Nr. 347 Drittes Blatt 160. Jahrgang Freitag 21. Oktober 1910 Gießener Anzeiger Erscheint tÜgstch mit Hu5nabme deS Sonntag#. General-Anzeiger für Gberheffen Die wet<||etuWflU die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) En Wiftsch kaa mers net verhehle, De grüße Plan der Hirt etzt uff, Tie Bahn bäi dauht etzt naut mih zehle, Te Städter lekt des Geäld net druff. De Wissiicher der mächts doch btUtg, Gebt zwanzigtausig Moark im Nu, Daroer de Gäißer is net roiflig, Er mecht gern stebzigtausig hu. Dann baut) mer aach des Licht net neme, Beschlaißt mer druff gema'schastlich, Enn dauh deS Staa'el weiter brenne Unn wenn mer aach de Hals bei bricht. Aich geb rnaich aach dornet zoufräire Doch enz doaß rourmt rnaich doch bobei, Aich stell e Frag brum ganz beschaire, .Däi zroanzigtausig sei doch frei?' Aich will uch met dem Zaunspoal winke, Unn säht mer aach aich wir e £a«, De Haffe Geäld oans Dori dauht henke, Wai wirsch bann met be Groawestroaß? TÜi letht etzt lang genunf, wahrhaitig, Sa: muß boch ausgebaut baal warn, De Treäk ber leiht do drin so faittg, Toaß mer versinkt met Vieh unn Kärrn. Un gebt« en Reje, Dunnerwärrer, Toa stlht die Breuh so drei, vier Schuch, Doa schennt mer so räächt vo de Läwer, Te Dabfluß leiht joa väil ze huch. Däi Pull däi kann net abgelaafe, Enn fimmt en Fremde doa ntoal hie, Der dauht de« Dock e Dreacknäst daase Enn bann verliert« den Nome nie. -! —L> Meteorologische veodachtungen der Station Sieben. E Wett« Okt. 1910 s « a *3 "CM E° 2 = Q <5 riefen mit der Ortsschelle das Fest ans: „Tas Erntefest steht vor der Tür. Ardeilsmartt in Hessen u. Hessen-Nassau im Sept. WU Der Monat September erhält sein Gepräge durch eine kräftig) Belebung des Arbeüsnrarktes, die uns aus allen Teilen des Vcr bandsgebietes berichtet wird. Diese Besserung fällt srcilich zu scumnen mit der in jedem Herbst einsetzeirden Aufwärtsbewegung, so daß noch nicht ohne weiteres auf einen allgemeinen Aufschwung Der Komunktur geschlossen werden darf. Immerhin ist im Ver gleich zum September des Vorjahres eine ganz bedeutende Er- letchterung auf dem Arbeitsmarll festzuftellen. In der M etall- nidustrie stand dvirch die Aussperrungen in der Werftindustric ein schwerer Kamps bevor, der auch im Verbandsgebiet, speziell in Fran kfurt a. M., Erschütterungen von unabsehbarer Trag- weüe im Gefolge gehabt hätte Der Zuzug von zugereisten Arbitern und die in.iverschiedenen größeren Werken in Frankfurt a. M. tut Einstellung gelangten Arbeitskräfte, werden von einigen Seiten auf die bevorstehende Aussperrung zurückgeführt. In letzter Stunde formte der Kampf noch abgewendet werden. So stellt sich die Lage der Metallindustrie am Ende des Berichtsmvnats als befriedigend dar. In einer großen Frankfurter Schaltmrlagenfabrik imrrben Arbeiter in großer Zahl eingestellt und daneben noch im ganzen Betrieb mit Ueberstunden gearbeitet. Im Automobilbau herrschte gute Beschäftigung; eine Fahrradfabrik bei Franko furt a. M, in der seit IV» Jahren die Arbeitszeit gekürzt werden -mußte, ist jetzt wieder voll beschäftigt. Aus der Elektrizität^ inbuftrie wird ebenfalls. von guter Beschäftigung berichtet; die Nachfrage nach selbständigen älteren Monteuren für auswärtige Elektrizitätsbetriebe bei der Arbeitsvermittlungsstelle in Frankfurt a. M. beweist, daß diese Belebung sich auch in anderen Teilen des Verbandsgebtetes bemerkbar machte. Im Jnstallationsgewerbe war es nickst möglich, alle offenen Stellen zu besetzen. Ebenso imt die Nachfrage nach jungen Beschlagschmieden für das Land flott, während ältere Schmiede, in erster Linie Fabriffchmicde, weniger verlangt wurden. Auch in der Mainzer Waggonbauindustrie scheint nach den Zahlen der betreffenden Betriebskrankenkasse eine vermehrte Einstellung von Arbeitern stattgefunden zu haben. Im Sattler- und Tapezierergewerbe sind gegen den Vormonat keine wesentlichen Aenderungen hervorgetreten. Aus der Offenbacher Portefeuilleindustrie wird von Arbeitermcmgel, besonders für feinere Artikel, berichtet. Es findet eine Ueberarbeit im großen Maßstobe statt. Für Glaser und Rahmenmacher und Wagner war reichliche Beschäftigung vorhanden, auch die Vermittlung von Schreinern war, nach dem Bericht der Stadt. Arbeüsvermittlungsstelle in Frankfurt a. fDt in ber Stadt selbst und nad) auswärts sehr rege. Der am Anfang des Berichtsmonats einsetzende Streik ber Weinküfer in Frankfurt a. M. konnte nach 8tägiger Dauer als erledigt gelten. Im Bekleidungsgewerbe war die Lage im BerÄstsmonat eine durchaus aünfrige zu nennen Die Schuhfabriken sind durch zahlreiche Frühjahrsbestellungen gut beschäftigt. Das Baugewerbe war wie immer im Herbst gut beschäftigt. In ?Nainz wurde die Lohnbewegung im Dachbeckergewerbe dadurch beendigt, daß am 19. September die Arbeit uneber voll und ganz aufgenommen wurde und daß von der geforderten Lohnerhöhung von 10 Psg. für die Stunde, 6 Pfg. bewilligt wurden. Im Buchdruckergewerbe hat sich die Beschäftigungs-Möglichkeit durch die Herstellung ber Fahrpläne etwas belebt, so daß die Arbeitslosen wenigstens für einige Wochen Beschäftigung fanden. Die Beschäftigungsgelegenheft im Gastwirtsgewerbe ist gegen bat Vormonat ber Jahreszeit entsprechend etwas $Ltrütfgcg