n öas. ,d$ «v, Uhr 'end! amm. == 'ia von: on- Alexander Q* Rideamus iidwig Thoma, 50 und jr Musikallen- ' Abendkasse 447 »«eh 10 in, IW z 1 Oeburts- s Kaisers augsseste 6OI6» '/-« * 1 । Svs>/ tritt. E „ich!» smd "* A j (r riMSK liessen- äSS IOM 8 “%!«»#' „Ort!*, >g 8'z Uhr, lieakeüer. 1T/1 HaoMa-Vereine - ’m”*7®' -§> ö-L ton der "«-aiE .'^tW Jl Nr. 19 Zweites Blatt 160. Jahrgang Montag 24. Januar 1910 Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntag«. V« ^Gietzener LamttiendlLNer" werden dem ,SlnAeigcre vrerma! wöchentlich bcigelcgt, das ^Krdsblett fäi Hw Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwtttschastiichen Seit- frage«" erscheinen monatlich zwennal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Cderhejjen Rotationsdruck and Verlag der vrühl'sche» UnwersrlätS • Buch- unö 6teindrudc«t, 8t Lange, Hieben. Redaktion. Lxoeditton and Druckerei: Schuß» strabe 7. Exvedrnon und Verlag! dl. Redaktton:«-EK 112. Tel.-AdruAnzetgerHrebeuo Zum hessischen Gesetzentwurf, betreffend die Semeindeumlagen. Dir erhalten folgende Zuschrift, deren Inhalt zweifellos noch vielen Erörterungen begegnen muß una namen. lich von lanowirtschastlichen Kreisen Widerspruch erfahren wird. Die hessischen Handelskammern haben durch ihren Vorort, die Handelskammer Mainz, im Anschluß an die-Verhandlungen des letzten Hessischen Äaudetskammertags noch- nrals eine ausführlich begründete Eingabe an den Ersten 'Ausschuß der Zweiten Kammer der Landftände in Angelegenheiten des Gemeindeumlagengesetzes gerichtet.' Die Eingabe befaßt sich speziell mit der Gewerbe ste u e r. . Die Eingabe erklärt sich damit einverstanden, daß das Anlage- und Betriebskapital die Grundlage der Besteuerung bilden soll und auch damit, daß der Abzug von Schulden int allgemeinen, d. h. abgesehen von der im Artikel 9, Absatz 2 vorgesehenen Ausnahme, nicht gestattet wird. Hinsichtlich der Berücksichtigung des Ertrags lvird ausgeführt, das; der Rsgierungsvorschlag sowohl in seinem theoretischen Zlusbau wie nach seinen praktischen Folgen nicht annehmbar sei. Die .Einwände gegen den Regierungsvorschlag gehen dahin, daß 1. der Begriff einer normalen Rente für die gcrocrblid;eu 'betriebe grundsätzlich fehlerhaft sei, da je nach der Höhe deS Betriebskapitals und der Art der Gewerbe die notwendigerweise zu erzielettde Rente außerordentlich verschieden ist; 2. die Berechnung des normalen Ertrags aus dem rauhen Vermögen eine Bevorzugung der Betriebe mit eigenen Grundstücken und eigenen Gebäuden enthält gegenüber solchen, die auf ftemdem Grund und in gemieteten Räumen unter- gebracht sind; 3. die Multiplikation des absoluten Mehrertrags mit Faktoren! zwischen 3 und 20 keine richtige Kapitalberechnung darstellt und außerdem zu einer schweren Belastung der gut rentierenden Großindustrie führt; '4. die Bestimmung, wonach Erträge bis 1300 Mark Zuschlags- frei bleiben, eine sprunghafte und ungerechte Gestaltung der Steuern notwendig zur Folge hat. Diese Kritik wird durch Anführung einer Reihe von Beispielen unterstützt. Ferner wird nod) auf die Umständlichkeit der Steuer bcrechnung und lauf die schwere Verständlichkeit der Bestimmung hingewiesen. Demgegenüber wird der Vorschlag der hessischen Handelskammern, der dahin geht, daß als Steucrkapital ein Betrag anMnehmen ist, Her aus 3/i des Anlage- und Be- triebskapiatls uttd i/< des kapitalisierten Ertrags besteht, wiederholt nachdrücklich vertreten. Dieser Vorschlag vermeide die Mängel der Regierungsvorlage und führe eine größere Stetigkeit in den Steuererträgen bei, was für die Gwreindeverwaltung ein Haupterfordernis ist. Gegenüber dem von der Regierung neuerdings auf Grund einer Probeberechnung ermittelten (Minder- erträgnis aus der Gewerbesteuer nach dem Vorschläge der Handelskammerrt wird betont, daß solchen Probeberechnungen eine maßgebende Bedeutung für die Beurteilung der Steuervorschläge überhaupt nicht beizumessen sei, wer! die Berechnungsgrundlagen zu unsicher seien, daß außerdem die Verhältnisse in den einzelnen Gemeinden nach der Zusammensetzung sehr verschieden feien und sich daher auch bei verschiedenen Grundsätzen ein ganz verschiedenes Ergeb- ms Herausstellen werde, daß es ferner nicht darauf an- komme, ob eine bestimmte Steuerart gegenüber einer anderen im ganzen mehr oder weniger Ertrag bringt, sondern darauf, ob der einzelne Steuerpflichtige nach seinem Einkommen und seinem Gewerbe gerecht und richtig veranlagt ist. Rach ben Darlegungen der Eingabe könne es keinem Zweifel unterliegen, daß die Vorschläge des Handelskämmertags in dieser Hinsicht durchaus den Vorzug verdienten. Die Denkschrift führt weiter aus, daß es begreiflich sei, wenn der Grundbesitz int ganzen bei einer Steuerreform mehr aufbringe als unter den seitherigen Gesehen, weil die Grundsteuer für landwirtschaftliche Grundstücke, da sie auf gänzlich veralteten Ertragsberechnungen beruhe, in ihrer Entwicklung völlig hinter der Gewerbesteuer zurück- geblieben sei, wie dies auch in einem Aufsatz des Ministerialrats Dr. Becker in den Schriften des Vereins für Sozialpolitik dargelegt werde. Schließlich werden noch die Anregungen erörtert, die auf eine allgemeine Begünstigung der Landwirtschaft hinaus- gehen, indem matt das landwirtschaftlich angelegte Kapital nur zu einem Teil heranziehen will. Dadurch werde die ganze Basis des Steuergesetzes verlassen. Sie genannte Forderung erscheine aber umsoweniger gerechtfertigt, als in den Beschlüssen des Finanzausschusses zu Artikel 4 des Gesetzes den besonderen Verhältnissen der Landwirtschaft bereits Rechnung getragen sei und als für das Gewerbe keinerlei Ermäßigung, sondern nur ein nach der Höhe des Ertrags abgestufter Zuschlag «u dem normalen Steuerkapital vorgesehen sei, der nach den Vorschlägen der, Handelskammern bis zum Zt/sfachen des Anlage- und Betriebs-Kapitals und nochHöher steigt. Der Handelskammertag hat einer derartigen Regelung der Gewerbest.'uer trotz mancherlei Bedenken zugestimmt, um das Zustandekommen des Gesetzes critch seinerseits zu erleichtern. Neue russische vorstötze in Persien. Aus London erhalten wir folgenden Brief: «London, 21. Jan. Dem „Daily Chroniele" wird aus Teheran gemeldet: „Nachdem die Bevölkerung von Teheran kaum Zeit gehabt hat, sich von der Wirkung zu erholen, die das Vorgehen der russischen Truppen in Kaswin und anderen Distrikten hervorgerufen hat, ist sie jetzt durch die Nachricht von der Entsendung von drei Detachements russischer Truppen nach Ahar, der Hauptstadt von Käradagb, beunruhigt. Die Entsendung der Truppen wird als eine äußerst mysteriöse und unverlangte Aktion betrachtet. Erst ganz kürzlich haben die Regierungs- tMipen unter Sardar Bahadur Bakhtiari und M. Ephrem einen glänzenden Sieg über Rahim Khan und seine Anhänger bei Ahar erfochten. Rahim Khan, der 200 Mann verlor, mußte sein Heil in der Flucht suchen; er ist seither mit dem Führer der Regierungstruppen in Unterhandlungen getreten und bittet um Begnadigung. Man glaubt, daß die Handlung der russischen Regierung unter dem Vorwande, über die Lage berichten zu lassen, jetzt Trrrppen nach dem Kharadagh-Distrikt zu entsenden, die Arbeit der Regierung zunichte machen und den vorzüglichen Eindruck neutralisieren wird, der dadurch hervorgerujen wurde, und daß sie nur dazu dienen kann, Rahim Khan und andere Rebellen zu ermutigen. Welche Gründe die russische Regierung immer dafür haben mag, eine Truppenabteimng nach Karadaah zu entsenden, wo vollkommene Ordnung herrscht, und wo die persische Regierung einen so schlagenden Beweis ihrer Fähigkeit gegeben hat, die Lage zu kontrollieren, die Handlung der russischen Regierung hat den schlechtestmöglichen Eindruck unter den Persern geschaffen Ihr Argwohn gegen den nördlichen Nachbar ist seit einiger Zeit amt geworden, und die Bewegung der russischen Truppen gegen Karadagh kann nur die allgemein herrschende Ansicht bestätigen, daß Rußland insgeheim den Rahim Khan unterstützt und ihn als agent provocateur benutzt, um Ruhestörungen zu provozieren und dadurch die Besetzung der nördlichen Provinzen durch, russische Truppen in die Länge zu ziehen. Wenn dies nicht der Fall wäre, so führen die Perser aus, würden die Russen den Rahim Khan freigelassen haben, als sie ihn vor einigen Monaten gefangen genommen hatten, obwohl sie wußten, was er tun würde, wenn sie ihn frei ließen und wie sehr die persische Regierung wünschte, ihn in ihre Gewalt Au bekommen? Welchen besseren Beweis kann man dafür haben, so fragen sie weiter, daß Rahim Khan ein protegö Rußlands ist, als daß der Sekretär des russischen Konsulates fid} Arm in Arm Mit ihm photographieren ließ? Ich erfahre, daß die persische Regierung dem hiesigen russischen Konsulat ernste Vorstellungen inbetreff der Absendung der russischen. Truppen gemacht hat, aber die Antwort erhalten hat, daß es jetzt zu spät sei, den Abmarsch zu Verbindern. Die persische Regierung hat daher angedeutet, daß die Ver- antwortung bei Rußland liegen muß." Aus dem preußischen Abgeor-neiekhause. :: Berlin, 22. Jani. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich heute mit der Zentrumsanfrage über den Arbeitsnachweisim Ruhrkohlengebiet. Der neue Mann im Handelsministerium, Herr S y d o w, war mit seiner Jungfernrede im Landtag der Chorführer der stattlichen Nednerschar, und seine Darlegungen deckten sich fast durchweg völlig mit dem. was sein Amtsvorgänger, Herr Delbrück, in seiner neuen Würde als Staatssekretär im Reichstage zu dieser Frage zu sagen hatte. Der Minister ver- trat den Standpunkt, daß angesichts der bisherigen, anarchischen Zustände in der Arbeitsvermittclung im Rnhrrevier der von den Zechenverwaltungen organisierte Arbeitsnachweis immer besser sei als gar keiner. Und da es ihm als dem Mandatar' der vier Bergarbeiterorganisattonen gelungen ist, die Zechen zur Aendcrung der Bestimmungen des Nachweisstatuts zu bewegen, in denen die Bergleute vornehmlich eine Gefährdung ihrer Freizügigkeit und ihrer Freiheit in der Verwertung ihrer ArbeüS- kraft erblicken zu müssen glaubten, da er ferner sich auf die ihm von den Zechen gegebene Versicherung einer loyalen und völlig unpolittschen Handhabung des Arbeitsnachweises berufen koirnte, so sah er in dieser Jnstittition einen wesentlichen sozialen und ökonomischen Fortschritt. Mit einer eindringlichen Warnung an die Bergarbeiter vor einem unüberlegten und unbegründeten Streik verband er die Versicherung, die Regierung »verde Unternehmern wie Arbeitern gegenüber den Hohenzollernwahlspruch, das SuutN cuiguc, unparteiisch zur Geltung brütgen. Die Sachlichkeit des Ministers begegnete auch bei den Volks- boten, die seiner Meinung nicht beipflichteten, anerkennender Sympathie. Tie Rechte ließ hem Minister durch bat Mund des Münsterschen Regierungspräsidenten v. Ges eher ihre volle Zustimmung aussprechen; ihr scheint eine Hinderung der Zechen an der Einrichtung ihres Nachweises —; wie |ie bas Zentrum von der Regierung verlcutgte — gesetzlich unzulässig. In dieselbe Kerbe hieb der Nattonalliberale .Hirsch-Essen, der by" sonders die Schlußworte des Ministers als Gewähr für eine unparteiliche Vermittlerrolle der Regierung in dem Interessen- gegensatz zwischeit Zechenbesitzem und Bergknappen willkommen hieß. Im übrigen ließ sichs der nattonalliberale Redner an- gelegen sein, den Sizialdeinokraten vorzuhalten, daß sie den Arbeitsnachweis der Zechen nicht, wie das Zentrum, aus sachlichen, sondern allein auS parteitaktischen und agitatonschen Gründen bekämpften. In der Anerkemtung der Objektivicht ber~ Regierung in der Behandlung der ganzen Frage fand sich der? Sprecher der Freisinnigen, Herr Gyßling, mit dem National- liberalen zusammen, und auch die Einwirkung dc-s Münsters auf' die Zechen zu gunsten einer Aenberung des Statuts int (Strati der Arbeiterwünsche hatte seinen Beifall. An bem paritätischen, Nachweis aber hielt der Freisinnige fest, und ferner trat er für eine allgemeine, organische Regelung des Arbeeitsnachwets- und Stellenvermittelungswesens ein. Der Dole Korfanty und Herr. Krause-Waldenburg von den Freikonservativen sprachen kurz' und selbstverständlich in entgegengesetztem Sinne.-Dann kam ein übertrieben pathetischer Agitationsspeech deS . Sozialdemokraten 2einert, der den Minister persönlich attackierte und sich dafür eine schlagfertige Quittung von &errn Sydow holte, die die Lacher auf des Ministers Seite brachte. Noch eine kurze, eintönige und im ganzen belanglose Rede des ZentrumsabgeordrietOi I m b u s ch , dann nahm als letzter Sprecher der Nattonalliberale Dr. Beumer das Wort. Er trat entschieden für die Zechenverwaltungen ein, die nicht nur in ihrem guten Rechte seien, sondern mit der Begründung des Arbeitsnachweises auch dem wohlverstandenen Interesse der Arbeitnehnter dienten. Aus Stadt und Land. Gießen, 24. Januar 1910. ** Goldenes Doktorjubiläum. Am 23. Jan. beging der Generäl-Oberarzt a. D. Dr. Martin Schäfer in Darmstadt sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Aus diesem Grund hat ihm die medizinische Fakultät der Landes-- Universität das Diplom erneuert. ** Kaisers Geburtstag bei unserer Gars nif on. Am Vorabend des Geburtstages des Kaisers findet? großer Zapfenstreich statt. Er gehl unter Führung des) Der dritte Dante-Abend. Von! feinem treuen Begleiter Virgil verlassen, findet der Dichter „zum Fluge nach den Sternen" in Beatrice eine Führerin durchs Paradies. Der erste Flua.gilt deut Monde, der ersten Stufe der Seligkeit und Frl. Bassermann gelang cs hier-, Piccardas prachtvolle Worte über das Wesen der Seligkeit, der Sonne, innig nachzu- entpfrnben inib packend voorzutragen. Die Schilderung, die Dantes Ahn Eacciaguida von bem ehemaligen und bewitigen Florenz gibt, mutet wegen ihrer Schürfe im versöhnlichen Stile des „Para-- dieses" zwar etwas beftemdlich an, aber die Vorleserin brachte das Ganze wirkungsvoll zum Ausdruck. Mit Rocht folgte der sechszehnte und siebzelmte Gesang,da sie ein Helles Licht auf bte Persönlichkeit und das Leben des Dichters werfen. Licht, Licht, umstrahlt uns im ganzen „Paradiese": so auch wieder im dreißigsten Gesang, der Dante den Lichtstrom des Lwiaen Heils erblicken läßt. Ehe er von seinem' Traumgesicht icheidet, muß er Beatrice noch unter den Seligsten, der Seligen fitzen sehen. Und deshalb wird Dante in Bernhard von Claitt>aux ein neuer Führer. Im dreiunddreissigsten Gesang geht sein Wunsch in Erfüllung, er erblickt Beatrice im Kreise der Seligen in der Himrncklsrvse sitzen. Ohne seine Rückkehr zur Erde zu schildern, bricht er ab. Aus den Irrsalen des Levens hat er den Weg zum Glauben, an die göttliche Gnade gufenben, seine Sehnsucht ist geftült. Man darf Frl. Vassermann dankbar sein, daß sie uns das erhabene Werk des großen Meisters mit echter Begeisterung vorgettagen bat. Die stattliche Versammlung wußte den Verständnisreichmr Vortrag durchaus zu würdigen, und es ist anzunehmen, daß die^ gegebene Anregung ihren Zweck nicht verfohlt hat. F. * n. Mainzcr Stadt theatcr. Unter der Regie des Direktor Georg Burg gab die Hofburgschauspielerin Adele Sandrock mit ihrer Truppe am Domrerstag ein Gesamt- GaUpiel auf unserer Bühne. Die Künstlerin, die hier feinet wegs unbekannt ist, spielte eine ihrer hervorragendsten Rollen, die „Sappho" in Grillparzers gleichnamigem Trauerspiel. Sie bot in ihrem Spiele ein großartiges Bild Der gefeierten Griechin, öeren Charakter sie in großen, musassendar Zügen zu beleben wußte. Xie vielen Schönheiten der Rolle erschloß sie und mit dyrem edlen Feuer riß sie die Zuschauer mit sich Allerdings l Sanfte ihre Darstellung an zwei Fehlern: erstens war die Künstlerin etwas unpäßlich und zweitens glaubt man ihr nicht mehr; | die Fülle ihrer Gestalt findet sich Nicht gut als die einer idealen! Griechin. Neben ihr ist besonders die Darstellerin der Melitta zu erwähnen (Frl. Hübler-Berlin), die in ihrem Spiel äußerst geschickt mädchenhafte Scheu mit der erwachenden und empor- lodernden Weibesliebe zu vereinigen wußte. Gegen diese beiden Gestalten tritt der Darsteller des Phaon (Otto Fricke) etwas in den Hinterhalt, der in bezug auf Gestalt sowohl wie auch aus sein Spiel seine Rolle nicht gut ausfüllte. — Daö Universitätsstudium in Deutschland im Winter 1909/10. An den 21 Universitäten_beö Reichs befinden sich iml lausenden Winterhalbjahr 52 407 Studierende (worunter 1851 weibliche), gegen 48 730 im Vorjahr und erst 32 800 vor hebn, 28 000 vor zwanzig und gegen 20 000 vor dreißig Jahren. Drese Entwickelung deS Universitälsstudiums ist übrigens nicht 'nur in Deutschland, sondern auch' im) Auslande, teilweise in ebenso starkem Maße vorhanden. So hat Frankreich derzeit etwa 32 000 Universitätsstudcnten, Oesterreich-Ungarn 30 000, England 26 000. Außer den 52 047 eigenttichen Studiermden haben in diesem Semester noch 3314 männliche und 1923 weibliche Personen als jiogenannte „Gastzuhörer" die Erlaubnis zum Besuch von Universitälsvorlesungen erhalten, so daß die Gesamtzahl der Berechtigten 57 644 beträgt, gegenüber 53 728 im Vorjahre. Von der heutigen Gesamtzahl her Studierenden sind 27 244 an den preußischen Universitäten eingeschrieben, (gegen 24 950 im Winter 1908/09 •; an den drei bayerischen befinben sich 9082 (8740), an ddu zwei badischen 4101 (3807) und an den übrigen sechs Universitäten des Reiches zusammen 11980 (11 221). Den heutigen BesnchSzahlen der einzelnen Universitäten' seien, um die hinsichtlich der Reihensvlge der Hochschulen nach der Besucherzahl eingetretenen Verschiebungen dar zu stellen, die entsprechenden Zal)leu des vor jährigen Wmterhälbjahrs gegenübergestellt. Wie Gieße n wurde von.Königsberg und Kiel aus der 16. Stelle auf die 18. gedrängt. In dem Zufluß zu den einzelnen: Fakultäten bezw. Studienfächern haben sich diesen Winter gegenüber der bisherigen Entwickelung einige bemerkenswerte Aenderungen rgeben: Ganz er lieblich, wie sckwst seit einigen Semestern, sind die Philosophen, Philologen imb Historiker in die Höhe gegangen, die von 12110 im Vorjahr auf 14 593 stiegen und damit die volle Hälfte der Gesamtsteigerung in Anspruch nahmen. Dick Mediziner, die seit Jahren ihren Stand vennehrt sehen, steigerten' ebenfalls ihre Zahl sehr beträchtlich: sie zählen jetzt 10135' gegenüber 8877 im Vorjahr und 6080 vor vier Jahren. Eine bedeutende Zunahme weisen weiter die Zahnärzte auf, die 1395 zahlen gegen 1088; die Mathematiker und Naturwissenschaftler stiegen von 6818 auf 7349, die cvangelisehen Theologen von 2194 auf 2320, die katholischen von 1670 auf 1698 und die Kandidaten des Forstdienstes von 125 auf 129. Ter Rückgang ist am stärksten bei den Pharmazeuten, die 1279 zahlen gegen 1570; die Kamera listen bezw. Landnnrte gingen von 2208 auf 2085 zurück, während die Juristen ihren Stand so zieintich hielten und nur eine ganz geringfügige Abnahme, von 11355 auf 11'317, zu verzeichnen haben. — Heber den Plan der amerikanischen Südpolar-Er peditivn, die im Wettkampf mit den zwei neuen englischen Expeditwncn von Sir Ernest Sbaileton und Kapitän Scott ihrem Vaterlande den Ruhm der Erreichung des Südpols gewinnen mifl, werden genauere Einzellwiten bekannt. Die „Roosevelt", Pearys letztes Schiff, wird für die SüdpolareMdition um gekauft. Als Leiter des Unternehmens sind drei bewährte Genossen von Peary in Aussicht genommen, Kapitän Bartlett, ein Neufundländer, der seinerzeit die „Roosevelt" zum Kap Sheridarü führte uitb die .Hilfsexpedition für Peary leitete; alsdann fjhof. Donald Me. Millan, der die wissenschaftlichen Beobachtungen und Aufzeichmnrgen der Peary-Cwpeditton bcwerksteNigt hat, und George Bvrup, .Ingenieur aus Altoona in Pennsylv.ini en. In einer Unterredung äußerte sich der Direktor des anterilanischen Natin historischen Museums über den Plan des Unternehmens. Es würde gerade den Ameridurerlt die größten Schwierigkeiten entgegen türmen, weil die amerikanischen Forsche nicht denselben Weg wählm würden, auf dem Sir Ernest ^L-Hacklewn den südlichslen Punkt erreichte. Die Expedition würde versuchen, von der amen • konischen Seite aus zum Siidpvl vorzudringen. Als Ausgangspunkt ist CeateÄand im Süden von Südamerika vorgeschlagen.. Eine -weite Reise würde über Wiltesland führen, durch jene Regwnz die die Amerikaner eittdeckt haben. ,U1U1 umu fine Nachdem, I Wlhen Tel I SiE eu I Ast über o I »M übertrl I i B seine I 5ü!aienimatc I ^ombilan I -er schon inti I Miet eigenen I ei soll itimli I -Zft“ I jölpecMsl/ I leitenden I ::erung erna I jh Stimme I ki englischen II ee auch diese II ein iverden. Seitdem Ittoberung Ti |)on den Port II lüstet, bü es | ?4te, und I eMsionsdri Äalaienstaate | mdiges Wn ■:nb es ist gni :mzm nicht M Kambods Holland, das mglischen jiDfel der X hi- iLnglanl Singapur bt cit bat Küst Mschen ein EntscheidMc Borstoß 3a L vorgelagerte? | btaab m bit 1 nun I witteren at I ke QSühtbimg | «t Recht ein | rir dem brib 8ed barauj 'm der Südc tott und die ömsicht von j rierungszentrc Äurch so ui Vorherrsch '-che oder fall vauptgrui Wjse tir güjtlfltr Jinan®«1108 STit Tag« Ü oonnitta! . ~ 3m schuorie oin Wischen er ytobttpeater J der man ^MNg nich jf werden.^ ob sie i Men 8^ ganzen ei 7er lretlich fJWten i ' $od' .Mttlernba s^vertenn. SnIN L Ke FjtL 3 , wnbnis ik S,,b'eiun9 fcSÄ fbh KL Kk tto . «hb Ntin,S6i W* rK k J toitb Oberleutnante Jebens durch bic L ich er Straße, Molrkestraße, Ost-Änla.be, Walltorstraße, Marktstraße, Selterstveg, Süd- Anlage Lrs Aur Wohnung des Regiments-Kommandeurs und «durch die Süd-Anlage, Reuen-Baue, Schulstraße, Landgraf- Philipp-Platz nach der Zeughauskaserne zurück. Am 27. morgens ist großes Wecken, das Leutnant v. Eisenhart- Rothe führt. Um 8 Uhr wird ein Choral durch Hoboisten des Regiments vom Turm der Stadtkirche geblasen. Im Anschluß an den evangelischen und katholischen Gottesdienst findet gegen 11.30 Uhr auf Oswaldsgarten große Parade mit einer Ansprache des Regiments-Kommandeurs und anschließender großer Paroleausgabe statt. Darauf werden 'ine Fahnen des Regiments durch die mit dem Schießabzeichen der Leibregimenter ausgezeichnete Leib-Kompagnie in die Wohnung des Regiments-Kommandeurs gebracht. Um 4 Uhr nachmittags vereinigt sich das Offizierkorps des Regiments mit Gästen zu einem Festessen im Offizier-Kasino. Abends feiern die Kompagnien in den verschiedensten Lokalitäten der Stadt. ** Der Wettbewerb, den der Gießener Eis- ver ein zur Erlangung von Entwürfen für ein neu zu errichtendes Eisvereinshaus (an der Roonstraße) ausgeschrieben hatte, erfreute sich reger Beteiligung, Rur hier ansässige Architekten waren zur Mitwirkung aufgejerberL Auf Qfcunb der eingelaufenen Arbeiten konnten folgende Herren mit Preisen bedacht werden: 1. Preis: Richard Seum; 2. Haus' Zimmermann; 3. Konrad Schuhmacher. ” Jubiläums - Pferdemarkt. Aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des Gießener Pferdemarktes sind für den am 6. April festgesetzten Markt zur Prämiierung einschließlich von Jubiläumspreisen für jede Klasse im ganzen 5 000 Mark vorgesehen. Nach Beendigung des Marktes findet auf dem Sportplatz an der Hardt nachmittags 2 Uhr die Preisverteilung und eine Vorführung von Pferden, Herrschaftswagen, Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen statt, für die eine Reche von Ehrenpreisen vorgesehen sind. Hierauf wird ein Sportfest abgehalten, an dem sich die Garnisonen Gießen, Marburg und Butzbach, die Reitervereine Gießen und Friedberg, sowie (an einem landw. Rennen) zahlreiche Landwirte der Provinz, besonders stark aus der Wetterau, beteiligen werden. ** Stenographisches. Welche Verbreitung die Gabelsbergersche Stenographie gegenwärtig in Deutschland einnimmt, sollen einige Zahlen beweisen, die dem kürzlich erschienenen „Jahrbuch der Schule Gabelsberger 1910" entnommen sind. 1908/09 wurde das Gabels- bergersche System von 165 223 Personen (2682 mehr wie im Zähljahre 1907/08) erlernt, während das Jahr 1900 nur 63 560 Unterrichtete hatte. Der deutsche Stenographenbund, dessen Vorsitz Seminaroberlehrer Prof. Pfaff-Darmstadt führt, hat jetzt 109 314 stenographiekuudige Mitglieder (8412 mehr als im Vorjahre), die sich auf 2454 Vereine verteilen (136 mehr als int Vorjahre). Auf das Gvoßherzogtum Hessen entfallen davon 112 Vereine (23 mehr als im Vorjahre) mit 4307 ^Mitgliedern (808 mehr als im Vorjahre). Den größten Teil der 3637 (104 mehr wie im Vorjahre) vom 1. Juli 1908 bis zum 30. Juni 1909 in Hessen Unterrichteten stellen bei uns nicht die Vereine und Privatkurse (1745), sondern die Höheren Lehranstalten (1892); an 68 hessischen Schulen wird jetzt das System Gabelsberger gelehrt. Wie in den meisten anderen Bundesstaaten, sind auch die hessischen Ministerien dahin übereingekommen, für die Zukunft nur solche Anwärter zur inf-ormatorischen Beschäftigung auf ihren Kanzleien z-uzu-- lassen, die den Nachweis erbringen, daß sie nach dem ,System Gabelsberger gewandt zu stenographieren vermögen. Das Finanzministerium laßt in feinen Amtsräumen einen besonderen Kursus in der Gabelsbergerschen Stenographie für seine Beamten abhalten. Auch die Hessische Division ist von den einzelnen Miuisterialabteilungen ersucht worden, die in Betracht kommenden Militäranwärter bezw. die Unteroffiziere, die sich in Zukunft um die Stelle eines Ministerialkanzlisten zu bewerben beabsichtigen, dementsprechend bedeuten zu wollen. Daneben werden noch auf Anordnung des Gendarmerie-Kommandanten die Hess. Gendarmen in der Stenographie nach Gabelsberger unterrichtet. 2$. Stä), 23. Jan. Zu der Gründung eines Volks- bildungsvereins sei noch bemerkt, oaß dem Verein als Haichtziel die Schaffung einer Volksb iblio th e k vorschwebt. Auch trägt man sich mit dem Gedanken, eine öffentliche Lesehalle einzurichten. Damit würde Lich ben meisten anderen hessischen Landstädtchen weit vorauseilen. Bei. dem großen Interesse, das unser Bürgermeister ben Bestrebungen des gemeinnützigen Vereins entgegenbringt, ist anzunehmen, baß dieser Plan verwirklicht totrb, vorausgesetzt, daß auch der Gemeinderat der Volksbildungsarbeit sympathisch gegenübersteht und den nötigen Raum für ein Lesezimmer bewilligt. n. Götzen bet Schotten, 23. Jan. Unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder und feiner Amtsbrüder aus dem Kreise wurde heute unser Lehrer Wilhelm Müller zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat das Lehrerseminar in Friedberg im Jahre 1886 verlassen und stand jetzt in den besten Mannesjahren. Bor seiner Verwendung in unserem Orte war er eine Reihe von Jahren in Boden- Hausen bei Ulrichstein als Lehrer tätig. Besonders eifrig wirkte her Dahingeschiebene stets int Kriegerverein, dem er immer ein treue § Mitglied war. ? Ged er n, 23. Jan. Am 26. und 27. Februar d. I. findet im Saale des „Bergwirtshauses" eine Bezirks- Geflügel ->'Ausstellung des hiesigen Geflügelzucht- veveins unter Mitwirlung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses der Provinz Oberhessen statt. x B a d N a u h e i m , 24. Jan. Kaisers Geburtstag wurde gestern abend bereits von der Kriegerkamerad- schaft „Hassia" buixfi Abendunterhaltung und Konzert in der Turnhalle festlich begangen. Die von der Stadt geplante öffentliche Feier findet dagegen erst am Donnerstag abend in Form eines Kommerses im Sprudel-Hotel statt. Der Turnverein sowie der Gesangverein „Frohsinn" haben ihre Mitwirkung zugesagt. Friedberg, 22. Jan. Der im Oktober 1908 ins Leben getretene, durch das Kreisamt für den Kreis Friedberg eingerichtete Arbeitsnachweis hat eine recht günstige Entwickelung genommen. Im abgelaufenen Jahre wurden Stellen vermittelt für 9 Buchbinder, 16 Gärtnergehilfen, 5 Küfer, 32 Schlosser, 20 Schmiede, 28 Schneider, 53 Schreiner, 50 Schuhmacher, 63 Taglöhner, 3 Wagner, 12 Weißbinder, 4 Zimmerleute, 1662 Knechte für die Landwirtschaft, 138 Vieh schweizer, 1265 landw. Taglöhner, 4 Köchinnen, 4 Dienstmädchen, im ganzen 3368 Vermittelungen. Auf die einzelnen Monate verteilen sich die Vermittelungen: Januar 49, Februar 58, März 414, April 273, Mai 150, Juni 192, Juli 368, August 352, September 474, Oktober 552, November 286, Dezember 200. Die Absicht der Kteisverwal- tung, den Arbeitsnachweis besonders auch der Landwirtschaft dienstbar zu machen, ist in nicht erwartetem Maße gelungen. Allerdings ist es nicht möglich gewesen, weibliches Personal in größerer Zahl zu üermitteln. Hier stehen noch der Vermittelung Schwierigkeiten entgegen, die erst im Laizfe der Zeit durch besondere Veranstaltungen überwunden werden können. Dagegen hat sich der Arbeitsnachweis für männliches Personal recht gut entwickelt. — Groß-Umstadt, 23. Jan. Ter zweite Fort- bildungskursus für ehemalige Schüler der höheren Land- wirtschastsschnle vom 20.—22. Januar war von 100 Landwirten aus Hessen, Nassau und der Pfalz besucht. Größtenteils waren es frühere Schüler, aber auch viele Freunde der Schule nahmen teil. Tie Vorträge der Herren Dr. Völzing, Prof. Tasche, Dr. Kleberger und Dr. Biedenkopf, sowie auch die praktischen Demonstrationen an den geologischen Karten und einer vollständigen Sammlung hessischer Gesteine, an den Wetterkarten dH Hess, landw. Wetterdienstes, den Bakterienkulturen, den Kulturgeräten (vorgesührt wurden der Untergrundzacker „Subversor", die Schwarz'sche Tellereggc, die Tröster'sche Killendrillmaschine „Hassia", die Prarner-Zehetmayr'sche Sämaschine „Zukunft") sanden lebhaften Beifall. Stege waren die Diskussionen, die sich an die einzelnen Vorträge anschlossen. Ter Erfolg dieser Vor- ttagskurse ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Anstatt und ein Zeichen der Tüchtigkeit der hessischen Landwirte, die es verstehen, die Fortschritte der Praxis auf wissenschaftliche Belehrungen aufzubauen. In Verbindung mit dem Fortbildungskursus hielt der Verein ehemaliger Schüler der Großh. Land- wirtschastsschule Groß-Umstadt am Freitag abend ferne zweite ordentliche Generalversammlung ab, woran sich ein Kommers sämtlicher Kursusteilnehmer anschloß. Fe. Biedenkopf, 23. Jan. Der BahnbauOber- scheld-Wallau macht rasche Fortschritte, obgleich manche Terrainhindernisse, Unter- und lieberfüf)rangen, Einschnitte usw., zu überwältigen sind. Der Haupteinschnitt liegt an der Wasserscheide 526 Meter hoch, wo eine Baggermaschine in Tätigkeit gesetzt ist, die die Erbmassen bewältigt. Tie Bahn hat vom „Nikolausstollen" bis auf die Wasserscheide etwa 230 Meter Steigung in einer Länge von fünf Kilometer zu überwinden. Erdenket der hungernden Vögel! Gericht-iaat. 0 Marburg, 21. Jan. Zum zweitenmale beschafttgte sich gestern und heute das Landgericht mit dem Schriftsteller Max Dunkel aus Mittenwalde, der beschuldigt wurde, im Mai v. I. in Marburg, Laasphe und Dillenburg Hotel- und sonstige Schwindeleien begangen zu haben. Unter dem Namen Dr. Treu wohnte der Beschuldigte seit März im Hotel Pfeiffer hier, wo er eine Schuld von 358 Mk. hinterließ. Ebenso schädigte er auch unter allerhand Vorspiegelungen zwei Geschäftsleute um Beträge von 80 und 20 Mk., dann wohnte er im Wittgensteiner Hof in Laasphe und zuletzt im Hotel Senn in Dillenburg, wo er auf Anordnung der Marburger Staatsanwaltschaft verhaftet wurde. In diesen beiden Hotels betrug die Schuld je 52 Mk. Die erste Verhandlung im Oktober endete bekanntlich damit, daß Dunkel auf seinen Geisteszustand beobachtet werden sollte. Er machte auch beute geltend, daß er durch seinen Roman und sonstige Schriftstellerin so viel verdiene, um feine Schulden bezahlen zu können. Es sei niemals seine Absicht gewesen, irgenb jemand zu betrügen. Heute wurden eine ganze Anzahl Zeugen aus Marburg, Laasphe, Dillenburg, Berlin und Leipzig vernommen. Durch die Zeugen wurde festgestellt, daß Dunkel sich als Amtsrichter, Bibliothekar, Hausbesitzer ausgegeben imi) auch erzählt hatte, er sei verheiratet und besitze ein Bankguthaben. Tie Der- lagsbuchhändler schildern ihn als einen hervorragenden Schriftsteller, der bedeutendes Honorar erziett, aber zu der ftaglichen Zeit nichts mehr zu fordern hatte. Es stellte sich ferner heraus, daß er auch andere Leute, die er bei seinem gesellschaftlichen Verkehr kennen lernte, angepumpt hat. Tas in spater Abendstunde verkündete Urteil lautete auf 11/3 Jahre Gefängnis und zwei Jahre Ehrverlust. Der Staatsanwatt hatte mit Mcksicht auf die Rückfälligkeit. des Angeklagten 2 Jahre Zuchthaus beantragt. In der Urteilsbegründung wurde darauf hin gewiesen, daß dem Angeklagten Milderungsgründe zuzubilligen feien, weil er laut ärztlichem Gutachten an Nervenschwache und an der Sucht, ohne Mittel den großen Mann zu spielen, leidet, und diesem Drang nicht widerstehen kann. Die Rettung der verschütteten auf Zeche Holland. Nach fast 92 stündiger Gefangenschaft erfolgte am Samstag mittag die lang vergeblich erhoffte Bergung der Verschütteten auf der Zeche „Holland" bei Leithe. Bcckd nach l Uhr ging eine freudige Bewegung durch die auf dem Zechenplatz tätigen Arbeiter und Beamten. Kurz darauf ertönte auch das Zeichen zum Aufzug des ersten Transports, und um 1 Uhr 30 Minuten erschien der Korb. Aus dein Rand des Korbes Rauben drei Rettungsleute, in ihm saß, in wollene Decken eingehüllt, die Augen zur Abhaltung des grellen Tageslichts mit einem Tuch verhängt, einer der Geretteten. Es war der Bergmann Ragozowski auS Leiche. Er wurde auf eine Tragbahre gelegt, in Decken gehüllt und in das wenige Meter entfernte Maschinenhaus getragen, wo der Arzt die Ankunft der Geretteten erwartete. Wenige Minuten mich bem ersten Transport folgte der streite. Diesmal kamen gleich zwei Gerettete: Schupp aus Kray, der einen Armbruch erlitten hat, und Kaufmann aus Gelsenkirchen. Ter erste lachte dem Tageslicht fröhlich entgegen. Kaufmann verschmähte die Tragbahre und ging elastischen Schrittes stumm zum Maschinenhaus empor. Ter letzte Korb führte den Trittelführer Äleffiter und seine Kameraden Bayer und Tolata zutage und zum Leben zurück. Das zahlreich angesammelte Publikum brach in begeiferte Hoch- und Hurrarufe aus. Klefsirer, Bayer und Tolata gingen ebenfalls zu Fuß. Im Maschinenhause untersuchte Dr. Broer die Geretteten. Alle erttärtm, daß sie sich wohl fühlten. Man reichte ihnen sodann Erftischungen und brachte sie ins Ueckendorfer Knappschaftskrankenhaus. Tie Rettungsarbeiten hatten sich, wie wir wiederhott mitgeteilt haben, recht schwierig gestattet, da der Schochtring so eng war. daß bte Rettungsmannschaften das Geröll mit ihren Händen fort schaffen mußten. Die Geretteten haben ihre Gefangenschaft der hÄtnisNräßig gut überstanden: fie erklären, daß sie während der 92 Stunden nid# einen Augenblick geschlafen hätten. Ter Raum, in dem sie sich befanden, umfaßte faum zwei Kubikmeter. In dieser Enge mußten sie zusammengepfercht mit gebogenen Rücken auf den Knien liegend zubringen, einer ton ihnen lag bei Länge nach am Boden. Miesbach (Bayernh 23. Jan. Nachdem man fid> gestern nachmittag mit dem zweiten bei bem ^chachteinsturz out dem Kohlenbergwerk „H anshanr" verschütteten Bergmann Stadler in Verbindung setzen konnte, ist heute rormittag nach acht Uhr dessen Befreiung gelungen. Stadler ist, abgesehen von leichten. Quetschungen, bei guter Ges undheit. Spielplan öer vereinigten Srantfurter Stadttheater. Opernhaus. Montag den 24. Jan., abends 6 Uhr: .Tristan und Isolde." Dienstag den 25. Jan.*): „Jzeyl." Mittwoch den 26. Jan.: .Die geschiedene Frau." Donnerstag den 27. Jan: .Don Juan." Freitag den 28. Jan. geschlossen. Samstag den 29. Jait., nachmittags 31/, llhr: „Jung Habenichts." Abends -*/,? Uhr. „Lohengrin." Schauspielhaus. Montag den 24. Jan.'): „Tie Braut von Messina." DienStag den 25. Jam: „Der dunkle Punkt.' Mittwoch den 2ö. Jan., nach, mittags 2'/, Uhr: .Wilhelni Tell" Abends 7 Ubr: .Ter dunkle Punkt." Donnerstag den 27. Jan.: .Wallensteins Lager" und .Die Piccolomini." Freitag den 28. 3an., abends ft,8 Uhr: „Tas Konzert." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Märkte. fc. Wiesbaden, 22. Jan. Heu- und Stroh markt Angeiahren waren 7 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu 11.00 btd uO.OO Alk., Stroh lRichtüroh) 6.60—7.00 Mk. Fruchtmarkt. Hafer 16.40—17.00 Mk. Alles für 100 Kilo. kirchliche Nachrichten. Evangelische iDeniemoc. Montag den 24. Januar, abends 8 Uhr, im Lukassaale: Bibel stunde. Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Wetter 1910 23. 23. 24. 2" 9“ 7« HL Sii 744,5! 1,1 743.3 j — 4.3 731,8 1—2,3 chste Tempera rdrigste , 3,6 72 3.0 91 3,7 1 96 1 uu am 23. , 23. N S 8 biS 24. „ 24. 2 2 2 Im 4 2 10 luar — Sonnenschein Schneefall + 1,3 6 C. — 4,7 eC. Nieoerschlag: — 0,1 mm. des 37. 64.30 117.00 Börse, 22. Januar. Anfangstirsa. Tendenz ungleichmässig-. 9435 95.40 94.20 85.30 250.50 114.70 Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . _ Türkeulvbe Harpener Bergwerk Laurahütte . . ..... Xordd. Lloyd . 99.75 97.50 94.70 182.80 47.70 91.90 69.35 99.95 Indnstripi^Giesseu. Börse, 22. Januar, 1.15 Uhr. Obcrschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. , . . Darmstädter Bank . i. . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto -Kommandit . . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .. . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .. . 7 .. . Gotthardbahn . . . . 212.10 . 198.75 . 101.50 nnd Frankfurter 11140 183.o0 138.50 -56.50 153.50 r.’7.00 164 30 211.30 ff. 23.50 *. 101.40 . 182.60 Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. - Dresdner Bank . .. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel 23.45 161.30 181.70 13K.20 257.20 93.50 164.60 3'/,% Keicb$anlei.he do. -— 3°/0 Portugiesen „ III 4*/,% russ. Staatsanl. 1905 japan. Staatsanleihe 4°/a Conv.Türken von 1903 Türkenlosc ..... f 4% Griech. Monopol-Anl. . . 4°,0 äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . . L. ^W/o Chinesen . . * Aktien: Bochum Guss......... .-sr Buderus E. W. -. . . -. Tendenz schwächer. Lombard. Eisenbahn. .«j Oesterr. Staatsbahn . .*»_______ Prince 7 Henri - Eisenbahn £. 136.00 Harpener Bergwerk ... . '-12.60 Laurahütte . . . . . £ . 199.40 36/, • do. 3'/,<7. Konsols AA Elektriz. Labmeyer . . . 107.30 Elektriz. Sebuckert . . 138.25 Eschweiler Bergwerk . . 209.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 218 25 Hamburg-Amerik. Paketf. 133.3® do. £ Hessen . Oberhessen sej 93.00 4°/0 Oesterr. Goldrente X- 99 70 4’/6°/o Oesterr. Silberrente 99.10 4°/e Ungar. Goldrente .y,. 95.80 4°;0 Italien. Rente . . e... 104.60 3% Portugiesen Serie I-? Sänger und Redner. Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte sich in den letzten Wochen ganz besonders bei den Anstrenffuncen. welche die Fabrikanten von Wybert-Tabletten gemacht haben, um für ihre seit 60 Jahren hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben. Die Nachfrage nach WyberLTabletten ist so enoß. dass die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in welchen Tansende von Gratisproben die glänzendsten Beweise ihresWertes erbracht haben, cenuc Tabletten zu produzieren. Dio Stimme wird durch repelmäßUen Gebrauch von Wybert - Tabletten so wohlklingend und ausdauernd, daß Sänger und Redner nur noch Wybert-Tabletten verwenden, die in allen ztpotheken iuSchachtehi ä Mk. 1.— erhältlich sind. Depot in Gießen: Pelikan - Apotheke, Kreuz 2. Fabrikant: Aneruet Jacobi, Darmstadt- eilra14 Pfd. 35 PI. 111 Pld. 80 Pi.,1 s Pld. 45 PI. Niederlage bei Georg ■.iiu..er uer E,iig-ciapotheke. ss21/iJ Teil: Choco!ade Einköiil.Genuss Zell: s^Cacaops Ein labe trank Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich.