W WW I stehenden international« der verfügbaren Gelder. I niifp imh Interessen dl Deutschland Sonstige Fahrzeuge 1 merfflattfifi. 2 Kcblen- damvser für 15 Mill M. 1 Vermess.» fdnff 1 Be>gungS- Ichiss 1 Lepotschiff nienschiffen und die Türkei (2 Linienschiffe, 1 Großer Kreuzer, nach einer Verstärkung ihrer Flotte streben. China beabsichtigt mit 3 Kleinen Kreuzern einen bescheidenen Anfang zu machen. Uruguay endlich hat einen TorpÄrokreuzer in Deutschland (beim Stettiner Vulkan) im Bau. England do. für die Kolonien Frankreich Italien Japan Vereinigte Staaten von Amerika sie wurden auf allen Bühnen gegeben, besonders „Flick und Flock" und „Aladin oder die Wunderlampe". Die Bühnenlaufbahn Rae- ders war ohne Sonderlichkeiten. Schon in Kinderrollen betrat er die Bühne. Herangewachsen, gastspiclte er in Altenburg als Masetto im „Don Juan". Seine Begabung für die Komödie wurde durch den Theatergrafen Hahn erkannt, bei Cers in Berlin am Konigstädtischcn Theater fand er dann tüchtige Vorbilder für dieses Fach, und in Hamburg, wo er 1833—1838 verpflichtet war, sand er den rechten Zusammenhang mit dem Publikum, um bald ein beliebter Komiker zu werden. Dort versuchte er sich auch unter dem Deckmantel „von W. Emden" (von wem denn?) zuerst als Bühnenschriststcller. Von Hamburg kam er im Jahre 1838 nach Dresden, und hier blieb er bis an sein Lebensende, das durch einen unbedeutenden Unfall frühzeitig herbeigeführt wurde. Im Sommer 1868 starb er zu Teplitz. — Aus Hanau wird uns unterm 19. April geschrieben: In der heutigen Jahresversammlung des Geschichtsoereins wurde mitgeteilt, daß die Ausgrabungen im Gebiete des Vereins auch im vergangenen Jahre in Verbindung mit dem römisch-germanischen Ausschuß in Frankfurt a. M. weiter gefördert worden find. In der Nähe von Ostheim und Butterstadt wurden u. a. eine Anzahl Brandgräber aus der jüngeren Steinzeit fest- gestellt und ausgegraben. Ter Inhalt eines Grabes wurde in vorsichtiger Weise unauigedeckt in das HauS des Geschichtsvereins gebracht und dort in Anwesenheit des Vorstandes und einer An- zahl von Fachgelehrten aus Frankfurt und Mainz soweit bloß- gelegt, daß eine aus 32 Steinchen und 5 Anhängern bestehende Kette in ihrer ursprünglichen Lage deutlich sichtbar geworden ist. Dieses Grab ist jetzt im Museum des Geschichtsvereins ausgestellt. — Ein Theater-Direktor als Erfinder. Einer der Direktoren des Berliner Theaters, Karl Meinhardt, hat eine Erfindung zum Patent angemeldet. Es handelt sich um eine zusammcnschiebbare Leiter, die es ermöglichen soll, bei Theaterbränden aus jeder Etage gefahrlos ins Freie zu gelangen. Es darf nicht wundernehmen, daß es gerade ein Direktor ist, der diese Erfindung gemacht hat, denn er weiß ja kraft seines Berufes am besten, was von brauchbaren — Theaterleitern geleistet werden muß. Also hätte ein Theaterdirektor, so bemerkt der „Tag", eine Erfindung gemacht, die Leute aus dem Theater herauszubringen, ... wie wäre es mit einer Erfindung, sie hineinzubringen? 10 - Einige ”oote. Zahl nicht bet. — DieZüricherHandschriftvonGoethes „Wilhelm Meister" ist durch das Entgegenkommen des bisherigen Besitzers und im Einverständnis mit der Direktion des Goethe- Schiller-Archivs in Weimar den rechtlichen Erben Goethes unter Anerkennung ihrer llrheberrechtsansprüche käuflich überlassen worden. Sic besindct sich bereits in den , Händen von Dr. V u l v i u s - Weimar. Später soll die Handschrift dem Goethe- Schiller-Archiv einverleibt ivcrden. — Der Verfasser von Robert und Bertram. Gustav R a e d e r, der heute vor einem Jahrhundert, 'am 21. April 1810, in Breslau das Licht der Welt erblickte, darf wohl ein kurzes Erinnerungswort an diesem Gedenktage beanspruchen: hat er doch seinerzeit, ja bis in unsere Zeit hinein vielen Tausenden heitere Stunden bereitet. Freilich, ebenso wie seine Bühnenkunst als eine recht grobkörnige erschien, — Laube hat ihn als Tarstellcr in einem seiner stücke fcb- gelobt, Gutzkow sprach von der „Clownchronik" Raedcrs, — waien auch seine Faschingsund Zauberpossen nicht eben literarisch hoch zu bewertende Stücke, aber Heiterkeit haben sie doch erregt, und wo seine lustigen Gesellen „Robert und Bertram" heute noch erscheinen, finden sie frohen Anklang. Also die Lacher hatte Raeder als Tarlteller und Bühnenautor auf seiner Seite. Eduard Tevrient sagt von ihm in seiner Geschichte der deutschen Schauspielkunst: „In charakteristischen Aufgaben, als Just usw. zeigte sich sein Talent achtenswert, das aber auf freiem Gebiete individueller und schöpseriicyer Komik sich unergiebig und platt erwies." Von den Possen Raeders sagt Tevrient, daß „in ihnen noch das Bemühen fortwirkte: die Zauberpossc, die alte hanswurstischc Maschinenkomödie lebendig zu erhalten." „Ter Weltumsegler wider Willen" und „Der arte- tesische Brunnen" geben davon noch anerkennenswertes Zeugnis, aber der Autor, arm an Phantasie, Witz und eigentlich komischer Kraft, geriet bald in die Notwendigkeit, den Schwerpunkt seiner Stücke auf Tekorationen und Maschinerie zu verlegen und damit ganz auf den noch nicht dagewesenen Behelf: aus den Berliner Ballets seine Dramen zu machen. Es war dies nur ein Mittel, die feenhafte T^fprationspracht der Luxusbühne an einer Kette von gehaltlosen Szenen und banalen Couplets herbei- zuzichen." Jedenfalls aber hatten diese Stücke großen Erfolg; internationalen Gewerkschaften an 50 Prozent ,„o Die Tatsache, daß die Erfordere nisse und Interessen der Arbeiterschaft der verschiedenen Nationalitäten so verschieden sind wie die Külturstufen dieser Völker, wurde ängstlich versteckt gehalten oder geleugnet. Nach und nach trat sic aber, wie die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland berichten, den deutschen Mitgliedern der internationalen Gewerkschaften bei Beobachtung der halbkultivierten slawischen Arbeiter im deutschen Gebiet klar vor Augen. Der deutsche Arbeiter sah sich durch die Unterbietung seitens der in niedrigerer Lebenshaltung stehenden slawischen in seiner Existenz bedroht. So trat der Rückschlag ein, der zur Gründung deutscher nationaler Gewerkschaften führte. Als erste entstand 1903 der Reichsbund deutscher Eisenbahner Oesterreichs (17 000 Mann), dann kam der Gau ,/Oesterreich" des deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes (heute 10 000 Mitglieder), ihnen folgte der Reichsbund deutscher Berg- und Hüttenarbeiter (über 6000 Mitglieder), der Reicksbund deutscher Metallarbeiter, Verbände deutscher Holzarbeiter, Bauarbeiter, Glaser- und Bäckergehilfen usw. 1908 wurden alle diese Verbände in der Zentralkommission der vereinigten deutschen Arbeitnehmerorganisationen Oesterreichs mit dem Sitz Wien zusammengefaßt. Zurzeit umjaßt diese bereits 60 000 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter und gibt ein eigenes Organ „Die deutsche Gewerkschaft" heraus. Zum Umbau des Mainzer Ztadttheaters. Nachdem der altersschwache „geliebte Schwan" zum letzten Male für diese Saison den Lohcngrin auf die Bühne gefahren hat und Herr Becker-Lohengrin zum letzten Male als Mitglied der Mainzer Bühne — er ist für Darmstadt verpflichtet worden — für die hiesige Elsa von Brabant in die Schranken getreten ist, hat die Spielzeit ihr Ende gefunden und es konnte sofort mit öcm „nötigen" Umbau des Theaters begonnen werden. Das Publikum, das den letzten Vorstellungen beiwohnte, konnte einen ganz eigenartigen und seltsamen Zustand im Theater bewundern: denn obwohl man doch gewohnt ist, daß sich die Künstler bei ben Schtußaufführungen nicht überanstrengen, bemerkte man im hiesigen Musentcmpel einen „Zug", der sich von Abend zu Abend vergrößerte und so stark wurde, daß er selbst ein ganz minderwertiges Stück in ein zugkräftiges verwandelt hätte. Man suchte öer Ursache des Zuges auf den Grund zu kommen und man entdeckte, daß das Dach des Theaters einfach abgedeckt wurde. Die Direktion und die Schauspieler, denen man ja immer aufs Dach zu steigen bereit ist, ließen sich diese Besteigung jedoch nicht gefallen und so mußte man wohl oder übel das Dach wieder zudecken und zwar mit einer großen Zeltplane. Doch jetzt, da die Spielzeit vorbei ift, steht der Zerstörung des ehrwürdigen Baues kein Hinderungsgrund mehr entgegen. Die Maurcrvandalcn konnten auf Geheiß der Stadt zum Angriff übergehen. Das erste, was den kühnen Eroberern in die Augen fiel, war der große Balkon. Wie manche Rede wurde von freiheitsglühenden Männern in den 48 er Jahren von dort aus an das Volk gehalten und wie oft wurden von ihm aus närrische Rekrutenvereidigungen vorgenommen. Mit ihm geht ein Stück verloren, das mit der Mainzer Geschichte innig verbunden ist. , , Mit eiserner Energie und ehernen Haken stürzte man sich auf ihn und ruhte nicht eher, als bis kein Stein mehr feine frühere Anwesenheit Nachweisen konnte. Dann kamen die Fenfter und Türen an die Reihe, so daß von dem einstmals „herrlichen" Bau — wenn er auch siebzig Jahre ohne Bewurf stand — nur noch trostlose Ruinen dem Blicke entgegenstarrcn. Die neue rechteckige Mauer ist in den Grundlagen schon sertiggestellt, und der Bau könnte seiner Fertigstellung entgegengehen, wenn nicht die Aussperrung sämtlicher Arbeiter ü)r vorläufig ein unüberwindliches Hindernis entgegensetzte. So aber weiß kein Mensch, wann das Theater fertig sein wird und schließ- Die nationale Gewerkschaftsbewegung in Oesterreich. In jahrzehntelangem Kampf hat die deutsche Arbeiterschaft in Oesterreich durch die Sozialdemokratie keine nennensmerten wirtschaftlichen Erfolge erzielt. Die größeren Streiks endeten alle mit einem Fiasko. Dabei verschlangen die Verwaltungskosten der unter ihrer Aegide lich muß Hofrat Behrend den ganzen Winter in der Stadthalle spielen, derweil im Theater die Fledermäuse Hausen, 0. N. politische Caaesicbatu Die Bierpreiserhöhung in Bayern. In ganz Bayern tobt der Bierkrieg, besonders heftig in jenen ländlichen Gegenden beispielsweise Niederbayerns, wo das Liter Bier bisher nicht wie in den großen Städten 22 bis 26 Pfg., sondern nur 20 Pfg. kostete, und wo die Brauereien dementsprechend nicht mit einer Preiserhöhung von 2 Pfg., sondern gleich mit einer solchen von 4 Pfg. vorzugehen beabsichtigten. Fast scheint es aber, so lesen wir in der „K. Z.", als ob der Brauerring mit dem 4 Pfg.- Satze nicht durchdringen wird. Denn nach dem Vorgang des Grafen Preysing auf Schloß Moos haben auch andere Brauereien, trotz der ihnen drohenden Gefahr einer Konventionalstrafe, sich entschlossen, den Wirten nur einen durch die Steuererhöhung bedingten Zuschlag von.1.35 Pfg. für das Liter aufzuerlegen, und von den niederbayrischen Wirten sind manche sogar zum alten Ausschanksatze von 20 Pfg. zurückgekehrt. Die von Bayern an das Reich zu zahlenden Ausgleichsbeiträae erhöhen sich für 1910 und 1911 um 11 765000 und weiterhin um 12 777 000 Mk. jährlich. Durch das am 1. April ins Leben getretene neue Malzauffchlaggesetz erfährt die bayrische Biererzeugung eine Mehrbelastung von 16 300 000 Mk., was je nach der Größe und dem Umsatz der Brauereien 1.35 bis 1.80 Mk. für das Hektoliter ausmacht. Wenn also, womit sich der Finanzminister auch für die großen staatlichen Brauereien einverstanden erklärt hat, eine allgemeine Preiserhöhung um 2 Pfg. für das Liter eintritt, so verbleibt den Brauern und Wirten im Vergleich zu früher unter allen Umständen ein Ueberschuß. Das Wahrscheinlichste ist, daß für die großen Städte unter Aufhebung des bisherigen Unterschieds zwischen Winterbier und dem etwas stärker ein- gebraüten Soinmerbier ein allgemeiner Bierpreis von 28 Pfg. für das Liter in Kraft tritt. Einen von den ärmeren Volksschichten hoch eingeschätzten mäßigenden Einfluß haben seit Jahren die staatlichen Unternehmungen, wie z. B. Hof- bräuhaus, Weihenstephan usw., ausgeübt. Als die übrigen Großbrauereien schon früher zum Satze von 26 Pfg. übergingen, sind sie unter Hinweis auf ihre andauernden hohen Ueberschüsse beim alten Preise von 22 und 24 Pfg/. ge-- blieben, was dann öfters zu dem bisher nicht verwirklichten Vorschlag geführt hat, durch ähnliche, aber nicht staatliche, sondern städtische Regulatoren auch auf die Fleisch- und Brotpreise einzuwirken. Während das neue bayrische Malz- aufschlaggesetz in manchen Punkten eine starke Annäherung an die norddeutsche Braust euergemeinschäft und also eine gewisse, ganz Deutschland umfassende Vereinheitlichung bedingt, ist Bayern bei dem den Weltruf seines Bieres verbürgenden altbewährten Grundsatz stehengeblieben, daß zu. Bierbereitung bei schwerer Strafe nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser verwandt werden dürfen. Das keinerlei Ausnahmen gestattende Verbot von Mucker, Farbmitteln und sonstigen Surrogaten stellt zurzeit den einzigen wesentlichen Unterschied zwischen der bayrischen und der norddeutschen Bierbesteuerung dar. Die heutige Nummer umfa&t 10 Selten, Die Zlottenpläne der größeren Seemächte. für das Jahr 1910 stellen sich nach den Etatsforderungen und Bewilligungen (die nur für die Vereinigten Staaten noch nicht endgültig feststehen) wie folgt: Die Novelle zum Reichrschuldbuch. Man schreibt uns aus Berlin: Ms Pendant zur preußischen Staatsschuldbuchnovelle ist dem deutschen Reichstag eine Novelle zum Reichsschuldbuch zugegangen, durch welche die bisherigen Bestimmungen Über die Benutzung des Reichsschuldbuchs seitens des Publix kums z. T. abgeändert werden sollen, und zwar in einem Sinne, der eine Erleichterung des Verkehrs ins Auge saßt. Denn während es bis jetzt vorgeschrieben war, daß derjenige, der (vielleicht aus Angst vor Diebstahl oder Brand) seine Forderungen an das Reich in das Reichsschuldbuch eintragen lassen wollte, die in seinem Besitz befindlichen Reichsschuldtitres verweisen mußte, soll in Zukunft schon die Bareinzahlung auf das Reichsschuldbuch die Forderung an *'ta& Reick, begründen. Der Umweg icker die Stücke (also Mäntel und Coupoits deutscher Staatsanleihen) bleibt also erspart. Ebenso soll in Zukunft auch bei den offenen Krediten des Reiches, die bisher allein auf papierenem Wege, durch Ausgabe von Reichskaflenscheinen seitens der Reichsbank effektuiert wurden, eine Eintragung in 'b. Reichsschuldbuch seitens des Publikums zulässig fein. Außerdem werden in der Novelle Bestimmungen über Erleichterungen bei der Legitimation der Rechtsnachfolger, bei der Beglaubigung von Anträgen und bei der Zinszahlung außerhalb des Reiches vorgeschlagen; auch sollen alle Eintragungen mit Ausnahme der Löschungen zum Zwecke der Ausreichung von Schuldverschreibungen kostenlos sein, während als Zentralstelle der Reichsschuldbuchverwaltung die Reichsbank in Aussicht genommen ift Sieht man sich diesen Entwurf auch nur ganz flüchtig an, so wird klar, daß seine Bestimmungen tatsächlich dazu geeignet sind, die Benutzung des Reichsschuldbuches zu erleichtern, zu beschleunigen und zu verbilligen. Der Ankauf von Reichswertpapieren bei den Bankiers fällt fort, ebenso die hierbei notwendige Spesenzahlung und die Vorweisung der Stücke bei der Reichsschuldenverwaltung zwecks Eintragung der Forderung in das Reichsschuldbuch. Wer Gläubiger des deutschen Reiches werden will und kann, hat nur das Gell) auf den Tisch des Hauses zu zahlen, um mit dem befriedigenden Bewußtsein das Lokal verlassen zu können, daß ihm das Reich verpflichtet und seine Forderung Nr. 82 Erstes Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 81. April 1910 MAwstoner AmeiaerM V1IVIlV'IIW 44II' IwIUVV äs wirtschaftliche Seitfra-en M pW Chefredakteur: 91 Goetz. Ferufprech - Anschlüsse: F ■ CV ^rcmtwottlich für den für die Redaktion US, 1XX < M politischen Teil: August General-Anzetger für Oberhessen für" öte Tagesnummer Rototion$bni, \ V \ jDOLpH en . uren ent und w der statt von iberir age 7 ICircbc und Schule. — Die Drews schien Jesnsvortrag e. Aehnlich wie in Bremen und im Wuppertal hat nun auch die evangelische Geistlichkeit Mannheims die Einladung zu einem „Religionsgespräch" aus Anlaß eines Vortrags von Prof. Drews ab- gelehnt. In dem Schreiben der Geistlichen an die Ortsgruppe des Monistenbundes heißt cs u. a.: „Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß die an uns ergangene Einladung und die schon vorher erfolgte Ankündigung derselben in der Oeffentlichkeit nur dem Sensationsbedürfnis und der Reklame dienen sollen. Wir sehen uns deshalb nicht in per Lage, der Einladung zu folgen und durch Teilnahme an der Versammlung für dieselbe Propaganda zu machen. Wir sind dazu umsoweniger geneigt, als uns in einer öffentlichen Versammlung, die auf Massen rechnet, eine ruhige, wissenschaftliche Erörterung nicht möglich er scheint, und die Vorgänge bei den in anderen deutschen Städten inszenierten „Religionsgesprächen" den in Ihrem Schreiben erhofften „harmonischen Verlauf" nicht zu verbürgen scheinen." Lustschiffahrt. Neubenennung der Zeppelinschiffe. Mit Rücksicht darauf, daß die Militärverwaltung die der Luftschiffbau-Zeppelin-Gesellschaft abzunehmenden Luftschiffe „3.1" u'w. benennt, hat die Gesellschaft beschlossen, zur Unterscheidung der Luftschiffe für Private von den Militärlustschiffen künftighin ihren Schiffen die Bezeichnung „L. Z." (Luftschiffbau Zeppelin zu geben und diese Durchzählung mit dem überhaupt ersten Fahr zeug des Zeppelintyps beginnen zu lassen. Die in Friedrichshafen liegenden Luftschiffe „Z. 3" und „Z. 4" werden demnach künftig hin die Bezeichnung „L. Z. 6" und „L. Z. 7" führen. vermischtes. * Ueberschwemmung. Nach Meldungen aus K r a g u - jevae, Lapovo und Kralfevo ging gestern in ganz Zen tralserbien ein Wolkenbruch nieder. Ein großer Teil von Kragujevac steht unter Wasser. 9tatb den bisherigen Nachrichten sind zehn Menschen ertrunken. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Es wird eifrig daran gearbeitet, den internationalen Verkehr auf der Linie Belgrad—Nisch ausrechtzuerhalten. Der Schaden beträgt nach den ersten Schätzungen mehrere Millionen. Viele Orte Westserbiens melden Hochwassergefahr. vn das Reich vor jedem Diebstahl und j^>em Brande gesichert ist. Daß von dem Reichsschnldbuch schon bt^er ein sich immer steigernder Gebrauch gemacht wurde, beweisen die in ihm verzeichneten Schuldsummen, die vom Jahre 1893, dem Jahre seiner Einführung, Ins zum 31. Marz 1910 von 84 Millionen auf 848V- Mlllron Mark gestregen ist vorher bemerkt worden, daß bisher für die Eintragung von Forderungen in das Reichsschuldbuch die Vorweisung der Stücke seitens des Glaubtgers vorgeschrreben war die nach der Eintragimg der Forderung kassiert wurden. Die Benutzung des Rerchsschulidduches bedeutet also eine Verniinderung der im Besitz oder Umlauf befindlichen, die offiziellen Reichsanleihen repräsentierenden Schuldtitres, die 1910 18,64 Prozent der Gesamtsumme der Reichsanlecheu erreichte'. Werden nun auch, wie es die Novelle will, die offenen Kredite des Reiches als Grundlage für Einzahlungen auf das Reichsschuldbuch zugelassen, so wird sich demgemäß auch die Zahl der im Umlauf befindlichen Rcichskassen- scheine verminderet, da das Reich, wenn es auf diese Weise Geld erhält, des papierenen Prunktums nicht bedarf. Mer hierin sehen wir eine große Gefahr, nämlich die einer automatischen Schuldenvermehrung des Reiches ohne jede Kontrolle des Reichstages. Es ist richtig: Das erleichterte Verfahren der Eintragung von Schuldforderungen als Buchforderungen wird es mit sich bringen, daß sich das Publikum der Reichs- arlleihe ans diesem Wege mehr zuwendet als bisher, so daß damit der Staatskredit wächst. Aber es bedeutet einen völligen Sprung ins Dunkle, wenn auch die offenen Kredite durch Einzahlungen auf das Reichsschuldbuch gedeckt werden sollen. Diese offenen Kredite, die allerdings vom Reichstag bewilligt werden müssen und heute noch mehr als 370 Millionen Mark betragen, würden damit aus einer schwebenden, vorübergehenden Schuld des Reiches zu einer buchmäßig festgelegten werden, deren Wachsen sich, weil im Reick)sschuldbuch dann durch Effekten und offene Kredite begründete Eintragungen durcheinandergehen würden, schwer überblicken ließe, und sich jedenfalls jeder Kontrolle durch die Oeffentlichkeit entzöge, wofür ihr jetzt die Ausweise der Reichsbank mit ihrer Angabe der Hohe der unverzinslichen Schatzanweisungen dienen. So besteht die Befürchtung, daß sich neben dem offiziellen ein ganz neues inoffizielles Schuldensystem herausbilden wird. Der Reichstag hat daher alle Ursache, die Novelle in punkto Eintragung auf die offenen Kredite aufs genaueste zu prüfen. 2lu$ den Reichstagsausschüssen. Berlin, 20. April. Ter K a l i a u s s ck u ß des Reichstags fand bei seinem heutigen Wiederzusammentritt eine Druckschrift unter den Namen der beiden Mitglieder der Wirtschaftlichen Vereinigung von Damm unbftölle vor, die einen neuen Gesetzentwurf darstellt. Es ist das Ergebnis der interfraktionellen Besprechung, das in ihren Grundzügen schon bekannt ist und im wesentlichen eine Verständigung zwischen allen Parteien, mit Ausnahme der Fortschrittlichen Volkspartei, darstellt. Gegen die Beratung dieses Entwurfes wurde von fortschrittlicher und sozialdemokratischer Seite Widerspruch erhoben und dabei Bezug genommen auf die Vorgänge im Finanzausschuß, wo sich der Ausschuß gleichfalls, und zwar damals unter dem Widerspruch auch der Nationalliberalen, sich nicht an den Auftrag der Vollversammlung gehalten, sondern völlig neue Steuern ausgearbeitet habe. Die freisinnigen und sozialdemokratischen Mitglieder verlangen daher die Verweisung an die Vollversammlung, damit diese nicht um die erste Lesung gebracht werde. Ihnen wurde von den anderen Parteien erwidert, daß es sich nicht um etwas vollkommen Neues handele, sondern nur um den Fortfall des Gedankens der Betriebsgemeinschaft. Im Übrigen sei es nur eine Reihe von Abänderungsanträgen zur Regierungsvorlage. Die Abgg. Kölle und v. Damm änderten inzwischen die Ueberschrift „Gesetzentwurf" um in „Abänderungsantrag zu dem Gesetzentwurf usw." Der Antrag auf Verweisung an die Vollversammlung wurde abgelehnt, und man trat in die Beratung ein. Ueber den> § 1 ist bereits in der vorigen Sitzung Beschluß gefaßt worden. § 2 der Regierungsvorlage, der durch den Gesetz-Entwurf Damm-Kölle nicht geändert wird, lautet: „Als Kaliwerksbesitzer gilt, wer ein Kalibergwerk (Kaliwerk) aus eigene Rechnung betreibt." Die Sozialdemokraten beantragten dazu, unter prinzipieller Aufrechterhaltung ihrer Anträge auf Verstaatlichung des Kalibergbaues bezw. ein Reichshandelsmonopol, als ,§ 2 zu bestimmen: „Der Verkauf der Kalisalze erfolgt ausschließlich durch die auf Grund dieses Gesetzes von der Reichsregierung errichteten Verkaufsstellen." Die Aussprache zu § 2 wurde nur von Freisinnigen und Sozialdemokraten geführt: Handelsminister Sydow gab lediglich eine kurze Erllärung über die Ablehnung eines Monopols. Dann wurde der Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt und § 2 angenommen. Donnerstag: Weiterberatung. * Der Wahlprüfungsansschuß erklärte heute die Wahl des Abg. Sievers (Natl., Lüneburg-Winsen) für ungültig. ♦ Der Reichstagsausschuß für das Z n w a ch s st e u c r g e s e tz verhandelte heute bei § 1 über Anträge des Zentrums, des Abg. Arendt (Rp.) und Dr. Weber (Natl.), die eine genaue Unterscheidung zwischen verdientem und unverdientem Wertzuwachs bezwecken. Die Abstimmung hierüber wurde ausgesetzt. Abg. Dr. Arendt beantragte ferner eine untere Grenze bei bebauten Grundstücken im Werte von 20 000 Mk. und unbebauten Grundstücken im Werte von 5000 Mk. Auch hierüber erfolgte die Abstimmung noch nicht. Es ist wenig Aussicht, das Gesetz noch in diesem Tagungsabschnitt zu erledigen. * Der verstärkte Geschäftsordnungsausschuß beschloß zu der Frage der kurzen Anfragen nach einem Anträge Dr. Müller-Meiningen folgende Fassung: § 33 b: „Die Mitglieder des Reichstags können kurze Anfragen tatsächlicher Art an den Reichskanzler über Angelegenheiten, die zur Zuständigkeit des Reiches gehören, richten. Diese Anfragen sind schriftlich beim Präsidenten einzureichen. Durch diese Anfragen darf einem späteren Punkte derselben Tagesordnung nicht vorgegriffen werden, auch dürfen die Verhandlungen in einer Kommission des Reichstags nicht zum Gegenstände einer solchen Anfrage gemacht werden." Es ist also anzunehmen, daß eine Einigung in bezug auf diese Frage erzielt wird. * Ter Ausschuß fürdasStellenvermrttlergesetz nahm in der zweiten Lesung bei § 3 einen Zentrumsantrag an, wonach ein Stellenvermittler auch nicht das Barbier- und Friseurgewerbe betreiben ober durch andere betreiben lassen darf. Weiter wurde folgender 8 3a eingeschoben: Verträge, durch die sich ein Arbeitnehmer oder Arbeitgeber verpflichtet, sich auch in späteren Fällen der Mitwirkung eines bestimmten gewerbsmäßigen Stellenvermittlers zu bedienen, sind nichtig. Ferner wurde folgender 8 4a ein- gefügt: Tie Stellenvermittler dürfen Dienstbücher, Arbeitsbücher, Zeugnisse, die aus Anlaß der Stellenvermittlung in ihren Besitz gelangt sind, gegen den Willen des Eigentümers nicht zurückbehalten, insbesondere an solchen Gegenständen ein Zurückbehal- tungs- und Pfandrecht nicht ausüben. Als 8 4 b wurde beschlossen: „Stellenvermittler, welche für weibliche Personen Stellen im Auslande vermitteln, haben ein Verzeichnis der Namen dieser Personen und der ihnen vermittelten Stellen der Polizeibehörde nach näherer Anordnung regelmäßig vorzulegen." Nächste Sitzung Freitag abend. Der Justizausschuß erledigte heute den vierten Abschnitt, Fristen und Wiedereinsetzung. Ter Regierungsentwurf wurde nur dahin abgeändert, daß eine Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nur dann ausschließen kann, wenn sie durch eigenes persönliches Versehen des Beschuldigten und nicht von Vertretern verschuldet wird. Der Ausschuß begann )obamt bte Beratung bes fünften Abschnittes, Zeugen. (Ein $d)ieö$gerid)tsfprud) für öa$ Berliner Baugewerbe. Berlin, 21. April. Der Verband der Bange- chäfte von Berlin imb Umgegend und die in Betracht kommenden Arbeiterorganisationen haben in letzter Stunde )ie Vermittelung des Einigungsamtes des Gewerbegerichts angerufen, und dieses hat nach sechsstündiger Beratung einen Schiedsgerichtsspruch gefällt, dem ich beide Parteien unterwerfen dürften. Damit scheint die Aussperrung in Berlin endgültig vermieden zu sein. Die Bauarbeiterorganisationen hielten gestern abend über 50 Bezirtsversammtungen üb. Das Ergebnis der Mstimmung wird erst heute festgestellt. Der Raiser in Homburg. Homburg v. d. H., 20. April. Mittags besuchte der Kaiser mit den hier eingetroffenen hohen Marineoffizieren die Erlöserkirche und machte mit ihnen einen Spaziergang durch den Kurpark. Nachmittags 4 Uhr fuhren die Maje- täten mit der Prinzessin nebst Gefolge auf die Saalburg, wo der Kaiser den Admiralen v. Fischet und v. Müller die baulichen Anlagen und die inneren Einrichtungen cr- äuterte und wo auf dem Hof des Prätoriums der Tee genommen wurde. Um 7 Uhr wohnten die Majestäten mit der Prinzessin und Gefolge einem geistlichen Konzert in der hiesigen Erlöserkirche bei, das der Sängerchor des Lehrervereins zu Frankfurt a. M. gab. (Eine Biatternertrantung in Oberhessen. lieber die von uns gestern gemeldete Pocken erkran- ung einer polnischen Arbeiterin auf dem Selgenhof bei Ulrichstein teilt uns das Kceisgesundheitsamt in Schotten auf unser Ersuchen folgendes mit: - Auf dem isoliert, 20 Minuten von Ulrichstein entfernt gelegenen Selgenhof ist eine 16jährige Arb eiter i n aus Russisch-Polen schwer an Pocken (Variola) ertrankt. Wie man aus der Berücksichtigung der bei Pocken erfahrungsgemäß zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegenden Zeit erschließen kann, hat sich die Kranke einige Zeit vor der Ausreise aus Rußland in» izrerr. Der behandelnde und der beamtete Arzt und )as Kreisamt sind eifrig auf die Durchführung der Maßnahmen bedacht, die zur Verhütung der Weiterverbreitung der Krankheit dienen und gesetzlich vorgeschrieben sind. Am Mittwoch weilte ein Vertreter des Kreisamts auf dem Selgenhof. um mit dem behandelnden Arzt und dem Kreisarzt über diese Maßnahmen und die Ausdehnung und gesetzliche Zulässigkeit der Msperrmaßregeln nochmals zu beraten. Tie Kranke ist mit ihrer Pflegerin in einem abgesonderten Hause untergebracht. Die ausländischen Arbeiter mit ihren Kindern, die mit der Kranken zusammengcwohnt hatten, sind mit Ausnahme von 2 Personen, welche als Pfleger und Dolmetscher nötig sind, in das Jsolierhaus der medizinischen Klinik in Gieren zum Zweck der Beobachtung übergeführt worden. Die Kranke konnte leider bis jetzt dorthin nicht verbracht werden, da ihr Zustand nur einen Transport in einem Krankenautomobil zuläßt und ein solches bis jetzt nicht beschafft werden konnte. Sämtliche Insassen des Selgenhoses sind sofort geimpft worden. Auch Bewohner von Ulrichstein haben sich in dem vom Kreisgesundheitsamt in Ulrichstein abgehaltenen öffentlichen Impftermin oder von ihrem .Hausarzt impfen lassen. Man hofft, daß eine Weiter Verbreitung der Krankheit verhütet werden kann. Aus Stabt und Caiifc* Gießen, 21. April 1910. * * In Audienz empfangen wurden vom Groß - Herzog nm Mittwoch u. a. Professor Neumann aus Gießen, sowie die Pfarrer Werner von Nidda, Römer von Herchenhain und Reichert von Ober-Lais. • * Aus dem Militärwochenblatt. Haas, Zahlmeister im 5. Hess. Jns.-Regt. Nr. 168 wurde der Titel „Oberzahlmeister" verliehen; die Garnisons-Verwaltungs- Jnspektoren Schwarzkopf in Mainz und Bach in Gießen zu Garnisons-Verwaltungs-Oberinspektoren ernannt. Weyel (Wetzlar), Unterapotheker des Beurlaubtenstandes, zum Oberapotheker befördert. • • Zur Bauarbeiter-Aussperrung. Hier haben nur sechs Baufirmen die organisierten Arbeiter am 16. l. Mts. ausgesperrt. ES wurden im ganzen 120 Arbeiter davon betroffen, allein bei zwei Firmen wurde die Arbeit am 18. l. MtS. wieder ausgenommen, so daß gegenwärtig nur noch 78 Arbeiter ausgesperrt sind. Da die Einigungsverhandlilngen noch im Gange sind, hofft man, daß im Laufe der Woche auch diese wieder eingestellt werden. * * Der Kriegervereinsbezirk Gießen hält am Sonntag, 1. Mai, im Lenz'fchen Felsenkeller seinen Früh- jahrS-BezirkStag ab. Den: Bezirk gehören jetzt 38 Vereine mit 2601 Mitgliedern an. ** Die Mitteldeutsche Kreditbank errichtet in den nächsten Tagen in Friedberg eine Depo sitenkasse. — Wie uns weiter niitgeteUt wird, scheidet Direktor Bernhard Andre a e aus dem Vorstand der hiesigen Niederlassung der Mitteldeutschen Kreditbank aus. Herr Audreae wird am 1. Juli in die Direktion der kürzlich neu errichteten Filiale der Mitteldeutschen Kreditbank in Hanau cintrctcn. B. Odenhausen i. d. Rabenau, 20. April. Am Sonntag abend nach 6 Uhr verschwand hier der 26jährige WÄßbinder Johs. Pfeiff, nachdem er seiner Frau gesagt hatte, er wolle auf feinen in der Nähe des Dorfes liegenden Acker gehen. Als P. nicht zurückkehrte, glaubte feine Frau, er sei in seinen Heimatort Rüddingshausen zu seinen Eltern gegangen und würde sich die Nacht noch einfinden'. Er ist aber bts jetzt noch nicht zurückgekehrt. Am Montag morgen wurde das Feld, ü>o er zuletzt gesehen worden war, sowie der nähere Wald abgesucht. Die Leute kehrten jedoch unverrichteter Sache zurück. Auf Wunsch der Angehörigen traf Schutzmann Jacob aus Wetzlar am Dienstag vormittag mit feinem Spürhund ein. Der Hund nahm die Sptrr am Acker des P. auf und verfolgte fie durch Feld und Wald bis nach dem ungefähr 20 Minuten von hier bei dem Hofgut Appenborn gelegenen Teich. Hier legte sich der Hund hin und man nahm allgemein an, daß der Verschwundene sich in den Teich gestürzt hätte. Nachdem die Gutsherrschaft (Freiherr von Nordeck zu Rabenau zu Londorf) die Genehmigung erteilt hatte, wurde der Teich entleert, die Leiche fand sich jedoch nicht. Der Hund wurde nochmals auf die Spur gesetzt und Derfolgte sie wieder bis auf die nämliche Stelle, woraus heute der in dem Teich lagernde Schlamm durchsucht wurde, ebenfalls ergebnislos. P. ist fett drei Jahren hier verheiratet und betrieb ein gutgehendes Weiß- bindergeschäst, er lebte mit seiner Frau recht einig und war Mich bei den Ortsbewohnern recht beliebt. Was ihn hier fortgetrieben hat, weiß man nicht, er hatte sich ein Haus getauft und beabsichtigte es im Sommer umzubauen. --- Schotten, 20. April. In den sechs israelitischen NeligionSgenieinden des Kreises Schotten werden in dicsein Jahr 4850 Mk. Gemeindcumlagen erhoben. Am meisten erhebt Gedern, nämlich 1650 Mk. — 41,967 Proz., dann folgt Ulrichstein mit 1000 Mk. — 73,926 Proz., Ober- Seemen 1000 Mk. = 73,926 Proz., Laubach mit Ruppertsburg 800 Mk. — 75,202 Proz., Einartshausen 200 Mk. = 66,957 Proz. und Bobenhausen II 200 Mk. = 29,227 Proz. 25 ü b i n g e n, 20. April. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, ein Gaswerk auf dem Plcch an der Saline für die Gesamtsumme von ungefähr 150 000 Mk. zu errichten. Für das Werk selbst stad 138 000 Mk. angenommen, während der Rest für Neben- und unvorhergesehene Kosten, einschl. dem Abbruch des Schuppens der Schäferei und des Kreises mit 1000 Mik., vorgesehen ist. Von dem ziemlich hoch angesetzten Voranschlag kommen etwa 6000 Mk. für den Platz in Abzug. _ Die Ausführung des Werkes wurde der R;irma Jul. Pin sch, A.-G., Berlin, übertragen, vorbehaltlich näherer Vereinbarung über den Lieserungs- und Ausführungsvertrag. Die architektonische Bearbeitung der Hochbauten wurde Architekt Becker Vorbehalten. Tie Rentabilitätsberechnung stellt für das erste Jahr einen Reingewinn von 1300 Mk. in Aussicht. Es wurde ein Verbrauch von 35000 Kubikmeter Gas angenommen, wozu etwa 40 'Waggon Kohlen zu 200 Ztr. erforderlich sind. Der Kubikmeter Leuchtgas soll vorläufig 22 Pfg., Wirtschaftsgas 16 Pfg. kosten, um die Möglichkeit zu hüben, bei guter Rentabilität die Preise zu erniedrigen. Die Miete für Gasmesser wurde auf 35 Pfg. monatlich festgesetzt. Bis zum 15. Juni angemelbete Anschlüsse werden auf Stadtkosten bis 3 Meter hinter die Grundstücksgrenze verlegt, bei späterer Anmeldung hat der Anschließende alle Kosten bis zum Hauptleitungsstrang selbst zu tragen. Ter Beginn der Rohrverlegung wurde im Mai angenommen, das Brennen des Lichts im Oktober. — Wie der „Büd. ,Anz." mitteilt, ist die Klage der Stadt gegen die Aktien-Zucker- i a b r i t Büdingen in Ligu., wegen der von Rothschild in das Depot eingelegten Papiere, von dem Landgericht abgewiesen worden. Tie Stadt verliert somit 40 000 Mt. x Bad-Nauheim, 20. April. Ein Stück „Alt-Nauheim" schwindet mit der Verlegung der alten Salincngebäudr, womit im Herbst begonnen wird. An ihrer Stelle werden nach und nach Privatwohnungen und Villen entstehen und damit der Anfang zu der von Professor Hchfmann-Tarmstadt geplanten Villenkolonic zwischen Friedberg und Bad-Nauheim gemacht. Eine^ Billa ist bereits im Bau, ein zweiter Bauplatz ist jetzt vom Staat verkauft worden. Im ganzen Salinenviertel bleibt nur die ea. 150 Jahre alte Salinenschmiede stehen, die unterm Denkmalsschutz steht. Tie neue Saline wird jenseits der Main-Wescrbahn. am Goldstein, errichtet. L. Friedberg, 20. April. Gestern fand im Restaurant Scheibet die Generalversammlung des Stadtkirchen- Bauvereins statt. Wichtigster Punkt der Tagesordnung war wohl die neue Heizungsanlage der Stadtkirche. Seither ivar den Winter über unser schönes Gotteshaus geschloffen. In kurzer Zeit wird man mit den Anlagen der Heizung beginnen; die Generalversammlung bewilligte dazu einen namhaften Beitrag. Der Kirchenplatz wird auf der Nord- und Südseite mit einer niederen Mauereinfassung umgeben werden, die nicht störend wirkt. Außer Baumpflanzungen sollen Zier» anlagen unterbleiben; der Boden wird nur mit Kies bedeckt. — Man geht mit dem Plane um, für den 51 reis Friedberg ein Gewerbegericht zu errichten. Der Kreistag wird in seiner Sitzung am 4. Mai darüber beschließen. rm. Darmstadt, 20. April. Erschossen und er* tränkt hat sich gestern abend ein etwa 25 Jahre alter gut» gekleideter Mann im großen Woog. Er hat int Kinder bad einen Schuß auf sich abgegeben. Man fand keinerlei Papiere bei ihm, da indessen seine Wäsche mit G. E. gezeichnet ist und auf einem in seinem Besitz befindlichen Fahrplan^ der Warne Gg. Eckert steht, ist anzunehmen, daß es der S ch u l v e r w a l t e r G. Eckert aus Höingen b. Alsfeld ist, der die Staatsprüfung besucht und wohl aus Furcht vor dem Ergebnis sich das Leben nahm. Er hat heute in der Prüfung gefehlt. w. Wiesbaden, 20. April. Jin benachbarten Hahn stürzte heute nachmittag eine Trockenhalle einer Ziegelei ein. Hierbei wurde ein Lehrling getötet, ein Arbeiter schwer und einer leichter verletzt. -- SAU- B Kpelbetrag D tin es u- ( dcnckl W 5uiar ^ ^rett berührt- rÄ*s. Ä3S naffle? a»n 3o uA d°dr Md ** Vie neue j «n ÄuMand Anlagen aMAe üe von altersher.g« inan in,MM W iMUiWviüienol U der Wtcnung, WendvnsteMcke ftütlen der »ohl n i & (ji feinen dcsha jungen an:, bte, tn Nachteile bat :n, nne nrirb immer Sieber a könm wird staub t Heizkörpern Mvarzt langsames Änhazen, gewöhnlichen -jcnljei M sich die Lust, bie liefe, von auw er sowie Staub- und Neunte seifet. An ;i j ■Sondcrangcbo Ja panischer 1 Nach besonderen Weisung liegt be wachsende, Fensi über mit anmutig dte ein farbenpr Unansehnliche ai über die Umgeb hindurch bis tief B.Hubitz, Stolp £ -entzückend, sti Fensterbretter v, -schreibt: pießk ■blühten bis zu d ’S1 nach Ihre! -München, erhielt Das Doppehorümf mente )[ j, ßSft Kiettt - Me Sträuche: M. Petcrsei ß°sen, Palm Die ni »Agea sind in nur zq Vorabend 7.15 1. 2. Motor iJfegenj Neu! Neu! Hai : ooo 000 i Gartenkies Grassamen (2349 Gras-Mischungen für Dämme und Böschungen Die 11687 billigst (xebr. Kahl, Telephon 87. 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Die Ofenheizung, rote iic von alters her gebräuchlich ist, hat den großen Nachteil, boB man in jedem Zimmer einen Oien ausstellen, bedienen und mit -Heizuitgsinatcrial beschicken muß, was, ganz abgesehen von der 3cit der Bedienung, den Nachteil hat, daß ficb_ in den mauinen gohlendunst entwickelt und daß Schmutz und Staub durch \Iui- ichütten der Sohlen und Entfernen der Asche nicht zu vermeiden ist. Es kamen deshalb die bclanntcn Warmwafscr- und -r.ampf- bcizuugcn aus, di-', wie jedem bekannt ist, eine Menge wesentlicher Nachteile haben, wie z. B.: Keine Lustcrncuerung, die Raumluft wird immer wieder ausgcwärmt, ausgetrocknet, und out dem &cii- töryer wird Staub verbrannt. Beweis: Die Tapete hinter den Heizkörpern schwärzt sich. An den Fenstern Zug. Bei Kalte langsames Anhcizcn, bei milderem Wetter Ueberhetzen. Bc, der gewöhnlichen Ofenheizung ersolgt auch nur schwache Luiterncucrung, ba sich die Üuft, die der Ösen dem Raume zum Verbrennen ent- üeht, von außen erneuert, außerdem erfolgt Staubverbrcnnung, loroic Staub und Geruchbelästigung durch die Bedienung im Raume selbst. An den Fenstern Zug. Die Lustheizung nach cmvneblt sich zur Vertilgung Ratten, Mäusen, Schwaben, Wanzen u. Ungeziefer jeder Art. Schriitl. z'lngebotc unter 2342 an den Gießener Anzeiger erb. Fflhnpn ^eincde I allllüll Hannover. Vercinsbedarssarttkel. lhvis/lo Robert Stuhl, Neustadt 23. wirkenden . . sowie die anderen Präparate and der Central Drogerie, handel. ♦* T i e Landwirtschaftliche G e n o ss c n s ch a s ts bank in Darmstadt versendet ihren Geschäftsbericht Für 1909 (26 Geschäftsjahr! hiernach beträgt bei einem G c samt Umsatz von .341,4 Millionen Mark der Reingewinn Z>q.3 709 43 Mk Dieses Ergebnis gestattet die Verteilung einer Dividende von 1 Prozent = 90 000 Mk. auf das im Jahresdurchschnitt mit 2,25 Millionen Mark werbende Grundkapital, sowie die Rücklage von 100000 Mk. neben einem Vortrag von 13 709,43 Mk. auf neue Rechnung. Genehmigt die Generalversammlung der Gewinnvcrteilungsvorschläge, dann haben die eigentlichen Reserven den Betrag von 500 000 Mk. erreicht, das sind 20 Prozent des 2 500 00 Mk. betragenden Grundkapitals. Tas gesamte eigene Betriebskapital beläuft sich alsdann au) 3 Millionen Mark Tie untcrrn 17. Mai 1909 beschlossene Erhöhung des Grundkapitals um 500 000 Mark durch Ausgabe von 500 Ramcns- aktien zum Nennwert von je 1000 Mark war bis zum 30. Juni «statt durchgeführt. Tie neuen Aktien konnten noch vor Inkraft- treten der Reichsfinanzrcsormgesctze, die unter anderem eine Erhöhung des Akticnurkundcnstenipels von 2 auf 3 Prozent, allo um 50 Prozent brachten, ausgcgcben werden, wodurch der Bank ein Stcinpelbetrag von 5000 Mark erspart wurde. In dem Bericht heißt cs u. a.: „Unser genossenschaftliches Banklnltitut wird durch die Finanzreformgcsctzc in mehrsacher Hinsicht buch wie indirekt berührt. Vollständig lahm gelegt sind unsere durch das kaum eingcführtc Scheckgesetz begünstigten Bestrebungen, die darauf abzicltcn, dem Scheck- und Neberweisungsverkehr durch die uns ongcjchlosscnen örtlichen Genossenschaften, wie durch deren Mitglieder in immer weiteren Kreisen, insbesondere auch bet der ländlichen Bevölkerung besseren Eingang zu verschaffen, den namentlich aus dem Lande noch so rückständigen Geldverkehr durch den bargeldlosen Zahlungs- und Ueberwetiungsverkehr tunlichst .,u ersetzen und dadurch brachliegende Gelder zur nutzbringenden Anlage und Verwendung zu bringen." evo Gegen Feldmäuse hat sich meine Strychninfrucht als heNtes Mäusegift bewährt.! Bei stärkstem Gehalt billige; Preise. 2324' Otto Schaaf Selterwweg 39, Goefhcatr.. Sonderangebot verbindlich allgemeiner Deutscher Versicherungs-Herein in Stuttgart Auf Qegeneeitigkeit. GegrDndet 1876. Unter Garantie der Stnttgirier Mit-und RUckrenichemngi-AktiengeiellschilL Kapitalanlage über f>8 Millionen Mark. 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L Erschossen und c> n etwa 25 Jahre alter gv Er bat im Kinderbad tum mb keinerlei Papiere bei M . gezeichnet ist und au, eine >rplan der Name Gg. der Schulverwalter t elb ill, der die StaatsprM dem Ergebnis sich da- Mg gefehlt. jl Jin benachbarten Hat 2toaenl|««t einte W in9 getötet, em SU» ) Scbule. »Wich-» ™ die WKS» un$)-bltfiS nur dem Ito Wir ich nne Wfolgens der ^nl°dE ' gG- imüliig nir Äfcin^ üenl9r 8Set, einer uh Unteü-bL und Wärme ausgeschlossen, bl Größte Ausnutzung der zu beheizenden Räume, da die warme Lust aus dem ffutzboven oder der Wand durch ein Gitter ins Zimmer strömt. (Sein Lftn oder Heizkörper im Zimmer.» c) Billigste Anlage, da alle tocizkorper in den Räumen Wegfällen, d) Infolge der raichen Warmezusuhr können in 10 bis 15 Minuten nach dem Anherzcu alle Raume erwärmt sein. Eine wirklitch gesunde Heizung ist nur eine solche, die frische Luft bezieht, ivo nötig, entstäubt und sie an einem Heizölen oder -Nörper erwärmt, ohne ihr die natürliche Feuchtigkeit zu ent neben Diese absolut reine, lcdiglick) erwärmte und noch etwas nachbeseuchtetc Lust muß den Räumen selbsttätig ununterbrocheil Tag und Nacht zuströmcn und gleichzeitig die vorhandene verbrauchte Raumlust, und zwar durch die bestehenden Manern-, Fenster- und Türcn-Ritzcn ober beiondcre Abluftlchachte, der drängen. Diese Bedingungen erfüllt nun die von der^erlvahnten Firma gebaute Heizung und sind davon bereits über 1500 Anlagen im Betriebe und haben sich glänzend bewährt. Auch in dmerika ist bereits heute dieses System das herrschende und wird c» zwcffel los auch in Deutschland die Heizung der Zukunst lein. Wer »ich für die Sache interessiert, lasse sich illustrierten Prolpekt und Zeugnisse kommen u~ 1 haben narb den einqcrcidncn Listen 4G» Maurergehilsen, 200 Bauhilfsarbeiter und 50 Zimmerleute ausgew.errt. Berbandluiigen über eine Einschränkung der Aussperrung und blshei nidu gc pflogen worden und sind and) für die nächste Zeit nicht bcabiiditigt. München, 20. April. Der s r ii li e r c P r äsid c n t Roosevelt ist ans der Durchreise nach Pari--- hin ein oetroffen und wurde int Auftrage des Prinzregenten von dem Generaladjutanten. General der Znfanterie v. Haag, beqrünt Außerdem waren erschienen PtiNK und Prinzessin Leopold von Bauern, der antcrikauische Generalkon,nl und das Konsulatspersonal. Kalkutta, 20. April. Hier wird der 2lusbmck» von Unruhen iin Gebiet von Elwta Ragpur ^Bengalen' befürchtet, da die Eingeborenen sich weigern, die eng 11) h errsch a f t a n z u e r kennen. Zn den betreffenden anhidxiTti-n nnrb die KriegStrvrnmcl gerülrrt, dockt ist es bisher zu einer direkten Feindseligkeit liickst gekommen. Zur Beobachtung wurden reguläre und Pollzeitruppcn zusamnienge.zogen. R Knapp Neustadt 55 empfiehlt sein (02950 MohgesAft sSk scine §ttrtngari)tro6e. Morgens 6.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. SabbalauSgang 8.25 Uhr. Israelitische keligionrgesellschast. Sotterdienst. Sabbat^eier am 23. April 1910 Freitag abend 7.10 Uhr. Samstag vormittag 6.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sonntag den 24. und Montag den 25. April 1910: Paffahfest. Tag: Vorabend 8.25 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittag 4.00 Uhr. Tag: Vorabend 8.25 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Nachniittags 4.00 Uhr. Festesausgang 8.25 Uhr. Wochengoltesdienkt: Morgens 6.30 Uhr, abends 8.2» Uhr. «Kto. ».. »«['S | h !u”"» » "'N • = 73,92S4V57 N. " "«"bach „„S'' 200 9) t 1 „2o° I \ ^tinen tu I e,n ®aS5h,® fme'nbt | lt. das Berk ■ .‘'"NriirS1 f« । ’ mit 1000 »f ; ä iten Sotto I JA ?9. °mi«r , tag. iw len w 9nnQn9en°tt: die Möglichkeit in ' ^..monatlich feftqefto Auist werden au Stad LMbgrenze verleg, st V^nde alle Asm l Ku ttagen. Ter angenommen, das "blcAkricn-Zucker' Sen der von RothM,. Jon bem Landgericht ab Verliert somit 40 000 ■ d'n Stück „Alt-Nauhm Lten ©altnengebäuhc, iDom er titelte werden na* w Wehen und bamit der Ansar Otabt geplanten Allentolvr im gemacht. Eine Villa i M ist jetzt vom Staat vn icrtcl bleibt nur die ca. icn, die untcrrn Tenkmal' jenseits der Main-Wesctbat' Blau- L°du- Kies Silber- Quarz- in allen Körnungen liefern prompt und Roggen-Brot, Marburger Art, 4 Pfd. ^aib 50 Pfg., liefert frei ins Haus (03167 A. Dehnert, Klein-Linden. NB. Wiederverkäufer billiger, Karte wird bei Bestellung vergüt. ,l apanis<-h >-r BaI konsch muck Blitzmischung. Nach besonderem Verfahren nach 4 Tagen aufgehend. 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