Dritter Blatt Nr. 272 160. Jahrgang Gießener Anzeiger trldietnf ttgflfl mH Au-naLme bd Sonntag«. General-Anzeiger für Gberheffen Dte ^Oteßener Kamlllendlätter" werden dem ,9lnAeifler* viermal roocbentltcb beigeleqt, daS „Kretsblatl für vea Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..randwtrtschastliche« Lett- frage«- erscheinen monatlich zweimal. 5amrtag. 19. November 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersiiätS • Buch- und Sreindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und ruderet: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AneeigerGießen. Die Verkehrsmittel im Kriege. Die gewaltigen Fortschritte der Technik und die wachsende Erkenntnis von der Wichtigkeit der Verkehrsmittel haben säst aus allen Gebieten des militärischen Verkehrswesens Aenderungcu und Vervollkommnungen hervorge- cusen. Von berufenster Seite, nämlich dem Chef der Verkehrsabteilung im preußischen Kriegsministerium, Oberst Zchmiedecke, wird in dem demnächst bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin neu erscheinenden Buche „Die Verkehrsmittel im Kriege" ein zuverlässiges und anschauliches Bild des heutigen Verkehrsapparates im Heere gegeben. In übersichtlicher Anordnung kommen alle Zweite des Verkehrs- und Nachrichtenwesens sowie ihre Leistungen im Kriege zur Darstellung: Eisenbahnen — Feld- und Förderbahnen — Telegraphie — Lustsahrzeuae — Kraftwagen — Wasserstraßen — Fahrrad — Brieftaube — Miegshund. Das Kapitel über die Funkentelegraphie bringt z. B. eine Schilderung, wie die zur Anwendung gelangenden Apparate funktionieren. Der deutsche Physiker Heinrich herz, der rm Jahre 1894 verstorben ist, hatte durch Verbuche nachgewiesen, daß elektrische Funken beim Uebersprin- gen der Funkcnsirecke elektrische Energie ausstrahlen, die sich in der Lust nach allen Seiten unter den gleichen Erscheinungen ausbreitet wie das Licht. Auch in ihrer Gestaltung gleicht die Erscheinung dem Licht: die Ausstrahlung >rfolgt in Wellensorm. Diese Entdeckung gab den An- toß zur Konstruition der Vorrichtungen, die heute das telegraphieren über weite Strecken ohne Draht ermög- ichen und das Nachrichtenwesen in so hohem Maße ver- inbert haben. Die Verwendung der Funkentelegraphie ist ür militärische Zwecke ein Hilfsmittel.allerersten Ranges geworden, und sie kann angewendet werden in Festungen jur Verbindung mit dem Jnlande, in der Marine zur Ver- undung der Flotte mit dem Lande, dann in der Küsten- jerteibtguna und endlich im Feldbüege zur Verbindung )er vorgeschobenen Kavallerie-Divisionen mit den Armeeoberkommandos. Auctz einzelne Armeen im Feldkriege wer- >en von ber Funkentelegraphie großen Nutzen zu ziehen mstande sein. Feste (Stationen für die Funkentelegraphie ?at die Militärverwaltung jetzt schon in den großen Festungen des Westens und in Frankfurt a O. eingerichtet. ,'luch die Luftschiffe der Armee (mb mit Funkentelegraphen- tationen versehen. Die Lustschiffertruppe verfügt über eine festgegliederte Organisation für den Frieden und für den Krieg und ist )azu berufen, im Ernstfälle wichtige Aufgaben zu lösen. Ler größte Freiballon, den Deutschland besitzt, ist der Ballon „Preußen", der dem Meteorologischen Institut in Berlin gehört. Er enthält 8400 rm. Es ist dies derselbe Ballon, mit dem von zwei Beamten des Institutes, Lr. Berson und Dr. Süring, im Jahre 1901 die größte )öhe von 10 800 m erreicht wurde, zu der nachweislich Nenschen gelangten. Die Erfolge des lenkbaren Luftschiffes in Frankreich mrch die Gebrüder Lebaudy gaben der preußischen Heeres-- lerwaltung den Anlaß, dieses neue Kriegswerkzeug in den Dienst des Heeres zu stellen. Auf dem Uebungsplatz des Zustfchisser-Bataillons zu Reinickendorf wurde rasch eine ^uflschifswerft errichtet, die im Jahre 1907 nach dem halb- tarren System ein Bersuchsschiff, 1903 das erste Militär- Luftschiff lieferte. Von der Verwendung des Luftschiffs als Waffe erwartet der Verfasser des Buches nicht allzuviel. Es dürste wohl keinem Zweifel unterliegen, daß die Aufklärung der wichtigere Teil in der Verwendung des Luft- i'chiffes ist und baß dieses Ziel zunächst bei der Durchbildung des Schiffes maßgebend sein soll. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, daß auch die andere Verwendung un Auge zu behalten ist. Infolge der schnellen Entwicklung der Flugtechnik trat die Heeresverwaltung im Sommer 1910 der Ausbildung von Ofiizieren als Führer von Flugicu-rzeugen naher, nachdem schon der Bau eines Militär-Flugzeuges erfolgt war. Aus dem Truppenübungsplatz zu Doberitz wurde eine Lehranstalt errichtet und der Versuchsabteilung der Verkehrstruppen unterstellt. Bei den Flugzeugen rechnet die militärische Verwaltung mit der Nachrichtenübermittelung, der Erkundung bei dem Angriff auf Luftschiffe. Die Besetzung mit zwei Personen ist demnach Bedingung. Bei dem Angriff auf Luftschiffe wird das Flugzeug versuchen, nach raschem Steigen von oben her Geschosse ober anoeres gefahrbringendes Gerät auf den tiefer befindlichen Gegner zu schleudern. Die Bauart der Fahrzeuge bedarf der gründlichen Prüfung, inwieweit sie den Anforderungen des Krieges entsprechen. Zurzeit wird das Flugzeug vor und nach der Fahrt peinlich genau in allen seinen Organen nachgesehen und gewissenhaft behandelt. Die Sorgsamkeit, mit der dies geschieht, ist ein Beweis für die Notwendigkeit. Im Kriege wird es allerdings dazu an Zeit und 'Gelegenheit fehlen. Trotz &r großen Erfolge, die in der Aviatik schon erreicht lüoroen sind, kann man sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß ein kriegsbrauchbares Flugzeug bisher noch nicht vorhanden ist. Dvi iss >• re», * Entenjagd aus dem Fasse. Der südöstliche Teil des Podeltas ist ein riesiger, vvn der Adria durch eine im Norden viel sack) sich spaltende Landzunge getrennter Brackwassersee: die durch ihren Massensang der Aale berühmte Lagune von Comacchio lspr. = rnäckjo). Auf ihrer 39 000 Hektar umfassenden Wasserfläche hausen, so entnehmen wir der Zeitschrift „Kosmos", zahlreiche Sumpfvögel, darunter besonders geschätzte Arten von Wildenten, die nod) heute in derselben, höchst originellen Art gejagt werden, von der schon Georg von Mertens in seinem 1844 erschienenen Werke „Italien" folgende ansäzauliche Beschreibung gegeben hat: „Ein paar Stunden vor Tagesanbruch wird die Jagdgesellschaft geweckt; jeder Schütze begibt sich mit einem Gehilfen, der das Laden besorgt, einem guten Wafterhunde und einigen Gewehren in einen kleinen Naa^n und fährt seinem Posten zu. Dieser Posten ist ein «geräumiges Faß, Bota da cazza (botte da oaccia, Jagdfaß) genannt, unten breiter als oben, bis zum Rande im Schlamme eingegraben, so daß es zur Flutzeit kaum ein paar fingerbreit über dem Wasser bervorragt und durch Sumpfflanzen auch zur Cbbezeit ziemlich verdeckt wird. Ter Jäger ist, wenn er auf seinem mitgebrachten Tambuchio (Munilionskästchen) sitzt, ganz unsichtbar. — — Wenn er sich zum Abfeuern erhebt, ragt er oben mit dem Oberleib über dem Fasse hervor." Vor vielem läßt man täuschend aus Holz und Kork gefertigte Lockenten fdjtuimmcn, die mit einer Schnur unten an einem Ziegelstein vor Anker liegen. Sobald nun die Enten mit Tagesanbruch in kleineren und größeren Flügen vom festen Lande zu ihren gewohnten Futterplätzen zurückkehren und auf den bekannten Seen unten schon Kameraden zu erblicken glauben, senken sie sid) in weiten Kreisen aus der Hölze hinab. Hierbei schießt sie der Jäger im Fluge, bevor sie das Wasser erreichen «und den Betrug entdecken. „Bald folgt ein Schuß auf den andern. Die armen, erschreckten Vögel fliegen, indem sie einer Gefahr entgehen wollen, der andern entgegen, und die Jagd wird allgemein, bis die verscheuchten Enten in die unbesuchten benachbarten Sümpfe und die angrenzenden Lagunen flüchten, und die Jagd einige Zeit nach Mittag ein Ende nimmt." ßanöel. •• Konkurse in Hessen. lieber daS Vermögen des SpezereiwarenhändleiS Georg Schock zu Gießen wurde am 11. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Kaufmann Althoff zu Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Dezember bei dem Amtsgericht Gießen anzumelden. — Ueber das Vermögen der offenen Hatidelsgesellschafi in Firma Jean Müller, Zuckergroßhaudlung in Al a i n z, wurde am 1£ November das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Josef Schmitt in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordenmgen sind bis zum 10. Tez. bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen des Kauf- mauns Johann Adam Al ü l1 e r und dessen Ehefrau Tberese geb. Raskop m Mainz, persönlich hauende Geselllchaster der offenen Handelsgesellschaft in Fir.ua Jean Müller, Zuckergroßhandluna rnielvu, wurde am lö. Roo. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Josef Schmitt in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordenmgen sind bis znm 10. Tez. bet dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — Ueber den Nachlaß des Julius Al o l z, im Veben Kaufmann und Inhaber der Firma Älolz & Forbach in Worms, wurde am 8. 9loo. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Boxheim er in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Tez, bei dem Amtsgericht Worms anzumelden. — Der Kampf gegen bas amerikanische Petroleum. ^Jn der Vollversammlung des Einkaufsoereins der Kolonial- warenhandler zu Hannover wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: ^Wie wir hören, geben die Amerikaner und die mit ihr verbündeten Peiroleumgesellschaflen aller Orten schon jetzt daran, die Deiailliflen zur Erneuerung der laufenden Verträge bis «912, ja sogar bis 1913 zu veranlassen. In unserer Alitgliederversamm- lunq wurde daher einstimmig beschlossen, die Anträge der Amerikaner und ihrer Verbündeten bis auf weiteres jedenfalls unberücksichtigt zu lassen und die 'Uhtglieber zu warnen, sich bei den Vorgenannten zu binden. Tie Unterschriften unter die vorgelegten neuen Pelroleumverträ'ge sind zu verweigern. Es wird ferner beschlossen, keinerlei Abmachungen mit einer Petroleumgesellschaft zu treffen, ohne vorher auch die Offerte der Oesterreichischen Vetroleum- Gesellichaft „Olex", rejp. deren Tochtergesellschaft, der Sächsischen Petioleum-Jmvon-Gesellschast, Dresden, als einziger vom Trust unabhängigen Konkurrenz, gehört zu haben." Sicher und schmerzlos wirkt das echte Radlaucr'schc Hühner- augcnmittcl. Fl. 60 Psg. Rur echt aus der Slroncn s2lpotl?etc, Berlin v». 8. Depot in den meisten Apotheken und Drogerien, I Die Trommel des Alfa-Laval-Separators bildet verschiedentlich immer noch das Angriffsobjekt der minderwertigen Konkurrenz, die ihre „teüerlofen" oder „cinsatzlosen" Trom- 4 mein als einfacher hinstellt. 1$ Hingegen ist es Tatsache, daß die Alfa-Teller nicht als einzelne Teile in Betracht kommen, sondern daß sie mittelst patentierten Wafchstabes nur als Ganzes behandelt werden. 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Wir rechnen aber auf Grund der tatsächlichen Erfahrungen in Deutsch-Ostafrika und Togo mit folgenden GrundzilTern. Bei Sisal schätzen wir die Anlagekosten pro ha bis zu der im 4. Jahre beginnenden Schnittreife an Löhnen für Schwarze einschließlich der schwarzen Aufseher auf 270 M., bei Manihot bis zur Zapfreife im 5. Jahre auf 600 M. Für Wohngebäude und -Inventar rechnen wir 20000 M., für sonstiges Inventar und Geräte 10000 einmalige Anschaffung bei 4500 M. jährlicher Abschreibung und Erneuerung. Für Feldbahn und Anschlußgeleise setzen wir 18 000 M. Anlage und ähnlich 1000 Mk., für eine Sisalfabrik 100 000 M. Anlage und ähnlich 15000 M. Abschreibung und Erneuerung ein. An Europäern wird man in den ersten beiden Jahren 1—2, vom dritten Jahre an dauernd 2 Pflanzer und vom dritten oder vierten Jahre an 1 Maschinisten benötigen. Die heimische Verwaltung wird rund 8000 M. jährlich kosten. An Einnahmen rechnen wir bei Manihot im fünften Jahre 50 kg im sechsten Jahre 75 kg, im siebenten Jahre 100 kg und vom 8. Jahre an IN kg trockenen Kautschuk pro ha, die bei einem Verkaufspreise von 6 M. pro kg auf Grund der Erfahrungen der Agupflanzung einen Bruttoüberschuß von 3 M. pro kg ergeben. Bei Sisal rechnen wir im vierten, fünften und sechsten Jahre je 1%। t Hanf pro ha, schätzen die Kosten der Erntebereitung vom Schnitt der Blätter bis franko Waggon ohne Europäer und Wirtschaftlicher Beirat: Louis Hoff Generaldirektor, Harburg a E., Vorsitzender des Zentral Vereins Deutscher Kautschukwaren- Fabriken mit einer Beteiligung von Aktien L 1OOO M. = beizu treten. Sitz: Berlin. Kapital: mindestens 750 000 M und höchstens 1000 000 M. in Aktien zn Je 1000 I. auf den Inhaber. Zahlungsbedingungen: 25% zuzüglich 5% für den Aktienstempel und Gründung«kosten auf Aufforderung des Gründungskomitees, weitere Je 25% nach Maßgabe des Statuts in den Jahren 1911, 1912 und 1913. das Komitee zur Gründung der Togo - fflaozongs-lklieogesellschaltlstand): und Fabrikbesitzer, Krefeld, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Agupflanzunzsgesellschaft J. C. Lange Direktor der Deutschen Agavengesellschaft, Berlin aufnehmen soll, so geschieht das in der Erkenntnis, daß Togo klimatisch ähnliche Verhältnisse wie Ostafrika bietet, im übrigen iber eine Reihe besonders günstiger Vorbedingungen aufweist. Die Kautschukkultur in Togo ist keineswegs etwas Neues. Die Agupflanzung baut seit 1901 .n kleinem, seit 1906 in ansehnlichem Umfange Manihot an, und sine Reihe von Regierungsstationen hat ausgedehnte Versuche mit diesem Kautschukbaum gemacht. Es ist zweifellos festgestellt, daß er in Togo sehr gut gedeiht, unter keinen Schädlingen zu leiden hat und einen gutbezahlten Kautschuk liefert. Vor allem aber besitzt der Manihotbaum in Togo die Eigenart, daß er durch den in Ostafrika im allgemeinen nicht anwendbaren Grätenschnitt angezapft werden kann und so ein gleichmäßiges und reines Produkt gewährleistet Daneben hat sich aber auch Hevea bisher gut bewährt. Die Sisalhanf kultur In Togo wird ebenfalls bereits seit mehreren Jahren betrieben. Die Anlage von rund 80 ha auf Plantage Kpeme und Versuchspflanzungen an mehreren Orten, insbesondere auch am Agu, haben oewiesen, daß die Sisalagave in Togo gut gedeiht und im gleichen Alter schnittreif wird wie in Ostafrika. Der Hauptvorteil Togos aber liegt in den günstigen ArbciterverhältnlsRcn. Bei der geringen Zahl der vorhandenen Plantagen findet die zahlreiche, erwerbsfreudige eingeborene Bauernbevölkerung in ihj?en umfangreichen Eingeborenenkulturen keine voll ausreich- ende Beschäftigung; Tausende von Eingeborenen aus Süd- und Mftteltogo gehen hinüber nach der benachbarten englischen Goldküste, um auf den dortigen Kakaoplantagen der wohlhabenderen Eingeborenen gegen Lohn zu arbeiten, Hunderttausende von Eingeborenen in Nordtogo sind für Ausfuhrkulturen bisher so gut wie gamicht nutzbar gemacht! Der übliche Arbeitsvertrag läuft in Togo ein volles Kalenderjahr, die Vertragsarbeiter kon m -n regelmäßig jeden Werktag zur Arbeit, die Verpflegung na.-ht keinerlei Schwierigkeiten. Werbekosten fallen fort, der Lohn wird in Bargeld bezahlt, die Ausgaben tur Unterkunft und für Krankheiten sind verschwindend. Neben den Vertragsarbeitern kann man ansehnliche Mengen von Tagelöhnern, darunter für leichte Arbeiten auch Frauen und Kinder, meist ohne Schwierigkeiten aus den Dörfern der Umgegend einer Plantage bekommen. In bezug auf die Arbeiterverhältnisse ist die Togokolonie mithin Deutsch-Ostafrika bei weitem überlegen. Dasselbe gilt von den Schiffsverbindungen : Togo hat deutsche, englische und französische Dampfer nach den wichtigsten Hafen- und Handelsplätzen von Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und England; der Verkauf der Plantagenerzeugnisse wird dadurch außerordendlich erleichtert. Dabei ist der Seeweg kürzer, die Frachten sind billiger (keine Suezkanal-Gebuhren!) und die Verladungsgelegenheiten ungleich häufiger als m irgend einer anderen deutschen Kolonie. Angesichts dieser günstigen Verhältnisse wird man von den beiden in Deutsch-Ostafrika maßgebenden und nachweißlich tfewirmbnngenden Kulturen in Togo die gleichen Erfolge erwarten durften. " Als, Grundlage des neuen Unternehmens wird von der Deutschen Togogesellschaft ein geschlossenes Areal von rund 7500 ha in der Landschaft Gadja, einige Kilometer südlich des Aguberges einschließlich einer Versuch spflanzung eingebracht. Das ' Zeichnungsschein. Auf Grund der ~ zugegangenen Zeichnungsaufforderung ... , . ich mich, , verpflichte----der ™ Laufe des Winters, spätesten, bis 3L März 1911 zu errichtenden To^o-Pflanzungs-Aktiengesellschaft 1 Land wird im Osten durch den Schiofluß auf über 10 Kilometer - Länge begrenzt und reicht im Westen an den Aweto und den 1 vom Agu kommenden Egbifluß heran. Hier wird es von der 1 Eisenbahn Lome—Palime ■ durchschnitten. Die Anlegung einer Anschlußweiche dicht bei der Versuchspflanzung, rund 100 km von Lome entfernt, ist geplant. ’ u u f dem Lande ruhen keinerlei Abgaben oder Betriebs- ' boschränkungen. abgesehen von Bestimmungen zum Schutze des Uferlandes des Schio, sondern nur die geringe Verpflichtung, jährlich 50 ha neu in Kultur zu nehmen, bis die Hälfte des Landes in Kultur genommen ist. Der auf die Gesellschaft übergehende Landbesitz ist von der amtlich bestellten Landkommission bereits untersucht, irgend- welche Enteignung zugunsten der Eingeborenen ist ausgeschlossen- Die Eintragung in das Grundbuch ist beantragt. Die 7500 ha werden die größte geschlossene Landfläche darstellen, die — von der Eisenbahn berührt — in Togo in Privathänden ist. Das Land ist nach den Gutachten der Herren Geh. Regierungsrat Professor Dr. Wohltmann, Pflanzungsdirektor Woeckel und Pflanzungsleiter Meinhardt (Gomba, Deutsch-Ostafrika) für Manihot- und Sisalbau gut geeignet. Die Versnchspflaiizung, im Jahre 1907 angelegt, umfaßt mehrere ha dreijährige Sisalagaven, die zum Teil aus Deutsch-Ostafrika stammen, 1 ha dreijährigen Manihot Glaziovii, ferner mehrere ha verschiedene einjährige Gerbstoffpflanzen und Baumwolle. In Saatbeeten stehen rund 60000 Sisalbulbillen, sowie mehrere tausend aus Deutsch-Ostafrika stammende Pflänzchen des Kapok- oder Baumwollbaumes, deren Auspflanzung als iS eben kultur sicherlich empfehlenswert ist. Außerdem befindet sich auf der Pflanzung ein kleines Arbeiterdörfchen. Für weiteres Saatgut von Sisalagaven und Manihot ist Vorsorge getroffen. Die Deutsche Togogesellschaft, welche ihrerseits alle Kosten für die Aufbringung des Kapitals der neuen Gesellschaft übernimmt, erhält für die Einbringung der 7500 ha einschließlich der Versuchspflanzung 250000 M., wovon 150 000 bar und 100 000 M. in Aktien, die als vollbezahlt gelten. Die 150 000 M. Barzahlung werden mit je 50 000 M. fällig mit dem Tage der Eintragung der neuen Gesellschaft in das Handelsregister, sowie 1 Jahr und 2 Jahre nach diesem Tage. Die Organisation der neuen Gesellschaft ist so gedacht, daß die heimische Verwaltung vereinigt wird mit der der Deutschen Togogesellschaft, der Pflanzungsgesellschaft Kpeme in Togo und der Agupflanzungsgesellschaft; auf diese Weise wird nicht nur an Ausgaben in Berlin wie bei Inspektionsreisen gespart, sondern auch der Betrieb durch Austausch von Erfahrungen und gegenseitige Aushilfe mit Beamten bei Krankheit, Urlaub oder vorübergehender Arbeitsüberhäufung sehr erleichtert. Die Oberaufsicht in Togo soll dem seit 1892 dort tätigen mitunterzeichneten Pflanzungsdirektor der Agupflanzung, Otto Woeckel, übertragen werden. Als Pflanzungsleiter ist der älteste Angestellte der Agupflanzung, Carl Feubel, ins Auge gefaßt, der, seit 1902 teils auf der Agupflanzung, teils auf der Plantage Kpeme tätig, so- w°hl Kautschukkultur wie Sisalanbau genau kennen gelernt hat Selbstverständlich steht es aber der neuen Gesellschaft völlig frei, vorstehende Vorschläge für die Organisation zu beachten oder nicht. Abschreibungen auf 130 M., Fracht und Verkauf auf 120 M. prot und erhalten bei einem Verkaufspreise von 550 M. (heute für ostafrikanischen Hanf 580—600 M. pro t) einen Bruttoüberschuß von 300 M. Aus diesen Bruttoüberschüssen sind die Kosten für Europäer Abschreibung und Erneuerung von Gebäuden, Inventar, Feldbahn und Fabrik, Neupflanzung von Kautschuk und Sisal, um die Pflanzung stets auf gleichem Stande zu erhalten, endlich heimische Verwaltung und Unvorhergesehenes zu bestreiten. Wir kommen auf Grund dieser Ziffern zu dem Ergebnis, daß ein Aktienkapital von 750000 M. voraussichtlich ausreichen wird um eine Anlage von 200 ha Kautschuk (Manihot Gl az io vi) oder Hevea) und 300 ha - 1 000000 Pf 1 a n zen Sisalagaven nebst Zubehör zu schaffen und bei jährlicher Neupflanzung von 100 ha Sisalagaven dauernd zu erhalten und dabei eine bereits im sechsten Jahre beginnende und dann schnell steigende Dividende zu erzielen. Nicht berücksichtigt ist hierbei die Möglichkeit von Neben- und Zwischenkulturen, wofür u. a. Kapok und Baumwolle in Betracht kommen. Ebenso ist die Möglichkeit einer Ausnutzung des bei dem vorgesehenen Kapitale von der Gesellschaft vorläufig nicht in Kultur zu nehmenden Landbesitzes bei diesen Berechnungen nicht mit eingesetzt worden. Die vorstehenden Ziffern bewegen sich auf dem realen Boden tatsächlicher Erfahrungen und bieten somit die Gewähr daß unter normalen Verhältnissen die ausgesprochenen Erwartungen erfüllt werden. Auf Grund der vorstehenden Zeichnungsaufforderung ladet das unterzeichnete Komitee ein zur Zeichnung auf das Kapital der zu errichtenden Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft. Der Statutentwurf steht auf Wunsch zur Verfügung. Komitee zur Gründung der Togo-Pflanzungs-Aklien-Gesellsclian. Friedrich Hupfeld Deutschen Togogesellschaft, der Pflanzungsgesellschaft Kpont in Togo und der Agupflanzungsgesellschaft, Berlin Heinrich Möller Ueber den gezeichneten Betrag hinaus hafte wir Rechtsform: Aktiengesellschaft. Wer die Entwicklung der deutschen Tropenkolonien in den letzten Jahren verfolgt hat, wird als eine der wichtigsten Erscheinungen die steigende Vergrößerung des europäischen Plantagenbetriebes feststellen. Sowohl die statistisch nachweisbare außerordentliche Zunahme der Pflanzungsunternehmungen und der von ihnen angebauten Flächen wie die Berichte von Sachverständigen beweisen, daß das Vertrauen in die Zukunft des Plantagenbaues stetig zunimmt, und daß die Zeit der Versuche im wesentlichen vorüber ist. Wohl rechnet man nicht mehr mit den phantastischen Dividendenziffern früherer Jahre, aber die tatsächlichen Erfahrungen zeigen, daß bestimmte Kulturen, sachgemäß betrieben, in unseren Kolonien angemessene, ja gute Verzinsung des angelegten Kapitals nachweislich bieten. An der Spitze dieser Kulturen steht der Kautschuk bau. der in Kamerun, Neuguinea und Samoa als Anpflanzung von Hevea, Ficus oder Kickxia betrieben wird, in Deutsch-Ostafrika sich, den klimatischen und Bodenverhältnissen entsprechend, dem Anbau von Manihot Glaziovii zugewendet hat. Auch wenn die heutigen außergewöhnlich hohen Preise des Kautschuks zu einem normalen Stand zurückkehren, muß diese Kultur in Deutsch-Ostafrika als sehr gewinnbringend und zusammen mit Sisal als das Rückgrat der dortigen Plantagenkultur bezeichnet werden. An zweiter Stelle der deutschen Plantagenprodukte steht der Sisalhanf. der bisher innerhalb der deutschen Kolonien fast ausschließlich in Deutsch-Ostafrika erzeugt wird und bereits eine eigene große Bedeutung auf dem Weltmärkte besitzt. Wenn die zu gründende Gesellschaft diese beiden Kulturen Der Aufsichtsrat der Deutschen ToSoSesellschaft Carl Ladewig Direktor der Moliwepflanzungsgesellschaft, Berlin. Vorsitzender, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Pflanzungsgesellschaft Kpeme in roko . u T Sla,b Eduard Achelis u Erich Fabarlui. "okrat, Direktor i. Fa.: Joh Achelis & Söhne i. Fa.: Knoop & Fabariu d. Kgl Wurtt. Hofbank Bremen Bremen G. m. b. H., Stuttgart Freiherr von Herman-Schorn Schorn bei Neuburg a. D., Bayern, vormals landwirtschaftlicher Sachverständig bei der Kaiserlich-Deutschen Botschaft in Washington r ui Oeor^ Marwitz Dr. Otto Warburg Generaldirektor, Kommerzienrat, Dresden Professor, Berlin-Charlottenburj Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft Zweck der Gesellschaft: Pflanzungsbetrieb in der deutschen Togokolonie. insbesondere Kultur von Kautschuk und Sisalhanf unter Uebernahme von rund 7500 ha Land in der Landschaft Gadja einschließlich einer Versuchspflanzung von der Deutschen Togo- gesellschaft. Patent-Sichert-Feuerung Rauchfrei Russfrei Vereins DV Für Mieter unentgeltlich, Gebrannter Kaffee Pfund von 90 Pfg. an, feine Mischungen Pfund 1.30 und I.4O bis Mk. 2.-. 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