160» Jahrgang Samstag 3. September 1910 Nr. LOO Der «iefcener Anzeiger — erscheint täglich, außer "wy* A Bezugspreis: Sonntags. - Beilagen: ä—T* ▼ WM " monatlich75 Psi,viertel- <4iijviijvi s MU Gemral-Lnzciger für Gbecheffen MW • bis vornlittags 9 Uhr. Rotatkonrdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. saal"^E.^Heß^Mr den 1 ’ u Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Deutsches Reich en Wett- ronprin-i Die neuesten vom Kriegsschauplatz im Schisfsbaugewerbe politische Tagesscha«. Die Machtprobe des Metallarbeiterverbandes. Wie das Wolss'sche Bureau erfährt, sind entgegen ber-* denen ZeitungsnachriAten der letzten Tage, endgültige Der Ausstand in Saragossa. Saragossa, I.^Sept. Der Ausstand hat an Ausdehnung zugenommen, ist aber noch nicht allgemein. Die Truppen sind konsigniert. Wahrscheinlich werden morgen die Zeitungen nicht erscheinen. A. ®. Weber und der Allensteiner prozetz. Herr A. £). Weber hat auf die Zurückweisung, welche die Erklärung seines Anwalts über Vergebung von Inseraten an die Blätter als angebliche Mittel der Beein^ flussung erfahren hat, eine nachträgliche Entschuldigung; für zweckmäßig befunden. Er erklärt jetzt in einer Zu-' «schrift an das „Berliner Tageblatt": Im Termin ist nur behauptet worden, daß eine gew i sfä Presse einen Bruchteil der für Inserate ausgegebenen Summe zum Zwecke der Beruhigung erhalten habe. Ich kann den Nachweis führen, daß dieser Zweck erreicht worden ist. Die anständige Tagespresse war damit nicht gemeint, da sie Reklamen vom Weber-Haus zum Zweck der Propaganda erhalten hat. Herr A O. Weber wird sich nicht lange im Unklaren bleiben können, daß diese laxe Erküirung der Presse nicht genügen kann. Herr A. O. Weber wird also seine Erklärung klar und bestimmt fassen und „eine gewisse Presse" nennen müssen, damit die anständige Messe die Jahresfrist. Wir stehen heute nicht mehr so einsam und freundlos da, als vor drei Jahren. Im friedlichen Wettbewerb mit den andern Völkern kann der deutsche Narne,,^. ------- . . ------"en. Aber nur ein U^denen Zeitungsnachrichten der letzten Tage )u- Bestimmungen über die Teilnahme der v ..r ~ en öe ssin an der sO st asien reise des Kronprinzen Saragossa, 2. Sept. Es sind alle Maßregeln getroffen, um im Falle eines allgemeinen Ausstandes die Verproviantierung und die Beleuchtung der Stadt zu gewährleisten. Die Schlächtereien und die Bäckereien werden von Truppen bewacht. In den Straßen herrscht lebhafte Bewegung; auch ist es zu einigen unbedeutenden Zwischen- ällen gekommen. In einer Versammlung von ungefähr 5000 Arbeitern wurde beschlossen, den Ausstand fortzusetzen, die Kaufleute zu zwingen, die Geschäfte und Fabriken geschlossen zu halten und von der Regierung die Zurückziehung der Truppen aus den Minen von Biwao zu verlangen. Madrid, 1. Sept. Der König unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen in der Provinz Bilbao die konstitutionellen Garantien aufgehoben werden. Nachmittags kam es in Bilbao wieder zu Ausschreitungen. Die Gendarmerie mußte wiederholt Ausständige, die Arbeitswillige zum Niederlegen der Arbeit zwingen wollten, auseinandertreiben. I politische Wochenschau. Gießen, 3. Sept. Politisch Unmündige werden in diesen Tagen oft den Kopf geschüttelt und über allerlei Zweifeln an der Fähigkeit und Folgerichtigkeit im Tun politischer Mitmenschen den Glauben an sich selbst gestärkt haben. Aber der Eingeweihte, der es weiß, daß die Praxis keine Buchweisheit ist und vielmehr der gebietenden Stunde gehorcht, hat dafür nur ein Lächeln. Seit dem November oes Jahres 1908 hat sich die politische Wetterlage eben ganz gewaltig verändert, und die Winde haben sich gedreht. Wenn heute der Kaiser eine Rede hält, eilt man dort, wo man früher geduldig sitzen geblieben war, geschäftig ans Handwerk, säuselt es, wo früher der Sturm zu toben begann. Die Linke, die in den Tagen des Bülow'schen Blockes hoffähig bleiben wollte, bläst heute viel heftiger ins Horn als damals. Namentlich aus der demokratischen und der sozialdemokratischen Ecke heult gegenwärtig der ©türm der Kritik. Aus der Rechten stellte sich prompt der Gegendruck ein, man stemmt der sich heranwälzenden neuen Woge der Mißstimmung des Volkes einen Damm entgegen und berechnet, wie man die Regierung des zögernden Kanzlers durch neue Bande an die konservative ^Mehrheit fesseln könnte. Der Historiker wird diese kritische Zeit freilich von einer höheren Warte betrachten, wird zu der einfachen Feststellung kommen, daß kein Zeitpunkt zu einer kaiserlichen Kundgebung ungeeigneter war als der heutige. Darum sollte man im Lager der Rechten gemach tun und nicht allzu viel Beredsamkeit an den Beweis verschwenden, daß aus des Kaisers Rede nicht die absolutistische Meinungsrichtung, nein, beinahe das Gegenteil, gesprochen habe. Wilhelm II. hat gar zu häufig schon sein Glaubensbekenntnis verkündet, und die Königsberger Worte haben ganz unzweideutig bewiesen, daß er der alte geblieben sei. Sturm und Gegensturm waren unvermeidlich, waren leider notwendige Uebel, und gerade wer des Kaisers bewegliche Wünsche nach Einigkeit aller Stände in die Wirklichkeit umsetzen will, muß wünschen, daß uns weitere Reden des Kaisers erspart werden. sich die ihm zustehende Geltung verschafft starkes, wohlgerüstetes Reich kann die Aufgaben der fünft bewältigen, und darum mahnen uns die kriegeri,^^ , - >■ ■ . Ereignisse vor 40 Jahren, am Ausbau und der Erhaltung ""ch mcht getroffen, der nationalen Wehrmacht nicht nachzulassen. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von — --' . - - Homburg v. d. H. sandten an den Kaiser aus Anlaß, Die Festigung oes Dreibundes. der 4chähngen Wiederkehr des Tages, an welchem Se. Dem Grafen Aehrenthal scheint es in Bad Ischl gelungen Krieges den Boden Homburgs zu sein, den italienischen Minister des Auswärtigen von $ h barmherzige der Zweckmäßigkeit und den Vorteilen eines Zusammen- HAfe der Kaiserin Friedrich wahrend des **!" »*-*• i" di- -»«- 8dt,»u«, Wk ’Äl't«: N S35- v. Bet hmann-Hollweg bei der gegenseitigen Verab- ^^s ersten Besuchs in dem mir so lieb gewordenen schönen; w"«e"... ,MMn«•ttsss Marchese di San Giuliano ist heute nachmittag nach Nächstenliebe haben mich aufs angenehmste überrascht. Ich ersuche Rom zurückgereist. Graf von Aehrenthal gab ihm bis zum Sie, den städtischen Körperschaften für diese Aufmerksamkeit unbj Bahnhöfe Geleit. Die Verabschiedung beider Minister, die den erneuten Ausdruck treuer Ergebenheit meinen wärmsten vor der Abreise eine längere Besprechung gehabt haben, war auszusprechen. überaus herzlich. ' In Ch arlo tt enb ur g fand am Freitag um 12V2 Uhr- Das Wiener „Fremdenblatt" schreibt: die feierliche Einweihung des neuen Dienst-, Das Eommunique über die Salzburger Entrevue läßt deutlich gebäudes des Reichsmilitärgerichts durch den erkennen, daß Italien und Oesterreich-Ungarn ihre bewährte Kaiser statt. Auch der Kronprinz, Bürgermeister Mur-j Politik der freundschaftlichen und vertrauens- chard-»Hamburg, und eine große Anzahl Generäle, Ver- vollen Beziehungen zue in ander weiter verfol- treter der Städte Berlin und Charlottenburg, der Polizeigen. Las Bundesverhältnis zwischen Italien und Oesterreich- Präsident von Jagow und Bildhauer Professor Mangel Ungarn hatte ichon manche Probe zu bestehen, während feinen1 - r‘ — - - - Dauer vollzogen sich viele einschneidende Veränderungen in der intermationalen Konstellation, aber die Allianz zwischen Italien und unserer Monarchie blieb von diesen) Wechselfällen unberührt. Die Herzlichkeit der Freundschaft zwischen den beiden Verbündeten Staaten trat in ganz hervorragender Weise bei dem iEmpfange des Marchese dj San Giuliano bei Kaiser Franz Joseph zutage. — In Ischl und Salzburg knüpfte man das Band zwischen Italien und uns noch fester, und die Gewähr für die Fortsetzung der bewährten, im Dienste des .Friedens erprobten Politik wurda in Ischl-Salzburg geboten. waren erschienen. Nach der Besichtigung der Außenseite betrat der Kaiser den Plenacsitzungssaal und verlas selbst die Kabinettsorder, in welcher er für die guten Dienste dankte, welche das Reichsmilitärgericht feit fast zehn Jahren seines Bestehens geleistet hat; in dem neuen Gebäude sei eine würdige Stätte weiterer gedeihlicher Tätigkeit erstanden. Nachdem noch der Chef des Militärkabinetts verschiedene Auszeichnungen bekannt gegeben hatte, verlas der Präsident des Reichsmilitärgerichts die für den Schlußstein bestimmte Urkunde. Nach deren Einmauerung tat der Kaiser mit den Worten suum cuique drei, Hamm er sch läge, ihm folgte der Kronprinz, sowie der preu-, ßische, der bayerische, der sächsische und der württembergische Kriebsminister. Präsident General Linde dankte dem Kaiser in einer Ansprache, die mit einem Hoch auf den Kaiser' vorliegenden Meldungen müssen wohl den letzten Zweifel I enkete. Dann wurde noch ein Rundgang durch das Gebäude darüber benehmen, ob man es hier mit einem wirtschaft- « nternommen. An dem darauf folgenden Frühstück nahm lichen Kampfe oder, wie wir von vornherein sagten, mit K^npEA Der Kaiser stiftete für das Ge^ einer sozialdemokratischen Machtprobe zu tun hat. Nach I < • X 'ew Bud^ebenso der Prmzregent von Bayern und einer Hamburger Privatnachricht hat der Vorsitzende des I *)IC Könige von wachsen und Württemberg. ozialdemokrattschen Metallarbeiterverbandes, der an Stelle ~~~ " 1 11 der beteiligten Arbeiter die Führung der Ber- *1115101!$. Handlungen an sich gerissen hat, eine Anfrage an Aus Wien wird gemeldet: Der parlamentarische Ausschuß die Unternehmer gerichtet, ob die Werften bereit seien, des tschechischen Reichsratsabgeordneten-Verbandes erkannt? kin- in eine Besprechung mit den Vertretern der Arbeiterver- l"ütig die Notwerchigkeit eines organischen Zusammenbände einzutreten. Er knüpft daran die charakteristische 'wlusses der t; chechischen Delegation des Reichs- Zumutung, auf die Hinzuziehung von Arbeitern an UI^f wählte euren Ausichuß, um die Statuten des Zeitgeber- und der Arbettnehmerorganyattonen stattfinden Vereinigung der Schiffsbauer auf einer Versammlung in Carlisle zu lassen. Dies Verlangen wurde mit „Schwierigkeiten" eine allgemeine Aussperrung der Mitglieder der Ver- begründet, die angeblich bei den Verhandlungen von 1907 einigung der Kesselschmiede für ganz Englmrd. Von der durch Hinzuziehung der von den Werften gewählten Ber- Aussperrung,__bie morgen beginnen soll, werden 50 000 Arbeittreter ihrer Arbeiter entstanden seien. Die Wersten haben uehmer betroffen darauf erklärt, sie seien bereit, am nächsten Mittwoch mit • -a Kon stank rnopel totrb gemÄdet: Das Marine- den Vertretern sämtlicher acht Arbeiterorganisationen zu- beabsichtigt, wie „Tanm meldet, zwer Unter- Vertteters der Hirsch--Dunckerschen, der christlich-sozialen Ge- vollkommnen ÄÄ"h“™ ^f?n$ettretrc bet natiDnaIert ^beiter- Aus Saloniki meldet man: Das Kommas des dritten ^Die^sozialdemokraloschen Streikregisseure haben nun- 5°?' f ®fai ® (a Meldung, eine mehr den Vorschlag der Werften a b g e l e h n tso daß die R“ Mr l lt ar a bte il un g habe die türkische in Aussicht genommene Besprechung nicht stattfinden wird. ®1 en 8^ überschritten. Darauf gingen sofort von Dschumai Diese systematische Beiseiteschiebung der eigentlichen Werst- dala Truppen ab, um den Bulgaren den Weg zu verlegen, arbeitet und der nichtsozialdemokratischen Arbeiterorgani- . _^us Sim la wird gemeldet: Am Donnerstag abend gaben ’ation durch die Streikleitung liefert den Beweis dafür, daß Dacca zwei junge Leute auf den Inspektor der ein- nicht das wirtschaftliche, sondern das politische Moment im ^bborenen Polizei Schüsse in der Nähe des Gerichts- Vordergrund dieser „Lohnbewegung" steht, so daß bei der Maudes ab,, m dem gegenwättig ein Prozeß gegen 42 deutschen Arbeitaeberscbait über hip nipifprfun w §111 geführt wrrd, welche der Verschwörung aenbialfbalb1 W Mflt werden Der Inspektor wurde am Ohr, an der Brust urw an genoe ^.aitir aijoaio Hl arbeit eintreten Durfte. , der einen Hand verwundet; es besteht aber keine Lebensgefahr. Die Täter wurden verhaftet. Aus Santiago de Chile wird gemeldet: Die Kammern nahmen eine Gesetzesvorlage über Verbesserungsarbeften in Valparaiso an. Es wird beabsichtigt, den Hafen von Valparaiso auf die Höhe der besten Häfen des Stillen Ozeans zu bringen Die Parlamentsession wurde dann geschlossen. Des Kaisers Worte in Marienburg haben gezeigt, daß er einlenkt, wenn die Stimme des Volkes zu ihm dringt. Darum war es nötig, daß gesprochen wurde, und der Reichskanzler — meint er sein Amt ernst und ehrlich — sollte der Presse für eine Kvitik, soweit sie sachlich blieb, und für solche Rückenstärkung einem impulsiven und temperamentvollen Herrn gegenüber dankbar fein. Auf der andern Seite muß zugegeben werden, daß die Zeit nicht danach angetan ist, Uebertreibungen und Volksaufwühlunaen um sich wuchern zu lassen, und so durften auch die Konser- vattven den Schildhalter des Monarchen machen. Diejenigen unter ihnen aber haben dem Vaterlande einen) chlechten Dienst erwiesen, die mit byzantinischen Gebärden >em Kaiser die göttliche Mission des Absolutismus be- tätigten. Konnte es auch nur einen Augenblick vergessen werden, wie hart die idealen, absolutistischen Neigungen Friedrich Wilhelms IV. an den Tatsachen sich stteßen, welche Lehren und Mahnungen der große Kanzler uns hinterlassen hat? Wollte man um partetpolitisHer Vorteile willen die vor zwei Jahren allgemein anerkannten Notwendigkeiten gänzlich verleugnen? „Die Honigzunge lecke dumme Pracht, es beuge sich des Kniees gelenke Angel, wo Schmeichelei Gewinn bringt".. . Es ist aber heute wahrscheinlicher beim je, daß der Kaiser, wenn die Verantwortlichen und die Unverantwortlichen ihre Schuldigkeit tun, den Forderungen der konstitutionellen Verfassung sich fügt. Wir hoffen, daß die verflossenen erregten Tage, die Mäßigung des verständigen Liberalismus, die zuletzt doch zum Durchbruch kam, die Rückkehr in alte, verhängnisvolle Bahnen verhindert haben und daß die Kraftleistungen der Sozialdemokratie zur Ausnützung der neuesten Ereignisse für ihre Parteigeschäfte die Mühe nicht lohnen werden. Das Gedenken der Ereignisse vor 40 Jahren hat deutsche Herzen über die traurigen inneren Kämpfe wieder einmal erhoben. Ter Tag von Sedan erweckt Bilder von buntestem Wechsel, zeigt dem Volke seine guten Geister wieder. Uwter welcher Begeisterung wurde in Nord und iSüd das geeinigte Reich gefordert, welche Hoffnungen schwellten jedes Herz und begleiteten die Werke der Recken und Führer, die so sichtbar die alte Herrlichkeit wieder herstellten! Der Kaiser und ein Heer von 70 000 Mann gefangen, der Friede mit glänzenden neuen Segnungen in nächster Nähe! Wir haben diese große Zeit nicht miterlebt, aber der Tag von Sedan ist Alt und Jung ein unvergeßbarer nationaler Festtag geworden. Noch ist des großen Reichsgründers Werk von Haltbarkeit und Dauer, und der alte Bundesgenosse, Oesterreich, das zur selben Stunde dem dritten Dreibundsgefährten prüfend ins Auge schaut, hat die Deutschen zu ihren hehren Erinnerungen beglückwünscht. Unsere Macht und unser Ansehen in der Welt sind ungebrochen, und keine Stunde war geeigneter, uns nationale Ziele zu stecken und uns zu mahnen, die internationalisierenden Bestrebungen auf ein gesundes Maß zu beschränken. Mit höchstem Interesse schauen wir heute auf die weitere Entwicklung im Osten, auf die Wege, die wir gemeinsam mit Oesterreich und der zu neuem Leben erwachten Türkei gehen könnten. Rußland steht einstweilen noch abseits, und eben hat Graf Aehrenthal durch eine schnelle, kluge Veröffentlichung! des iErgebnisses der Jschler Begegnung das zögernde Italien in "seinen Bann gezogen und Herrn Iswolsky, dem russischen Minister des Auswärtigen, damit einen neuen Beweis seiner Macht gegeben. Der Friede auf dem Balkan ist gesicherter als vor das unbedingte Recht aus offene Auskunft hat, solche Me- mente von sich abschütteln kann, falls sich die Wahrheit der Wcberschen Angaben bestätigen sollte. Aus Stadt und Land. Gießen, 3. Sept. 1910. Bom Manöver. DaS Artillerie-Regiment Nr. 27 übte vorgestern bei Großen- Buseck und Steinbach, wo es von dem Korpskommandeur von Eichhorn besichtigt wurde. Gestern rückte das Regiment ostwärts und bezog auf einige Tage in Ettingshausen, Harbach, Münster U»rd tlmgegend Quartier. Heute beginnt bei Grünberg das Brigadeexerzieren im Verein mit den 61er, die gestern bei Ober- Ohmen angekommen sind. Bei der 41. Infanterie-Brigade weilte in dm letzten beiden Tagen der Korpskommandeur: das Regiment Nr. 87 hatte am Mittwoch Regimentsbesichtigung, der auch Fürst Karl von Lich beiwohnte. Am Donnerstag fand die Besichtigung der 88 er statt. In Lich veranstalteten die 87 er gestern eine Sedanseier, bei der die Kapelle des Regimentes spielte. Gestern hat das B r i g a d c m a n ö v e r bei Birklar seinen Anfang genommen. Tie 21. Kavallerie-Brigade ist hier ein- gctroffen. Der Stab der 24 er Dragoner lag vorgestern in Friedberg, das Regiment war in Friedberg und Umgebung int Quartier. Auch die 6er Dragoner liegen in der nördlichen Wetterau. Das Scharfschießen der Regimenter Nr. 25 und 61 im Brigadeverband unter Hinzuziehung eines halben Bataillons schwerer Feldhaubitzen Nr. 3 fand nördlich von Lauterbach statt. Tageskalender für Sonntag den 4. September: Kincmatograph: Neuer Spielplan. Biograph: Neuer Spielplan. * — Kammerherren. Der Großherzog hat den Kammerjunker und Amtsrichter Dr. Willy v. Becker zu Homberg a. d. O., sowie den Kurdircktor Major a. D. Wilh. Freiherrn v. Starck in Bad-Nauheim zu Kamnwrherren ernannt. • • Ruhestandsversetzung. Der Großherzo g hat dem Forstmart der Forstwartei Winterstein, Förster Wilh. Frank zu Forsthaus Winterstein, aus Anlaß seiner Verletzung in den Ruhestand daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • • Zahnärztliches Institut. Die Stadt hat dem Verein hessischer Zahnärzte zur Errichtung einer zahnärztlichen Klinik das ebenfalls im städtischen Besitz befindliche Baracken-Auditorium der alten Klinik zur Verfügung gestellt. Weiter hat sich die Stadt bereit erklärt, das Gebäude für seinen neuen Zweck instand zu setzen und für den Betrieb des Instituts einen jährlichen Zuschuß von 1000 Mk. zu leisten unter der Bedingung, daß dafür die Zahn- und Mundpflege der Volksschulkinder kostenlos übernommen wird. Der Verein der hessischen Zahnärzte übernimmt die Kosten der Einrichtung und des Betriebs. Man hofft bestimmt, daß der Staat für das Fach eine Profeffur errichten wird, damit die Landesuniversität nicht hinter anderen deutschen Hochschulen zucücksteht. Das neue zahnärztliche Institut soll am 1. November eröffnet werden. * * Feuerbestattung. Unter den zahlreichen Anhängern der Feuerbestattung besteht die Absicht, in Gießen einen Verein ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke wird in der zweiten Hälfte deS September eine Versammlung einberufen werden. Nach Rücksprache an maßgebender Stelle würde die Stadt bereit sein, aus dem neuen Friedhose alle Einrichtungen für Leichenverbrennung umgehend zu treffen, wenn ihr eine Verzinsung eines angemessenen Teiles des dafür aufgewendeten Kapitals gewährleistet ivürde. •• Die Straßenbahn beförderte im August 101 162 Personen, darunter 1573 städtische und 789 Postbeamte. Die Frequenz belief sich durchschnittlich auf 3263 Personen. Die stärkste Frequenz hatte im abgelaufenen Monat Sonntag, 21. (Wiesecker Kirmes) mit 6210 Personen und die sch,nächste 'Benutzung ivieS der letzte Tag mit 2371 Fahrgästen auf. Seit dem Bestehen der Straßenbahn (also in 9V3 Monaten), sind im ganzen 1 005 791 oder täglich durchschnittlich 3579 Personen befördert worden. ** Rudersport. Am Bootshaus der Gießener ,.Ru d e r - Ge s e lls ch a ermifcbte». * Ein verunglückter Ueberfall wird aus Newyork gemeldet. In der Nähe der Stabt D i v i b e in Colorabv wurde ein Zug von 3 Banditen überfallen und zum Halten gebracht. Zwei der Räuber hielten durch ein Gewehrfchnellfeuer die Passagiere im Schach, während der dritte den Maschinisten zwang, den Postwagen zu öffnen. Der Lokomotivheizer lenkte jedoch für einige Augenblicke durch ein geschicktes Manöver die Aufmerksamkeit aus sich. Dieses benutzte der Lokomotivsülirer, den Räuber mit einem S t e i n nie d e r z u st r e ck e n. Die beiden anderen Räuber ergriffen darauf die Flucht, verwundeten aber den Ma- chinisten durch einen Schuss ins Bein. * Ein gutes G e s ch ä f t. Man schreibt aus Wien: Welch ausgezeichnete Geschäfte der Fiskus zuweilen bann macht, mtiui er den Liebhabereien unb Geschmacksrichtungen des Publikums mtgcgenfonimt unb dieses zu freiwilligen Kontributionen zu ver- anlaficn weiß, zeigt bas Beispiel der neuen österreichischen! Jubiläu msbrief mar len, an denen der Staat bedeutende mummen fast ohne jebe Gegenleistung verdient hat. Die vom Volk kurzweg als „Jubelmarken" bezeschneten Poststiertzeichen cr-t schienen am 18. August, dem 80. Geburtstag Kaiser Franz Josefs, mit der Bestimmung, daß ihr Verkauf nur bis 1. September fortgesetzt werden sollte. Beim Wiener Hauptpostamt war aber der ganze Vorrat schon nach wenigen Stunden ausverkauft, und ebenso verlief das Geschäft bei den Aemtern der meisten Provinzialstädte, wo der .Ansturm des Publikums in kürzester Zeit mit den verfügbaren Vorräten aufräumte. Eine nennenswerte Gegenleistung Halle die Post dabei in den meisten Fällen nicht zu gewähren, weil die Käufer die Marken sofort ,,obliterieren", d. h. mit dem Tagesstempel entwerten ließen, um sie den Sanimlerzwecken dienstbar zu machen. Es waren zum Verkauf gestellt: an 1, 2, 3, 6, 12, 20, 25, 30 und 35-Hellermarken inrr je 100 000 Stück an 5-Hellermarken 7 Millionen, an 10-HelIermarken 7 800 000, an 50- und 60-Hellcrnrarken und Marken zu einer Krone je 70000, 2- und 5-Kronenmarken je 17 000 und 10-Kronenmarken nur 11000 Stück, was dem durchschnittlichen Verbrauch von zwei Tagen entspricht und einen Wert von 1 641000 Kronen darstellt. Außerdem standen Sätze der Jubiläumsmarken bis zu einer Krone und bis zu 10 Kronen zur Verfügung im Gesamtwert von 350 000 Kronen, so daß der Postfiskus, der dafür nur wenige Briefe und Karten zu befördern batte, dem Sammelsport eine Einnahme von rund 2 Millionen Kronen zu verdanken hat. Da die Philatelisten noch immer in ihrer überwiegenden Mehrzahl nur abgestempelte Marken sammeln, kommen diejenigen am besten auf ihre Rechnung, die ihre Marken nicht abftempeln ließen. Diese ungebrauchten Jubelmarken sind für den Handel kaum erreichbar und haben schon heut einen bedeutend höheren Wert als die abgestempelten. * Ein kanadischer Großschiffahrtsweg. Kanada beabsichtigt, seine großen Seen durch einen Kanal mit Montreal zu verbinden, um den Wasserweg erheblich abkürzen zu können/ Diese große neue Wasserstraße würde 704 Kilometer lang werden und imstande sein, Fahrzeuge von einer Länge bis zu 183 Meter, von 18,3 Meter Breite und 6,1 Meter Tiefgang aufzunehmen. Durch die mit bedeutendsten Kosten unternommenen Vorarbeiten ist bereits festgestellt, daß im wesentlichen^ die natürlichen Wasserläufe und Seen benützt werden können, so daß eine Strecke von nur 45 Kilometern ausgefchachtet werden muß. Die 39,8 'Kilometer lange Scheitelsohle ist 201 Meter über dem Lorenzstrom und 29,87 Meter über der Georgianbah gelegen. Auf der einen Seite werden 23 Schleusen von 1,5 bis 15,2 Meter Hubhöhe, auf der andern Seite Schleusen von 6,4 bis 8,8 Meter über^ wunden werden. Die Kosten des ganzen Schiffahrtsweges sind auf 100 Millionen Dollars veranschlagt; sie werden zunächst von einer Privatgesellschaft gi.ragen werden, der die kanadische Regierung Die Ausführung und spätere Ausnutzung überlassen hat. Kleine Tugeschronik. Die Haarkrankheit, die unter den Schulkindern des Berliner Vorortes Schöneberg aufgetreten war, kann als erloschen betrachtet werden, nachdem sämtliche erkrankten Kinder als geheilt entlassen worden sind. Maßregeln gegen ein etwaiges Wiederauftreten der Epidemie sind vorgesehen. Bei einem Rundzange durch den deutschen Dom in Berlin fand ein Beamter des Domes die blutüberströmte Leiche eines jungen Mannes im Vorflur; es handelt sich vermutlich um den städtischen Gärtnergehilfen Gärtig, der Selbstmord verursacht haben dürste. Nach dem Genuß von Rindfleisch sind in Herne 46 Personen an Vergiftungserscheinungen erkrankt. Auch in Langendreer ist eine Anzahl Personen erkrankt. Die Erkrankten wurden in bedenklichem Zustande dem Krankenhause zugeführt. In F r e i st e d t (Kreis Marienwerder) sind 23 Mann des 176. Infanterieregiments infolge Genusses von rohem Hackfleisch unter Vergiftungserscheinungen erkrankt. Eine direkte Lebensgefahr besteht zurzeit nicht. Der Quartiergeber sowie seine Familienangehörigen sind ebenfalls erkrankt. Auch sollen in Riesenburg, woher das Fleisch bezogen worden ist, 30 Soldaten erkrankt dar niederlieg en. In Börning, Sodingen und Holthausen sind Massenerkrankungen vorgekommen, deren bakteriologische Untersuchung Caratyphus ergab. Die Erkrankten, insgesamt 114, befinden sich auf dem Wege der Besserung. Ursprünglich nahm man Fleischvergiftung an. Von der Flut im Watt bei Lessens wurden zwei Knaben überrascht, .wovon es nur einem gelang, sich in Sicherheit zu bringen; der andere, ein Düsseldorfer, ertrank. D^ Leiche wurde später geborgen. Der Brand des Karerseeho tels forderte, wie erst letzt bei den Abräumungsarbeiten entdeckt wurde, ein M en s ch e n - leben. Unter den Trümmern wurde die verkohlte Leiche eines Soldaten gefunden, der bei den Löscharbeiten verunglückte. Sein Verschwinden erklärte man bisher mit Fahnenflucht. Aus einzelnen Gebieten Vorarlbergs treffen Nachrichten über Unwetterschäden und Hochwassergefahr ein. Infolge der andauernden Regengüsse sind überall die Flüsse und Bäche iml Steigen; teilweise sind bereits Straßen und Felder überflutet. Der angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. Auf dem Ostende des Bahnhofs Langwedel fuhr nach amtlicher Mitteilung gestern 3 Uhr 13 vormittags der Arbeiter- zug Nr. 381 dem Güterzug 7646, welcher nicht zum Halten gebracht werden konnte, in die Flanke. Personen wurden nicht verletzt. Beide Gleise der Strecke Langwedel-Uelzen sind gesperrt. Der Personenverkehr für Schnellzüge wird umgeleitet, für Personenzüge wird er durch Umsteigen aufrecht erhalten., Die Störung wird im Laufe des heutigen Tages gehoben werden. Untersuchung ist eingeleitet. Einem Telegramm aus Simferopol zufolge überfielen drei bewaffnete Verbrecher in einem Eisenbahnzuge einen Angestellten der Petersburger Internationalen Bank und raubten 30 0 0 0 Rubel, die in einem Kissen eingenäht waren. Gestern wurden aus der Filiale der gleichen Bank in Sinelnikowo (Gouvernement Jekaterinoslaw) 64 000 Rubel geraubt. Mit einer Schußwunde im Kopfe wurde eine junge Dame aus Triest namens Bardos tot in ihrem Hotelzimmer zu Dresden aufgefunden. Ihr Bräutigam, ein Student der technischen Hochschule, wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, da er möglicherweise als Urheber des Dramas in Frage kommt. In Jglau in Mähren wurden beim Einsturz eines Neubaues eine Anzahl Arbeiter verschüttet. Zwei von ihnen wurden tot, zwei andere schwer verletzt geborgen. Man vermutet, daß noch sieben andere unter den Trümmern liegen. Heftige Wolkenb rüch e richteten im Koloczer Korn itat durch Ueberschwemmungen ungeheuren Schaden an. In dem Dorfe Bacz sind sechzig Häuser eingestürzt; es sollen viele Menschen umgekommen sein. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Die Generalversammlung der Freien Vereinigung der Deutschen medizinischenFach presse findet am 17. Sept. 1910 in Berlin statt. — Das Befinden von Joses Kainz soll nach einer Meldung aus Wien äußerst ungünstig sein. Die Aerzte planen eine abermalige Operation. — Irr Landsberg a. W. ist am 31. Aug. der Direktor der dortigen Landes-Irrenanstalt, Geh. SanitätsratDr.nred.Hermann G o tf im 63. Lebensjahre gestorben. — In Luxemburg wurde am 2. Sept, der Kongreß der Jnternationäleli G e nossenschaft für Literatur und Kunst eröffnet, der bis nächsten Montag währen wird. Vörserr-Wochenbericht. = Frankfurt a. M., 2. Sept. Mit der Ultimoregulierung, die bei reichlichem Geldangebot zu 4%—4 Prozent eine glatte^Erledigung gefunden hatte, ist wieder etwas zuversichtlichere Stimmung zum Durchbruch gekommen. Sie stützte sich darauf, daß die Besorgnisse, die man hinsichtlich der Entwicklung der G e l d v e r h ä l t n i s s e hegte, etwas zurückgedrängt wurden.^ Der Wettbewerb um die Gold- anfünfte in London hat vorerst an Schärfe verloren und die Annahme, daß die Bank von England ihren Diskont erhöhen werde, hat sich als verfrüht erwiesen. Der Londoner Privatdiskont bewegt sich zwar immer noch über der offiziellen Rate, indessen fühlt die englische Bank sich stark genug, um mit der Diskonterhöhung zu warten. Daß die Reichsbank nach den Erklärungen in der letzten Zentralausschußsitzung ebenfalls noch keine Veranlassung sieht, ihren Diskont zu erhöhen, trug dazu bei, die Tendenz zu befestigen. Guten Eindruck machte, daß die New- Porker Börse trotz der unerhörten Vorgänge am Baumwollen arkte eine leidlich gute Haltung zeigte. Bestimmend dafür war, daß die industriellen Nachrichten in Amerika wieder etwas zuversichtlicher lauteten. Die Fabriken aller Branchen berichten über ein Anwachsen der Aufträge, auch am amerikanischen Eisen- marft ist die Stimmung besser geworden. Menn dennoch die Spekulation in Wallstreet Zurückhaltung zeigt, so ist dies auf die ungeklärten politischen Verhältnisse und die Besorgnisse wegen der Tarifresorm zurückzuführen. Die Zuversicht der heimischen Märkte^ hatte eine wesentliche Stütze in den Meldungen aus dem Wirtschaftsleben, vor allem aus der Eisenindustrie. Nicht nur in Amerika, England und Belgien wird eine Besserung am Eisenmarkt konstatiert, die in Preiserhöhungen zum Ausdruck gelangt, auch an den heimischen Märkten hat das Geschäft sich belebt. Die Ausgestaltung des Rvheisen-Syrrdikats hat weitere Fortschritte gemacht und auch die noch außerhalb stehenden Gruppen werden schließlich zu einer Verständigung mit dem Syndikat kommen. Auch in anderen Industriezweigen, mit Ausnahme der Zemen.tindustrie, regt sich die Unternehmungslust und nimmt die Beschäftigung zu. Die zuversichtliche Stimmung wurde nod) genährt durch Gerüchte über bevorstehende große Transaktionen in der Elektrizitäts-Industrie. Nachdem die Lahmeyer- werke an die Gruppe der A.-E.-G. Anschluß gefunden haben, wird nun auch das letzte große alleinstehende Werk, die Berg- mann-Elektrizitätsgesellschaft, Anlehnung suchen, wie angenommen wird, an die Siemens-Gruppe. Kommt die Vereinigung zustande, dann stehen nur noch zwei große Elektrizitätsgruppen in Deutschland einander gegenüber. Die Börse verspricht sich davon einen neuen Aufschwung und begünstigt demgemäß elektrische Werte. Neben diesen galt die Gunst der Spekulation Montan- papieren, von denen Phönix im Hinblick auf die zu erwartenden sehr günstigen Abschlußziffern und Gelsenkirchener auf die bevorstehende Inbetriebnahme der neuen Werke in Lothringen- Luxemburg erhöhtem Interesse begegneten. Westeregeln Alkali gewannen 7 Prozent auf den guten Absatz der Kaliindustrie und Gerüchte über neue Verschmelzungen. Von anderen Industrie- papieren gewannen Verzinkerei Hilgers 4V2 Prozent, Kleyer 9 Prozent, während Höchster Farbwerke auf Gewinnrealisationen! 8 Prozent verloren. Lebhaftere Kauflust zeigte sich nach längerer Stagnation auch für B a n k a k t i e n und Schiffahrtswerte, während die Umsätze auf den übrigen Gebieten in engen Grenzen blieben. Privatdiskonto 39/16 Prozent. Deckauf der Witterung seit gestern früh: Die nordwestliche Zyklone ist ostwärts nach Norwegen gezogen. Aus ihrer Vorderseite war die vergangene Nacht anfangs klar, so daß infolge Ausstrahlung die Temperatur stärker sank. Beim weiteren Vordringen der Nordzyklone trat dann Trübung, Nebel und Regen ein. Es ist Fortdauer zu erwarten. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 4. Sept. 1910: Wolkig und vielfach Regen, anhaltend sehr kühl. Griginar-Drahtincldnngen. Mannheim, 3. Sept. Das Luftschiff Z. 6, das heute vormittag 9 Uhr in Baden-Baden aufstieg, ist um 10.45 Uhr hier glatt gelandet. Kiel, 3. Sept. Die Hochseeflotte, die gestern zur Einnahme von Materialien hier einlief, wird heute nachmittag zur Fortsetzung der Herbstübungen nach dem Katie- gat in See gehen. HÜBEST LE Giessen, den 2. September 1910. (O7245 M A Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Bocher. Danksagung, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Herrn Christian Best sprechen den tiefgefühltesten Dank aus Aislasmg non SWnrschmbiMi. Bei der für das Rechnungsjahr 1910 vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der evang. Kirchengemeinde Gießen wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen: 1. Von den 3 früheren Anlehen: Don Lit. A = 50 Mark Nr. 67 B = 100 „ , 13, 42, 174, 213, 250 * 0 — 300 a u 30, 34, 85, 87 " ' D = 500 „ „ 22, 96, 121, 205, 233, 286 " " E = 1000 , „ 31, 66, 145. 2. Von den späteren Anlehen: von Lit. A = 100 Mark Nr. 61 , , B = 300 „ „ 14, 28. Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Oktober 1910 zum Nennwerte gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und zugehörigen Zinsscheinanweifungen bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen. Vom 1. Oktober d. I. in hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, den 2. September 1910. Der evangel. Gesamtkirchenvorstand: B’/,] D- Schlosser. 3n verkaufen Mitt Ztr. 20 Pfg., verkauft w2O5j Viehhändler Baer. 07217] Wegzugsbalb. billig zu üer> kaufen: Bronzelüster für Gas ob. Petrol, mit 6 Kerzenarmen, Bade- einrühtung f.Kohlenfeuer., Polstersessel. Wilbclmstraßc 111. 072281 Gasherd u. Lampe wegzugshalber zu verkaufen. Hillebrandstrasrc 21. 4684] Damcnschrcibtisch (Nußbö und Hängelampe (Spiritusglüh- licht] zu verkaufen. Ost-Anlage 30 p. la. Backsteine billigst zu verkattsen. (4498 Georg Schäfer, Licher Straße 9. Heaste Samstag Frankfurter Schublager Giessen Mäusburg 12 - Süßäpfel und Bohnen hat abzugeben (4687 Wilh. Lange, Neustadt 47. ZiilÄSi Tische, Stuhle Küchenschränke Kleiderschränke Waschschränke Kommoden, Sofas Betten und getragene Kleider bei 1136 Ms Rolbeoberger Neoenwec 22. 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Dienstag, 13. Sept. Abends im Kurhaussaale „Alte deutsche Lieder und Balladen" zur Laute gesungen von Robert Kothe. Freitag, 16. Sept. Abends 8V< Uhr im neuen Konzert- Haus 11. Künstlerkonzert der Kurkapelle unter Mitwirkung des Tenoristen Tamini. Samstag, 17. Sept. Bei günstiger Witterung Feuerwerk vor der Terrasse. [D3/9 lloe ieuDß Francaise (diplömöe) donnerait lecons de francais (grammaiie et conver- satton) (07204 s adresser Frankfurt. Strasse 251.1 Trockenes, kurzgeschnittenes Abfallhol; «Schwarten» zum Seueranmachcn .eiert für Mk. 1.15 pro Benin. fveicmB Haus (2266 B. Nuhn, Lollar. T&glich dreimal Konzert, morgens am Kurbrunnen, nachmittags und abends auf der Terrasse. Sonntag. Nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkavellc. Aberas 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Gastspiel C^lra Galley vom TheLtre des Cavucines, Paris. Dazu: Zum Einstdler. Montag. Daß Nachmtttagskonzert der Kurkapelle des Kgl. Prof. Hans Winderstein. Abends un Kurhaussaale Theater: 2. 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