Seid umschlungen, lUtiHionen !" — V. Bülow am 6. 9Rärz 1899 CK sei noch erwähnt bau Hans Süppei* Aufführung der die Spuren vieler Streichungen und Einschaltungen trage. Die Thronrede kündigt im übrigen keine Gejetzcntwurfe an. Politische Tagesschau. Die Wahrheit über die türkischen Kriegsrüstungen. In Konstantinopel ist man mit Eifer dabei, die nationale Wehrmacht wieder zu stärken. Das bciueift z. B. auch der vor einigen Tagen genretdete Anlauf von 1 Torpedobooten bei der Firma Schichau in Danzig. Generaloberst Frhr. v. d. Goltz legt nun in einem interessanten Artikel im „Tag" dar, daß die Sorge vor angeblichen Kriegsrüstungen in der Türkei unbegründet sei, daß die Jungtürken nur aus Pilichtgcsüht den alten Schlendrian beseitigen wollten. Frhr. v. d. Gottz schreibt u. a.: In der Türkei l)errscht gegenwärtig unzweifelhaft reges militärisches Leber, 'Aber Mazedonien starrt trotzdem iiod) nidst von Bajonetten, und kriegerische Gelüste des Jungtürlcntums sind cm Ort und Stelle nirgends zu spüren. Bei den jmigst in meinem Beisein abgelxütenen Manövcrn war es mehrfach nicht lewst, in den größeren Garnisonen gcmijdjjc Brigaden von^ einigen tausend Ätann zu den Ucbungcn zu vereinigen, weil die Truppenstärken zwar im allgemeinen das für die Aufredsterl-attung der Ruhe und Sicherheit des Landes notivcnüigc Ataß^ ater leinen Ucberscl-uß ergaben, der zu kriegerischen Extravaganzen hätte verleiten können. 9hir bei Mrianopel traten zwei ganze Diviivonen als kämpsende Parteien auf, doch hatten hier beiondere Bor- Zur Limührung in den dritten Grchesterabend. Zur Einführinlg in den dritten Orchesterabend des Gießener Üvnzertvereins wird uns geschrieben: Im dritten Orchefterabcnd, der am 24. d. M. im vstadtty.ater stattsindet, werten dank der Bemühungen Prof. Trautmanns zwei Symphonien der größten Tondichter aufgeführt und zwar I BralMs (1833—1896) mit seiner 2. Symphonie und L. v. Beethoven (1770-1827) mit der „Neunten". Der große, allgemeine Erfolg, den die zweite Brahmsfchc Symphonie (op. 73. T-dur. 1878) bei ihrer ersten Aiissülirung in Wien unter des Meisters Zeitung (10. Januar 1878) errang, mar ein Beweis gegen die von Seiten Wagnerischer Veis^'rne, in töNiger Verkennung des Sinnes ihres eigenen Meisters, cms- gespwchene Ansicht: Seit Beethovens „Neunter" fer der Inhalt der Symphonie nie erschöpft, und diese selbst ohne Exiftenz-Be- rcchtigung. Ter Grundtmr dieser zweiten Symphonie im Gegensätze zu ihren anderen drei Schwestern, ist em heiterer^unö selbst in ihren schwermütigen Teilen (Adagio) herrscht seelische Anmut und ein friedvoller Sinn. Wenn auch dre 1. Symphonie (L-nwll) an Gedanrentiefe und Gefoult der Empfuidung hoher steht, so ist gerade die zweite durch Freundlichkeit und ^unigleit ausgezeichnet: sie ist eher der Ausdruck ruhiger behaglicher Freude über das Gelingen der gewaltigen, pathetifäfen l., Symphonie. Las Verhälttiis der C-moll zu der zweiten bei Brahms tlti ungefähr dasselbe wie bei Beethovens„Erviea." zu der 4. oder zur Pastorale. Ist die C-moll ein „Epos", so i)t. Die D-dur em „Märchen". Sie ist eine der romantischen Knnpofitwnen Brahms, dessen Name einst die Musikgeschichte, aller Wuhrfäiemlichkeit nach, an die Spitze einer ganzen Periode der inftrumelltaluli Tonkunst land gegenüber erforderlich sei, das man doch erst öor Jahren im Felde teiieqt habe, xsobann muß feder annwikiam.. Beobachter der- Bollsftimmung herausfühlen, daU ^' PchawlüNM ^ Augenblick gekommen ist, wo in den Massen stillfchweigend aber bestimmt der Entschluß feststeht: Bis lneryer , ; Tie Gefahr kann sehr wohl durch eine andauernde ciurgiM' Laltuna der kretischem ScimtzmäclNe gebannt werden, aber M leugnen ist sie nicht, imd es lfeißt dahin, aufmerksam fein. Jedenfnlb. wäre der Gedanke verlfängnisvoll, datz die-Türkei, wie chebaii so ost, aud> diesmal wieöer am letzten Ende fchwach Mid gutmutig ein und die Zeche zahlen nnnte. Pas tut |ic ziveisollvs diesmal lM und wird selbst die Gefahr enies Krieges aus )idt ncpmai, der, einmal begonnen, leubt nxiter nm sich greifen kann, als anfänglich zu vermuten ist." * „Sinfonie mit Schlußchor über Schillers Ode „An die tfreube sür großes Orchester, vier Solo- und vier Chorftimmeii, tompomert und seiner Atajestät dem König von Preußen Friedrich Wilhelm III. in tiefster Ehrsurckst zngeeignet von Ludwig van Beethoven. 125-les Werk." So Rautet die Ikbendyrijt auf der Partitur der „Neunten". — Elf ^ahre vergingen )eck Bolleiidung der achten Symplonie bis Beethoven an die fj^rtiyrr feine^ Neiinten, üeser auch bis jetzt noch von keiner ubertroneuen, Symphonie zu Ende des Jahres 1823 oder Anfang 1824 die letzte Vaud legen konnte. Aber die frühesten Notierungen (der erste -^atz der Symphonie) fiiiden sich aus losen Lbzzendlattem nocl) aus dem ^ahre 1817, und Schillers 1785 geschriebene Ode „An die Freude hat bei dem Tondichter stets in beianderer Gunst xstanden. la es ist schon für 1793 nachgewiesen, daß Beethoven damals Sch-illers Gediclst bearbeiten wollte. , , <- Ter erste Satz der Symphonie ickiltert. uns nach H. v. Bülows Prograninibiich) einen im großartigsten oinne au - Die Beseitigung des Zollkonfliktes mit Haimba. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeittmy" schreibt: Am 15. Februar 1910 wurde von Dem kaiserlichen Konsul ut Montreal und von dem kanadischen Finanzminister Fiel- dina eine Vereinbarung unterzeichnet, in der,vom 1. Marz 1910 ab den unten ausgeführten E r z e u g n i f s e n K a n a - d a s bei der E i n f u h r n a ch D e ust s ch l and die deutschen Vertraassätze eingeräumt werden. Während der Renten dieser Verständigung werden die deutschen Erzcugniffe bei der Einfuhr nach Kanada vom 1. März 1910 ab zu den Sätzen des kanadischen Gen er alt ar iss zugelasfen. Die Verständigung ist eine provisorische. Wenn nach angemessener Zeit ein Handelsvertrag nicht zustande gekommen ist, kann jeder der hierin vertretenen Teile die auf Grund der vorliegenden Verständigung gewahrten bezüglichen Zugeständnisse aufhören lassen oder zuruck- ziehen, indem er der anderen Regierung von dieser semer Absicht Kenntnis gibt. Die erwähnten deutschen Vertragssätze beziehen sich auf die folgenden 25 Nummern des deut- chen Zolltarifs: 2 (Weizen), 3 (Gerste), 4 (Hafer), 18 (Klee- aat), 19 (Grassaat), 47 utiü 43 (frisches und getrocknetes ^bst), 76 (längs gesägtes Bauholz), 83 (Fastholz), 100 (Pf'erde), 103 (Rindvieh), 104 (Schafe), 108 (Fleisch) 123 .Hummer und Langusten), 126 (Schweineschmalz und Olete Margarine), 162 (Mehl), 208 (eingedickte Milch), 219 ("Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Behältnissen), 316 (Kalziumkarbid), 349 und 350 (Holzgeist, roh und gereinigt), 545 (Leder-Kernstücke und Schweinsleder), 556 (-schuhe aus Leder), 650 (Holzmasse), 651 (grobe Pappe). Die Vereinbarung, die ausdrücklich als provisorische bezeichnet ist, und der ein allgemeiner Handelsvertrag folgen soll, ist dem Bundesrat vorgelegt worden, der ermächtigt ist, in dem Abkommen die deutscherseits.zugesicherten Ver^ tragssätze Kanada einzuräunien. Die entsprechende Bc^ fchlußfassung des Bundesrats wird noch vor dem 1. Mrz erfolgen. Anderseits soll die Aushebung der bisher kana difcherseits erhobenen Zuschlagszölle durch eine Verordnung des Generalgouverneurs in Kanada bewirkt werden. Es wird somit dem bisherigen Zollkonflikt ein Ende gemach! und der Boden für eine spätere endgültige Regelung unserer handelspolitischen Beziehungetl zu Kanada geebnet. Einstweilen darf erwartet werden, daß die Beseitigung des allgemeinen Zollzuschlags auf deutsche Waren in Kanada und die Anwendung der Jertragssätze aus einer, großen Teil der kanadischen Einfuhr in Deutschland einen für beide Teile erlvünschten lebhaften Warenaustausch an- bahnen wird. Wie mit einem grellen Aufschrei beginnt der vierte und letzte Satz. Der wilde chaotische Aufschrei der _ unternehm teil Leidenschaft bringt noch stärker als vorher an unser Ohr. Ta tritt eine menschliche Stimme dem Toben der Instrumente entgegen: „cm Freunde, nicht diese Töne! Sondern laßt uns angenehmere an- ftimmen und freudenvollere!" Mit diesen Worten wird es Lickst in dem Chaos. Wir hören klar und deiitlich das auSgeiprochcn, was j>eni gequälten Streben nach Freude als sestzul-attendes höchstes Glück erscheinen muß: „Freude, sclstuer tiöttcrjunlen usw. ' Mutige, kriegerische Klänge nähern sich; wir sehen eme Lchar von Jünglingen mutig sid> in eine Sdstaclst stürzen, derm Sieges- frucht die Freude sein soll. Ter Sieg, an dem wir nidst zweifelten, ist erkämpft. 9hm bringt im HodMfühl bet Freude ber Ausspnich allgemeiner Menschenliebe aus der Brust hervor. Zu erhabener Begeisterung wenden mir uns zu dem großen Schöpfer der 9Zahir, Denn im Bunde mit der von G o t t neiveibten allgemeinen Menschern iebe, dürfen nnr bie npnipten• Dem milden Glücke ber Freube folgt bereitungen stattgesunden. „ , . . Alles, was zurzeft an militari, chen Vorbereitungen in bet Türkei getrossen wird, liegt durchaus in bem regelreästen Plane ber WieöeiHerstellung der von dem alten Regime in der bedenklichsten Art vernachlässigten Wehrmackst des Reiches Es haben nur wenig Leute im Auslände geahnt, wieviel auf die,en Gebieten nauXfUljuien war, als die große Umwälzung vom 23. culi 1908 endlich frece Bahn schaffte. 9Locy map lange nickst alles Notweiidige zur Besserung ber alten Schäden in Gang gebrachl, als die unglückselige Meuterei vorn 13. April v. c- das bis dahin Errungene zum größten Teil wieder permdstete. Em Arrnee- koist)S wurde nahezu aufgelöst, zlvei andere mutzten im Juterc, m Per Wieder hersteliung der Ordumig in der Hauptftadt auseiiiander- gerisseii und vermisdst werden. Daiui tarn bald der Aufstand m 9)einen, tarnen die Utum: en in Albanien, die Massakers von Adana und mauern^ andere noch, was Trup'penaufgebote erforderte irnb die Krästc zersplitterte. Erst allnuiblid) kehrt jetzt bie Ruhe so weit zurück, daß bie unLcrbrod;cne Arbeit wieder autgeiwmmen nxrrbeii konnte, und nur diese ist es, die jetzt abgetan wird und Pen Stofs zu Den journalistischen Alarmruien geliefert I)at. An anderer Stelle fährt v. d. Goltz fort: „Zum Alarmschlagen ist feine Ur fad,u* vorhanden. Die gegenwärtige türkische Regierung verdient mit Recht die Bezeichnung: „Friedlick>, aber fest" Trotzdem ist die heimlich lauernde Kriegsgefahr auf der BaAanyaldinsel nicht zu verkennest. Mr lagen freilich als nücksterne Realpolitiker, daß bie Insel Kreta der Türkei langst wirklich verloren sei und an ter Erhaltung emes platoiufchen Hoheitsredstes wenig gelegen sein könne. Es lohne nickst der Acute, darum bie Möglichkeit eines Krieges ^rcrufzubeschwören chas müsse mau auch in Konstantinopel einsehen. Tatsächlich ist Pies Puvchaus Per Fall. Alle türkischen Slaatsmänner wissen so gut wie wir, daß mit ber völligen Loslösung von Kreta und seiner Angliederung an Griechenland für das Osmanische Reich materiell! nichts mehr verloren geht. Dennoch wirb bie Regierung ihr Souveränitätsrecht über Die Insel ohne Kanipf nickst aufgebcn, und man muß gerecht sein und gleich hiiizufügen: ite kann es auck- nicht. Nimmermehr würde bie ntobammeöanqdjc Bevölkerung verstehen, warum dieselbe Nachgiebigkeit wie gegen Oesterreich uiib Bulgarien nebst seinen Hintermännern auch dem kleinen Gnecheu- Neunten veranstaltete. Die beiden Ausführungen lüttrem nur burdi eine telbftünbige Pause yoncinaitber getrennt. P. — Die neuentdeckte GoetheHandschrift. Mit ter Herausgabe und Erklärung des von dem Zürickier Gymnasialprofessor und Privatdozenten Dr. Billeter entdeckten unb bis Ijcr als verschollen gegoltenen Werkes von Goethe „Wilhelm Meisters theatralische Senbung" ber ersten nie gebrückten Fassung von „Wilhelm Meisters- Lehrjahren", ist, wie ber „Bunb" mit- teilt, der Literaturhistoriker unb Professor an ber Universität Bern Dr. Mayne betraut worben. Die Handschrift des in Zürich entdeckten Werkes umfaßt 600 Oktavseiten. Die Hanbschriu, die unter falschem Titel in der Bibliothek eingereiht war, stammt aus dem Befttz der Familie Schultteß unb war von Goethe un Barbara Sdmltheß, seine treue Freundin, gesandt warten. Goethe hatte von biefem Werke versd>icDene Abschriften an seine Freunde! geschickt. Die nun aufgefnndene Fassung war besonders van' Herder unb Wieland zu ungunften der im Buchhandel erschienenen gelobt worden. Tie „Neue Zürch. Z." bemalt zu dem Funde, ,eft Entdeckung des Göchhausenfcben UrsansteS sei ein Goethesund von dieser Wichtigkeit nicht gemadü worden. Ja, man dürfe sagen, die Bedeutuiig des Wilhelm Meister in ter uiiprünglitben Gestalt sei noch weit allgemeiner. — Ausstellung hessischer Privatarchikckt e, n. Im Oberlichlsaale ter Zentralstelle für bie Gewerbe in T-jufm stabt würbe heute vormittag eine Ausstellung bes Erteilte-.' hessischer Privatarchitekten eröffnet, die ein recht rühmliches Bild von den in den letzten Jahren in Hessen ausgeführlen Bauten gtbi. Die Ausstellung enthält Photographien, farbige Schaubilder, Grundrisse, Skizzen unb Modelle und soll abwechselnd jedes Jahr in Mainz, Gießen, Offenbach, Worms unb Darmstadt abe Fragen, die die Inte- essen Oesterreichs oder Ungarns oder der ganzen Monarchie be- rühren, nicht in seinen Wirkungskreis gehören. Die Gesetzentwürfe des Landtages bedürfen der Kaiserlichen Sanktion, nachdem die Regierungen der beiden Staaten der Monarchie vorher ihre Zustimmung zu ihnen erteilt haben. Der Landtag wird in der Regel einmal im Jahre vom Kaiser ciitbcrufcn. Der Kaiser ernennt alljährlich aus den Mitgliedern des Landtages den Präsidenten und zwei Vizepräsidenten: jede der drei Hauptkonfessionen des Landes must im Präsidium vertreten fein. Hinsichtlich der Angelegenheiten, an welchen außer Bosnien und der Herzegowina auch einer oder beider Staaten der Monarchie interessiert sind, wird ejit neingliedriger, durch den Landtag auls feiner Mitte geivählter Landesrat eingerichtet. Der Landesrat ist ein Beratungskörper mit konsultativer Stimme, welcher durch die Regierungen der beiden Staaten durch Vermittelung des gemeinsamen Ministeriums befragt wird und seinerseits auf dem gleichen Wege als beide Staaten Vorstellungen machen kann. Die Wahlordnung, welche für die 72 gewählten Ab- geordneieu festgesetzt ist, ist das Dreikurienshstem' auf lonfessio- nellc;r Grundlage, in der zweiten und dritten Kurie allgemeines und direktes Wahlrecht. Die Mitglieder des Landtages sind 1 ) 20 Vlrilisten, darunter die Chefs sämtlicher Konfessionen, 2.) 72 gewählte Abgeordnete. Jede der drei Hauptkonfessionen wählt die aus sie nach der Bevölkerungsstatistik vroportionell entfallende Zahl Abgeordnete für sich, wodurch der Schutz der Minderheiten gewährleistet wird. Demnach sind für die Katholiken 16, für die Zflamiten 24, für serbisch-orthodoxe 31 und für die Israeliten ein Mandat gesichert. mit großem Erfolg aufgeführt wurde, hat auch hier seine Wirkung nicht verfehlt. Die Rollen waren gut besetzt, jeder Spieler trug sein Möglichstes zum guten Gelingen des . Stückes bet. Das Zusammenspiel war vorzüglich. Die ! Dekoration und die Kostümierung waren ebenfalls gut. Die Pausen wurden durch Musikoorträge eines Streichquartetts (Mitglieder des Orchestervereins) ausgefüllt. ** Der Hungerkünstler Ricardo Sacco wurde gestern nachmittag um V35 Uhr im Kolosseum in sein ' Glashaus eingeschlossen, in dem er sich nun 40 Tage lang auf- zuhalten gedenkt. Das Gemach, in dem sich der unentwegt.. 1 «jüngerer während seiner freiwilligen Gefangenschaft aufhält, ist etwa 24 Geviertmeter groß und enthält eine vollständige Einrichtung. Die vier Seiten bestehen aus Glaswänden über einem Drahtsockel und auch die Decke ist aus Drahtgeflecht. Außer einigen Büchern hat Sacco 1000 Zigaretten und ! eine größere Menge von Mineralivasser ausgenommen, das seine einzige Nahrung sein wird. Nach einem Musikstück wurde Sacco gewogen — sein Gewicht beträgt 65 Klgr. — und nach einer kleinen Ansprache verließ er die Welt und zog sich in sein Kämmerlein zurück, wo er nun unbeirrt von allem weltlichen Treiben seine 40tägige Hungerkur durch- macht. Während eines zweiten Musikstückes wurde dann die letzte Scheibe in das Häuschen eingesetzt und die zahlreich anwesenden Neugierigen zerstreuten sich, um den anderen Schaulustigen Platz zu machen. Während der Dauer der Vorführung wird Sacco von Mitgltedern der Sanitätskolo ne I bewacht. ** Nochmal« „Nebenverdienst durch Ad ressenschreib en!" Rian schreibt uns vom Lande: Ein schreib- gewandter Arbeiter teilte mir auf die Besprechung des I Adressenschwindels in den letzten Nummern Ihres geschätzten I Blattes hin mit, daß auch er sich vor Weihnachten bei dec genannten Firma in Böhlitz-Ehrenberg zum Adressenschreiben gemeldet habe. Es ging ihm daraufhin ein Schreiben zu I mit der Bitte, 1,90 Mark einzusenden, worauf die Lieferung des nötigen Materials erfolgen könne. Der Mann überlegte sich die Sache noch einmal, schöpfte Verdacht und unterließ die Einsendung. Nach etwa 3—4 Wochen erhielt er dann eine Zuschrift eines „Internat. Adressen-Bureaus" in Luxemburg. Dieses schrieb, es habe durch Zufall davon Kenntnis erhalten, daß er sich bei einer deutschen Firma um Schreibarbeit beworben habe :c. ec. Hieraus geht klar hervor, daß die Böhlitz-Ehrenberger und Luxemburger „Firma" in Verbindung mit einander stehen oder vielmehr standen. Vielleicht sind auch beide Geschäfte identisch und es handelt sich nur um schleunigsten Ortsivechsel eines „Geschäftsmannes". ** Ucber den Wetterfelder Einbruch wird uns noch geschrieben. In der Nacht vom 11. Februar wurden in Wetterfeld bet Laubach zwei Gänse, ein 3 Wochen | altes schwarzes Bocklamm, sowie eine Männer- und zwei Knabenhosen gestohlen. Die Männerhosc ist an beiden Knien mit gleichem Stoff geflickt, sonst noch gut. Es ist noch nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln. Da anzunehmen ist, daß er das Lammfell veräußert hat, kann die Behörde vielleicht hierdurch auf die Spur des Täters geführt werden. Sachtunliche Angaben können an die Staatsanwaltschaft in Gießen, die Bürgermeisterei Wetterfeld oder die Gendarmerie- statlon Laubach gerichtet werden. ** Türkenlose werden neuerdings von auswärtigen (meistens ausländischen) Banksirmen unter anscheinend außergewöhnlich günstigen Bedingungen zum Kauf angeboten. Die Ankündigungen enthalten zum Teil imwahre oder zur Irreführung geeignete Angaben. Durch sie wird der Glaube erweckt, daß man für 10 bzw. 5 oder 3 Mark ein solches Los bekomme. Es kostet jedoch zurzeit 145 Mark. Ferner enthalten manche Ankündigungen die unwahre Angabe, daß jedes Los gewinne und alle Gewinne ohne Abzug ausbezahlt würden. Auch wird vielfach verschwiegen, um welche Lose eS sich handelt. Es muß daher vor diesem unlauteren Geschäftsgebaren dringend gewarnt werden. Deutsches Reich. Zum Nachfolger des Grafen Tattenbach als deutscher Botschafter in Madrid ist der Gesandte in Lissabon, Prinz Max zu R a t i b o r und Eorvcy, anSersehen. Der Geschäftsbericht des RcichsvcrsichcrungSamts für 1909 ist dem Reichstage zugegangen. Er gibt Aufklärung über dm Arbeiten des Amtes im Jahre 1909. Im Interesse der schnelleren Erledigung der Arbeiten wurde der müitdliche Vermehr weiter ausgedehnl, die Errichtung fester Rekursscimle hat >>ch bewährt. Gemeldet wurden 1909 653376 Unfälle, davon wurden 136 441 erstmalig entschädigt. An Entschädigungen wurden 162 249 Mark gezahlt. Die konservative Fraktion des Neichstags beantragt zum Haushalt für das Reichsamt des Innern, den Reichskanzler zu ersuchen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vor- r-ulegem welcher bezweckt, den Mißbrauch narkotischer Arzneimittel wirksam zu verhindern, da diese Arzneimittel jetzt auf dem Wege des sogenannten Großhandels vielfach Hi die Hände unbefugter Personen gelangen und dem Morphinismus, Eoeamisinus sowie ähnlichen schwer krankhaften Erschei- liungen zu einer höchst verderblichen Verbreitung verhalfen haben Zu Der Behauptung des Grasen Rautzau-Roslorp nn preun. LandwiNschastsrat zu Berlin, daß ein ilicretn den Ankauf deutscher Grundstücke m Nordschlesmrg leite, und daß ein reicher Kopenhagener Industrieller drei Millionen Kronen zu diesem Zivecke zur Verfügung gestellt habe, schreibt das dänische Regierungsblatt „Politiken" in einem Leitartikel, daß ein solcher Verein überhaupt niemals existiert habe, der jemals einen Cerc zu Landkäusen oder zu ähnlichen Zwecken in Schleswig verwendete, und daß weder ein Industrieller, noch überhaupt irgend ein Däne oder mehrere Dänen gemeinsam eine oder mehrere Millionen oder nur annähernd diese Summe in Nordschleswig angelegt hätten. I //~ie heute abend im Restaurattt Einhorn trmmmefttn Metzgermeister siitd einstimmig der Ansicht, daß die von der Bürgermeisterei Gießen vorgelegte und von der Stabtücrorb uetenversammlung angenommene neue S ch l a ch 1 g e b ü h r e n - ordnuug hinsichtlich der Höhe der Einzelfätze zu hoch ist- sie glauben auch, daß die von der Bürgermeisterei angenommenen Zahlen für Gruuderwerb usw. die wirkliche Höhe 'bei weitem übersteigen. Die Metzgermcister sind der Meinung, daß die Metzger nicht eher zur Beitragsleistung für die Erweiterungsbauten herangezogen werden dürfen, als bis diese fertig gestellt und den Metzgern zur Verfügung stehen. So lange dies nicht der Fall sei es unbillig, die Metzger zu diesen Kosten heranzuziehen. Die anwesenden Metzgermeister erklären sich aber trotzdem und aus drücklich bereit, die jährlich aufzuwendenden Beträge zu verzinsen und in Üblicher Höhe zu amortisieren und demgemäß eine dementsprechende Erhöhung der Schlachtgebühren zu bewilligen. Rian wählte eine Kommission, bestehend aus den Ochsen- nietzgern Karl Sack und Wilh. Vogt, den Schweinemetzgeru I. Braun und Ernst Ludwig Sack sowie den Rindcrmetzgern Simon und Rosenbaum, die unter Zuziehung eines Rechtsanwalts beim Ministerium schleunigst vorstellig werden soll, damit die Sätze der Bürgermeisterei ivesentlich herabgesetzt und in der von der Stadtoerordneten-Bersammlung beschloffenen Höhe nicht genehmigt werden. Ferner wurden die Mitglieder ! der städtischen Schlachthauskommission Ernst Ludwig Sack, Schlörb und Schneider ersucht, umgehend beim Oberbürger, meister eine Besprechung herbeizuführen. Er soll veranlaßt werden, dafür cmzutreten, daß die Gebühr für die Nach. Untersuchung des von außerhalb eingeführten Fleisches vom 1. April ab wesentlich erhöht wird und geeignete Mittel ergriffen werden, um die Einfuhr wirksam zu kontrollieren. ** Vom hiesigen Hansa bund wird uns geschrieben- Es kann nicht im geringsten wundernehmen, daß eine so völlig neue und eigenartige Erscheinung, tute sie der Hansa-Bund darstellt, in seinem Wesen zunächst selbst bei Freunden nicht sofort richtig erkannt und von den Gegnern gründlich verkannt lvird. Die von der hiesigen Ortsgruppe des Hansa-Bundes auf Montag den 28. d. Mts. geplante öffentliche Ver. sammlung verfolgt daher in erster Linie den Zweck, die Oeffentlichkeit darüber aufzuklären, was der Hansa-Bund sein und was er nicht sein soll, was der Hansa-Bund will und und was er nicht will. Der Besuch dieser öffentlichen Versammlung sei daher Freunden wie Gegnern dringend anempfohlen. •• Eoang. Arbeiterverein. Vor ausverkauftem Hause gelangte am Sonntag in der Turnhalle der Fünfakter „Der Leiermann und sein Pflegekind" zur Aufführung. Dieses Volksstück, das bereits in anderen Städten so ist vor alten Dingen zu berücksichtigen, daß dieses Gebäude, unser altes Amtshaus, schon beinahe ein Jahrhundert lang seinen Zwecken vollständig genügt hat. Das Gebäude liegt mitten in der Stadt und ist durchaus massiv gebaut. Auch hier ist ein Neubau absolut nicht erforderlich. Allerdings, so wie fetzt die Verhältnisse liegen, sind unhaltbare Zustände vorhanden. Die Mchter- und Schreibzimmer befinden sich im unteren Stock des Gebäudes, und namentlich der Gerichtsschreiber hat über sein zahlreiches Personal, tvel- ches in getrennten Räumen arbeitet, feinen genügenbeu Ueberblicf. Dies ist ein fühlbarer Mißstand, welcher unbedingt behoben werden muß. Diesem Uebelstand ist nun ans eine leichte Weise abzuhelfen, wenn der zweite Stock des Gebäudes, welcher Kurzeit als Privatwohnung des anfsichts- sührcnden Richters benutzt wird, ebenfalls zu Bureau räum en hcrangezogen wird und man außerdem noch einen dritten Stock auf das massive Gebäude erbaut. Geschieht dies, und wird namentlich die Gerichtsschreiberei im zweiten Stock des Gebäudes untergebracht, so können auch noch die Bureaus des Aintsanwalts und des Grundbuchamtes, welche zurzeit im Mathildenstistsgebäude untergebracht sind, mühelos dorthin verlegt werden. Auf diese Weise hatte man das ganze Amtsgericht mit feinen verschiedenen Ncben- 3 irrigen in einem Hause. Selbstverständlich muß bar auf gesehen werden, daß man dem Amtsgerichtsgebaude die Gasbeleuchtung zusührt; das Amtsgericht mutz sich heute। noch mit erbärmlichem Petroleumlichte behelfen. Diesem schmählichen Zustand sollte ein baldiges Ende bereitet I werden. Will man noch ein übriges tun, so kann man in dem geräumigen Hose des Amtsgerichts ein neues Haft- lokal errichten und das alte .Hastlokal an der katholischen Kirche, welches an durchaus unpassender .Stelle liegt, verlaufen. Durch diese Vorschläge, auf welche wir nicht nur den Finanzausschuß, sondern auch die Mitglieder der Zweiten Kammer aujincrtfam machen, würde unserem Lande eine weitere Ersparnis von 4—500000 Mk. geschaffen, ohne daß die Interessen der Stadt Friedberg und der maßgebenden Behörden irgendwie verletzt würden. In Bad Nauheim erregt "es allgemeines Kopf- schütteln und Erstaunen, daß nach dem Voranschlag im Frauenwald eine dritte Par kw artwohnung für 34000 Mk errichtet werden .soll. Bei diesem Preise ist das Grundstück nicht mit einbegriffen. Wenn man bedenkt, daß in der Villen Kolonie Buchschlag für wohlhabende Rentner elegante Villen mit einem Jlächengchalt von ca. 1000 qm zum Preise von 18000 Mk. zu haben sind, so kann man schwer verstehen, wie man hier für eine einfache Parkwurt- Wohnung solch hohen Betrag aufwenden will. 21 us jptaöt und Land. Gießen, 22. Februar 1910. Tageskalender für Dienstag, 22. Febr. Stadt» tbcatcr: .Salome" und „Der*schlechte Rus". Anfang 8 Uhr. ** In Audienz empfangen wurde vom Groß- h erzog am Samstag u. a. Amtsgerichtsrat Schultz von Bad-Nauheim. ** Land essta tistik. Der Großherzog hat den vortr. Rat im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, Geheimen Oberforstrat Friedr. Joseph zu Darmstadt, den Obersinanzrat Dr. Gg. Hellwig zu Darmstadt und den Obersinanzassessor Karl Kuhn zu Darmstadt zu Mitgliedern der Zentralstelle für die LandeSslatislik ernannt und den Geh. Oberforstrat i. P. Hch. Krauß zu Darmstadt auf sein Nachsuchen von dem Amte eines Mitglieds der Zentralstelle für die Landesstatistik enthoben. ** 21 uS dem Militär-Wochenblatt, v. Roos, Major und Bats.-Kommandeur im 4. Lothring. Jnf.-Regt. Nr. 136, mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt und zur Dienstleistung beim Landw.-Bezick Marburg (Haupt-Melde- amt), dessen Umform er zu tragen hat, kommandiert. Reich, Oberlt. im 5. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, in das 3. Westpr. Jnf.-Regt. Nr. 129 versetzt. Zu Oberleutnants befördert: die Leutnants Boße im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, Brunkow im Jnfant.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117. Mit dem 1. April 1910 ab zur Unter» ossizierschule in Jüllch versetzt: Hamens, Oberlt. irnJnf.-! Leib-Regt. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117. Versetzt von! der Unteroffizier-Vorschule in Greifenberg i. Pomm. der Oberlt. Detß in das 5. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, von der Lllilitär-Knaben-Erziehungsansialt in Annaburg Wünnenberg, Oberlt., in das Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118. Leutnant v. Kaulla un Leib-Trag.-Regt. (2. Hess.) Nr. 24 wurde zum Oberleutnant befördert. Ein vordatiertes Patent ihres Dlenstgrades verliehen den Festungsbau-Haupt- Lenten P re ine, Haupt, Sorg und Bail von der Forti- ikation in Mainz. Zu Fähnrichen befördert die Unterofsiziere I Frhr. Schenck zu Schwetnsberg im Oldenburg. Drag.» Regt. Nr. 19 und Lambrecht im 5. Hess. Jnfant.-Regt. Nr. 168. "Hessische Lutherstiftung. Die Studierenden der Theologie, bte sich um eines der am 1. April d. Js. frei werdenden Stipendien der Hessischen Lutherstiftung bewerben wollen, werden aufgeforbert, ihre Ge'uche bis zum 15. April d. I. bei dem Vorsitzenden der Stiftung, Dr. Krüger in Gießen, einzureichen. Die Stiftung ift beJ timmt, solche Studierende der Theologie, die sich verbindlich I machen, der hessischen Landeskirche zu dienen und sich durch erwtesene Tüchtigkeit würdig gezeigt haben, durch Stipen- bien bei ihrem Studium, vorzugsweise bei solchem auf der Landesuniversität zu Gießen, zu unterstützen. Die Stipendien betragen 350 bezw. 700 Mark und"werden in der Regel auf zwei Jahre verliehen. " Die Mitglieder der Herdbuch.Gesellschaft ur das Vogelsberger Rind habenseinerzeitbeschlossen. Versuche anzustellcn, durch Kreuzung die heimische Gcbirgs- rasse schwerer und massiger heraus zu züchten, damit die Tiere auf Viehmäckteu der Simmentaler Rasse konkurrenzfähiger gegenüberlrekvn können. Nun hat man mit Hilfe der Land- lvirtschaftskamiuer vor 8 Wochen gelbes Frankenvieh bezogen und im Zuchthof Zwiefalten und der Bingmühle bei Lauter jc 2 Kühe, in Heuchelheim bei Gießen und in Buscnborn je einen Bullen der Frankenoiehrasse eingestellt. Im ganzen Zuchtgebiet sieht man mit Spannung dem Ergebnis der Ver- inclje entgegen. *' Die Schlachtgebühren. Die gestern Abend im Hotel Einhorn von etwa 45 Metzgermeffter besuchte Metzgerversammlung nahm folgende Resolution über den von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossenen Sch lacht - \ gebührcntarls an; |, Ausland. J'l P ar i s wird folgende amiliche Aieldung verbreitet: Im ^Ausland gehl das Gerüchr, daß zwischen Tculschiand und Frankreich eine Meinungsverschiedenheit bezüglich der 'Utannesmann- Angelegenheit eingetreten sei. In amtlichen Streifen erklärt man, 'hierüber nichts zu wissen. Der fra n z osls ch e St riegs Minister teilte dem .TempS" mit, er nehme die aus der Subskription des Blattes anzuschaffenden zwei LeiikballonL und vier Aeroplane an. Der spanische K r i e g s m i n i st e r General Aznar Hal einem Berichterstatter des „Fnipareml" erklärt, er gedenke demnächst den Eortes einen Gesetzentwurf über die allgemeine Wehrpflicht vorzulegen. Spaniens Heer soll neun Armee- iorpö mit 22 Divisionen erhalten. Zwei Divisionen sollen m Eeuta und in Melilla stationiert werden. Ter Entwurf sieht 300 000 Maiin Linientruppeil und 300 000 Mann Rejervetruppen vor. Der Sirlegsrninister ist auch mit der Ausarbeitung eines '-planes über die Organisation der Artillerie beschäftigt. Zu Saloniki ixrlautct, daß her ehemalige Sultan mit nent Harem wegen Verschlimmerung seines Zustandes nach .Kvn- slantmopel gebracht worden fei. Mich einer anderen Meldung ist nicht Abdul Hamid selbst, jonbent sind feine beiden Söhne und ein gros^r Tnl seines Harems unter Beobachtung größter Heim- ltchtmi noch Konstanlinopel gebracht morden. Der Zustand Abdul .Hamips ist ernst. Amtlich wird dagegen belännt- g ege beit, da, all- über das rljcinalige Befinden des ^uttans ver- breiteten Rall^richlen unzutreffend seien uitd daß sich Abdul .Hamid Nivhl beslitde. Die Abreise der Prinzessinnen und der Harcms- damen nach Konstuntiimpel sei lediglich deshalb erfolgt, iveil ue Prmzcvinnen in der Hauptstadt verheiratet werden sollen. Zum Sesuch der Hummer-Aurschujses in Friedberg und Sud Nauheim. Aus Friedberg crhaften m.r folgende Zuschrift: Of . , Fricd'berg, 21. Febr. Jim c\teitiig der vergangenen Woche fand eine Besichtigung des alten Friedberger Amtsgerichts und der Blindenanstalt in Friedberg durch Regicrungsvcrlreler und den Fi- nanzansschuß der Zweiten Kammer statt, daran anschließend eine Besichtigung der Reitanlagen in Bad Nauheim. Zu deii Friedberger Projekten hat sich der Finanzausschuß nur teilweise zustimmend geäußert, zu den Nauheimer neuen ^oickten zwar zustimmend, doch mit Rücksicht auf die (Xinn^agc des Landes vorläufig abwartend. Aus dem Voranschläge sowohl für 1909 und 1910 ergibt jid) das Nachstehende: 1. sott die Blindenanstalt verlegt und eine neue derartige Anstalt mit einem Kosten-- aufwaud von ca. 400000 Mk. errichtet werden, 2. soll an Stelle der alten Blindenanstalt ein neues Amtsgericht errichtet werden, und hierfür sind ca. 150000 Mk. vorgesehen. Veidc Neubauten sind unseres Erachtens vollständig überflüssig; was die Blindenanstalt anlangt, so war sie 1909 von 39 Zöglingen besucht, und die Räumlichkeiten genügen sowohl für die Blinden als auch für die Privat- Wohnung des Direktors vollständig. .Höchstens dürfte es sich empfehlen, für die Blinden einen neuen Schlafsaal zu erbauen, und für die Errichtung eines solchen ist genügend Gelände im Garten der Anstalt vorhanden. Die Wohnung des Direktors ist, wenn auch nicht ganz modern, so ooch behaglich eingerichtet und für einen Mann, welchem irgendwelche Reprä,eiilatioiispflichten nicht ob' liegen, vollständig geeignet. Die jetzige Blindenanstalt könnte sehr gut noch Jayrzehnte benutzt iverden, ohne da>; der Eejundheit der Blinden Gefahr drohte. Was das alte Arutsgerichtsgebaude anlangt, Stück nahm inieje, Rödern, Kalkberg, Todenberg etc. Nadel-Derbftangen. 49 i> Der Bürgermeister. B2% 1112 Thüringisches Technkam Jlmenau K Dir. Prof. Schmidt Dr. Poppert. sollen Dem 76 93 72 16 11 43 Elektro- und Maschineningenieure, -Techniker, Werkmeister. Prospekt \/I Q / TKÄ R TFNJ 1,1 Jed£r beliebigen Schriftart und Kartonsorte, ____ sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl sehe Univ.-Druckerei» Geisteszustand untersucht werden. H. stammt aus der Gegend von Leipzig, seine Frau ist aus Kappel. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Ein Wärter an der epileptischen Zinst alt zu Ni cd er-Ramstad t wurde wegen Sittlichkeits- Verbrechen, resp. Vergewaltigung, begangen an einer Insassin, feft- genonnnen. — In voller Rüstigkeit beging am Samstag das Beckcr'schc Ehepaar in Niederweimar das Fest der eisernen Hochzeit. gegeben. Dornholzhausen, den 21. Februar 1910. Der Jagdvorsteher: Steitz. auSverkaustm der Funfakte: ib* zur Äi- beien Stäbkr. !ch hier {ein; t besetzt, jeder Gelingen de- 'rzüglich. Sie alls gut. £;; rtreichquaM Bacco wurde eum in {ein Lage langauj. >er uncntroeaL $o[t aufhall, e vollständig, .mändm üb- DrahtgM. Baretten mommen, te icm MuM gt 651/. Klzl. • er die M t nun unbtini ingerkur buch' nirbc bann bit b die zahlmih den anbemi >er Dauer btt sanitätskoion! Jagd - Verpachtung. Dir Jag. Nutzung in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk Dornholzhausen (Kreis Wetzlar), 542 ha (2168 Morgen), hiervon 186 ha Wald, wird am 12. März d. Js., nachmittags 31/., Uhr, bei Gastwirt Ludwig Fehl Hierselbst auf 9 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Pachtbedingungen werden im Termin bekannt Höchst a. M., '21.'Febr. Einem aus dem Vogelsberg stammenden Schäfer- der mit seiner Herde gegenwärtig in der Genmrlimg O b er liebe rbach weidet, brach in der Nacht die Herde aus dein Pferche. Die Herde geriet auf das Eisenbahngleise der Bahn H och st — K onigste in und Infolge der Dunkelheit wurden von dem ersten Zuge acht Stück überfahren, während die Herde davonralle, sodaß noch 54 in den Liederbach stürzten und ertranken. Angeblich Hunde die Herde aus dem Pferch gesprengt haben. Schäfer erwächst, ein bedeutender Schaden. bezwecken." Nach Erstattung des Kassenberichts durch Herrn Ritterguts- bescher Bledau sprach Professor Dr. Suchst and iHalle a. über: „Tas wahre Gesicht der Steuer au, das Kinder- und G a tten er b t e il.' In der Aussprache wurde noch viel gegen den Hansabund und den Bauernbrau zu Felde gezogen. .Hannoversche, Hessisch:, Posener und ^uddenttme Holzverfteigeruug. Donnerstag den 24. Februar 1. Js., vorm 8h,Uhr anfaugend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. Lda. (Forstwartcr I) Distrikt Winnereck, Fichte- Holzverfteigermrg im Markwaw der Gemeinde Lützellinden Freitag den 25. ds. Mts. Zusammenkunft vormittags 9V2 Uhr auf der Straße Gießen—Großen-Linden am Distrikt „Neuwald", Eichen: 11 Rm. Itutzholz (2,5 und 3 Meter lang), 57 Rm. Scheit, 36 Rm. Knüppel, 48 Rm. Stöcke und 1100 Wellen. Buchen : 10 Rm. Scheit, 12 Rm. Knüppel, 8 llim. Stöcke und 450 Wellen. Fichten: 24 Stämme 5.M. = 3,00 Fm., 1245 Derbholzstangen 1. u. 2. Kl., 40" Reis- stangen, 30 Rm. Stöcke und 2235 Wellen. Außerdem kommen 405 Drahthorden mit zur Versteigerung. Groß-Rechtenbach, den 21. Februar 1910. •krmqS * Ä °kni unb... Ie iu Det'S iw Enen* lilnbtvme93(11 9lcL 3 werbe» jot $ herabgesrtz Wittig x,. \ Of,ei'bürg^ joH vernnlat lc die Nach. Fleischs- °elgneteNR ontrolliecrn. ?5 geschrieben. 3 eine so M • Hansa-sgunl }ceunben nicht "blich veckami Hansa-Bnn^ tliche Bei. en Zweck, bi- nsa-Äunb sm hnb will m>i Etlichen 3c:- bringenb an. Römheld, sprach den Dank der Versammlung für alle Darbietungen aus, worauf Pfarrer Eckel nochmals das Wort ergriff. Gegen Mitternacht schloß der Vorsitzende den schön verlaufenen, eindrucksvollen 9lbcnb. -r. Bellersheim, 20. Febr. Heute nachmittag bewegte sich ein großer Leichenzug dem hiesigen Friedhose zu. Es galt, dem weit und breit geehrten und geachteten Förster t. P. Emm el die letzte Ehre zu erweisen. Der Verblichene erreichte ein Alter von 91 Jahren. Beim Kartenspiel erlitt er einen Schlaganfall, von dem er. sich nicht wieder erholen sollte. Außer Leidtragenden der ganzen Umgebung ivaren auch die Forstunterbeamten des Bezirks fast vollzählig erschienen. Am Grabe hielt Pfarrer König eine zu Herzen gehende Grabrede. Nachdem die üblichen Grablieder verklungen waren, wurde noch eine Anzahl Kranz- spenden am offenen Grabe niedergelegt. ? Hungen, 21- Febr. Heute fand die Prüfung in der Fortbildungsschule statt. Damit ist der diesjährige Unterricht geschlossen. Dekan Hainer richtete ermahnende Worte an die entlassenen Schüler und gab ihnen Lehren auf ihrem ferneren Lebensweg mit. O Laubach, 21. Febr. Dem Vo rträgsvcrein ivar es gelungen, für gestern nachmittag als Redner Stadtpfarrer D. Dr. Diehl aus Darmstadt zu gewinnen. Dieser sprach in Inständiger Rede über „Tie Notzeit des 30jäh- rigen Krieges als Zeit des kulturellen Fortschritts für Hessen". Obwohl 1635 ein großes Sterben hereinbrach —in Laubach starben m einem Monat 235 Personen — gelang es doch der Energie des Landgrafen Georg II., auf allen Wegen einen segensreichen Fortschritt anzubahnen, darunter in erster Lime auf dem Gebiete der Erziehung; Lateinschulen wuchsen wie Pilze auS der Erde, Oberhefsen hatte drei Superrnten- denturen, in Gießen, in Alsfeld und Büdingen, etwa 350 Fragen mußte feder Gemeindevorsteher beantworten. Reicher Beifall lohnte die-interessanten Ausführungen. X. Griedel) $1* ^c£r. Tiefer Tage ließ der Lcse- p er e i n durch das Rhein-Rlain-Verbandstheater das Lust- fpicl „Minna v. Barnhetm" von Lessing aufführen. Ter Besuch >var 'außerordentlich zahlreich und es hatte niemand sein Erscheinen zu (xcreium, denn die Leistungen der Künstler waren bezüglich.- Wir sind dem Rhcin-Main- 'Verband sehr daUtbar, daß ' er auch den Dorfbewohnern Gelegenheit gibt,, die. Werte unserer großen Meister auf der Bühne schausn zu -können. Zimmerei weEvenchl. O eff entlich e Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage seit Montag früh: TaS westliche Ties« druckqebiet zieht nordwärts ab, während int Osten und cuden sich hoher Truck cinflellt. Daher gingen nur geringe Regen im Gebiet nieder, die heule vormittag, nach Abzug des Teiltiefs, ganz nachgelassen haben. Südwinde lassen das ungewöhnlich milde Wetter andauern. ~ , in1Al Wetleraussichten in Hesten am A-ulwoch deut ei. pevr. 191U. Anhaltend für die Jahreszeit sehr mild, zeuweise heiler, trocken, Südlvmd. B22A Handel. ** Mitteldeutsche Creditbank , F r.a nk f ur t a M- Der gestern dem Aufsichtsrat vorgelegte Abschluß sur 1909 wein einen Bruttogewinn von Mark 7,365,192 aus gegen Mar 7 009,281 int Vorfahre. Eine erhebliche Mehrernnahme i,eigt das Provisionslonto mit ?Rark 509,000, Effekten und Konsortial- gewinne sind ungefähr auf der Höhe des Bo wahres S^bluwen. Zinsen und Wechsel ergeben ein Minder ergebms von Mk. 120,000. Tie Unkosten haben sich einschließlich Steuern und einmaliger Ausgaben um Mark 387,000 erhöht. Da- Mark 3,961,1-18. Es wird beantragt, davon Mark 39,160 aul Mobiliartonto für Neueinrichtungen abzmchreiben, .'Aart -o0,0tttt -wie 1908 dem außerordentlichen Reservefonds zuzuwepen, Marr 3 940 000 al« 6°,o Dividende an die Aktionäre zu verteilen und Mark 65,967 (Mark 67,920) auf neue Rechnung vorzutragen. Aus der deutschen L e d e r i n d u st r i e. In Eiieiutch sand dieser Tage eine Versammlung von deutschen L^erfabrikanlen statt, m welcher die Notwendigkeit eines engeren gefchaftlichen Zusammenschlusses anerkannt und der Beschluß geiaht wurde, W.ort Verhandlungen einzuleiten. Tie wirtschaftliche ~agc der Lederindustrie erfordere ein gemeimantes Vorgehen. Nur durch ein wlches glaubt man eine Besserung erwarten zu können. Ferner hielt, wie die „Lederindustrie^ meldet, die Berfammlnng mn Festhalten an der Produktionseinschränlung, die leit dem »erbst zum Teil bereits durchgeführt wird, für unbedingt notwendig. Auch sprach sich die Versammlung gegen den Abichlust langfristiger Lieserungsverträge aus. Es Jollen solche nach .Noglich- leit vermieden werden. Mein Ausse5)en wurde merklich frischer» München 21. Juli 1909. Von „Bioson" nahm ich zwei Tassen lägtich zur .Slräftigung meiner Nerven nach überstandenem Gelenk- rheumalismns: mein Allgemembennden besserte sich zmehends, Kraft und Energie haben sich gehoben und ment Aussehen wurde merklich frischer. Zunahme des Avvettts stellte iich ent, mit Geschmack und Bekömmlichkeit war ich sehr zufrieden. .Hochachtungsvoll k M Wernhammer, Privatlehrerin. Un'evicUriit deglaubtgt: 'Rein, ?toiar Bioson in das beste und billigste KrästigungSmit' tel Paket 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. Man frage seinen Arzt. Landwirte überbrachten die Grüße ihrer Organisation itnb plä«. biertnt für treues Festhalten zum Bunde. , Rcichstagsabg. Kammerhcrr v. Olden b ur g o nu , chau , mit donnerndem demonstrativem Beifall begrünt, hielt eine Rede gegen die Straßendenwnstranteii, die den Umsturz von ^hron und Altar vorbereiten wollten. Doch das wurde ihnen Nicht gelingen, berat an der Phalanx der deutschen Bauern wurden )tc )td) die Köpfe einrennen. Er polemtnert gegen jebc Minderung de.> ländlichen Einflusses in dem vreußiicken und dem Retchspatlament und versichert die Bundesbrüder aller deutsckien Eaue,^daß dw Konservativen gegen fcde Demokratisierung des Wahlrechte nt Prepßen sein und bleiben würden. Damit erreichte die Generalversammlung, die sich 3um Schluß stark gelichtet hatte, ihr Ende |] ®tavburg, 21. Febr. Einen traurigen Ausgang gestern abend, wie schon kurz gemeldet wurde, ein Familien- zwist zwischen den Eheleuten Sattlermeister E. 5)änschen. Trotzdem die Familie mit fünf noch schulpfliüstigen Kiirdern gesegnet ist, kam es oft zwischen den Ehegatten zu Tatlichkenem Als gestern abend der Manu in angetrunkenem Zustande nach Hause kam und kein Essen vorsand, feuerte er nach kurzem Wortwechsel vier Schüsse auf seine in Hofsnuiig lebende p-rau ab. (vE traf sie zweimal in den Unterleib und je einmal in die rechte Brustseite und den Iinten Oberschenkel. Daun lief er in, der Richtung nach dem Wmlde zu. Nachdem man die schwerverletzte sZrau in die Klinik gebracht hatte, folgte Polizeikommistar Knaufs mit seinem 5)und dem Flüchtigen, Der denn auch verhaftet werden tonnte. Bei seiner Vernehmung zeigte er feine Neue, wndern er glaubte, im Recht gewesen zu jeur Er dürste vorerst aus !cin. ,i ch Messt»- : Gin schrei^ sprechung bes hrcs geschah nachten bei bn IbressenW^ n Schreiben j« s die Lieferung Jlann überleg» unb unterfW rhielt er dan- uS- in Äff jaoon ÄennW a um Schü'l «**£ "-st SSj ebruar ein 8 «gy unb 5" in Laül*l*' n n«6®61* :hre ober i ? - -5 Unter Beteiligung von über 8000 Landwirten aus allen Teilen des Reiches hielt heute mittag im Zirkus Busch der Bund der Landwirte 'eine diesjährige Generalversammlung ab. Neben den Großgrundbesitzern des Ostens und den Kleinbauern aus den westlichen Landcsteilen, die den riesigen Zirkusbau bis unter das Tach füllten, sah man auch viele Reichs uiid LandtagS- abgeordiietc und alle bekannteren Bundesführer, so die beiden Bundesvorsitzenden Frh. v. Wangenheim und Dr. Roe:icke, den Bundesdirektor Dr. Diederich Hahn, Kammerherrn v. Oldenburg (Januschaust Major, v. Endell (Posen) und den früheren preutz. Landwirtschaftsminister v. Podbielsli. Reichstagsabg. Dr. Roesicke eröffnete die Verhandlungen mit einet Gedächtnisrede auf die verstorbenen Bundcsmitglieder und den Rcichstagspräsidenten Greifen Stolberg. -Lodann soandte er sich den Kämpfen um die Reichsfinanzreform zu und verteidigte die Haltung des Buiides in Sachen der Nachlaßsteuer. Er bedauerte nochmals lebhaft, daß die nationalltberalc Partei «ich abseits gestellt habe und mies den Vorlvurf zurück, daf; der Bund durch sein Verhalten den Sturz des Fürsten Bülow verschuldet habe. Aus den Kämpfen um die Nachlaßsteuer seien die beiden neuesten Gegner des Bundes der Landwirte, der Hamabund und der Bauernbund, hervorgegangen. Den S)an?abunb habe nicht die Not, sondern der Ueberfluß geboten und da er ebensowenig rote der Bauernbund die heiligsten Güter seiner Mitglieder zu verteidigen habe, wie dies der Landwirtebund ausschlietzltch tue, so würden bribe leinen langen Bestand haben. Der Redner iviicht dann dem neuen Reichskanzler v. B e t h m a n n - H o 11 ro e g das Vertrauen der Bundesmitglieder aus unb hofft, daß tetne Arbeit dem ganzen deutschen Vaterlande zum Segen gereichen möge. Hierauf sprach Frh. v. Wang en heim. Er begrüßte das Zustandekommen der Neichssinanzreform und bedauerte auch, bau den Kämpfen um die Reform eine Agitation gefolgt sei, rote ne sich im Hansabund und im Bauernbund darstelle. tfürit Bulow habe sich selbst gestürzt, nicht der ^Bund der Landwirte, Redner polemillert dann gegen den Hansabund, der unter fapcher Flagge segle, berat er sei nicht eine Vertretung des Mittelstandes, sondern des Olroßkapitals. Ihm unb_ dem deutschen Bauernbünde gegenüber gelte es Kampf bis zum Ende. ... . Darauf erstattete Diederich H a h n den G e , ch a f t s bett cv t. Trotz Steiiernhetze, Hansa und Bauernbund ;et die Zahl der Mitglieder des Bundes g e ft i e g c n unb zwar von 300 OUU auf 312 000 (stürmischer Beifall». Ter Redner begrüßt es, daß das Zentrum in den Kämpfen um die Reichsfinanzreform fest geblieben sei und bedauert, daß sich ein großer Teil der National- liberalen an der Steuerhetze beteiligt habe B a N e r ni a n n, der mit Bundeshilfe und Reichskanzlerempfehlung 1907 und 1903 gewählt worden sei, werde ebenso wie andere nationalklbträte Führer bei den nächsten Wahlen zu spüren haben, welch etzung des verstorbenen Reichstagspräfidenten in Tönhofftädt erfolgt Donnerstag nachmtttag 1 Uhr. Wien, 21. Febr. Minister Tr. Schreiner bot dem Mi- nisterpräiideni n seine Entlassung an, meld?cr' davon '210: nahm unb das EnMssungsgesuch mit Befürwortung dem Kaper unterbreitete. Paris, 22. Febr. Nach einer Meldung des „Matin" hat; bie. ho llänbische Regierung nunmehr auf das Bestimm-! teile crtlärt, daß weder ihr, der Königin oder einer sonstigen amtlichen Stelle irgendwelche Eröffnungeti aus Astlaß des Nord.^ fceüb er e i nfoinmcns gemacht wurden. Madrid, 22. Febr. Der bei der Begegnung der Tampfen Nnmantiea imb Du Chaylla cntftaubcnc französisch- spanische Z w i ft ist auf freundschaftlichem Wege betgetegt worden. K vm st a n t i n o v e 1, 22. Febr. -13 Teputierte, zumeist An». bänger des siingtür lisch en Komitees, grimdeten eine neue P artet, die sich den Ütamen B o l k s P a r t c i beilegte. Kai r r>, 21. Febr. Infolge des Ablebens des Aci- n i stze.r.P.r äs identen B u t r o s P a s ch a fiitd alle öffentlichen Gebäude gesck Ivssen. Tie Flaggen ivehen auf .Halbmast. Ter Mörder behauptet, leine Mitschuldigen zu falben. Nächrer^ Blätter versichern, daß eine große Vereinigung beftehe, bie terroristische Zwecke verfolge. - Aden, 21. Febr. Leute des Mullah griffen aufs Neue einige den Engländern freundlich gesinnte Stämme cm, tötete^ viele Menschen und raubten 2000 Kamele. Pointe a»P il r o .Gouadalonpr), 22. Febr. Wegen L o hust re i t i g te i i c n sind 2 0 0 0 0 Arbeiter nt ben A'us- st and getreten und steckten 8000 Hektar Zuckerrohrfelder m Brand. . __ Reiskirchen, 21. Febr. Die Anwohner des Sieges- beraes sind durch Diebereien, die in der letzten Zeit vor- kamen oder vernicht wurden, sehr beunruhigt. In einem 3aU, bei dem ein Huhn gestohlen wurde, hat man einen 11 jährigen Knaben im Verdacht. --- Grüningen, 21. Febr. Der 70 Mitglieder starke lloeigverein des coang. BiindeS breit am Sonntag abend mi Bender'schen Saale seinen zweiten Familien abend für biefen Winter ab, der noch stärker besucht war als der erste. Rach dem Gesang des Luthcrliedes uud Begrüßungsworten des Vorsitzenden hielt Pfarrer Eckel von Lampertheim einen längeren Vortrag über .Protestantisches Ehrgefühl". )rt packender Rede schilderte er, meist aus eigener Erfahrung, baö Kämpfen und Siegen der evangelischen Bundessache und schärfte dadurch das ewig. Gewissen der Zuhörer. Einige vom Männer gefangner ei n unter Leitung des Lehrers Momberger sehr schon und stimmungsvoll vorgetragene Lieder, sowie Gramophonvortiäge ernster und heiterer Art verschönerten ben weiteren Verlauf des Abends. Der Ortsgeisttiche, Pfarrer Eichen-Stämme von 21 — 49 cm Durchm. mit 51,09 Fm. Nadel- , „ 12—27 „ , , 36,79 , Rm. Nadel-Nutzscheit. , Eichen-, 27 Rm. Nadel-Nutzknuppel. Vergehung. Für die Gr. chirurgliche Univ.-Kiinik in Gießen sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden für das Rechnungsjahr 1910: a) die Lieferung von ca. 5U0 Ztr. Nußkohlen und 10 000—12 000 Ztr. Hüttenkoks; b) die Lieferung von 1. Backwaren, 2. iziegchwaren, 3. Sp-z°r°iw°rcn, 4. ftaffec, 5. Mich. 6. 'Butler, 7. (Sier, 8. Bier, 9. Verbrauchsgegenständen, 10. edjrcibmaterialicn, 11. Bürstemvaren, 12. Scheuertücher, 13. Seife, 14. &oba, 15. Bohnerwichse, 16. Porzellan- und Glaswaren und 17. Gis; c) die Abgabe von Knochen, Lumpen und Gespul; für die Rechnungsjahre 191V, 1911 und 1912: d) die Fensterrelmglmg und das Entleeren der Ntull- gtuben. ÄV> . . Die Bedingungen liegen vom 24. d. M. ab auf dem Verwattungsbureau an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. ... Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermine . Samstag den 12. März 1919, vormittags 11 Uhr, cinxiireichen. , .. , Proben der unter a und b 3, 4, 8-16 bezeichneten Gegenstände sind den X’lngebotcn beizufügen. Zuschlag erfolgt innerhalb 14 Tagen nach dem Eröffnungstermin. Gießeii, ben 21. Februar 1910. Gr. Direktion der chirurgischen UmV.=Siiiun. Universitäts-Nachrrchten. rm. Darmstadt, 21. Febr. In der letzten allgemeinen Sttidentenversammlung am Samstag nachmittag, in der besonders die Wilben'chaft stark verrieten war, wurde der keiner Korporation angehörenbe ftub. Fr. v. HeYber zum 1. Vorsitzenden bc5 Ausschusses der Studierenden gewählt, xa diefes Ehrenamt bisher immer ein Angehöriger der hiesigen Korps ober.Verbindungen inne hatte, luill man von dieser Seite gegen bie Wahl protestieren.___________ Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Buchen-, 15 Rrn. Eichen-, 8 Rm. Kiefern-Scheit. 178 „ „ -Knupvel. 96 Rrn. Buchen-, 55 Rrn. Eichen-, 27 Rrn. Kiefern-ctock versteigert. Das Holz in den Distrikten Wallenfels und Wüstling, Eisenschade, Peftllenzstrauch, Hahuekamm, Kringelsbach imb Hormelseck wird bei der Versteigerung nicht vor- gezelgt und kommt beim Feuer zum Ansgebot. Zusammen- lunft im Distrikt Winnereck bet Bauholz Nr 198. Allendorf a. Lda., am 21. Februar 1910. Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. Re in. 1113 93 u n v I! --- “ >' m ,, 7225 Wellen Buchen-, 2175 Wellen Eichen-, laoO B-ellen Kiefern-Rersholz Junger Laufbursche gesucht Kolosseum Giessen Statt Karten 01428] Schnlttraffe 6 Telephon 6a Giessen Nordbausen im Februar 1010. <11416 3 Zimmer 40 Tage 40 Rächte 2 Zimmer Es ladet freundlichst ein Direktion 4llbert Ravvmauu. OT Eintritt frei. *es 5 Damen. 1 Herr. -elß-rbe. Gustav Koppen Horst, Riegelpsad. [OS 1012] Marktttraffe 30. Telephon 581. 967) Reparatur-Wcrkstätte für (1096 (a*V3 bei Alex.SaIomon&Cie Getrocknetes Obst, 1. Biömarckslrahe 14. 01437 2. a n G. a"/• 6. 7. Butzbach erbeten. [89 01422) Gartenstraffc 181. lauernd hier. 101441 [1102 Todt abzugeben. (1100 JJ 01431] Neustadt 23. Rasch! empfiehlt (1098 Schneider für dauernd gesucht. [1111 11075 sofort gesucht. Eugen Groff. Wiesbaden, bei. SS ,3 M e r K ä u fe MejMeMner (Offcur Stellet finnf-U)Clnd)e TS* Am 5., 6. und 7. März Gastspiel von Otto Reuttcr. Wochentags Anfang 8 Uhr. 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