Erstes Blatt 160t Jahrgang Montag ».Oktober 1910 Bezugspreis. monatlich 76 Pf., viert el- diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz, Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton" und.Vermischtes" K. Neurath: für.Stadt u. Land" und „Gerichts- Nr. 5831 Der Oietzener Snptatt erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich OietzenerKamillenblatter; zweimal wöchentl.tllell- blatt für den UreiL Stehen ^Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land, wirtschaftliche Setstragev Fernsprech-Anschlüfie: für die Redaktwn 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen Anzeiger Gieße«. Gietzener Anzeige ........ Semral-Anzeiger für Gberheffen w SÄSiTuE «otafloiBhut! mtb Verlag der vrShl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei B. Langt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schlllftrahe 7. jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pf.; durch Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Vie Einberufung des Reichstags. Während in parlamenllvrischen Kreisen allgemein die Ansicht herrschte, daß der deutsche Reichstag, der bis zum 9. November Vertagt wurde, möglichst zu diesem Termin zusammentreten müsse, um das reichhaltige, 'ihm vorliegende Material tunlichst so schnell aufzuarbeiten, daß für die Wahlbewegung Zeit genug übrig bliebe, wird jetzt durch die „Nodrd. Allg. Ztg." mitgeteilt, daß der Reichstag erst am 22. November wiürer zusammentreten soll. Als Grund für diese Hinausschiebung der Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten, die man höchstens bis zum 15. November erwartet hatte, wird angegeben, daß „der Stand der Arbeiten der wahrend des Sommers tauenden Ausschüsse, insbesondere der gerechtfertigte Wunsch des Versicherungsausschusses, seine Arbeiten vor Beginn der Vollverhandlungen zu einem Abschluß zu bringen, für die Wahl dieses Zeitpunktes bestimmend gewesen fei". Es ist richtig, die Verabschiedung der Reform der Ber- sicherungsordnung durch den jetzigen Reichstag wäre ebenso wünschenswert, wie die Verabschieoung der hier nicht ausdrücklich genannten Reformen auf dem Gebiete des Reichsjustizwesens. Aber wir glauben, daß die beiden Ausschüsse ihre Arbeiten am 22. November ebensowenig abgeschlossen haben werden, wie am 15. oder 9. November. Denn gaty abgesehen davon. Laß der Beratungsstofs in beiden Fällen viel zu weitschichtig ist, um selbst bis Aum 22. November eine sachgemäße Ausschußerledigung finden zu können, scheinen, wenn nicht alle Anzeichen trügen, die Arbeiten überhaupt kein positives Ergebnis haben zu sollen. Die Reichsversicherungsreform dürfte ebenso wie die Justizreform an gewissen Differenzen scheitern, wie sie im Laufe der Ausschußberatungen zwischen der Majorität der Parteien wenig angebracht erscheint, den Zusammentritt des deutschen Reichstags bis zum 22. November hinauszuschieben, lind außerdem! Wird sich, selbst wenn der Versicherungsausschuß und Justizausschuß bei der zweiten Lesung zu einer Einigung mit der Regierung gelangen sollten, im Plenum des Reichstags Zeit genug finben, um ^iese recht umfangreichen und tief in alle Verhältnisse einschneidenden Gesetze wirllich ausgiebig zu erörtern Aind zu verabschieden? Denn neben diesen beiden großen Vorlagen soll sich der Reichstag auch mit dem Wertzuwach s st euer - aesetz, dem Arbeitskammergesetz, dem neuen Friedenspräsenzgesetz unb natürlich, wie immer, auch mit dem neuen Reichsh aus y u.l. beschaff, mn, bie seine wegen der Neuwahlen nur verhältnismäßig kurz bemessene Zeit schon an sich reichlich in Anspruch nehmen dürsten. Nimmt man noch dazu das Gesetz über dieSchiff- sahrtsabgaben, die Versicherung der Privatbeamten, die Gewerbeordnungsnovelle und Die elsaß-lothringische Verfassung, Gesetze, die schließlich ebenso wichtig sind, wie Reichs- versicherungsordnung' und Strafjustizreform, und rechnet man da^u all die kleineren Vorlagen, die sich noch in Vorbereitung befinden, wie die Novelle zum Gesetz über die Staatsangehörigkeit und zum Patentgesetz, das Kur- pfuschereigesetz, das Abdeckereigesetz, die Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, das Hllfskajsengesetz und die Handelsverträge mit Schweden, Japan und Guatemala, so ist es schon an sich äußerst zweifelhaft, ob der deutsche Reichstag dieses reichen Beraturidsstofses, auch ohne Reichs- Versicherungs- und Strafjustizresorm, nur annähernd Herr zu werden vermag. Wegen der strittig gewordenen Reichsversicherungs- resorm und Strafjustizreform aber den größten Teil des Monats November ungenützt verstreichen au lassen, während eine Anzahl der oben genannten Vorlagen, wie a» B. das Arbeitskammergesetz, zur Beratung reif sind, andere, wie z. B. die Gewerbeordnungsnovelle und das Wertzuwachssteuergesetz dringend der weiteren Förderung in den Ausschüssen bedürfen, und eine dritte Gruppe endlich, wie z. B. der Reichshaushalt und das Gesetz über die Friedenspräsenzstärke, eine Ausschußberatung so früh wie möglich erheischt, heißt doch geradezu die diesmal ganz besonders kostbare Zeit des deutschen Reichstages vergeuden — zugunsten einer ziemlich aussichtslosen Sache. Nein, wenn man hier den Ansprüchen, die unsere auch in gesetzgeberischer Beziehung schnellebige Zeit an den deutschen Reichstag stellt, gerecht werden wollte, so mußte man die deutsche Volksvertretung schon zum 9. November einberufen und den Reichsversicherungsausschuß veranlassen, seine Arbeiten auch während der Tagung fortzusetzen, wie es doch sonst bei zahlreichen Ausschüssen geschieht. Die Einsetzung der beiden Sommerausschüsse bedeutete schon an sich ein Novum, das sich, da ihnen die Verbindung mit den Fraktionen fehlte, absolut nicht bewährt hat. Klerifak Kundgebungen in Spanien. Madrid, 2. Sept. Zahlreiche Katholiken, die heute früh der Messe in der Kirche Virgendel Pilar beiwohnten, zogen zu dem Palais des Zivilgouverneurs. Während dieser eine Abordnung empfing, umringten dieManifeftanten das Palais und fangen geistliche Lieder. Eine Gruppe von Republikanern antwortetemitderMar- seillaise. Es entstand eine Schlägerei.^ Die Gendarmerie zerstreute die Manifestanten mit Säbelhieben. Heute nachmittag herrschte wieder Ruhe. Auch in zahlreichen Provinzstädten sind heute Wider- spruchslundgebungen gegen die Politik der Regierung veranstaltet worden, die überall, ausgenommen in den Provinzen von Valenzia und Saragossa, ruhig verlaufen sind. Aus San Sebastian wird gemeldet: Am Sonntag wurde hier von etwa 30 000 Katholiken eine Kundgebung veranstaltet, bei der zahlreiche Reden gehalten wurden, die scharfe Anklagedie R girrung enthielten. Die Kundgebung verlief in vollkommener Ordnung. Die Minister-Begegnung in Turin. Turin, 1. Oft. Um 10 Uhr fuhren Graf Mehren- thal und Marchese di San Giuliano einem Besuch des Schlosses Mogne. Nach ihrer Rückkehr' speisten sie zusammen und begaben sich dann zum Bahnhof, von wo Graf Aehrenthal die Rückreise nach Wien antrat. Aehrenthal sandte von .Pontebba'aus an San Giuliano folgende Depesche: „Bevor ich Italien verlasse, drängt es mich. Ihnen heimlich für den liebenswürdigen Empfang zu danken, den Sie mir zu bereiten die Güte hatten. Es war mir besonders angenehm, unsere Unterredungen wieder aufnehmen zu können, die uns gestatteten, die Uebereinstimmung unserer Ansichten betreffend die Fragen, die uns beschäftigen, feststellen! zu können. Aufrichtige, fteundschaftliche Gruße." San Giuliano antwortete mit folgendem Telegramm : ,Lch danke Ihnen herzlich für die liebenswürdige Depesche. Meinerseits drängt es mich, Ihnen die Versicherung zu geben, daß Ihr Aufenthalt in Italien bei uns das beste Andenken hinterlassen hat, und daß ich mich Ihnen anschließe, um nochmals mit Genugtuung die Uebereinstimmung unserer Anschauungen seftzustellen.. Auftichtige und fteundschaftliche Grüße." Die Zusammenkunft in Turin wird von den italienischen Blättern in sympathischer Weise besprochen. Sie heben die Bedeutung des Handschreibens des Kaisers Franz Josef und die Verleihung des Annunziatenordens an den Grasen Aehrenthal hervor, was ein Beweis der Intimität der Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien und zwischen den drei Mächten des Dreibundes sei. „Cor- riere d'Jtalia" sieht in dem Kommunique über die Zusamt menfunft eine autoritative Erklärung, durch welche die Gerüchte von angeblichen Aenderungen in der internationalen Lage, die nach der Salzburger Zusammenkunft eingetreten seien, in kategorischer Weise dementiert werden. Die gefährliche Lage in Mazedonien. Saloniki, 3. Okt. Heber bie Umgebung von JSnid- sche wurde der Belagerungszustand verhängt. Die Entwaffnung der Bevölkerung und die Haussuchungen werden mit größter Strenge durchgefühtt. Bei Gumendsche wurde eine 15 Mann starke Grie chen bande vernichtet. AuS Janina wird die Meldung amtlich bestätigt, daß die Griechen eifrig dabei sind, die Grenze von Arta bis Loros zu befestigen und Geschützpositionen zu errichten und daß zahlreiche Offiziere dott eingetroffen sind. Auch die Schutzmannschaften an der Grenze wurden erheblich verstärkt. Aus Heffe«. Aus dem! Reichstagswahlkreis Alsfeld-« Lauterbach wird uns geschrieben: Sonntag den 9. Okt sindet in Lauterbach in der Burgwirtschaft eine national^ liberale Vertrauensmänneiw ersammluna des ganzen Walft- kreises statt, in welcher die Aufstellung des Rerchstagskandi- baten für 1911 erfolgen soll Wie bestimmt verlautet, wird ein Lanbw.rt aus dem Krerse Alsfeld aufgestellt oerderr, Deutsches Reich. PvlizeipHsident v. I a g ft' hatte an den amerikanischen Journalisten W i l e auf eine Beschwerde einen Brief gesandt, in dem es hieß: „Eure Hochwohlgeboren und Herren Berufs genossen haben sich mutig aber ordnungswidrig in eine Ausarnmengerottete Menschenmenge (§ 125 Reichs straf- gesetzouches) begeben. Ich bedauere lebhaft die Ihnen dadurch entstandene Unannehmlichkeit und wünsche dem verletzten Herrn Lawrence baldige Heilung. Der Dienst der Schutzmannschaft war in diesen Tagen ein außerordentx lich schwieriger. Wie ich mich selbst überzeugt habe, verrichtete die gesamte Schutzmannschaft ihn mit hochaner- Vie Blume der Barmherzigkeit. Mainz, 2. Oktober. „Es war ein Sonntag hell und klar, ein selten schöner Tag im Jahr." — — — Helleren Auges, erfreut über das muntere, ameisenlebige Treiben fröhlicher Menschlein, lachte der blauwvlbige Himmel herab, besah sich die sttah- lende Sonne das Bill» fiebember Eile, sprühenden Lebens. Zu Hunderten eilten die weißröckigen, blitzäugigen Mädels durch die Sttaßen, Bastkörbchen mit quellenden Papierblumen gefüllt in den fchlcmk-weißen Armen. Sie sind noch heiterer wie der Tag. Sie gehen ganz in ihrer Betätigung als Blumenmädchen auf; denn erstens gehört es zum guten Ton, sich an einer solchen mildtätigen Veranstaltung zu beteiligen und anderersells hat es auch einen gewissen Reiz, sich der als Beruf armseligen Arbeit einer Blumenverkäuferin hinzugeben. Frei und ungezwungen kann man sich geben, lachend die Freuden dieser Betätigung einheimsen. Für all die luftigen Kinder ist es ein Sport, ihnen gilt nicht das persönliche Verdienst, für sie geht es nicht ums tägliche Brot. Die arbeiten unter oern Banner der offenhändigen Barmherzigkeit, der spendenden Nächstenliebe. Das gibt den Kerlchen Mut. In den Sttaßen, den Bahnsteigen, den Stagen drängen sie sich., kühn ihr Opfer verfolgend. Hat er Gluck, so schieben sich, ihm zwanzig weiche Mädchenarme entgegen, blitzen ihn muntere, aufforbernbe Augen an: „Bitte, eine Blume ber Barmherzigkeit!" Keine zögert, selbst die Verschämteste unter ihnen nicht. Es ist ja nicht für sie. Für kleine strampelnde Menschlein, die man vor Not und Krankheit bewahren will. Wer könnte da widerstehen. Man kauft v— kauft — — und kauft, vielleicht weniger des edlen Zweckes wegen als der schönen Anbieterinnen zu Liebe. Upb hat man nun gar Bekannte unter ihnen, so hat man natürlich erst recht für flotten Abgang zu sorgen, ja man ist geradezu verpflichtet. Allmählich zieht sich ber Verkauf um bie Stellen zusammen, wo die Regimentsmusiken ihre Weisen ertönen lassen. „Dort gibt es ein gutes Geschäft." In bunten Wirbeln drängt sich Jung-Mainz, Far- benglaft und Lebensmut allüberall. Gleich, einem lebendigen Blumenstrauß drängen-sich die buftigen Elfchen durch die wogenden Massen, ihre Waren mit Eifer verbreitend. Hier sieht man ein kleines Blondchen seinem Käufer die Blume ins Knopfloch heften, dort hält eine andere mit keckem Mut einem säumigen Käufer ihr Körblein unter die Nase mix läßt ivW- ab, biä er sich ein Blumleim er*i standen hat. Und so geht es in wechselnden Bildern, in Hurtt gern Verkaufe bis $um Abend, ber dem Treiben ber Pseuboblumenmäochen ein viel zu frühes Ende setzt. Nach der lastenden Wärme des Tages senkt sich der neblichte Abend herab, schleicht die Dämmerung durch die Gassen. —- — „Es war ein Sonntag . . 0. N. * — Der internationale Kongreß zur Bekämpfung der Krebskrankheit wurde am 1. Okt. in Paris durch den Anterrichtsminister Doumergue eröffnet. In seiner Rede pries der Minister die Führer im Kampfe gegen die KrebskranHeit, besonders die Professoren Ehrlich und Czerny, zeigte die Notwendigkeit, alle Bestrebungen in Einklang zu bringen und so für jede Entdeckung die Aussichten auf Erfolg bedeutend zu erhöhen, und setzte hinzu, man müsse den Kampf gegen die Krebskrankheit voll Vertrauen auf den Erfolg der gemeinsamen, gegen)eittg geprüften Arbeit fortsetzen. Auf dem Kongreß ist Deutschland durch den Geheimen Obermedizinalrat Professor Dr. Kirchner, die Doktoren Kolb und Remb o ld vertreten. Unter den Teilnehmern befindet sich auch ein Mitglied des preußischen Herrenhauses, Graf v. Hutten-Czapski. — Am gestrigen Sonntag gab der Präsident des Kongresses, Geheimrat Professor CAerny, im Palais d'Orsay einen Empfang s ab end. Der sehr angeregt verlief. Außer den Kongreßteilnehmern wohnten ihm zahlreiche andere Gäste, unter ihnen der deutsche Geschäftsttäger, Baron von der Lanken, mit mehreren Herren ber beutschen Botschaft bei. — Eine Ausstellung gegen die Schundliteratur tofrb von der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung in H a m- b u r g vom 3. bis 8. Oktober 1910 veranstaltet. Die Ausstellung, die für jedermann unentgelllich zugängig ist, wird im Gebäude der Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe, stattfinden. Es ist geplant, die Ausstellung fvätex, auch für andere Städte zur Persügung zu stellen. Anftage/n. deshalb können schon jetzt an die Deutsche Dichter-Gedächtnis- Sttftung in Hamburg-Großborstel gerichtet werden. — Die deutschen Städte auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911. Das Interesse der beutschen Stäbte für die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 ist in stetem Wachsen begriffen. Täglich laufen Neuanmeldungen ein von Städten, die es für ihre Aufgabe halten, auf ber Ausstellung mit ihren spezifisch hygienischen Einrichtungen hervorzutreten. In den letzten Tagen haben sich Konstanz, Saarbrücken und Wernigerode a. H. gemeldet, ebenso bie Reichshauptftabt Berlin, Deren Stadtverorbneter^-Versammlung den Betrag von zwanzig tausend Mrrk bewilligt Hat. — Künstliche Klimaveränderung. In einem bemerkenswerten Arttkel der Newyorker „Century" gibt ein englischer Schriftsteller an, wie man in der Landwirtschaft gegen den Frost ankämpfen kann und in Kalifornien mit Erfolg bereits seit neun Jahren ankämpft. In einer einzigen- Nacht werden Orangen, die fast zum Abpftücken reif sind, vom Frost vollständig vernichtet und damll bie nmhsame Arbeit eines ganzen Jahres. Seit 1897 wird in Kalifornien nun folgendes System mit Erfolg angewendet, das man der Natur abgelauschL hat: man erzeugt künstlichen Wasserdampf, da bie Landwirte ber Ansicht sind, daß gegen den Frost möglichst rasch erzeugte Wärme das wirksamste Mlltel ist. Der künstliche Nebel ist gleich einer Decke, die in kalten Nächten die Pftarrzen und Bäumchen vor dem Frost schützt. Man wendet verschiedene Arten an, um diesen Wassernebel zu erzeugen. So z. B. werden mit glühenden Kohlen angefüllte Drahtkörbchen in bestimmten Zwischenräumen in den Orangen- oder Zitronenanlagen aufgestellt, lftnpfehlenswert ist es, auf die Körbchen flache Pfannen mit Wasser zu stellen, das langsam verdampft und die Lust erwärmt. Für große Anlagen werden ganze Katarakte von warmem Wasser erzeugt. Auf einer großen Farm wurde mit Erfolg ein interessanter Versuch gemacht. Man setzte einen Röhrenkessel von 12 PS. in Tätigkeit, das 85 Grad heiße Wasser wurde in einen künstlichen Wasserlauf geleitet, bie heißen Dämpfe stiegen etwa 4 Fuß hoch über den Erdboden in die Höhe und erwärmten die Lust über den empfindlichen Obstbäumen. Aus dem Wasserlauf fließt das Wasser langsam in verschiedenen Furchen ab. Am Ende einer solchen 600 Fuß langen Furche hatte das Wasser noch 45 Grad Fahrenhell^ — Kurze Nachrichten aus Kunst n. Wissenschaft Am Samstag fanö in Gegenwatt des Königs, der Spitzen der stattlichen und städttschen Behörden, sowie vor 500 geladenen Gästen die feierliche Einweihung des neuen Rathauses in Dresden statt. Die Festrede hielt Oberbürgermeister Dr. Beutler. Nach einem Rundgang des Königs fanb Festtafel statt, an ber der Monarch und das Gefolge teünabmen. — Die in Weimar tagende Hauptversammlung des Deutschen Schillerbundes beschloß, im Jahre 1911 Hebbels „Nibelungen", Shakespeares „Wie es eud) gefallt" und Schillers „Räuber" als Nationalfestspiele fiir bie deutsche Jugend aufzuführen. Geheimrtt v. Oettinger, Direktor des Goethe-Nationalmuseums, wurde tts Vorsitzender! wiedergewählt. — Die Teilnehmer des elften Tages für Denkmalspflege beschlossen die Tagung in Danzig mit einem Ausflug nach Mattenburg. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Tages, Professor Dr. v. Oechelhauser, wurde ein Be- grüßungstelegrasM an j>en Kaffer noch RMvllen abgesandr. Generaloberst Freiherr von der Goltz ist in Kon- ftant in opel eingetroffen und vom Krieg sm in ist er Mah- tttuv Scheftet Pascha, zahlreichen Offizieren und Würdenträgern empfangen worden. __• • ■. • __ — v *v ** • • v x- v xf v V Ul v-41 günstigen Verlauf. Die Bedingungen, nach welchen die Ottomanbank mit der Verwaltung der Staatsfinanzen betraut werden sollte, wurden fallen gelassen. Es sind somit die Aus sichten aus das Zustandekommen eines günstigen Einvernehmens gewachsen. Die Verhandlungen werden in Pa ris fortgesetzt. Der ,,Berl. Lok.-Anz." meldet aus Konstantinopel: Der bisherige Militärattache bei der türkischen Botschaft, Enver Bey, will sich mit einer ägyptischen P r i u - Kessin verloben. Nennenswerter Energie und Kaltblütigkeit. Im fraglichen Augenblick war die größte Schnelligkeit geboten. Das dabei erfolgte Versehen ist hierdurch und durch, die Gefamt- fituation immerhin erklärlich, so daß ich es ablehnen muß, Segen die beteiligten Beamten vorzugehen." Der Verein der ausländischen Presse in Berlin hielt darauf eine außerordentl. Hauptversammlung ab, in der einstimmig eine Entschließung angenommen wurde, in der es zum Schluß heißt: Die Versammlung, die sich mit ihren vier englischen und amerikanischen Kollegen voll-, kommen solidarisch erklärt, legt gegen den von dem! Polizeipräsidenten vertretenen Standpunkt entschieden Verwahrung ein. Tie Blätter melden: Der gestrige Sonntag verlief in Moabit vollkommen ruhig. Ausland. Wie aus Bukarest gemeldet wird, hat v. Kiderlen- Wachter am Freitag nachmittag 6 Uhr in Anwesenheit bes Ministers des Aeußeren Djuvara dem König in feier» lidjer Audienz sein Abberufungsschreiben überreicht; er wurde vom König besonders herzlich empfangen. Samstag mittag war Frühstück im Schlosse von Peftsch zu Ehren des Staatssekretärs, abends gab Tfuvara ein Essen zu Vhrev Kiderlen-Wächters. Der Staatssekretär begab fid). nur Sonntag mit dem Prinz von Rumänien zur Jagd und kehrte nach Bukarest zurück. Er verläßt Süttnänien erst gegen Ende nächster« Woche. Ter „Matin" schreibt: Die Nachricht, daß die ungarische Anleihe dank der Banken der Rothschild- gruppe in Deutschland und Oesterreich abgeschlossen |ei, mef in diplomatischen, finanziellen und politischen Kreisen eine le b h a f t e B e w e g u n a hervor. Das Pariser Haus Rothschild berichtigte diese Meldung nicht, wird aber vMulaßt werden, seine Rolle in dieser Angelegenheit zu I «Tklären, in der seine auswärtigen Gesellschafter eine den I Interessen Frankreichs feindselige Haltung eingenommen I haben „Osservatore Romano" erklärt die Meldung eines Blattes, von der römischen Kurie sei ein Geistlicher y1 die Diözese Kö lnentsandt worden, um eine Unter-1 suchung über die in der Diözese in kirchenpolitischen Beziehungen bestehende Verhältnisse anzustellen, für durchaus unbegründet. Man habe niemals daran gedacht, irgend jemanden, wer es auch sei, zu dem genannten Zwecke nach her Diözese Köln zu entsenden. .. Aus B r ü s s e l wird gemeldet: Der König und die Königin sind am Sonntag abend mit großem Gefolge zum Besuche des Kaisers nach Wien ab gereift. Der russische Minister des Aeußern Iswolski wurde zum Botschafter von Paris ernannt. Heer und Flotte. DieAbordnung zur Einweihung des Württem- verger lenT mji l e s bei Champigny wirb am 8. Oktober tibente unter der Führung des Präsidenten des Würrtembergischen -DTiegerbundes, Generalleutnant z. D. von Greiss nach Paris absahreu. Von der dreißig Mann starken Deputation, in der oas Präsidium, die Einzelmitglieder und die Vereine vertreten ^nd, sind acht Teünehmer Inhaber des Eisernen Kreuzes. Auch Las Ehrenmitalied des Bundes, Generalleutnant der Infanterie i Zr T. von Pfeil und der Schöpfer des Denkmales, Professor ^enz, werden sich an der Einweihungsfeier beteiligen, die am LI. Oktober nachinittags 3 Uhr, ftattfinbet. Das Denkmal wird durch em Mitglied der Kaiserlichen Botschaft mit einer Ansprache in den schütz des Maires von Champigny gestellt werden. 12. Zingent. Vertretertag Oer nationalliberalen Partei (Fortsetzung aus dem 2. Blatt.) „ Ca ssel, 2. Oktober. Zweite ordentliche Hauptversammlung. Kurz nach 11 Uhr eröffnete am Sonntag vormittag der Vor Verttüertcuisordentliche Versammlung des! Landtagsabgevrdneter Tr. Schroeder sprach über Mittel stands Politik. ! Truckenvon oben tourte unseren liberküen Grundsätzen nicht.ringen, Lvllar, Schornsheim und Essenheim Zuwen- kann j^enfalls von einem Bedürfnis düngen von je 150—300 Mk. erhalten. Im ganzen sind ^ ^^tmkonsunwrreinen keine Rede sein .mW deshalb smd 2400 Mark verteilt worden. üe teer L. bedauern. Gar nicht zu verstehen ist es aber, wenn .. Ltadttbeater Die Rübnenmuük ,,, her mnrnm,n gut bezahlte mittlere und höhere Beamte sich daran beteiligen. L ötadtigeaiec. L,ie -vuynenmusir zu der morgigen Aber das ist eine Taktftage. Man muß aber verlangen, daß die Aufführung von ,Kaufmann von Venedigs rührt von dem warnten die Geschäfte dieser Vereine nicht in den Dienststunden neuen Kapellmeister unseres Stadttheaters Herrn Fritz Holl- ! führen. Auch dürfen die Vereine keine Steuerbevorzugung ge- selb her, der am kommenden Sonntag in „Verschwender" EnSorie iff Ä es abn, Sozial- sich Dirigent einführen wird. Erwähnt sei noch, daß Ter Redner verbreitet sich ausführlich über das Genossenschaft^- den handelnden Personen sich ausnahmslos das gewesen; insbesondere über die Baugenossenschaften, gegen die viel- samte Personal an der Komparserie beteiligt, so daß auch die sach in unberechtigter Weise angekämpft wird. Soweü sie sich in Maffenszenen, namentlich dec bekannte Gerichtsakt, sich recht gewllsen Grenzen halten, verdienen sie volle Förderung. In der vorteilhaft vräsentieren dürften <£>ani>n)errerbolitir schelt der Befähigungsnachweis eine 6" L ' nr p große Rolle, xer kleine Befähigungsnachweis i|t auch von unserer C,nC^ ? tl3Cr e t n" ^rr Partei gefordert und mit durchgeführt worden. Mit Zunftzwang stehenden Winter hat der Verein ein auserlesenes .Pro- laßt sich fteil ich heutzutage unserem Handwerkerstände nicht auf- gramm husMnmengestellt. Die Abonnementseinlabung wird Wir wenden uns daher auch nach wie vor gegen den großen demnächst veröftentlicht werden. Es werden Jtattfinden: Befähigungsnachwft.s. 12 Orchesterabende im Theater am 30. Okt. 1910 und 5. Feb-r Hinsichtlich seiner Sozialpolitik marschiert Deutschland 1911. Solisten sind im elfteren Fran. Anna Kaempfert heVtMf nKe s Unendlich viel Not wird dadurch (Gesang), ,im letzteren Hugo HeeiTmann (Violine). Zn den nto »orbemehm Qb7 brci S°listen°I>°L>«. sind -enwnnen: FE Snsnnne Teffoir T su einem Ät- treibenden smd darüber ärgerlich, daß viel zu viel in die Bettiebe 5?^ am 6. Nov. 1910, Herr Willy Rehberg unb Herr Joses hineingeredet wird. Sie können vor lauter Verordnungen nicht I^geti zum 11. Dez. 1910 (Klavier unb Violine), end- : zur Ruhe kommen. Viel Mißmut hat die Bäckereiverordnung ftch Max Reger mit Fran Gertrud Fischer-Maretzki zu ^^or^erusen, besonders die rigorose Durchführung nach rückwärts. I einem Regerabend, icm dem Prof. G. Trautmann mit i Die Verärgerung in Mittelstandskreisen über sozialpolitische Maß- Herrn Reger von dessen Kompositionen für 2 Klaviere! ba^cr' daß diese Kreise nur zahlen und mehrere zur Aufführung bringen unb Frau Fischer-Maretzki *» «n» L-?, “i*“ I"“ “ vielfach ausemandergehen. Wir haben Mittelstandspolitik ge- ^bruar wirb in ber Stadt- I trieben in der Überzeugung, daß die Erhaltung eines gefunden tl,rd)ek anD€U 3ub ad Makkabaus als erster Chor- und kräftigen Mittelstandes bas beste Bollwerk gegen die rote iur Auftuhrung gelangen; der zweite Chorabend Rut ist und daß wir damit am besten unserem Vaterlande dienen, wird erst im Sornmerfemester 1911 ftattsinden. Dagegen (stürmischer Beifall.) werben alle drei Konzerte bes Trautmannschen Trios im Die Aussprache. Winter angesetzt unb zwar auf ben 27. Nov., 22. Januar Landtagsabg. Dl. Schisserer (lonbmt) stellt ben Antrag, Sämtliche Konzerte finden also Sonntags den Vortrag des Landtagsabg. Dr. Schroeder drucken zu lassen. 1^' abgesehen von der ersten Choraufführung, die Sa- Der Antrag wird angenommen. I listen- unb Trioabende in der neuen Aula. Oberingenieur S t ei n l e (Chemnitz) spricht als Privatbeamteri ""Die Straßenbahn hat im abgelaufenen Monat ju ben Ausführungen des Referenten über die Privatbeamten-. 90 612 Fahrgaste, darunter 1485 städtische und 802 Post- ttte^Ärssrs ®aSsK sr.T* wr» b,"“s «*** der Privatbeamtenversicherung, damit die Privatbeamten bei benHU2U Personen, eine Zahl, die überaus günstig ist, wenn nächsten Wahlen an ber Urne nicht fehlen. man bedenkt, daß mehr als 5000 Menschen wahrend des | rtttXörÄ ni V kalt "0 uv k S. — ' -f Ti . ..k m I von Gießen abwesend waren. Interessieren dürfte Ä ,n b'c/r?n 6älfte bes TOonat§ -nd treiben wir Mittelstands Politik, nicht im Parteiinteresse. Deshalb 000, m der letzten Hälfte dagegen rund 50 000 Menschen bringen wir auch im Reichstag barauf, daß die Privatbeamten-1 mit der Straßenbahn fuhren. Seit dem Bestehen des Unter» schiedet'wud toCnn ir9mb mÖ9liä>' nt>d) in dieser Session verab- nehmens bis Ende September beträgt die Tagessrequenz im Regierungsrat Professor Dr. Lei big verteidigt einzelne Durchschnitt 3491 Personen. Arten ber Genas,enschasten. Er roiLI weiter bezüglich der Kon- ä“® Friedberger Bankraub. In Sachen Wie bas Konstantinopeler Blatt Tanin" meldet neB-1 Tu1!:lcnifl)'?u,rir.9,^‘i,ici,CTk?',f,en kaufmännischen und tech- gegen Werner ist nunmehr oie Voruntersuchung eröffnet m«t bie Verhandlungen wer die Anleih e 'einen nIsetrNommen ™°rben. Der UntersuchungSr.chter Justizrat Wehner wird in —------------ ' " ' • \ M Woche «inen Augenschein in St. Ingbert. Frankfurt«. M.. - große Belastung. Friedberg und Bad-Nauheim vornehmen, bei dem Werner -^sd/^^isekretär An ding (Wiesbaden) stellt den Antrag auf nicht anwesend zu fein braucht. Die Mehrzahl der Zeugen J Ä^ni9, stellt, da nur noch fünf Rednerft^^^^^^ungspät-r nach G.eßenoorgelaben werden, gemeldet sind, ben Antrag auf Anhörung unb fünf Minuten Arbeitsiubilaum. Heute feiert Schneider Clemens Redezeit. Na rz m der Firma Wilh. Stumpf sein 25jähriges Jubiläum. Der erste Antrag wird abgelehnt, der letzte angenommen. ** Der Ausbruch ber Mdaul- unb Klauen- V' a kobI (München) wendet sich gegen die Bildung von f eu ch e ist gemeldet aus: Quer für t Kreis Querftirt » **«— - ■»bffirA&r ***** SÄ' öi: Direktor Müller (Mannheim) spricht über Submissionswesen n Kreis ^oß^WartenLerg, Regrernugsb^irk Bros- und Handwerkerftagen. ^musionvme,en bei Htnaen war als Regierungsvertreter am 8."^-"!-« G-burtsart ber Großhcrzogrn, wo «^mntlung wurde von Landtagsabg. Dr. sie das ^Schloß besulittgten. Der Ort hatte geflaut u^ ?^er-KonradA>orf geleitet Das Ergebnis des abge- die Bevölkerung begrüßte bie Besucher mit lcbhastm Ho^ war sehr erfreulich. An Unter- rufen. I stutzungen und Geschenken, für Industrieschulen, konnten ** Orbensverleihung Der Großber-r-nn N^^OOMk. verwenbet werben. Dem Reserve- aus Anlaß bes Jubiläums ber UnfafV unh 9 1 lt?nb5# ber (htbc 1909 168203 Mk. beträgt, konnte im 'Jahre sicheruna dem $orÄ^ her ^^Mnrn 00 006.75 Mk)70l4.05 Mk L schast, Gewerberat Jean Falk in M^änz und2^stettv^' Erichen werden. Das Kapitalvermögen weist 2 86063859 tretenden nichtständigen Mitalieb «uf, denen 2 762521.84 Mk. Kapitalschulden acoem amts Emil Sch a u fuß Direttor der Stehen. Ern Essen im Gasthaus^Post hchlt^t« ?"L?^f^^tägesellschäft zu Köln a. Rh., und Ansprachen die Teilnehmer noch lange bev 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des GroümüttoeiE Forstmeister Weber-Konradsdorf brachte einen sehr verliehen. *, w 063 ti,roBmutigat beifällig aufgenommenen Trinkspruch auf den Grosihcrzog hat sttn^lmt"angetrtteno'" drof. Dr. Alles!Rohrbach b. Büdingen, 1. Okt. Gestern würbe •• Lehrerv-rfon°,.-» h , ^er l-ngiahnge Burg-rmeister Kröll einstiminig wieder. Schuly-rwalt-r Karl Koch hä en m fiön XL q 3a‘)r»ei,nte b-find-t sich das Bürger- •»-* •-**&$: «cäsr** ~ •*» ä ’wÄ« y*n w s*6- aber'«Zi 'iTc'?-1® DCTCTt Die Einführung ber Steuer hat Prinzessin E lisob e t b-4. /O weis wle sehr die Gemembe mit ihrem Oberhaupte um> Nich? bi»7n,ocn ber Fisttis gchobl hat ftp ende. Bei der diesjährigen BerteMna Ä V' f ” tf" ® ,c Wähler yeremigten sich in den Wirt «. » SMl bl. Zunächst ber bäuerliche Mittelftand. Hj-r mußte lick bh ^rD • ®cb,et b-w-q-n vor allM aui b^i ©ebiet der Zollpolitik. Die üicrtrrebenen Fvrderunqen bcs Blindes waren Nicht burchttihrbär. Die Leutcnot ist anqem Dicklich die wichigste Frage, mich für unsere mittleren Lonbnnrtc Wir sind der Anschauung, daß tn erster Linie die $ernteJn^ fonbersi dom Abg. Dr. Stresemuim, dargelegt worben. Bon feüen der R^-crung ist eine befonixre Versicherungsanstalt vorgeschtagen I^rben. ^e Vorlage soll bercUs ausgearbeitet sein Eine sehr schwierige Frage ist, ob bie bestehenden Kassen aufrecht erhalten Juerben sollen. Die Frage muß natürlich gelöst werden Die äor- ^Tam?c ton[8 Piment lstz«mlichhoch. Es wirb manchem & uuhuhringen. Aus bent Gebiete ber kausmamm Üben Angestellten spielen augenblicklich bie Konkurrenz, flau | ei unb bie Frage von Bezug von vollem Gehalt und vollem Krankengclb nm große Stolle. Bezüglich ber ersten Frage ist ein Bnmnttlungsvorschlag ansgetaucht, aber beibe Teile Sfa sich ablehnend, unb es ist sümnnig, eine Lösirnsg zu Hüben qUr »wnteu Frage^hat bie Regierung im vorigen Jahre e nen Entwurf ""gelegt, nach dem bas Krankengelb auf l^n vollm Locht am «Erechmt werden soll. Der Reichstag hat etnen entgegengchttztm totandpunk nngnwnunen. Letzterer ist aber nicht unbLenN^ te Eitleres chn des klei ncn Kaufmann st andes rnüssim mch wie m-r unfere Unterstützung suchen. Schwierig ist die Jr^ge der Warenhäuser, ote such nicht deutschen Urwrunas" Äe s°Uen auf zwei Wegen bekamyst wääben! ernmal dmch 'IS,, B-uordnung, bann durch besondere Steuern. Dm Ät^,^b«nke wrrd mm uns tn dem Sinne imtcrstützt baß alle ^fahr miwr eine Ä«! ebenfalls be^it Die Einführung der Steuer hat! nur der Fiskus gehabt hat Spende. tri । siebenen Altertumssammlmrgen mehr an die Oeffent- lichleit zu bringen. Das städtische Archiv, das w-ertvolle mittenjtufe aus französischer Zett enthält, ist den meisten Bewohnern kaum dem Namen nach bekannt, ebenso geht cs mit der staatlichen Altertumssammlung auf der Saline. Da nun Räume frei werden, will man alle Altertumssammlungen der x^tadt in einem Gebäude als Bad-Nauheimer Museum vereinigen. = Bad Nauheim, 2. Okt. Die Mitglieder des Kirchenchors des Zaren", tveldye bei seinen Andachten in der russischen Kirche die liturgischen Gesänge aufführen, geben am nächsten Dienstag, 4. Oktober, im neuen Kurhausc unter der Leitung des Kapellmeisters Bogdanow ein Wohltätigkeits- Konzert. Der Betrag fällt dem „Verein für Säuglingsfürsorge in Hessen" und der „Kinderheilanstalt Elisabethenhaus" in Nauheim zu. Tas ‘‘Programm zerfällt in zwei Teile: 8 Kirä>cngesängen, il a. Cherubun, Musik von Bachmetew; Russisä^-Griechisches ^Glaubensbekenntnis, Musik von Gretschaninow, 1. Psalm mit Ehorbegleüung von Archangelsky, und in 8 weltliä>e Lieder, u. a. russisches Volkslied von Musorsky, 2 Lieder von Sokotow, Wolgalieo von Balakirew. Ein öffentliches Auftreten dieser Hofkapelle des Zaren — Männerqartette von außergewöhnlich künstlerischen Qualitäten — ist nur mit Genehmigung des Zaren Mässig, die Erträge müssen stets für wohltätige Zwecke veruxmdet werdew Tie Stellung dieser Chor sang er als Hofbeamte ist lebenslänglich und pekuniär sorgenfrei. X G r o ß - K ar b en, 2. Okt. Eine Ack erb an- und O b stau s st e l l u n g , verbunden Mit Tierschau, wurde gestern auf der „Gehspitze" im Beisein des Kreisrats Schliephacke- Frieüberg und zahlreicher Aussteller durch Landtagsabg. Breiden- baä)-Dorheim eröffnet. Den Rundgang durch die Ausstellungsräume leiteten die Ausstellungsleiter Kreutz-Gießen und John- Friedberg. In den beiden Hauptabteilungen wurde vorzügliches geleistet. Hervorgeboben zu werden verdienen die Gesamtleistungen der Landwirte Diel-Ober-Wöllstadt, A. Hensel-Dortelweil und Hch. Bär-Groß-Karben in Ackerbau; in Obstbau zeichneten sich besonders aus die Sammelgruppen Brückmann-Groß-Karben und lBremermann-Ober-Erlendach. Bei der Tierschau wurden Sim- Mentaler Rindvieh und Saanenziegen prämiiert. An Preisen wurden auf der.Ausstellung insgesamt etwa 1200 Mark verausgabt. Der Besuch der Ausstellung war an beiden Tagen infolge des günstigen Wetters sehr stark. Die höchsten Preise erhielten in Ackerbau: Klasse 1: Beste Gesamtleistung, G. F. Diehl- Ober-Wöllstadt, Ehrenpreis S. Durchlauclst Fürsten Solms-Braunfels; 1. Adolf Hensel-Dortelweil. Klasse 2: 1. Preis R. Herbert-Ober-Erlenbach Klasse 3: 1. Preis Al. Haas-Ober- Erlenbach. Klasse 5: 1. Preis R. Herbert-Ober-Erlenbach. Klasse 8: 1. Preis K. W. Kliem-Kloppenheim. Klasse 9: -Ehrenpreis Robert Wehrheim-Rodheim. Klasse 10: 1. Preis K. Bolz-Burggräfenrode. Klasse 11: L Preis H. F. Bär- Groß-Karben. Klasse 12: 1. Preis H. F. Die hi-Ob er-Wöllstadt. K l a s s el 3: 1, Preis H. F. Bär-Groß-Karben. K l a s s e 16: 1. Preis Robert Herbert-Ober-Erlsnbach. In Obstbau erhiell: .Christ. Brückmann-Groß-Karbeu für beste Gesamtleistung den Ehrenpreis des Freiherrn von Leßner. Weitere 1. Preise erhielten: Beigeordneter Jakobi-Rodheim v. d. H., Ludwig Seibold- INieder - Eschbach, Brückmann-, Margraf-Dortelwell, Ortsgruppe jOber-Eschbach, Robert Wehrheim-Rodheim, K. W. Kliem-Kloppen- !heim, Hch. Weidmann-Nieder-Roßbach, Gg. Phll. Herbert-Ober- sErlenbach, Gg. Peter Kuntz-Ob er-Roßbach, Rudolf Brememann- Ober-Erlenbach, Joh. Nik. Michel, Baumwart, Nieder-Erlenbach, Br. Äug. Bar-Mdesheim, H. Fink-Vilbel, Äise Herbert^ber- -Erlenbach, Aug. Simon-Ober-Roßbach. Bei der Tierschau wurden an folgende Züchter erste Preise ausgegeben: A. für Simmentaler Rindvieh: Bürgermeister Fauerbach-Okarben, Hch. Fauerbach-Okarben, Joh. Hch Geibel-Klein-Karben, Fr. Gebb-Klein-Karbeu, W. Wehrheim-Okarben, Wilh. Weiß-Klein- Äarben. L. für Saanenziegen: 1. Lämmer: W. Hch Adam- Rendel, Karl Thorn-Klein-Karben, Wilh. Kitz-Rendel, 2. Zeil- Siegen: Phil. Faß und H. M. Hirsck)-Klein-Karben, 3. Aeltere iZiegen: Fr. Maier-Rendel, Koch-Rendel, .Fr. Klös-Rendel, K. Nahrung-Klein-Karben, F-aß-Klein-Karben, W. Kitz-Rendel, 4. jüngere Ziegen: I. P. Schäfer und Koch-Rendel, Karl Thorn- Klein-Karben, K. Silberling-Rendel u. K. Reinhardt-Klein-Karben. Darmstadt, 2. Okt. Gestern starb hier der frühere evang, Pfarrer in Auerbach Dr. Karl Eigenbrdt. O Krofdorf, 2. Okt. Die hiesige Apotheke ging imit dem gestrigen Tage an Apotheker Krause aus Marburg über. Herr Ruhl hat die Apotheke zu Biedenkopf erworben, deren Uebergabe am 1. Januar 1911 erfolgt. (!) Rodheim a. d. Bieber, 2. Okt. Am Samstag tagte bei Gastwirt Bender der Vorstand unserer bisherigen Gärossen- schaftskasse gemeinsam mit dem neu gebildeten Vorstände der für den 1. Januar beschlossenen Bezirk ss Parkas se, zu der Landrat Tr. Daniels erschienen war. Während der Verbandsausschuß von den beteiligten 8 Gemeinden gewählt wird, wurde in der gestrigen Sitzung der Aufsichtsrat gebildet, der die Beamten der Kasse zu wählen batte. Tie bisherigen Leiter der Kasse Hingen einstimmig aus der Wahl hervor. Direktor Heymann und 'Kassenführer Bender find feit dem Jahre 1894 in ihren Aautern; auch Kontrolleur Steinmüller wurde wieder gewählt. Gesamtausfiug des v. h. L. nach tllsfelö. Ter gestrige Sonntag war für die Veranstaltung des Vogels- sberger Höhen-Klubs ein herrlicher Wandertag, der fast alle Zweig- Vereine zu froher Wanderschaft hinausführte, die dann tn Alsfeld gemeinsam beschossen werden sollte. Golden lache die liebe Sonne vom blauen Himmel hernieder, als wollte sie die Men- ,scheu über das Herannahen der rauhen Jahreszeit täuschen. Der Gießener Zweigverein hatte seine planmäßige Wanderung -um 8 Tage früher gelegt, damit auch seine Mitglieder der großen jHeersstau beiwohnen konnten. So ging es denn in stattlicher Zahl, über 50 Personen, von Ehringshausen durch prächtigen Laubwald, der schon in allen Farben des Herbstes schillerte, dem lieblichen Jägertal entlang nach Romrod, wo Mittagsrast gehalten wurde. Ter weitere Weg führte nach Liederbach, wo schon eine Menge wanderlustiger Leute aus nah und fern, es waren Mitglieder der Zweigvereine Lauterbach, Schlitz, Laubach, Schotten, Grünberg usw., zusammengeLmmen waren. Nach kurzem Aufenthalt erschienen auch die Frankfurter und Offenbacher, schon von fern durch herzliches „Frisch auf" begrüßt und nun ging es in hellen Schaven, wohl einige Hundert Männlein und Weiblein, voran eine Musikkapelle, dem freundlichen Alsfeld zu, das zu Ehren der Gäste teilweise Flaggenschmuck angelegt hatte. Kurz vor dem Städtchen wurden die Wanderer noch einmal angenehm überrascht. Tie Alsfelder Jugendwehr, feldmarschmäßig ausgerüstet, mit fliegenden Fahnen, Lanzen und Gewehren, l^grüßte schon von weitem mit kräftigen „Frisch auf" - Rufen die Ankommenden, um sich dann mit strammem Schritt an die Spitze des Zuges zu stellen. — In Alsfeld selbst hatten sich schon einige Stunden vorher die Zweigvereine mit dem Hauptvorstand zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammengefunden. Bon den dabei verhandelten Punkten seien erwähnt: Tie Ausnahme des jüngsten Zweigvereins Hanau mit 60 Mitgliedern und Bewilligung von 15 000 Mark zum Bau eines weiteren Unter» .kunftshauses auf dem Hoherodskops. Auch die den einzelnen Zweigvereinen vorher übersandte Geschäftsordnung für den Wegebezeichnungs-Ausschuß wurde nach längerer Besprechung mit wenigen Aenderungen angenommen. Nach dieser ernsten Tagung begann in dem mit Girlanden und Wimpeln festlich geschmückten Saale des „Teutschen Kaiser" ein feuchtfröhliches Treiben, das leider nur zu schnell verlief. Nach einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren Landesfürsten begrüßte der Vorsitzende des Alsfelder Zweigvereins Amtsrichter Tr. Heyer die zahlreich Erschienenen in längerer Ansprache, während Bürgermeister Tr. Vö Ising die V. H. K. er namens der Stadt bewillkommnete. Eine besondere Würze erhielt die Veranstaltung durch den Vortrag eines äußerst gelungenen ober hessischen Volksstückchens : Ter Einzug des B. H. K. in RebHeshain, in dem namentlich das Leben und Treiben einer oberhesftschen Spimtstnbe von früher und jetzt anschaulich geschildert wurde. Nachdem man auch dem Gesänge gehuldigt, wurde eine Anzahl Lichtbilder, prächtig gelungene und ausgewählte Motive aus dem alten Alsfeld, das ja in Wirklichkeit wahre Perlen mittelalterlicher Baukunst birgt, vorgeführt und von Hauptlehrer Schindel in trefflicher Weise erläutert. Ter Alsfelder V. H K. war den Frankfurtern auf ihrer heurigen Begehung des weiß--roten Bandes entgegengegangen und bei dieser Gelegenheit eine uralte kernige Buche zwischen Groß-Felda und Romrod auf den Namen: Benderbuche geweiht, dem begeisterten Verehrer seiner oberhessischen Heimat und Schöpfer des weiß-roten Bandes zum Tanke. Diesen Moment hat der Photograph im Bilde festgehalten und am Abend in vorzüglicher Weise oorgeführt. Prof. Bender lehnte aber in bescheidener Weise diesen Tank ab.und gedachte ferner der Eigenart der Oberhessen, denen fein „Frisch aus" galt. Nachdem noch eine gelungene Szene aus dem Alsfelder Handwerkerleben vorgetragen wurde, war es höchste Zeit zum Aufbruch und hochbefriedigt ver- ließen die zahlreichen Teilnehmer die gastliche Stätte. F. töcricbtsjaai» [] Marburg, 2. Okt. Die Strafkammer verurteilte den schon vielfach vorbestraften Arbeiter Karl Michel aus Lollar, der beim Transportarbeiter-Verband unter Verheimlichung feiner Vorstrafen Mitglied geworden und nachher Gelder unter!tragen und sein Mitgliedsbuch gefälscht hatte, zul Jahr Gefängnis. Nancy, 1. Okt. Das Kriegsgericht hat den Haupt m a n n kontant), ehemaligen Zahlmeister des 37. Infanterieregiments in Troyes, wegen Veruntreuung von 11 000 Franken und wegen Fälschungen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und abgesetzt. ziugwoche Metz-Trier. Trier, 1. Oktober. Tie Flugveranstaltung, die in so glänzender Weise begonnen hatte, endett heute mit einem tief beklagenswerten Unglücksfall, bei dem ein junges Leben vernichtet wurde. Ter Marine-Oberleutnant d. R. Haas, einer der jüngsten Flugzeugführer Deutschlands, stürzte bei Wellen (etwa 20 Kim. von Trier entfernt) in vollem Fluge jäh ab und war sofort tot. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Als es am'letzten Flugtage (Samstag) bis gegen 4 Uhr weder Thelen noch Engelhard gelungen war, ihre Apparate zum Flugplatz Trier zurüctzubefördern, kamen für die Konkurrenz nur mehr Haas und v. M o ß n e r in Betracht. Das Flugzeug von Haas war am ersten-Flugtage bei einem mißglückten Start beschädigt worden. Im Laufe der Woche wurden die notwendigen Ersatzteile beschafft. Die Montierung nahm jedoch offenbar unerwartet lange Zeit in Anspruch. Eine Stunde vor dem verhängnisvollen Start waren die Monteure noch an der Arbeit. Die Zeit drängte: vor 5 Uhr nachmittags mußte der Start zur Fernfahrt erfolgen. Um 4 Uhr 4o ließen beide Führer ihre Apparate zum Startplatz fahren. Oberleutnant von Moßner lenkte den Eftgelhardschen Apparat Nr. 2, kam aber nur schwer hoch und landete nach wenigen Sekunden, wöbet eines der Laufräder beschädigt wurde. Gleich darauf erhob sich Haas mit Leutnant Rausch vom 161. Jnf.- Regt. Auch dieser Anstieg endete rasch in einem dem Flugfeld benachbarten Acker. Da dem Führer der Passagierflug nun offenbar zu schwierig erschien, bestieg er allein fernen Sitz, startete mit kurzem Anlauf, fuhr die vorbeschrtebene Runde in ganz geringer Höhe und ging dann tn rasender Fahrt aus die Reife. Oberleutnant HaaS abgestürzc. Der Ueberslug tn Igel (5 Kilometer) wurde sofort gemeldet. Kaum eine Viertelstunde später aber vermittelte der Draht die Schreckensnachricht von dem Absturz. Von einem Augenzeugen wurde uns folgendes berichtet: Mitten in fchärfster Fahrt hielt der Apparat mit jähem Ruck an, die beiden Hälften der oberen Tragfläche bogen sich nach oben, brachen und wurden weggeschleudert. Der übrige Tell fiel aus einer Höhe von annähernd zweihundert Metern herab. Man sah während des Falles den Führer die Arme ausbreiten; es hatte den Anschein, als wolle er aus dem Gestänge heraus- tlettern. Im Fallen erfolgte ein dumpfer Knall. Ter wuchtige Aufprall zersplttterte den Apparat vollständig. Die Hinzueilenden zogen den unalücklichen Führer sofort unter den Trümmern hervor. Jedoch konnte der Arzt, der im Kontrollewagen sofort zur Stelle war, nur den Tod feststellen. Das Unglück ereignete fich in unmittelbarer Nähe der Kalk- und Dolomitwerke Jtschert il Co. Die Ursache konnte bisher nicht festgestellt werden. Doch sprechen alle Anzeichen dafür, duß ein Schaden an der Kette eintrat. Gegen Abend traf von Trier aus der Staatsanwatt ein. Ein Sergeant und 10 Mann des Infanterie-Regiments Nr. 69 hielten während der Nacht die Wache. Sonntag morgen wurde die Leiche zum Garnisonlazarett überführt. Die Eltern des Verunglückten, der erst 25 Jahre zählte, sind inzwischen in Trier eingetroffen. Oberleutnant v. Moßner unternahm vor dem Unaluck noch einen kurzen Probeflug auf dem Flugfelde, verzichtete bann aber endgültig auf den Start zur Fernfahrt. Die >SchaufLge in Metz wurden nicht abgesagt. Hierzu erhalten wir noch folgende Drahtnachrichten: Metz, 1. Okt. Der Flieger Haas, der um 4 Uhr 59 Min. m Trier ohne Passagier zum Flug nach Metz startete, ist bei Wellen a. d. Mosel gestürzt. Haas ist tot, sein Apparat zerbrochen. Metz, 1. Okt. Da um 5 Uhr Startschluß war, hat Jeannrn den ersten Preis in Höhe von 20000 Mark für den Ferns lug gewonnen. Metz, 1. Okt. Zu dem Todes stürz des Fliegers Haas wird noch weiter gemeldet: Die Leiche des erst 23 Jahre alten Fliegers ist schrecklich verstümmelt, namentlich am Hinterkopf. Man sah den Apparat um 5 Uhr 15 Min. über Wellen sich plötzlich überschlagen. Es schien, als ob er in sich zufammendreche. Man hörte einen Knall wie von einer Explosion, sah auch Rauch, aber feine Flammen. Dann überschlug sich der Apparat mehrere Male und fiel dicht hinter den Wellener Kalkwerken in einen Birnbaum und dann zu Boden. Zwei Stabsärzte, die im Automobil dem Apparat folgten, trafen an der Unfallstelle alsbald ein, konnten aber nur noch den $ob des Fliegers feststellen, der unter den Trümmern seines Apparats hervorgezogen wurde. Angeblich soll das Unglück durch Bruch des Kettengestänges verursacht worden sein. Nach dem Bekanntwerden des Unfalls auf dem hiesigen Flugplatz wurden die Fahnen Halbmast gehißt. Die morgigen Schauflüge fallen nicht aus. Metz, 1. Ott. Um 5 Uhr 46 Min. traf Thelen von seiner gejtrigen Landungsstelle Hauconcourt über dem Flugplätze ein und landete um 6 Uhr 3 Min. — Engelhard stieg um 5 Uhr (französische Zeit) von seinem gestrigen Landungsplatz bei Pompey auf, flog etwa 200 Meter in einer Höhe von annähernd 20 Meter, bann schlug der Apparat um und sank zu Boden. Der Apparat wurde mit Ausnahme des Motors beschädigt; der Flieger blieb un- vorletzt. Kapitau Eugelhards Irrfahrt. Nancy, 1. Oft. Kapitän Engelhard landete auf einer Wiese etwa 20 Meter von Meur t he freiwillig. Er wurde von den Behörden einem kurzen Verhör unterzogen, da sich aber nichts Verdächtiges ergab, seine Rückkehr frei- gestellt. Engelhard, der die Nacht auf einem Landgut in Clevy ent verbrachte, beabsichtigt, wenn sich der Nebel im Laufe des Vormittags verzogen hat, nach Trier und Metz zurückzukehren. Metz, 1. Okt. Kapitän Engelh ard ist kurz vor 12 Uhr auf dem hiesigen Flugplatz im Automobil ein» getroffen. Er erklärte, die Franzosen hätten ihn ganz außerordentlich liebenswürdig behandelt und gestern abend sofort wieder in Freiheit gesetzt. Paris, 2. Okt. Aus Nancy wird gemelbet: Kurz bevor Kapitän Engelhardt den Rückzug nach Metz aufnehnren wollte, trat ein Zollbeamter an ihn heran und verlangte von ihm als Zollgebühr für seinen Zweislächer 117 Franks mit dem Bemerken, daß er diese Summe zurückerhalte, falls er seine Flug- maschine oder dessen Trümmer über die Grenze nach Deutschland zurückbringe. Kapttän Engelhard, erlegte sofvtt den geforderten Bettag. Zusammenstoß in den Lüften. Mailand, 1. Okt. Bei dem Schnelligkeitswettbewerb stießen die Flieger Duckson und Thomas mit ihren Apparaten vor den Schuppen zusammen; beide Flieger fielen zur Erde und wurden schwer verletzt. Lllstschiffahtt. Fernfahrt des „P. 4". Chemnitz, 2. Oft. Die von der hiesigen „Allgemeinen Zeitung" veranstaltete Fernfahrt des Luftschiffes „P. 4" von Bitterfeld nach Chemnitz weckte in der Stadt schon in den frühen Morgenstunden reges Leben. Die hinter dem Sportplatz gelegene- als Landungsstelle besttmmte Wiese- war von einer nach vielen Tausenden zählerrden Menschenmenge umsäumt. Von einem Fesselballon aus wurde durch Flaggensignale das Passieren des Luftschiffes befanntgegeben.. „P. 4" war um 8 Uhr 32 Minuten vormittags in Bitterfeld aufgestiegen, passierte um 9 Uhr 10 Minuten Delitzsch, um 10 Uhr 30 Minuten Probstheida und um 11 Uhr 45 Minuten Penig. Um 12 Uhr 10 Minuten wurde das Luftschiff, das auf seiner Fahrt teilweise mit heftigem Gegen- romb zu kämpfen hatte, von dem Landungsplätze aus gesehen. In der Gondel befanden srch vier Personen: Hauptmamr Ding- linger als Führer, Hauptmann Härtel, ein Chauffeur und ein Ballonmeister. „P. 4" machte eine größere Schleifenfahrtj über der Stadt und landete glatt um 12 Uhr 35 Minuten, worauf Oberbürgermeister Dr. Sturm die Luftschiffer mtt einer turnen Ansprache begrüßte. Fernfahrt des „P. 6". Straubing, 2. Okt. Das Luftschiff „P. 6", das heute vormittag um 9 Uhr 2 Minuten in München aufgestiegen war, ist um IV, Uhr nachmittags hier glatt gelandet. Das Luftschiff hatte um IO1/» Uhr in der Nähe von Hallbergmoos bei Freising eine Zwischenlandung oorgenommen, von wo es eine halbe Stunde später die Fahrt fortsetzte. Straubing ,2. Okt. „P. 6" trat um 2 Uhr 50 Minuten die Rückfahrt nach München an. Das Publikum bereitete den Teilnehmern an der ^Fahtt sowohl bei der Landung wie bei der Abfahrt begeisterte Süiif)gelungen. Die Zwischenlan-- düng auf der Fahrt hierher war veranlaßt durch die Not-, wendigkett, Ballast aufzunehmen. München, 2. Okt. Das Luftschiff „P. 6" ist um 5 Uhr 7 Minuten hier wieder eingetroffen und glatt gelandet. Nach Mttteilung des Oberleutnants Stelling, der das Luftschiff führte, erfolgte die Z wische nlaubung auf der Hinfahrt wegen Nebels. D as italieuische Militär lüft Mik st Venedig, 1. Okt. Das lenkbare Militärlnftschifk Nr. 2 mußte während der Fahtt nach Venedig wegen Nebels um 6V3 Uhr abends, b« Porw Ealexia an her PoNündung landen. Venedig, 2. Okt. Das letckbare Militärluft sch iftz Nr. 2 ist gegen 12 Uhr mittags vor seiner Halle gelandetä ftlehte TagcschroniL. Der Amtssekretär Liebe wurde heute in dem, GleiwiH benachbarten, Czerintzer Forst von Wilderern erschossen. Die Erzieherin Emma Miguel, die bei der Fürstin von Pleß in Groß-Lichterfelde in Stellung gewesen ist, hat sich aus gekränktemEhrgei'z.da sie sich zurückgesetzt fühlte, im Tempelhoferkanal ertränkt. Die Leiche wurde geborgen. Am dem Bahnhofe E l s ch e bei Göttingen wurden oonj einem Gnterzug zwei Weichensteller überfahren und getötet. Der Bezirksamtssekretär Keller in K i tz i n g e n hat 10 000 Mark unterschlagen. Er ist seit Sonntag abend stüchtig. In Lille wurden heute vormittag infolge eines Wolkenbruches mehrere Sttaßenüberschwemmt. Die Erdgeschosse mehrerer hundert Häuser stehen unter Wasser. Ein Tampfboot, das eine große Anzahl Matrosen zur Flotte,, die im H u d s 0 n f l u ß vor Anker liegt, zurückbrachte, ist, wie! aus Newy0rk gemeldet wird, unterwegs gesunken. Etwa 12 Matrosen sollen ertrunken sein, während ungefähr 60 gerettet wurden. Am Grabe des jüngst verunglückten Fliegers Poillot aus dem Montmartre-Friedhose zu Paris erschoß sich aus Verzweiflung über besten Tod seine Geliebte, die Tänzerin Gabriele P r e v 0 st. In der Gemeinde Croismare erschlug am Samstag abend im Verlause eines Streites der Glaser B a l tz den Glaser Friedel mit einer Eisenstange. Der Mörder wurde verhaftet. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentliche Wetterdien st stelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag dem 4. Okt. 1910: Vorübergehend etwas Regen, dann wieder Aufheiterung, etwas kühler, ivindig. GriginaUVrahtmetVungen. ^Niederwalgern, 3. Ott. Auf der hiesigen K i r» mes wurde ein Sattlergeselle totgeschlagen. S. Offenbach, 3. Oft Der Ziseleur Imhof, der wegen seiner anarchistischen Gesinnung feine Arbeit mehr finden konnte, sollte beute früy wegen Diebstählen, Hehlerei usw. verhaftet tocr« den. Er schoß sich heute morgen eine Kugel in den Kopf und war sofort tot. S erlin, 3. Okt Gerüchte, baß auf den Polizeipräsidenten von Jagow ein Attentat verübt worden sei, sind völlig aus der Luft gegriffen. Buenos .Aires, 3. Oft. Das Denkmal, bas die französische Kolonie der Republik Argentinien zur Hundertjahrfeier schenkte, wurde gestern in Gegenwart des Präsidenten der Republik enthüllt HLCWe KWSa™ Türk Tabak-& Ggaretten-Fabrik„Klos" o E, Robert Böhme, Dresden. KiiDcrts mit Firma billigst vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Sichen > Färberei Gebr. Rover, Frankfurt a. M.-Giessen chem. Waschanstalten^ dessen: Marktplatz 18 ca. 1OOO Angestellte. s (I €D Anfang nachmittags 4 Ubr. Löweugafse 20. Telephon 698. Heute 5475 Wegen Feiertag 4819 bleibt das Geschäft »Vie sendet 06171 tai Kleidermachen. Der Borstand M61 Herzlichsten Glückwunsch zum Neuen Jahre Rochachtun gsvo ll Willi. Will Universität^ - Turn- und Tanzlehrer Gardinen "Rouleaus Teppiche Tisch-, ßett- und Divan-Decken Bettvorlagen In allen Preislagen Metzelsuppe. Brauerei Förtsch, Vetzsttinstr. E. K. G. V. Die Proben finden Dienstags, abends 8 Uhr, im, Saale der JohanneSkirche statt. Da dem Verein schon für die nächste Zeit größere Aufgaben gestellt sind, werden die Mitglieder dringend gebeten, pünktlich zu erscheinen. Der Eintritt sangeskundiger Mitglieder ist sehr erwünscht. Anmeldungen nehmen der Dirigent, Herr Prof. Trautmann, Moltkestraße 9 und der unterzeichnete Vorsitzende entgegen. A v. Schlosser. NnsckuMiln Schriftl. Angebote unter 08251 an den Gießener Anzeiger erb. Tß/inter* Tan^Jfarse Die diesjährigen Tanzkurse beginnen am 6^ 7. u. 3, Oktober. Zur Beteiligung hä ft. einladend t erbitte Anmeldungen in meine Wohnung Löberstrasse Nr. 12 Privat- Turn- und Tanz- :: Unterricht Jederzeit :: Vi SPEZIALITÄT: Moderne Zimmer-Dekorationen Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der IWf Sanatogen-Werke Bauer & Eie., Berlin SW. 48 über „Sanatogen" bei. Cafe Amend Samstag, 1. Oktober ab täglich Konzert der Plockft^ße?' 001 161 £),tobcr- lNefl. Anmeldungen und Prospekte A Lpamer * " •* akademisch gebildete Lehrerin. ituuauQDme mrrbea nach jedem Äüroermaß gezeichnet. Don Taillavet u. k>li,rS. Ende gegen 9'/, Ubr. Fm-kiKn-NerMiMiß Gießen. Donnerstag den 6. Oktober 1910, abends 8’/. Uhr, itt „Steins Garten" Oeffentlicher Vortrag mit Lichtbildern von «ug. Kahl (Schüler Haeckels), Hamburg üb. das Thema: FmUlützchilmAkloK^ Eintritt: Reservierter Platz Mk. L—, Saalplatz Mk. 0.50. Freiwillige Versteigerung Im Auftrag der Frau I. Kirsch Wwe, Bad- Nanheem versteigere ich Mittwoch, Douuerstaq und Freitag dreser Woche, nachmittags von 2 Uhr ab im Europäischen Hof, Kurstr. 7, hier, gegen Barzahlung: Die gesamte Hoteleinrichtnng wie Betten, Spiegelschränke, Waschkommoden, Nachtschränkchen, Chaiselongues, Sofas, Tische, Stühle, Sessel, Teppiche, Gardinen, Beleuchtungskörper, 1 Billard, Weißzeug, die gesamte Kücheneinrichtung u. s. w. Auch kommen auf Wunsch vollständige Schlafzimmer- und Saloneinrichtungen zum Verkauf. 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