m. 295 Der Siebener Injelftr erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerFamilienblütter, zweimal roöcbentl.Ktcis: blatt sürdenttrelrSietzen (Dienstag und Freitag) -, zweimal monntL Landwirtschaftliche Zeitfraaen Ferniprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Berlaq u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von »«zeigen für die Tagesnummer bis vorinittags 9 Uhr. 160. Jahrgang Erster Blatt 9 Sreitag, 16. Dezember 1910 Ve,»,Oynetsr monatlich 75 vierteljährlich D». 2.30; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Ps.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährst ausschl. Bestelle. ZeilenpreiS: lokal 15Pst, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Derantivortlich für ben politischen Teil: August General-Anzeiger für Gberhefsen Bofäfionsirutf ew»Verlag dervrLHI'schen Unio..8«ch> imd Lteindrvckerel R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. s°n^:@.^°ür dm Expedition für vüdingen: vahahofpratze 16a. - Telephon Rr. 50. Anzeigenteil: H. Beck, Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Vie Lage im Wahlkreis Gietzen-Grünberg-Nidda. Die Erörterung der Kandidatenftage in unserem Gießener Wahlkreis wird eifrig fortgesetzt. Bei der Aufnahme der ersten Zuschrift: „Was nun?" war es unsere Absicht, dem Versuch einer sachlichen Einigung unter den bürgerliclien Elementen die Wege ebnen zu Helsen. Neue Vorschläge scheinen tiortaufig nicht mehr gemacht zu werden. Dagegen drohen die Auseinandersetzungen .jene Form anzunehmen, wie sie, mehr oder weniger temperamentvoll, in Wählerversammlungen anftutauchert pflegt. Es sind uns iwch zwei Zuschriften vom Lande zugegangen, die wir als Erwiderungen auf bisherige Veröffentlichungen gern aufnehmen. Wir gedenken aber fernerhin nur noch solchen Zuschriften Raum zu geben, die in irgend einer Weise eine sachliche Zusammensührung von bürgerlichen Parteigruppen bezwecken und unnötiger Reibereien sich enthalten. Heute noch eine etwas geharnischte „Erwiderung von deutsch-so-ialer Seite": 1. Mit herzlichem.Lachen lesen wir in gestriger Nr. die „vervollständigten" treuherzigen Ausführungen des Herrn „Was nun?"-Einsenders. Der Hinweis auf den Hansabund als Einiger der liberalen feindlichen Brüder wird seine „Wahlreden" überall mit bestem Erfolg halten. Wir kennen die „goldene Hand", die die liberalen Drähte zieht, viel zu gut, als daß wir nicht wüßten, schon lang gewußt hatten, wie es rm Gießener Wahlkreis kommen wird und muß. Hansabund, Abwehr- und Zentralverein zur Bekämpfung des Antisemitismus werden das Bißchen machen, ganz wie wir es voraussahen und sagten. Und deshalb wären wir „aufgeregt"? Ganz im Gegenteil. Es bleibt ja alles beim alten. Wir lachen am besten. 2. „Eine Kennzeichnung der Deutsch- und ChrisLichsozialen als einseitige Klassenpartei ist mit keiner Silbe geschehen," heißt es dann weiter. Aber wen können Sie denn anders gemeint haben mit Ihren Trauergesängen über die dauernde Auslieferung des Wahlkreises Gießen an „einseitige Klassinparteien"? Aus der Linken könnm da nur die Sozialdemokraten, auf der Rechten nur wir Deutsch- und Ehristlichsozialen in Betracht kommen. 3. Oder nennen sie Köhlers energisches Eintreten für die Bauernschaft einseitig? Das ist es mit Nichten. Jeder weitsehende Nationalpolitiker muß jjo handeln, und auch Professor Gisevius steht genau auf dem gleichen Standpunkte. 4. In Ihrer gewiß wohlgemeinten, aber „höchst einseitig" Hans abu ndmü ßigen Veröffentlichung zogen Sie mit zwei, wir wollen sagen. Unrichtigkeiten, gegen die bösen Rechtser zu Felde. Wir sagten Ihnen dafür mit den richtigen Worten die Meinung. 9hl n werden Sie gar nicht lieb, meinen, eine Erwiderung „erübrige" sich durch den „Ton", schreiben aber trotzdem eine um drei Zeilen größere Entgegnung. Darin schenken Sie sich die Beweise für Ihre Behauptunam. Das ist der beste „Ton" im politischen Kampfe, den wir Ihnen freudig überlassen! • Von „rechtsstehender iS eite" wird uns ferner noch geschrieben: Es mutet sich recht eigentümlich an, wenn es in der Nr. 293 des Gieß. Anz. veröffentlichten Zuschrift aus dem „nativualliberalen Lager" heißt: „Man sollte eigentlich der hiesigen natioualliberalen Leitung dankbar dafür sein, daß sie davon abgesehen hat, einen ausgesprochenen Parteimann aufzustellen." Wirklichen Dank hättc sich die nationalliberale Partei verdient, wenn sie sich bemüht hätte, die bürgerlichen Parteien auf eine gemeinsame Kandidatur zu einigen. Dies geschah aber nicht. Es ist, wie es s. 3. im Gieß Anz. hieß, „seitens der nationalliberalen Partei nach keiner Seit? hin eine Initiative zu Verhandlungen ergriffen worden". Man hat wohl versucht, die Freisinnigen für die Kandidatur Gisevius zu gewinnen. Die Freisinnigen lehmrn aber diese Kandidatur ab und beschlossen, mit den Nationalllberalen in Berl-andlungen einzutreten über die gemeinsame Aufstellung eines anderen Kandidaten. Aus freif innig er Seite wollte man also entgegenkommen. Was taten aber die Nationalliberalen? Sie hielten an ihrer Kandidatur fest und stellten Prof. Gisevius als nationalliberalen Parieikandidaten auf. Mit den rechtsstehenden Parteien hat man überbau# feine Verständigung gesucht, obwohl auch hier Neigung zu einer Verständigung vorhanden war. Erst nach der Ausstellung des Prof. Gisevius forderte man die Rechtsparteien zur Unterstützung der einseitig-nationalliberalen Parteikandidatur auf. Daß dann eine glatte Absage erfolgte, war voraus zu selben. Alls allem dürfte hervorgehen, daß cs an der national liberalen Wahlkreisleitung gelegen hat, wenn eine Einigung des Bürgertums gegenüber der Sozialdemokratie nicht zustande gekommen ist. Wie man da noch auf „Dank" Anspruch erheben kann, ist uns ganz und gar unverständlich. den Gegenstand. Von verschiedenen Blättern rvurde gegen die Regierung und gegen die N'Goko-Tangha-Gesellsckwft wegen der Entsckädigung eine überaus heftige Fehde eingeleitet, so bezeichnet die bonupartistische „Antvrits" auch die Angelegenheit als „ein- afrikanisches Panama". Die Wahlen in England. London, 15. Dez. Bis vier Uhr nachmittags war der» Stand der Wahlen folgender: 235 Liberale, 257 Unionisten, 40 Mitglieder der Arbeiterpartei, 65 Redmondisten undf 8 O 'Brienisten. Die Liberalen gewinnen21, die Uni nisten 25, die Arbeiterpartei 4 Mandate. Spvack (Unionist) wurde in Tavistock mit 6409 Stimmen gegen Luttrell, der 6019 Stimmen erhielt, gewählt. London, 15. Dez. (12,30 Uhr n.) Gewählt sind 239 Liberale; die anderen Ergebnisse sind unverändert. Haushalts sowie die Heeresvorlage wurden dem Budget- Paris, 15. Dez. Der Minister des A außer en Pichon empfing heute nachmittag den Besuch des russischen Botschafters Iswolsky, mit dem er eine lange und sehr freundschaftliche Unterredung hatte. Iswolsky wird am Sonnabend dem Präsidenten Fallieres sein Beglaubigungsschreiben überreichen. Paris, 15. Dez. Der Budgetausschuß beschäftigte sich gestern mit N'Goko-Tangha-Gesillscknast, der bei der Grenzberichtigung zwischen Französisch-Kongo und Kamerun infolge eines Schiedsspruches von der französischen Regierung eine Entschädigung von 2 400 000 Francs bezahlt werden soll. Die Minister Pichon und Morel und die früheren üolonmlminister Trouillot und Miellies-Larroix, sowie der Ob- Die kretische Frage. Kanea, 15. Dez. Das Amtsblatt veröfsentticht eine Proklamation der Konsuln der Schutzmächte, in welcher diese namens ihrer Regierungen dem kretischen Vollzugsausschuß zur Kenntnis bringen, daß die Schutzmächte ben bei ihnen bo* glairbigten türkischen Botschaftern folgende Erklärung abgeben: in Beantwortung der Beschwerde der Pforte darüber, daß die krettsche Nationalversammlung im Namen des, Königs der Hellenen eröffnet worden sei und sich für den Anschluß Kretas an Griechenland ausgesprochen hat: Die Hoheitsrechte der Türkei sind und bleiben von bert Mächten anerkannt. Daher besteht für die Pforte kein Anlaß, den Vorgängen in der kretischen Nationalversammlung Aus- merksamleit zu schenken. Diese hat bereits Kundgebungen für den Anschluß Kretas an Griechenland veranstaltet, welche aber ohne Einfluß sind auf den Entschluß der vier Mächte, die Hoheitsrechte der Türkei zu wahren. Hinsichtlich der künfttgen Verwaltung der Insel sind die vier Schutzmächte entschlossen, diese Frage zu prüfen, sobald sich eine günstige Gelegenherr dazu bietet.______________________________________________________ politische Tcrgcsschatt. Der Reichstag hat am Mittwoch! abend gegen 10 Uhr seine letzte SißimA vor Weihnachten beendigt. Nachdem der Schlußantrag der Rechten von der Linken mit Unterstützung der Reichspartei: und der Polen abbeschlagen war, gab es noch einige interessante Reden, die in der Hauptsache gegen Konservativ« und Zentrum gingen. Dem Abb- Gröber (Zentr.), der- im wesentlichen gegen den Freisinnigen Schrader polemisierte und sich dabei einen Ordnungsruf zuzog, folgte der sozialdemokratische Revisionist Dr. Frank-Mannheim, der den Staatssekretär Delbrück noch einmal zu der Feststellung veranlaßte, daß die Regierung an keine Ausnahmegesetze denke. Dann kam eine Darlegung des nationallibv- ralen Abg. Everling über die Bedeutung der päpstliches Enzykliken. Der Redner gab insbesondere dem Abg. Erz^ beiger die Antwort auf dessen hochtönende Phrasen, als ob gewöhnliche Sterbliche von diesen Enzykliken gar nichts verständen. Auch der Abg. Gröber bekam sein Teil, und zum Schluß bewies Everling sehr zutresfend, wie das 3entrinn seinen konfessionellen Charakter im Fall des jungen- Spachr geradezu in bengalische Beleuchtung gesetzt hatten Die Abgg. Kreth (Kons.), Raab (Wirtsch. Vgg.), Schrader (Fortschr. Volksp.) folgten, dann machte ein Schlußantrag dem Spiel der Kräfte ein Ende. Ein großer TÄ des Ordinariums und das gesamte Extraordinariirm des Die Besteuerung automatischer Feuerzeuge in Frankreich. Paris, 15. Dez. In der heutigen Sitzung der Kammer erstattete Dumont fernen Bericht über die Steuer auf automatische Feuerzeuge und beantragte deren Annahme. Finanzminister Klotz, Caillaux, Berteaux und der Vorsitzende des Budgetausschusses verlangten sofortige Abstimmung über die Vorlage, da es sich hierbei um eine Einnahme von 28 Millionen für den Staat handele. Finanzminister Klotz sagte, wenn man die automatischen Feuerzeuge im freien Verkehr lasse, begünstige man die ausländische Industrie zum Schaden der französischen, die nicht das Recht habe, solche Feuerzeuge herzustellen. Caillaux führte aus, wenn man die automatischen Feuerzeuge unbesteuert lasse, so -lause man Gefahr, daß das staatliche Zündholzmonopol unwirlsam werde. Trotz Widerspruches mehrerer Redner wurde die sofortige Beratung beschlossen. Auf Antrag des Llbgeordneten Flanoin wurde die Mindestfteuer auf 2 Francs für das Stück statt der beantragten 2y2 Francs festgesetzt, nachdem Finanzminister Klotz und Berichterstatter Dumont ihre Zustimmung erklärten. Die beiden ersten Paragraphen der Vorlage wurden angenommen. Sie gestatten auf Antrag die Herstellung von automatischen Feuerzeugen. Zlpparate aus gewöhn- lichent Metall bis zu 10 Ztm. Länge, Breite und Stärke werden mit 2 Francs das Stück besteuert, silberne mit 5 Francs, solche aus Gold oder Platin mit 20 Francs. Die Steuer auf größere Apparate bewegt sich zwischen 5 und 40 Francs. Die übrigen Paragraphen enthalten Bestimmungen über die Anwendung des Gesetzes, das sodann im ganzen mit 383 gegen 196 Stimmen angenommen wurde. mann der Kommission für audtoärtige Angelegenheiten De- Haushalts fnhne bie Heeresvorlage wurden dem Budget- schanel erteilten dem Ausschuß eingehende dllMärungen übe« ausschuß überwiesen, und der Präsident schloß mit einemf Flasche noch den Tabak. — Keiner kann sich rühmen, die An- ftrengungen besser überwunden zu haben wie ick. Ich habe nie versagt. Aber abends in der Ruhe bei der Flasche habe ich auch nie versagt und habe immer etwas Pech an den Unaussprechlichen gehabt. Mit einer gewissen Genugtuung und ohne jede Reue gedenke ich jener Tage. Wie ungezählte schöne Stunden haben sie mir eingetragen. Also wir machten Halt bei dem Dorfe Orme, dem Gefechtsfelde vom 11. Oktober, und auch dem front 4. Dezember, für das 1. bayr. Korps wenigstens. Zahlreiche Pferde lagen umher, vielen war die Hinterkeule abgeledert, die französischen Soldaten hatten sich aus den nackten Keulen runde FleisckMcke, die in ihre runden Kochgeschirre paßten, herausgeschnitten, um sich einen guten Braten zu sichern. Unsere Leute wären, glaube ich, eher Hungers gestorben, ehe sie die Pferdekadaver angenommen hatten. Ich warf sehnsüchtige Blicke nach Orleans. Dort hinter der -nächsten Bodenwelle, die mit Weingärten bedeckt ist, tief im Grunde lag die Stadt. Ich kann mir nicht Helsen, die Erinnerung überwältigt mich, id) muß Erlebnisse hier einschalten, die nicht gerade zur Tagesgeschichle gehören, aber sich doch Mitte Oktober ereigneten. Damals rückte mein Regiment, das 83., in Orleans ein. Unmittelbar vor der Vorstadt St. Jean hielten wir, um die letzte Hand an unsere Ausrüstung zu legen. Den Sttaßenstaub llopst man sich gegenseitig ab, eine etwa geöffnete 9lchselklappe wird geschlossen, der Waffenrock, ber sich so gern nach oben schiebt, kräftig heruntergezogen. Das Koppelschloß muß den stottersten Knopf des Waffenrockes verdecken, der wichtige Brotbeutel mufe vorschriftsmäßig sitzen, sonst verdirbt er die ganze Figur des Mannes, wer einen Schnurrbart hat, gibt ihm noch einen kühnen Schwung. Das alles war in wenigen Augenblicken geschehen. Bataillon marsch! Die Regimentstrrusik setzt ein und spielt einen ihrer prächtigsten Märsche. Nun muß man das Regiment sehen, auch die miglücklichste Soldatenfi girr nimmt Haltung an, jeder Kerl tmb ein paar Zoll länger, das Pflaster dröhnte unter dem Gleichschritt. St. Jeatl schien anfangs zu schlafen. Auch nm unansehnlichsten Haus waren alle Lädm zugezogen, man wollte uns nicht seherr — die Barbaren, die den geheiligten Boden Frankreichs mit ihren ungeschickten Füßen zerstampften. 'Äber ber Lärm, den wir machten, erweckte die Neugier der Bewohner, die Regimentsmusik öffnete uns die Herzen aller Frauen, der jungen und der alten. Die klapprigen und die elegantesten Fensterladen flogen auf und bewundernde Blicke flogen uns entgegen. Ja, so hatte man sich die Barbaren nicht gedacht, eine solche Marschordnnng hatte man nod) nicht gesehen, man dachte beschämt der eigenen Soldateska, die betrunken bie Glieder verließ und die Einwolmer — beim Ausmarsch zum Kampf — um Getränke NNd SEabal anbettelte, feine Dame jagte mir, tote eine Heude Erlebnisse aus den Dezemberiagen an der Loire vor 40 Zähren. m. . _ . Wir verließen Unser Quartier in Chene-Pert, so hieß dre Gruppe von Gehöften, die mein Bataillon ausgenommen hatte, am frühen Morgen des 7. Dezember Das war ercklich ein Quartier gewesen, das uns vor der Kälte, vor Hunger und Durst für etwa 36 Stunden geschützt hatte. Es batie unsere Behaglichkeit nicht sehr gestört, daß wir mit unseren drei Burschen und den Besitzern des Hauses in einem Zimmer schlafen, kochen und essen mußten. Schon seither waren wir in dieser Beziehung durch eine harte Schule gegangen. Wir waren froh, wenn uns nack? schweren seelischen Ailfregungen und körperlichen Anstrengungen nur ein Quartier unter einem Dach zuteil wurde, beim eZ ist eine Tortur, todmüde Menschen unter freiem Himmel bei 10—15 Grad Kälte hungrig und durstig schlaflos die Nacht verbringen zu müssen. Es war das ja alles nötig, das wußten wir. Unsere Anstrengungen zeitigten auch große Erfolge, auf die wir stolz waren. Wenn aber jemand in Friedenszeiten seinen Haustieren derartiges zu- muten wollte, käme er mit Recht vor den Strafrichter wegen Tier- quäl tret Wrr marschierten auf Feldwegen und kamen baw auf die Straße Chatvandun—Orleans bei dem halb niedergebrannten Dorfe, Orme, wo wir schon am 11. Oktober bei der ersten Einnahme von Orleans gekämpft hatten. Wir sahen nun die Gräber unserer damals Gefallenen zum dritten Male wieder. Rechts führte die Sttaße nach Ehatsauduil, links nach dem etwa ein Stündchen entfernten Orleans, geradeaus irach Tours und le Mans. Die letztere war Misere Marschsttaße für heute. Schon vorher, ehe wir diese Straße erreichteii, hatte unser Oberft auf dem wüsten Gesichtsfelde — das 1. bayr. Korps hatte hier am 4. gekämpft und war schon um Mitternacht mit ber 17. Division in Orleans eingerückt und hatte die Brücken über die Loire besetzt — ein großes Faß Kognak gefunden, dasselbe öffnen 6mb den Kognak in Milchtöpfe füllen lassen. Nun mürben diese zahlreichen Milchtöpfe, die einem benachbarten Gehöft entnommen waren, in unsere Üolvnne gereicht. Auch an mich kam ein solcher Topf, und als ich ihn, natürlich im Marsch, ansetzte, stolperte ich etwas, und eine ganze Welle von Kognak schlug in meinen Mund. Ich mußte schluckm, um nicht zu erftitfen. Ta hatte ick) meinen ersten Heinen Rausch im Dienste, den ich für eine Schande gehalten hätte, wenn er für meine Mannschaften erkennbar gewesen, wäre, weg! Denn der Ostizaer soll mit gutem Beispiel voran- Sehen, damit sich der Soldat niemals auch nur iw Stillen auf ben Vorgesetzten berufen Fann, wenn er selbst sich vergißt. Eine Feldflasche führte ich niemals mit. Ich ramhte Msättig auch nicht Wto entbehrte so auch bei den obe Zweite Kammer der Land stände wolle in Artikel 43 der Städteocdnung und in Artikel 47 der Land- gemeitrdeordnung die Wählbarkeit der Lehrer an Volksschulen in die Gemeindevertretungen beschießen". Huartier. Wir hatten die Säbel gezogen, ich ritt vor meiner Kompagnie. Da erreichten wir das Haus. Die Damen hatten die Jalouslen vorgezogen und sahen vorsichtig hindurch auf uns herab. Sw wollten vom großen Publikum nicht gesehen fein Ick konnte mirs nicht verbeißen, ich faluticrte mit dem Säbel Hinauf. Da warfen vier Frauen Hände in der Erregung des .Augeiiblicks die Jalousien zurück und winkten mir auf das Leb- hasteite Abschicdsgrüße zu. — Ich habe die Damen nie wieder- gesehen. Und nun rasch zurück auf unseren Rendezvous-Platz bei Orme am 7. ^ezember. Wir müssen vorwärts nach Tours oder sonst wohin. Weick-cre Gefühle dürfen uns nicht beherrschen, die taugen Tür den Soldaten nichts. Wir marschieren. Es begegnen uns Ichon^nneder offene Wagen mit verwundeten bayerischen Ossi-irren und Soldaten. Das unglückliche 1. bayerische Korps hat schon am L. Dezember allein bei Villezion gefochten und ist sehr hart mitgenommen Heute ilt es wieder allein im Kampf gewesen und wir ecken ihm zu HUse. Die verwundeten Offiziere sitzen und liegen bei der Kälte bleich und erschöpft in den Wagen. Man wagt gar nicht, sie anyirebcm Wir werden schon sehen, was da vorne los ist. Unser Weg fühtt uns über Coulmiers, das Gefechtsfeld des 1. bayerilchen Korps am 9. November. General v. d. Tann mußte lich ui der Abenddämmerung vom Gefechtsfelde — unoerfolgt — zurück ziehen. Das führte zur Räumung Orleans mtd die Franzosen hatten ihren ersten „Sieg", den sie heute noch feiern, wie den eieg über die 22. Division bei Pougry, da wir das Schlachtfeld in ber Nacht räumten. Die Franzosen suid besck>eiden in ihren Riegen und in iljrat Siegeserinnerungen, sie feiern heute noch diese und ähnliche Siege mit großem Lärm. Darin sind sie uns guten Michel um em paar Nasenlängen voraus. Wir reden viette-lcht einmal darüber bei einer anderen Gelegenheit. Aui Abend sind wir in Charsonville, ein großes Dorf oder Städtchen, das ,ich zu beiden Seilen der Straße lang hinaus-icht. ^ter werden wir einquartiert. Wie maus uns vorausgesägt hatte, io wars. Hier krähte kein Hahn mehr, vielweniger bruttte eine itub. Mt Einwolmer waren gcstohen und hatten die letzten Lebensmittel mügejiammcn. Auch wir hatten nur noch Spuren von Eßwaren.^ 2ttn Vvrmtttage hatten wir lange Zeit gehabt, zu srüh- lmcketi. «n den unergründlichen Mägen war alles verschwunden. Es tragt ,ich da auch am leichtesten. Leichtsinnig waren wir ja. Jian ivuute auch nw, ob man nach Stunden noch lebte unb deshalb aud) tot jeber das Seute, um nicht etwa zu kurz zu kommen. Mit Dem Sianee wars auch so eine Sache. Früher wurde immer retchlui) gebrannter Kapee geliefert, dazu hat.en wir eigens zu oem Jwett mttgebrachte .staf,eemühlen, um dm ttasiee zu mahlen. Jene hatten lange Dienst getan, aber bann ftreiteii sie und eine nacQ oer anderen flog als unnützes Möbel in den Straßengraben jc-ün uurben auf einmal in Ermangelung von gebrannten Lohnen, ungebrannte gelte,ert. In dm uns feindlich geiinnten iKtyen fanden nn)ere Burgen keine Kassceorenner. Sie nahmen w üan öioea die Pjanneutuchenpsamien. Die Bol-iien wurden Oat, "cktts Fett, das in den Pfannen hing, hüllten noa> M üie, una^ndetten Kaftcebvhnen ein. Zum Mahlen wurden ]ie io auf den Tuch ausuebdettet ppd mit eurer geke.rten, ikouo&uu stasche bearbeitet. Dadurch wurden die ungaren Bohnen platt I gedrückt unb so groß wie ein P,ennigstück. Aus bic)ein Material' mürbe durch Ausgietzen von kochendem Wasser eine grünlich braune' Brüde gewonnen, die unsere Burichen mit wenig Versländnis für Die Sache, Kaffee nannten. Vor einer solchen Brühe saßen wir an bief em Abend unb gedachten des gestrigen, so fetten Tages. Ta fahren zahlreiche Batterien im tiefen Dunkel an unserem Hause vorbei unb zwischen das Getöse der Mder mischt sich das klägliche Blöcken von Schafen. Wie ein Blitz bin ich draußen, mit raschem Griff habe ich einen Hammel am Hinterbein. Jch Zliehe ihn durch die Haustür in ben Flur, hilfreiche Hände nehmen mir ben Hammel ab, ber nach einer halben Stniide sck>on zerlegt am Haken Ijängt. An diesem Abend konnte bas Hammelfleisch nicht mehr fertig werden, aber für morgen früh mußten wir Bouillon haben statt Kaffee unb gares Fleisch zum Mttnehmen. Ich lasse den größten eisernen Tops bes Hauses mit Wasser auf bas Kaminfeuer stellen und so viel Fleisch hinciittun, wie lstneingeht. In französischen Quartieren war immer bas Brennholz rar, man ging trotz der Kälte sehr sparsam damit um. Auch Daran waren wir nicht gewöhnt. Ick hatte nun Hutten im Hose einen Scl/wei ne stall im Fachwerkbau gesehen, nehme zwei Bursä-eii mit, lasse die Lehntwäiide aus den Gesack-en schlagen, hinterher die kurzen Riegel unb dieses feste trockene Eicheiihvlz um den schon ins Sieden geratenen Kessel herulnlegen. Ich Durfte hoffen, baß dies Holz utehrere Slmtden brennen würde, bann mußte auch der Hammel gar fein. Wir hatten gleichzeitig eine warme Stube. Auf einer Streu rings um den Kantin legten wir uns sckstasen. Daß die ganze Einrickstung feuergefährlich war, kümmerte uns nicht. Am anderen Morgen galt mein erster Blick dem Topf. Er Mar kalt, bie Bouillon bildete eine einzige Geleemasse, in der das Fleisch steckte. Nun ihr Burschen, Feuer unter den Tops! In iurzer Zeit hatten wir eine roammelbouckum, mit der man ttnodjen zufammeicheilen koiutte. Das Fleisch nahmen wir zum Frühstück mit. Solche Dinge müssen er&äblt werden, damit das heutige Geschlecht begreift, was ein energisch geführter Krieg für Opfer verlangt von den ^Kriegsteilnehmern. Heule droht in Folge von Nahrungsmangel der Tod durch Erschöpfung unb am selben Tage aoch der durch Pulver und Blei. Wie viere mögen zugruiide gegangen sein, die energielos nur von Hunger unb Erschöpfung sprachen und sich nicht selbst halfen. Gestern war uns nock) mit» geteilt, da,; wir uns selbst tinuidjft mit Lebensmitteln versorgen sollten. Damit war gesagt: wir können nichts liefern, helft Euch selbst! . Die Hammelbouillon im Magen, sahen wir den kommenden Ereignissen mit einem gewißen Vertrauen entgegen und das war notig, es flanD uns em fast immer Dag bevor. Tas sat>en mir )>d)jan an den Wiitd mühten, fu-on seit Den Lu ob erlagen wußte das auä) der eiii,OQ>,te Soi-dat. Drehten sich die tymgei lustig im Winde, bann hatten mir feinen Zusammenstotz mit dem Feinoe zu erwarten, standen sie still, dann siet ganz, geioiß bald ber erste Schutz. Stauden die Bauern in den Dörfern, Die luir gestern panierten, in Gruppen auf ber Dorsftraße, warfen sie uns höhnische, spottende, Hatz- er.ullte Bucke zu, bann lasen wir ans den Gelichtern, marschiert chr nur, ba vorn werdet st« die Sckwernot irfm» ttueaeu. Das traf heute wieder alles zu. Irgendwo biegen wir bett der Straße linls ab und marschieren an er selbe in über flaches Gelände, das teilweise mit Reben bepflanzt ist. Bald schon tannen wir die feindliche Stellung erkennen, Sckfrapnells krepieren immer wieder für uns unschädlich hoch in der Luft. Trotz einem vorüber^ gehenden Schneefall erkennen wir die Steilung des Gegners immer Deutlicher. Die Bayern sind links von uns, sie stehen un Zentrum. Rechts von ihnen marschieren wir an, links von den Bayern bei Beangency an der Loire, ficht die 17. Division. Die 22. Division zählt vielleicht noch 3—4000 Mann Infanterie, das 1. bayerische Korps v. d. Tann ist noch mehr zusammengeschniotten und wird nach diesen schweren Tagen zurückgeschickt nach Ärtenais, mm fick) dort in Ruhe zu erholen, es ist nicht mehr kampffähig. Die 17. Division war sicher noch am fiärfften. Man Hal offenbar großes Vertrauen zu ber Armeeabteilung, denn sie marschiert eben dem französischen 16., 17. und 21. Korps entgegen, die Stellung genommen haben hinter der Straße Beaugency an ber Loire bis hinauf bis Binas. Die Franzosen haben den großen Wald, bert Marche noir im Rucken, in den sie sich im schlimmften Falle verkrümeln können. Die französisck-e Armee nhrb geführt von dech energischen General Chancy, sie tst dreimal stärker als wir. De^- Uurück -um Bataitton. Unsere ArtiUerie jährt neben, und au, und feuert Vor uns in einer Senkung an der Straße liegt das Dors Erayant. Wir sehen alle, daß französische Infamer« durch die Sieben hertuttersteigt unb sich diesem Dorfe näherte, auch Batterien fahren drüben auf, um das Vorgehen ihrer Jnsanteris zu decken. Wir haben den Auftrag, EravaM zu besetzen, wir müsse» also versuchen, vor der französisck-en Infanterie hineinzukomme» Wer zuerst drin ist, ist Vieister. Das 2. und Füstlierbaialllon unseres Regiments marschiert in weiten Abständen rechts von uns. Wir sind wieder in ber unglückseligen Kolonne nach der Mitte, die vier Kompagnien beS Bataillons bilden einen nicht zu quadratischen Hausen, dicht zw« fammengebtängier Menschenleiber. Wir können uns diese vorzüg, liebe Scheibe für die feiiidlichc Artillerie immer noch nicht abgt< wohnen. Sie hat ein alles Gewohnheitsrecht bei uns. — Kurze Nachrichten aus Kunst u.Wissenschaft. Tie öOiähnge Tollorfubelieler begeht am 18. Dezember der Pro- iessor der klassischen Phstologie an ber Universität Freiburg L B; Diel). Hoi rat Dr. pbil. Bernhard Schmidt. Pro iessor Schmidt, em geborener Jenenser, steht un 74. Lebensjahre. Ter Gelehrte gedenkt am 1. Apnl n. I. in den Ruhestand zu treten. — In Köln ist der einer, ord. Proiessor der Geodäsie an der Technischen Hoch- schicke in Braun schweig. Geh. Holrat Dr. phü. Karl Koppe, gestorben. Er war am 9. Jaiiirar 1844 zu Soest in Äest'alen geboren und trat _19u7 anfl Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Als -itglteb der Sonnenfulsteriiis-Expedinon nach Ostüidien (1868), als Ingenieur bei dem Gotthardbaynbau, als 'Dhtglieb des Aus- schuses für inleri.anonale Eidmessung unb als Riitgued deS wissen- schacklichen 'Ausschusses für den Bau der ^ungfraubahn tst Tr. Hoppf ivett bekannt geworden. — Ter deutsche Techniker-Per» band halt im Jahre 1911 im Rahmen der Jmernattonal«< pygiene-AussleUnng in Dresden seine Wand er-Versammlung ab, die vom L bis 6. Juli bauert. 23eijalL Kreis Friedberg. r 6 Zimmer emzureichen. 6768 er Unoni7,Br re,sei* - HOSpiZ Damen 6 Zimmer rfeeini Westerbruchnratze 68. ModeS vermiet Marburger Straße 14. atmini erfrag. Borlagsbuchbandler 1911 a Marburger Straße 20. M. (Offrur Slrllni $ WielMMsr 3ii ueimirteii evang Schwesternhau, tiieeee». lolinaeeatr, K 67571 1. Etage, 6 Zimmer, Bade- ,immer, Mansarden, z. 1. April Llhloger örjadiL Wir suchen für daS städtische Elektrizitätswerk ein. jüngeren, nntitärsrelen Schlosser zur Bedienung deS Kessel« und der Maschinen, sowie ziir Reparatur der Leitung. Geprüfter Heizer bevorzugt. Angebote mit Ge- dalttzansprüche sind bi« zum 20. Dezember l. IS. bei uns Alsfeld, den 12. Dez. 1910. Drosch. Bürgennelsterei AlSseld. Dr. Vüls ing. zu vermieten. . Michel, Blelchstrabe 2Sp. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten m teilen cun Samstag dem 17. Tez. 1910: Trüb, Regen'älle, starke südwestliche Winde, mild Evangelische Gemeinde. Bei den kirchlichen i'ttizeigeu im 3. Blatt der heutigen AuS- gäbe muß folgende Aenderung eintreten. 3n -er 5to-ttirche. Ter Gottesdienst um b Uhr fällt aus. 3n der ZohanneLfirche. Vormittags 97, Uhr: Piarraiftstent Schorlemmer. Vormittags 11 Uhr: Kmderkirchc für die Iohannesgemeinde. PiarrafüftelU S cb o r l e n, m e r. 1^. Friedberg, 15. Dez. Gestern fuhren die beiden Oberklassen unsere« Lehrerseminars in Begleitung eines Lehrers dec Naturwissenschaft nach Offenbach. Sie be- suchten dort die Fabrikanlagen von Collet u. Engelhard (Maschinenfabrik und Eisengießerei). Alle Abteilungen der Fabrik lernten sie hierbei kennen: die Schreinerei- und Modellwerkslätten, die Maschinenwerkstätten unb die Gießerei, wie die Schmelzöfen. Die Oberklasien de« Seminars lernen im dritten Seuiinarjahre verschiedenartige, von Friedberg leicht zu erreichende größere Fabrikwerke aus eigener An- schauung näher kennen. Starkenburg und Rheinhessen. w Warm«, 15. Dez. Heute vormittag fand die Einweihung des neuerbauten Rathauses mit anschließendem Eornelianum — eine Stiftung des Fre,Herrn Cornelius v. Heyl und Gemahlin — in Anwesenheit des Gro ßherzogSpaareS, deS kommandierenden Generals deS 18. Armeekorps v. Eichhorn und der Spitzen der Zivii- und Militärbehörden statt. In dem Saale deS Cornelianum hielt der Oberbürgermeister Köhler eine Ansprache, in der er den Dank der Bürgerschaft für die Stiftung auSsprach. ReichStagSabg. Frhr. v. Heyl dankte dann selbst allen an dem Bau Beteiligten. Die Stadtoerordneten-Versammlung stiftete a!S Anerkennung für das Wicken deS derzeitigen Cber- bürgermeisterS eine goldene AmtSkette. An die Einweihung des CornelianumS schloß sich ein Rundgang durch die Räume deS neuen Rathauses. Hierauf fand ein Frühstück statt, an dem daS Großherzoqspaar teilnahm. Gegen 1 Uhr verließen die Herrschaften wieder die Stadt, um im Automobil nach Darmstadt zurückzukehren. — DaS Cornelianum ist auf der Stätte der plten Münze entstanden, in der früher die Reichs- tage stattsanden. Es enthält außer einem großen Festsaale für wisienschastlichr Kongreße, Volksvorlesungen und andere Veranstaltungen, im Erdgeschoß em Volksbad, sowie baß Standesamt. Oarmslädler Nobel weltberühmt daroh ihre Formen- Schönheit. 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Seit 4 Wochen arbeiten t täglich 2 Brunnenmacher in unserer Gemeinde, um sere Brunnen von den darin befindlichen massenhaften Verwesung übergegangenen M ä u s e ka d a o e rn zu reinigen. ,c einigen Tagen wurden ans einem Brunnen nicht weniger j 70 Mäuseleichen entfernt. Man wurde aus die so ge- erliche Verunreinigung dec Brunnen durch übelriechendes asser aufmerksam. :|: Heuchelheim, 15. Dez. Gestern abend hielt hier Oeko- mietal Weitze l -Lich in bei Wirtschaft von Bolkmann (Stein- iller Nächst) einen Vortrag über „Fütterung des Rind- e h z". Herr Holtmann bantte für das zahlreicl>e Erwinen. In dem für unsere Landwirte hochwichtigen Vortrag irte Detonomicrat Weitzel solgenbes aus. Um das Vieh btig -u süuern, muß man die Nährstoffe kennen, die es zu nem Ausbau braucht. (Starke, Eiweiß, Fett.) Wenn nun diese ht alle ober wenig in dem gewählten Futter enthalten sind, im kann man sich durch Kraftfuttermitlel helien. Früher wurde r Nährwert des Futters falsch berechnet. Bei der jetzigen -rechnung von Pros. Kellner wird die Kau- und Verdauungs- ufit, die das Tier für das betreffende Futter aufwenden muß, gerechnet. Die Menge der Nährstoffe, die dann noch übrig nbt, nennt Kellner den „Stärkewert" des Futters. Eine Grund- ;e der Fütterung bildet das Heu. Mit gutem Heu kann eine Kuh skommen, denn cs enthält alle Nährstoffe. Das schlechte Heu da- 3en nur Vs der Eiweigstoffe des guten HeuS. Die Kleie enthält c 2 Prozent Fett. Sie hat also nicht den Wert, den man : seither zugemcsfen hat, obwohl sie zur Befchafsuny von Ei- iß unb Starke zu empfehlen ist. Man darf den Tieren nicht viel Kleie geben. Zwei Piund täglich für ein Tier von Ztr. ist völlig ausreichend. Auch bari man dem Tier nicht viel Stärkemehl zuführen, denn der überslüsiige Teil geht verbraucht mit den Ausiourfstofsen ab. Um das zu prüfen, Vermischte». . * Der Frauenmord in Berlin ö- Der Srnrntna* Polizei ist eS noch immer nicht gelungen, einen befttmmtrn nnoau für die Täterschaft beim Mord in der Bl um entölst ratze zu ae- winncn Die Aufwartefrau gibt an, daß in dem Bunetkastai stets einige Portemonnais lagen; ihren Inhalt, der nur unve- beutenb gewesen sein kann, hat der Mörder geraubt, ernnio eine goldene Uhr mit goldener Kette aus einem kleinen 'irbcitötucya)eii, das neben dem Buffet am Fenster des Berliner Zimmers stanv Eine alte Frau hat bekundet, daß lie am Mittwoch nachmittag gegen drei Uhr gesehen habe, wie ein Mann aus dem jomtie Blumenthalslcaße Nr. 1 herausgekommen und ciltgft nad) der Kunürstenstraße und bann weiter nach der Steinmetzstratze gelaufen sei. Der Mensch sei etwa mittelgroß gewesen, hatte einen kleinen, dunklen Schnurrbart, trug einen schwarzen, steifen vut und einen dunkelblauen Ueberzieher. Daß die Tat von einem Mann ausgeführt wurde, wird jetzt allgemein angenommen aum darüber, wie sich die Tat abgespielt haben kann, sind genant Nachforschungen angestellt worden. Frau Hoffmann hat wahrscheinlich im Berliner Zimmer den ersten Schlag erhalten unb ist hort zusammengebrochen. Wie der Mörder in des Haus unb in die Wohnung bei Frau Hoffmann gekommen ist. weiß man immer noch nicht. Aber es ist anzunehmen, daß ihm die aut Dame doch wohl selbst geöffnet hat. Ter Mörder kann erft nach 103/4 Uhr in die Wohnung der Frau Hoffmann gelangt sein. Bis dahin hatte die Auswärterin zu etun. Als sie Die Wohnung verließ, schloß Frau Hof)mann selbst die Türen hrrtter ihr ab An der Vordertür legte sie die Sperrkette vor, an der Hintertür zwei Riegel. Bemerkenswert ist noch, was die Srnmi* nalpolizei letzt über den aufgefundenen Strick genau festgestellt hat. Dieser hing ursprünglich nicht an der Türklinke, sondern lag aut dem Buffet. Als die Aufwartefrau um IO3/* Uhr die Wohnung verließ, war der Strick, wie sie genau weiß, nicht da. rUs sie um 3 Uhr mit der Psörtnerfrau und dem Schlosier die Wohnung wieder betrat, fiel es ihr sofort auf, daß der Strick am dem. Buffet lag. Es unterliegt also keinem Zweifel, daß der Acower ihn mitgebracht hat, um einen Selbstmord vorzutäuschen- tun Donnerstag nachmittag wurden zwei junge Kaufleute v er ha t- t e t, die des Mordes verdächtig waren. Durch ein Gestandurs durch das sie den AUbibeweis führten, kam es heraus, daß bet ernt tagsvorher einen Geldbrief von 3000 Mk., den er tut Post bringen sollte, unterschlagen und den Betrag mit seinem Freunde geteilt hatte. . ultet man einige Tropfen Job auf solche Auswurfstofse, die b blau färben, wenn sie Stärke enthalten. Aber um den .eren Fett zuzuführen, verwende man Oelkuchen, bei denen ch die Kau- unb Verdauungsarbeit sehr gering ist. Als billigste etkuchen seien die Scsankuchen erwähnt. Bei der Auswahl Futtermittel muß man ihre Zuträglichkeit für die Tiere und > Billigkeü berücksichtigen- Das Futter sott dem Vieh in Sglichst trockenem Zustaird gereicht werden, weil dessen Er- arniung im tierischen Körper leichter ist, als die des wässe- gen Futters. Vieles gel-altarmes Futter ist den Tieren un* .fraglich. Die beste Antwort auf die Fütterung gibt das Tier IbfL Die Milchkuh muß in einem mittleren Ernährungszustände -hälfen werden. Der Ernährungszustand des Tieres ist das -jte Barometer auf die Fütterung. Von den Fragen, bie bei x Aussprache aufgeworfen worden, feien nur zwei erwähnt. Ist eine Rinderweide in unserer Gemarkung von Vorteil? Wie erhalten wir trotz Kartoffelmangel billige Schweinepreise? ie Antwort auf die erste Frage roucoe verneint, dagegen aber ne Kälderwerde empfohlen. 2. Tie Kartoffel als Sckweine- txer können durch Ruulelrüben unb Palmfernschrot usw. er* geö Mädchen sucht Stellung zweite Arbeiterin. Schrift!, eb- uut R-B. 100 ftabtpoftL l05W78 «, auch z. Muib. Weterstr. 5 Schotten" fefsischen Kammer. R.B. Darmstadt, 16. Dez. Die Zweite Kamme« setzte heute die Beratung über die Abänderung der Landgemeindeordnung fott. Die Artikel 2—45 werden zumeist ohne Aussprache in der Fassung des Ausschusses crig-cnommau Bei Artikel 13 wird nach einiger Besprechung der Antrag U ebel abgelehnt, daß die Gemeindeverttetungen mit Zweidrittelmehrheil zur Aushebung oder Abänderung von Gemriudesatzungen befugt tvertven sollen. Ein Zusatzanttag Winkler, daß die Befchlüsiv des Gemeiuderats in den Orten, die kein Gemeindehaus haben, im Amtszimmer des Bürgermeisters angeschlagen iverben sollen, wurde angenommen. Die Notlage der rheinischen Winzer. :/: Köln, 16. Dez. (Privattelegramm.) Angesichts der Notlage der rheinischen Winzer wurden die m den oberrheinischen Gebieten geplanten Festlichkeiten abgesagt. Das Rüdesheimer Landratsamt hat sogar Verfügung erlassen, too- nach die Abhaltung von Verein sfesilichkeiten verboten ist. Nach den bisherigen Feststellungen wird die mtumtlk Bv- kumpfung der Rebschädlingc im Rheingebict und den :!: N ew h or k, 16. Dez. (P r i vat f e l e g r amm.) D«« Truppen des Generals N a v a r r o haben seit Samstag bei G u e ‘ rerodiemexikanischenAufftändischenzum ^weitenmaL. geschlagen. Das neue Tresien begann in der norletzten Nachts und hatte 300 Tote und Verwundete, zumeist Aufftändische. Fünf-' hundert Aufrührer wurden auf dem Rückzüge von anrückendery Verstärkungen der Verfolgung durch die Regicnmgvtruppen entzogen. Ein neuer Kampf steht bevor. Für ein Cd- unb Feurvareu- versandgeschäfi wirb kaulionSsäh. Perüchr ober Krsßern sucht. Schriftl. Angebote unter 010243 an ben Qüeßener Anzeiger erbeten. Angehend. Kommis Manu^ evang., als Lagerist per gleich ober spater gesucht. Schriftt. 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(v16/12 Geschenkaustausch und Verlosung, liniere Mitglieder werden zur Teilnahme herzlichst eingeladen. in hübschen Schottenkaroa, früher Mk. 12.25 jetzt V Tropfen^ Geoliri . putzt « kblitz-blarid Plattduiskei Vj-* in d Eenhorn an vage, Freedng’s, aber Kohl mit Npee nn Pinkel. ( 1.25 1.10 1.10 1.50 1.80 Z. Zt. P. Prangs Kölner Burlesken. Stllte: Rcsmclkutimt ginitnunn, Im Restaurant: ®8^* Künstler - Konzcrt. GernhardtsAkMe ».Mandoliiieill-ttt.! Gießen. Weihnachtsfeier Sonntag. 18. Dezember 191 abends 8'/, Uhr, im oberen Saale des Cafs Ei Freunde und Gönner des B eins sind herzlich willkommen. Giessen Direktion: Hermann Stelngoetl Freitag den 16.Dczember 19 9. Freitag-Abonnem.-Borstellu Durchs Ohr Lustspiel von W. Jordan Hieraus: Erster Klasse Bauernschwank v. Ludw. xboi Ende 10'/. Uhr. (a1 Ä W & Ml Zf 3« nol lii & riit h einschl. Glas. (640 Bei 12 Flaschen 5 % Rabatt. Eberh. Metzger Nacht Heinrich Driesch. auf Sonntag den 18. Dezember freundlichst ein. Anfang 8 Nhr. Ende 10 Uhr. W Vereinszimmer: Kaiserhof, Sonnenstraße, 1. Stock, Einpa durch den Hoi. 6? la. Futterkalk 1 2_Wnh_ 5J$funb_ Ill^Pfund^ 20 90 1.70 Vicbtra» '/, Liter 50 Pfg. Gust. Walter, MäuSburq 13. Männer-Turn-Verein. Wir laden unsere Mitglieder zu der n Sonntag den 18. ds. Mts., abenl Vi9 Uhr, im D. H. stattfindenden v* Weihnachts-Kneipe hierdurch ergebenst ein. Wer sich an d gegenseitigen Verlosung beteiligen will, h ein Geschenk im Mindefiwerl von 1.— $ mitzubringen. — Die Mitglieder der Fraur Abteilung, die Gegenstände zur allgemein Verlosung stiften wollen, werden geben diese am Sonntag morgen um 10 Ulir im D. H. abzug. Der Vorfian per Fl. Mk. 1.— $emn giriiiiiiiniitii jungte Mödchn ladet nur Stützen, Laden- and Kinderfränlein zu eint Tee-Abend platz 3/4 über Rex-Borratstocher und Rex-Couserve -läser bei. [68 ^2. »!Wd Wersporl W Wir veranstalten in der Zeit vom z bis einschließlich 31. Dezember einen Hchilursur in Vogelsberg für Anfänger und Fortgeschrittene, den unser Mitglied, der bekannte Svortschriftsteller und Meist, Schiläufer Karl I. Luther, München abhalten wird. [v* Der Beitrag für Mitglieder beträgt 3 Mk., für Nichtmitglird 10 Mk. Auskunstserteilung und Erledigung aller Anfragen, jn besondere wegen Unterkunft und Verpflegung, für die wir besondk Vereinbarungen getroffen haben, durch Karl Schulze. Selter weg 1, Fernsprecher 774, Alfred Lesler «Nickersche Buchligu lung) Fernsprecher 82, Karl Xenraeh, Bismarckstrahe 91, Fer sprecher 112, Schotten: Gasthaus zur Traube, Fernsprecher Hoberodökops: Klubwirt Stein, sowie die durch Plakate kennt!- gemachten Stellen. Ebendort liegen Einzeichnungslisten offf Der Vorstand des Schiklub Wintersport Gieße Samstag abend: Mitglickr-AersamlW im Bootshaus. 6834 Der Vorstand W“ Verein Melitia. "M Unfern Mitgl. zur gefi. Kennn dah wir unsere Kneipe nach R Rolandseck,Oswaldsgarten, v legt haben und laden dieselben; Einweihung aus Samstag, 17. T frdl. ein. Ans. 9x/2 Uhr. Um zal Ersch. bittet Der Vorstand. o> Weihnachtskaffe im Schipkapaß. Die Mitglieder werden gebet beute Freitag abcud ihre So einlagen abzubolen.010 PfpffPF • Marktplatz 6 1 d V I I 01 u Telephon 254 :: Gute preiswerte Weine