u.e 5 eilig leit so bedeuiungsvolle Wert, bleibt unverändert, bd man den Tiefgang nicht vergrößern kann und die $?ohc über Wasser nicht vergrößern möchte. Konstruktive Vorteile bietet baä größere Schiff immer noch, ec entstehen aber auch konstruktive Nachteile. Mit immer weitergehender Vergrößerung erhöhen sich auch die Sd)toierigleitcn in bezug aus die Bewegung, dec Schisses in dew .v u e.., ojus, Schleuiei'. und 5tanalen, das Festkommen werd immer le e'Hiebet, der Ausfall eines Schisses immer empfindlich«!» Wohl haben die Schnelldampfer ein Deplacement, das viel größer ui als das der des her gebauten ober geplanten Kriegsschiffe- aber jene beroeaen sich stets auf denselben genau bekannten Wegen mit einer ständigen Besatzung, und zu ihrem Empfange in den Häsen ist alles auf das beste eingerichtet, während die Kriegs- Ichisfe im Verbände, häufig mit abgeblcnbeten Lichtern und in schwierigen Gewässern fahren müssen. Meines Erachtens liegt jetzt noch kein Grund vor, uns über den Bau von 27 OOO Tons- S.. if e i i'i oeunr uffgen. ^ic auch immer die Weiterentwicklung sich ge eiten w td, die Marineverwaltung wird Mittel und Wege finden, untere S^ftfe auf der Höhe zu halten. Und das weiß ich, und hierüber lönnte ich Ihnen einwandsfreies Zahlenmaterial vorlegen, daß in keiner Marine bei der Konstruktion und dem Bau der Schiffe, sei es inbezug auf die Verwendung der Mittel, sei es inbezug aus die Ausnutzung des Deplacements ökonomischer, verfahren wird als in der deutschen. Ich habe es in meinet? Dienstzeit, zur Genüge erfahren und manchmal schwer ewPfunden, wie um jede Tonne, um jede Mark unb jebcs Pferd, ch möchte sagen gekämpft werden mußte. Jetzt fließen die Mittel reichlicher, auer die Sparsamkeit ist dieselbe geblieben. Der gesclmstssührende Vorsitzende Kontreadmiral a. D. W eb e r crftatietc hierauf den Jahresbericht. Nach der Entlastung des geschäftsführenden Vorsitzenden und des Hauptschatzmeisters wurde der Voranschlag für 1910 genehmigt und sodann der Rechen- schastsbericht des Kuratoriums für den China- und Südwestafrika- Fonds entgegengenommen. Bei der Ersatzwahl für das Präsidium wurde dieses wiedergewählt. — Die Versammlung nahm dann noch die Ersatzwahl für zwet durch den Tod ausgeschiedene Mft- gtiuer des Geiamtvorstandes vor. Es wurden hinzugewählt Kapi- iän a. D. Götsch (Schwerin) und Kommerzienrat Müllet? (Essen-Ruhr). Die nächste Tagung des Deutschen Flottenvereins im Jahre 1911 soll in Nürnberg stattfinden. — Daraus wurde die Delegiertenversammlung mit einem Hoch auf den Präsidenten, Großadmiral von Köster geschlossen. Hauptversammlung der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands 4 Elberfeld, 21. Mai. In den fortgesetzten Verhandlungen des hier tagenden Verbandes der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands kam zunächst ein Antrag des Sächsischen Landesverbandes zur Besprechung, der dahin geht,.den verbündeten Regierungen die Bitte vorzutragen, bet der Aenderung des Strafgesetzbuchs Vorsorge zu treffen, daß die zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufenen Minderbemittelten und Arbeiter eine Entschädigung für entgangenen Arbeitsverdienst aus der Staatskasse erhalten, und ferner gesetzlich festzulegen, daß Arbeiter und Angesteltte nicht aus dem Grunde entlassen werden dürfen, weil sie staatsbürgerliche Rechte und Pflichten ausüben. An den Antrag knüpfte sich eine längere Aussprache. E? wurden Bedenken erhoben ob der Inhalt des Antrages, wenn er angenommen würde, jemals Aussicht auf Verwirklichung habe. Ter erste Teil des Antrages wurde schließlich eüiftimnffg ange^ nommen, mit dem zweiten Teil soll sich der Berbandsousschuß im Herbst noch einmal beschäftigen. Ein Antrag des Fräuleins von Feldmann über Förderung der evangelischen Ar- beiterinsnenpSSereinc wurde angenommen. Zum Ort der nächsten Tagung wurde Leipzig gewählt. Damit war die Tagesordnung erledigt, und der Vorsitzende Licentiat Weber schloß die Versammlung. Der dritte deutsche Lrredenrkongretz. Wiesbaden, 22. Mai. Der dritte deutsche Friedens- kongreß wurde am Samstag mittag hier durch den Präsidenten; der deutschen Friedensgesellschaft, Dr. Richter- Pforzheim, eröffnet. Aus England, Dänemark, Frankreich und Oesterreich- llngcmi waren Svmpathietelegramme eingegangen. Abends sprach — Wie sah Schubert aus? Eine bisher uichekannte Schilderung von Franz Schuberts äußerer Erscheinung, die sein Jugendfreund Dr. Georg Franz Eckel, späterer Direktor des k. f. Tierarznei-Instituts, vor etwa fünfzig Jahren aufzeickmete, wird jetzt von Otto Erich Deutsch in Wien zum ersten Male veröffentlicht. Sie war als Material für eine cochubei tbiogravhic von Ferdinand Luib beftimmt, die dann aber ungeschrieben blieb. Eckel beschreibt den Freund, wie er ihm noch lebhaft vor Äugest sckflvebte: „Die Gestalt klein, aber stämmig, mit stark entwickelten, festen Knockien und strammen Muskeln, ohne Ecken, mehr gerundet. Nacken kurz und stark, Schulter, Brust und Becken breit, schön gewölbt; Arm und Schenkel gerundet, Hände und prüfet klein: der Gang lebhaft und kräftig. Den ziemlich großen, runden! und derben Schädel umwalltr ein braunes, üppig sprossendes Lockenhaar. Das Gesicht, in welchem Stirn und Kmn vorherrschend entwickelt waren, zeigte weniger eigentlich schöne als viel mehr ausdrucksvolle, derbe Züge. Das sanfte, wenn ich nicht irre, lichtbraune, bei Erregung feurig leuchtende Auge war durch ziemlich vorspringende Augenbögen und buschige Augenbrauen stark bei chattet, und dadurch, sowie durch häufiges Zusammenkneifen, wie es bei Kurzsichtigen vorzukommen pflegt, anscheinend kleiner, als es wirklich war. Nase mittelgroß, stumpf, etwas aufgestülpt, mit einer sanften Einwärtsschweifung in die vollen, üppigen, festschließenden und meist geschlossenen Lippen verbunden. Am Kinn das sogenannte Schönheitsgrubchen. Die Gesichtsfarbe blaß, aber lebhaft, wie bei allen Genies. Ein lebhaftes Mienenspiel, als Ausdruck der inneren steten Erregung, bald in gewaltigen! Stirnfalten und ineinander gepreßten Sippen ernste, bald in sanft leuchtendem Auge und lächelndem Munde liebliche Gebilde seines schaffenden Genies verkündend. Jin ganzen zeigt Schuberts Gestalt den klassisck>en Ausdruck der Harmonie von Kraft und Milde eines Olympiers. Und ein solcher war er gleich Goethe, seinem Sieb-- lingsdichter, dessen Kiaft und Schönheit der Gedanken und Worte er durch die Kraft und Schönheit der Töne ergänzte, und so die Harmonie und damit das Göttliche des Gebildes vollendete." — Kurze Nachrichten aus Kunst u.Wissenschaft. Ain 2. August, dein Gedenklage der Sturnifahrl Zeppelins über den Rhein, wird auf der E r p e l e r Ley ein Zeppelingedenkstein enthüllt werden, der in der Anlage im Halbkreis aus aufrecht« stehenden Baialtsteineu erbaut wird. — Ter Kiichenrechlslehrer Geh. Cbertenierungsrat Professor Dr. jur. Bernhard Hudler in Berlin vollendet am 25. Mai das 75. Lebensjahr. — In Speyer 'and am gestrigen Sonntag in Gegenwart des Prinzen Rupprecht von Bayern, der auf der Rückreise von England begriffen war, bie feierliche Einweihung des neuen nut einem Wein- muie u nr verbundenen historischen Museums statt. Am Abend wurde der Tom festlich beleuchtet. aber, daß das Unterseeboot das Hoa-scewrpedoöoot ersetzen konn., scheint mir allerdings noch in weiter Ferne zu liegen. Was die Entwicklung unserer .Flotte anlangt, so ist das vergangene Jahr insofern als ein sehr bedeutungsvolles zu bezeichnen, als drei Schiffe der „Nassau"-Klafse bereits in Dienst gestellt sind und das vierte Schiff, die „Posen", seiner Fertigstellung in wenig, n Wochen entgegensieht. Wo Sie^auch hinhören mögen, überall werden Sie das Lob über diese Schiffe vernehmen, man lobt ihr.- vorzügliclien Manövriereigenschasten, ihre Geschwindigkeit und ihre Offensivwaffen, und diejenigen, welche den Bau dieser Schiff als einen Sprung ins Dunkle bezeichn?t haben, werden jetzt hoffentlich davon überzeugt sein, daß wir im Hinblick auf die Tüchtigkeit unserer Techniker getrost diesen Sprung wagen durst n. Ich darf ferner nicht unerwähnt lassen, daß wir einen weiteren nickst unwesentlichen Schritt vorwärts mit der Entwicklung unserer Reserveformationen gemacht haten und daß wir es mit Freuden begrüßen, daß wir die veralteten Dchiffe der „Siegftieo"-Klasse, die durch weitgehenden, kostspieligen Umbau verbesserten Schiffe des „Kaffer"- Tvps in die Rcservedivison eingestellt worden sind. Unsere stetige Scknffsbaupolitik bringt uns vorwärts, und wenn wir auch nicht den Ansprucl darauf erheben, die Stärksten auf dem Meere sein _gu wollen, so wollen wir doch im Einklang mit unseren stets überseeischen Interessen nicht allein von dem guten Willen^ anderer Seemächte ab hängen, sondern uns die uns zusteh nde Freiheit auf die Erschließung fremder Märkte mit den Waffen des Geistes, des Fleißes und der Geschicklichkeit wahren. Gelegentlich meiner Anwesenheft in Newyork zur Hudson-Fulton- Feier habe ich dies durch eigene Anschauung feststellen können. Wenn unser Geschwader auch durch seine Leistungen, die vorzügliche Disziplin und das gute Aussehen der Schiffe allgemeine Anerkennung gefunden haben, so standen die Schisse der anderen Nationen tauni dagegen zurück. — Von weiterer Bedeutung für unsere Flotte ist in diesem Jahre die Stationierung unseres zweiten Geschwaders in Wilhelmshaven gewesen. Man hat in den Zeitungen darauf hingewiesen, daß die Nordsee- Manöver der englischen Heimatsflotte eine „Antwort" auf diese Dislozierung sein sollte. Ich kann dies absolut nicht zugeben, denn das Interesse der Engländer liegt wie das unserige in der Nordsee, und warum sollten sie dort nicht, wie dies auch in früheren Jahren bereits geschehen ist, ihre Manöver ebenso gut abhalten wie wir? Zum Schluß erinnerte Köster an die Rede des früheren Präsidenten Roosevelt: „Ein ungerechter Krieg ist zu verabscheuen, aber wehe der Nation, die sich gegen Unbill nicht rüstet, dreimal wehe der Nation^ deren Männer den Kampfesmut, Den Kriegesgeist verlieren." 'Stürmischer Beifall.) Hierauf hielt Wirkl. Geh. Oberbaurat Professor R u d l o f f (Berlin) einen Vortrag über : Schiffe großen Deplacements. Er führte u. a. aus: Große Schiffe sind in technischer Beziehung kleineren gegenüber tatsächlich erheblich im Vorteil. Das gleiche gilt bezüglich der Geschwindigkeit. Wichtig ist ferner, daß bei größeren Schiffen die Schwimmfähigkeit infolge der größeren Wasserlinie, des größeren Reservedeplacements bei Havarien viel besser erhalten bleibt als bei kleineren und daß große Schiffe bei seitlicher Belastung sich viel iveniger leicht überlegen als kleine, was besonders auch für den Gebrauch der Artillerie von Bedeutung ist. Noch weitere Vorteile könnten angeführt werden, wie eine bessere Ausgestaltung des seitlichen Schutzes gegen Torpedos, eine bessere Ausnutzung und Einteilung der inneren Räume sowie die Erleichterung der Aufstellung der seitlichen Türme. Wenn diese Überlegenheit des absolut größeren Schiffes ziffernmäßig festgestellt werden kann, so wird ine Beantwortung des zweiten Teils der Frage: wo hatdieVergrößerung zweckmäßigihreGrenze, sehr schwer. Zunächst wäre anzuführen, daß eine Vergrößerung der Abmessungen nach drei Richtungen nicht mehr möglich ist. Der Tiefgang ist jetzt schon so bemeffen, daß er nicht mehr gesteigert werden kann, und es bleibt deshalb nur noch die Vergrößerung nach der Länge und Breite. In diesem Falle ist ein Vorteil in bezug aus den Deckpanzer nicht mehr vorhanden, der für den Seitenpanzer schrumpft zusammen, ist aber immer noch beträchtlich. Die Geschwindigkeitsverhältnisse werden immer günstiger, da die Länge, dieses für die Geschwindigkeit wichtige Maß stärket zunimmt als bei einer Vergrößerung nach drei Richtungen. Andererseits vermindert das starke Anwachsen der Länge die Drehfähigkeit des Schiffes, und die Regelung seiner Festigkeitsverhält- nisse wird immer schwieriger. Tas längere Schiff erfährt eine stärkere Belastung in See und die Höhe des Schiffes, der für Schriftsteller, die sich von dem Preise locken lassen und in glühenden Dithyramben das königliche Bad verherrlichen. Denn es genügt ja nicht, den vorzüglichsten Artikel zu schreiben, sondern der unglückliche Verfasser muß auch auf die Suche gehen nach einer Zeitung, die töricht genug ist, der Gratisreklame Vorschub zu leisten. Ter Jdeengang des Stifters ist klar: Sechshundert Mark winken der halbverhungerten deutschen Schriftstellerwelt. Tausend Federn setzen sich in Bewegung, tausend Zeitungen bringen glänzende Lobpreisungen über Bad Ems — und lächelnd legt das löbliche Preisgericht 998 dieser Arbeiten beiseite und erkennt .zwei besonders glühenden Lobrednem je 300 Mark zu. Die tausend Blätter aber sehen gerührt zu und freuen sich, daß sie dem armen Bad Ems zu einer so vortrefflichen Reklame verhelfen durften. Schade um die schöne Idee — wir furchten, sie wird bei der Presse wenig Gegenliebe ftnden. * — T i e Echtheit des Kersaint-S ch ildes von Wattean aus dem Besitz des Deutschen Kaisers wird jetzt auch von den ''ranzöstschen Forschern, die sie anfangs leugneten, zu- gegeben. In der „Gesellschaft für Geschichte der iranzöstschen Kunst' hielt Al'assa über die Frage einen Vortrag, in dem er nach wies, daß das Bruchstück der Sammlung Michel-L^vy nicht ein Teil des CrigmalS gewesen fein könne, vielmehr eine Skizze Watteaus oder, wie die deutschen Forscher glauben, eme alte Kopie. Dem schlossen stch in der Sitzung auch P. Vepueur, Vaillat und Baut Vitry an. Der Vortrag von Aliassa wird auf Kosten der Gesellschaft veröffentlicht iverden. — Ein H e d i n - G e b i r g e. Dem schwedischen Geographen hat das mdische kartographische Amt eine besondere Ehrung zu- gedacht. Es faßte den Beschliiß, daß der von Sven Hedm entdeckte und von ihm Translmnalaya genannte gewaltige Gebirgszug in Tibet in allen Publikationen des indischen Staatsinstituts für Aufnahmen des Landes als Hedm - Gebirge bezeichnet iverden soll. — Ein österreichischer Forscher von Indianern ermordet. An die Kaiserliche Aademie der Wissenschaften Petersburg ist uie Nach:icht gelangt, daß der österreichische Forscher Dr. A l b e r t F r i r s ch im Süden von Bolivia von Indianern getötet worden sei. Fritsch unternahm im Austrage der ethnologischen Äcilung der russischen Akademie der Wissenschaften eine Expedition nach Bolivia. Der Tireftor Dr. Rc^loff hat das russische Ministerium des Aeußern ersucht, im Wege der oip'omati- schen Mission in Bolivia Nachfragen zu lassen, ob die Nachricht vom Tode des Gelehrten auf Wahrheit beruhe. 12922 u Schwester^11 .,O. cfÄTSÄÄ önm zum l^um ge _ amen des Flottenbundes deutsck-er Frauen und fährt dann fort: So erfreulich es auck; ist, baß bie Zahl unserer Mitglieder, wenn auch noch nicht in ber erhofften Weise, so doch immerhin zugenommen hat, sind wir auch im vergangenen Jahre von herben Verlusten nicht verschont geblieben, und ich darf Sie bitten, das Gedenken an b;c Verstorbenen durch Erheben von Den Sitzen zu ehren. Weirn ich nun auf die allgemeine Lage des Vereins übergehe, so _ möchte ich Ihnen in erster Reihe meinen Dank aussprechen für das Vertrauen, welches Sie mir bei den verschiedensten Gelegenheiten entgegengebracht haben. Die großen Tage bei den Verbänden in Potsdam, Kiel, München und Köln sind wahrhafte Festtage für mich gewesen. Am Horizont unseres Vereines bat es im allgemeinen ruhiger ausgesehen, als dies ui Den vergangenen Jahren Der Fall war. Dies ist in der Hauch- fudre daraus zurückzuführen, daß wir zumeist in stiller Arbeit, in weiter ^lusllörung und nicht rastender Werbetätigkeit tätig gewesen sind. Auf diesem Gebiet können wir mit Erfolg rechnen!, und der Tank hierfür gebührt in erster Linie den Vorsitzende^ ber Landesverbände unb Der Ortsgruppen. Wäre die Tätigkeit in diesen Ortsgruppen überall eine gleich lebendige, so bin ich sicher, baß wir ttotz einer gewissen .Vereinsmübigkeit, btc un- zweff elhast vorhanden ist, noch bedeutendere Ersolgc erzielen könnten. Man gibt sich aber vielsach ber Vorstellung hin, daß bei} Innenausbau durch seine gesetzliche Grundlage unter allen Umständen sieingestellt sei. Die Zahl der Gegner der Flotte ist vielleicht größer, als man im allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Wir haben in unserem Verein eine Organisation vorzüglichster Art, bie aber mir nutzbringend sein kann, wenn sie für olle Gocntualitätcn bereit jederzeit in voller Rüstung gehalten wirb. Wenn vom Ausland her noch nicht alle Angriffe gegen den Ausbau unserer Flotte verstummt sind, so ist das wohl verständlich; es schafft sich aber vielsach eine ruhigere Auffassung Geltung. In Artikeln mannigfachster Art ist auch die Abrüstungsfrage besprochen worden. Solange aber Seebeuterscht und Blockade noch nicht abgeschafft sind, wirb man sich trotz aller Schiebs- gerichtsverträge boch nicht in absoluter Sicherheit wiegen können, wie bas auch in ben englischen Parlamentsverhanbtungen klar unb deutlich zum Ausdruck gebracht ist. Was bie Unterseeboote anlangt, so haben wir ihnen für die lokale Küstenvertei- bigung stets einen besonderen Wert beigemessen. Die Hoffnung Der Cmser Erng-Aronsohn-Prers für Reklameschriststeller. Tie „Jenoische Zeitung" schreibt: Würde wohl ein Aken sch aus die Idee verfallen, sich einen Anzug oder ein Paar Stiefel, oder eine Eisenbahnfahrkarte kostenfrei zu Derfdiaffen? Wohl kaum, und wer es versuchte, der würde wohl mit sehr erstaunten Blicken angesehen iverden. — Aber einen andern Standpunkt nehmen viele Zeitgenossen gegenübco einer andern Ware ein — der Zeitungsanzeige nämlich. Jeder Griämftsmaim ist davon überzeugt, daß die Zeitungsanzeige notwendig ist für die Hebung und Entfaltung feines Betriebes, denn wie sollen bie Menschen es wissen, daß jemand etwas Gutes zu verlausen hat, wenn er es nicht bekannt gibt? Manchen Menschen aber ist diese Ausgabe höchst peinlich, und sie versuchen daher *;rc Reklame kostenlos in die Zeitung zu bringen. Tos würbe natürlich ein Doppelter Gewinn sein, denn aus solche Weise spart ber Mann die Anzeigen tosten und stteicht ttotzbem den Gewinn ein, Der ihm durch bie Anpreisung zufällt. Tie Zeitungsverleger sind allerdings gegen solche Bei juche meistens sehr schiwerhörig, und versenken täglich eine Flut solcher Gesuche je nad) Temperament und augenblicklicher Gemütsstinimung schweigend ober aud) 'mit einem Flnck in den Papierkorb. Tie Versud/e. Gratisanzeigen in bie Zeitungen zu schmuggeln, hören aber deshalb nickst aus, und es ist sogar ganz ergötzlich», zu sehen, welcher Scharfsinn angv- toenbei wirb, um der Sache ein verschönerndes Mäntelchen umzuhängen. Meistens wird dieser Kampf ja im stillen, unter Ausschluß der Veffcntlichkeil, ausgetragen. Heute aber erfahren wir von einem so verwünscht gescheiten Gedanken, daß wir ihn einer breiteren Leffentlichkeft nicht vorenthalten dürfen. Im Königlich preußischen Ems bestehl, wie uns ber dortige Bürgermeister mitteilt, ein Ernst-Aronsohn-Preis, und mit diesem hat es folgende Bewandtnis : Ter in Ems bestellende „Emst-Aronsohn-Preis" für den besten Artikel, ber im Laufe eines Jahres über Bad Ems in einer Zeftung (mir Ausnahme ber „Emser Zeitung", erscheint, gelangt zum erstenmal am 20. September 1910 in Höhe von 600 Mark in dheni ober in zwei Preisen zur Verteilung. Zeitung sowie Form, Inhalt usw. bes Artikels ist nach ber Stiftungsurkunbe in das Belieben bes Verfassers gestellt. — Bewerbungen um den Preis find uifter Beifügung des betreffenden Zeitungsblattes bis zum 1. Juli 1910 an bas Preisgericht, zu Händen des Herrn Bürgermeisters Dr. Sdubert, einzureichen. Herr Ernst Aronfohn, ber offenbar ber Vater des Gedankens ist, hat da in der Tat einen genialen Einfall gehabt. Tenn, wenn ber Gedanke „einschlägt", bann braucht sich fortan Bad Enis um keine Reklame mehr zu bekümmern; das besorgen die Montag 2:r.Mai 1910 Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen UniverstlälS • Buch- und Sreindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedrttou und $ ruderet: Schul- straße 7. Expeditton unb Verlag: es® 5L Redaktion: e-® 112. Tek.-Adru AnzeigerGießen. tn einer großen öffentlichen Versammlung Miß Anna B. Eckstein auS Boston in Amerika über die Frauen unb die Friedens- bewegnug und Insttzrat Heil berg-Breslau über Diplomatie und Völkerfrieden. Heute vormittag wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Professor N i v v ol d - Frankfurt a. M. sprach über Knlturentwickelung und Weltpolitft, Landtogsabgeordneter Pros. Quid de über nationale Lebens- und Ehrensragen. Die Tagung wurde daraus geschlossen. provinziattag öcr Provinz Startenburg. R. B. Darmstadt, 21. Ma.i. Dar Provinzialtap für die Provinz Starke nbttrg trat heute im Sitzungssaal der Stadtverordneten zusammen. Den .Vorsitz führre Provinzialdirektor Geb. Regierungsrat Fey Er gemachte bei der Eröffnung der Sitzung der verstorbenen Mitglieder, Provinziäldirerkor Geh. Rat v. Grancy, Qbepbürg er meister Mornetveg in Darmstadt und Kommerzienrat Wecker und Karl Moller in Offenbach. In 'einer längeren Ansprache führte er dann aus, daß es ihm besonders angelegen sein werde, die gemeinsamen Interessen der Provinz zu vertreten. Gerade bei der Wahrung der provinzialen Interessen sei schon aus volksmirtschaft- ilichen Gründen die Einheitlichkeit besonders notwendig und sie entspreche auch dem Wunsch nach Vereinfachung der Geschäftsführung. Eine Zersplitterung der Kräfte und der Mittel müsse namentlich auch beiden Aufgaben der Provinz in finanzieller Hinsicht vermieden werden. Die Provinz dürfe sich nicht in kleinen Dingen verlieren. Bei ihren Aufgaben kommen in erster Linie in Betracht: Straßenbau und Uncerhaltung, Fürsorge für Invalide und Sieche, Wanderunterstützungswesen und Arbeitsnachweis ür Wanderer, ferner Förderung der Winierschulen und des HauS- haltungsschulwesens, die Fürsorge für Krüppel und Epileptiker, Verbesserung der Säuglingspflege, Geschichtsforschung und Förderung der ländlichen Heimats- und Wohlfahrtspflege. Der^Voranschlag für 1910 schließt mit 637738 Mk. ab; die Erhöhung der Provinzialumlage ist nur unwesentlich (ea. 500 Mk.). Die Kosten für Neubau und Unterhaltung der Kreisstraßen belaufen sich aus 433 513 Mk., dem steht ein Siaatszuschuß von 30 000 Mk. für Neubau von Straßen gegenüber. Auf dem Gebiete des Straßenbaues müsse, abgesehen von den Kreisen Erbach und .Heppenheim, ein langsameres Tempo eingeschtagen werden. Es müsse dagegen mehr für Unterhaltung der Hauptverkehrsstraßen geschehen; die Kreisstraßen hätten ein größeres, als nur lokales Interesse, da sic dem gesamten Verkehr dienten. Die Straßen- unterhaltungsloften sind in den lebten Jahren erheblich aestiegen. Sie betrugen im Jahre 1900 803 654 Mk. in diesem Jahre dagegen 964 782 Mk. Im Kreise Offenbach sind die Kosten allein von 118 790 Mk. auf 153595 Mk. gestiegen; ähnlich liegt die Sacke in den anderen Kreisen. Nur im Kreise Bensheim ist keine Sreigerung eingetreten, im Kreise Darmstadt hat eine Verminderung stattgefunden. Die Pro- vlnzialpflegeanstalt schloß für 1908 mit einem Uelberschuß von 13 963 Mk. ab. In der Debatte kam Geh. Iustizrar Schmeel auf einen.schon früher von Darmstadt gestellten Antrag wegen Erhöhung der Pflegesätze in der P r o v i u z i a l p f l e g e a n st a l t zurück, gegen den jedoch von verschiedenen anderen Rednern Bedenken erhoben wurden. Darauf wurden die Berwaltungsberichte genehmigt. Bei Beratung des Voranschlags für 1910 stellte der Vertreter Offenbachs, Fabrikant Frist mann, den Antrag, dem Kreis Offenbach ebenso wie dem Kreis Darmstadt einen Zuschuß von 300 Mk. zu den Kosten der Arbeitsnachweisstelle zu bewilligen. Der Vorsitzende betonte, eS stehe der Genehmigung des Antrags' kein Bedenken entgegen, es sei jedoch nicht angängig, den Antrag schon heute zur Abstimmung zu bringen. Der Antrag nnrd darnach zur nächsten Tagung wieder eingebracht werden. Beim Voranschlag der P r o v i n zia l P f l c g e a n st a l t schlägt K cisru: L o ch m a n n - Offenbach vor d r .ch Vere n- fachung her Drucksachen zu sparen, namentlich könnte der Jahresbericht, der viel enthält, was kein Mensch versteht, vereinfacht werden. Der Direktor der Anstalt Dr. T e x t o r bittet jedoch, an dem Jahresbericht nichts zu streichen/ weil der Inhalt für die übrigen Pflegeanstalten sehr wichtig sei. Es folgen Wahlen. Anstelle des verstorbenen Kom- merzienrai Wecker-Offenbach wurde Rentner Christian Schmidt-Weißgerber-Offenbach als Mitglied des Provinziat- ansschusses, für den verstorbenen Oberbürgermeister Morne- weg-Darrnstadt wurde Oberbürgermeister Dr. Glässing als Ersatzmitglied gewählt. Ein Antrag der Gemeinde "Rad- Heim (Kreis Dieburg) auf Bewilligung von 350 Mk. als Beitrag zu den Kosten der Umpflasterung der Ortsdurch- fahrt wurde wegen gesetzlicher Bedenken zurückgestellt. heWcher Zleischertag. tf). Bad Nauheim, 22. Mai. .Heute tagte hier in einer gut besuchten Versammlung im Saale bes Sprudel-Hotels fror Bezirks-Verein beider H esse n und Nassau des Deutschen Fleischer-Verbandes, dem 18 Innungen mit 2423 Mitgliedern und 61 Einzcttneister angehören. Der Vorsitzende L a u tz - Darmstadt stellte in dem Jahresbericht fest, daß das deutsche Fleischergewerbe bei her Strömung, die im Reich und in den Einzelstaalen herrscht, nicht in der Lage sei, seiner Ausgabe gerecht zu werden, der Bevölkerung, besonders in den Städten, eimoandsfreie Fleischnahrung für die Mehrheit Inr Städtebewahner zu erschwinglichen Preisen zu beschaffen. Alle Schritte, die Ocsfnung der Grenzen zu erlangen, seien ohne Erfolg geblieben, dabei seien dte Viehpreise außerordentlich gc* stiegen. Im Gegenteil sei die Vicheinstihr von Dänemark aus erst neulich wieder durch die Tuberkulinprobe erschwert worden. Das Genossenschaftswesen zur Verwertung der Haute und Felle habe im Deutschen Fleischerverband auch im abgelaufenen Jahre erfreuliche Fortschritte gemacht, lieber eine, gründlichere Ausbildung der Lehrlinge im F l e i s che r b e r u f sprach Obermeister Fä l k Mainz. Er empfahl da, wo es möglich fei, ein Zusammensassen der Fleischerfortbildungsichüler in einer Klasse mit fachlichem Unterricht und wo dies nicht angängig sei, belehrend' Vorträge für Meister, Gesellen und Lehrlinge, die dem Verständnis Der letzteren angrpatzt sein, müssen. Obermeister W e i d m a n n - Wiesbaden brachte einen Antrag ent, wonach der Verband bei der Rcicksregierung beantragen soll, daß schwachsinnige Rinder dem freien Verkehr übergeben werden sollen und nicht wie seither, der Freibank zu überweisen sind, lieber den Fortfall d e s Oktrois und bei; damit im Zusammenhang stehenden Erhöhung der Schlachtgebühren berichtet Obermeister La u n Darmstadt. Er bemerkt, daß durch diese Maßnahme die städtischen Wenger der Konkurrenz der Landmetzger ausgesetzt feien, die nicht nur mit weniger Unkosten arbeiten, sondern auch die hohe <-Dd)(rtdjtgcbühr nicht zu bezahlen haben. Früher fei dos Gewerbe in den Stödten durch das Oktroi vor dieser Konkurrenz einigermaßen geschützt gewesen. Unter dem Beifall der Versammlung legre Weidmann- Wiesbaden gegen den Erlaß pro Ri ich er Regie r u Ngsbc amten Verwahrung ein, durch den der Bevölkerung der Genuß von Hackfleisch verekelt werde. Pfeiffcr- Franlsrirt n. berichtet über einen Fall, wonach ein Polizeiticrarzt die Verwendung von Kalbsgekröfe zu Leberwurü zur Anzeige gebracht habt;. Der Herr hat diese Methode der Wurstherstelluiig vor Gericht als eure Schiveuierei bezeichnet, obgleich sic geübt werde, fo lange man Wurst herstelle. Zwar feien die Frankfurter Metzger von der Anklage freigesprochen worden, ober schon, daß man sie nngeflaqt habe, habe ihnen erhebliche geschäftliche Nachkerle gebracht. -Sch ü l z°Mainz berichtet, daß der Reichskanzler bei den Hand- werkskaminent ungefragt hat, ob das Handwerk und Gewerbe an cme Aufhebung des § 100 a der Gewerbeordnung cm Interesse habe. (Hiernach ist Den Zivanasiunungen verboten, P r e t s f e fl s e tz ° »inge n — logenonntc Aftubeuvreise — für ihre Mitglieder vorzunehmen.) Es gebe gewiße Handwerke, bet denen dte ,Festsetzung von Mindestpreisen mögltci) sei, aber im Flenckerqewerbe fei dies unmöglich. — Schwär z-Fnlda erklärt, cs handle sich doch um etn Recht, von dem die Zwangsinnungen feilten Gebrauch zu machen brauchten. — F a l k-Matnz bemerkt, daß das Reckt der ))lmdestpreisfeslsetzung den freien Innungen heute schon zustehe, aber nur recht selten davon Gebrauch gemacht werde. Mc.n weide den Mitgliedern der Zwangsinnungen mit Mindest- vretscn die Freude am Jnnungsteben gehörig verleiden. Auf Antrag des Vorützenden bejckließt der Bezirkstag, daß die Beantwortung der Frage den einzelnen Innungen überlassen bleiben soll. — In einer Ausspracke über die Ä'o n f it m o e r e t n c und das Rabatttvesen sprackcn sich alle Redner dahin aus, Daß damit das solide Handwerk untergraben wurde und Die Rabatigewährung an Konsumvereine zu unterbleiben habe. — Falk- Mainz stellt leit, daß auf dem Gebiet Der Unfallverhütung im Fleiichergeiverbe nickt genug getan werden könne. Er bittet Umschau zu halten und dafür z», folgen, das; der junge Nackwucks im Gewerbe nicht als Krüppel beranivach'e. — Rosenthal- Bad-dkauheim stellt den Antrag, daß Dec Ausnabmetarn iür 'ivehes Fleisch die Versendung als Eilgut zn Frachrgutiatzen, der mit dem Ende Des Jahres sein Ende erreicht, dauernd beibchalicn würde. — Falk- Mainz bemerkt, daß die Fleischer in den StäDtcii em Interesse daran Hatten, daß durch billige Frachten die ftäduicke KutiDsckast mit frischem Fletsch vom Lande her überschwemmt wirb. — Jung- Frankfurt a. M. er lärt, daß der billige Tarif für 'risches Fleisch, feine Nachteile für die Fleischer ui den Städten gezeitigt habe. Die Versammlung nimmt den Antrag der Bad- Nauheimer Innung hierauf an. Stahl- Friedberg tritt für die Bekämpfung des Trink- geldwesens beim Vieheinkauf auf dem Lande ein. In der Besprechung darüber, an der sich auch u. a. Obermeister Sack- Gießen beteiligt, wird zum Ausdruck gebrackst, daß der Bezirkstag sich in die Frage nicht einmischen solle. Ferner erkennt man an, daß cs den Verhältnissen nicht mehr entspricht, wenn Trinkgelder gegeben werden, doch soll es Jedem überlassen bleiben, dem Unwesen entgegenzutreten. — Der Deutsche Fleischer- gesellen-Bund regt an, daß seinen Mitgliedern nach süns- jährigcr Tätigkeit bei einem Meister bei guter Führung ein Diplom durch die Innung ausgehändigt werde und weiter, daß die Anrede der Gesellen nicht mehr mit „Tu", sondern mit „Sie" geschehen möge. Der Vorsitzende Lantz ist dafür, daß man in beiden Punkten dem Wunsch des Gescllen-Bundes nachkommen solle. Jung- Darmstadt ist der Ansicht, daß es gegen den guten Ton verstößt, wenn man einen erwachsenen Menschen mit Du anredet, wenn diese nicht das gleiche tun dürfen. — Es folgen daraus innere Angelegenheiten des Bezirksvereins: Kassenbericht, Vorstandswahl nsw. Ms Ort des nächstjährigen Bezirkstages tot,rb, auf Einladung des Obermeisters Sack-Gießen, unsere Stadt und für 1912 Bingen bestimmt. Die Beratungen, denen für daß KreiSamt Friedberg Regierungsrat M u h l und für die Stadt Bad-Nauheim Bürgermeister K a p f e r beiwohnten, waren um 7 Uhr abends beendet. Ans Stadt und Land. Gieße n, 23. Mai 1910. ** Bou b er Landesuniversität. Im Sommer- semester 1910 find nach vorläufiger Feststellung an unserer Lcrnbesuniversi.ät 13 26 Studierende immatrikuliert; eine Zahl, die dis jetzt noch nicht erreicht lvorben ist. Sie wird sich noch erhöhen durch die am Mittwoch )tejcr Woche stattsin-deude letzte Immatrikulation. Nvch Mer würde sich die Zahl stellen, wenn nicht viele Ans- änder abgewiesen worden wären, weil nach neueren Bekirn mung en von ihnen die gleiche Vorbildung wie von.Inländern verlangt wird. •• Unser Bahnhofs-Empfangsgebäude soll jetzt fertig ausgebaut werden. Zu dem Zwecke wird der nördliche Flügel des ehemaligen Bahnhofsgebäudes ntcbergelegt und an dessen Stelle ein stilgerechter Neubau auf geführt. Ebenso wird ein Südflügel neu aufgeführt werden. Rechts vom Nordflügel, von diesem durch einen breiten Zwischenraum getrennt, bei als Zugang für gewisse Fälle frer bleiben soll, wird em Fürstenenipfangssacil errichtet werden, mit dem so die Bauten des Gießener Personenbahnhofes ihren Abschluß finden. — Am Samstag fand wegen der Maurerarbeiten für alle diese baulichen Anlagen eine Arbeitsvergcbung statt, die olgendes Ergebnis hatte (die erste Suinme bedeutet die Forderung für das Abreißen der alten Bauten, das die Eisenbahn zu zahlen hat, und der weitere Betrag die Forderung der Unternehmer für die Maurerarbeit): Schäfer u. Lindenstruth Mk. 1900, Mk. 33 485, — Abermann u. Kling Mk. 450, Mk. 34 262, — Baugeschäft Winn Mk. 1142, Mk. 35 192, — Wehruni Mk. 1723, Mk. 35 679, — Deibel-Lollar Mk. 1000, Mk. 36 912, — Birkenstock u. Schneider Mk. 1500, Mk. 39 317, — Stadto. Heinr. Winn Mk. 1050, Mk. 40 000, — H. W. Rinn Mk. 1800, Mk. 39 119, — Kern-Kassel Mk. 3500, Mk. 46 307. Die Fertigstellung der geplanten Bauten wird etlva den Betrag von 100—120 000 Mk. erfordern ; die Arbeiten sollen noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden. ** Stadttheater. Alle Liebhaber einer wirklich wickelnden, graziösen Operettenmusik werden in der morgigen Aufführung von „Madame Sherry" von Hugo Felix reichlich auf ihre Kosten kommen. Madame Sherry war die Operette, die vor einigen Jahren zusammen mit der „Lustigen Witwe" die sogenannte „Renaissance der Operette" einleitete. Das Werl ist für Gießen Neuheit unb bietet besonbers auch durch die lustige, aber dabei liebens- v-ürdige Handlung Stofs zu Heiterkeit. Für die Ausstattung ist wiederum alles mögliche geschehen unb sämtliche ersten Kräfte, die Damen Werten unb Walle sowie die Herren Helsing, Melzer, Fern unb Schön selber sinb beschäftigt; zu ihnen tritt noch aushilfsweise Frl. Scholz vom Nauheimer Kurtheater, die für bas plötzlich erkrankte Frl. Schumann eingesprungen ist. ** Millionenvon Mark sind bisher jährlich dem deutschen Volke durch die Scrienlos-Schwindeleicu abgenommen worden und wanderten zum großen Teile nach dem Auslände, besonders nach Holland und Däne- marf. Dank der Aufklärungen unb Warnungen, welche maßgebenbe Körperschaften unb die Presse verbreiten, ist der Schwindel neuerdings ganz erheblich eingedämmt worben, zumal auch von deutschen Regierungen entsprechende Schutzgesetze geschaffen wurden unb noch in Vorbereitung sind. Aber schon wieder macht man vom Auslaubc aus den Versuch, deutsches Gelb zu einem fremden Unternehmen zu gewinnen. Dte Königlich ungarische Klassen- Lotterie, die von einer Aktiengesellschaft gepachtet ist, verbreitet über bas ganze Deutsche Reich in großen Massen marktschreierisch abgefaßte, verfängliche Prospekte, in denen durch alle möglichen Tricks versucht wird, die Spieler zu locken unb für die ungarische Lotterie zu interessieren. Wir wollen uns nicht auf Einzelheiten einlassen und uns nicht zu weit verlieren, nur wollen wir daraus Hinweisen, baß das Spielen in der uugamschcu Massen-Lotteric verboten ist und mit Geldstrafe bis zu 600 Mark bestraft wird. Im diesseitigen Staatsgebiet ist nur die Preußische Klassen Lotterie zugelassen unb das Spielen in ihr ist weit empfehlenswerter wie bas in ber ungarisch eil Klassen-Lotterie, bei ber es hauptsächlich daraus aukommt, baß für die Aktionäre eine möglichst hohe Rente herausgewirtschastet wird. Daher werden in der ungarischen Klassen-Lotterie von allen Gewinnen 20 Prozent abgezogen, iväfrrcnb bei der Preußischen Klassen-Lorterie der Abzug voii allen Gewinnen nur löi .• Prozent beträgt. Vor allen Dingen aber, welche Garantien bietet denn ein im Auslande wohnender, voni einem Privatunternehmer, einer Aktiengesellschaft, ange- fteflter Lotterie-„Bankier" dem Spieler bzgl. Auszahlung ber Gewinne? Wer spielen will, ber brauckr sein Gelb nicht ins Auslanb zu tragen, der kann dies im Reiche selbst tun. Die vom Staat geleitete Preußische Klassen-Lotterie unb die von ihr bestellten Lotterie-Einnehmer bieten nach jeher Richtung hin vollste Sicherheit und genießen allgemein größtes Vertrauen. --- W i e s e ck, 22. Mai. Der Gesangverein „Konkordia", ber am 9., 10. unb 11. Juli sein sechzigjähr. Bestehen durch eine größere Festlichceic begeht, hat die hierzu erforderlichen Arbeiten zur Ausführung vergeben. Auch ist bas vom Verein für bas Fest in Aussicht genommene Gelände ihm vom Ortsvorstanb überlassen worden. Von den eingeladenen auswärtigen Vereinen hat bereits eine größere Anzahl ihre Beteiligung zugesagl. -f- Reiskirchen, 21. Mai. Bei der heute hier vorgenommenen Beigeordnetenwahl wurde Landwirt PH. Stumpf V. mit 89 Stimmen gewühlt, eein Gegen- landidat erhielt 53 Stimmen. Von 197 Wahlberechtigten hatten erst 142 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Am Abend wurde dem Gewählten eine Tanne gesetzt. ch. M ü n >l e r bet Lieh, 22. Mai. Der Bau einer Wasserleitung, bezw. der Anschluß unseres Dorfes an das staatliche Werk fonimt voraussichtlich nicht zustande, da ein großer Teil der Etnivohnerschaft eine Verschiebung auf spätere Zeit wünscht. — Man plant die Erhöhung unseres Schulhauses um ein weiteres Stockwerk. ch. Butzbach, 22. Mai. Die Beamten der Butzbach— Licher Eisenbahn gedenken teils am 5. und teils am 12. Juni einen Ausflug zu unternehmen. Als Ziel ist die Saal bürg in Aussicht genommen. — Darmstadt, 22. Mai. Zum Morde in Dorn- diel erläßt die Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt folgendes Attsschreiben: „Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit festgestellt, daß der im letzten Ausschretben vom 17. Mai 1910 von uns beschriebene, des Mordes verdächtige Landstreicher mit dem Lorenz Brenner, geboren atn 4. Juli 1848 in Bürstadt, identisch ist. Brenner ist zwar älter als dort angegeben, soll aber jünger aussehen. Es iDU'b daher um energische Fahndung nach ihm gebeten. Nicht unmöglich ist es, daß Brenner sich In einem Krankenhaus aufhält." Ij Marburg, 22. Mai. Der Ba l l o n „Ma r bürg" des Kur hessischen 'Luftschiffer-Pereins, her am Freitag abenh um 9 Uhr mit den Herren Dr. Wegener, Dr. Mbner und Prof. Dr. Brauer aufftieg, ist gestern nachmittag um v24U0r in Ost er Hub bei Breda in Holland glatt gelandet. Kirche und Schule. • Laubach, 22. Mai. Tie L-Chrerbezirksv«reinä L a u b a ch, G r ü u b e r g und Reiskirchen des Landeslchrer- vereins veranstalteten gestern im Gasthaus „Zur Traube" eine von über 50 Personen besuchte gemeinsame Konferenz. Seminar Oberlehrer Dr. Spilgcr - Bensheim, ein geborener Laubacker, zeigte an der Hand zahlreicher Versuche, wie sich der botanische und zoologische Unterricht, an den neuerdings immer mehr Forderungen gestellt iivcrbeit, gerade in der Volksschule beleben läßt. Mehrere sein ausgeivählte mikroskovisckfc Präparate machten die Teilnehmer mit dem inneren Bau und den Lebens äußerungen unserer niedrigsten Wasscrticrc und -pflanzen bekannt. Im Anschluß daran leitete Dr. 2pilger eine mehrstündige botanische Exkursion, die auf den stkamsberg und in den in sloristischer Beziehung durch unsere Grafen so bekannt geworbenen Laubacher Wald und den gräflichen Park führte, welch letzterer sich besonders durch seinen Reichtum an fremdländischen ; amerikanischen unb japanischen) Nadel- unb Laubhölzern auszeichmu. Besonder? der eigentümliche Tulpenbaum und der den Uebergang von den Nadelhölzern zu den Laubhölzeru darstellende G i n g o b aum «.Salysburia adiantifolia) ans Japan, der in der weiten Umgebung nur noch im botanischen Garten zu Gießen zu finden ist, gaben Anlaß zu interessanten Beobachtungen. Dr. Spilgcr, der in der kurzen Zeit eine -Fülle Anregung für den nntur* geschichtlichen Unterricht bot, empfing für seine 2-arbictunger lebhaften Beifall und den Dank der Konferenz, der ihm bot Lehrer Mussina, dem Vorsitzenden des Lehrervereins Laubach, noch einmal besonders übermittelt imtrde. Gewitter und Ueberschwemmungen. Gießen, 23. Vuai. Während wir in unserer Gegend vorgestern und gestern front denkbar günstigsten Wetter begünstigt waren, so daß sich zahlreiche Ausflügler in der näheren und weiteren Umgebung von Gießen ohne jede Einschränkung an der prächtig-aufgeblähten Frühlings natur erfreuen konnten, Wurden ankere Gegenden, sogar in der Nachbarschaft, fron heftigen Gewittern hciingcsucht, die teilweise große Ueberschwemmungen und Verkehrsstörungen im Gefolge hatten. In Frankfurt, Mainz, Darmstadt sowie in ganz Rhein Hessen und dem Rl>eingau gingen - der Wettervoraussage nach- — starke, non .Hagelschlag begleitete Gewitter nieder, deren Schaden noch nicht zu übersehen ist. Sogar der Bahnvcrkehr litt unter den heftigen Regengüssen und mußte stellewveis' gesperrt werden. Es sind uns darüber folgende amtliche Tralünachrichten zugegangen : Ingelheim, 22. Mai. Durch Niedergang eines roolfen- brucharügen Regens wurden gestern abend um 7 Uhr bei Kilo- metcr I3,5 aus der Strecke Bingen—Mainz zwiscb'n den Bahn Höfen Ingelheim und .Heidesheim beide 5)auptglcisc über- chwemmt. Bon der Lokomotive des O-Zuges 169 ent g 1 e i st c n die ersten Achsen infolge der angeschwemmt.-n Erd- masfen. Beide Gleise nfaren um 9 Uhr 45 Miu. wieder fahrbar. Die Züge erlitten teilweise erhebliche Verspätungen. Von 11 Uhr verkehrten sämtliche Züge wieder planmäßig. Hattenheim, 22. Mai. Am 21. Mai ging nachmittags um 6 Uhr 20 Miu. über Hattenheim ein Wolkenbruch nie bei Bcidc^Gleise der Streife Wiesbaden-Niederlahnstein sind zivischen den Stationen Erbach und Hattenheim infolge anfgeschwemmtcr Bodenmafsen gesperrt. Beide Gleise waren bis 12 Uhr nachts wieder fahrbar. Auch im Ausland wurde durch Gewitter und Hagel großer Schaden augerichtet. Wien, 21. Mai. Ans Graz wird gemeldet: lieber das ganze Raabtal ging heute nacht ein fürchterliches Unwetter mit heftigem Wolkenbruch nieder. In kurzer Zeit war die Raab zum Strome geworden, der weite Ackerflächen ü b c r f d) iu e m m t c. In der Nähe des Grazer Elektrizitätswerkes war eine Arbeiterbaracke von den Wellen zerstört worden; 19 slvwakisckfc Bauarbeiter, die sich in der Baracke befanden, ertranken. Bisher wurdenl ,w,)l7 £ciGk*n geborgen. Ter Schaden des Unwetters wird auf viele" Millionen geschätzt. , London. 22. Mai. Uebcr Driss reld m Vorkshrre ging fleftcrn ^in Wolkenbruch mit .Hagelschauern nieder: s e ch s Brucken nnirden weggcrissen. Viele Bewohner mußten ihre Swm'cr verlassen. Ein timb ist erttunkcn. Paris, 21. Mai vestige Gewitter mit .Hagel, die großen Schaden an der Ernte anrichtetcn, werden gemeldet aus Harebrvuck, mo der Blitz mehrere Bauernhäuser in Brand setzte, au - Len-.-, ^icmircmont und Laon, wo das Postgebaudc cinge äi'dxrri wurde. Lustschiffahtt. Gelungener Fervflng. Erne Luftreife von Sedan nach Verdun hat am Freitag Roger Sommer ausgeiührt. Das schöne Wetter benutzend, erhob er sich bei Sonnenaufgang auf seinem Zlvcidecker in die Luft von dem bei Sedan gelegenen Aerodrom aus, indem er die Richtung nach Verdun nahm. Mehrere Automobile mattsten sich an die Verfolgung des Fliegers, der in 100 Meier Höhe flog und bereits um 5 Uhr auf dem Marsselde bei Verdun landete. Tie Offiziere der dort übenden Truppen bereiteten Sommer einen begeisterten Empjang. Um 5 Uhr 45 Min. stieg der Flieger w.cder auf zur Rückreise, die ebenfalls ohne jeden Zwischenfall vor sich ging, und landeic bereits um 6 Uhr 45 Min. wieder bei Sedan. Die ganze Entfernung in der Luftlinie beträgt 80 Kilometer. Im Flug über den Kanal. Calais, 21. Mai. Der Flieger de Lesseps urtter- nahm heute nachmittag 3 Uhr 30 Min. bei herrlichem Wetter den Versuch, nach Dover zu fliegen und von dort wieder natt) Calais. Er stieg sofort in eine Höhe von 50 Meter über dem Meeresspiegel und ist um 4 Uhr 20 Min. in der St. Margarets-Bucht zwi]chen Deal und Dover glatt gelandet. — Nach einer nnberen Meldung soll der Flug 35 Minuten gedauert haben . London, 22. Mai. D e Lesseps, der die Absicht hatte, heute vormittag um 10 Uhr den Rückflug über den Kanal anzutrcten, hat sein Vorhaben wegen des heftigen Windes aufgegeben und den Apparat zum Versand nach Calais verpacken lassen. Tie Verkehrsordnung der Lüfte. Die interna, tonale Komeren., für Luftschiffahrt, die nun in Paris zusammengetreten ist, um eine internationale Gesetzgebung vorzubereiten, hat ihre Arbeit ausgenommen. Von de ondeeem ^n.eres.e ji..d der Standpunk, den d e französische Regierung in den Beratungen eing nom..ie:i h t une> die Vorschläge, die sie den versammelten Vertretern der fremden Staaten unterbreitete. Die französische Regierung unterscheidet zwei Arten von Luftfahrzeugen: Solche, die Polizeizwecken und militari,chen An,gaben d.cnen, und die Privailuftschisse. Jedes Luftschiff nimmt die Nationalität seines Cigeniüniers an. Kein Fahrzeug darf Fluge unternehmen ohne einen Erlaubnisschein, der die Nationalität und die wichtigeren Einzelheiten des Schiffes feststellt, lieber die Bedingungen, unter denen die Erlaubnis erteilt wird, werden die einzelnen Staaten Verfügungen erlassen, die dann auch in allen anderen Staaten tvirfeu Die Orts- beworben werden verpflichtet, an der Ausführung dieser Be> stimmnngen mitzuarbeiten: sie haben auch das Recht, die Luftschiffe zu besichtigen und die Zurückziehung der Erlaubnis zu veranlassen, tränn das Fahr,zeug nicht in Ordnung ist. Alle Luftschiffer werden in besondere Listen eingetragen, die die Staaten untereinander austauschen. Jedes Luftschiff muß ein deutlich erkennbares Zeichen tragen, an dem man sofort die Nationalität erkennt: außerdem erhält es eine Nummer. Die Erlaubnisscheine sollen in allen Staaten Gültigkeit haben. Die Lustschiffer locrbcn verpflichtet, die Landung durch besondere Signale anzukündigen; die Festsetzung dieser Signale wird noch geregelt. Jeder Staat hat das Recht, über gewissen Gebieten seines Landes die Luft- schiffcchrt zu verbieten, vorausgesetzt, daß diese Stellen durch deutlich sichtbare Zeichen für die Lustschiffer kenntlich gemacht sind. Die Luftschiffer, die bei ihren Flügen die Grenze kreuzen und in ein anderes Land kommen, werden verpflichtet, sofort nach der Landung die nächste Ortsbehörde zu verständigen. 2>€rini|C4)tcs. *DasältesteChepaarderWelt. Bei der Volkszählung, die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten vorgenommen wird, hat sich herausgestellt, daß in der kalifornischen Stadl Florence ein greises Ehepaar lebt, das wohl das älteste der Welt ist. Denn der Gatte hat fein 110. Lebensjahr vollendet, während sie 107 Jahre alt ist. Seit 90 Jahren sind die beiden glücklich verheiratet. Er wurde in Neu-Me^iko im Jahre 1800 als Kind französischer Eltern geboren, sie erblickte drei Jahre später in Mexiko das Licht der Welt. Im Jahre 1820 traten die beiden in Santa Fe vor den Traualtar. In ihrer 90 jährigen Ehe wurden sic mit 10 Kindern gesegnet, von denen eins noch lebt: ein ehrwürdiger Greis von 85 Jahren. ' Durch einen Eierkuchen ist am zweiten Pfingsttage eine kleine lranzöstsche Gemeinde der Schauplatz wilder Amreg- nutzen geworden. Ter greife Vikar des Lrles Halle an diesem Tage seine Kochm beurlaubt uiib am Abend mußte er sich fein Essen iclbsl bereiten, das sleks ans einem Omelette bestand. Er ging also m die Küche, riihrte die Eier znsammen und aoß sie m die Bral- psan»e. Aver der Vikar ist em aller Herr und hat em gutes Gewißen: er hatte seinen Lehnsessel vor den Kochherd gcriickl und schlici ein. Tie Zen verging, das Omeletle verbramue und dichte, beizende Rauchwolken füllten den Raum, zogen durch den Flur und alarmierten hier den allen Psörtner. „Feueriol" dachte der 'nrchisame Alle und rannte davon, um die Feuerwehr zu ruien. Inzwischen nmchs der Ranch, die Phantasie der Rachbarschail trieb üppige Blüten: das ganze Hans brennt, so sagte man, und ganz Schlaue ahnten, daß der gute alte Bitar in den Flammen geröstet würde. Als die Feuerwehr kam, luaien Hunderte von Menschen versammelt, mit blanken Aerten drangen die Fencrwehrleulc ent und nun erst erwachte der Vikar in höchstem Schrecken, denn er Halle auch gerade von der Feuerwehr geträumt.^ Dann löschte diese das Omelette und die Gemeinde brachte dem Seeljorger cme laute Freudenbezeugung dar. Spielplan der vereinigten frankfurter Sta-ttheater. Gpcrnhaus. Montag, abends 7'/, Uhr: „Tic geschiedene Frau." Dienstag*': „Madame Butterfly.* Mittivoch, abends 61/,^Ul)t: „Rienzi." Donnerstag: „Oberon." Freitags geschloffen. Samstag: „Das Glück.' Hierauf: „FeuerSnot." Sonntag, abends 6 Uhr: „Sriftau und 3folbe/ 'Montag, abends 7l/? Uhr: „Die geschiedene Frau.' Dienstag: „Set Prophet.- 'Mittwoch geschloffen. Schauspielhaus. Montag'): „Iphigenie am Tauris/ Dienstag: „Ter bösi Geist Lumpazivagabundus." Mittwoch: „Nathan der Weise.' Donnerstag: „Wilhelm 2eCLe Freitag, abends 7*. Uhr: „Hans Lange." Samstag: „Ter böse Geist Lumpazivagabundus." Sonntag: „Ter böse ©eilt Lumpazivagabundus. 'Montag: „Alt- Heidelberg/ Dienstag: „JohannlSjeuer." Mittwoch: „Der böse Geist Lumpazivagabundus." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Mütter fchr vaorqnfNlt. Dass erwärme der Lahn 17°H. Meteorologische veobachtungen der^tatio» Eietzen. Welter Höchste Temperatur Riedrigite „ = + 24,9 DCL --- + 13,9 ‘C. am 21. biZ 22. Dlai „ 21. „ 22. „ Mai 1910 Barometer aus Oe reduziert Temperatur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeil Wind- richlung Windstärke (Brib bn Botivlkung in ßebntel ber slchtb. Hkmmrlssl. 22. 2« 746,5 24,4 7,0 31 ENE 4 2 22. 747,7 17.2 6,5 45 NE 4 0 23. 411 749,3 15,7 ... 54 NE 0 Verkaufs- «teilen durch dieses Plakat kenntlich. Fabrikant: AnRust Jacobi. Darmstadt. fVucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7 12. Ziehung 5. Kl. 222. Kgl. Preuss. Lotterie Ziehung vom 21. Mal, vormittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern In Klammern belgefUgi. (Ohne Gewähr.) (Naebdruck verboten.) 115 201 |500) 430 [1000] 49 536 1018 129 43 58 220 8flfi (30001 477 052 875 919 [5001 57 2237 644 3127 844 [,63 761 70 4011 174 (1000 ) 99 205 56 870 427 711 927 5353 64 88 91 502 819 6258 333 680 718 981 7210 4 28 1500) 526 699 [1000] 7« 8.11 [1000] 8079 102 218 [10001 26 417 (1000) 612 750 0002 11000) 78 93 230 88 935 [500] 10224 314 50 8 96 714 18 915 1136 1 412 77 9 7 719 908 12042 237 631 712 (500] 13058 117 312 39 99 [ 3000] ■. 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53 340 509 630 872 966 75 30 1 219 347 413 628 [500] 756 57 3 02126 53 291 694 863 30303. 4!)u 95 7 20 58 Im Gewinnrade ’-erblleben: 1 Prämie zn 300 000 M. 1 Gewinn zu 500000, 1 zu 200000, 1 zu 150000. 1 zu 120000. 2 zu 100000, 1 zn SOtOO. 1 zu 70000. 1 zu 60000. 2 zu 40000, 10 zu 30000 14 ru 15000. 51 zn 10000, 89 za 5000, 1297 zu 3000, 1989 zu 1000, 8158 «1 500 842 983 2 50152 21.3 16 85 867 71 954 2 51187 261 680 87 721 835 [ 500] 76 2 5 2249 757 834 993 253012 219 61 62 550 652 743 85 853 932 41 [500] 2 54138 358 77 412 35 [5001 69 260047 2 2 3014 23 92 219 82 371 559 632 2 2 4084 207 731 (300) 999 2 2 5093 149 731 818 2 2 6087 124 70 419 516 67 937 81 2 2 7090 209 58 369 558 731 22 8036 82 170262 464 506 61 [500] (500) 64 269 306 780 99 875 693 (500) 822 1 7 3 010 40| 47 58 76 232 373 287 597 657 828 175012 1765=9 751 177045 2'16 77 178136 58 638 851 955 [30001 848 49 951 180108 452 87 604 2 30181 255 68 346 433 48 988 231071 313 424 86 158 242 472 [500] ...... 922 11000) 2 3 3000 :.3 l 7S 733 821 950 2 3 4465 83 1500] 705 [1000] 11 235168 326 [500] 98 461 565 99 700 838 967 2 3 6041 174 >00] 433 66 74 99 708 34 (.,001 --- ---- 599 [1000] Ao*-.--. o.v .v 968 182082 354 [---- 731 8n.5 183014 31 [500| 266 [500] 407 795 906 [500] 500] 798 203CO:i 147 (3000] 498 [1000 ] 659 786 844 ] 967 70 204113 76 255 (5001 384 (10000) 468 621 --- " 936 [500] 152 (5001 204 [1000] 24 3071 237 365 918 2 4 4003 301 30 734 [5000] 879 997 2 4 5271 538 658 824 2 4 6 2 2 307 63 [500] 599 677 726 844 82 2 4 7088 162 [500] 222 347 406 27 33 609 2 4 8267 500 771 24 9 234 49 362 492 325 60 9fi 569 684 261169 202 S 14 26 .. ....... --- - 2 62150 275 333 704 [500] 35 41 973 2630.30 [10000] 364 r3000] 389 264069 470 5=3 265001 220 305 266114 :50000] 243 7 9 521 50 713 59 803 39 2 6 7033 314 63 [1000] 570 663 746 [1000 ] 56 381 268533 626 76 2 6 90.12 55 (3000) 603 792 854 86 915 270155 477 585 [500] 745 271156 [500] 201 724 993 272156 [500] 64 676 273282 300 9 7 549 [1000] 771 980 2 7 4068 75 82 326 450 501 47 [500] 79 [500] 802 920 30 49 94 2 75178 577 806 20 48 976 2 7 6326 2 7 7057 67 620 730 817 945 2 7 8071 73 88 162 341 406 985 2 7 0 025 39 130 [3000] 312 [3000] 52 [1000] 71 [500] 575 027 280 =3 286 319 [10000] 51 756 838 917 36 (1000) 75 281121 234 94 318 474 648 868 2 8 2079 32.5 463 807 2 8 3154 268 414 629 727 67 2 8 4092 321 400 769 889 285323 63 [50Q] 586 945 2 8 6106 347 988 287012 29 [500] 143 53 1300] 636 4 6 2 8 8025 519 637 90 750 53 844 2 8 0059 293 336 851 290115 964 291034 163 221 459 507 58 699 292301 nov 568 721 29 3 262 87 421 571 813 955 2 9 4078 133 [500] 557 619 2 0 50-19 76 252 342 543 640 779 2 9 6536 659 91 [1000] 96 785 841 29 7117 208 54 490 547 646 64 80 906 2 98144 285 400 8 57 2 9 9034 145 262 392 644 714 816 155238 [500] 81 802 437 591 727 [500] 81 802 1 56133 7 8 226 , 3.100 ) 524 33 7 76 89 801 953 92 (3000) 15 7 030 175 88 [5001 276 85 358 497 721 842 500] 982 1 5 8029 125 28 43 316 68 434 7 4 565 815 [ 500] 71 159014 218 324 44 647 906 160197 602 32 748 902 68 161137 67 252 614 838 78 932 1 6 2041 [500] 251 16 3 201 40 52 674 804 54 .37 164138 228 57 805 498 884 [ 500 ] 96.3 165155 239 326 520 67 1 66'69 407 II 13000] 25 38 781 830 915 60 12. Ziehung 5. Kl. 222. Kgl. Preuss. Lotterie Ziehung vom 21. Mai, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne GewAhr.l tXacbdruck verboten ) 18 164 332 427 60 664 91 700 51 829 995 1054 322 52 67 473 620 841 944 2OSO 287 490 [1000] 574 912 11 3188 230 44 (1000) 315 510 4032 175 224 401 802 32 5213 346 504 98 673 779 7 251 451 909 [3000] 71 8135 351 90 509 788 9033 [500] 92 207 [ 500 ] 98 480 87 911 10180 298 646 762 11<'2O 504 56 888 12161 04 208 318 448 509 83 743 873 13136 70 513 22 699 912 84 14205 570 [ 500] 807 49 68 988 1 5056 312 [ 3000] 85 532 086 16002 194 221 96 351 [ 10 000] 55 406 723 72 943 17026 158 503 [1000] 20 92 610 765 800 927 81 18175 442 649 729 868 19314 876 20057 124 226 381 [500] 589 627 718 953 2101= 34 84 [500| 194 637 22.'30 544 60 771 1500] 804 ( 500 ) 2 3 036 84 230 987 2 4 791 2 5 052 218 89 400 60 85 87 953 | 500l 26301 [500 ] 573 74 619 27191 440 589 629 36 91 902 2 8 32 ’ 709 80? 2t.280 369 466 30117 231 445 530 613 982 31113 321 36 40 565 66 693 755 3 2 172 263 (500J 360 [1000] 552 632 879 [1000] 910 73 75 3 3003 [iOOO] 151 81 83 258 63 1.3000 ) 332 63 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Schafbrücke über die Lumda dahier (Erneuerung des Bohlenbelags durch Chaussierung). A. Maurerarbeiten veranschlagt zu Mk. 80.56 B. Eisenwarenlieferung (Träger, Zores- eisen und Winkeleisen) veranschl. zu Mk. 487.38 C. Schmiedearbeiten veranschlagt zu Mk. 194.95 2. Herstellen von Gossenpflaster an verschiedenen Straßen im Ort veranschlagt zu Mk. 678.- Voranschlag und Bedingungen liegen bis zum genannten Termine auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Jnter- effenten offen. 2921 Londorf, den 21. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Londorf. A u m a n n. Achtung! Achtung! Morgen Dienstag verkaufe ich aus dem Brandvlatz in Gießen einen Waggon Waren: wie feinste, süße, saftige, dicke Blut- uud Valencia Apfelsinen, 10 Stück 40, 50, 60, 70 Psg., belle, sastige Zitroncu, 10 Stück 40, 50 Pfg., große, frische, holländische Gurken, Stück 25 bis 35 Pfg., neue, gesunde Zwiebeln, 3 Pfund 25 Psg., Zentner 7 Mk. 50 Psg., Blumen kobl, Meerrettich nfto. äußerst billig. [04263 Kleins Obst- u. 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