Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. bebau' wie der Zweifel. M i t e n t s ck e i d e n d für den Beschluß der Zentrums- tiartei, dem nationalliberalen Kandidaten keine foecredfolgc zu leisten, war auch der Vorgang bei der letzten Mombacher Landtagswahl, wo die Nationalliberalen dem Zentrum eine Niederlage bereitet haben: es liegt auf der Hand, daß dieser Vorgang jüngsten Datums noch nicht vergessen ist. Zuerst also heißt es, wenn eine rein natiDnanwerate Kandidatur ausgestellt worden wäre, hätte man sie untere stützt, und dann gesteht man doch wieder, daß man für Mornbach-Jngelheim Vergeltung üben wollte! Einleuchtend und klarer wäre es jedenfalls, wenn die Herren ruhig! gestehen würden, die allgemeine -parteipolitische Lage im Reiche habe die Entscheidung bewirkt._____________________ Massen noch einträgliches Prophetenhandwerk treiben, in London Huf und verkündete, der Nachfolger der Königin, der bisherige Prinz von Wales (der jetzt verstorbene König), loerbe nur zwei Jahre regieren, und nad) seinem Ableben werde England Republik werden. Wie alle derartigen Vorherverknndigungen fand auch die genannte viele (Äräubige und erregte recht großes Aufsehen, bc- jonders auch wieder, als im Jahre 1902, nach etwa anderthalb jähriger Regierung, der König lebensgefährlich erkrankte und operiert werden mußte. Tatsächlich Hal die Regierung Eduards VfL nicht 2 Jahre gedauert, sondern 9 Jahre 3 Monate und 14 Tage, und auch von einer republikanischen Verfassung in England ist jetzt, wo König Eduard zweifellos die Stellung des Königtums iveientlich gekräftigt hat, trotz aller inneren Oberhauskrisen, weniger denn je zuvor die Rede. Dennoch ist es, so bemerken die „L. 91. N.", vielleicht nicht unangebracht, auf das Fehlschlagen der Prophezeiung von 1901, von der seil langem natürlich kein Mensch mehr spricht, ausdrücklich hinzuweijen, damit sich mcht wieder die alte Erfahrung bestätige, daß selbst die sensalionellslen Prophezeiungen, wenn sie fehlgeschlagen sind, einfach totgeschwiegen und vergessen werden. Nürnberg tagenden Sitzung des Verivaltungsausjchusses des Ger- mamichen Mnlenms, der Tschudi als Mitglied beiwohnte, ist es gelungen, em Uebereinkommen dahm zu erzielen, daß dem Germanischen Museum die Meisterwerke der altdeutschen Schule, wie öolbein, Altdorzer, Burgmair, Schassner, Scheuffelein ufiu. erhalten bleiben, ivährend die Werke der altfranzösischen und der alt- niederländischen Schule an die Dllinchener Pinakothek zuruckfallen. Dagegen werden mehrere alte deutsche Meislertverke, darunter solche von Dürer, Holbein, Pleydenwurf, dem Germanischen Museum zur Ergänzung aus der alten Pinakothek überwiesen werden. Alan glaubt dadurch eine Förderung der Jnteresien des Germanischen 'Museums erzielt zu haben. — Die herein gefallene Wahrsagerin. Das Ab» sprochen wurde und ziemlich beträchtliches Aufsehen und unruhigung erregte. AIS nämlich die Königin Viktoria 22. Januar 1901 gestorben war, trat eine jener „Sibyllen", sie in allen größeren Städten ihr durch den Aberglauben — Direktor Volkner zum Intendanten in Frankfurt a. M. ernannt. Der Rat der S.adt Leipzig hat das Entlassungsgesuch des Direktors Robert Volkner aus seinem Pachrvertrog zum 1. April 19.2 genehm at Von diesem Tage ab wird Volkner Intendant der städtischen Theater in Frankfurt a. M. Von der gütlichen Lösung des Pachtvertrages in Leipzig hing es ab. ob Direktor Volkner dem Ruf nach Frankfurt a. M- folgen könne. — Auslegung zu ersinnen. Es wäre aber nicht unmöglich, daß man ernsthaft die Eventualität anderer indiretter Tvuck- mi.tel ins Alige faßte. Auf mehr als einem Punkte des Erdballes ist es stets möglich, zwischen Frankreich und Deutschland einen mehr oder weniger akuten Konflikt heraus- zubcschwören. Wir wären ber,pielsweise leineswegs über- iascht, wenn wir erführen, daß neue Schwierigkeit n zwi.cheu Frankreich und Marokko a.i-tauchten und zwe.f lb s wäre es in einem solchen Falle nicht allzu schwer, die Spur der diskret von der deutjchen Diploma.ie dem Sultan erteilten Ratschläge zu entdecken. Das ist die E i n s ch ü ch t e r u n g s - Mckhodc. Die Deutschen bilden sich wv.-l, nachdem sie sich in unser sinan.ielles und po.itisches Leb.n eing.schl.chen haben, gar ein, daß wir gar nicht mehr ohne sie ausiommen könnten und daß wir zu jeder Konzession bereu wären, um ihren gesälligen und besonders selbstlosen Beistand zu bewahren. Ta täuschen sie sich aber gehörig. Die mehr oder weniger verhüllien Drohungen werden d-e fra z s sche R- gierung sehr ialt lassen Wir handeln in der uri.t n Grenze unseres Rechtes. Wir sind durchaus nicht system t s.y g :gcu einen An.ichten-Austausch; aber wir Lnn.n es nicht dulden, daß man ihn auszwingen will und daß man uns gegenüber mit Einschüchterungen vorgeht." _______ Vie Jahrhundertfeier in Argentinien. Buenos Aires, 21. Mai. Bei dem gestrigen Empfange durch den Präsidenten der Republik überreichte der General oberftFreiherrvonderGoltz sein Beglaubigungsschreiben und sprach feine Genugtuung darüber aus, daß er der Zentenarfeier beiwohnen dürfe. Freiherr von der Goltz überbrachte die Wünsche des deutschen Kaisers, des deutschen Volkes, sowie die der Armee und Flotte, erinnerte an die engen, herzlichen Beleben König Eduards von England erinnerte an eine Wahrsagung, die bet feinem Regierungsantritt in England viel ' Die preuf)iid)e Wahlrechtsreform. Das preußische Herrenhaus hat die Wahlrechts-Vorlage in zweiter Abstimmung mit 127 Stimmen gegen 82 S.immen angenommen. D ü s s e l d o r f, 21. Mai. Der Verein zur Wahrung der gemein amen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und in West aten hielt heute unter dem Vorsitz des Geheimrats Serva seine 39. Hauptversammlung ab Abg. Dr. Beumer sprach über das Wirtschastsjahr 1909/10. Dem Vortrage io(gte ii? einstimmige Annahme des folgenden vom Ausschuß des Vereins eingebrachten Beschluß an träges: „Die Haupweriammlung bestreitet entschieden, daß zwischen der Großindustrie und den Industrien der Fertigerzeugnisse im Westen ein irgendwie erheblicher Metnungsunterichied über die Beschlüsse besteht, die das Preußische Herrenhaus un- dezug auf die Wahlrechtsvorlage gefaßt hat. Die gesamte Industrie des Westens erblickt in die,en Beschlüssen eine wesentliche Verbesserung und wünscht, wenn auch das Gesetz nicht allen Anforderungen entspricht, deren Annahme, damit die. gewerblichen Kreise dieses für den preußische Staat io bedeutsamen Bezirkes von der Tätigkeit im Landtage nicht ausgeschlossen werden und Beruhigung im Lande eintritt." Die Wahlvorbereitungen in 8ne-berg-vüdmgen. Das Zentrum scheint, trotzdem es keinen eigenen Kandidaten ausgestellt hat wie die anderen Parteien, eine rege Agitation zu entfalten. Wie uns aus Friedberg berichtet wird, hat der Abg. Erzberger sich 'bei der Agitation beteiligt: 4- Friedberg, 22. «Mai. Heute fanö eine Versammlung der hessischen Z e n t r u m s v a r t e i im Saalbau statt, welche aus den umliegenden Ortschaften sehr stark besucht war. Ter Reichstagsabgeordnete E r z b e r g e r berichtete in etwa zweistündiger Rede in bekannter Weise über die K o l o n l a l p o l i t i l des Staatssekretärs Ternburg, welchen er in heftiger Weise angriff. Der Zweck der Rede galt hauptsächlich der Wahlagitation für den gemeinsamen Kandidaten des B. d. L. und des Zentrums. Außer dieser Versammlung fanden mehrere sehr gut besuchte Versammlungen der nationalliberalen Partei stall, in tvclcher der Kandidat Prof, van Gaffer sprach. Tas führende Zentrumsb^att, die „Köln. Ztg.", sucht den jüngsten Parteibeschluß in Friedberg-Büdingen mit folgenden Ausführungen zu rechtfertigen: Der von dep Vertrauensmännern der Zentrumspartei des Reichstag.w:.h!k>ei cs Friedberg-Bud n en cinst mmig g.'sc ßt Beschluß, von der Aufstellung einer eigenen Kandidatur Abstand zu nehmen und bereits tm ersten Wahlgange für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, Herrn Rechtsanwalt v. Helmolt, einzutreten, entspricht durchaus den Erwartungen, die man in politischen Kreisen nach Lage der Tinge an die Stellungnahme des Zentrums geknüpft hat. Maßgebend für diese Stellungnahme des Zentrums war vor allen Dingen die Tatsache, daß die von Rationalliberalen und Freisinnigen gemeinsam aufgestellte Kandidatur des Professors van Gatter feine reinnationalliberale, sondern eine ausgesprochene links- nationalliberale ist, welche bei der feindseligen Haltung des Linksliberalismus gegenüber dem Zentrum auf eine Unterstützung von feiten des letzteren nicht rechnen kann. Hätte die Zentrumspartei einer gemäßigten nationalliberalen Kandidatur gegenübergestanden, so hätte der Entschluß ein anderer fein können; man hatte zum mindesten im ersten Wahlgange mit der Aufstellung einer eigenen Kandidatur die Entschließung für die Stichwahl zurückstellen fönnen. So war die Entscheidung für das Zentrum gegeben, nachdem die linksliberale Kandidatur Gatter mit Unterflützung des Freisinns aufgestellt worden ist. Tie Unterstützung des Kandidaten des Bundes der Landwirte durch das Zentrum wird die Wahlzahlen im ersten Wahlgange zuungunsten des linksliberalen Kandidaten verschieben, so daß aller Voraussicht nach es zu einer Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Busold und Herrn v. Helmolt kommen w-ird. Ob in diesem Falle der Sieg des Bundes der Landwirte über die Sozialdemokratie erreicht wird, wird davon abhängen, ob die Nationalliberalen „national" genug fein werden, gegen den Kandidaten der Uni’ sturzvartei zu stimmen. Taß der Freisinn bei einer solchen Stichwahl in das rote Lager begeistert einziehen wird, steht außer Die Hürstentage in London. London, 21. Mai. Ter König richtete einen Erl atz an die Armee und Flotte, in dem er seiner Anerkennung für deren geleistete Dienste Ausdruck gibt; daß die Matrosen die Lafette mit dem Sarg des Königs gezogen hätten, wäre der passend st e Tribut gewesen, den sie seinem geliebten Vater hätten zollen können. Weiter spricht der König in einem besonderen Erlaß der Polizei feine Anerkennung für ihre be- wundernswürdigen Leistungen, nicht nur am Begräbnistage, son dern während der ganzen vergangenen Woche aus, wo die Pflicht besonders schwer gewesen sei. Allerdings sei die Aufgabe erleichtert worden durch die ausgezeichnete Haltung und den Geist per Ordnung, den die ungeheuren, in diesen Tagen in London versammel!en Menschenmengen an den Tag gelegt hätten. Aus Anlaß seiner Thronbesteigung gewährte der König allen Strafgefangenen in England je nach der Länge ihrer Strafe einen Straferlaß von einer Woche bis zu drei Monaten. Das K r i e g s m > u i st e r i u m hat aus Anlaß der Thron - befteigung des Königs Georg einen gleichen Straferlaß wie die Admiralität bekanntgegeben. Mehrere fürstliche Gäste, darunter der Herzog Albrecht von Württemberg und Prinz Johann Georg von wachsen, sind heute vormittag abgereist. London, 23. Mai. Kaiser Wilhelm nahm am Samstag das Frühstück beim Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein ein und besuchte am Nachmittag die deutsche Botschaft, wo et den Tee nahm. Am Sonntag nachmittag machte der Kaiser und König Georg mit einigen Begleitern eine Fahrt pach Hamp ton Court, wo der Tee eingenommen wurde. Profefior Planck f. Wie mir am Samstag schon mitteilten, ist Exzellenz Professor Dr. Planck, ein verdienter Mitarbeiter am neuen Bürgerlichen Gesetzbuch, am Freitag in Göttingen gestorben. Mit Professor Gottlieb Planck ist einer der namhaftesten Juristen der Gegenwart aus dem Heben geschieden. Er war am 24. Juni 1824 zu Göttingen geboren und trat später in den hannoverschen Justizdienst. Im Jahre 1852 wurde er in die hannoversche 2. Kammer geroählt, wo er sich heftia gegen die Aenderung der Verfassung wandte. Im Jahre 1855 wurde er wegen seiner Schrift: Die verbindliche Kraft der Verordnungen, zwei Monate außer Dienst gestellt und im Jahre 1859 auf Wartegeld gesetzt. 1863 wurde er als Obergerichtsrat in Meppen wieder angestellt, 1867 Mitglied des konstituierenden Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses, aus dem er 1869 wegen eines Augenleidens ausschied. Vier Jahre später trat er aus demselben Grunve auch aus dem Reichstage aus, uti* war seit 1874 vollständig erblindet. Im gleichen Jahre wurde er in den Ausschuß zur Ausarbeitung des Entwurfes eines bürgerlichen Gesetzbuches berufen. Von 1889 an hielt er als o. vou.-Professor in Göttingen Vorlesungen über diesen Entwurf. Bei der zweiten Lesung des Entwurfs wirkte er als Generalberichterstatter mit und nahm an den Beratungen im Reichstag als Bundesvertreter teil. Später machte er sich um das B. G. L-, an dem er in allen Stadien gearbeitet hatte, noch besonders verdient, indenr er im Verein mit anderen Gelehrten eine erläuterte Ausgabe vcröffeittlichte. 3um französischen Zolltarif. O Paris, 21. Mai. Gegen die deutschen Beschwerden über die neuen französischen Zolltarife bringt die hochfchutzzöllnerische „R e lorme Economique" aus der Feder ihres Direktors Domergue einen geharnischten Artikel, in dem der deutschen Zollgesetzgebung Unehrlichkeit und besonders Feindseligkeit gegen Frankreich heftiger als je vorgeworfen wird. Es würde zu weit führen und auch müßig jein, alle diese Aus'älle auch nur auszugsweise zu wiederho.en. und es dürfte hinrcichen, folgende Stellen anzuführen, die Behauptungen enthalten, welche eine Widerlegung von befugter deutscher Seite ,$u erheischen scheinen: „Seit dem Inkrafttreten unseres neuen Zolltarifes hat Deutschland unaufhörlich die Reklamationen gegen die gesetzmäßige Durchführung unserer Taxierungen auf seine Crz.ug- nisse vermehrt. Jenseits der Vogesen spricht man von Schikanen. Die Deutschen hören aber gar nicht^auf. Fortwährend wird da nach Abschätzungen leitens Sachverständiger verlangt. Fast immer geben diese den deutschen Ansprüchen Unrecht. Mer darum bekümmert man |L n cht. Bei jedem Anlasse, oder wenn auch gar keiner vorliegt, treten diese Forderungen auf Experltjen wieder hervor; wenn das noch etwas weiter gefjt, müßte man bald die franko ifchcn Sachvers.än izen durch be • s he er etz n Nach uns zugegangenen Mitteilungen wäre die Zahl der von Deutschland in Zoll-Angelegenheiten erhub nen R-klamaiii - neu zehnmal so groß, wie die von allen anderen Ländern zusammengenommen. Unser Tarif von 1892 enthielt 654 Rubriken. Wir haben diese Zahl vermehren müssen, um neu erstandene Erzeugnisse in ihn ent;u tigert. Hat nicht Deutschland im Jahre 1902 bei der Revision seiner Tarife die Zahl der Artikel auf 946 erhöht? Welches sind denn die Prinzipien, in deren Namen man uns verbieten wollte, seinem Beispiele zu folgen? Wie viel mehr müssen wir es heute bedauern, nicht angehört worden zu sein, als wir verlangten, daß auf die Spezialisierungen Deutschlands gegen Frankreich mit analogen Spezialisierungen in dem neuen französischen Tarife geantwortet würde! Man hat diese Bahn nicht betreten wollen. Man dachte, es sei würdiget, gewisse Leute sagten sogar ritterlicher, die Deutschen nicht so zu behandeln, wie sie uns behandelt batten. Und nun haben mir den Lohn ixrür! Jetzt bezichtigt uns Deutschland böswilligen Vorgehens ihm gegenüber, obgleich es nicht einmal den Schatten eines Vorwandes zur Verfügung Hai, um diese Anklage zu stützen. Hoffentlich wird unsere Regierung das beherftgen, und bei nächster Gelegen- hei. die allzu zaxten Rücksichten Deutschland gegenüber auf- aeben. Das Ziel, auf das man hin arbeitet, ist übrigens durchaus nicht in die Schatten des Geheimnisses gehüllt. Einige deutsche Zeitungen errlärert es schon frank und frei heraus, daß man unS zum AbschlusseeinesHandels- Vertrages veranlassen will. Ob eine Handelsabmachung zwischen den beiden Ländern erzielt werden könnte, ist eine bestreitbare Frage. Jedenfalls würde sich nichts dem widersetzen, daß eine Unterhaltung darüber an» gelnüptt werden wurde. Aber das wird nur möglich werden, wenn jeder der beiden Beteiligten in der vollen Ausdehnung seiner Freiheit und aus eigenem Willen vorgehen kann. Tas ist zweifellos zurzeit der Fall Deutschlands, aber nicht der Frankreichs. Die Methode, die die Deutschen angenommen haben, ist nichts weniger als geeignet, den Augenblick zu nähern, da die Unterhaltung begonnen werden könnte, sondern muß ihn vielmehr noch weiter hinausschieben. Für den Augenblick beschränkt man sich darauf, uns bei jeder Veranlassung wegen der Durchführung unserer Taxen zu nörgeln. Man gibt sich ungeheure Mühe, Schikanen der (Intendant Volkner ist am 12. März 1871 zu Riga geboren worden und kam nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums und nach dramatischem Unterricht bei Leopold Adler zuerst natürlich an kleine Bühnen. In rastloser Arbeit schwang er sich zu ersten Fächern an großen Stadttheatern (Mainz und Zürich) ‘auf, wo er jugendliche Helden darstellte, und wurde dann in gleicher Eigenschaft an bas Hoftheater in Kassel verpflichtet. In Leipzig wirkte er von 1902 bis 1905 als Heldendarsteller, dann als Direktor, und seit dem 1. Juni 1906 war er alleiniger Direktor der vereinigten Stadttheater. Bei dem Rufe, der dem neuen Intendanten vorausgeht, werden die Frankfurter Stadttheater einer gedeihlichen Weiterentwicklung entgegengehen. — Enthüllung des Straußdenkmals in Ludwigsburg. Am Sonntag vormittag fand in Ludwigsburg die von uns schon vorbesprochene feierliche Enthüllung des von Prof. Habich gescha nen Denkmals für David Frredrich Strauß auf dem von dem König von Württemberg überlassenen Platze im Königlichen Schloßgarten statt. Die Festrede hielt Prof. Ziegler aus Straßburg. Weitere Ansprachen wurden galten von Dr. Naumann-Heidelberg und von Oberbürgermeister Dr. Harten st ein - Ludwigsburg. — Nounhunder j hriges Zuntjubiläim Die Würzburger Fischerzunft, die älteste Zun,t Deutschlands, feierte gestern (Sonntag) ihr neun- hundertjähriges Jubiläum. In Würzburg bestehen noch Fischergeschlechter, deren Namen urkundlich älter sind als die der meisten Main-Fränkischen Melsfarnilien: nur die der Castell-Thüngen und von Rothenhan sind älter. — Friede zwischen dem Germanischen Museum und Tschudi. Tie heilige Fehde, die infolge des Plaues Geheim ralS v. Tschudi entflmiben ist, eine große Anzahl der inert- vollsten Bilder ans dem föermnnifchen Mnsenm in die alte Pinakothek nach München überzuführen, ist letzt miolge des Entgegenkommens Tfchudis beigelegt worden. In der gegenwärtig in Nr. 117 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 23. Mai 1910 Der Gießener Anzeiger —Ä a Vezugtzpret»: erscheint täglich, außet W irwnatlich75Pf^oiertel- Sonntags. - Beilagen: Y - ▲ A A jährlich Mk. 2.20: durch 1 «4* A.W AM AM II M4 At A Ar zw°malwöcheml.1treir-. W WMV BHA S f I H R f I M M ■ X flyMI Oy B diePostMk.2.-mertel- blattfütöen Kreis Gießen M M W HHBk W W toX ■ M H H| W 8! M FsT H iät)rL auäende Eaun jedenfalls nicht recht einsehen, weshalb dieser Kamps eigentlich ausgebrochen ist. ** Der Vogelsberger Höhenklub hielt am Samstag hier im Hotel Viktoria ein? Sitzung des Gesamlvorstanbes ab, ;,u der außer den Mitgliedern des geschaftsführenben Vorstandes bic Vertreter der Zweigvereinc Frankfurt, Gießen, Hoherobskovf, Lauterbach, Nidba, Schotten unb Taufstein ^Gießen) erschiene» 1Uünfoft^°»S. j *' Jahre Ästung litiÄ LL>§S '=“j* l50"^flbf ? ^üiq 111WL“9^ Wen, A '°°llen Glicht oVf na:eNo- n*tlluÄng Walen $.rJ^C5. 8vr ,k$0,l*SS Ä" Sfiit isÄfrui über S » '$■ yyienu”'bs" >ent Six ing hat?11 Wittib iwÄ*, KEL ’™«Ä S EZL [fi x< .'5'111'3™ „t|j. bet L-ndw.-Fu«- iä5 tfn; di- 06««* Ci ®el>“ z, König (Sttmolb). „rit bet 'M«« -n^d gefunden l g inS N^W'\ ^^dmateri^ RecUtetben. I Mer belrr ^6etI, JbWÄ Zinne »«^'"natiperre «* 5'*»* \ KW S&- *\ HIavier- Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführmuz durch Wüb. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Pianohandlß u. Reparatur- werkslAtte. Seltersweß 91 Uxnrn Wc öct WrWwöe, sJ5N-ramt?rW~T N l <äti)otMv. raitiviie. r.at der S’liib im abm1 laufcnen Jahr um natb 700 tu aen o nmerrn des Klubs, den Provinzialdirektor und die Kreisräte von Cberbdtcn und die oberbeniidien Landtaqsabgeoi treten. Am 5orfntag, ä. 3uni, kann der Turm imcntgeltlitf- bestiegen werden, während sonst her Eintritt 10 Pfg lostet. Ans der Haupt Versammlung, die am 5. Juni in Grebenhain statt findet, wird u. a. ein vom Gesamtvorswnd unterstützter Antrag des Zweigvereins Taurftcin zur Beratung gelangen, das 'Hub haue aus dem Hohcrobskovs durch eine große Halle zu erweiterns die DirN'd'aftszwelken bienen und im Tachswck Schlasräume ent halten soll, ^für die nächstjährige Hauptversammlung toben sich Lank ach und Lauterbach beworben, für den Herbstausflug 1911 Scharten, das damit bas 30 jährige Bestehen des Gesamtvereins mit einem Waldsest aus dem Altcbnrgskopf feiern will. Aus An trag des Markierungsausschusses wurde bann noch beschlossen, daß fric lokalen Markierungen der einzelnen Zweigvereine durch weg weiß gehalten werden sollen, um eine einheitliche Durchführung der Markierung zu erreichen. z. Oden bau seit a. b. Lahn, 22. Mai. Das am 19. und 20. Ium hier ftattfinbenbe 5. Bu n d e s t u rn se st des Lahn Dünsberg-Turnbundes wird für unfern Turnverein ein Doppelfest werden, indem derselbe gleichzeitig die Weihe seiner neuen Fahne vornimmt O Born k, e s s is ch e n T a u n us , 22. Mai Nächsten Sonntag wird in Hoch Wei >' el am Hausberg „Hohe r" gefeiert, die in der ganzen Umgebung bekannte und nach dem Festplatz benannte Kirmes. — Tie herrlichen Wälder des östlichen und nordöstlichen Taumtsgebirges sind jetzt das Ziel zahlreicher S ch u l s v a s t c r g ä n g e. Ziegenberg, Forsthaus Winterstein, Jagdhaus Hubertus, Hausberg und Hesselberg wurden in den beiden letzten Wochen von höheren Schulen und den Volksschulen der Umgebung geradezu überlaufen. Auch viele Schulen der entlegen eren Teile der Wetterau und selbst des Vogelsbergs suchen unser schönes Gebirge eben fast täglich auf, besonders die am Rande desselben gelegene landschaftliche Perle Bau Nauheim, sowie die Städte Friedberg und Butzbach. a. Ro dheim o b. Bieber, 22. Mai. Der Gewerbe verein Rod heim und Umgegend hielt heute nachmittag bei Gastwirt W. Bender seine G en er a l ü c r f a m m l u n g ab. Der Vorsitzende, Schreinermeister K. Schlierbach, gab die Jahresübersicht, wonach in der Erteilung des Zeichenunterrichtes ein Weö sei eingetreteu ist. Es besuchten 32 Schüler den Zeichen- und 25 Sri üler den Fortbildungsunterrichl. Dem Verein wurden folgenbe Zuwendungen ,;u teil: Zentralvorstand 300 Ml., Gc- meinre Rodheim und der hiesigen Sparkasse je 100 Mk. Letztere hat idr dieses Jahr wieder ihre frühere Zuwendung von 150 Mk. in Aussicht gestellt. Tie Mitgtiedcrzahl ist von 60 auf 58 zurück- gegangen Maurermeister Jak. Peppier erstattete Bericht über die Finanzlage des Vereins. Danach schließt die Mrtgliederkassc mit 689,51 Mk. und die ber Schulverwaltung mit 110,70 Mk. U-ber>chuß ab und das Vereinsvermögen beträgt zurzeit 992,78 Mk. Bäckermeister Denker wurde als Vertreter der Hauvtversamm- lung für Nassau am 30. und 31. Mai in Ems gewählt. Unser Lokalverein wird dort einen Dringlickkeitsantrag einbringen, wonach Rodheim als Bezirksort um die Einrichtung zweier Schweine- märtte bittet. Mit Vollendung der neuen Schule wird auch für unsere gewerbliche Fortbildungsschule ein Unterrichtsraum zugewiesen. Frankfurt, 22. Mai. Dem im November zusammentretenden preußischen Wgeordnetenhaus soll eine Vorlage wegen ber bringenb notwendig werdenden Vergrößerung des Frankfurter H a u p t b a h n h o f s zugehen. Die Vergröße- rung und Vermehrung der Gleisanlagen wird 10 bis 12 Millionen Mark erfordern. Der Plan des Umbaus steht noch nicht fest, verschiedene Projekte sind noch in Arbeit. Der Komet. lieber die Sichtbarkeit des Halleyschen Kometen erhalten wir folgende Zuschrift: v _ .. . . Gestern abend gelang cs mir, endlich den Kometen ausfindig zu machen. Vergeblich hatte ich den westlichen Himmel abgesucht und wellte mich unverrichteter Sache zurückziehen, da gewahrte ich, ziemlich hoch, etwas links vom Heuchelheimer Kirchturm mit bloßem Auge einen Nebelflecken. Im Glase entpuppte sich dieser als ben uielgciudttcn Hallcv. Wenn ick mich auch freute, endlich meine Neugierde befriedigt zu sehen, so konnte ich doch das Gefühl der Enttäuschung nicht unterdrücken. Um einen hellen Kern herum erschien ber Schweif ziemlich regelmäßig verteilt, während er nach links oben — der Sonne abgekehrt — etwas verlängert erstrahlte. So konnte man ihn, den Vielbesprochenen, von etwa 9> > bis 10 Uhr 20 Min. beobachten. Um diese Zeit wurde er merklich blasser und verschwand bald im Dunstkreis des Horizontes. H-e-st i g e magnetische Ströme imfi der Leiter einer astronomischen Expedit nm in den Tvinimurrfen ivahrgenmmnen toben. Folgende Drahtnachricht geht uns darüber zu Christionia, 21. Mai Professor Birkeland, der eine Erpodinon nach Finnmarken unternahm, um über den Durch gang der Erde durch den Kometenschweif Beobachtungen anzu stellen, berichtet in der Zeitung ..Astenposten", daß er Nackus, als der Komet über die Sonnenscheibe ging, heftige mag netiiche Ströme beobachtet und ivertvolle elektrische und meteorologische Beobachtungen gemacht habe. Ta in der letzten Zeit eine Menge unbewiesener Behauptungen über die Natur des Kometen in Umlauf gesetzt wurden, ist diese Nachricht vorerst mit großer Vorsicht aufzunehmen. Sport. W. Franksurta. M., 21. Mai. Im Internationalen Hockey-Wettspiel siegte die kombinierte englische Hockcymannschaft London Eleven über den Fußbaklklilb Frankftrrt a. M. 1880 mit 7:1. Bei Halbzeit stand das Spiel 4:0. Im Internationalen Fußball-Wettspiel lAssoziation) siegte der Chelsea-K'lub-London über den Black ' bum Rovers-Klub mit 5:3. Bei Halbzeit 3:1. Bei dem anschließenden Assoziations-Fußball Wettkampf siegte die kombinierte süddeutsche Mannschaft über die englische Amateur Mannschaft mit 2:1. Bei Halbzeit stand das Spiel 1:1. I i u - I i r su - W c t t k a m p f. Der englische Meister-, ringer Mr. Ted. Mills, der sich am Donnerstag abend mit dem Japaner AEilaro-Lno im Iiu-Iitsu-»Wettkampfe maß und besiegt irmrbe, hat die Leitung bei Ausstellung brieflich ersucht, nochmals mit dem Japaner f impf en zu dürfen Er hofft, in einem zweiten Wettkampfe dem Japaner eher standhalten zu tonnen. Im Einverständnisse mit Akitaro- £no ist ein zweiter Wettkampf auf nächsten 9Jtontag abend angefetzt worden. Landwirtschaft. x Lauterbach, 22. Mai Die Jungvtohweide ist dieses Jahr infolge der im Kreise herrsctonden Sch^idckranklwit nicht so stark besucht als 1909. Es sind nur 56 Rinder aup gelrieben, der Fohlenbcstand ist nur 12 Tiere. — Am 2. Juni findet hier Prämienmarkt für Vogelsberger und Simmen taler Vieh statt. — Mitte September wird für den Kreis Lauter bach hier eine große Kreistierschau abgehalten. Die Aus stellung wird alle Gebiete des Ackerbaus, Obstbaus, der Viehzucht und Geflügelzucht umfassen. __________________ Grohseuer in Oefterreichisch-Zchlefien. In der kleinen, aber betriebsamen Gemeinde Skot- s ch a u in Oesterreich-Schlesien, das etwa 3000 Einwohner zählt und besonders durch seine großen Jahr- und Viehmärkte bekannt ist, brach auf noch nicht völlig aufaeflärtcr Ursache eine große Feuersbrunst aus, die einen jlcx\ des Ortes zerstörte und bedeutenden Schaden anrichtete. Bis jetzt liegen uns folgende Drahtnachrichten vor: T r o p p a u, 21. Mai. In dem Städtchen Skotschau wütet seit heute vormittag 10 Uhr eine Feuersbrunst, die auf dem Ringplatze aus bisher ui^ekannter Ursache zum Ausbruche kam 'und bis gegen ein Uhr fünfzehn Häuser erfaßte. Die Lage ist äußerst gefährlich, so daß von Dielitz ein Sonderzug mit der städtischen Feuerwehr abging. Senin bert Mann Militär sind nach Skotschau abgesandt. Troppau, 21. Mai. In Skotschau sind bis um 5 Uhr nachmittags um zwei Seiten des Ringplatzes insgesamt 2 5 Häuser v o l l st ä n d i g niebcTgcb rannt. Tie Feuersbrunst wütet fort, scheint aber lokalisiert werden zu können. Heute nachmittag wurden weitere hundert Mann Militär aus Bielitz erbeten, da die am Vormittag eingetroffene Mannschaft gänzlich erschöpft war. Das Feuer ist wahrscheinlich durch Ausstreuen glühender Asche entstanden. Bisher ist nichts bekannt, ob Menschen zu Schaden gekommen. Troppau, 22. Mai. Der Brand in Skotschau hat die Nacht fortgedauert. Ein ganzes Stadtviertel ist abgebrannt. Gegenttxirüg besorgt Militär die Aufräu- mungyarbeiten. Der Schüben beträgt breioiertcl Millionen Kronen. ♦ Auch anberwärts brachen folgenschwere Bränbe aus, bte z. T. auch Menschenleben geforbert haben. Wir erhielten folgenbe Drahtnachrichten: W W i e ö b a b e n , 21. Mai. In ber im zweiten Stock bes Hauses Goldgasse Nr. 9 befindlichen Wohnung des Tagelöhners Hock versuchte heute mittag die zehn Jahre alte Tochter Gertrud mit Petroleum im Herde Feuer anzumachen Dabei erplobicrte die Pctroleumkanne und das Mädchen, wie ihr fünf Jahre alter Bruder, gerieten in Flammen. Tie Mutter, die zur Hilfe herbeieilte, erlitt ebenfalls lebensgefährliche Brandwunden Alle drei wurden in ein Krankenhaus gebracht, wo das Mädchen und der Knabe ihren Verletzungen erlagen Wiesbaden, 22. Mai. Heute morgen wurde die 72 Jahre alte Privatiu Sophie M ei ninger in ihrer Wohnung, Tambachral 2, im Bette erstickt aufgefunden Die alte Dame hatte aus Anlaß des Todestages ihres Bruders nachts ein Licht auf ihrem Nachttisch brennen lassen, das auf das Bett fiel und es entzündete. München, 22 Mai. Nachts entstand int städtischen Elektrizitätswerk durch Kurzschluß Feiger, das in kurzer Zeit einen großen Umfang an nahm. In Brand gerietet der Dachstuhl des großen .Maschmeiihaufes, die .Holzvrr fchälung des Maschincmraumes und die dort untergebrachten Gerän'rhaften. Tie großen Tynomomafchinen und Kübel- Icirungen wurden beschädigt. Gegen SOiorgen trat bei der Straßenbahn eine erhebliche Betriebsstörung ein, die ön Laufe des Vormittags soweit behoben wurde, daß der Be trieb ohne starke Beeinträchtigung weitergefuhrt werden konnte. Newy ork, 22. Mai. In Schenectady im Staate Newyork geriet gestern her Zirkus Barnum in Braud, in dem sich gegen 10000 Menschen befanden. Turch Zerreißen der Zeitwände gelang es, soviel Notausgänge Mi schaffen, daß das Zelt geräumt werden konnte, ohne daß ernste Verletzungen Dor tarnen. Kleine Tagcschronik. In Selters wurden in der Kaste des dortigen Dar- lehensvcreinS große U n t e t f d) l a g u n g c n ausgedeckt, die sich bis fetzt auf 95 000 'Mark beziffern, aber noch bebentenb höher sein dürkten. Am Freitag abend elf Uhr stieß nach einer amtlichen Meldung ber von Ob cria hnftei n kommende Güterzug 8821 inner- tolb des Güterbahnbofcs Koblenz mit einer Rangier-Loto- moüve seitlich zusammen Es entgleisten die beiden Lokomotiven und ein Packwagen. Drei Lokomotiv- und ein Zugbeamter erlitten nur leichte Verletzungen. Der Materialschaden ist nicht erheblich. Ter Betrieb wurde nicht gestört. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterbien st stelle Gießen. Allgemeine Wetterlage seit gestern irüh: Nach starken Gewitterregen in Starkenburg itnb Rheinhessen am Samstag abenb ist unter ber Wirkung bes nörblichen Hochbruckgebietes gestern wieber trockenes unb heiteres Wetter enigetveten. Dabei haben Norbost nmibe etwas kühleres Wetter gebracht, besonbers in vergangener Nacht, wo bie Temperatilr bis 11 Gr. gesunken ist. lieber eüb- ciuova ist ein Ttesbruckgebiet int Anrücken, bas morgen vor allein im Süben Hessens Trübung unb Gewitterregen bringt. Wetteransstchten in Hessen am Dienstag bem 24. Mai 1910: Zmiehinenbc Bewölkung, Gewitterregen, besonders im Süden Heffens, warm. OrigrnaL-VrahtsnelSnngen. Schulkinder vom Blitz getroffen. Protten (Luxemburg), 23. Mai. Am Samstag itadp mittag machten bie hiesigen Schulkinber mit ihrem Lehrev einen Spaziergang. Sie würben von einem Gewittev überrascht unb flüchteten unter einen Baum. Der Blitz schlug in bie bichtgebräugte Kinderschar und tötete drei Kinber, währenb drei lebensgefährlich und 19 leichter verletzt wurden. Auch der Lehrer erlitt leichte Verletzungen. *" Brüssel, 23. Mai Bei den gestrigen Kammer- Wahlen verloren die Klerikalen, so viel bis jetzt zu übersehen ist, einen Sitz. Gewäl)lt sind bis jetzt 40 Klerikale, 17 Liberale und 7 Sozialisten. Zu ersetzen waren 50 Klerikale, 23 Liberale und 12 Sozialisten. Paris, 23. Mai. Im Departement der Rhone- mündung wurden heute nacht mehrere heftige Erdstöße beobachtet. Madrid, 23. 9)lat. Bei den gestrigen Senats- Wahlen wurden nach den bisher bekannt gewordenen Einzelmeldungen gewählt 83 Liberale, 37 Konservative, 3 Republikaner, 5 Unabhängige, 2 Kar listen und 11 Sonstige. ■ ■ . ■. p* liefert billigst die BrühPsche IIUPPTQ mit r I rmp Universitäts-Buell-und8tein- 5WVÜI ID Hill I BI IliCl druckerei.Gießen.Schulstr.7 & I 4 M R Danksagung. 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