Nr. 275 Zweiter Blatt (60. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme de- bonntagS. General-Anzeiger für Sberheffen D»e w«tefienet FamtUendlStter- werden dem ,Sinniger* viermal roochentltcb beigelegt, das „Kretsblatl für den Krets Stehen" groeimal wöchentlich. Die „LanSwtrtschaftltchen Lett- tragen" erfchemen monatlich groctmaL Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strage 7. Expedltion und Verlag: 5L Redaktion: TeL-Adru AngeigerGießen, Montag, 21. November J9J0 A Rotationsdruck und Verlag der Drühl'lchen p UnwerfnätS - Buch- und Steindruckerei. — R. Lange, Gießen. ränderungen ea 6 Uhr ist die temberg, 4. Franlfurt, die fortschrittliche Vottspariei ver- l_0ro,2' Stettin an die Sozialdemokraten und behauptete Segnitz. Das Zentrum und die Polen behaupteten ihre Mandate. Die wirtschaftliche Vereinigung verlor 2. Sachsen- -asetmar an die Sozialdemokratie, wo für den Abg. Schack der Sozialdemokrat Leber gewählt wurde, die Reformpartei verlor 20. Sachsen an die Sozialdemokratie. Wie mit ziemlicher Gewißheit vorauszusehen war, ist dir sensationelle Flucht Tolstois die letzte Willensregung eines schwerkranken Greises gewesen und rasch hat ihm der Tod die Augen geschlossen. Tolstoi, der in bedeutender Ueberschätzung von einigen begeisterten Anhängern mit Goethe auf eine Stufe gestellt wurde, ist 82 Jahre alt geworden, lieber die letzten hebens» stunden meldet uns der Draht: Astapowo, 20. Nov. Seit gestern abenb 8 Uhr befanden irch sechs Aerzte am Krankenbett, darunter zwei Aioskauer Spezialiften für Herzkrankheiten. Gegen ll Uhr hatte sich sein Zustand etwas gebessert, dann trat aber wieder ein Herzkrampf ein. Nach dem Anfall äußerte Tolstoi: „Auf der Erde smd Millionen Menschen, von denen viele leiden. Weshalb sind Sie denn alle bei mir allein?" vke Moabiter Strahenkrawalle vor Gericht. , > Berlin, 19. Nov. In der heutigen Sitzung stellte Rechtsanwalt Rosenberg oen Antrag auf Vernehmung einiger Zeugen, welche bekunden wurden, daß bet. den großen Wahldemonsttationen unter der Menge sich Polizeiprovokateure befunden hätten, welche „Bluthunde gerufen und die Arbeiter aufgehetzt hätten, fo der Kriminalbeamte Sch la f, der sogar selbst damals die Polizeibeamten vefchiinpst habe, wie das aus einem in byv Angelegenheit ergangenen Urteile hervorgehe. Dr. Rosenfeld will durch diese Vernehmung es wahrscheinlich machen, daß auch bei den Moabiter Krawallen sich Polizeibeamte zum Zwecke der Provokation befunden und speziell das Wort „Bluthunde", welches Polizeileutnant polte öfter gehört, gerufen haben. Die als Zeugen vernommenen Polizeileutnants Folte und Götze hoben beobachtet, daß die Tumultuanten vielfach Unter- ftutzuug bei den Bewohnern der angrenzenden Däuser dadurch sanden, daß die Daustüren abgeschlossen wurden, nachdem die Leute eingelassen worden waren. Es geschah dies, um sie der polizeilichen Festnahme zu entziehen. Polizeileutn. Bismarck, Adjutant des Polizeimajors Klein, hat dasselbe beobachtet. Nach Ansicht dieser Beugen sind die Juso b nun gen, aus denen Schimpfworte gerufen, sowie Blumentöpfe und Bierflaschen herabgeschleudert wurden, nicht etwa von Aiwwdps, sondern von besseren Arbeitern bewohnt. Es wurde ststgestellt, daß infolge eines scharfen Pfiffs eine Menge Menschen aus den Däusern gestürzt kam und sich an dem Tumult leteUigten. Dies Spiel wurde wiederholt beobachtet. Es machte Nirchaus den Eindruck, als ob die Leute Dand in Dand mit den Dausbewohnern gingen. Da die Beantwortung verschiedener Aussagen von den Zeugen abgelehnt wird, formuliert Rechtsanwalt Heinemann einen Antrag, dahingehend, das Polizeipräsidium zu er- uchen, die Polizeibeamten zu ermächtigen, über alle aus die Moabiter Unruhen bezüglichen Dinoe Aussage machen zu dürfen: falls dies abgelehnt werde, Auskunft darüber zu erbitten, wer die Zeitunaen polizeilicherseits über die Moabiter Unruhen informiert habe. Der Gerichtshof behalt sich die Beschlußfassung über diesen Antrag vor. Tolstoi •j*. Astapowo, 20. Nvv. Tolstoi ist heute gegen früh verschieden. gür die Aus geschiedenen tonrb en gewählt: No- kncki (Pole) in 1. Posen, Kochan (nL) in 6. Gumbinnen, Buchtemann (F. V. P.) in 7. Liegnitz, Kuntze (Soz.) in 2. (Stettin, Busold (So^) in 2. Hessen, Keil (Soz.) in 2. Württemberg, Göhre (Soz.) in 20. Sachsen, Faber (Soz.) in 4. Frankfurt, Dr. Spahn (Warburg), der Sohn des L Vizepräsidenten Dr. Spahn, in 5. Minden, v. Morawski (Pole) in 4. Posen. Im Wahlkreise 2. Königsberg hat für den verstorbenen Abgeordneten Arendt (Labiau) eine Ersatzwahl bisher noch nicht stattgefunden. In der Legislaturperiode seit Januar 1907 sind aus- geschreden durch Tod 30 Mitglieder, durch Mandats nieder- legung 11. Durch die Ersatzwahlen des letzten Jahres verloren die Konservattven den Wahlkreis 6. Gumbtnnen an die Nationalliberalen, die Nationalliberalen verloren folgende 3 Mandate an die Sozialdemokraten: 2. Hessen, 2. Würt- . «< , L yuii) luiiL. V2/5 eien .... ^^olche gewesen. Sem Schaden betrage etwa 1400 Mark. smterc^ bie Aussage des Kaufmanns Prenß, Be- der Ecke Hutten- und Beußelstraße. Er aus: Ich wurde mitten tn der Nacht vom Wächter geweckt, der mir mitteilte, daß meine Schaufenster zertrümmert XrfSJ n-ei(?e aruf bie Straße zu bimmen und w!- £ bcort postierten Schutzleute, mich durchzulassen. Ich sei Preuß und wollte nach meinem Warenhaus. Wan ließ mich aber nicht durch und ich wurde angeschnauzt: Scheren Sie sich weg. ^Utobe bie Polizei, als Sie an die Beamten herantraten, bedrängt? Z e u g e: Nein. Es war niemand außer 5}';’“ ®ie Schutzleute ftanbm mit gesogenen Säbeln allem auf der Straße. Vria®? beim Einschlagen der Fenster war die Polizei nicht da Als aber der Besitzer kam, um sich den Schaden zu besehen, wurde er von den Beamten angeschnauzt. Auf Befragen des Rechtsanwalts Cohn gibt der Beuac kQbe £on seiner Wohnung aus gesehen, daß ver- schiedene Leute von Beamten geschlagen wurden, u. a. ein junger h Hausdiener ober Laufbursche, im Alter von 16 bis 17 Jahren, der wie ein Kind weinte und die Beamten ^;rP\4?ns'm0^te V ^slassen, er sei unschuldig. Es waren, obgleich die Straße fast menschenleer war, viele Kriminalbeamte m bemedert. Sie standen meist in den Türnischen und sobald ein Mensch sich auf der Straße sehen ließ, stürzten sich 3 bis 4 Beachte auf ihn und bearbeiteten ihn mit Stöcken und Ochsen- ^emern An drei Abenden habe ich gesehen, daß Leute, welche erst durch die Schutzmannsketten hindurchgelassen worden waren, von Krimmalbeamten geschlagen wurden. R.-A. Heine: Aus solchen Ursachen ist doch wohl die E^E^ng gegen die Polizei zu erklären. Zeuge: Jawohl. Jd? habe von verschiedenen Seiten gehört, daß wegen dieser Bor- falle eine große Erbitterung geherrscht habe. Es wurden auch Leute geschlagen, welche durch die Polizeikette mußten, wo gar keine Ansammlungen stattfanden. Auch einer von meinem Personal E von Beamten gestoßen worden sein, als er sich nach außen begeben wollte. D Reichstags-beginn. Der Reichstag wird am Dienstag, dem 22. Novem- nn(i)ntittflg5 2 Uhr, nach mehr als sechsmonatiger Panse seine Arbeiten wieder aufnehmen. Auf der Tagesordnung stehen die ersten Lesungen der drei kleinen Vortagen betreffend die Beseitigung von Tierkadavern, betr den Schutz des zur Anfertigung von Reichsbanknoten ver- wenoeten Papiers gegen unbefugte Nachahmung, betr. die durch die neue Strafprozeßordnung veranlaßten Aende- rungen des Gerichtskostengesetzes. Außer diesen kleinen Vorlagen harren der Erledigung aus dem Frühjahr noch: das Arbeitskammergesetz', das Hausarbeitsgesetz, die Novelle zur Gewerbeordnung betreffs Lohnbücher, das Reichsbesteuerungsgeseh, die neue Strafprozeßordnung, die kleine Novelle zum Strafgesetzbuch, die Fernsprechgebührenordnung, die Reichsversicherungsordnung, das Zuwachssteuergesetz und der Entwurf zur Errichtung eines obersten Kolonialgerichtshofes. Dazu kommen das neue Schiffahrtsabgabengesetz und der Haushalt für 1911 mit der Heeresvorlage. Im Dezember resp. im Januar werden dem Reichstag noch zugehen: Der Entwurf über die Elsaß-Lothringische Verfassung und der Entwurf über die Privatbeamtenversicherung. DieStärke der Reichs tag spar teien wird beim Zusammentritt des Reichstags folgende sein: Konservative ö6 Mitglieder, 2 Hospitanten (Mandat 2. Königsberg unbesetzt), Reichspartei 20 Mitglieder, fünf Hospitanten, wirtschaftliche Vereinigung 16 Mitglieder, 1 Hospitant, deutsche Reformpartei zwei Mitglieder, 1 Hospitant, Zentrum 105 Mitglieder, ein Hospitant, Polen 20 Mitglieder, Nationalliberale 44 Mitglieder, 5 Hospitanten, fortschrittlicheVolks- Partei 48 Mitglieder, Sozialdemokraten 52 Mitglieder. Keiner Fraktion gehören an 18 Mitglieder (Arnold, Dr. Böhme, Bruhn, v. Dannenberg, Dr Gregoire, Hanßen, Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Hilpert, Kobelt, Labroise, Lehmann (Jena), Dr. Graf v. Schwerin- Löwitz, de Wedel, die Elsaß-Lothringischen .Abg. Delsor, Preiß, Dr. Ricklin, Wetterle, Wiltberger). Im Jahre 1910 haben folgende Veränderungen im Mitgliederbestände des Reichstages stattgesun- den: Es legten ihr Mandat nieder der Abg. v. Chrz-anowski (1. Posen, Pole) am 10. L 10, der Abg. Dr. Hieber (2. Württemberg, nL) am 1L 5. 10. Es starben der Abg. Dr. Udo Gras zu Stolberg-Wernigerode (6. Gumbinnen, b. t F.) am 19. 2. 10, der Abg. Dr. Hermes (7. Liegnitz, F. 23. P) am 19. 3. 10, der Abg. Dr. Delbrück (2. Stettin, F. 23. P.) am 3. 4. 10, der Abg. Graf v. Oriola (2. Hessen, b. k. F.) am 17. 4. 10, der Abg. Zimmermann (20. Sachsen, Ref. P.) am 30. 5. 10, der Abg. Detto (4. Frankfurt, nL) am 30. 5. 10, der Abg. Schmidt (Warburg) (5. Minden, Zent.) am 17. 6. 10, der Abg. Dr. v. Skarzpnski (4. Posen, Pole. am 1. 9. 10, der Abg. Arendt (Labiau) (2. Königsberg, Kons.) am 2. 10. 10. SarÜenungcn aus. Jrn kaiserlichen Mexandercheater erhoben sich die Zuschauer zur Elwung Tolstois von den Sitzen. — Groß- ?jJES1«i S^^ailowitfc^ sprach der Gräfin Tolstoi sein nmigstes Mitgefühl ans. * k Das „B T." ckeldet aus Petersburg; Bei Aufrechterhaltung btt Verbote des Heiligen Synods und bei Untersagung einer kirch- lieben Bestattung Tolstois wird der Ausbruch von Studentenunruhen befürchtet. Nach diesen Wotten wurde seine Rede unzusammenhängend. Um 1 Uhr 55 Minuten nachts trat abermals ein Anfall von Herzschwäche ein. Seine Familie versammelte sich am rttankenlager. Um 3 Uhr 20 Minuten früh erhielt er eine Morphiumeinspritzung und schlummerte sodann. Um 5 Uhr morgens war die Herztätigkeit sehr schwach und die Lage äußerst gefährlich. Um 5 Uhr 50 Minuten wurde die Gräfin Tolstoi zu dem Kranken zugelassen, der sie nicht mehr erkannte, um 6 Uhr 5 Minuten verschied Tolstoi, ohne das Bewußtsein erlanat zu haben. Dem Emschlafenen wurde feine gewöhnliche typische Kleidung angelegt. Tie Gräfin Tolswi wohnte dem Morgengottesdienst in der Schulkirche bei. Der Bischof von Kaluga, Parfeni, war eingettpüen, aber wieder abgereist. Die Absicht, eine Scelen- M)e abzuhalten, ist nicht zur Ausführung gelangt. Die Schul- under besuchten das Sterbezimmer, das mit Tannen geschmückt ist. ckus den umliegenden Dörfern treffen Bauern in Wallfahrten ?ur Bahre ein. Auch der Gouverneur ist angekommen. Morgen wird der Bildhauer Guenzburg die Totenmaske abnehmen. Tolstoi äußerte, wie behauptet wird, den Wunsch, m I a st n a j a - P o l j a n a auf dem Hügel beerdigt zu werden, wo er in seiner Kindheit spielte. Tolstois Freunde regten pen Gedanken an, das ©terbeb au§ zu erioerben und zum Nationalheiligtum zu machen. Im Sterbezimmer versammelte sich das Publikum und fang das Totenlied „Ewiges Angedenken". Ter Zutritt zum Sterbezimmer ist jedermann ge- U a 11 e t. Das Gesicht des Toten ist unverändert. Tolstoi sprach den Wunsch aus, ohne Zeremoniell und ohne Blumen begraben Tolstois Weltflucht und ichre Ursachen. Der Entschluß des Weisen von Jassnaja-Poljana, der Welt mrd ihrem eitlen Getriebe den Rücken zu kehren und sich in beschauliche Einsamkeit zurückzuziehen, hatte zwei Hemisphären in Aufregung versetzt. Es ist begreiflich, daß man hier auf das eifrigste erwägt, was Leo Tolflvi wohl bewogen haben könne, fein Haus, in dem er sich von treuer Sorge umgeben sah, zu verlassen. Es ist nicht leicht, sich in dem Wüste widersprechender Mci- mingen zurechtzusinden. Man muß jahrelang die Verhältnisse im Hause Tolstoi beobachtet haben, um eine gangbare Mittellinie zu finden, in der die genannten drei Meinungen zusammen- lausen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Tolstoi den Drang zur Einsamkeit gehabt hat, der jedem alteren VLensck)en eigen ist, dessen Geist noch Regsamkeit und Jitteresfe für die Probleme bei Menschheit bewahrt hat. Tolstoi bat diesen Wunsch oft aus gesprochen und er ist ihm wiederholt für kürzere Zeit gefolgt Datz er sich aber überhaupt von der Welt zurückziel-en und von Ieiner, Hände Arbeit leben wollte, kann niemand annehmen der die Lebensgewohnheiten des alten Mannes kennt, der trotz des Baueriikittels und Barfußgehens ein verwöhnter Aristokrat geblieben ist, der beständig fremder Hllfe bedurfte. Man hat hier über uimmstößliche Beweise. Hier gilt das Wort: Der Geist war wcklig aber das Fleisch war schwach. Sein Fleisch wurde erst dann stark, als er sah, daß das geräuschvolle Treiben in ^assimja-Poliana, das Heer von Besuchern und Ausfragern in-:- Ungemessene wuchs, als der Greis fühlte, daß er Ruhe und Sammlung um jeden Preis erlangen müßte und als es ihm zur Gewißheit geworben war, baiß man mit ihm einen Kultus Zn treiben begann, ber ihm in ber tiefsten Seele widerwärtig war Es kam ein anderes hinzu: Zerwürfnisse mit ber Familie, insbe,andere mit ber geschäftskundigen Gattin Gräfin Sofia Andrejewna. Es muß gesagt werden, daß Frau und Kinder den alten Mann in Bezug auf bie materiellen Verhältnisse völlig entmündigt und ihn damit in einen klaffenden Widerspruch zu seiner Weltanschauung und zu jein en Lehren versetzt hatten Seine Gattin führte ein strenges Regiment auf dem Gute sie hat auch .die am meisten bedrückt, die feem Herzen Tolstoy zu werden. Die Verwandten erklären aber, daß sie niemand hindern werden, wie auch immer das Gedächtnis für den Verstorbenen zu ehren. Dienstag früh soll Tolstois Leiche nach der Station Saßjeka übergeführt und an demselben Tage in Jaßnaja-Poljana bestattet werden. Wie bie Petersburger Telegr.-Agentur mitteilt, ist Tolstoi gestorben, ohne sich mit der Kirche zu versöhnen, was ja auch schon aus der sofottigen Rückreise des Bischofs Parfeni hervorgeht Daher ist es selbstverständlich, baß es von dem Ermessen ber Geistlichkeit ab hängt, ob Seelenmessen für Tolstoi obgelmlten werden und die Administrativbehörden nur solche Seelenmessen, die offen den Charakter einer politischen Demonstration tragen! nicht zulassen werden. Graf Leo Nttolaiewitsch Tolstoi war am 9. September (28. August des russischen Kalenders) des Jahres 1828 auf dem Gute Jaßnaja-Poljana im Gouvernement Tula geboren. Er bezog 1843 die Universität Kasan, wo er orientalische Sprachen und Jurisprudenz studierte, trat 1851 in das Heer ein. Er nahm in den Jahren 1853 bis 1856 in der Donauarmee des Fürsten Gostschakow am Krim krieg teil, trat danach aus dem Militärdienst aus und hielt sich längere Zeit in Petersburg auf. Hier wurde er u. a. mit Turgenjew, Gontscharow, Ostrowski), Grigorowitsch und Drushinin bekannt und befreundet. Nach seiner zweiten Reise ins Ausland (1857 erste, 1861 zweite) ließ er sich auf seinem Gute nieder und vermählte sich 1862 mit Sofja Andrejewna BehrS. Der Ehe entsprossen 12 Kinder. Auf seinen Besitzungen gründete Tolstoi nach -eigenen Grundsätzen eine Volksschule und widmete sich ganz der Schriftstellerei. Es entstanden eine größere Anzahl von Nomanen lund Novellen, von denen besonders Drei Tote, Krieg im Frieden und namentlich Anna Karenina bekannt geworden sind. Im Jahre 1881 trat der Wendepunkt in seinem Leben ein. „Zum Christentum." Tie Behandlung der religiösen Fragen in seinem Roman „Auferstehung" batte zur Folge, daß er am 21. Februar 1901 (6. März russisck-en Stils) vom heiligen Synod exkomniuniziert wurde. Außer diesem Roman find von seinen späteren Werken namentlich iwch zu erwähnen: Beichte, Kritik ber bogmatischen Theologie, Die Macht ber Finsternis, Tie K r e u z e r s o n a t e, Herr und Diener, Tie größte Sünde, die von der russischen Zensur beanstandet wurde. Aufsehen erregten besonders noch seine Abhandlungen über die K u n st, in der er sich bezeichnenderweise scharf gegen die darstellenden Künste wandte. Wir erhielten nock) folgende Trahtmeldiingen: Petersburg, 21. Nov. Die heiligste Synode beschloß Tolstoi nicht kirchlich zu beerdigen, da er sich bis zum letzten Atemzug geweigert habe, in den Sckwß der Kirche zurückzukehren. — Verschiedene Prwattheater setzten gestern wegen Tolstois Tod die „ »Der als Zeuge vernommene Gastwirt Menzel aus der Rostocker Sttaße berichtet über die Affäre des von der Menge am 26. September abends verfolgten Polizeiwachtmeisters Pitt, )er sich in fein Lokal flüchtete. Die Menge, die vor feinem Hause rand, war mehrere hundert Köpfe stark, und im Wirtszimmer wurde er angeschrien: Sie wollen Parteibudiker sein unc» beherbergen Schutzleute? Er habe daraus erwidert, daß sein Lokal jedem zur Verfügung stehe und der Beamte, übrigens nicht mehr in seinem Hause, sonders rückwärts hinausgeflüchtet sei. Daraus habe man ihm die Fensterscheiben eingeworfen, wodurch ihm ein Schaden von 400 Mk. entstanden sei. Die Menge habe, wie der Zeuge weiter bekundet, aus lauter jungen, bartlosen Leuten bestanden. Zeucfe Wachtmeister Pitt gab an, er habe sich in der Rotocker Sttaße ganz plötzlich in einer johlenden Menge befunden, aus der viele gebrüllt hatten: Schlagt ihn tot, schießt ihn über den Haufen. Einer habe tatsächlich eine Pistole auf ihn angelegt, die er ihm mit dem Säbel aus der Hand geschlagen habe Er habe sich dann schließlich in das Menzelsche Lokal gerettet Vor seinen Verfolgern, die Steine nach den Fenstern geworfen und „Raus mit dem Blauen, den schießen wir tot" gebrüllt hätten, habe er sich nicht anders helfen können, als daß er feine Unifrom ausgezogen habe und in Hosen und Hemdsärmeln aus einem rückwärts belesenen Zimmer durch das Fenster auf die Straße gesprungen fet Er habe dann vergeblich an verschiedene Türen geklopft, es sei ihm jedoch nirgends Einlaß gewähtt worden. Der Mann, der ihn endlich ausgenommen und den er in dessen Interesse nicht nennen wolle, habe ihm gesagt, wenn es herauskomme, daß er den Polizeiwachtmeister ausgenommen habe, dann wäre er vollständig fertig. Andere Hausbewohner würden sicherlich die Menge herbeigerusen haben. Polizeileutnant Folte: Die Leute, die durch die Absperrungs- kette wollten, seien, solange er dort zu tun hatte, auch durchgelassen worden. Allerdings nicht solche Leute, die auf die Frage 2öo wollen Sie hin? antworteten: Das geht Sie nichts an Die Straße dient doch dem Verkehr. Q E * r Staatsanwalt Steinbrecher fragt den Beugen Preuß, tote er behaupten wolle, daß es Kriminalbeamte gewesen seien, welche die Straßenpassanten mit Stöcken geschlagen haben Beuge Preuß: Das ist doch ganz einfach. Wenn in der Straße Leute mit einem Stock in der Hand stehen, mit den uniformierten Schutzleuten sprechen und vor deren Augen auf Sttaßenpassanten losschlagen, .so können das doch nur Kriminalbeamten gewesen fein. Kriminalkommissar Kuhn erklärt, daß sich von den ihm unterstellten Beamten niemand an der vom Zeugen Preuß näher bezeichneten Stelle befunden hätten. Es müßten das andere Leute gewesen fern, vielleicht die Leute von Hintze. L ei n e: Möglicherweise kommen dabei Beamtt der politischen Polizei in Frage. Allerdings könnten es auch Leute von der Hmtzeschen Knüppelgarde, die von der Firma Kupfer angeworben war, gewesen fein. Die weiteren Verhandlungen wurden hieraus auf Montaa vormittag vertagt. Arbeitsmarkt in Hessen u. hessen-Nassaii im Gkt. iylO. Auck ,im Oktober hielt die Aufwärtsentwicklung an wenn auch tn einigen Gewerben, der Saison entsprechend, ein Rückgang eintrat In der Metallindustrie wurde der SBerftarbnter” streik, der auch auf das Wirtschaftsleben im Verbandsgebiet einen riffZS?1?1'?11* 7|ei °n der Eck- der Beußel- ' S,va% [a3 .“3/ daß auch in sein Lakal >'212 Uhr : b'\3?I?uf,en k-runterlassen wallte, ein Schuhmann ' Siwf ät Knbmiofort nat6 dem Lose wieder hinausgelaufen Labe Kt,in.ar°6e meist aus jungen Burschen bestehend, aewelen bl» Falter geworfen, und vergeblich fri ei & n dmausgegangen sei, um sie zu beruhigen. Er die Leute seien ihm aber nach- Srbam H V ulbaS ganze Lokal aufgeräumt Sie hätten ? c' Fleischwaren, ja sogar seine Uhr „geflaut" blt M°mbc Klange mit Sternen geworfen, b-r Scheibe mehr ganz war. . Es selen alles nachhaltigen Einfluß ausgeübt 'hatte, abaewendct Der Rückgang in der Zahl der Arbeitsuchenden m Frankfurt a. M. wird auf die Beilegung der Aussperrung zurückgcführt. Bewnders vnlangt wurden Maschinenarbeitcr und Dreher, wahrend Maichmenfchloner seltener gesucht wurden. Bon Interesse ist, wie die Fusion der Lahmeyerivcrke mit der A. E. (*. auf den Arbettsmarkr ver Frankfurter Metallindustrie einwirkt, da einige Zweige des Unternehmens nach Berlin verlegt werden sollen. Auch ist an> iunehmen, das; durch den Umzug einer großen MaichinemabrU in Bockenheim eine größere Anzahl von Arbeitern cmgcftcllt ivird Aii Elektromonteuren ist nach wie vor Mangel vorhanden. Spengler nnb Installateure werden anhaltend verlangt. Ebemo hat eine große Konstruktionswerkstätte eine große Zahl von Bauschlossern eingestellt. In der Regel wurden allerdings Bauschlosser im Alter von 21—24 Jahren verlangt, xie Batfache, daß auch ältere Baufchlosser, Spengler und Installateure ge,ucht wurden, darf als ein Zeichen gelten, daß die Arbeit in das Gleichgewicht kommt. In der Branche der Lüstersabrikation wurden Gürtler, Schleifer, Drücker und Graveure verlangt. Auch die Heizungsbranche arbeitete gut. Zu erwähnen wäre noch die Eröffnung einer Fabrik für Luftfchijfmvtorcn, die vorerst allerdings wenig Arbeiter beschäftigt. Ter Streik in einer Firma in der Nähe von Frankfurt a. M. wurde beendet, jedoch konnten bis jetzt noch nicht alle Arbeiter wieder eingestellt werden. Die Ge- samtlage der Metallindustrie kann als gut bezeichnet werden. Die Beobachtungen, die in Frankfurt a. M. gemacht sind, kehren auch in den Berichten von Mainz und Offenbach wieder. In der Holzindustrie war in der Möbelbranche ein Rückgang zu verzeichnen; besonders berichten hierüber Frankfurt a. M., Kassel intb Mainz. Dagegen war die Nachfrage nach Glasern und KUfern sehr stark. Bei den Sattlern und Tapezierern hielt sich der Beschäftigungsgrad in Mainz auf der bisherigen Höhe, während in Frankfurt a. M. ein Rückgang verzeichnet wird. 3m Bekleidungsgewerbe macht sich der Jahreszeit entsprechend ein Abflauen bemerkbar. Im Baugewerbe nimmt der Beschäftigungsgrad ab. Besonders aus Darmstadt wird berichtet, daß aus den umliegenden Ortschaften viele Maler, Weißbinder stnd Lackierer den Arbeitsnachweis aufsuchen, um Stellen als Haus- und Laufburschen oder Taglöhner zu finden. Im Buchdruckgewerbe macht sich die Vergrößerung einer Frankfurter Zeitung durch die Einstellung einer größeren Zahl von Gehilfen bemerkbar. Nach dem Bericht des Arbeitsnachweises der Tarisgemeinschaft fiel die Zahl der Arbeitslosen von 66 auf 49. Diese Verringerung trat aber hauptsächlich bei den Setzern ein, deren Zahl von 45 auf 28 fiel. Dagegen waren am Monats- schluß fünf Drucker mehr arbeitslos als am Anfang des Monats. Der Bezirk Frankfurt a. M. der Deutschen Buchdrucker verausgabte an Unterstützungen im Oktober an 82 Mitglieder für 1243 Tage 2725,50 Mk gegen 107 Mitglieder für 2294 Tage 4947,75 Mark im Vorjahre und an Reiseunterstützungen an 59 Mitglieder für 233 Reisetage 280,50 Mk., gegen 98 Mitglieder für 414 Reisetage 507 Mark im Vorjahre. Aus der Kartonnagen- industrie ist zu berichten, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Buchbindereien, Kartonnagen- und Papierwarenfabriken in eine Lohnbewegung eingetreten sind. Beschlossen wurde in einer Versammlung am 26. Oktober, daß überall die Kündigung eingereicht werden sollte; der Streik sollte am 12. November beginnen. Die Beschäftigungsgelegenheit im Gastwirtsgewerbe ist weiter zuririgegangen. Die flöht. Arbeitsvermittelungsstelle Frankfurt a. M. stellt fest, daß einige Wirte infolge des neuen Stellenvermittlergesetzes die Tätigkeit der Arbeitsvermittlungsstelle in Anspruch nehmen und in Frankfurt a. M. schon ein gewerbsmäßiger Stellenvermittler seine Tätigkeit eingestellt hat. Die landw. Vermittlung ist zurückgegangen. Es mag vermerkt fein, daß die Arbeitsvermittlung der Wander- arbeitsstätte Kassel-Bettenhausen schon jetzt ganz Bedeutendes für die Arbeitsvermittlung leistet. Nach dem Bericht von Kassel entfallen auf die Wanderarbeitsstätte allein etwa 200 Vermittlungen. Bei den Ungelernten war die Arbeitsgelegenheit jetzt noch günstig. Nach dem Bericht von Frankfurt a. M. hält es besonders schwer, Leute über 20 Jahre unterzubringen, da nach solchen fast keine Nachfrage besteht und es sich in der Regel nur um Aushilfe für wenige Tage oder Stunden handelt. Zu bemerken .ist noch, daß der Arbeitsnachweis in Biebrich das Arbeitsamt Mainz um Ueberweisung einer größeren Anzahl Erdarbeiter ersucht hat. Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisver- wurden 10 307 Stellen vermittelt (gegen 11 819 im Vormonat), darunter: Hofgeismar 1, Rüdesheim 1, Bad Wildungen 1, Nioder- Jngelheim 2, Eltville 7, Marienberg 7, Worms (Herberge zur Heimat) 9, Wiesbaden (H. z. H.) 11, Bad Wildlingen (H. z. H.) 12, .Marburg 13, Fulda 15, Kreuznach (H. H.) 15, ObeAahn-' stein 17, Kreuznach 21, Fechenheim a. M. 22, Darmstadt (H z. .v>.) 23, Wetzlar 31, Diez 35, Bingen a. Rh. 46, Weilburg a. L. 46, Biebrich a. Rh. 56, Frankfurt a. M. (H. z/H.) 81, Gießen H. z. H.) 81, Herborn 84, Hanau a. M. 86, Mainz (v. z. £.1 106, Gießen 111, Limburg a. L. 184, Darmstadt 236, Friedrich i. H. 241, Worms 314, Offenbach a. M. 318, Mainz 645, Kassel 1278, Wiesbaden 1300 und Frankfurt a. M. 4874. jedes Wort. Jubelnder Beifall wurde den Ausfüyrunasn des Redners gezollt, dem in anerkennenden Dorten der Vorsitzende des V. H.-C. Büdingen, Kreisrat Boeck- mann, dankte. Eine frohe Tischrunde vereinigte noch die Mitglieder des Büdinger V. H. 5. mit ihrem Gaste. Ans Stadt nliS LanS. Gießen, 21. November 1910. ** Vom Gießener Konzertverein wird uns geschrieben: Wenn auch das R e bn er-Qu a r t e 11 aus Frankfurt a. M., Adolf Redner, Walter Davis- son, Ludwig Natter er und Johannes Heg ar, bei uns schon aus früheren Darbietungen wohlbekannt ist, so darf doch darauf hingewiefen werden, daß diese Quartettvereinigung inzwischen unter den KammermUjikvereinigun- gen des In- und Auslandes mit zu den allerangesehensten gezählt ward. Daß wir an ihm ein Quartett allerersten Ranges haben, beweist wohl kein Umstand schlagender als der, daß man in Paris im Eourrier Musical urteilte, man glaube noch nie eine so ausgezeichnete Wiedergabe des Streichguartetts von Debussy gehört zu haben, es sei unmöglich, dem Werke mehr Tonfülle, mehr Feinheit und Einheit zu verleihen als hier geschehen, während man in zahlreichen deutschen Berichten lieft, man habe das T-moll-Quartett von Schubert („Ter Tod und das Mädchen") niemals besser gehört, es sei in schlechthin vollendeter Wiedergabe zu Gehör gekommen, oder z. B. in Leipzig, der Musikstadt der Deutschen: „So wurde ihre Interpretation eines der letzten Beethoven-Quartette, des Op. 132 in A-moll zu einer wahren Herzenssache. Partien dieses Werks, die mit sieben Siegeln verschlossen find, die Anbetung und den feierlichen Schreittanz des Adagio brachten sie dem Verständnis nahe, indem sie auch dem „con sentimento intimissimo" Beethovensche Größe gaben und den Rhythmus in Beethovenschem Sinne vergeistigten." 'Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß der bevorstehende Kammermusikabend diesmal am Donnerstag in der neuen Aula der Universität abends statifindet. Kreis Büdingen. B ü d i n g e n, 20. Nov. Der gestrige Abend brachte uns im Saale des Fürstenhofs den mit Spannung erwarteten Vortragdes Professors Bender- Frankfurt a. M. über die geologischen Verhältnisse des Vogelsbergs. An Hand einer Reihe wohlgelungener Lichtbilder gab der Vortragende eine Erläuterung über die Bildung unserer festen Erdrinde, um alsdann die Entstehung unseres Vogelsbergs, des größten Basaltmassivs der Erde, zu schildern. In allgemein verständlicher, von feinem Humor durchwürzter Rede, wußte der Vortragende den Vorgang lebenswahr vor Augen zu führen, wie das seuerflüssige Erdinnere in gewaltiger Krast- anstrengung die auf ihm lastende Decke zerbrach, um sich einen Platz an der Sonne zu sichern, den Platz, den auch Prof. Bender unserer engeren, so schönen Heimat, dem ungenannten, weil unbekannten Oberhessen, erobern möchte. Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag. Das gewählte Thema schien nur das Mittel zu fein, um Prof. Bender Gelegenheit zu geben, uns zuzurufen: Seht Ihr, in einem von der Natur so reich begnadeten Lande wohnt Ihr, macht nur die Augen auf und laßt die Herrlichkeiten der Schöpfung auf Euch einwirken, fühlt doch endlich einmal und g ai;bt je.bst daran daß unserem Vog ls- berg eine reiche Zukunft blüht, weil sie iym gebührt. Rüttelt es auf, das Dornröschen, daß ihm der verdiente Platz an der Sonne werde! So führte uns Prof. Bender an Hand der verständnisvoll aufgenommenen Lichtbilder durch unsere engere Heimat, von Alsfeld über Schlitz—Salzschlirf nach Lauterbach, Herbstein, Ulrichstein, Hoherodskops, Schotten, Nidda, Hungen, Lich, Gießen, Friedberg usw. über die Ronneburg nach Büdingen. Heiße Liebe zur Heimat durchzitterte Hessen-Nassau. A. Btrstern, 20. Nov. Die Zigeuner werden niet zu einer Landplage; der ganze Vogelsberg ist scheinbar mit diesen braunen, wilden Gesellen überschwemmt. Am Bußtage tarn es wieder zu einem Renkontre zwischen Zigeunern und Förstern Ein kleiner Trupp Zigeuner hatte in Breitenborn allerlei Diebstähle verübt, n. a. sollen sic auch den Mittaasbraten, ein gebratenes Huhn, aus einem Hause geholt haben. In den Waldungen zwischen Waldens- berg und Breitenborn erlegten die Söhne der Pußta noch - ein Stück Damwild, wurden aber von dem Reviersörstet' Trebing auf Weiherhof dabei überrascht, worauf die männ- | lichen Zigeuner die Flucht ergriffen, verfolgt von dem • Forstbeamten. Die Weiber und Kinder wurden indes von ; einem anderen Förster trotz heftigen Sträubens — in Witt- genborn wollten die Weiber keinen Schritt weiter gehen — nach Wächtersbach transportiert. I lürebe und Schule. I! Büdingen, 20. Novbr. Am 16. November fand irrt Hotel „Fürstenhof" die K r e i s l e h r e r k o n f e r e n z statt. Kreis- > rat B o e ck m a n n erwähnte, daß auf dem Gebiet der W o h 1 - | fahrtspflege in dem verflossenen Jahr noch wenig geschehen fei, obwohl man auf der vorigen Kreislehrerkonferenz in Nidda einen Plan zur Gründung eines Kreiswohljahttspilegevercins entworfen habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gründung dieses Vereins in diesem Jahre vollzogen würde und führte dazu aus, daß das Interesse der Landbevölkerung erst geweckt werden müsse. Schulrat Scherer-Büdingen richtete sich gegen die Schundliteratur und gab Vorschläge, wie gegen |ie aufzutreten sei. Das beste Mittel, die Kinder vor diesen schlechten Büchern zu bewahren, sieht Schulrat Scherer darin, gegen dir Kolportage energisch aufzutreten, den Verkauf schlechter Bücher und Bilder zu verbieten und den Kindern zu unterlagen, ihren Be- , darf bei solchen Buchhändlern zu beziehen, die solche Schriften absetzen. Der Redner ermahnte die Lehrer auch fernerhin treu ihre Pflicht zu tun, ihren Beruf von der idealen Seite auf- zufassen und stets die Worte Pestalozzis zu beherzigen: „Unsere Seele taglöhnere nicht!" Darnach hielt Lehrer Stork-Altenstadt einen interessanten Vortrag „Heber den Eintritt in die Fremdenlegion". Zuerst ging er auf bie Gründung und Geschichte dieser Truppen ein und dann entrollte er ein Bild von ihrem Leben und Treiben. Wenn sich ein armer Hand- werksbursche ober ein ins Elend gekommener junger Mensch durch Unterschrift auf fünf Jahre gebunden hat, so wird er zuerst in bie Kleidung der Legionstruppen gesteckt, die alten werden von Herumlungernben abgekauft, damit eine Flucht unmöglich gemacht wird. Speise erhalten die Legionäre hinreichend, und der Dienst ist nicht nach so genauen Vorschriften geregelt wie bei uns. Täglich muß jeder der Truppe mit 50 kg Ausrüstung einen Weg von 40 km in der heißen afrikanischen Gluthitze zurücklegen. Dabei darf keiner zurückbleiben, sonst treffen ihn bie schwersten Strafen. Vormittags werden die militärischen Uebungen gemacht und andere niedere Arbeiten verrichtet. Der Sold beträgt nur vier Pfennige für den Tag. Kein Wunder, wenn schon nach einiger Zeit des Hierseins unter diesen Anstrengungen und solcher Gesellschaft der Legionär auf Flucht sinnt. Diese gelingt ihm jedoch in den seltesten Fällen. Sind seine fünf Jahre abgelaufcn, so ist er auch meistens ein schon früh gealterter Mann, der sich an geordnete Verhältnisse nur schlecht wieder gewöhnen kann. Vor solcher Werbung warnt Herr Stork. Es fei aber auch Sache des Staates, bie Jugend über das traurige Los bet Legionäre aufzuklären. Daher erwachse auch für den Lehrer die Pflicht, an geeigneten Stellen Aufklärung unter der deutschen Jugend zu schaffen. Reicher Beifall lohnte den Redner. Man einigte sich dahin, diesen Vortrag in Gestalt eines Flugblattes auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen und auf diesem Weg dir jungen Leute vor einem solchen Schicksal zu bewahren. Ein gemeinsames Essen hielt die Teilnehmer noch einige Stunden zusammen Durch die Elektrizitätswerke und Installations- Geschäfte zu beziehen Auergesell5Chaft,Berlln 0.17 — eine Erklärung, die von seiner Familie bekanntlich nicht beachtet wird. Diese Verhältnisse mußten an der vollen Seele des Dichters und des großzügigen rumsen Äristokraien, der nichts so lehr haßte, wie kleinliche Knauserei, gefressen und sein Leben vergälll haben. Man macht der Gräfln nicyt mit Unrecht bie schweren Vorwürfe; denn die Tolstois sind so reich, daß sie nicht zu knausern brauchen; die Einnahmen des Vaters tarnen auch den schon bejahrten Söhnen und Töchtern zugute. Niemand hat zu klagen. Doch die Gerechtigkeit verlangt, daß man betont, eine wie treue SckKtzerin und Helferin die Gräfin ihrem Gatten gewesen. Wenn sie ihn nicht früher in die Einsamkeit ziehen ließ, so wußte sie nur zu gut, daß der alte Mann, der die wilde Jugend eines Gardeoffiziers hinter sich hat, den Entbehrungen der Askese in kürzester Zeit erlegen wäre. Nicht ohne Unrecht nannte die Gräfin ihren Gatten „mein altes Kind", beim Kraft und Schwäche verbanden sich in diesem genialen Geiste. Das weiß die Gattin am besten, die treue Beraterin und Gehilfin seiner Arbeiten, die in schwerem Ringen um die Vollkommenheit der Form und Abgeklärtheit des Gedankens entstanden sind, io ernt die Frau gefehlt hat, so vergesse man nicht, daß sie Mutter ist, eine Hausfrau, die das Nest warm erhalt und mit Mutterinstinkt für kommende Geschlechter sorgt. Größere Geister als Gräfin Sofia haben irdische Güter bei» einanbergeljalten, — die Tragik dieser Frau besteht darin, daß mütterliche Pflichten sie in Gegensatz zu den Anschauungen eines Genies brachten. Viel größer ist die Schuld bet gräflichen Söhne, unter deren Einfluß die Mutter steht. Und auch die Skeptiker haben ein wenig recht. Man faitn es ihnen nicht verwehren, über dies ungeheure Geschrei zu lächeln, mit dem man diese „heimliche" Flucht als eine sittliche Tat preist. Die Moralethik Tolstois ist kaum zu verteidigen, da sie kulturfeindlich ist. Es floh ein alter Mann, der seine Ideen nicht ver- wirllichen konnte und an den Widersprüchen verzweifelte, die zwischen seinen Worten und seinem Leben sich auftaten. Es floh ein egoistischer Künstlermensch, und seine Flucht entbehrte nicht einer gewissen Komik. Man fährt nicht in Begleitung eines Arztes in der zweiten Klasse, um „hinter dem Zaune zu verenden". am nächsten stehen, die Bauern. Die unerquicklichen Verhältnisse sind nicht verborgen geblieben. Einer der größten Verehrer und ergebenen Freunde Tolstois schildert sie aus eigener Anschauung. Als Tolstoi, den Bitten seiner Angehörigen nach- gebenb, beschloß, noch bei Lebzeiten das Gut seiner Frau und seinem zweiten Sohn zu überlassen, hoffte er, daß sich nichts in den Verhältnissen zur Bauernschaft ändern würde. Es ist aber anders gekommen. Früher wurde das Land auf Anteil an der Ernte vergeben. Jetzt jedoch, unter den neuen Besitzern, wurde den Bauern erklärt, biß das Land von nun ab ihnen nur in Pacht gegeben werde, wobei die Pachtzahlung oft die Höhe von 13 Rubel für den Sommer je Deßjatin erreichte und das Geld im voraus verlangt wurde. Die Bauern waren mit diesen neuen Bedingungen unzufrieden und begannen den alten Tolstoi mit Bitten zu bestürmen, die frühere Ordnung wieder einzuführen. Der Graf konnte aber nun nichts mehr für sie tun. Das quälte ihn und er litt unter diesen neuen, seiner Lebensanschauung und seinen Lehren auch innerlich widersprechenden Verhältnissen. Noch hoffte er, daß sich die Beziehungen der Gutsherrschast zu den Bauern .mit der Zeit bessern würden. Doch trat, das Gegenteil ein. Man hätte ganz auf, den Bauern Land selbst gegen Pachtzahlung zu vergeben. Die Gutsherrschaft ließ Bäuerinnen aus dem Gouvernement Kaluga kommen, sogenannte „Monanki", die Männerarbeit leisten, aber gegen einen geringen Lohn. Die Bauern von Jassnaja-Poljana begannen zusehends zu verarmen; was früher in Jassnaja-Poljana niemals der Fall war, die Sttaßew- bettelei kam in den umliegenden Dörfern auf. Es erbitterte die Bauern auch, daß unter der neuen Gutsherrschaft der Zutritt zum Gutshause ihnen ganz verboten wurde, daß Landwächter und strenge Gärtner darüber wachten, daß dieses Verbot aufrecht erhalten werde. Dazu wurden jetzt auch die Sttafzahlungcn für Flurbeschädigung streng gehandhabt. Auch wegen eines neuen Weges, den die neue Herrschaft angelegt hatte und der die Bauern zu einem Umweg zwang und ihnen auch zu eng erschien, kam es zu Mißhelligkeiten. Dazu Härten der gemieteten Gutswächter, die sich sogar zu Grausamkeiten hinreißen ließen. Es wird dabei von einem Fall erzählt, wo eine arme Witwe, der Tolstoi gestattet hatte, Reisig zu sammeln, von einem solchen berittenen Wächter, einem Tscherkessen, mißhandelt wurde. . . Das alles, das in so schmerzlichem Widersprach zu dem steht, was der greise Dichter fühlte unb lehrte, bewegte ihn heftig und brachte ihn oft bis zu Tränen. Hierzu kanten nun in der allerletzten Zeit Vorwürfe der Gräfin Sofia Andrejewna über die Ablehnung des Nobelpreises und des Millionenangebotes eines Verlegers, das Tolstoi ablehnte, weil er seine Schriften als Eigentum der Menschheit erklärt hatte. einer Umarbeitung unterzogen, in der er besonders aus dem traurigen ein glückliches Ende machte, und diese neue Fassung erlebte im L e s s i n g-T h e a t e r am Freitag abend die „zweite Erstaufführung". Einen besonderen Erfolg hatte das Drama mit seiner blaßblütigen, feinäbrigen, von nebelhaften Gedanken angekränkelten Struirur auch diesmal nicht. Es wird gegen den Organismus eines Werkes stets mißtrauisch stimmen, wenn sein tragischer Ausgang beliebig in ein gutes Ende umgewandelt werden kann. Hirschfeld steht, wie so oft in seinen Dramen, diesmal unter denk Banne von Ibsens letztem Werk „Wenn wir Toten erwachen". Aber er muß es uns buchstäblich vorfuhren, was Ibsen in die Seelen seiner Geschöpfe legt: wie eine Frau vom Tode zum zweiten Leben erwacht, wie die vergessenen und doch unheimlich wirksamen Mächte des ersten Daseins immer qualvoller und düsterer in das Glück des neuen Lebens, hineindringen und schließlich den Schöpfer wie das Geschöpf dieses zweiten Daseins zu vernichten drohen. Zn diesem Zwück hat er den Stoff seines Werkes einer altert Novelle entnommen, in der erzählt wird, wie ein englischer Anatom des 17. Jahrhunderts, der um des allgemeinen Vorurteils willen das Leichenmaterial zu seinen Studien nur durch Raub erlangen kann, den leblosen Körper einer schönen Frau auf seinen Seziertisch legt, in Liebe für das bleiche Bild der Anmut und Unschuld erglüht und es nun, ein düsterer Pygmalion, aus ihrem Scheintod zu neuem Leben erweckt. Er flieht mit ihr nach Italien, er heiratet sie; aber sie können beide nicht glücklich werden, das Geheimnis der Vergangenhett steht zwischen ihnen. Bis bann endlich nach qualvollen Seelerttämpsen der frühere Bräutigam der Frau erscheint und die erlösende Klarheit bringt bie den beiden, die aus den blutlosen Schemen des Todes ihr Glück saugen wollten, das wahre Leben spendet Die gesuchte Vieldeutigkett und doch so ärmliche Eindeutigkeit dieser Handlung, die die tiefsten Gewalten des Daseins nicht gestaltet, sondern nur mit ihnen spielt, läßt die feinen lyrischen Stimmungen und die sprachlichen Schönheiten, die sich in der Dichtung finden, nicht zur Geltung kommen. So war es denn begreiflich, daß trotz des ausgezeichneten Spiels die Wirkung versagte. Dr. P. L. — Berliner Theaterbrief: Eine Hirschfeld- Premiere. Man schreibt uns aus Berlin, 19. November: Georg Hirschfeld hat sein jüngstes Werk, das drei- aktige Schauspiel „Das zweite Leben", das bereits an der Wiener Burg feine Erstaufführung erlebt hatte (wir haben z. B. ausführlich darüber berichtet. D. Red.), ■I Heyligenstaedt Herrn Kommerzienrat Todes-Anzeige Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher schwer be- Teilnahme bei dem uns 6370 Im Namen der Hinterbliebenen Gertrud Schmidt Langsdorf, 18. November 1910. Bieber bei Giessen, den 20. November 1910. 09728 KriMkmraWast Wcu 6368 09730 6 Zimmer lUVlUJUL Hill ------.--- , « iJ» ■ .--- Zeit mehrfach prämiiert und roirft einen iahrl. yteuigeiumn ab von 097&? BolkS-Preise Volks-Preise 7 Uhr Generalversammlung Schiller's UblaiiD Gesellschaftsverein Mittwoch dcu 23. Nov., Frankfurter Strasse Dienstag abend in 4 Bd. Band 1 u. 2. Gießen (Schiffenberger Weg 2), 21. Nov. 1910. Die Beerdigung findet Dienstag den 22. Nov., nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. z\jav€>Ii> gegen Kopfschuppen, gegen Haarausfidl Javolisiere dein Haar Javol das Beste Metzelsuppe. Morg. v. 9 Uhr Wellfleisch m. Kraut seinem schweren Beruf als Starten sind all 11 Uhr nn Saal und nachmittags an der Kasse Onben. 1. Platz 1.80 2Jtt, 2. Bläh 0.80 Mk. Kinder halbe Preise Er starb am 2. Oktober durch einen Unglücksfall Seemann im Hafen von Antofagasta, Südamerika. Aufs tiefste ergriffen von dem gestern abend erfolgten plötzlichen Uinscheiden des verehrten Vorsitzenden des Gewerbevereins und des Autsichtsrates der Gewerbeschule IUJiUvUv ll UiV । •» । ^ v . . w sammenkuntz ist an der Margaretenhütte Hierselbst, (dienen, den 19. November 1910._____________ unsem innigsten Dank. geben wir den Mitgliedern geziemende Kenntnis von dem schmerzlichen und unersetzlichen Verlust, der unseren Verein betroffen hat. Hilfsbereit und unermüdlich tätig wie Keiner für dieFöiderung von Gewerbe und Handwerk bleibt ihm für alle Zukuutt eiu stets dankbares Andenken geweiht. 090711 Prima Kornvrot empfiehlt Backer Dippel, Crednerstr. 46. teil j a u s öuiii 'giucuiueiuuniieii Ml» 1. 2Lpnl 1911, 10 Wohn- hl1 tmc, 3 Berauben, Ladezimm., 1 die hl Zubehör und Garten zu H miet. Nl'arburaer Stratze 14. int >u erfrag. Berlagsbuchhändler -ih, Marburger Stratze 20. pedes llllärchen wird durch große, farbige ^Lichtbilder ersten Künstlern entworfen illustriert. Frau Holle, SchnccwiU Der Vorstand des Orts-Gewerbevereins L. Petri El. Wagenbaucrci X?. Jaber Westanlage 44, Tel. 623 Wiederverlauser erb. Rabatt. plötzlich und unerwartet zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. Von dem erfolgten Hinscheiden unseres verdienten Ehrenmitgliedes, des Herrn Komnierzienral Ludwig Heyligeustaklit setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet am Mittwocu den 23. Nov. nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Fiedhoies aus statt. D21/11 Zusammenkunft V« Stunde vorher am Jriedhoföportal. Ter Vorstand. Mehr. befs. Mädchen, welche die kochen können, mit g. Zeugn. suchen Stellung durch Jr. Simon, Stelleuvermittl., Herborn. ia73 VoltS-BorstcUuug ?cr Knusinann »nn Lencöig von William Shatesspearp. Ende nach 10/* Uhr. ta*' " Ö.t.'.viuiiUiii.nu.uur.'eiru.u.ueiir., ü. a. körpert. Aro. n. fr. ist, s. gen. a. g. Zeugn. sof. b. llesch. Anspr. Beschast. gl. welch. Art. Schriftl. Angebote unt. 09/J4 an den Gieij. Anz. erb. 09721s Eine Kraukcnvflegcrin sucht Privatpslege.war ubmjre in Nervenheltamtalt» uh. zu einer alt. Dame. Iran Hütlcnvcrgcr, ge> werbsm.Stellenv., Seltersweg 67. M Itokr der Lebensmittelbranche wird per 1. Januar für Hessen u. Oberhessen gesucht. Selbiger muß bei der Kolonialwaren- u. Bäcker- kundschast gut eingeführt sein. Schrift!. Angell, nebst (961)0(16= anfvr. u. 09741 a. d. Gieß. Anz. erb. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern innigstgeliebten Sohn, Bruder, Schwager und Enkel Hermann Möller Wer üt Kava - Avuevutcr für unsere beiden (1 kl. u 1 gröberer) Kassettschrättkei Offerten unter H. 257 an den (Siegener Anzeiger erb._________ Wenig gebrauchtes Klavier zu verkaufen. Anzusehen vormittags 11—12 Uhr. Wo sagt die Q5eidjäfö= stelle d. Gietzener Anzeigers. Einen kleineren Bauplatz im südöstlichen Stadtteil unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Schrift!. Anträgen unter 6309 an den Gietzener Anzeiger erb. Verkäuflich sind folgende Klassiker Ausgaben: Goethe'ö ütierfe Ausw. i. 16 Bd. Dienstmädchen zum 1. Dezember gesucht. [Blö/U Chirur^iscne Klinik. 0*9717] Wiutg. tücht. Mudcheu für Hausarbeit u. Küche sofort oder 1. Dez. ges. Wilhelmftr. 8 111. Unterricht Vorbereu. f. Eins.- u. Mat.-Prüsg. Schriitl. Angebote unter 09687 an den Gietzener Anzeiger erb. WcMMfüümßlM o»725 Karl Steuv, Burkhardsfelden Wer für ein hervorragendes Prachtwerk Über die deutschen Kolonien Interesse hat, hinterlege gütigst seine Adresse unter 09729 in der Geschäftsitellc des Gietzener Anzeiger._____________ Zuverläss.Mädche»l zu sofort oder später für Küche unt) Haus gesucht. 62h7i________Süd-Anlage 14. Em braves Dienstmädchen, möglichst vom Vauöe, per sofort oder später gesucht. Fran Eichmann, Ederstr. 1. liidltiflcr Woffcr der auch mit Maschinen u. Kessel unizugehen versteht für sofort gef. Schrtftl. Angebote unter 6381 an den Gietzener Anzeiger erb. riidlt. Eröarbcitcr WÄ ffiielbungen heute von 3—7 Uhr im Adler.__109/43 Gitc MansillSeit-Wshitun!] Bnniner u. Küche) zu vermieten. Liäy. Stetnstratze 70 p. 109660 7Verschiedene | xeu yeiuviiuj^etc -^uynung >n 3 groij. u. 3 klein. Zimmern ba Küche u. Znb. zu vermieten. ^ofbücter s.)ioU, Ncäusllurg 12. '] Gr. Jimnier in. Küche u. Stab. >uh. ’^eute z. verm. Bergitr. 91. 871 L leere Zimmer, inelnatider- hend, zu verm. ^udwigsplatz 8. Ij41j Ana. Arbeiter t. Koa u. Vog. halt. Schalltr. 11 '.Uinnj. lmls. 1—2 luuuL Zimmer nut oder me Pemton zu vermieten. f_2ü) Stetnar. 12 I. #yür ruhigen Herrn in feinerem auie mittelgroßes oder auch ctucres, gemnttiches Zimmer mcht tGaslleleucht. erwünscht), -cijrbtl. Angebote unter 09/42 , den Giegener Anzeiger erb. .ih uur uiiiu. ^.toa meuiev .ynuieo, iciraeg3ötrete derNord-Antage, W itcüenb aus 6 Zimmern, Küche, Bill rd 2c. ist alsbald oder spater ib vermieten. (6380 " r-onis Petri III enl----------- : Zimmer I n] J3, schöne 3-Ziltntler Wohnung vermieten, viaheres bei iri Earl Stückrath,^SelterSweg 38. ; 24, Hammstr. 12 schöne 3-Zim.» kf ohn. vom 1. Dez. ab zu verm. Näheres Vabnitrage 11. Ein- o- ng von der Hammstratze. cllt .> — | rn 2 Zimmer Bücher find sehr gut erhalten, fast neu, starke Leinwanddecken. Schrutliche Angell, unt. 6ö78 an den Gtetzener Anzeiger erbeten. Lskombilc iO HP wegen Anschaffung einer stärkeren spotlb.zu verk. Schrtftl. An ragen unt. 6376 an die Expedition des Gietzener Anzeiger erheten. Lüitglichcr eiiliciicr W -u verraufen. Näheres Schanzen- ltratze 811._____________________6377 Kuverts mit Firma billigst vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Siehen iKeiiesMIilißaier Trockene Hauspäue verlaust 09732 Willi. Zloblermaun, Neustadt 12. SSautam. I 15 sch. Goldbnntam zu verkaufen Astenoeg 31. GrnÜ Petri. Thckcit-iSllis-LOjMkailcil § 150X44X16 cm mit 4 ausziehbar. Schubl. zu verk. Marktplatz 21. hinige Zentner gutes Heu und Strob suche zu kauseli. Preisangebote schriftlich. 6371s Oberleutnant IebeuS, _____________Älloltkestratze 18. 09()86) Ein kräftig. Llrbeitöpferd zu kaufen gesucht. L. Schneider 11., Heuchelheim. M M \\ j & •9i<- M 'M. ■ ?■ Bb WL r" I ■ I ilcrrdiicbcuce - .M i .M Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen bittet um stille Teilnahme U.j •M- Infolge eines Herzschlages verschied gestern nachmittag mein innigstgeliebter, herzensguter Gatte, unser unvergesslicher Bruder, Onkel und Schwager "1' Die Beisetzung findet Mittwoch, den 23. ds. Mts, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Von Kondolenzbesuchen bittet man abzuschen.