?=?& LM adr £ bladtth^ fit®*- •^engun.« S;V*la4 Ir T?IL'n^ ?L"L -° Uhr: .Tai jg um 7 Uhr. btrohniarkt 5* -uan notierte- !> 6.60-7.00 £ UürlOQ Kilo. in? " im Lukaßsaale: Asheim er. Mion Eieben. Wetter j Sonnenschein Schneejall = + 1,3‘C. = - 4,7 ‘C. •ickte Bank für Handel . Bank imandit 138.50 256.50 153.50 M.üö 16430 21L30 tn-Induslrie Hl$J elsgffi. ।. • lb3-°° tank t. i L15 Uhr. leyer. . . 1O7H ekert. 138.25 •gwerk . . 209.00 Bergwerk . -1825 ik. Paket!. 133.3Q eerk.-.-.M . . . 198.75 . . 101.50 ‘*7:1« Smw» rerk ■>-./ B. 219.60 199.4) 23.50 101.40 182.6*) [abrikant- .met Joc?.bi' J, W°cS&We,5 Be^se DieSu®^ ^ÄTable«6^ DLtz Nr. 20Erstes Blatt 1«O. Jahrgang Dienstag 2S. Januar1»IQ Der SiehenerMNZel-«V^ Ä monatlich 75 Pf^viertel- -rscheinl taaffch, aube^ ZggSgF W A jährlich Mk. 2.20-, durch AMAHAM Mg MMMLnklikz ^lIlwlQvl WW ,v, ~ ö äsk MW General-Anzeiger für Oberheßen MW für ine TageSnummer Hototioits»ni(t un» Verlag der vrllhNtchen Univ.-Vuch- and Stemdruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei- Schulstrahe T. nzeigentell: H. Beck. bis vormittags 9 Uhr. _____ Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. (Eine neue Gebietserweiterung (Englands.! Nachdem England zu Beginn des vorigen Jahres.seinen hinter- ftidischen Besitz dadurch erweitert hatte, daß es mit dem König von Siam einen Vertrag abschloß, demzufolge ihm die Oberherrschaft über die drei Malaienstaaten Kclantan, Trengganu und Kedah übertragen wurde, die so lange Siam tributär waren, hat es jetzt seine Land auf einen Teil der sogenannten föderierten Malaienstaaten, nämlich auf Perak, Selangor, Negri Sombilan, Pahang und Perlis, gelegt, die zwar bisher schon unter britischer Oberhoheit standen, sich aber dennoch unter eigenen Sultanen einer gewissen Selbständigkeit erfreuten. Es soll nämlich zunächst für diese Staaten — andere sollen noch folgen — ein „Federal Council", eine gemeinsame beratende Körperschaft, eingerichtet werden, in der neben den Sultanen die leckenden englischen Beamten und von der englischen Regierung ernannte Vertreter der Kaufleute, Pflanzer usw. Sitz und Stimme haben, so bafe, da an der Gefügigkeit dieses Organs der englischen Regierung in Singapur gegenüber nicht zu zweifeln ist, auch diese Staaten in kurzem von England völlig aufgesogen sein werden. Seitdem England im Jahre 1821 Assam erobert, 1824 die Eroberung Birmas begann und im nämlichen Jahre sich MalaKa von den Portugiesen abtreten liest, hat es nicht geruht und gerastet, bis es das ganze östliche Hinterindien in seinem Besitz mußte, und es läßt sich nicht annehmen, daß es bei seinem Expansionsdrange jetzt stehen bleiben wird. Neben den übrigen Malaienstaaten wird nur zu bald Siam, das jetzt noch selbständiges Königreich ist, der englischen Politik zum Opfer fallen, und es ist gar nicht ausgeschlossen, daß sich dann ernstliche Difse- renzen nicht nur mit dem benachbarten Frankreich als Besitzer von Kambodscha, Anam und Tonking ergeben, sondern auch mit Holland, das neben der durch die Straße von Malakka von dem englischen Besitz getrennten Insel Sumatra noch den südlichsten Zipfel der Halbinsel Malakka selbst besitzt, also ein Gebiet, auf da> England schon wegen seines dort gelegenen Emporiums Singapur den grüßten Wert legen muß. So tauchen auch hier, an den Küsten des südchinesischen Meeres, internationale Fragen zwischen europäischen Mächten auf, die über kurz oder lang zur Entscheidung drängen werden, es sei denn, daß ein siegreicher Vorstoß Japans, das ja schon ein Auge auf die Hinterindien vorgelagerten Philippinen geworfen hat, dem europäischen Wettbewerb in diesen Gebieten überhaupt ein Ende macht. Was nun die jetzige neue Gebietserweiterung Englands ftn besonderen anbetrifft, so nennt die koloniale englische^Presse die Gründung des Federal Council für die malaischen Staaten mit Recht einen Schritt in der Richtung, das malaische Gebiet mit dem britischen zu verschmelzen. Es wird dabei besonderer Wert darauf gelegt, daß dann das ganze britische Hinterindien von der Südgreuze Siams bis nach Singapur nur ein Budget haben und diese Zusammenfassung der Kräfte auch in militärischer Hinsicht von ganz hervorragender Bedeutung sein werde. Regierungszentrale würde Singapur werden, dessen strategischer Wert dadurch so ungemein gesteigert würde, daß mit seinem Besitz die Vorherrschaft Großbritanniens auf der malaischen Halbinsel stehe oder falle. Das ist alles durchaus richtig, nur liegt wohl der Hauptgrund für England, sich die föderierten Malaienstaaten anzuschliesten, darin, daß diese jetzt, wo die hinterindischen Kolonien Englands sich wegen des Einnahmeausfalls aus dem von China in letzter Zeft aufs energischste bekämpften Opiunl nicht mehr rentieren, zu deren Lasten herangezogen werden sollen, vielleicht auch, worauf die obigen Aeußerungen der britischen Kolonialpresse bInhalten, zu einer Befestigung Singapurs und einer weiteren kriegsgemästen Ausgestaltung seiner Hafenanlagen, so daß Holland, wenn sich diese Pläne verwirklichen, alle Ursache hat, in ihnen eine Bedrohung Sumatras zu sehen. Aber augenfckseinlich geht der englifcbe Expansionsdrang noch weiter. Wie zuverlässig gemeldet wird, ist in dem noch selbständigen Sultanat Johore, in dessen Kautschukbau in letzter Zeit ungemein viel englisches Kapital investiert wurde, der bisherige ftn-anzielle Ratgeber des Sultans, ein alter Rechtsanwalt in Singapur, durch einen sehr tüchtigen britischen Residenten ersetzt worden, den der Sultan von Johore zu bezahlen hat. Das aber widerspricht dem letzten Vertrage zwischen Großbritannien und Johore, der England nur einen Konsul, aber keinen Residenten in Johore zugesteht. Es besteht also der sehr berechtigte Verdacht, daß auch die Selbständigkeit des Sultanats Johore in kurzer Zeit ihr Ende erreichen wird, indem England dieses gleichfalls seinem indischen Kolonialbesitz angliedert (wie, nebenbei bemerkt, auch die Insel Labuan, die jetzt zu einem besonderen Settlement der Kronkolonie gemacht wurde). Tüchtige Leute, diese Engländer, die es verstehen, auch hier so zu arbeiten, daß alles friedlich zugeht und in Europa kein Hahn danach kräht, wann das britische Weltreich sich ständig vergrößert und die übrigen Nationen das Nachsehen Robert politische Lagesschari. Die hessische Regierung und die Frankfurter Universität. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sollte die geplante Universität Frankfurt Tatsache werden, so bedeutete das, darüber kann niemand im Zweifel sein, eine schwere Schädigung für Stadt und Universität Gießen und int weiteren Sinne für das ganze Land. Unbegreiflicher Weife scheint sich die hessische Regierung dieser Einsicht zu verschließen. Sie hat verfugt, daß jetzt schon für manche Fächer die Studiensemester auf der Frankfurter Akademie denen auf deutschen Universitäten gleich erachtet und beim Staatsexamen in Anschlag gebracht werden sollen. Die betreffende Verfügung ist kürzlich allen höheren Lehranstalten zugegangen. Vielleicht werden sich also schon zu Ostern die hessischen Abiturienten zahlreich nach Frankfurt wenden. Wenn die Regierung des durch die geplante Neugründung am meisten bedrohten Staates ein solches Entgegenkommen zeigt, dann ist es freilich kein Wunder,^wenn den Frankfurter Entrepreneuren trotz abwehrender Stimme im eigenen Lande der Kamm" schwillt!_______________________ Aus Hessen. Vom Hessischen Landes-Lehrcrverein wird uns geschrieben: Die am letzten Samstag in Frankfurt abgehaltene Obmünnerversammlung nahm einstimmig folgenden Beschluß an: „Die Obmännerversammlung spricht dem Vorstande für sein zielvewugl.es Vorgeyen in der Gehaltsangelegeit- heit ihre ungeteilte Anerkennung aus. zurzeit Die in der Thronrede vom Dezember 1908 in Aus)icht gestellte Gehaltsregelung für Beamte und Lehrer nicht durcy- geführt werden kann und für das Jahr 1910 der Aus- locq der Teuerungszulage beschritten werden soll, hat der Hessische Landes-Lehrerverein zur hohen Staatsregie- runa und den beiden hohen Ständekammern das feste Vertrauen, daß die Lehrer und Lehrerinnen an Volksschulen bei Zumessung dieser Teuerungszulage in gleicher Weise wie die Staatsbeamten bedacht werden." Deutsches Reich. Danrit, daß Frhr. v. Schoen, wie verlautet, das Amt eines Staatssekretärs mit demjenigen eines Botschafters in Paris vertauschen will, ist der,Konservative Reichsbote gar nicht einverstanden. Er veröffentlicht eine Zuschrift von .Diplomatischer Seite", in der es heißt: Schlimm nur, daß Herr v. Schoen, statt der ver- dienten Ruhe zu pflegen, künftig wieder Botschafter, in Paris zu werden wünscht. Es ist aber nicht zulässig, daß jetzt Paris, wie in der Bismarckschen Zeit, mit Unzulänglichkeiten besetzt wird. Als der Altreichskanzler regierte, kam es auf den Vollstrecker seines Willens au der Seine nicht an, der bloß die Aufrechterhaltung der diplomatischen Formen zu besorgen hatte. Frankreich! war vereinzelt und kolonialpolitisch mit unserer Zustimmung beschäftigt. Jetzt ist es die Führerin einer deutschfeindlichen Verbindung verschiedener Großmächte und stört unsere wirtschaftlichen Interessen. Es bedarf also in Paris selbst einer starken Hand, nicht eines kleinen Lichtes in der großen Laterne, wie Holstein spöttisch den seligen Munster nannte, der in London und Paris bloß als Grandseigneur auftrat und durch erfreuliche Grobheit den Verstand ersetzte. Jetzt fehlt uns beides. Der Gesamtausschuß des Handelsvertragsvereins wird, wie man uns schreibt, am Sonntag den 30. Januar, vormittags 11 Uhr, in Frankfurt a. M. (Saal der Handelskammer) zu einer Sitzung zusammen- lreten. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: 1. Internationale Vereinheitlichung des Textes der Hanoelsverrrüge. 2. Erleichterung auf dem Gebiete des internationalen Post- verkehrs. 3. Eingreifen der Konsulatsbehörden bei Prozessen im Auslande. 4. Vorbereitung des deutsch-schwedischen Handelsvertrages. 5. Die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen. 6. Der neue Handelsvertrag mit Portugal. Am Vorabend, dem 29. Inn., wird eine öffentliche Versammlung der Frankfurter Ortsgruppe im Saale der „Frankfurt-Loge", Eschersheimer Landstr. 27, abends 8# Uhr, abgehalten, in der Bergrat Goth ein über die schwebenden handelspolitischen Fragen sprechen wird. Aus Berlin berichtet man: "Nachdem der wirtschaftliche Ausschuß von den zwischen Berlin und Washington in der Handelsfrage geführten Verhandlungen Kenntnis genommen, und dabei die Vollständigkeit des darüber vorgelegten Materials anerkannt hat, sp.ach er seine völlige uneingeschränkte Billigung des Vorgehens der verbündeten Regierungen wegen der weiteren Behandlung der Angelegenyeit aus. Dem Ausschuß wurden meh- kleines Feuilleton. — Im König!. Schauspielhause in Berlin gastierte am Sonntag — wie schon vor einiger Zeit das inzwischen engagierte Frl. Heisler — Frl. Gusti Ney vom Stadttheater in ^vießen als Susanne in Paillerons „Welt, in der man sich langweilt". Die junge Darstellerin schien die Empfindung zu haben, daß das Publikum mit ihrer Leistung nicht recht mitging, und dadurch etwas unsicher zu werden. Dabei gewann man aber doch den Eindruck, als ob sie die Fähigkeit hätte, sich selbst einem ihr so sremden Rahmen unauffällig einzufügen. Ihr Spiel zeigte im ganzen eine gewisse Stetigkeit und klares Verständnis, aber freilich auch, wie das bei ihrer Jugend kaum anders zu erwarten ist, einen Mangel an künstlerischer Kultur und Technik. Doch das, was ihr fehlt, ist erlernbar, — was aber nicht erlernbar ist, sondern angeboren sein muß, das Talent, ist unverkennbar vorhanden. Die schlecht verhaltene Liebes- leidenschast und die grenzenlose Eifersucht der Susanne brachte Frl. Ney trefflich zum Ausdruck. Ihr Haß war ein Geständnis ihrer Liebe, aber wenn sie von Der Liebe sprach, glaubte man ihr nicht. Wenn man am König!. Schaüspiel- hause Lust und Geduld zu erzieherischer Tätigkeit hat, sollte man die junge Dame festhalten. Es wäre schade, wenn diese Begabung in der Unrast der Provinzschauspielerei auf die Bahn der Konvention gedrängt würde. — Berliner Bühnenelend. In einem Bericht über die letzten Berliner Theaterereignisse, den Julins Elias im zweiten Januarheft der illustrierten Halbmonats- fd)rift „Nord und Süd" veröffentlicht, charakterisiert der Verfasser die schwankende Situation des heutigen Berliner Bühnenbetriebs mit folgenden Worten: Den Stern von Bethlehem suchen am grauen Winterhimmel die ungläubigen Berliner Theaterdirektoren mit ebenso heißen Blicken wie die gläubigen Kinder. Er bringt ihnen eine Art Entscheidungsstunde. Wird er ihnen ein Unstern oder ein Glückstern jein? Wird der notleidende Kunstagrarier, saniert, sich's aus trächtiger Schocke bequem machen können? Oder wird er weiter tappen müssen durch das Dunkel der Mißerfolge und durch das Gestrüpp entmutigender Kassenrapporte? Wir haben zu viele Bühnen, und dazu Betriebe, die von unberufenen und unbefähigten Köpfen aus dem Boden gestampft wurden, dank dem zeckweingen Theaterdelirium begüterter Herrenlente. Ein gesunoer Krach könnte nicht schaden: er würde die Luft reinigen. Er muß kommen, und er wird kommen. Bon diesen faulen Stämmen wird das ganze Erdreich unseres Theaterlebens angegeckt: der forcierte Wettbewerb versprengt die schauspielerischen Kräfte, verführt tiuxftlerifcije '.Uten|ü)en, Autoren wie Buynenieuer, zu den sonderbarsten Purzelbäumen, macht das Publikum nervös und sensationslüstern und alte ehrliche Kritiker zu Kapuzinern. — Bana Dietrich, Siegfried Wagners neu st cs Werk, erlebte, wie man uns untenn 23. au-5 K'arlsr u hv Ichreibt, am hiesigen Ho ft Heater eine ausgezeichnet eingeridsteto Ausführung, die einen starken äußeren Erfolg hatte. Ter märä^en- haste Swft behandelt die Schicksale Dietrichs von Bern in der böhmischen Vervallhornung, ohne sich zu einer bedeutenderen Höhe zu erheben. Die Musik zeigt stellenweise sein schöne Motive, zeigt aber häufig eine allzu avsichtliä-e Volkstümlichkeit und auch nicht selten Anklänge an Richard Wagner, Humperdinck, Richard Strauß und C. M. v. Weber. n. D ie zweite Herrensitzung des Mainzer Karnevalvereins hatte sich ebenso wie die vorhergehende eines ungemein starken Zu>prud)s zu erfreuen. In der mit den hübschen Narrenmützen geschmückten 4iarrl)ackesenschar herrsdste beständig die ausgelassenste Stimmung, und es ist schwer, irgend einem oen Preis zuzuerkennen. Von den vielen guten Liedern und Vorträgen sei nur eines erroälynt, das sich auf den Besuch unseres Oberbürgermeisters bezieht. Es heißt darin: Tie Sitzung ist aus — der Präsident Ten Humpen zum Abschiedstrunk hob er Im halb noch erleud)teten närrischen Saal Hält tapfer noch aus unser Ober. Als einer der letzten verließ er den Saal, Wodurch er's nun sehr wieder einholt. Er wollt' zu der Halle nun nicht mehr hinaus. In die er zuerst nicht hinein wollt. Das brachte die gute Laune auf die Spitze und als gar Stadtverordneter Kaiser den Narrhackesen in einer humorvollen Rede mitteilte, daß es dem Oberbürgermeister nach einer vertraulichen Aeußerung in der Stadthacke fdjon weit besser gefalle, als im Stadthaus, da kannte der Jubel überhaupt keine Grenzen mehr. Unser „Ober" hat nämckch die früheren karnevalistisdMi Vev- anftalhingen streng gemieden. Auch der erste Maskenball des Karnevolvereins, der Die deutschen Märchen verherrlichte, war, wie immer, „ausverkaust" und wurde und) dem mehrjährigen Interregnum" endlich wieder durch das närrüdje Ministerium eröffnet. Ter dritte Tag brachte dann das 4. Tonkünstlerwnzert, an dem sich auch der Diainzcr ännergefangnerem und der Turnverein von 1817 hervorragend beteiligten. Von Freitag bis Sotin- tag — eigentlich schon Vcknckag — dazu gehört schon die Begeisterung eines ed>ten Narrhackesen, wenn man das aushällt. Awer fchee warS! — Wilhelm Raabe zu Hause. Im ersten Januarheft der illustrierten Halbmonatsschrift „Mrd und Süd" gibt Heinrich Spierv ein fesselndes Bild von der persönlid>en Ersd-einung des verehrten Braunschweiger Tidsters und seinem Seim: Ein breites und tiefes Zimmer mit altem, schlichtem Hausrat, Bücher über Bücher an den Wänden, darunter die seltenen ersten Trucke der „Chronik der Sperlingsgasse" und des „Hungerpastors", die leider noch ziemlick) häufigen des „Schüdderump". Aus den Fenstern! der Blick über einen weiten Platz, der an guten Nachmittagen' voll spielender Stinbcr ist: und dahinter die Wipfel hoher, alter Bäume, der Bäume vom Magnikirchhos, auf dem Lessings Sterbliches ruht. Am Fenster oder an dem großen runden Rütteltisch, auf dem so viele Bände getrieben wurden, ■ der Mann, dessen Bild dieses Heft eröffnet: Wilhelm Raabe. Immer noch ist die Gestalt ungebeugt, obwohl 78 Jahre über sie dahingegangen sind — und was für Jahre! Schon lange hatte Raabe die größtes und schönsten Romane geschrieben, die unsere neuere TwstunS hervorgebracht hat, den „Schüdderump" und den „Abu Self an", und immer noch war er dem Publikum nur der Dichter bed „Sperlingsgasse^ immer noch galt dieses hübsche, aber leidste Erzeugnis der Berliner Semester in der Spreegasse als Raabes eigenckicksts Hauptwerk. Erst als das Meisterbuch der „Aktc2i Deä Vogelsangs" erschienen war, ja, als Raabe mit ruhiger Energie einem Strich unter sein Schaffen gemacht und sich Den TüeiL „Schriftsteller a. D." gegeben hacke, erst da kam dem fast Siebzig- jährigen der weithin und weither hackende Ruhm. Weithin — überall in deutschen Häusern und deutsdj-en Herzen wohnt er nun; und weither —*denn von ackern Seiten flattern jetzt in das stille Aimmer der Leonhardstraße zu Braimschweig die Zeichen einer Liebe, die ihren Gegenstand nidjt mehr läßt. Das wies iidv laut am 70. Geburlstagssest: da ward Wilhelm Raabe feierlich ein- gehvlt ins Altstadtrathaus, den wundervollen Bau feinfter mittels alterlicher Stadtarchitektur, und tief bewegte Huldigung sprach zu dem ÄicistLr, der wie fein anderer Lebender ein praecephor. Gennaniae ist, ohne Lehrdünkel und Pedanterie, aber voll tief- glühender Leidenid-ast und jenes Humors, der in der Uebei> Windung der Welt zum Welthumvr wird. Und leise erweist diese Liebe sich immer wieder in guten Stunden und sucht den auf, der io Dielen Vieles gegeben hat. Er aber, Raabe, behält auch bann den stick versonnenen, aber immer ein wenig listigen Blick, wie ihn die Büste des Künstlers aufweist. Lange jdjmcigt er wohl und idjeint, ganz in sich versenkt, kaum zuznhören: „Verkniffeicheit vor lauter, lauter Seele" hat Pctcr Hille das genannt. Dann aber fällt ein Wort, ein Satz — und wir merken, wie feinhörig dieser wimdervocke Mensck) ist für alles, wie er menschliche r Größe und menschlicher Kleilcheit, Liebe und Haß und — Torheit ganz die Sinne offen gehalten hat, die Künstlersimie. In seinen Schriften |iel)t'5 oft genug zuerst kraus und seltsam aus, und am Ende offenbart sich doch die feine Künstler Hand, die mit bödjfter Einheitlichkeit und Klarheit burd) des Erneuens Dumpfheit und Wirrnis, durch.das „Verworrene Leben" uns zur Vollendung fuhrt. Und wie der Künscker, so auch -- wie bei jedem Großen — der Mensch: unpathetisch, jdjeinbar nüchtern und dann voll blitzenden Geistes, der kein Feuerwerk witziger Wortspiele bringt, sondern selbst in tiefer Ironie immer noch eine in Schmerzen und Kampf sestgehaltene Liebe zur Mensd^heck und, ohne Phrase und Pose, zu seinem deutsdien Volk. „Unsere tägliche Selbsttäuschung gib uns heute" — das ist ein Raabesdies Wort der Bitte an bie Gottheit über uns. v gang nach W intb die nto h artntebo.rtifchc Ernwandermtg m Makedonien. Unter lärmender Unterbrechung seitens der Bulgaren irarf der Liberale £u f ie die Frage dec- bulgarischen Exarchats auf und besprach die Zollverhältnisse mit Bulgarien. Der Großwesir trat den ovvo- fitiondlcn Rednern entgegen unb betonte die Verfassungsmäßig leit des Sturzes Hcknri Paschas. Sodann erfolgte die bereits gemeldete namentliche Abstimmung, deren Ergebnis einen großen Sieg der Jungtürken bedeutet. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcn Phil. Müller aitS Engelstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wahlen. — Erledigt sind! Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Obertshausen. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Stangenrod. MU der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. ** Stadttheater. Es sei ausdrücklich hingewiesen, daß Niemanns historisches Lustspiel »Wie die Alten sungen", das als Feltoorstellung zu Kaisers Geburtstag gegeben wird, im Abonnement keinesfalls wiederholt wird. Aus Stafct und Land. Gießen, 25. Januar 1910. * Tageskalcnder für Dienstag, 25. Jan. Stadt- theater. Volksvorstellnng: „Die Stützen der Gesellschaft". Anlang 8 Uhr. fctre fragen vongelegt, deren Erörterung dahin führte, daß ^sich im Sinne der bisher von den verbündeten Regierungen -eingehaltenen Richtlntien ein allgemeines Einverständnis ergab. In S t r a ß b u r g fand in Gegenwart des Statthalters, ibe£ gesamten Mini Zeriums, mehrerer Landesausschußabge- vrdneter und |bic -Mitglieder der tzundwerkskammer am Mondtag die feierliche Einweihung des neuen Dienstgeb äudes der Handwerkskammer für l§lsaß--Lothringen statt. Turnerinnen beteiligten sich an demselben und tarnen frohgemut im Jagdichlötzchen an. Die gleiche Anzahl, die es vorgezogen, mit der Bahri zu fahren, kamen nut dem Zug 3.13 Uhr nach. So füllte eine zahlreiche Gesellschaft das Sälchen des Jagdschlößchens bis oh$ ^n letzten Platz. Bei Etrva 60 Turner und Ausland. Aus dem Haag wird gemeldet: In hem Bericht des 'Ausschusses der Ersten Kammer über das Nordsee-Ab- -kommen heißt es: Man zweifelt daran, ob Holland Vorteil aus dem Abkommen ziehen könne, das seine Neutralität nicht garantiert. In einem Anhang zu dem Bericht drückt der Senator non Hecakeren, der frühere Gesandte von Stockholm, den Wunsch aus, es möge in einer Zusatzerklärung zu dem Nordsee-Abkommen eine Garantie dafür gegeben werden, daß Deutschland und England -im Falle eines Krieges die Neutralität Hollands respettieren würden. 'Der Zar hat dem Offizierkorps den Eintritt in den 'allrussischen Nationalklub, der sich im vergangenen Jahre hier mit einem umfangreichen politischen Programm konstituierte, nicht gestattet, well ■ der Klub, seinem Charakter und seiner Tätigkeit nach, sich von Politik nicht ifcrnhalten könne. Aus Salon i t meldet man: Bei dem Blockhaus Pa- 'grtorda beschossen sich am Sonntag türkische Grenzposten urnb bulgarische Grenzposten mehrere Stunden; auf türkischer Seite wurden zwei getötet unb drei verwundet. Zurzeit herrscht Ruhe. Für 1911 i[t eine landwirtschaftliche industrielle Ausstellung in Kiew geplant, wozu auch ausländische Erzeugnisse mit dem Anrecht auf Auszeichnung zugelassen sind, falls sie nicht mit den russischen Erzeng- nissen konkurrieren und eine Neuheit auf dem Gebiet der Industrie darstellen. dicht vortragen, eine Geschichte erzählen hörten, sondern wie sie die erzählten Geschehnisse selbst miterlebten. — Den Veranstaltern des Konzertes und den Mitwirkenden gebührt der aufrichtigste Dank für ihre selbstlose Tätigkeit; und memt alle Glieder des Mitteldeutschen Sänger- vervandes jo wie die beiden mitwirkendeit Vereine sich in den Dienst der BolksbllDung ftcilen, darf der Bund der Sympathie aller wahren Lolksfreunde sicher fein. — Der Maskenball he.- 51 aufmännischen Vereins am Samstag aoerrd in Steins Saalbau war für Bereinsmitglieder uim Gäste eine hübsche Ueberra,chung. Ein richtiger Faschingszauber entfaltete sich, wie man ihn in den Karnevalstädten am Rhein nicht besser haben kann. Im Saale entwickelte sich, gedeckt durch dos MaStengehecM- nis, ein Flirt, der auch den Besucher anftccftc und in den bunten Trubel des Abends hineinzog. Die Zuschauer fanden iljrc Rechnung an den betden Gruppen, die dem Arrangeur, Untverslläts--Tanzlehrer Will, alle Ehre machten. Besonders war die Doppelquadrllle mit ihren graziösen Pas, die von 8 Pirouettenpaaren getanzt tourbc, sehr elegant und wirkungsvoll. Aber auch das Zigeunerlager, für das leider der nötige Platz nicht vorhanden war, verdiente trotzdem die ihm allseitig gezollte Anerlennuitg. ■'1: Äl'a r celSalzer, bei: beliebte und irahiiitiüge VvrNags- Eünftlcr, IjatLc gestern abenb eine erlesene Zuhörerschaft uni sich veriammctl, die seinen witzigen, fein youttierten Vorträgen nut dankbarer Ausinerkiamkeit mw LaäMst lolgte. '.Viarccl Salzer, dem der Großherzog kürzlich das leer-' Knopfloch gelullt hat, ist hier io gut detanm, bau. nuni eigen Lite) nichts neues über ihn lagen kann, obwohl er immer neu ist. Sein sonitiges Schclmen- gc|ia)t mit ben jsntzbübiich läajetnben Muwdwinieut genügen schon, mit alle Herzen vergnügt intb beiter zu stimmen: jie genügen, um die Pointe 5iS zum letzten Rest zu er,Q.st'pfen. Mit innerem lieben Wilhelm Busch leitete er feinen Vortrag ein und brachte dann zuerst ein vaar ernitc Dichtungen von Decken von Lilien er an, dessen prächtige KtiegSiwoelle „Der Narr" er zu farbiger Leben-- c-igliit unb anschaulicher Plastik zu bilden vermochte. In bunter Reihe ivcdifetten bann Rosegger, Ludwig Thoma, von dem er aus-er lolckichen Lausbuben gc,chichten ein ergöchiches Münchener Idyll Lorirug, das in seiner urwüchsigen ^eoeus.vahrheit ein aui-ewrdentliches Vergnügen hervorrief. Busch, Otto Ernst, Fontane halten in Salärs Vvrirag denieiven starken Erfolg' Den Schlich bildete ein Aufsatz Karlchen Miesuicks über Goethe, Cent als Zugabe die Rap'iiade uon Schlicht folgte. Tast Salzer stürmisch bciubelt wurde, erübrigt sich zu sagen. Der Män ner-Turnverein unternahm am Sonntag bet schönstem trockenen Wmlenvetler einen Turn- Line Programmerklärung des Kabinetts Khuen-Yedervmq. O s enpest, 24. Jan. Im Abgeordnetenhaus wurde ■unter großer Spannung ein königliches Hand schrei- Ii e n verlesen, in dem die Entheb n n g des Kabinetts Meter le und die Ernennung des Kabinetts Khuen- i.Hedervary mitgeteilt wird, hierüber erhob sich eine langwierige, sehr bewegte Aussprache, in deren Verlauf der Präsident ertlärte, diese Konstatierung präjudiziere nicht das Recht des Abgeordnetenhauses, die Ernennung des Ka-, dinetts und das Programm der Regierung zur Diskussion izu ziehen. Erst gegen li/2 Uhr erhob sich Graf Khuen- Äedervary und verlas eine Erklärung der -Regierung, in der es heißt, der Zweck der Kabmetts- dildung fei, die lange sich hinschleppende Krise durch streng gesetzliche verfassungsmäßige Mittel zu lösen, sowie das Verhältnis zwischen der Krone und der Nation vor Schaden Hu bewahren. Das zßabinett zähle hierbei auf die Unter» -stützung des Abgeordnetenhauses; sollte dies unmöglich sein, ho 'beabsichtige das Kabinett, die Neuwahlen anzrwrdnen. 'Was die wirtschaftliche Unabhängigleit betreffe, so fei dieses "Recht Ungarns von einem kompetenten Faktor in Zweifel »gezogen worden. In der Bants rage feien entgegengesetzte Anschau- suugen aufgetaucht. Die Regierung io erbe seinerzeit einen sLorschlag unterbreiten, bet den Interessen des Landes entsprechen werde. Zur Frage des Wahlrechts erklärte er, daß die Einführung der Pluralwahl von ihm fallen gelassen sei, et stehe auf deut Boden des allgemeinen Wahl rechts, et w^rde jedoch den geschichtlichen Charakter des Staates wahren. Der Ministerpräsident legte darauf das Budgetprovisorium und den Handelsvertrag mit Rumänien vor und erklärte, deren Annahme sei unabhängig von der .Vertrauensfrage. Die Annahme werde ein Probestein bilden .dafür, ob ein Zuscnmnenwtrken mit dem Hause möglich ist. Die Rede des Ministerpräsidenten wurde verhallnis- ,mäßig ruhig angehürk und nur zuweilen von erregten fZwischenrufen und durch Zeichen des Widerspruchs, namenck- lich seitens der Jufthgruppo, unterbrochen. Gras Khuen-Hedervarii hielt auch im Magnatenbause leine Programmrebe Mehrere oppositionelle Redner erklärten fiel) gegen dieses Programm. Graf Stefan Tissa Ihingegen trat in wärmster Weise für den Miniiiorprä।ibeitten ■ein, bet sich große Verdienste nm das Batetlano erworben jhabe. Tissa sprach sich nur gegen die Wahlteform aus, die weder der Nation noch der Tvuaftie Vorteile bringen könne und wies daraus hin, daß feilte trüben Prophezeiungen über eilten Zwiespalt zwischen der Nation uno der Krone sich bemal,rljcitet hätten. Tissa wurde nach der Rede vielfach beglückwünscht. Volks konzer t. Es ist ost recht schwer, einem Ding den richtigen Namen zu geben: das haben sicher auch die Veranstaller des Vollskonzertes am vergangenen Sonntag gefunden. In der ersten Ankündigung las ich „Volksunterhaltungsabend"; dieser Titel wurde in „Volks- konzevt" um gewandelt. Aber auch dieser Name scheint mir nicht ganz der richtige zu sein, da eine solche Veranstaltung für das „Volk" bei vielen den Beigeschmack erweckt, „na ja, da wird auch etwas gemacht"". Aber am Sonntag wurde nicht auch etwas in Gesang usw. gemacht: nein, was geboten wurde, war ein richtiges Konzert mit meisterhaften Rezitationen; eine Veranstaltung, die auch Verwöhnte mit hohen Anforderungen befriedigen konnte; und es hätten demzufolge ganz andere Preise auf dem Programm stehen dürfen, wenn die Veranstaltet nicht gerade auch den weniger Bemittelten hätten Gelegenheit geben wollen, sich für geringes Entgelt einen wirklichen Kunstgenuß zu verschaffen. — Soll ich nun etwas als besonders gelungen heraus greifen? Das wäre Unrecht an dem übrigen, was geboten wurde. Gehen iöir also einfach der Reihenfolge nach. Was durch zielbewußte Leitung e.nes Mäunerchors geleistet werden kann, das zeigte die etwa 100 Mann starke Sängerschar in ausgezeichneier Weise. Lehrer L. Becker hatte nur Volksweisen gewählt. Jeder Dirigent weiß nun, daß der Vortrag eines Volksliedes zu den schwierigsten Aufgaben eines Mannerchores gehört. Nun, wir können mit yiüctfid)t auf diesen Umstand Herrn Becker zu seinem Erfolge gratinieren. Wie folgten die Sänget jedem Wink ihres Dirigenten; wie hing ihr Blick an jeder seiner Bewegungen. Darum waten die Ehöte auch wunderbar ausgeglickien, keine Stimme trat in aufdringlicher Weise hervor. Von ergreifender Wirkung waten „Des Kindes Sehnen", „Im schönsten Wiesen gründe"" und „Grüße an die Heimat". — Ftan Landgerichtsrat Schudt habe ich am Sonntag zum etstenmale gehört; da ich aber schon oft von ihr gehört hatte, spannte ich meine Erwartungen recht hoch. "Diese aber wurden weit übertroffen. Ich habe schon manche Berufs- (ängetin gehört; aber ich muß gestehen, selten wurde ich ui meinem Innern so gepackt, wie durch die goldklaren Töne, durch die Frau Schudt zu aller Herzen sprach. Besonders das „Wiegenlied"", „Die Frühlingssahrt"" und „Im Lenz"" rissen die Hörer zu lebhaftem Beifall hin. In bester Weise unterstützt würde Frau Schudt durch Fräulein Elisabeth Felchner, die die Begleitung der Liede'.' in feinsinniger Weise durcbführte. — Als Meisterin in der Rezitation führte sich Fräulein Meline Müller aus tigen ■trit pisgen )(Grün Wdüorstan! |::n Ausschuj Izttoffen, da Lälerjühnm Eite und doi Eehrlosten i Orderte. Di iMtigte i, hroiett sah 1 iber will ma :Mvorstam Äießung bt ut Gründerc losten von 1 Mstizen Fi 0 2au ron bet Teä enlasjunz b> Has ben zi 12, Dezemvl lckrchenba bilder unierj viel auf ÖQy | nahmt int h ä^inöach, bet" | -Mn AuZbi I r.iporcn, bet I ::n fOialeieict sv-gesührt u: bch Beispieii tag, von Fri Ibbilbung gi AuZsühiu ---Butz Va bie Ae Linien bis ji '•■iller Karl . !?cgb. L. «ab p-obetbahn steche Rodler IB Rodlcrkiu pfierung bet'. Hkit Dorgcbi . Frie P^flaiigencn Teil schon Frie Sluii ließen. führte sich Fräulein Wetzlar ein. Sie wußte durch ihren prach- Vortrag die Gemüter so zu fesseln, daß man cs Iden Zuhörern ansah, wie sie nicht ein Ge- Vortrag und Tanz wurde sich vorzüglich unterhalten, bis der 10-Uhrzug alle wieder zurückbrachte. ** Im Kolosseum beschließt diese Woche Valle's „Frank-- furteT Intimes Tlseater"" sein^crfolgreiches Gastspiel. Für die letzte Woche wurde folgender Spielvlan festgcstellt. Donnerstag (Kaisorsgeburtstag) findet im oberen Saale des Restaurant M e t r 0 p 0 l ein einziger musikalischer „Kabarct-Abend"" im Stile ! Wolzogen statt. Heute und morgen sind Vorstellungen im Kolosseum mit neuen Stücken, ebenso am Freitag und Samstag. Dagegen wird am Sonntag ausnahmsweise im Saale des Hotel Einhorn eine Sonder-Vorstellung mit reichhaltigem Programm gegeben werden. Tie Abschieds-Borstellung ift unwiderruflich am 31. b. Mts. tm Kolosseum. * Kaiser-Panorama. Der Rhein, ber Strom der deutschen Sage und des deutschen Liedes, zieht alljährlich tausende ! von Menschen an seine von Bergen und Burgen gekrönten Ufer. Aber Tausende haben gewiß noch nicht Gelegenheit gehabt, ibu zu sehen und es dürfte wobl nur wenige geben, die sich nicht schon eine Rheinreise gewünscht hätten. Das Kaiserpanorama bringt diese Woche eine tellweiie Erfüllung dieses Wunsches. In prachtvollen Bildern zeigen sich Ansichten der schönsten Partien an den Ufern des Rheins, von Mainz bis Köln, eine umucker- brochene Reihe reizvolle Stadtebilder intb malerische Landschaften, überragt von stolzen Schlössern und den altersgrauen Resten sagenumwobener Burgen, von denen so manche in der Geschichte des j deutschen Volkes eine Rolle gespielt hat. — Wer eine Rheinreise • machen will, sollte die gegenwärtige Ausstellung im Kaiser- Panorama nicht unbeachtet lassen. ** Meisterkurse für Handwerker. Die praktischen, 14 tägigen Meisterkurse für Weißbinder, \ Male r und Lackierer im Hvli- und Marmormalen, so- i wie im Holz färben in Darmstadt, bann auch ein Sattlerkurs in Groß-Felda wurden am Samstag, 22. Jan., ■ geschlossen, die dreiwöchigen Meisterkurse für Schuhmacher , und Schneider dagegen gehen am 29. dS. Mts. zu Enoe. Ein achttägiger Holzsärbekurs für Weißbinder usw. beginnt I am 24. Januar. Im Monat Februar werden Meisterkürse I für. Weißbinder, Maler usw. sowohl im Holz- und Marmormalen, als auch im Schriftenmaleu, beide in Darmstadt, 1 abgehalten. Weiterhin ist ein Lehrkurs in der Beoicuung I von Holzbearbeitungs und zugehörigen Äntriebsmaschinen in bett Räumen ber Hanbwerck'.r-Zeiltral-GenostenfcMft in j Darm stabt in Aussicht genommen. Anmeldungen zu allen bicsen Kursen nimmt bie Zentralstelle für die Gewerbe, Darmstadt, Neckarßraße 3, entgegen. * * £ e I) r I i 11 g e i m H andwer k. 9cvch der Gewerbenovelle vom 30. Mai 1908 (sog. kleiner Befähigungsnachweis) Dürfen nunmehr nur noch solche Handwerker Lehrlinge anleiten, die die gesetzliche Meisterprüfung befianben I haben, währenb ben älteren Meistern, die das fragliche ’ Recht bereits besaßen, die Auleitungsbesugnis durch die Verwaltungsbehörden auf Antrag schriftlich weiter verlieben 1 werden muß. Der Zweck dieser Vorschrift ist, daß nunmehr jeder Handwerker einen schriftlichen Ausweis darüber besitzen mutz, daß er Lehrlinge anleiten darf. Als Ausweis gelten die Meisterbriefe nach bestandener gesetzlicher ’ Meisterprüfung oder von ber Vcrwaltungsbehorbe ausgestellte amtliche Bescheiiügungen, daß bic Haubwerter zum ; Alllernen von Lehrlingen befugt sinb. aber Lehrlinge bei einem Meister in bie Lehre treten, ber weder beit Meisterbrief, noch einen anderen schriftlichen Ausweis besitzt, so erwachsen ihnen erhebliche Nachteile, da eine solche Lehrzeit ungesetzlich ist und die betreffenden Lehrlinge weder die Gefellenprüsung noch die Meisterprüfung ab leg en dürfen. Nur dupch letztere aber können sic das Recht erwerben, selbst I später Lehrlinge anleiten zu dürfen. Tie Handwerkerkammer 1 ijat 'ich bereits im Vorjahre au das Ministerium des Innern, 1 Abteilung für Schulwesen, mit der Bitte gewandt. Die zur ’ Entlassung kommenden Schüler, die ein Handwerk erlernen wollen, durch die Lehrer bedeuten zu lassen, daß die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen nicht ohne weiteres! I allen Handwerksmeistern zustcht uno daß sich die künftigen Lehrlinge bezw. bereit Eltern erst barüber vergewissern sollen, ob ber Lehrherr auch tatsächlich bie Befugnis zum Anleiten von Lehrliltgen besitzt. Diesem Antrag würbe durch enlsprechende Weijung unb bie Kreisschullommissioneu Rechnung getragen. Zugleich sei barauf hingewiesen, daß in vielen Zweigen des Handwerks wieder wesentlich gün^ ftigere Aussichten für ein Fortkommen bestehen, umsomehr, alS jetzt die Ausbildung der Lehrlinge gesetzlich geregelt ist. ** Post bien st au Kaisers Geburtstag. Amj I 27. Januar, Kaisers Geburtstag, fmb bic Postschalter nur in demselben Umfange wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine einmalige Briefbestellung unb feine Paket- unb Geldbestellimg statt. Telegramme werden von 1—8 nachmittags auch beim Postamt 2 angenommen. — Das Haupt- ft euer amt ist an Kaisers Geburtstag geschlossen. Die ersten Sonberwagen unserer Straßenbahn I beförderten in der Nacht von Samstag auf Sonntag m I sechs Fahrten bie Marburger Studenten vom BurschenschaftZ- Kommers auf der Liebigshöhe zur Bahn. Die vier zur Vcr- fügimg gestellten Wagen machten sechs Fahrten, wofür 60 3)1 f. vereinnahmt wurden. * Wahres Gosch ichtchen. Vor einiger Zcil trajen sich in einer Wirtschaft eines Lrtes tm Vogelsberg dr ei Geschäftsreisende; sie fonnten alle drei nicht arbeiten, denn bic Kundschaft war auf dem Felbc, intb der Wirt hatte auch gerne bie Türe zugernecht, da ihm seine Arbeit braunen lieber mar. Tie brei Reil enden beschlossen, den Tag in lvickdiger Weife bei einem Skat zu verbringen. Um im Ort üeiannt werben zu lassen, baß sie da leien, wurde beschlossen, 60 Pfennig zu opfern und durch den Ortsdiener bekannt machen zu lassen, daß die drei Herren anwesenb und im Wirtshaus zu treffen seien. Wer etwas haben wolle, teile sich un Wirtshaus melden. Und ob ilwes gelungenen Einfalles Haden bic brei an dem Tage bas schlechteste Geschäft nicht gemächl. -r. Heuchelheim, 24. Jan. Seit heute morgen hat es geschneit unb jebes Kinb kann noch Skunben Weges tm Schnee strampeln, aber bas Bieberlieschen liegt auf ber Ltation Heuchelheim fest zum Spott der Leute" Die Borsichi, zwei Maschinen vor ben in Gießen um l.lö Uhr abgehenben Zug zu spannen, hat bie heutige Betriebsstörung hervorgeruscn. Tie üorberc Maschine sprang nänt- llch aus unb fuhr in das Gleis zur rech reit, während bie zweite Maschine mit ben Wagen in bas linke Gleis ftchr. Die üorberc Maschine kam plötzlich in so gefahrvolle schiefe Lage, daß sich das Personal durch Abspringen retten mußte. Auch bic Passagiere sind mit dem Schrecken davongetommeu. Tie Sache hatte an einer anderen Stelle großes Unglück anrichten können, zumal gerade der Mitiagszug reg.lmaß.a stark besetzt ist. — Steinbach, 24. Jan. Gestern veranslallcte dec Gesangverein ^Germania^ feinen UnterhaltungSabenv. -I Das Programm war äußerst reichhaltig. Mit großer Geschicklichkeit wurden bie Thealerslücke ausgeführt und sie fielen zur vollen Zufriedenheit der Gäste aus. Die vorgeicagenen Llcdev gaben emeu Beweis von ber gcsangllchen LeistungSfahlgtelt I b6i.r 6i - L,qfhzr Ra> p I tbrtt3 -y LettlN ,D jr Land ui - x 'Jlici 5 gestern' Ser Lehrer ten -gleich techtsausW !z-llMÜ0U! pj schwer. Ln auch Mi siindert» ter AusM h scymuae Innen flocken [tte V die Aibe -OMsuni --- Linl zerlnania ,'rsi des Sc . ^ieglüi anzQ2 Das türkische Regiervngsprogramm. Konstantinopel, 24. Jan. Die Kammer nahm das .Anerbieten ber Prinzessin 'N a 3 i m c 1), der Tochter des verstorbenen Sultans Abdul Asis, die ihr Palais am Bosporus ber Kwnmer zur Verfügung stellt, an. Hieraus verlas ber Großwesir das R e g i e r u n g s p r 0 g r a m m , bas lebhaften Beifall hervotries. Er sprach zunächst über bic innere Politik des Kabinetts. Tie erste Pflicht ber Regierung sei bic Beruhigung ber Gemüter, Befestigung ber Ordnung unb vernünftiges Hiniider- lenken bes Volte lebens in normale Bahnen, aus denen es infolge dec Aprilereignisse heraus gerissen worben sei. Eine Abgrenzmig ber Befugnisse ber Staatsgewalt sei nötig und bie Beamtenfrage müsse gerecht geregelt werben. Eine Kräftigung der Eintracht zwischen den verschiedenen Nationalitäten sei unerläßlich, wozu auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beitrage. Tie auswärtige Politik ber Türket basiere auf der aufrichtigen Freundschaft mit allen Großmächten unb ber Freunbschaft unb !bem Vertrauen zu. ben Nachbarstaaten. DaS Kabinett werde bie Politik bes srüheien Kabinetts beibehaltcn, inbent ec- bic Verlrags- pflichten allgemein einhalten unb gegen niemanb üloyale aggressive 1 Tendenzen verfolgen, dagegen die Rechte des Vaterlandes ver- teibigen werde. Die Kammer nahm bann mit 187 gegen 34 Stimmen ein Vertrauensvotum stlr bas Mab inet t ait. Hierauf folgte eine. lange, ttellennaie stürmische Aussprackse. Die gemäi inten Liberalen, di? zum ersten Male als geschwuc.te Partei au) trat en, bezeichneten das Programm als ein leeres Versp 1 e d: c 11 und verlangten Anftt..riuig?n nver den Sturz Hilwi Paschas. Ter Zührer der Partei, Ismail Kemal, sprach sein. Ho.: achllmg iv)r der Person Hattis ans, dagegen •auierte er Bee einen gegen i-i. i ungnir»iir»:-m M mist. >. T.r Zu!, gare Talks ch e s s ^kriui ictlc die Politik des allen Kabinetts um) . besprach dann die Frage der Bandendeweaimg, das Veremsgeietz II) !IC * (110(1 ;t6 der Gewerbe- refähigungsm^ Mbtvcrlci Leh» ürunß bei’idiiben >c da-- fragliche is durch die Ke» weiter verlieben | t ist, das; nun« k lue-ivcis darüber ! darf. 2ls Aua- [ jener gesetzlicher igebehorde auä- l twibroerter zum i jall» aber Leh» ! ii, der weder den j jen Ausweis be- le, da eine solche Lehrlinge weder I ablegen diirsen. erwerben, felbft tbroerlciAammer nMdcs Innern, !| zewandt, oic zur I andwerk erlernen J feil, daß die Ächt ohne weilere-Z |id) die künftigen der vergewissern ie Äefugnia zm [trag nmrbc durch ichulÜMmissionen hingemUjcn, bag : wesenllrch gun" iieljfii, umsomehr, eRlim geregelt ist. burtstag. Ain Posljchalter nur m öffnet, auch findet keine Palet- und von 1-8 nach- ,^2as yaupl- chlossen. ifercr Straßenbahn ' auf Sonntag >n ^mLurschensch^' Die vier zur Len Fahrten, wofür l1(.r icii trafen.fi?> LsW „ Stnc bei eu^ laiicn- ^ ■, aeUiiige"? «* KÄZ 6 ® h^Lng M elleu'< Ä? ' I ..[♦uitg0“I ^öI(tn, bi5b.t mbicl. t ^'tellnng^ ^^uflich^ inuvltom der gehonten Ui,, a^^tann . «unidjtÄ cs ff inumta, Landschaftern. Resten sagW, 161 beschickte des 1 ttnc Rheinreise im Kaiser, Die prak. ^Cl&&iitber, tkmormalen, s», cmeattlcr. ^tag, >2. 5ait, « Schuhmacher zu äe ier usw. beginnt En Äeistertursc und Marmor- in Darmstadt, der Äeoieimng stnebsinaschinen ^'v'senskyaft in mngen zu allen ir die Gewerbe, Befaß* Trarij io hp 508 Gießen, den 24. Januar 1910. Auch Damen willkommen. Freie DiHkufsiorr. M »MI-MM .mW 17iark- 83 ’JWnWHMKW ■■ rz r- _ . .1. .-. £4 - l.TAftkryAit?. KVICllrAn 83 {fiitataito ü Zu Gesellschaft^- und Hochzeits-Frisuren \ gegenüber der Univ.-Bibliothek. 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Aus dem reichhaltigen Inhalt dieser Nummer ettvähnen wir: Ernst von Possart, Clara Ziegler. — Paul Marsop, über Theater« .russtellungen. — Carl Bogt, Tic Hockschulfragc. — Axel Delmar, Deutsches Festspielhaus am Rhein. —_ Arthur 53oIti, bic In» kommensurabelit. — Frank C. Freund, Londoner Theater. Ferner neben dem amtlichen Teil eine Chronik über Erstaufführungen und wichtige Ereignisse in deutschen und außerdeutschen Theatern. — Studentenküchc. Praktische Anleitung für Studenten und andere einsame Menschen, 'ich mühelos und billig eine cin- sachc, kräfttge und schmackhafte Mahlzeit zu bereiten, von Katharina Piicheler. Verlag von Carl Ang. Sehfried u. Co-, München. Ern- jad) in der Zubereitung bei billigem Einkauf, sind die zubereideten Fleisch und Mehls peri eu nichtsdestoweniger schmackhaft und nahrhaft. Und selbst für den Zustand der guten Vorsätze, den Kater, ist ein abwechslungsreicher Speisezettel vorgesehen. TaS Buch wird zum Helfer werden, wenn es nach Fritz Reuters Wort „en beten knappemang" bergebr______________________ lttürkte. Frautfurt a. M., 25. Jan. Heu- und ^trohmarkt Nichts ungefähren. Mmthtycr ivenerventi}t. Oeffentliche Wetterdienststelle Gicstcn. Allgeinetne Wetterlage feit'.Nonlag früh: Dtc ttllenfive, gesterli bei Schottland lagernde Zyklone ist in füdöslltcher Richttmg zur Rheiltnrnndnng gezogen und hat überall starke Schneefälle und Stnrnr gebracht. Jin Gebirge (Vogelsberg. Taunus)fliegt der Schnee stellenweise 2 Meter hoch. — Da der Wirbel tu jttdöstlicher Bahn über Mttteldeulschland zteht, koiuinen wir bald in den Bereich der kalten Nückseiteinvinde und erhallen ttetterdings Frost, so daß zrtrzeit Hochwassergefahr nicht inehr besteht. Wetleranssichten in Hessen tun ll'littwoch dem 26. Januar 1910: Starke Schneefälle und starke nach l'iordwesten drehende Winde; neuerdings Frosteintritt in den Ebcneit. S ch n e e b e r i ch t e: Hoherodskopi Z Grad Kälte, Schtteeflurnt und starke Schneeverwehungen, 55 cm Schneehöhe. Feldberg i. T. 4 Grad Kälte, 100 cm Schnee, sielleluvelse 2 w. Kupf. Kessel Jauchepumpe Jaucheverteiler Kartoffeldämpfer bc3 Vereins. Während den Pausen konzertierte die Kapelle dcS Herrn Horn. _ i Lum da, 24. Ian. TaS Bezirksfest des KrtegcrvcrcinsbezirkS Grünberg findet laut Be- > schluß deS Bezirkstags in unserem Dorfe statt. Gestern 1 hielt der hiesige Kriegerverein bei Gastwirt Schulteist eine j stark besuchte Versammlung ab, an der auch der Bezirks- Vorsteher Ranft aus Grün berg teilnahm. Im Beisein des < Bczirksvorsitzendcn töiirbc der Festplatz eingeschen und be- > stimmt und das Fest auf den 11., 12. und 13. Juni fest- , gelegt. An die Verhandlungen schloß sich ein Vortrag des - Lehrers L. Keil-Klein-Linden über »Die deutschen Kolonien". ; Jnteresiant waren besonders die Bilder über den Krieg, sowie ' über Land und Leute in den afrikanischen Kolonien. X Ni cd er-Bessingen, 24. Jan. Einen Nwhl- gelungcnen Volksunterhaltungsabend dcranstal- : tetc gestern abend tut Saale des Gasthauses zum „Löwen" unser Lehrer Graulich mit seinen Schülern. Die Ver- anstxiltung, die sich eines feljr starten Zuspruchs erfreute, galt zugleich als Äaisergeburtstagsfeier. Die ansprechende Weih- nachtsauffführung „Knecht Ruprecht" fand ebenso wie die -Tcklamationen der Kinder lebhaften Beifall. Die Chöre der Schüler und ihre Vorträge gaben Zeugnis dafür, daß man auch mit einer einklassigen Schule vieles bieten kann. Das Kindertheater brachte „Lieb Vaterland magst ruhig sein" zur Aufführung. Prächtig sah es aus, als die Schuljungen als schmucke Soldaten erschienen und mit ihren Säbeln einen flotten Reigen vorsrchrten. Da die Bewohner kleiner £rte höchst selten etwas derartiges zu sehen bekommen, so ist die Arbeit des Lehrers im Sinne der Heimatpflege und Voltsunterhaltung doppelt dankenswert. — Linden stritt h, 24. Jan. Der Gesangverein ,Germania" feiert am 10. und 11.Juli das 3. Bundesfest des Sängerbundes .Chattia^, verbunden mit Fahnenweihe. Die Lieferung der Fahne wurde der Fahnen- fabrik Hisgen in Ltch übertragen. )( Grünberg, 24. Ian. Das Bahn pro j ekt Grünberg—Mücke—Ulrichstein beschäftigte vorige Woche den Stadtvorftand. Es war ein Schreiben vom geschäfiöführen- den Ausschuß des Bahnkomitees Mücke—Ulrichstein cin- getroffen, das die von der Firma Lenz ll Co. geplante Weitersührung der Linie Butzbach—Lich—Grünberg behandelte und von der Stadt außer der Geländestellung zu den Mehrkosten in sööhe von 325 000 Mk. noch 130 000 Mk. forderte. Die Mehrkosten beansprucht der früher nicht beabsichtigte Teil Mücke—Lehnheim—Grünberg. Das erste Projekt sah nämlich die Einmündung in Atücke vor, jetzt aber will man die neue Strecke bis Grünberg führen. Der Stadtvorstand von Grünberg bezeichnet zwar die Erschließung des Vogelsbergs und die direkte Verbindung mit Grünberg als sehr wünschenswert, lehnt aber die Mehrlosten von 130 000 Mk. ab mit Rücksicht auf die wenig günstigen Finanzverhältmisse der .^tabt 0 Laubach, 24. Jan. Geh. Baurat Prof. Walbe von der Technischen Hochschule in Darmstadt hielt auf Veranlassung dcS hiesigen Vortragsvereins gestern im Solmser Hof den zweiten Vortrag, der die Fortsetzung des vom 12. Dezember v. I. bildete über den protestantischen Zlirchenbau in Oberhessen, den er durch gute Lichtbilder unterstützte. Der Redner führte aus, man habe nicht viel auf daL Aeußere des ZGrchenbaues gegeben, mit Aus- nahrne der bebeutenöen Turmaufsätze, wie des vierfachen in 'Äainbach, der drei Nebentürme in Wohnbach, umsomehr den inneren AuSban im Auge gehabt, rote die Ausgestaltung der Emporen, der Holzbänle und Stuckdecken und der Anbringung von Aialereien" der Heiligenbilder, meist von Dorfmaleru allsgeführt und doch eigenartig wirkend, sich zugewandt. Auch Beispiele aus unserer Umgebung, wie von Ruppertsburg, von Freienseen, und von Wetterfeld wurden in schöner Abbildung gezeigt. 'Die zahlreichen Versammelten folgten den Ausführungen mit großem Jnteresie. -^Butzbach, 24. Jan. Am nächsten Freitag findet hier die Beigeordnetenwahl statt. Als Kandidaten konimen bis jetzt in Frage der seitherige Beigeordnete, Gerber- meister Karl Flach III. und Kaufmann Friedrich Jakob Heyd. L. Bad Nauheim, 24. Jan. Heute wurde unfere Rodelbahn am Johannisberg eröffnet, zu der sich zahlreiche Rodler aus der ganzen Umgebung eingefunden hatten. Der Rodlerklub hat gegen voriges Jahr für manche Ver- befferung der Bahn gesorgt, wodurch Unglückfällen nach Möglichkeit vorgebeugt ist. Ib. Friedberg, 24. Jan. Von den Mitte Januar abgegangenen Abiturienten deS Lehrerseminars hat ein Teil schon Verwendung im Schuldienst gefunden. fc Friedberg, 24. Jan. Tas Gauturnsest des Konkurs - Ausverkauf Neustadt 13» Großer Posten Unterkleider, wott. Tücher, Äleider- ftoffe, Bettzeugc, Hemdenflanelle, tziattuuc, Druckzeugc, Bettücher, 51olter u. v. A. zu äußerst Irilltgeu Preisen. Das KonkurZlager tvird and) gesaiitt und partiemeise «» der Interesse hat an | ilia Separator Bttkin junger Machen ladet nur Stützen, Laden- und Kinderfränlein zu einem Teo-Abend auf Sonnfas den 30. Januar freundlichst ein. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Vereinszimmer: Kaiserhof, Sonnenstraßc, 1. Stock, Eingang durch beit Hof. bh7 Kleine Tageschronit. Eine Spür dos verschollenen BaJ'lons „S hörn' Sach, sischen ÄtftschiMrvercin, der aut 19. Tczeurber in Dresden mit bem Leutnant Richter an Bord aufsticg und seitdem vermrs't wird, soll in Mmvegeit gestmtu'n worden sein. "Auf Veramaisung der deutschen Gesandtschaft in Ehristiania find pvci Schiläufer auv Untersnchuna ins Gebirc, gejaubt morden. Ter mntliche Bericht gibt die Za Ist der bh bem E t s <■ n b a h n - unglüd bei Sudburp aus der Eanadian PacifioEiscnbodn Getöteten mit 31 und die b:.v Verletzirn mit 42 an, während in Mirklicisteit 70 Metrschenleben va beklagen stnn füllen. Tie Ret. mngsarbesten wurden durch festigen SchneesMrm sehr behmdert. tf©aitc§ Sßetterau* findet dieses Jahr am 10. Juli hier statt, die Gauturnfahrt in Leihgestern. N. sDl a. inz, 24. Ian. Wie sich nunmehr heransgesteUt Hut, sind sogar die Edelsteine ans der Monstranz von St. «Stephan g eftohlen und durch wertlose Imitationen ersetzt nwrbcn. Außerdem sind alte, wertvolle Spitzen von den Gewändern und Decken veräußert und Becher, Leuchter und sonstige Dinge entwendet worven. Nun fragt nun sich mit Recht, ob wohl auch Stücke der Reliquiensammlung verkauft wurden. Andererseits zeigt der Fall Vicking, wie wenig ratsam es ist, der Ehrlichkeit einzelner Unterbeamten so kostbare Stücke zur Verwahrung zu überlassen. Wo wäre wohl fetzt jener Weihwasserkessel, der aus der Äärolingerzeit stammen sott, zu su.chen, wenn nicht zufällig ein Kölner Domherr ihn als Eigentum von St. Stephan erkannt hätte. Dieser wäre fort und noch manch anderes Stück würde wohl denselben Weg gehen. — Bei den Nachforschungen hat sich herausgestellt, daß der frühere Kirchendiener auch einen Meßkelch, Leuchter, teure Spitzen uub andere Sachen verkauft hat. )( Marburg, 24. Jan. Eiii durch sein Antt weit bekannt gewordener Mann, der frühere langjährcge Uni- versitätsjekretar Friedrich König, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. — Hier ereigneten sich gestern ver- chiedene Rodelunfälle. Drei Verunglückte wurden in die K'inik gebracht. Za Trier, 24. Jan. Ein Schul streik beidjäftigte die hiesige Straffammer als Berusungsmstanä. In dem Oertcheu Schlausenbach in der Eifel ixttten 12 Einwohner im letzten Früh- lafjr bütterentanher je 7 Strafinandate erhalten, weil sie ihre Kinder hont Schulbesuch ferngeha 1 ten hatten. Da die betrotpeiten Einipruch erhoben hatten, gelangte die Angeügcm beit vor th’.m Schösfengericht in Prüm zur Verhandlung, in der folgendes sestgesteflt wurde: .Im Frühjahr 1009 verfügte die Regierung die Umschulung der Äuibcr ran Schlausenbach nach Auw, da die Sdstmrscnbacknw Lclfttecstelle nickst besetzt werden konnte. Tie Schulvätcr erklärten aber, die Regierung habe kein Recht zu emer solchen Umschulung und weigerten sich, ihre minder nach Auw in die Schute zu schirren, zumal der Weg nach Anw von den Sinfcmt nicht ohne Sri üdigmkg der Gesundheit zurückg.stegt werden töniK. Tac' Schöffengericht nahm eine Besichtigung des Weges ron Schlausenbach nach Auw vor und konstatierte, daß dieser Weg bei schlechtem Wetter sich direkt in eine Pfütze umwandele. Ohne Gesundhritsschädigung sei cs ben Ü’bibcru nicht möglich, dm Weg, yi dem man euic Stunde Zeit benötige, mehrmals in der Wocke zurückzulrgen. Der (S'üüvanb der Sckzulväter, die Regierung sei nickst berechtigt gewesen, die Nmschubing vorzmrchmeu, nmrbe für nid’t stick,hattig crliari, trotzdem aber angesichts der Orts- verhallniise auf Freisprechung erkannt. Ausschwggebeird war dabei ein Sachverständigcn Gntackten eines praktischen Arztes, der erklärte, ein Tritte! der Aiitbcr sei nicht imstande, dan Sckmttveg auch nur einmal zu machen; das zweite Drittel könne wohl ben Hinweg, nicht aber ben Rückweg znrücklegen: nur dem letzten Drittel kömre man zumutcn, beai Weg zwei- bis dreimal in der Woche zu machen. An alle Kinder die Anfordewmg zu stellen, täglich zweimal ben Weg zu macken, würde eine schwere Gefilirdheits- schädigung bebeuten. (i^egeu diches Urteil hat die Regierung Be- nfiung eingelegt, in der noch einige Sachberstäubiqc_gehört wur- ocn. Medizinalrat Tr. Schlecht erklärte, daß der Schulweg von den Kinderit ohne Gefahr für ihre Gesundheit zurückgelegt werden könne, sofern sie nur den richtigen Schtaf hätten und nicht untere ernährt seien. Kreisarzt Tr. Altendorf hielt die. Zurücttegnng des Weges ebenfalls für gefahrlos, allcrdmgs nur bei gutem Wetter. Der Gerichtshof verurteilte die ^djulüäter zu je 1 Mark' Geldsttafc. In dem Urteil nmrbe ausgesprochen, daß sie sich nrcht allgemein, sondern nur bei besonders schwierigen WckterilngS^ verhältnisscn hätten weigern dürfen, die Küider zrcr Sck)nle zu ichicken. OrsgSnaL-DrahtaarelSuargcn. Die Wahlen in England. London, 24. Jan. Bis IO1/, Uhr abends lagen folgende Wahlergebnisse vor: 220 Unionisten, 200 Liberale, 34 Mitglieder der Arbeiterpartei und 69 Nationalisten. Die Unionisten gewannen bisher 202, die Liberalen 13 und die Arbeiterpartei einen Sitz. London, 24. Jan. Schatz tanz Irr Llvhd George wurde tu Carnarvon mit 2183 Summen wiedergclvähU Ter konservative Gegenkandidat Vincent erhielt 210.5 Stimmen; 1906 betrug die Majorität Lloyd Georges 1334, Stimmen. ' Vermiete»» Tie Gattin des dcrzeitiipnr dänischen Ministerpräsidenten ist Äämnrerstenvgraphin. Sie übt ihren Beruf auch jetzt weiter aus. Tast sie dces tun dürfe, war eine der Bedingungen, unter denen ihr Gatte die Regierung übernahm. Tps „Haniburger F-remdenblatt" reimt darauf: „Bisher war Stenvgrnphin ich. lind bleib' dies unabänderlich. Auch ferner als Ministerfrau, Stenographiere ganz genau. Was man in uns'rein Reichstag sagt. Auch was dem Gatterr nickt behagt!" * Durch einen Champagnerkorken e i n^A ugc verloren. Ein eigenartiger Unfall hat sich dieser Tage in einem öotet in Rom ereignet Mehrere Gäste saßen noch spät nachts zusammen, und man beschloß, das Besiammen.scm mit einigen Flaschen Seit zu beenden. Da alle Kellner bereits schlafen gegangen waren, erklärte sick der mit den Gästen zusammen- sitzende Sohn des Hoteliers bereit, den Wein aus bem Keller zu holen. Als er eine Flasche offnen wollte, flog ihm deren Pfropfen so unglücklich gegen sein Puwenez, daß dies in Trümmer autg und die Scherben dem jungen Mann in die Augen drangen. In der Klinik niufctc ein Auge herausgenommen werden, das andere hofft man zu retten. , ... * Wink. Unteroffizier: „Piefke, was ist denn Ihr Batrn? — Rekrut: „Wurstfabrilant l" — Unteroffizier: „D'rum eben läuft mir bei Ihrem Anblick immer so das Wasser im Munde zusammen!" Paris, 25. Jan. In Amiens drangen unbefannte' Leute in eine Schule ein, zerstörten. Sachen der Lehrerin und namentlich eine Anzahl Bücher, die zu den von den Bischöfen verbotenen Lehrbüchern gehören. i Wer Kraft und Stärkung bedarf der lese bicicu Bries. Stuttgart, !'. 3uni 1909. Teile Ihnen hierdurch gerne mit, daß ich leit 6 Wochen 3 Pakete „töunon" als Aräftiauligsmittcl verbraucht habe. Schon nad) sehr kurzem Gc brauch desselben fühlte ich mich wohler als früher. Mein Atomcr- gewicht ninunt von Tag zu Tag .zu, was sehr wohl auf den erheb' Ltd) aeiteigcrteu Appetit, den ich besitze, icübcnt ich „Blason' trintt. zurückzusichreu ist und auch schwere Arbeiten tann iqi letzt ohne vc 'sondere Anstrengung oerrichten, während dies mir vorher, sehr sdiwer fiel. Fch tann daher Ihr gattz vorzügliches Bravarat lebcr- manrt mit beitem Gewissen empfehlen. Hochachtungsvoll! ^ophte Ebel, Gerberstrahe 5b n. Unterschrift begtaubigt: Dr. SLugutt Daur. 'Notar Btvson ist das beste und btlhsitcÄraUigmt6dmttteL Palet 3 M. in Avothctcn, Drogerien. 9Uan frage seinen Arzt. . zu verkauf. Mllblgasfe 5. 0612) Dorfd Deutscher Hof Wilhelm Flamme. 580 StatmsMchell Bitte um Offerte. tot, 5 Zimmer Villmar a. d. V- 1606 wirb billigst besorgt. C% Rückständige Forderungen zu vermietet«. 'Nutzeres 165 6021 Auskunft erteilt (0481 WzWM N°?rte er ■■-'i'i H. WieiU'U'ltib. tvvzu elnlnbct 168 (609 Pkoaitratze 211L uiicteit Mietgesulljc (Offnir Slrllcii Äanf-Gelnchr n uermieten Verschiedener, an das Corps Teutonia sind bis zum 21). d. auf beni Corpshaus reichen. str.2 dahier Mts. einzu- Lchtffenberaer Weg 12 m. 5 3iinmciiuüUmnin per L Aprtt Lehrlings - Gesuch. 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