Die heutige Nummer umfafot 10 Seiten. Teheran meldet, überreichte die per ie- etn Der Sturz des Kabinetts venizelos. Der kretische Agitator Venizelos hat sich seiner Erhebung zum griechischen Ministerpräsidenten nicht lange erfreut Er muß sogleich Mieder zurücktreten, da er uu Parlament keine Mehrheit finden kann. Das Kabinett Venizelos scheint von der Pforte ausdrücklich vor dem entscheidenden Schritt des" Königs anerkannt worden zu sein, denn aus Konstantinopel kommen heute Meldungen, wonach die türkisch-griechischen Beziehungen Mieder um einen Grad freundlicher sind. Athen, 23. Ott In der Kammer stellte um 1 Uhr nachts Venizelos nach lebhafter Aussprache die Vertrauensfrage. Die Ralliüen und Mavromichalisten hatten den Saal verlassen, so daß nur 160 Deputierte anwesend waren und die Sitzung wegen Beschlußunfähig- keit ausgehoben werden mußte. Nach der Sitzung erklärte Venizelos seinen Freunden, er sehe in diesem Ausgang den Mangel an Vertrauen und habe die Absicht, zurückzutreten. K o n st a n t i n o p e l, 22. Okt. Heute nachmittag wurde der griechische Gesandte Gr y Paris vom Sultan in Abschiedsaudienz empfangen. Gryparis stellte den Geschäftsträger Alexandropolos dem Sultan vor, der dem König feine Grüße entbieten ließ. Gegenüber der Darstellung eines Teiles der türkischen Presse über die Haltung der Pforte gegen das Kabinett Venizelos erklärt die Pforte in einem Zirkular an die türkischen Vertreter, daß sie gegen die Ernennung chreibt: Frankreich hat nichts zu bedauern. Es hat sich in weitestgehender Weise versöhnlich und gefällig gezeigt, aber es hat pflichtgemäß die gegenwärtigen und lünftigen Interessen seiner Sparer verteidigt. Das Vorgehen der Regierung ist über alles Lob erhaben, da durch dieses mäßige Anleihegeschäft von 150 Millionen ein gefährlicher Präzedenzfall gefchasien worden wäre, welcher Frankreich seiner Waffen zur Veriewigung seiner Jniereßen ui Zukunft beraubt hätte. Für diese kluge und ehrliche Politik wird die öffentliche Meinung dem Ministerium dankbar fein. Die Enttäuschung der Finanzkreife, welchen aus der Anleihe ein Gewinn erwachsen wäre, wird aber eine lediglich vorübergehende sein. Tie Türkei wird an Frankreich wieder herantreten. Das „Journal des Deoats" meint, daß man zweifellos versuchen werde, die Anleihe heimlich in ^aris unterzubttugen. Bankiers und Privatleute könnten elbstverständiich ihr Geld nach Belieben jedermann borgen, aber das französische Publikum müsse darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Weigerung der französischen Regierung, die türkische Anleche zur Dotierung zuzulassen, eine endgültige sei und daß diese Weigerung auch für alle Anleihegeschüste gelte, welche etiva dazu bestimmt wären, mittelbar oder unmittelbar die gescheiterte Anleihe zu S^Mi^cheint die Parteistellung aber nur dann als die richttge^ wenn iie in ihrem inneren Kern erlaßt wird. Die Mittel linie bekommt dann wirtschaftlich wie national eine viel weiter- 8efcnbe Sebnxtung Mittelstellung der Partei leinen B-ruisstand von ihr^ Unterstützung au3. Insbesondere um- saßt die Mittelstands Politik alle arbeitenden Stande, oenen ich selbst ia nicht nur als Universitätslehrer, sondern als au^übeiider Landwirt angehöre. Alle Stande kämpfen ums Dasem und fann foie mittlere Linie am leichtesten ^en Ausgleichs der Interessen aller Berufsstände (Handwerk, Industrie, d'anüwirtsckaft Handel, Beamte im Staat- und un Pr^atdienst, auch unsere Arbeiter, denen wir die Sozialfürsorge i.uteü wer- den lass n) herbeisühren. Schutz und Stärkung dcr wittschasllich Grfihnrfipn finb der Mittelpartei am naheliegendsten. Tas Ruhige Geradcausgehen schützt auch am, besten vor Schwan, kunaen des Ganzen und die mittlere Linie ist der sicherste Hort ruh?gen Fortschritts im heutigen Vaterlande und in unser «TÄ Grundsätze in sicherer dau^nder Acisisi lind hier sinden wir auch die Grenzen für unsere uL.aktil wie für unser Zusammcnsasscn mehrerer Parteien sür bestrmmtc ^D-r heutige Zeitpunkt schwerer politischer, aichi nur wi?tsch°,tl.cher Krisis svrdert eure solch Politik mittlerer Linie M't beionder^ Notwend gkeitz l^ so^ert aber auch das Jndenvordergrundschieben nationaler tpe ®°6sm;r nn rinem politischen Wendepunkte, bei ein Zu- "•JÄ?»“■*“««. SÄ" ersetzen. „ Ä m Paris, 23. Okt Der „Temps" meldet aus Konstantinopel' Die Pforte habe den Staatsanwalt von Beirut beauftragt, das arabische Blatt „Rai el Am" wegen eines gegen Frankreich gerichteten beleidigenden Artikels strafrechtlich zu ver- ^sionft antinobel, 22. Okt. Wie „Dein Gazetta" meldet, erklärte der F i n a n z m i n i st e r gestern dem s r a n- zösischenBotschaster,er könne keine mit der W ü r d e der türkischen Regierung unvereinbaren An - leihebedingungeu annehmen und höchstens einen französischen Fachmann zur Einführung einer gründlichen Reform des Finanzdienstes im Finanzministerium zulassen. Es verlautet, wenn die französische Regierung aus ihrem Standpunkt beharre, so werde die Pforte die sehr vorteil- haste Alileihe-Osferte einer anderen Gruppe berücksichtigen. ruug heute dem englischen Gesandten ihre Antwort auf die Note der britischen Regierung. Die Antwort entspricht den bereits telegraphisch gemeldeten Grundzügen. Die Note weist auf die dem neuen Regime zu verdankende Verbesserung der Verhältnisse hin. Wenn die persische Regierung auch selbst eine zehnprozentige Erhöhung der Zotleinnahmen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Anleihe angeregt habe, so könne sie doch nicht die Anwesenheit britischer Offiziere im Lande gestatten. Die Note betont den allgemeinen Aufschwung des Handels, und ba^er hätten die ausländischen Kaufleute fein Recht, sich z« beklagen. 2luslan0. Das schweizerische Volk hat bei der Abstimmung am Sonntag mit 262 066 gegen 238 928 Stimmen das von 142 000 Bürgern oMfLellte Jnitiativbegehren betreffend die Einführung der V e r h ä l t n i s w a h l für die Wahlen zum Nationalrat v e r wo r f e n. , . Bisher wurden in Frankreich über den Eisenbahnausstand von Abgeordnetneten verschiedener Parteien 25 Anfragen ange- füribigt Die Gruppe der geeinigten Sozialisten hat eine gemeinsame Anfrage eingebracht, die hauptsäästich von Jaurös vertreten werden wird. Um ein endloses Hinausziehen der Aussprache zu verhindern, beabsichtigt der Ministerpräsident gleich in der ersten Sitzung das Wort zu ergreifen. Im Elyseepalast sand heute unter dem Vorsitz des Präsidenten Falliör es ein M i n i st e r r a t statt. Ministerpräsident Briand verlas einen Brief, in welchem der bisherige Ackerbauminister R u a n sein Abschiedsgesuch einr eicht und mit Gefundhcits- rücksichten begründet. Seine Stelle: wird nach Erledigung der Interpellationen über den Eisenbahnausstand wieder besetzt. General Maunoury wurde zum Müitürgouverneur von Paris ernaniU an Stelle des Generals Dalstein, dessen Abschiedsgesuch bewilligt wurde Falliöres unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen die technischen Ausschüsse der verschiedenen Waffen, ausgenommen bei den Pioniertruppen, aufgehoben werden. Der technische Pionier- ausschuß wird neugebildet und eine dauernde Luftschiff ahrts- insp ektio n geschaffen. v . Aus Paris wird gemeldet: Die Bediensteten der verstaatlichten West bahn, welche dem MobilisierungS- befehl keine Folge geleistet hatten und von der Militärbehörde mit zwei- bis achttägigem Gefängnis bestraft worden waren, bc- nationalliberale Reichstagskandidatur für Giehen-Grünberg-Ridda. Im Lenzschen Felsenkeller hier fand gestern nachmittag ine, hauptsächlich aus den ländlichen Bezirken sehr gut esuchte Bertrauensmännerverfammlung der Nationallibe> alen Partei des 1. hessischen Reichstagswahlkreises Gießen- )rünberg-9ttdda statt, die sich vornehmlich mit der Auf- rlluna eines Kandidaten für die zukünftige Reichstags- ,iahl oeschäfttgte. Nach einem einleitenden Bericht des rften Wahlkreisvorsitzenden, Rechtsanwalt Kaufmann, bil- igte die Versammlung einmütig die Schritte, die der sahlkreisvorstand seither in dieser Frage unternommen ,atte. Nachdem verschiedene Redner aus Stadt und Land ,ie von dem Wahlkreisvorstand vorgeschlagene Kandidatur oarm empfohlen hatten, beschloß die Vertrauensmänner- ^ersammlung einstimmig, Herrn Pros. Dr. Gi- evins, Direktor des land-wirtschaftlichen Instituts zu Hegen, als nationalliberalen Kandidaten für die nächste teichstagswahl aufzustellen. Da gerade dieser Kandidat besonders geeignet erscheint, den leider in unserem Wahl- reis bestehenden Gegensatz zwischen Stadt und Land aus- ugleichen und das nationalgesinnte Bürgertum gegenüber er Sozialdemokratte zusammenzufassen, da er weiter hin- ichtlich seines politischen Programms auf mittlerer Linie teht und deshalb alle Eigenschaften besitzt, den, Wahlkreis jein Bürgertum zu erhalten, wurde weiter beschlossen, Hi en bürgerlichen Parteien des Wahlkreises Mit- ttlung von der Aufstellung dieser Kandidatur zu machen ind sie zu ersuchen, die Kandidatur des Herrn Prof. Gisevius mch ihrerseits zu unterstützen. Während über die anderen Punkte der Tagesordnung, nsbesondere die Einteilung der Agttationsarbeit für den Sinter, noch gesprochen wurde, erschien Pros. Dr. Gise- >ins, von der gesamten Versammlung stürmisch begrüßt, m Saal. Der Wahlkreisvorsitzende stellte den Kandidaten )er Versammlung vor und teilte ihm das Ergebnis der Zerhandlungen mit Prof. Dr. Gisevius entwickele da- CAif sein Programm in ruhiger, sachlicher, oft von ebhaftem Beifall unterbrochenen Rede und führte dann twa folgendes aus: „ , . , _ Für das mit durch bat heutigen Beschluß bewiesene Vertrauen ann ich nur meinen wärmsten Dank aussprechen. Ich knüpfe >ie Hoffnung daraus an, daß es gelingen wird, den Sieg im Wahlkampfe zu erringen, der dem Optimisten sicherer zusallt Ü4 den Pessimisten. Ich verspreche Ihnen, auch nach dem Steg rach besten Kräften darnach stteben zu wollen, Ihrem Betrauen gerecht zu werden. , ., _, . In ernster Zeit stelle ich mich Ihnen snr gemeinsames Wirlen zur Verfügung. Da habe ich den Wunsch, mit Ihnen nuch. nals unser Prvgramm durchzugehen, um eine seste und ilcherc Vaiienbrüderschast zustande zu bringen. Es scheint mit das urnw- aiehr notwendig zu sein, als ich den Wunsch habe, gegen die andere Aussassung meiner Kandidatur von vornherein Pro est zu erheben, wie solche Aussassung heute schon durch du Blatter geht.' Die letzten Monate haben in besonderer Weise die allgemeine Nusmerksamkeit aus die Vorgänge in der natwnalliberaleii Partei gelenkt Bei dem aufmerE|amen Verfolgen der Pretzstimmen, i. A. der Stimmen über die Kasseler Tagung, war ich erjtaunt Darüber, daß man bei der nationalliberalen Partei immer nur Deren äußere Stellung und äußere Taktik unter die Lupe nahm, m äube rliche A usfassu N g der Patteistellung erstatt ruck die mancherlei unberechtigten Angriffe. ^Daß die diationalliberalen äußerlich auf bei mittleren Sime marschieren, macht ben Anschluß von unb links möglich, sobald der Wunsch nach einem Zusammenschlutz rege wird. Dattn liegt eine Stärke der Partei und tue Möglichkeit, je nach den imtzeren Umständen sich den verschiedenen^Au sassungen anzu. oasfen Andererseits hegt in dieser äußerlich ausgefatzten Mittei- lüiie auch eine Schwäche, welche die Gegner ausnutzen wollen. Man wirst den Mangel an fester Baus ^r, weil die verschiedenen Ansichten zusammengeführt erscheinen. Man kann von lherlosigkeit und von Mangel an Grenzen fprechen^ wal a u v e r lich der Zusammenschluß tatsächlich bis zu den äußerlten Grenzen >rr. 249 Erstes Blatt 460. Jahrgang Montag 24.Oktober 1010 Der Gießener Anzelaer » . a. —ä vezngsvreis: scheint täglich, außer Gj W monatlich75Pf.,viertel- Eleyeiler -E Generalanzeiger für Gberhessen MW Annahme von Anzeige« V «ir » • ’ ’ m Land" und „Gerichts- bis oo'nunags'g'uh" votaNonrdniS und Verlag derSrühsschen Unlv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange, «edattion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. ^zi'ig-nt-il-^H^B-ck. Die Neuordnung in Portugal. Lissabon, 23. Ott. Das Amtsblatt wird morgen einen Erlaß veröffentlichen, der die vollständige Verweltlichung der Schulen anordnet. Tie Verfügung des Ministers weist den Staatsanwalt an, das Strafgesetzbuch gegen die' Priester, welche die neue Regierungsform und die Behörden angreifen, zur Anwendung zu bringen. Die konstituierende Nationalversammlung wird vor Ablauf von sechs Monaten zusammentreten können, obwohl der Zeitpunkt für die Wagten noch nicht estgesetzt ist. , „ Den Blättermeldungen zufolge sand man in Cintra in den Gemächern der Königin Amelie zwei große Koffer in verschiedenen Papieren aus dem Justizministerium. Rom, 23. Okt. Der katholische ,(Sorriete d'Jtalia" veröffentlicht eine Note, in der es heißt, daß die Abbe- rufung des Nuntius aus Lissabon zunächst einen Drovisorischen Charakter trage, indessen sei die von der lortugiefischen Regierung bisher gegenüber der katholi- cben Religion beooachtete Haltung nicht derart, daß man betreffs ihrer künftigen Beziehungen zum Heiligen .Stuhl optimistische Erwartungen hegen könnte. Die „Agenee Havas" veröffentlicht folgende Note: Die französische Regierung verständigte sich mit Eng- land und Spanien, um bei den Mächten zu beantragen, von jetzt ab die provisorische Regierung Portugals als tatsächliche Regierung anzuerkennen und sie ferner als endgültige Regierung anzu- erkennen, sobald Iie die versa,sungsmätzige Bestätigung erlangt haben wird. England, das die Jnttiatioe zu dem Vorfchlaa ergriffen, brachte ihn zur Kenntnis der Mächte. Man weiß bereits, daß Deutschland seine Zustimmung dazu erteilte. Deutsches Reich. Zum Geburtstag der Kaiserin am 22. b. M. zahlte der Deutscye Kriegerbund an hülssbedu.rstige Witwen' verstorbener Kameraden 41 000 Mark Unterstützungen aus. Der Kronprinz brachte ber Kaiserin als Geburtstagsgeschenk ein Oelgemalde bar, das Prinzeß in Viktoria Luise in der Uniform des zweiten Leibhusarew-RegimrMs barstellt. Als erster Gratulant ist — ben Blättern zufolge — balb nach 8 Uhr Prinz Joachim von Preußen eingetroff^n; ihm schlossen sich ber Kronprinz und die Kronprinzessin mit ben Prinzensöhnen, bie Prinzen Eitel Friedrich und August Wühelm mit ihren Gemahlinnen an, sowie die im Neuen Palais selbst wohnenden Fürstlich^iten. Abends 9 Uhr sand im Neuen Palais eine Konzettaussührung statt. Wegen des Moabiter Aufruhrs wurde bereits gegen 17 Perfonen Anklage vor der Strafkammer und aegen 9 Personen Anklage vor dem Schwurgericht erhoben. Voraussichtlich werben sich etwa 4 0 Personen vor der Strafkammer and etwa 20 vor dem Schwurgericht zu verantwottenf haben. Venizelos zum griechischen Ministerpräsidenten nichts einzuwenden habe, obwohl er ftüyer seine Agitation auf Kreta betrieb. Da Venizelos in der letzten Zeit eine besonnenereHaltung einnehme, werde die Pforte die Handlungen des neuen Kabinetts abwarten. Die Pforte habe die Beziehungen zu Griechenland nicht abgebrochen, ondern nur den Urlaub des türkischen Gesandten in Athen verlängert. Die persische Antwort auf Englands Drohung. London, 22. Ott. Wie das Reutersche Bureau aus Die Gegensätze müssen heute sckMeigen, die Streitenden sich zu fester Wasfengemeinschaft vereinigen. Der Tritt ist nach dem mittleren Zuge zu nehmen, und die führende Mittelpartei hat ihre Aufgabe zu erfüllen, diesen Tritt anzugeben. Wir haben uns nicht so zu verhalten, als ob bas Vaterland sich in Gefahr befindet, sondern dasselbe steht schon in Gefahr, und wir alle müssen den Zeitpunkt wahrnehmen und dürfen nicht zögern. Hat eine mittlere Partei, wie bie nationalliberale, ihre Aufgabe nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich erfaßt, so hat ie heute eine ebenso große wie wichtige Ausgabe. Sie hat )ann auch eine große und schöne Zukunft. Ich stelle mich ber Partei in diesem Sinne als ihr Kandidat gern zur Verfügung und dankbar bitte ich Sie, in den Ruf einzustimmen : Die nationalliberale Partei lebe hoch. Im Anschluß daran dankte der Vorsitzende für die Ausführungen und schloß die Versammlung mit einem Apell an die Anwesenden zu treuer Mitarbeit und mit einem Hoch auf das Vaterland. Der Bruch zwischen Frankreich und der Türkei. Paris, 23. Ott. Eine amtliche Note besagt: Da die Türkei die von der französischen Regierung zum Schutze der Interessen Frankreichs ge st eilten Bedingungen abgelehnt hat, ließ Minister Pichon gestern abend den französischen Botfchaiter Bom- pard telegraphisch verständigen, daß die Verhandlungen abgebrochen sind. — Mehrere mit dem Quaie d'Orsay in Verbindung stehende Blätter fügen hinzu, der türkische Finanzminister Djavid Bey soll die Absicht haben, sich an Finanziers Mitteleuropas zu wenden. Diese Eventualität wird von der französischen Regierung ohne jede Bitterkeit ins Auge gefaßt. Ueberdies wird betont, Frankreich müsse trotz des Abbruchs der Anleihe- Verhandlungen nunmehr mir aller Entschiedenheit darauf bestehen, daß die Pforte die Stellung der in der Türkei lebenden Algerier und Tunesier den ' französischen Forderungen gemäß anerkenne. Die französischen Blätter billigen rückhaltlos die von der französischen Regierung in der Frage der türttschen Anleihe beobachtete Haltung. Der „Temps" c m.fi Im ^Hotel Einhorn- konzertiert morqen die £u§ r?rsu ^an2en unö örei Herren begehende, beslbekaiinte Truvve Ernst B e r g h a u s aus Elberield, als deren besonderer AnziebunaS- punkt der werbliche Komiker Adele de Lorty zu betrachten ist. Auch ausgestellt" ^^relungen wird durchs ein Ls Zeugnis Der spanische Abgeordnete Senante fragte in der Kanrmersrhung wegen der Religions Politik der Regierung an Er tadelte e£, daß die Kundgebungen der Katholiken in Bilbao und ö ichtig er Z eu g e ausgetreten. Bei der heutigen Orts- bettchtigung am Tatorte bei Gerolstein begab sich nach einer Wieder- Holung der Schießizene das Gericht in die benachbarte Oossche ^raht abnk, um sestzustellen, datz man von dort aus den Vorgang - Bei einem Rundgang meldete sich plötzlich atthias Uhren, der erklätte, er habe sich bisher ^meldet, well er nicht angenommen habe, daß ftlne Beobachtungen von Belang leien. Ich mar, so führte er aus, an dem betrcifenbeng Tage in dem ersten Stock der Fabrik tl9t durch das Fenster, wie zwei Herren von Zwischen den beiden war ein Abstand von -Eblern. Ich fuhr in meiner Arbeit fort und sah dann, als ich zusallig wieder znm Fenster hinausblickte, wie beide cinande- naberlamen, wobei der eine strauchelte und langsam zu Boden siel, ^d) nahm an, daß beide betrunken seien. Der Bealeller lprang aus den Gefallenen zu unb nun sah es so aus, als ob dem anberen Helsen wollte. Dieser Vorfall spielte sich oeftile^b ^ieUer roar 6ci bieser .Erzählung zugegen und mtfMa r2, Grippen, der nach feiner Flucht Ü Funkentelegraphie aus einem Amerikadampfer ermittelt ??? wurde schuldig befunden, seine Gattin ermordet zu haben und hierauf zum Tode verurteilt. Der Rickner er» Uarte dem Verurteilten, daß er ihm keine Hoffnung auf MH er^ei9!, ^ö^e. Crippen erblaßte, er erklärte, ।ci unjujuioig. w. Marburg, 22. Okt. Prinz Heinrich von Preußen traf heute morgen 8 Uhr im Automobil von Friedberg kommend hier ein und besichtigte die Kirche der heiligen Elisabeth; später kehrte der Prinz wiederum im ' Automobil nach Friedberg zurück. 11’ ff Marburg, 23. Olt. Die Landsmannschaft .Hasso. 1 Borussia" beging gestern die Einweihung ihres neuen prächtigen Vereinshauses. In dem Festzuge bemerkte man eine große Anzahl Alter Herren. — In der Bier, brauerei Bopp kam es wegen der Entlassung eines Ar- ! beilecs zu Differenzen. Sämtliche Arbeiter verließen ihre Plätze. - hip i*i7^b b e r - P r o z e s s e beschästigten am Sarnstag k e Abteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte unter dem Vorsitz des Amtsrichters Dr. Leiden. Der Sck)riftsteller bcr Ehemann der Frau v. Schönebeck hatte Pnvalklage gegen eine Anzahl von Zeitungsredakteuren erhoben, die sich gegen kritische Bemerkunaen her Qpi. &■ ItoöS s «ÄSttfe p^U's des Weber in Zeitungsanzeiaen ben Ausführung^ eine® .anS nTiirets erDiutt A. O. Weber Beleidigungen seiner Person da behauptet wurde, daß er die Frau v. Sck-ö^beck lÄalÜH Ol'heiratet habe. Es wurde sehr viel schmutzige Ä Glicht l-ktte die 'g-Vlten'TK- S£ -sass wx fleKer Lrivatklagen rechteten sich gegen den Schrift- fi» «! V.: «‘ää ‘5S -ä U°b«>chr,,t „Frau Äücbcf verössentlicht n>ch daAn u - a-L L Dekanatssynode. Die diesjährige Synode ÖCSAet>o^tts eI"m?et°n °tS ® ie6en findet morgen Mitt- woch 25 ds. Mts. tn dec vor 2 Jahren restauri-A-n Kirche zu Großen.Lindcn statt. Den Hauplgegenstand der Verhandluugen bftdet neben der Dekanatskrankenpflegc em ®fc‘cn9 Pfarrers S chmaltz.Nockenberg über: ,Die Stellung der K.rche zu den Sekten und ähnlichen Be- ftrebungen mit Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des Dekanats . Da die Verhandlungen öffentlich sind wird dieser Vort.ag und d,e sich daran anschliessende Aussprache wohl zahlreiche Zuhörer finden. Als letsier und viettei^i wichtigster Punkt der Tagesordnung kommt der Antmg Kähler-Lteinbach betreffend: .Die anderweitige Neaeluna der Verwaltung des Kirchenvermögens^. In dem der Snnode sToiSbgem ^nungsgotlesdienst predigt Pfarrer "... 05 Zählg-schäst in Dors und Ldt von ZächL v7r genommen d,e diese Arbeit im Ehrenan,! sreiwill a übe, in ^Verhältnisse ^zu^bekom ^abei die Möglichkeit, Einblick * ~ sSTÄ1‘»TÄK; ** Kälteschutzwageu. Der in den beiden letzten vorgenommene Ver-such, frostempfindliche Stlfiud-Qlutet, B. Wein, frisches Obst, Gemüse und dergleichen, wahrend des Transportes auf der Eisenbahn auck^n Einwirkung der Kälte zu schützen, wird Äp sf WEr fortge,etzt. Es verkehren zu diesem 5en uachgenannten Zugen und auf den bezeich- Mär^ ?'™dehJttV? Üfm ?nbß dieses Monats ab bis Ende L ^^^vders gebaute, gedeckte Güterwagen, die !n Un>? Preßkohlenheizung eingerichtet sind und LJ, wahrend der Frostzeit die ftost,empfindlichen Eil- ftückguter von nach allen an der Zugstreckc lrcoenden ^^onen und, sowell Platz vorhanden ist, auch die nach Abzwerge strecken bestimmten Güter der genannten Art ver- laden werden sollen. Es verkehrt ab Frankftirt a M ^rA^a^n)0LeilIJ0^er Kälteschutzwageu auf der Strecke Frankfurt a. M.—Bebra—Eisenach—Berlin Anh. Bf. der in em ^guterzug 6091 nach Berlin läuft und in dem Eil- u ®er/in Anh. Bf. nach Frankfurt a. M. H. zuruclrehrt, ern werterer Kalteschutztvagen verkebrt nii fr '^^kbhf. auf der Strecke Frankfurt a M — Hamburg, der in dem Eilgüterzug 6017 un^ Von. Hamburg über Göttiuqen— nach^^-ranlfurt a. M. in dem Ellgüterzug 6098 mi» Anschluß an diese Kälteschutzwageu verkehrt auf der Strecke Köln—Koblen?— Malnz-Frankfurt a. M. H., der in Frankfurt a M mit mll 6032 eintrifit Ullb von Frankfurt a M ^uterzug 6035 zurücklüuft. Sämtliche Kälte- Mehren in den angegebenen Kursen und 8ügen ana/i^pfpn s» *erI 2?-9en- Die Eilgutabfertigungen sind angewresen, den Interessenten über die zweckmasuaslen Ans L fr-stampfindläe^BL"L Hd) r Lilstück L ta MMÄX WA den Interessenten dw Anfgobe^^solch« 'Ei?. =e11tfle,nemnb lmf9 fcfl9e|tcat morden. — Der Ausbruch bet ^"che Mt weiter gemeldet auL: Ba jo h rm i hf nn\ tr “31‘et"'00r- 5tre,ä Memel, RegierungSbezitt Königs berg, E iche und Wartenberg, Kreis Nlederbarnim oV gierungsbezlrk Potsdam, bei Händlervieh; Fechenheim' Kreis Hanau, bei Händlervieh; S chiro 8lawek" Kreis ^a)ioetz, Regierungsbezirk Nlarienwerder; Kreis NamSlan Regierungsbezirk «tesla,,; Reichburten, fi M , ' Reg,erungSbezir Königsberg; Schwarz, Kreis Kalbe Re.' gierungSbezirl Alagdeburg, n,» 20. Oft; Lchövs ßnnhrnfe anitsfaejitt Roda, Herzogtum Sachsen-Altenburg;' Ko bürg' Landralsamisbezirk Koburg-Stabt; Lana grün Sn„hrnfc3' amtsbejirt Schleiz, Fürstentum Reusi j. L.; Krön^ach gicrungsbezick Ober,ranken, am 21. Ott. l geführt, daß es iüoR inM angtljt, die Frau als geisteskrank zu erklären, denn dann würde dre Ehe nicht als rechtsgültig angesehen werden können und daran habe Herr A. O. Weber sicherlich fein Interesse. Dieser Artikel ist wörtlich in das „Deutsche Lchrerblatt" übergegangen und aus diesem Grunde auch gegen den Redakteur Göbel die Privatklage erhoben worden. — Auch hier beantragte der Reckftsbeistand des Privatklägers eine harte Strafe. Ter Gerichtshof erkannte auf F r e i s p r e ch u n g. ^uflschiffahrt. V m u i d e n, 23. Okt. Der Ballon „Hildebrand t", der gestern abend 4 Uhr 10 Min. in Berlin aufgestiegen war, ist in der Nordsee verunglückt. Die Insassen des Ballons, A. Nikolai, H. Berliner und G. Gebauer wurden von einem Lotsendampfer gerettet, der Ballon wurde durch den Schleppdampfer „Cyclop" geborgen. New York, 22. Okt. In Gegenwart einer riesigen Menschenmenge begann heute auf dem benachbarten Belmont-Parkgelände die internationale Fliegerwoche, die bis zum 30. Oktober dauert. Es sind Geldpreise im Gesamtbeträge von 80 000 Dollars ausgesetzt. vom Gordon-Vennett-Rennen. Von den drei vermißten Luftschiffen sind „A z u r e a" und -,Düsseldorf" inzwischen gelandet, „Amerika" ist noch verschollen. Nach einer Mitteilung des bekannten Luftschiffers, des schweizer Obersten Schaeck ist das Schlimmste zu befürchten. Wir erhielten folgende Drahtnachrichten: Azurea und Düsseldorf gelandet. Berlin, 22. Okt. Wie aus Newyork berichtet wird, ist der Ballon „Azurea" im Distrikt von Algoma in Kanada gelandet. Ueber das Schicksal des Ballons „Düsseldorf" und „Amerika" sind noch keine Nachrichten eingelausen. St. Louis, 22. Okt. Als die Insassen des Ballons -,A z u r e a" B i s c o t a r i n g erreichten, sandten sie ein Telegramm an den Aeroklub Ametiko, sie hatten drei Tage und eine Nacht dazu gebraucht, die Wälder zu durchqueren. Sie wären gezwungen gewesen, einen See, der ihnen den Weg versperrte, zu durchschwimmen. Die Temperatur betrug nachts nur 11 Grad Fahrenheit. St. Louis, 23. Okt. Der Ballon „Düsseldorf" ist am Mittwoch mittag in der Nähe von K i s k i s i n k (Quebec) gelandet; sein Führer behauptet, 1240 Meilen zurückgelegt zu haben. America gestrandet. Montreal, 23. Okt. Oberst Schaeck, der Führer der „Helvetia", berichtet, er habe beim Kreuzen des Huronsees einen fallenden Ballon gesehen. Die Beleuchtung war schlecht. Er habe daher durch das Fernglas weder das Fahrzeug bestimmen noch erkennen können, ob es bemannt gewesen sei. Der heftige Wind machte eine Hilfeleistung unmöglich. Washington, 23. Okt. Die Zollkutter und sonstigen Regierungsdampfer auf dem Huronsee sind angewiesen worden, die Nachforschungen nach dem Ballon „Amerika" zu unterstützen. * Germania Sieger? Newyork, .22. Okt. Die Beamten des Lustschifferklubs Amerikas äußerten ihre persönliche Ansicht dahin, der Ballon „Germania" habe mit der zurückgelegten Strecke von 1200 Meilen einen neuen Weltsieg aufgestellt und sei als S i e g e r des Gordon- Bennett-Rennens zu betrachten. (Wenn die Angaben des Führers des „D ü s s e l d o r f" stimmen, wird „Germania" nicht als Sieger zu betrachten sein. D. Red.) vermischte». f * Schwerer Zusammenstoß mit der Polizei. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer Bande von 30 bis 40 halbwüchsigen Burschen und zwei Schutzleuten kam es in der Nacht zum Sonntag nt der Weberund Büschingstraße zu Berlin. Als ein Bursche auf einen der Schutzleute a n l e g t e, kam ihm dieser zuvor und feuerte einen Pistolenschuß ab. Der Getroffene brach zusammen, wurde aber von seinen Genossen weggeschleppt, so daß er nicht fest gestelltwerden konnte. Die Hügel des Schutzmannes traf noch einen Bierfahrer, der sich in der Nähe befunden hatte und nach dem Krankenhaus am Friedrichshain verbracht, wurde. — Bereits am Sonntag wurden 10 der Hauptbeteiligten ermittelt und verhaftet. Auch für heute werden noch Verhaftungett erwartet. * D er Regenwurm im Haushalt der Natur. Schon Darwin hat festgestellt, welchen Anteil die Regenwürmer an der Bildung der Feinerde haben, durch die die Fruchtbarkeit des Bodens bedeutend gesteigert wird. Nach einer Beobachtung, die ein amerikanischer Physiologe gemacht hat, scheint es aber auch, daß die Regenwürmer an der Besiedelung der Erde durch Pflanzen geradezu mitschaffen. In einem Park zu Baltimore wurde beobachtet, daß Regenwürmer geflügelte Früchte des Silberahorn — oft bis zu fünfzig Stück — in ihre Bohrlöcher geschleppt hatten. In jedem Häuflein waren die Früchte durch die Erde und durch einige tote Gräser miteinander so verbunden, daß sie die Bohrlöcher völlig verschlossen. Während nun die auf der Erde umherliegenden Früchte nicht ausgetrieben waren, standen von den in die Erde hineingegrabenen die meisten bald in voller Keimung In dieser Weise also tragt der Regenwurm zur Verbesserung der Erde und zur Verjüngung des Waldes bei. * Eine Hausschjlachtung. Junge (zum Krämer): „Ich möchte 10 Pfund Salz und ein halbes Pfund Pfester." — Krämer: „Ihr habt gewiß Schweineschlachten; welcher Fleischer schlacht' denn bei Euch?" — .Junge: „Gar feener, das Schwein is ganz alleene gestorben!" * Schöner Vergleich. „Ist es aber auch ein sicherer Gaul?" — Pferdeverleiher: „So sicher wie 'ne erste Hypothek!" Kleine Taqeschronik. Ter Fuhrwerksbesitzer Blankenburg aus dem Berliner Vorort Stolpe geriet in der Trunkenheit mit einem Nachtwächter, der seinen Wagen anhielt, in Streit. Dabei riß Blankenburg! seinem Gegner den Säbel weg, und stieß ihn sich in den Unterleib. (?) Er ist lebensgefährlich verletzt und wurde in die Charite eingeliefert. Auf Schloß Friedenstein bei Gotha wurden außer Bildern auch Altertümer und Meißner Porzellan entwendet; ein Diener, sowie ein vielfach vorbestrafter Kellner wurden verhaftet; bei auswärtigen Althändlern wurde bereits ein Teil der gestohlenen Sachen beschlagnahmt. Der älteste Sohn der Erbpächters Boldt zu Wöbbelin erschoß seinen Vater und seinen jüngeren Bruder in ihrem Betten. Der Mörder erhängte sich dann im nahen Walde. Er sollte wegen Leichtsinn der Erbschaft des Gehöftes verlusttg gehen. In Adelsberg wurden heute nacht durch Großfeuer acht Häuser eingeäschert. Eine 80jährige Frau kam in den Flammen um, mehrere Familien sind obdachlos. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro ist der Dampfer „W ally" bei Para aescheitert. Fünfzig Personen sollen ertrunken sein. Der Direktor des Staatsarchivs Malagola in Venedig, gegen den in den Blättern die Anklage schwerer Unregelmäßigkeiten erhoben worden war, hat sich durch einen Revolverschuß getötet. Nach einer Lloydmeldung aus Havana ist das kubanische Kanonenboot „Cespedes" bei den Colorados gescheitert. Fast die gesamte Mannschaft ist ertrunken. Markte. fc.Frankfurt a.M. 93 i e b h oi- 'Di a r f t bericht vom 24. Okt. AuÜrieb: 1527 Rinder, darunter 465 Ochsen, 31 Bullen, 1031 Kühe, 350 Kälber, 423 Schale, 1979 Schweine. Tendenz: Kälber anfangs lebhaft, dann flau, bleibt etwas Uebersland, Schafe ruhig, alles abgefetzt, Schweine mäßig, bleibt Ueberstand. Preis pro 100Psd. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Mk. Mk. Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt .... . 50—56 89—97 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete............ 44—49 80—88 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 42—44 77—79 Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 48—51 vollfleifchige, jüngere..........43—46 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgeni. Färsen höchst. Schlachtw. 43—48 Vollfleischige ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren ........ 43—46 Aeltere ausgemästele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen .... 34—42 Mäßig genährte Kühe und Färsen.....23—25 Kälber. 80-85 71-76 77-86 80-83 71-81 46—54 Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 60—64 100—100 Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 53—59 93—100 Geringere Saugkälber......... 50—54 85—92 Schale. Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 34—38 75—78 Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe 32—33 69—72 Schweine. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgelvicht........ 56.50—57.50 70.00—72.00 Vollftelschige Schweine über 21/, Zentner Lebendgelvicht........ 56.00—58.00 71.00—73.00 Fettschwelne über 3 Ztr.Lebendgew. . 56.00—57.50 71.00—74.00 Fleischige Schweine...... 56.00—57.50 72.00—74.00 ic. Frankfurt a. M., 24. Okt. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Welzen Mk. 20.00—00.00, Kurhess. Mk. 20.00—20.25, nordd. 00 Mk., La Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 15.25 bis Mk.15.40,Gerste (Wetterauer) '1)^.16.00—16.50, Gerste Franken Pfälzer Ried Atk. 16.05—17.00, Kleie Mk. 00.00- 00.00, Hafer Mk. 15.25 bis Mk. 16.00, Mais Mk. 14.00-14.25, Weizenmehl 0 Mk. 30.00 Kartoffeln für den Winterbcdarf. Magrinur bonum Industrie Optitat Paulsens Juli 5622 gelb, fleischig Gelbe Mäuschen offeriert zu den billigst. Tagespreis. J. Weisel Telephon 235. Sonnenstr. 6. Sandkaute Liebig shöhe kann wieder Sand abgefahren werden. Bei Jahresabschluß Preisermäßigung. 5478 Näheres in der Grube._______ Für Damen mit bleichem Teint Rosaderma Alleinverkauf: Emil Koch, Seliersweg 75. (°"»> Tel. 767. Friich eingetofleu: 5910 Neue Rollmöpse, Bismarckheringe, Bratheringe uni) geräucherte Kieler Bücklinge bei E. Tort, Walltorstr. 45. 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Mk. 00 00 bis 00.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Alk. 9.50, Wetzenschals Alk. 00.00—00.00, Roqqenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Alk. 00.00—00. -0, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.25—12.60. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 24. Okt. (Orig.-Telegr. des „ötcfez Anzeigers".) Kartoffelmarkt. Man notierte: Frühkartoffeln tit Waggons Mk. 6.50—6.60, im Kleinhandel Alk. 7.50-7.15 für je 100 Kg. ßanöeL Wien, 22. Okt. Die österreichisch-ungarische Bank erhöhte den Diskont uoit 4 auf 5 Prozent. Amtlicher Wetterbericht. Oeffenlliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Wülerung seit gestern früh: Tas Hochdruck- gebiet über der Ostsee besteht fort, während ein Tiefdruckgebiet über der Biskaya lagert. Daher wehen m ganz Deutschland östliche Wmde, die zeitweise heiteres, trockenes Welter bedingen. In der Nacht trat infolge Ausstrahlung strichweise Rei'bildung ein. Es ist eine Zunahme der nächtlichen Erkaltung in Aussicht. Wetteraussichten in peilen am Dienstag dem 25. Oktober 1910: Nachl'rolt, heiter, trocken, Ostivind. Der König von Siam t Bangkok, 23. Ott. Der König Chulalongkorn ist nach kurzer Krankheit gestorben. Als T o d e s u r s a ch e des Königs wird Urämie angegeben. Der Kronprinz wurde zum Könige proklamiert. König Chulalongkorn von Siam hat ein Alter von 57 Jahren erreicht. Er folgte seinem Vater König Paramindo Maha Mongkut am 1. Oktober 1868 auf dem Throne. Bekannt sind die erfolgreichen Bemühungen Chulalongkorns, der europäischen Kultur in seinem Lande Eingang zu verschaffen. Unter seiner Regierung trat Siam dem Weltpostverein bei. Der KronprinzMahaWajirawudh,der am 1. Jan. 1911 30 Jahre alt wird, ist am 17. Januar 1895 zum Kronprinz- Thronfolger erttärt worden, nachdem der anfänglich zum Thronerben besttmmt gewesene Prinz Maha Vajirunhis, der eine vorzügliche europäische Erziehung genossen hatte, gestorben war. Ter neue König hat seine Ausbildung in England erhalten. (DriginabDra^tmclöuugen. Das Befiadeu des Ministers Braun. R. B. Darmst ad t, 24. Okt. Ter Minister des Innern Braun verbrachte die Nacht auf Montag ruhig. Sein Schlaf war ruhig. Bei der heute um 10 Uhr durch den behandelnden Arzt, Sanitätsrat Dr. Hoffmann, Dor» genommenen Untersuchung wurde langsam fortschreitende Besserung und ein verhältnismäßig günstiges Allgemeinbefinden festgestellt. Tie türkische Kabinettskrise. Athen, 24. Okt. Der König erklärte Venizelos, das Nichtvorhandenfein einer beschlußfähigen Zahl von De- putterten bedeute keineswegs einenMangel anVertrauen und bestand daraus, das Kabinett solle morgen wieder in der Nattonalversammlung erscheinen. Venizelos wird seine Antwort morgen vormittag geben. Ein Zugvonungesähr 20000 Personen übergab in Abwesenheit des Königs dem Kammerherrn eine Adresse, in der der Monarch gebeten wird, das Reformkabinett Venizelos zu unterstützen. Der König telephonierte aus Tatoi, daß er wünsche, Venizelos möchte die Gewalt behalten. Der Zug marschierte dann vor dem Hause Venizelos vorbei, der vom Balkon eine Ansprache hielt, in der er erklärte, die Machenschaften der Reaktionäre würden vereitelt werden dank der Zusammenarbeit von König und Volk zur Verwirklichung oes Reformprogramms. Die Menge brachte Venizelos wiederholt Huldigungen dar. Die Ruhe wurde nicht gestört. * Havanna, 24. Okt. Bei dem Orkan sind' insgesamt 100 Personen ums Leben gekommen. Tokio, 24. Ott. Ministerpräsident Katsura erklärte, daß das neue Budget an neuen Ausgaben nur 70 Millionen Yen für Flotten so rderungen enthalten werde, die auf 6 Jahre verteilt werden sollten. Die durch die Ueberschwemmungsschädcm entstandenen Ausgaben und die durch die Annexion Koreas erwachsenen .Lasten- beeinflussen den Voranschlag nur unwesentlich. gebrauchen feit vielen Jahren ausschließlich WllUlPIlvn ine Myrrholinfeise; der beste Beweis dafür, daß sie noch von keiner anderen Seife in ihrer die Schönheit und Zartheit der Haut fo nachhaltig fördernden Eigenschaft übertroffen worden ist. Preis 50 Pfg. (b28/ Taglöhncrin gesucht. [5882 Zigarrensabrik, Dammstraße 40. Minin M Dicnstniällckien gesucht. B”/io ________Chirurgische Klinik. Gesucht für sofort ein junges Mädchen zur Stütze der Hausfrau. Familien-Anschluß. 08889] Frau Prof. Krause, Krofdorf bei Gießen. kin arbeitssanies Mchen für Hausarbeit gesucht. 5854] Ludwigstraße 1. Ein nicht zu junges Mädchen, das selbständig gut bürgerlich kochen kann u. gute Zeugnisse auszuweisen hat, wird m em gutes Haus gesucht. Eintritt sogleich oder später. Näheres unter 5904 in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 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