 01)0 Dlark geschädigt, vielmehr wäre der Angeklagte verpflichtet gewesen, jährlich J 10 000 Mk. Einkommen zu versteuern. = Rödgen, 21. Okt. Bei der hiesigen Gemeinde» U ratS wahl wurde Joh. Heinr. Belloff mit 73 Stimmen und ' Ernst Jnderthal mit 66 Stimmen wieder», Louis Schwalb f mit 45 Stimmen neu gewählt. Aufgestellt waren diesmal; gegen 10 Kandidaten. — In unserer Gemeinde wird schon ■ J 2. Enteignung von Gelände in Gemarkung Ober-Eschbach zur Erbauung einer Neb en- ________________________ bahn von Hedd ernheim nach Homburg v. d. H. Ein Zentrumsparteitaa in Llkak-rotbrinaen L Bahn ist eine Anzahl Grundstücksteile er- r 9 nw or ? *vu,tumtn. forderlrch, bte bte zur Stellung des Geländes verpflichtete .zweite Versammlung wurde deshalb gleichzeitig im „Ritter" i H Fakobi Ebeirau Utvbe 296 nm hm nm i smr abgehalten, wahrend in einem Nebenraum des'Sängerhauses LDm Uttib eine dritte Versammlung für französisch Sprechende statt- fand, ian der etwa 200 Personen teilnahmen. In der deutschen Versammlung, in der Reichstagsabgeordneter Dr Vonderscheer den Vorsitz führte, kam es zu einer starken Betonung des Zusammengehens der elsaß- 4 othr in gischen Z e n t r u m s p a r t e i mit der alt- o e u t i ch e n Zentrumspartei. Es sprachen u. a : Reichstagsabgeordneter Hauß über mehrere Wochen an der Vertilgung der vielen Feld» mäuse gearbeitet. Gut wäre eS auch, wenn an den Bösch- ungen der Kreisstraße, wo sie bei Tag ihre Tummelplätze a Saale der Döring'schrn ^Gastwirtschaft rechte sich an die Einweihungsfeier. Hier eröffnete Kveisrat Dr. Heinrichs die Reihe der Toaste mit einem begeistertem Hoch auf den Groß- herKog. Stehend sang die Festvcrsammlung die Hesserchymne. Die 9.ltusik der Militärkapelle lockte hiernach zum Tanze, denn mit der Schulemwnhung verknüpfte sich des Dorfes Kirchweihfest. : Rodheim v. d. H., 23. Oft Auf der Station Nod- heim v. d. H. entftanb auf dem Bahnsteig ein kleiner Menschenauflauf, da ein 16 Jahre altes Mädchen auf dem Bahnsteig lag, das aus dem 6V2 Uhr in Homburg abgehenden Zuge gefallen war. Das Mädchen wurde sofort von einem Bahnbeamten aufgehoben: eS hat anscheinend keine Verletzungen erlitten. X. O st h e i m v. d. Nhön, 23. Okt. Der am 12. d. Mts. flüchtig gegangene Stadtkämmerer Winzer ist zurück- gekehrt und hat sich in Eisenach der Behörde gestellt, woselbst seine Verhaftung erfolgt ist. Vezirts-Ackerbau- und Obstausstellung und Zaatgutmarkt in Grünberg. △ Gründ erg, 22. Okt. Auch diese Veranstaltung des Lartdwirtschastskanrmer-Aus- schusses für Oberhessen schloß sich ihren Vorgängerinnen würdig an. Tie Ausstellung wurde am Samstag eröffnet. Oekonomierat H o fm a n n -Hofgüll dankte den Ehrenpreisstiftern, dem Komitee und den 'Ausstellern, sowie den Ausstellungsleitern .Kreutz-Gießen für Ackerbau und Dr. Hoffmann-Friedberg für Obstbau. Er betonte das Zusammenarbeiten der Kammer mit dem Obstbauverein, der insofern die Sache unterstützte, daß er einen Beamten zur Verfügung stellt. Nach der Ansprache erfolgte ein Rundgang mit Erläuterungen der Ausstellungsleiter. In der Abteilung Ackerbau sind besonders die Grirppen der Landwirte Stein- Grünberg und Sohrmann-Warthof zu erwähnen, welche eine schöne Zusammenstellung von den verschiedensten Ackerbauerzeug- nissen zur Schau brachten. Im Obstbau leistete Zimmer- Bingmühle hervorragendes. Diese Gruppen wurden auch mit Ehrenpreisen und höheren Preisen bedacht. Auch die Einzelausgaben wurden von vielen Ausstellern vortrefflich gelüst, besonders reichhaltig waren die Gemüsesammlungen der Landwirte Herm. und Heinr. Velten-Göbelnrod. Letztere vereinigte in feiner Gruppe 52 verschiedene Arten von Gemüse und Gartcn.ba.u- erzeugnissen. Aber auch die Saatbaustellen der Landwirtschafts- kammer waren reichlich und in vorzüglicher Qualität in der Ausstellung lvertreten. Erwähnt sei noch die Ausstellung des Grünberger Bienenzuchtvereins, der in geschmackvoller Anordmrng Honig, Wachs und Waben, sowie lebende Bienen zeigte. Der Besuch war am Samstag gut und am Sonntag recht zahlreich. Nackimittags 4 Uhr hielt Dr. Hamann- Darmstadt einen Vortrag über „SortenAüchtung und die Ergebnisse von Sortenversuchen, angewandt auf die Verhältnisse des Ausstellungsbezirks". Der Vortrag fand die lebhafte Zustimmung der zahlreichen Zuhörer. __ Unter den zahlreichen Ehrenpreisen befanden sich u. a. solche vvn der Stadt Grünberg und dem landwirtschaftlichen B^irks- verein. Seitens der Lmrdwirtschaftskammer wurden 850 Mark an die Aussteller verteilt. cMchiffabrt. Fernfahrt des M. 3. Erfurt, 23. Okt. Das um 3,10 Uhr in Berlin aufgestiegene Luftschiff M. 3 passierte 8,30 Uhr Apolda, erschien um 8,50 Uhr über Erfurt und flog in flotter Fahrt in der Richtung nach Gotha weiter. Gotha, 23. Okt. Das Luftschiff M. 3 ist um 9,45 Uhr vor der Luftschiffhalle glatt gelandet. M.. 3 schwer beschädigt. Berlin, 23. Okt. Das Militärlustschiff M, 3 hatte den Befehl erhalten, eine nächtliche Uebungsfahrt nach Gotha anzutreten, woran sich in Gotha selbst weitere Uebungen ansch'ießcn sollten. Trotz der wenig günstigen Witterung traf das Luftschiff, wie gemeldet, um 9,45 Uhr in Gotha vor der Luftschiffhalle ein. Beim Einbringen des Luftschiffes in die Halle ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall, indem die Hülle des Luftschiffes an den vorstehende Bolzen der Halle so stark beschädigt wurde, daß das Schiff entleert werden mußte. Es wird nach Berlin per Bahn zurückgebracht und sofort repariert werden, um alsdann die Uebungsfahrten wieder aufzunehmen. Johannisthal, 23. Okt. Das Luftschiff P 6 unternahm heute mit dem Erbprinz und der Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen bei böigem Winde eine Rundfahrt über mehrere Ortschaften und landete nach 40 Minuten glatt vor der Luftschiffhalle. Petersburg, 22. Okt. Leutnant Ru dnew legte heute mit einem Farmanopparat den Flug von K o l o m a j i nach dem Flugplatz Gatschinain5 6Minuten zurück und führte einen Passagier mit. Spielplan der vereinigten Kranksurter Stadttheater. Opernhaus. Montag, 24. Oft.*): »Hänsel und (Bretel.” Hierauf: „Cavalleria rnsticana.“ Dienstag, 25. Oft.: »Die Afrikanerin." Mittwoch, 26. Oft., abends 7ft? Uhr: »Der Zigeunerbaron." Donnerstag, 27. Oft.: »Liebelei." Freitag, 28. Oft., geschlossen (3. Museums- Konzert'. Samstag, 29. Oft.: »Der Graf von Luxemburg." Sonntag, 30. Oft., nacbm. 3'ft Uhr: »Mignon." Abends 7 Uhr: »Der Troubadour." Montag, 31. Oft.: »Oberon." Dienstag, 1. Nov.: „Earmen." Mittwoch, 2. Nov., abends 7ft, Uhr: „Ein Walzer- traum." Schauspielhaus. Montag, 24. Oft., abends 7'/, Uhr: »Der grobe Name." Dienstag, 25. Oft.*): „Elektra." Vorher: »Die sittliche Forderung." Mittwoch, 26. Okt.: »Frau Warrens Gewerbe.' Donnerstag, 27. Oft., abends 71/? Uhr: „Tie törichte Jungfrau." Freitag, 28. Oft.: „Der Hütten bescher." Samstag, 29. Oft.: „Elektra? Vorher: „Tie sittliche Forderling." Soitntag, 30. Oft., nachmittags 3ft, Uhr: „Der große Name." Abends 7 Uhr: „Eleftra." Vorher: »Tie sittliche Forderung." Montag, 31. Oft., abends 7ft, Uhr: »Alt-Heidelberg." Dienstag, 1. Nov.: „Tantris der Narr." Mittwoch, 2. Nov.: »Elektra." Vorher: „Die sittliche Forderung." Donnerstag, 3. Nov.: „Einer von unsere Lent'." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei. Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen, c Oft. E ‘ti Wetter 1910 Sonnenschein Bew. Himmel Klarer Himmel 5 9 0 D Z eo -E L Höchste Temvergtur am Niedrigste , » e s = - ö k, w 22. bis 23. CftoL'tr = 4- 9,4 22. „23. „ = 4- 4.8 ssr-k,'^ 0 Ox» i Jf 23. 2» IJ46,8 92 5,9 68 NNE 4 23. 9“ 747,2 6,9 6,1 83 NE 2 24. i 747,2 4,5 5,9 94 NNE 2 Kein tiiclniker versäume MESSMER/5 ? ausgewählte feilte THEE= SORTE: IM 100g Pakete Q55Mk-1,4()Mk eine häusliche Trink ku x mit Depot für Giessen: Jean Weiwei, Tn’iephon 235. ss’ Assmannshauser natürlicher a Gichtwasser. Rein natürliche Füllung, mit natürlicher K ohlensäure an^ereichert. Broschüre mit Heilberichten frei. Bade? .aison Mai bis Ende Sept. Brun non Verwaltung Gichtbad As-»man ns hausen a. Rh. Vorsicht bei der Wahl der Woi >nungs- Einrichtungen. 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