Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags. Ä d- 0 Lützen. < 6 1 ea ib !n. den die DO « an rit t, to n it au llig KB seinem VoW gegenüber unserer geistigen Arbeit, und das erfüllt uns mit Stolz und mit Mut für die Zukunft. Die Geschichte der Kirche ist auch die Geschichte großer' Gegensätze, und im Widerspruch ver Richtungen offenbart sich erst die Tiefe der katholischen Weltanschauung. Gott bewahre uns vor der Totenstille! Aber konnte der Kampf nicht ein großer Wettbewerb der Richtungen und Gesinnungen werden, ein Kamps um die größere Tat für die — Jngeborg van Bronsar k. Am 24. August vollendete die erfolgreiche Komponistin und Pianistin Jngeborg von Bronsarl, die Gattin des früheren Weimarischen Hoftheateriuten- danteu Hans von Bronsart, ihr 70. Lebensjahr. Ihr Mädchenname ist Stark, ihr Geburtsort Petersburg, ihre Eltern waren Schweden. Als junge Schülerin Liszts lernte sie in Weimar ihren ebenfalls musikalisch reichbegabten Gemahl kennen, der sie 1861 heimsührte. Außer zahlreichen Instrumentalkompositionen schrieb sie die Oper „Die Göttin von Sais", das Singspiel ,^Jery und Bätely" ü.nb, die 1891 in Weimar aufgeführte große Oper „friarne". zeiner, es will zur Epidemie werden. Da ist es notwendig, hrm) Zusammenhänge zwischen Brot und Glauben mehr als bisher nachzugehen, mehr soziales und wirtschaftliches Berständsüs M wecken. Es wird zu untersuchen fein, ob nicht kleine land- liche Gemeinden zusammengelegt werden können, da- mit die Großstadt einen Seelsorger mehr bekomme. — Morgen werden die Beratungen des diesjährigen Katholikentages zu.Eudy gehen. , Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub- straße 7. Expedition und Verlag: e^gfroL Redaktion: e-0112. Teb-Adru AnzrigerGießen. auch ui der Kulturarbeit der Gegenwart GoUes Kräfte leb spreä>ungen über die Probleme der Volkserzichungsarbeit klar zur werden. Die gesellschastlichen Unterschiede sollen vergessen/ die An Goethes Geburtstag, bem 28. August, wurde Nietzsches steck- liches Teil im Erbbegräbnis seiner Familie zu Röcken bei beigesetzt. — An Nietzsches Bahre. Zum zehnten Male jährt sich am 25. August der Tag, der Friedrich Nietzsches urnnachteten Geist aus den körperlichen Banden befreite. An einem Samstag mittag, kurz vor 12 Uhr, tat er in dem Hause Luisenstraße 30 nt Weimar, m dem noch jetzt das Nietzsche-Archiv sich befindet, den letzten Atemzug. Ein Lungenödem war auf getreten, und ein? Schlaganfall hatte die rechte Körperhälfte gelähmt. Eine stimmungsvolle und ergriffene Schilderung des Sterbezimniers bat damals der Schriftsteller Carl Bulcke veröffentlicht. „Die Tür schließt sich hinter mir," schildert er seinen Eintritt. ,Lch stehe- allein. Mir schlägt das Herz. Ein unendlich schmaler Sarg aus hellbraunem Eichenholz mit silberbroiHierten Füßen steht mitten im Zimmer gebettet zwischen dunklen, fast schwarzen Lorbeerbäumen. Die Augen gewöhnen sich allmählich an die Dämmerung. Der gelbe Jaspis zweier Leuchter brennt wie Licht. WaS. im Sarg liegt, ist blendend weiß. Eine blanke Atlasdecke ißt zurückgeschlagen, ein dünner Gazeschleier liegt über dem Toten. Auf dem Körper ruhen leicht verschlungen zwei mächtige, wachsbleiche Hände. Der Kops liegt zurück. Unter der Gaze schimmertt, der buschige, tiefdunkelbraune Schnurrbart: er überschattet die« fdjmalm Lippen, in deren Mundwinkeln das letzte Zeichen des? Todeskampfes, die letzte Rune des Lebens schläft. Der kolossaktz Kopf mit der niedrigen Slawenftirn ruht tief versunken, ringe grab en in das weiße Kissen. Das schmale Gesicht ist gelblich blaß. Auf dem Atlas liegen gelbe Rosen .... Sekunden vergehen. Was dentt man in solchen Augenblicken'? Mir schlägt das Herz. — In meinen starren Augen werden die weißen Rieseiihände immer größer, immer größer. Mich dünkt, sie umspannen die ganze kleine Welt .... Es raschelt im Nckene zimmer. Ganz leise öffne ich wieder die Tür. Noch rin Blick. Requiescat. — — Draußen die Sonne. Tausend Sehritt kaum glänzt aus dein Wipfel grüner Linden in ruhigem Glanz das strahlende goldene SFrcuj der Fürstengruft, wo Goethe ruht." — in t. u- un di französischen Revolution wurden ihm sogar Denkmäler zer- I ' schlagen, darunter das vielgerühmte Marmorgrab, das Philipp IV. seinem Vater errichtet hatte. Aber am schmerz^ Bildungs aufgaben der deutschen Katholiken. Der Redner führte aus: Als die Jünger einst den Heiland auf die gewaltige Pracht des leuchtendeii Tempels hinwiesrii, da schwieg der Herr. Scheint es nicht, als liege in diesem Schweigen rine Verachtung der irdischen Kultur, als ein kaum der Rede wertes Spiel der Menschheit? Das, was menschlich wertvoll ist m unserer Kultur, darf sich gesegnet wissen vom Menschensohn. Der Konflikt ,Zhr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" ist notwendig und gottgewollt. Die rein weltliche Kultur entspringt dem natürlichen Verlangen zu wissen, zu genießen, ein schönes Dasein zu schaffen, sie ist also ohne sittliches Verdienst, und darum müßte sie frenndlos an sich selbst zu Grunde gehen, träte ihr nicht wider Willen das christliche Ideal entgegen mit Der Forderung: suchet zuerst das Reich Gottes! Indessen werden Die Straßenbahn im Gewitter. Nach den verschiedenen sehr heftigen Gewittern, die sich im Lause des Sommers über Gießen entluden, tauchten immer wieder Fragen aus, wie sich die Straßenbahn im Gewitter verhaue, wie sie gegen Blitzeinschläge geschützt fei, ob sie nicht besonders gefährdet fei usw. Nahrung mochte der letzte Gedanke dadurch erhalten haben, daß bet dem ersten Gewitter dieses Jahres eine längere Betriebsstörung stattfand. In folgendem sei kurz auf diese Frog^ geantwortet. Wie wohl allgemein bekannt ist, sucht sich der Blitz den kürzesten Weg zur Erde oder richtiger den Weg, der ihm den kleinsten Widerstand bietet. Hierauf beruht das Prinzip der verschiedenen Blitzableiter, von denen die gewöhnliche Auffangstange mit Metallspitze und leitender Ster- bindung mit einer Erdplatte am bekanntesten ist. Auch die Straßenbahnoberleitung, der Fahrdraht, ist durch Blitze ableiter gesichert, die aber von der gewöhnlichen Art ab^ weichen. Der bei Straßenbahnen gebräuchliche Blitzabileitev ist der sogenannte Hörnerblitzableiter, der an Oberleitungs- Sache Gottes? Wenn wir an denselben Christus glauben und seine Fahne ausiichtm wollen im Getümmel der Gegenwart, was lassen wir Blut fließen am eigenen Herde, Bruderblut? Darum Friede. Und endlich Enthusiasmus. Große Werke können nur aus ergriffenen Seelen kommen. Die dringendste Arbeit heißt: religiöse Begeisterung. Unwersitätsprofessor Dr. Josef Mausbach (Münster i. W.) behandelte das Thema: Frauenbildung und Frauenstndium, indem er ausführte: Die Tatsache, daß ein großer Teil der Frauenwelt rin starkes Bedürfnis nach geistigem Fortschritt empfindet, gebietet, dieser mächtigen Zeiterschrinung ohne engherziges Vorurteil näher zu treten. Alle katholischen Denker sind darin einig, daß Mann und Weib bei allen unleugbaren Verschiedenheiten doch im tiefsten und höchsten vollkommen gleich sind. Gerade die moderne Philosophie und Ethik hat diese Gleichheit zu erschüttern versucht. Die peinlichen Gegensätze zwischen griffiger Schaffenslust und dem Mutterberuf kann nur das christliche Lebensideal überbrücken. Diese christliche Lebensauffassung hat es alltäglich gemacht, daß eine Jungfrau ihr blühendes Leben ohne schmerzlichen Seitenblicl ganz in den Dienst der Kirche, der Charitas, der Bildungstätig- krit stellt. In dieser kirchlichen Hochschätzung des jungfräulichen Standes liegt nicht eine Verdunkelung der Würde des Ehestandes. Der Schwerpunkt des Lebens der meisten Frauen liegt im Hause, und darum muß sich die Ausbildung der Frau zuerst auf die tüchtige Ausnutzung für den Stand der Ehe und der Mutterschaft richten. Dort liegt der umfassendste Beitrag des Weibes zur Menschheitskultur, dessen Wert sich getrost der Kulturleistnug des Mannes an die Seite stellen kann. Und diese weibliche Kunst will erlernt sein, zumal die Entwickelung des gewerblichen Lebens Hunderttausende aus dem Hause in die Fabrik zwingt und die Vorbereitung für den Mutterberuf erschwert. Soll darunter nicht die Zukunft des ganzen Volkes leiden, so muß durch hauswirt- schaftliche Fortbildungsschulen dieser Mangel ersetzt werden. Gerade aus der Wichtigkeit und Vielseitigkeit des Familienlebens ergeben sich stets lohnende ^ifgaben für weibliche Hilfskräfte im Haufe, die jedenfalls für sie beglückender sind als die Bedienung des Telephons und des Schalters oder ähnliche gemüUofe Arbeiten. Gott fei Dank ist es auch die Achtung vor dem mütterlichen Walten und Wirken in den besonnenen Reformerkreifen wieder gestiegen. Sie hat sich besonders zur Geltung gebracht bei der Frauenschule, die den Töchtern höherer Stände nach dem Verlassen der Mädchenschule Gelegerchett zur Ausbildung für alle Aufgaben einer deutschen Frau und Mutter geben jolL Das Frauenstudium im engeren Sinne ist der Weg zur höheren weib- licben Berufstätigkeit außerhalb der Familie: denn die Frauen sind nicht ausgeschlossen von der Wissenschaft und Kunst. Wir Katholiken dürfen der heutigen Frauenblldung unsere Empathie nicht versagen, auch wenn der gegenwärtigen Flut eine Ebbe folgt. Vollwertiger Anschluß katholischer Frauen an die Gesamtbewegung ist von großem Vorteil. Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Josef Graf v. Pefta- Nürnberg behandelte das Thema: Modernes Freidenkertum, indem er ausführle: Zwei große Heerlager von solchen, welche einen persönlichen Gott nicht anerkennen, trennen sich nach rechts und links von der göttlichen Offenbarung. Die einen schlagen den Altar ist Stücke und beten die Erde, den Stoff an, aus dem sich alles automattsch entwickell habe. Das sind die Materialisten. Und die anderen, die Idealisten, setzen an Stelle des Gottes- bildes eine Idee, eine geistige Kraft. Im Kem findet sich eine Lehre der Idealisten bereits in der Philosophie des alten Brad- manentums, welche alles Dasein auf einen in der Welt selbst liegenden Urgrund geistiger Art zurückführt. Solche idealen Meinungen finden sich in der mannigfachen Form bis heute. Sie sind alle Nebelgebilde, die auf gewissen Höhen der Menschheit gefunden wurden, die aber einen Einfluß auf die Masse nicht ausgeübt haben. Arrders ist es mit dem Materialismus. Seine Geschichte beginnt mit dem Lachen, sie endet mit dem Fluche des Wahnsinns. Die Anhänger all dieser verschiedenen Systeme bilden die Freidenker, die alle für sich den vermeintlichen Vorsprung in Anspruch nehmen, allein frei zu denken. Ferrer-Rummel und Kulturtage find Propagandagelegenheit; da geht der freie Gedanke auf die Straße, da hat er das katholische Bewußtsein beschimpft, wollten wir so vorgehen, dann wären wir kein Katholikentag. Der Katholikentag ist der wahre Kulturtag. Ein absolut freies Denken gibt es nicht, aber es gibt ein freies Handeln. Ohne Gott aber gibt es für dieses freie Handeln feine Moral. Das Freidenkertum ist nicht mehr eine Irrung Ein- Deutscher Katholikentag. I ' - Augsburg, 24. Aug. ■ . geschlossene Versammlung beschäftigte sich zunächst mit ■ soSch^" Fragen, wozu eine Reihe von Anträgen des sozialen f« Äu-schusses Vorlagen. Generalsekretär Dr. Pieper erstattete W zunächst den Bericht dieses Ausschusses. Sein erster Antrag H beinitt Die religiös-sittliche Hebung des erwerbstätigen Volkes tzr wurde einstimmig angenommen. U WritereAnträge des sozialen Ausschusses beschäftigen sich mit der Fürsorge für die ichulentlaffene Jugend. Hier wird vor allem die pflichtgemäße Einführung des Reliaionsunterrichtes in den obliga- wrischeu trortbitdungsschulen für Knaben und Mädchen gefordert Zu dem Punkte Militärfürsorge verlangt ein Antrag die an manchen Orten schon vorteilhaft er* 111119 Einer Rekrutenfürsorge im Anschluß an die ui Betracht kommenden katholischeii Vereine. In der Besprechung dieses Themas bemerfte der Präsident Marx: Der vorliegende Punkt ist von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir erheben Einspruch gegen die Art und Weise, wie diese überaus mohernc und notwendige Einrichtung von der liberalen Presse bekämpft worden ist. Wir wollen, daß, die jungen Leute staatstreu werden und blechen. Eine solche staatserhaltende Tätigkeit sollte auch vom «Staate unterstützt werden. (Lebhafte Zustimmung.) Ein anderer ?luttag peiajafttgt sich angesichts „der wachsenden Bedrohung des ) elbsta n d i g en kauf m a nn i sch e n M i 11 e l fta n d e s durch ^e.neuzeitliche Wrrtschaftsentwicklnng" mit der Forderung eines umraffenben gesetzlichen Schutzes dieses Standes, verlangt ferner Ausbau der L-chutz- und Verficherungsgesetzgebnng zu Gunsten »der vandlungsgehiffen und lonitigcn Privatbeamten und empfiehlt die tatkräftige Förderung der katholischen kaufmännischen Ver- — einigungcn. Mle diese Anträge wurden unter lebhaftem Beifall ! einstimmig angenommen. Damit war das Thema Soziale Fragen" erledigt. s Sodann ging die Versammlung zur Besprechung der Anträge über, die der dritte Ausschuß zu dem Thema „C h r i ft l i ch e Charitas" voi gelegt hat. Zur Frage der „Charitashilse in der Großstadt- Kdiorge besagt ein Antrag: „Die Hauptversammlung erachtet es als ihre Pflicht, die Katholiken auf die Größe dieses Problems und der damit veckundenen Gefahren für die Kirche unb die Seelen aufmerksam zu machen und die berufenen Führer zu einer 4 wirksamen Lösung der Frage zu ermuntern." Weitere Anträge betrafen das „Auswandererproblem", das katholische Deutschtum im Auslande, Fragen der Fürsorge-Erziehungspflichten, der Fürsorge für die gefährdete Jugerrd und der Unterstützung der Vinzenz- Lere.ine. Mehrere Anträge beschäftigten sich mit dem „Kampfe {gegen den Alkoholismus". Auch diese Anträge wucken einstimmig angenommen und hierauf die Versammlung geschlossen. Die dritte öffentliche Versammlung in der I großen Festhalte war wiederum sehr zahlreich besucht. Auch die Mschöft und die andere hohe Geistlichkeit waren wieder eridjienen. An erster Stelle berichtete Dr. theol. Bernhart (München) über 5um Zarenbesuch in Gberhessen. Aus Friedberg, 24. August, Wick uns geschrieben': darf nunmehr als feststehend betrachtet wecken, daß die Zaren-- familie am Montag vormittag auf Schloß Frickberg eintreffertz wird. Die Großher^ogliche Familie wird, wie schon gemeldet, das Hoflager am Samstag nach Schloß Friedberg verlegen. Obf hie Ankunft der russischen Majestäten mit der Eisenbahn erfolgen wird, oder ob sie sich von einer Zwischenftation mittelst Aut»-' mobils direkt ins Schloß begeben* werden, steht noch nicht feft doch gilt als sicher, daß keinerlei behördlicher Feftempsang statt-, findeii wird, sondern nur eine Begrüßung der hohen Gäste durchs die fürstlichen Verwandten erfolgt. In der Stadt hat inzwischen die Ausschmückung der Straßen eifrige Fortschritte gemadyt. Ist der direkt zum Schlosse führenden Kaiserftraße ist beim Rat häuft eine mächtige Ehrenpforte errichtet worden, die mit Fahren und Girlanden reich geschmückt ist: bis zum südlichen Schloßtor ziehen sich hohe Fahnenmasten mit Girlanden aus Tannengrün hin undj von den Masten wehen bereits bunberte von Fahnen in den deutschen, hessischen und russischen Farben. Auch die Ausschmückung^ des Schloßhofes ist nahezu vollendet. Die Wände der Gebäude und die kaum mannshohen Einfrickigungsmauern sind mit Lorbeerbäumen, Palmen und zahllosen Blumen geschmückt, die int Laufe der letzten acht Taae aus der großherzoglichen Hofgärtnerei Darmstadt herübergeschaftt wurden. Die Ehrenkompagnie für bas Zarenpaar, die am nächsten Freitag hier eintrifft, Wick diesmal, aus allen fünf hessischen Infanterie-Regimentern unter dem Kommando des dienstältesten Hauptmanns Schmitz (168. Jnf.-Regt.) zusammengesetzt fein; die Stadt hat bereitwilligst für die Unterbringung der Mannschaften in Mafsenguartieren Sorge getragen. — Den außerordentlich übertriebenen Nachrichten über den Sicherheitsdienst aus Anlaß des Zarenbesuches gegenüber fei bemerkt, daß die eigentliche Sckstoßwache aus 10 Mann besteht, die in dem Häuschen des Pckells am nahegelegenen Lehrerseminar unter-, gebracht sind. Sonst ist während des Besuchs nur eine Pfarrers-, Witwe mit ihren Kindern und ein russischer Student, der auf bemj Schloßterrain feit vielen Jahren bei einer Witwe wohnt, aus- auartiert worden. Der angeblich zu errichtende „mittelalterliche Schlagbaum" besteht aus einem niedrigen Holzgeftell, das den Fußgängerverkehr frei läßt, aber verhindern soll, daß unbefugte Fuhrwerke, namentlich fremde Automobile kurzweg in den Schloßhof einfahren, wie dies auch schon häufiger im Jagdschloß Wolfs-, garten geschehen ist. Das „große eiserne Gitter mit ©töteten"/ das angeblich errichtet werden sollte, besteht aus einem Stachel-, drahtzaun, der zum Schutze gegen Obstdiebstähle angebracht wurde.. Daß eine Airzahl Kriminalbeamte unter Leitung des PolizriratA Krämer mit dem Sicherheitsdienst betraut wurden, ist selbstverständlich, doch genügen dafür die hessischen Beamten vollständig^ Der Dom von Narbonne. Aus Paris wird uns geschrieben: Der Dämon Feuer hat in jüngster Zeit den Kunstschätzen übel mitgefpielt. Die Kunde, daß er auch die Kunstwerke der Kathedrale zu Narbonne nicht geschont hat, muß schmerzlich berühren. Vieles, was den Wert dieses Gotteshauses ausmachte: kunstvoll geschnitztes Gestühl, Skulpturen, Bilder und Glasmalereien, ist vernichtet. Außen sieht der riesige Bau wie eine Festung aus, aber sein Inneres offenbart den ganzen Zauber nordfranz-ösischer Gotik, deren ! siegreiche Kraft ja auch im Süden Frankreichs ausgezeick)- nete Werke geschaffen hat. Zur großen Wirkung der Architektur, zu den schlanken Bündelpfeilern, die zum Gewölbe emporsteigen, zum breiten Umgang mit dem Kapellenkranz und den gewaltigen Fenstern, deren Maßwerk wie Filigran in Stein anmutet, gesellte sich zur Erhöhung der feier- , sichst en Stimmung jener kostbare Schmuck an Kunstwerken, der nun zum Teil vernichtet ist. Schade besonders um die architektonifch-gotisierenden Glasgemälde, deren entzückende Farbenpracht dem Raum und den kalten Steinen seit Jahrhunderten Leben und Wärme verlieh. Am 25. März 1272, dem Sonntag Lätare, wurde vom Erzbischof Maurin, einem Freunde Clemens IV., der vom Papst gesandte, mit goldenem Kreuz geschmückte Grundstein zum Bau gelegt. Erst 1332 war der Chor vollendet, also zur gleichen Zeit, wie der des Domes zu Köln. Schon vor der Vollendung war in der Gruft ein König beigesetzt worden, Philipp der Kühne, gestorben 1285 zu Perpignan. Seit bem hat der Bau ein wechselvolles Geschick erlebt, in dem Not und Sturm nicht gefehlt haben. Während der ersten sührung des Besessenen vor die Apostel, verknüpft ist, ist das letzte gewesen, das Rafael geschaffen hat, denn kurz nach der Vollendung sank der Meister am 6. April 1520 ins Grab. In Rom aber entschloß man sich aus Gründen !der Pietät, den Schwanengesang Rafaels, die Transfiguration, .nicht nach Narbonne zu senden, sondern im Vatikan zu belassen Als Ersatz wurde der Kathedrale ein 1519 gemaltes Meisterwerk des Sebastian del Piombo überwiesen, die Auferweckung des Lazarus, eine bedeutende Schöpfung, deren Komposition angeblich auf Michelangelo zurückgeht. Viele Jahre hat das Gemälde eine der Kapellen der Narbonner Kathedrale geschmückt. Noch 1627 berichtet von ihm der Deutsche Jodocus Sinz er in seinem Jtinerarium. Ludwig XIII. wollte es der Kirche für 9000 Kronen abkaufen, erhielt aber eine ?lbfage und mußte sich mit einer Kopie begnügen. Nichtsdestoweniger gelangte später das kostbare Bild in die Galerie Orleans und bann — nach London, wo es seit länger als einem Menschenalter eine Zierde des Saales der Venezianer in der National- Gallery bildet. So ist die Narbonner Kathedrale nicht nur um das letzte Meisterlverk Rafaels, sondern auch um das des Piombo gekominen. Als schwachen Trost für den Verlust hat die französische Regierung nm die Mitte des vergangenen Jahrhunderts dem Museum zu dLarbonne eine Kopie der Transsigurariou gestiftet. Nun ist es im Hinblick auf den jüngsten Brand als ein Glück zu preisen, daß das Original Rafaels nicht nach Narbonne gekommen ist, denn sehr wahrscheinlich wäre es jetzt den Flammen zum Opfer gefallen. Und wohl dasselbe Schicksal hätte das Bild des Sebastian del Piombo bettoffen. lichsten wurde empfunden, daß der Kathedrale ein Meisterwerk Ra faels entging. Papst Clemens VII. hatte für Hochaltar der Kathedrale zu Narbonne bei Rafael „Transf^guration" bestellt. Ein Andenken sollte das Gemälde fein an die Zeit, da er, der Schenker, Erzbischof ! dieser Kirche aewesen war. Das gewaltige Werk, in dem mit großer Kühnheit die Verklärung Chrrsti und die Vor- Zweites Blatt 100. Jahrgang Donnerstag Ä5. August 1910 Siebener Ihtjcigcr General-Anzeiger für Gberheffen masten befestigt wird. Seine Wirkungsweise fei an Hand einer einfachen Skzze erklärt. Verbindungsdraht <5v fßeger) nach dem ersten Muge für 28000 DK. erwerben, oa er für nrilitärische ZwÄe besonders brauchbar ist. Er kann nämlich in der Luft auf einem Punkte ruHen, und besitz t Fall schirm; die Geschwindigkeit beträgt allerdings nur 40 Kilometer. Zu den Versuchen steht Käppele der Exerzierplatz bei Dotzheim zur Verfügung. Kopenhagen, 24. August. Der schwedische Flugtechniker, .Baron Gederstroem, stieg heute abend 6 Uhr 54 Min. vom Flugplatz bei Kopenhagen auf, um nach Malmö über den Sund und zurück zu fliegen. Ms er sich über dem Sund befand, trat Debel ein, weshalb Gederstroem bei Malmö landete. Teils wegen des Nebels, teils wegen der Unmöglichkeit in Malmö wieder aufzusteigen, mußte er den Rückflug nach Kopenhagen aufgeben. Zur Erde In 'gewissen Abständen ist die Oberleitung mit dem einen Horn des aus starkem Kupferdraht hergestellten Blitzableiters verbunden. Das benachbarte Horn ist geerdet. Schlägt nun der Blitz an irgend einer Stelle in den Fahrdraht ein, so ist ihm zunächst der Weg zur Erde versperrt, da ja der ganze Fahrdraht isoliert aufgehängt ist. Es ist ihm aber ein Leichtes, die kleine Luftstrecke, die an der engsten Stelle des Hörnerblitzableiters nur wenige Millimeter beträgt, zu durchschlagen und dort den Weg zur Erde zu finden. Der dabei zunächst entstehende lleine Lichtbogen wird durch die dynamische Kraft der erwärmten Luft in die Höhe getrieben und erlischt, sobald seine Spannung für die Ueberwindung der immer größer werdenden Luftstrecke nicht mehr ausreicht. Damit ist der Blitz zur Erde abgeleitet und unschädlich gemacht. Dieselben Hörnerblitzableiter befinden sich auf jedem Motorwagen. Fährt nun gerade ein Wagen zwischen der Einschlagstelle eines Blitzes und dem nächsten Streckenblitzableiter, so wird der Blitz durch den Blitzableiter des Wagens zur Erde geführt. Da zwischen dem Entstehen und Verlöschen des Lichtbogens zwischen den Hörnern bedeutende Lichterschernungen auftreten, wenn auch nur im kleinsten Teil einer Settmde, so glaubt der Laie, es habe in den Wagen eingeschlagen, während tatsächlich der an anderer Stelle eingeschlagene Blitz zur Erde abgeleitet wurde. Die gesamte Oberleitung stellt sich also als ein einziger großer Blitzableiter dar, und die Fahrgäste in einem Wagen sind so geschützt, wie in einem Hause, das mit Kupferdrähten überspannt ist; bekanntlich das Prinzip der Sicherung für besonders gefährdete Baulichkeiten, Pulvermagazinen oder dergl. Die Fahrkäste, die während des letzten Gewitters die Straßenbahn benutzten, haben jedenfalls bemerkt, daß das Licht in den Wagen verschiedene Male plötzlich verlöschte, um nach kurzer Zeit wieder aufzuflammen.' Diese Erschei- rrung beruht in der Tätigkeit der Sicherungsapparate in der elektrischen Zentrale. Hier befinden sich nämlich selbsttätige Ausschalter, die bei einem Blitzeinschlag die Oberleitung auf kurze Zeit stromlos machen, bis der Blitz seinen Weg zur Erde gefunden hat. Das Verlöschen der Lampen ist auch ein Zeichen für die ^Wagenführer, die jetzt nicht -eher anfahren dürfen, bis das Licht wieder aufleuchtet. Um auf die längere Betriebsstörung bei dem ersten Gewitter dieses Jahres zurückzukommen, so lvurde diese nicht durch atmosphärische Entladungen, sondern wie wir damals schon mitteilten, durch den starken Sturm veranlaßt, der von einem Kastanienbaum einen starken Ast abbrach und auf den in der Nähe befestigten Blitzableiter warf. Dessen beide Hörner wurden zusammengedrückt, so daß eine direkte Verbindung des Fahrdrahtes mit der Erde, also ein Kurzschluß entstand. Die Auffindung des Fehlers wurde durch die herrschende Dunkelheit erschwert und so verging eine längere Zeit bis der Fehler entdeckt und be- seitigt werden konnte.Dipl.-Jng. Schmitz. Autmobilunfälle. ! Mainz, 24. Jug. Der in Rüsselsheim zu Besuch weilende Joh. Osthof fuhr gestern mit dem Auto- mobil gegen einen Baum, wobei er aus dem Wagen geschleudert wurde und das Schlüsselbein brach. Homburg, 24. Aug. Wie der,TaunuS-Bote" meldet, wurde auf der Chaussee von Wehrheim nach Usingen das Automobil eines hiesigen Automobilverleihers an einer gefährlichen Kurve gegen einen Baum geschleuderd und völlig zertrümmert. Die drei Insassen, ein Chauffeur und zwei Kurgäste des hiesigen Bades, wurden herausgeschleudert; der Chauffeur geriet unter das Automobil, so daß er sehr schwere Verletzungen erlitt. Die beiden Kurgäste erlitten leichtere Verletzungen. New-Port, 24. Aug. In Springfield auf Lang Island ist ein 2!utomobil mit fünf Personen von einem Zuge erfaßt und völlig zertrümmert worden. Der Chauffeur und zwei Kinder wurden getötet. Zwei Damen wurden so schwer verletzt, daß ihr Zustand hoffnungslos ist. In einem Wagen deS Zuges wurden durch den Zusammenstoß des Zuges sechs Arbeiter verletzt. Der Bahnwärter wurde verhaftet. Die Cholera. Ofenpest, 24. Aug. Gegenüber den Gerüchten über die Einschleppung der Cholera ans Italien wird amtlich festgestellt, daß bei den zwei über Fiume nach Ofenpest gelangten choleraverdächtigen Personen, die im Epidcmiespital interniert wurden, keine Cholera vorliegt. Rom, 24. Aug. Der Unterstaatssekretär des Innern hat sich in das choleragefährliche Gebiet begeben, um der Rettungsaktion die notwendige Einheitlichkeit zu sichern. Es soll vor allem für gesundheitsgemäße ordentliche Küche Sorge getragen werden. Der Unterstaatssekretär wird sodann dem Ministerpräsidenten über Maßnahmen, die notwendig sind, Bericht erstatten. Der Ministerrat wird morgen zusammentreten, um über Nvtstandsarbeiten zu beraten, die in den Gebieten Süditaliens in Angriff genommen werden sollen, wo ungenügende Ernteverhältnisse zu verzeichnen sind. London, 24. Aua. Wie das Reutersche Büreau aus Teheran meldet, sind in Enzli drei Cholerafälle vorgekommen. Rudbar, eine Ortschaft südlich von Rescht, wurde unter Quarantäne erklärt. Petersburg, 24. Aug. Der Petersburger Bezirk, das Gouvernement Kiew, das Karstgebiet und die Stadt Omsk sind für choleragefährlich, die Gouvernements Moskau, Tomsk und die Gebiete Ural und Bakum für choleraverdächtig erklärt worden. Landwirtschaft. — Braugerstenausstellung. Wie alljährlich, veranstaltet die Laudwirtschaftskammer für das Groß- Herzogtum Hessen eine Beschickung der Berliner Braugerstenausstellung. Im JMeresse des hessischen Gerstenbaues wäre es gelegen, wenn sich die braugerstenbautreibenden Landwirte recht zahlreich an der Beschickung beteiligten. Unabhängig von dieser Beschickung findet eine Prämiierung hessischer Braugersten statt. Gerichrssaal. Berlin, 24. Aug. Der Briefträger Bergmann, der am 28. Julr auf dem Postamt 17 am Schlesischen Bahnhof zwei Geldbeuiel mit 50 000 Mk. Inhalt unterschlagen hatte, stand heute vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts J. Er war in vollem Umfange geständig. Der Staatsanwall beantragte zwei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte auf zwei Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Luftschtffahrt. ! Eine neue Flugmaschine wurde in Wiesbaden von dem Flugtechniker A. Käppele hergeftellt, der in etwa 10 Tagen vollständig fertig fein wird. Das preußische Kriegsministerium will den Apparat (es ist ein Schrauben- Gegensatze der Meinungen offen ausgesprochen werden. Nicht das das titel, daß dte Teilnehmer zu einer anderen Anschauung verehrt werden, als dtesemge, die sie mstgebracht haben, sondern Ne sollen nur dte Metnungen der anderen Teilnehmer mit ihren Gründen kemunt und würdigen lernen. Die einleitenden Vorträge zu den Besprechungen hegen in den Händen bewährter Volks- padagogen. So hat unter anderen Herr Prof. Dr Natorp aus Marburg fünf Vorträge über „Pestalozzie Gedanken zur Volkserziehung" übernommen. Die ständigen Mitarbeiter des Rh-ein- Matmschen Verbandes werden von ihren Erfahrungen aus der Praxis berichten usw. Mit der Volksakademie sind außerdem eine Reihe von Beispielveranstaltungen verbunden, an denen gezeigt werden soll, wie man Volksbildung betreiben kann Endlich werden die Teilnehmer mehrere heimatkundliche Führungen sowie je etnm Ausflug nach Gießen und Braunfels machen, um die Polksbildungseinrichtungen dieser beiden Orte kennen zu lernen. — Frau Loreley streikt. Aus St. Goar wird ge- fcbrieben: Infolge des starken Automobilverkehrs am Rhein hat dte Loreley auf für^ere Zeit ihren hohen Felsensitz verlassen und in das Fremdenbuch eines bekannten Hotels in St. Goar folgende Verse mit vor Erregung bebender Hand niedergeschrieben: „Ich sitz auf einem Felsen, Verräuchert und verdreckt, Und halte unterm Staubtuch Mein goldenes Haar versteckt. Schon nimmt am Strom kein Ende Das Stöhnen und Gefauch Der Dampfer und Eisenbahnen, Ihr Lärm, ihr Stank und Rauch. Da nun die Auwfexe Auch noch üerftänfern den Rhein, So stelle ich bis auf weiteres Mein Kämmen und Singen ein." ze Nachrichten ans Kunst u. Wi ssen sch'a ft. l der Alttestamentler, otb. Professor in der thcolooischen Unwersllat Königsberg i. Pr., Tr. theol. et phil. esebrecht im Alter von 58 Jahren gestorben. — Kur An Stettin is Fakultät der Friedrich G vermischte«. * Die Waldbrände in Amerika, die bereits seit Wochen in Idaho und Montana wüteten, hatten in den letzten Tagen eine entsetzliche Ausdehnung angenommen und die Menschen, die den Kampf mit dem Element um Besitztum und Leben aufgenommen hatten, mußten mit blutendem Herzen die Flucht ergreifen, wenn sie nicht schon vorher der Tod in diesem Meer von Flammen begrub. In Hellena, der Hauptstadt von Montana, leuchteten die ganze Nächte hindurch glühende Wolken mit unheimlichem Schein und verkündeten, daß im Osten, Norden und Süden^ungeheure Feuermassen zum Himmel emporschlugen. Von allen Seiten strömen Haufen Unglücklicher nach den Hauptstädten zusammen. Frauen in Nachtgewändern, schreiende Kinder im Arm, haben no'ch die gräßliche Angst auf den Zügen, die sie ergriff, als sie aus den Betten heraus vor dem Feuer flüchteten. Greise und Verkrüppelte irren weinend umher und behagen den Verlust derer, die sich sonst iihrer Schwachheit erbarmt. In wortlos grimmiger Verzweiflung stehen die Männer da mit blutunterlaufenen Augen und großen Brandwunden. Viele haben sich nur dadurch retten können, daß sie in die Flüsse sprangen oder die Gesichter ins Wasser tauchten, um sich gegen die entsetzliche Hitze zu schützen. Die siedende, sengende Glut hat eine große Anzahl Menschen erstickt; andere sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Bei Bitter Creek waren 50 Männer, die vergebens den Flammen Trotz zu bieten versucht hatten, plötzlich von einem Feuerkreis umsch l o f f en und flüchteten in einen Bergwerksschacht. Als sie am nächsten Tage herausgezogen wur- )en, waren fünf e r ft i cf t und 2 0 bewußtlos. Truppen inb zur Hilfe nach dem Unglücksgebiet unterwegs. Die Ursache des Feuers ist nicht nur in Funken zu suchen, die von den Lokomotiven flogen, sondern ist zum größeren Teil das Werk von Brandstiftern, die das Feuer anlegten, um sich dann gegen hohe Belohnung von der Regierung zur Bekämpfung dieses Feuers anstellen zu lassen. * Beherzigenswerte Mahnungen hat der neue Intendant des Mannheimer Großh. Hof- und Nationaltheaters Ferdinand Gregors bei feinem Amtsantritt in ferner ersten Kundgebung an sein Personal gerichtet. Er sagt darin u. a.: „Zwischen den Zeilen un- erer Abmachungen stehen die Gebote einer höheren Sittlichkeit: der künstlerischen Vergesellschaftung. Es muß der Stolz eines jeden Mitarbeiters sein, unserer Bühne an- Algehören, den Werken, an denen sie sich versucht, zum Siege zu verhelfen und so die oftmals zersetzende Ettel- keit des Einzelnen zum wohlberechttgten, allgemeinen Ehrgeize zu verfeinern. Auf den Proben darf kein Augenblick müßig hingehen; sie aufzuhalten ober zu versäumen, heißt 5as Triebrad eines vielhundertkvpfigen Unternehmens mitten im Schwünge zurückdrehen. Und eine Vorstellung durch Absage zu gefährden, muß Ihnen selbst Schmerz bereiten. Es rufe Ihre Scham und die Verachtung Ihrer Kollegen wach, wenn Sie einmal mit schlecht gelernter Rolle die Bühne betreten. Die zehnte wie die erste Aufführung einer Oper wie einer Operette, einer Tragödie wie einer Posse sind mit gleichmäßiger Liebe zu behandeln und ich werde eifrig darüber wachen. Denn der Gedanke darf nicht aufhören, in Ihnen lebendig zu bleiben: Abend für Abend vor leidenschaftlich aushorchenden Zuschauern zu stehen, die der Menschheit Würde in Ihre, in unsere Hand gegeben wähnen. Und an jedem Abende ist wenigstens ein Mensch unter der Menge, dem sich das Theater zum ersten Male öffnet und der für fein ganzes künftiges Leben einen neuen Grundstein der Keude legen Mll." Märkte. F.C. Wiesbaden. Viehhoi. Marktbericht vom 24. Ang. Austrieb: Rinder 111, Kälber 248, Schafe 46, Schweine 384. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig. Preis Durch- pro 100 Pfd. schnittsoreis Lebend. L-ch lacht- pro 100 Pfund Ockfen. S«nW Lebend. Schlacht. Vollfleischige, auZAmäsl-t-, höchsten «.»14. Schlachtwertes, höchstens 6 ^aljre alt 48—61 87—89 49 88 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete...... 43—47 83—85 45 84 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere ......... 39—42 78—81 40 79 Bullen. Dollfleifchige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes........ 44—47 72—77 45 74 Vollfleischige, jüngere 42—44 70—72 43 71 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 45—48 82—84 46 83 Vollfletschige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes dis zu 7 Jahren. . 40—46 77—82 43 79 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 35—39 71—76 37 72 Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 29—34 64—68 31 66 Kälber. Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 59-67 98—110 63 104 Mittlere 'Mast- und gute Saugkälber . 54—58 92—96 56 94 Geringere Saugkälber 48—54 80—92 51 86 Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel 89—41 78-82 40 80 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........ 56—57 71—78 66 72 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht........ 66—57 71—73 56 72 Fleischige Schweine 54—55 68—70 54 69 Saueu 49—51 63-66 50 64 Limburg a. d. Lahn, 24. Aug. Fruch tmarkt. Durch« schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer), 17,15 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,65 Mk., Korn 10,60 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk.. Haier, alter, 7,75 3)IL, neuer 7,10 Mk., Erbsen 0,00 Mk« Kartoffeln, neue, 6,00-7,00 Alk. kirchliche Nachrichten. Israelitische HcligionsgemeinOe. Gottesdienst in der Spnaqoge (Süd-Anlage), Samstag- den 27. August 1910: Vorabend: 7.00 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Schrifterkläruua. Sabbatausgang: 8.10 Uhr. Israelitische tteligionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 2 7. August 1910: Freitag abend 6.55 Uhr. aamStag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 8.10 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, abends 7.00 Uhr. Briefkasten der Redaktion. (Auouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt^ B. R. und I. ft. D. Solche Mitteilungen haben für unS nur Wert, wenn wir sie sofort erhalten. Vier Tage spater, daS geht nicht. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" und „GerichtSsaal" i. V.: Karl Neurath. Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben. s = o CD "Äarometer ans 0e reduziert Temperatur der Luft Absottlte Feuchtigkeit Relative Feucktiakett Windrichtung Windstärke ®rab *«t vewülkung in Zehntel der ßd)tb. AlnrrnebfL Wett« 24. 24. 25. r- 747,3 18,2 9,8 63 SSW 9n 747,4 13,6 10,8 94 s 7" 748,0 14,7 11,1 89 8 Höchste Temperatur am 23. bis 24. Niedrigste , , 23. , 24. Niederschlag: — 3,1 mm. 2 2 4 8 10 6 Bew. Himmel Regen Sonnenschein August = + 18,6'0. . - + 10,1 '0. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Der westliche Randwirbel ist ostwärts über Deutschland gezogen und hat im Westen und Norden, auch in unserem Bezirk, am Abend und in der Nacht Regen gebracht. Der Wirbel liegt heute früh über der Nordsee. — Unter der Herrschast eines südlichen Hochdruckgebietes, das sich nordwärts ausdehnt, tritt jetzt trockenes Wetter ein. Wetteratlssichten in Hessen am Freitag dem 26. August 1910: Meist heiter, trocken, etwas wärmer. AUTOMOBILE Tourenwagen - Stadtwagen - Kleine Wagen Lastwagen - Omnibusse - Geschäftswagen Bootsmotoren - Luftschiff- und Flugmotoren. BENZ & Cie. Rheinische Gasmotoren - Fabrik Aktiengesellschaft - Mannheim R. Spitzner & Cie., Frankfurt a. M., Opemplatz 2. ss’/5l Kuoerts mit Firma biDijJ vrühl'sche Universitäts-Druckerei. H. Lauge, siehe«