Nr. »47 Zweites Blatt 160. Jahrgang Freitag LI.Oktober 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags. Y . AA A ÄA Waaa A Rotahon5brucf und Verlag der vrühlfchen -- SKI Ar 7 Ao AF MW OyAtfiAr UnwersuatS-Buch- und Steindruckerei. Die „-iehener LamiliendiStter" werden dem M D H W A / N gü B fi H J R. Lange, Ließen. ,9lnAeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS U \X, fe v2 V& £■ A tL fL g A -D Vk, F! MM -------- „Krtisblatl für Öen Kreis Eiehen" zweimal AV Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul* wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen SeU. /jr zwx rf < straße 7. Expedition und Verlag: ^51. fragen" erscheinen monatlich zweimal. V)CHCl 01*2111^01(1 CT Till tc) vCFDC I |C1I Redaktion:^« 112.TeU-AdruAn-eigerGiebe». von der österreichischen flotte. Wien, 20. Olt. Der Marineausschuß der Ungarischen Delegation begann heute die Beratung des Marinebudgets. Marinekommandant Graf Montecucoli führte aus: Bei der fieberhaften Tätigkeit in den Marinearsenalen der Großmächte könnte und dürfte Oesterreich-Ungarn, ohne auf Jahre hinaus auf jede Geltung zur See zu verzichten, nicht zurückbleiben. In dieser Erkenntnis würbe das Angebot einer Gesellschaft, auf eigene Rechnung aus Grund der von der Marineverwaltung genehmigten Pläne zwei Schlachtschiffe zu bauen, da weiteres Zuwarten nicht mehr ratsam war, angenommen. Die beiderseitigen Regierungen stellten bisher nicht die Mittel für den vereinbarten Preis der beiden Schachtschiffe zur Verfügung, noch erteilten sie Vorschüsse. Somit ist das Budget- bewilligungsrecht der Delegationen gewahrt. In den Delegationen füjr 1911 werde Montecucoli das wegen der Finanzlage auf mehrere Jahre zu verteilende Programm erörtern, er bitte deshalb dieses Programm und die damit in Verbindung stehenden Schiffsbauten gegenwärtig nach Tunlichkeit nicht zum Gegenstände einer eingehenden Erörterung zu machen. Das Budget für 1910 sei ein normales Budget. „Die partielle Flottenmobilisierung bestand gut ihre Probe, alles tut das Möglichste von den höchsten Offizieren bis zu den jüngsten Matrosen". Montecucoli gab Aufklärungen über den Stand der Flotte, die ihr Möglichstes Siete, aber infolge der unzureichenden Mittel von allen Großmächten entschieden die allerletzte Stelle einnähme. Er betonte die Notwendigkeit der Erhöhung der Marinemannschaften und erklärte schli^-lich, das Budget für 1911 werde nur die unbedingt notwendigen Anforderungen an Schiffsbauten enthalten, um die Flotte wenigstens auf den Stand zu bringen, den sie bereits in den 60er Jahren hatte. Der Ausschuß nahm das Marinebudget an. Sitzung der Stadtverordneten. th. Gießen, 21. OK. In der gestrigen Versammlung der Stadtverordneten waren anwesend: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordneter Heyligew- staedt und Beigeordneter Keller, sowie die Stadtverordneten Dr. Biermer, Dr. Ebel, Aug. Gabriel, Friedr. Habenidst, H. Leib, Wilh. Loeber, Kommerzienrat Schaffstaedt, Georg Simon, Louis Troß, Heinrich Winn, Dr. Gutfleisch, Kommerzienrat Heichelheim, H. E. Jughardt, Ed. Krumm, Direktor Loos, Louis Petri II., Wilh. Plank, Wilh. Wallenfels, Karl Brück, Herm. Eichenauer, Kommerzienrat Emmelius, K. A. Faber, Justizrat Grünewald, Die zweite Lesung der Zustizgesetze im Ausschuß. :: Berlin, 20. Oktober. Der Strasprozeßausschuß verhandelte heute zunächst über einen Antrag, der das Verhältnis der Staatsanwaltschaftsbeamten zu hren Vorgesetzten anders regeln will. Die Beamten haben jetzt )hne weiteres den „dienstlichen Anweisungen" ihrer Vorgesetzten lachzukommen. Nach dem Anttage soll es statt dessen heißen .gesetzmäßigen Dienstanweisungen" und der betreffenden Bestirn- nung des Gerichtsverfassungsgesetzes hinzugefügt werden: „Für Die Gesetzmäßigkeit der amtlichen Handlung oder Unterlassung bleiben Vorgesetzte und Untergebene verantwortlich". Der Antrag wurde von der Regierung und den Konservativen bekämpft und dann abgelehnt. Ein sozialdemokratischer Antrag wollte ferner die neue Bestimmung beseitigen, daß bei Beleidigungsklagen die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden kann, sofern ein öffentliches Interesse nicht entgegensteht, und sie nur im Verfahren gegen Jugendliche aufrechterhalten. Dagegen wurde geltend gemacht, der Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Beleidigungsklagen rechtfertige sich dadurch, daß in nicht zu billigender Weise Privatverhältnisse öffentlich, namentlich auch in einer gewissen Presse behandelt würden. Die Forderung des Ausschlusses der Oeffentlichkeit sei eine allgemeine. Von anderer Seite dagegen wurde auf die möglichst weite Aufrechterhaltung des Prinzips der Oeffentlichkeit der Nachdruck gelegt. Es wurde bean- tragt. den Ausschluß der Ocffentlichkeü auf die Erpressungssachen auszudehnen. In der Abstimmung kam die ganze Bestimmung zu Fall, da Stimmengleichheit vorhanden war. Es würde also bei den jetzt geltenden Bestimmungen verbleiben. Auch in Bezug auf die Zulassung einzelner Personen zu nichtöffentlichen Verhandlungen wurde der Beschluß erster Lesung umgestoßen. Es war in der ersten Lesung beschlossen worden, daß nicht, wie bisher, einzelnen Personen überhaupt, sondern nur, wenn sie besonderes berechtigtes Interesse haben, der Zutritt gestattet werden kann. Nach dem Beschluß zweiter Lesung verbleibt es beim bisherigen Recht. -Zum Schluß der heutigen Sitzung wurde der von polnischer Seite schon in erster Lesung gestellte Antrag verhandelt, daß ein Dolmetscher in allen Fällen zugezogen werden muß, wenn jemand erklärt, der deutschen Sprache nicht mächtig zu sein. Der Antrag war dahin vervollständigt, daß die Abgabe einer solchen Erklärung wider besseres Wissen 300 Mk. Geldstrafe nach sich zieht. Zu einer Abstimmung kam es heute noch nicht. Freitag: Weiterberatung. Die Reichsversicherungsordnung. :: Berlin, 20. Oft. Der Reichstersicherungstmsschuß setzte in seiner heutigen Sitzung die allgemeine Aussprache über das Verfahren, insbesondere die von der Regierung vorgeschlagene Einrichtung von Versicherungsämtern Und die Entlastung des Reichsversicherungsamtes durch Beseitigung ber Rekurs- inöglichkeit fort Von n a t i o n a l l i b e r a l e r Seite werden einige Anträge gestellt, die nach den Darlegungen des Ministerialdirektors Caspar an den bestehenden Verhält nissen sehr wenig ändern würden. Ein Mitglied der Reichspartei glaubt auf die Verfahrensvorlchristeu Überhaupt einen so großen Wert nicht legen zu sollen. Es komme vor allem aus die rechtsprechenden Personen an Die Zahl der Instanzen sei nicht ausschlaggebend für die Güte der Rechtsprechung. Die erste Instanz müsse möglichst ausgebaut werden. Ein Vertreter der fortschrittlichen Volkspartei zieht aus den bisherigen Vertändlungen den Schluß, daß die Rekursinstanz des Reichsversicherungsamtes erhalten bleibt, dann sei aber die Annahme des Regierungsentwurfs im übrigen nicht möglich, da man sonst vier Instanzen bekäme. Mithin müßte man sich darauf beschränken, die erste Feststellung mit möglichst großen Rechtsgarantien zu umgeben; das habe der Vorentwurf getan. Der Redner erklärt sich dafür, das Vorbescheidsverfahren auszubauen, Dem Rentenbelverber vor Beendigung der ersten Feststellung Die Möglichkeit zu geben, seine Meinung zum Ausdruck zri bringen und selbst alles seiner Sache dienliche Material herbeizuschaffen. DerRednererblicktinderReichs- oersicherungsordnung, die jetzt verabschre- ) e t werde, keine w ir kliche Reform. In wenigen fahren werde man wieder vor einer Reform stehen. Von Zen trum s s ei t e wird dem beigetreten. Der Verletzte müsse das Recht haben, vor einer lokalen Instanz eine Auffassung darzulegen. Das selbständige Versiche- Tungsamt sei abgetan, dafür wolle man den ständigen Stellvertreter einführen. Da das Versicherungsamt als Instanz reg falle, müsse das Reichsversicherungsamt als Rekurs- Mtanz beibehalten bleiben. Ministerialdirektor Caspar iinrt aus, daß die Erhebungen über die Kosten der feer» icherungsämter ganz außerordentlich von einander abreichende Ergebnisse gebracht haben; zum Teil stimmen ie mit den Anschlägen der Regierung überein, zum Teil Tgeben sie niedrigere, zum Teil sehr viel höhere Ziffern. Ls Müsse noch untersucht werden, woher diese Abweichungen amen. Staatssekretär Delbrück betont nochmals, daß ihne Entlastung des Reichsversicherungsamts aus eine untere Instanz nicht verzichtet werden könne. Es empfehle sich swar, auf den gefaßten Beschlüssen einstweilen aufzubauen; eine und der verbündeten Regierungen endgültige Stellung Nüsse er aber Vorbehalten. Es wird hierauf in die Einzelberatung des Buches über ras Verfahren eingetreten. Bei § 1530 wurde durch An- rahme eines Zentrumsantraas der Einbruch in die Ver- ährungsfrist für die Geltendmachung eines Antrags er- oeitert, insofern, als auch, wenn eine innerhalb der Frist innetretene Folge nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Infall in höherem Maße bemerkbar wird, der Anspruch noch zeltend gemacht werden kann. Der erste Abschnitt des Suches über das Verfahren, der von der Feststellung durch )ie Versieherungsträger handelt (§§ 152S—1533), wurde er- edigt. Freitag: Wetterberatung. Architekt Huhn, Jann und Orbig. Entschuldigt fehlen: Beigeordneter Georgi, Prof. Wimmenauer, Th. Haubach und Dr. Schaefer. Ter Oberbürgermeister eröffnet die Sitzung und teilt mit, daß Prof. T r. Biermer sein Mandat zum 1. Januar niederlegt. Zur Begründung des Schrittes schreibt Dr. Biermer, daß er das Amt eines Stadtverordneten wegen seiner Berufspflichten nicht weiter übernehmen könne. Wecker wird der Versammlung Mitteilung darüber gemacht, wie man mit dem 1. April kommenden Jahres für erkrankte Stadtarme in der alten Klinik Einrichtungen zu treffen gedenkt. (Wir haben über diese Maßnahmen berecks eingehend berichtet.) Die Stadtverordneten genehmigen, was bisher in der Sache geschehen und sind damit einverstanden, daß beim Kreisausschuß die Genehmigung des Krankenhauses nachgesucht werden soll. Stadtverordneter Dr. Biermer erläutert dann, in welcher Weise die Bezeichnung Sekte für die israelitische Religionsgesellschaft aufzufassen gewesen sei, worüber wir an anderer Stelle berichten. Es folgen dann Anträge betreffend' Bauongelegenheiteu. Schäfer u. Lindenstruth wollen an der Lahnstraße einen Reubau errichten und bitten das Haus in einer unwesentlichen Abweichung vorn schon feststehenden Straßenfluchtplan stellen zu dürfen, wofür die Genehmigung erfolgt. Durch einen erbautm Pferdestall hat der Bäckermeister Aug. Deibel, Neuenweg, den Hofraum entgegen den Bestimmungen der Bauordnung eingeengt. Man befürwortet den hierzu erbetenen Dispens. Aug. Mühlich wünscht an der Dammstraße seine Hofreite, nicht wie es vorgeschrieben, durch ein eisernes, sondern durch ein gefälliges Holztor abzuschließen; Die Versammlung hat dagegen nichts ein- zürnenden. Ein gleicher Antrag des Georg Haubach für seine Hofreite am verlängerten Asterweg wird zurückgewiesen mit dem Anheimgeben, das geplante Tor architektonisch mehr der Nachbarschaft anzupassen. Dem Zigarrenhändler Edrnimd Richter in der Friedrichstraße wird widerruflich gestattet, ein berecks vorhandenes, 80 Zentimeter vorstehendes Fahnenschild zu belassen. Tie Anlage von Erkern und Balkoneu im Luftraum über städtischem Straßenaelände ist wiederholt von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt, dann aber vom Ministerium erlaubt worden, so daß das Eigentum der Stadt gegen ihren Willen überbaut wurde. Nun hat das Reichsgericht entschieden, daß eine polizeilich gegen den Willen des Ngentümers erteilte Erlaubnis nicht berechtige, fremdes Gelände zu überbauen, und wenn dies doch geschieht, der Eigentümer einen zivilrechtlichen Anspruch wegen Entfernung einer solchen Ueberbauung habe. Die juristische Kommission hat den Antrag gestellt, da wv bisher gegen den Willen der Stadt mck polizeilicher Erlaubnis Erker und Balkone über Straßengelände errichtet wurden, die Sache auf sich beruhen zu lassen, für die Folge aber, wo solche gegen b en Beschluß der Stadtv erorbneten mit Genehmigung des Ministeriums errichtet werden, grundsätzlich auf dem Klagewege dagegen vorzugehen. Dem Antrag wird von der Versammlung entsprochen. Einer unwesentlichen Aenderung der Baufluchtlinie vor dem Eckhause des Unternehmers Wehrum, um einen besseren Vorgarten-Abschluß zu erzielen, wird zugestimmt. Dr. O. Ritgen-Berlin, welcher kürzlich als Miterbe das Haus in der Frankfurter Straße neben der alten katholischen Kirche verkauft hat, beantragt, ein Ortsstatut zu erlassen, wonach zwischen dem Selterstor und der Wilhelmstraße an der Frankfurter Straße nur eine offene Bauweise bei drei Stock hohen Gebäuden zugelassen wird. Auf Antrag der Baudeputation wird der Erlaß eines solchen Ortsstatuts abgelehnt, da der Gesuchsteller an einem solchen nicht interessiert ist. Für die Straße In Löbers-Hof werden zum BefestigenderFahrbahn mck Kleinvslaster 1350 ML. gefordert und von den Stadtverordneten bewilligt. Neue Straßennamen für das in der Bebauung begriffene Gebiet an der Veterinär- Klinik haben wiederholt die Verfammluiig beschäftigt. Stadtv Dr. Ebel hatte dabei den Wunsch ausgesprochen, daß bei der Benennung dieser Straßenzüge die alten Gewannbezeichmmgen angewendet werden. Es kommen 5 Straßen in Frage, für welche in Vorschlag gebracht werden: Am Steg, Am Weiher^ Krumme Straße, Gl aubrechtstraße und Buchner- st r a ß e. Tie Versammlung nimmt nach dem Vorschlag die Straßentaufe vor. Zum Anschluß des Liebig-Laboratoriums an die Gas- und Wasserleitung und Kanalisation ist der Aufbruchdererst vor einem Jahr hergestellten Liebig st raße erforderlich, wozu ausnahmsweise die Genehmigung beantragt und erteilt wird. (Ein Rumäne über die deutsche Sprache. Prof. Aurel Popovici, der bekannte rumänische Politiker, -at jüngst in der Wiener Zeitschrift „Großösterreick)" unter der Überschrift „Die Reichssprache" einen Aufsatz veröffent- icht, in dem es heißt: „Das Königreich Rumänien ist ein unabhängiges öand mit 7 Millionen Einwohnern, worunter so was wie 50 000 Deutfcbe sind. Die Zahl der Deutsä-en hat polittsch, wie man sicht, 'einerlei Bedeutung, und tatsächlich ist der politische Einfluß )er «Deutschen in Rumänien gleich Null. Sie sind froh, wenn nan einzelnen von ihnen das Staarsvecht verleiht, welches in Rumänien bekanntlich sehr umständlich und schwer erreichbar ist. Unb was sehen wir in den rumänischen Mittelschulen? UebtraU .st die deutsche Sprache als obligater Lehrgegenstand eingesührt, anb zwar von der zweiten Klasse angefangen bis zur achten. Nie- Ttanb hat die Rumänen gezwungen, niemand konnte sie ja zwingen, )ie Deutsche Sprache einzuführen. Sie haben es aus eigenem Ermessen getan, gerade so wie zum Teil auch die Franzosen, veil sie die große Bedeutung der deutschen Sprache kennen, weck lie es wissen, welche Schätze des menschlichen Wissens und Köw- liens einem Volke verborgen bleiben müssen, daß auch ihre eigene liationalsprache und Kultur sich nur so entwickeln können, wenn Leute, die auf Bildung Anspruch machen, der deutschen Sprache nächtig sind. Und wenn ftemde Nationen in fremden Staaten iolch ein Gewicht auf die deutsche Sprache legen, da sollen wir, Die nichtdeutscksen Nationen der Monarchie, nicht schon längst ungesehen haben, daß süruns das Deutsche eine geradezu unerläßliche Bedingung des Fortschrittes ist? Daß mir ohne den säkularen Einfluß germanischer Kultur fa'ft nichts von einer Nationalkultur hätten? Es ist doch für jeden objektiv denkenden Menschmi eine klar zutage liegende Tatsache, Daß die gesamte europäische Kultur, sofern sie nicht bireft hellenisch-römischen Ursprunges ist, zum allergrößten Teil ein Werk der germanischen Rasse im weiteren Sinne des Wortes bar- stellt. Und wenn auch bet Unter bau unserer Kultur ein antiker, ein griechisch-römischer ist, bie Antike selbst hab en rot eb er erst die Germanen entdeckt, ihren Wert sofort ersaßt, sie studiert, vertieft, zu unvergleichlicher Blüte entwickelt. Nach den Forschungen Gobineaus, Wollmanns u. a. gibt es heute gar keinen Zweifel, daß die Renaissance fast durch unb durch rin Verdienst der Germanen ist. Darüber ließ sich sehr vieles lagen. Ich führe das alles nur in ein paar Worten an, um meiner in Rumänen kreisen längst bekannten Meinung Ausdruck zu verleihen, daß es für ein kulturell junges Volk von der allergrößten Wichtigkeck ist, die deutsche Sprache zu kennen, um sich dadurch in die germanische Weltanschauung, in die germanische Wissenschaft und Kunst, in das spezifisch deutsche Wesen und Gemüt zu vertiefen. Denn in diesen Tiefen liegt der reichste Schatz an wahren, gediegenen B i l d u n g s e l em en t e n für jedes aufstrebende, durch Zeit unb Umstände zurückgebliebene Volk. Und es ist einfach kindisch, wenn heißblütige Chauvinisten mit demagogischem Pathos ihr Volk gegen das Deutschtum, dessen Sprache und Kultur mit den Schlagworten von der angeblichen Gleichwertigkeit oder gar Superiorität ihrer eigenen National- kultur betören. Niemand, kein einziges Volk in der Mo narchieundim ganz enSü dost enistdem Deutschtum gleichwertig. Und niemand, kein einziges Volk in ganz Europa ist dem Germanentum in seiner Allg emeinheit überlegen." * — Ein Denkmal für Gustav Frehtag will des Dichters Vaterstadt Kreuzburg in Oberschles. errichten. Ecki Ehrenausschuß wendet sich gemeinsam mit dem Ortsausschuß an die breite Oeffentlichkeit in einem Aufruf, worin es u. a. heißt: Geboren 1816, in einer Zeit, in der die Erinnerung an den tiefsten Fall unseres Vaterlandes noch ftisch im Gedächtnis lebte unb das Auf- jaud^en über bie WiedererHebung des Volkes noch hell in der Seele klang, hat Gustav Freytag wie kein anderer dem deutschen Volke das Wesen seines Volkstums offenbart und das Verständnis für nationales Leben und Empfinden erschlossen. In kraftvollen Silbern zeichnete et bas Aufsteigen des deutschen Volkes, und die Gestalten in seinen Werken predigen die Einsicht, daß auch dem glanzvollen Bilde der Gegenwart, welches unsere Zeit den „Bildern aus der deutschen Vergangenheit" hinzufügte, erst deutsche Kraft und ein echter deutscher Geist einen reichen Inhalt zu geben vermögen. Im nationalen Leben unseres Volkes wird Gustav Freytag immer daftehen als ein Mahner und ein Führer, besonders für die Ostmark, deren Kind er war. 9lus diesem Grunde erwachte auch in seiner Vaterstadt Kreuzburg der Gedanke, ihrem größten und berühmtesten Sohne ein Denkmal zu setzen, auf daß sein Geist in uns lebendig bleibe und dem jetzigen unb zukünftigen Geschlecht die rechten Ziele und Wege zeige. An würdiger Stelle soll daS Denkmal in der alten deutschen Stadt, die vor mehr als 600 Jahren im polnischen Grenzwalde von den Rittern vom Roten Stern und deutschen Kolonisten angelegt wurde, errichtet und im Jahre 1916 zur Feier der 100. Äiederkehr deS burtstagS Gustav FreytagS enthüllt werden. — Die neuen englischen Briefmarken. Die Vorarbeiten zur Herstellung der neuen brittschen Postmarken, die mit dem Thronwechsel notwendig wurden, sind mm abgeschlossen: im Mai des kommenden Jahres 'merben die neuen Marken in Kurs gesetzt, die statt des Bildnisses König Eduards das des König Georgs zeigen sollen. Der Druch ist bereits vergeben; das Quantum, das zum Mai gebrauchsfertig sein muß, wurde in dem Vertrage so hoch bemessen, daß die betätigten Druckereien mit größter Anspannung arbeiten unb von heute bis zu benr Ablieferungstermin stündlich nickst weniger als eine Million dieser Marken anfertigen müssen Die Farbenskala der jetzigen Briefmarken ist auch für die neuen beibehalten, dagegen zeigen Arraw» gement und Zeichnung einige Abweichungen, die noch der Genehmigung des Königs bedürfen. — Ein originelles Bittgesllch leisten sich btd „Meggendorser Blätter". Es heißt da: Eure Ho Heck werden es giehtigst ferzeihn, wenn ich dem Staub der Dhrones Stuhfen nahe mck der Bckte um eine hilssbedierftige Unterstützung. Aber indem ich bevor ich zur Ehre meines Fürsten seinen bunben Rock anzog, Nachdwächber war, bin ich im letzten Krieg burd) einen Kanohnenschuß auf des linke Ohr fast unhörbar geworden. Auch war ich in der Belagerung oft sehr naß und habe nuhn das leidensd-astliche Reisen an beide Fießc erhalten. Da nun inzwischen durch meine Frau die Welt daS Licht von zwei Kindern erblickt hatte. Eure Hoheit, es ist ein Knabe und ein Mädd)en, kann ich dieselben nickd mehr ernähren, denn der Herr Bürgermister Nwllte nicksts mehr davon iviffcn, weil ich es nicht mehr mit anhören konnte, wie viel es auf dem Durm schluhg. Nun ftißte ich schon seit drei Jahren mck meiner Fabmilie den Hunger als Tohtengireber, aber es sterben hier von Ords- wegen nur wenige Leihcl-en unb es reickst» gar nicht hin, daß man dabei sich halten könnde. Eure Hoheit, ich habe immer das Leben rehdlich durd>geschlagen und ich mock)de nichd der Gemeindehilfe in die Arme fallen. Eure Hohcck verzeihn merat ich Ihre freie Zeit so kurz belästige, aber ich denke mir es ist der beste Weg und der Herr Pfarrer sagt immer, unser gnädiger Herr Fürst hat ein gutes Herz unb große Ohren für die, die in Notdurft sind, womit ich dcmüttg verharre. Eurer Hoheck treuer Diehner unb Tohtengrebe^ Franz Mechler. (d Handel. i erhältlich Auergesollschaft, Berlin 0.17 orbnung (Blum en tag der Großherzogin) schloß der Vorsitzende nach dreistündiger Verhandlung die Satzung. ** Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Nendel. Mit der Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden; die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle zu Ober- Wöllstadt. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem katholischen Pfarrer und dem Ortsoorstand in Ober- Wöllstadt steht das Präsentationsrecht zu. A Alsfeld, 20. Oft. Der hiesige Vogelsberger Höhenklub hatte einen Wettbewerb für Fensterblumen, schmuck veranstaltet; dies hat wesentlich zur Verschönerung unseres Stadtbildes beigetragen. Der Wettbewerb schloß mit einer Preisverteilunq. — Bäckermeister K. Bender fauste das Anwesen des Bauunternehmers Quirin für 19 000 Mk -r. Angersbach, 20. Oft. Bei der gestrigen Wahl wurde der seitherige Beigeordnete Landwirt Friedrich Christoph Herber mit 63 Stimmen wiedergewählt. Diese Wahl bedeutet seine dritte Amtsperiode als Beigeordneter. Sein Gegenfandidat Konrad Völler IV. erhielt 35 Stimmen Die Wahlbeteiligung war schwach; eS waren 286 Wahl, berechtigte zurzeit vorhanden. La ubach, 20. Oft. Aus dem hiesigen Gemeinde, rat scheiden in diesem Jahre drei Mitglieder anS: 1. Rudolf Ritter, neugewählter Bürgermeister; 2. nach 9jähriger Periode Friedrich Helmich und Heinrich Christian Jochem II. Die Neuwahl ist angesetzt auf den 31. Oktober. Die Kosten des Jngendfestes haben '4631 Mark betragen, von denen 1564 Mark ans der Stadt- kasse zu decken sind, wozu 'die Genehmigung erteilt wirb. Eben,') ist die Versammlung damit einverstanden, daß die Stadt mit einem Jahresbeitrag von 20 Mark die Mitgliedschaft zur Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge erwirbt. Dem Amtsboten Schneider, welcher sich zu seinen Besorgungen ein Fahrrad halt, werden dessen Unterhaltungskosten, aus städtischen Mitteln bewilligt. — lieber den Verkauf von Gelände für Bebauungszwecke an der Bl eich st raße und Stephan st raße und der bamit bedingten Durchführung der Stephanstraße zum Eisendahndamm haben wir bereits früher unter Bcsitzwechsel berichtet. Stadtv. Winn fragt bei dieser Gelegen- hert an, tote weit der Plan wegen eines Durchgangs unter dem Emenbahndamm von der verlängerten Stephanstraße Je k-r ist. Der Oberbürgermeister teilt mit, bafe dieses Projekt der Eisenbahn bereits vorgelegen, daß diese aber betreffs der Sicherheit des Betriebes noch Wünsche geäußert habe, so datz eine neue Bearbeitung der Pläne erforderlich wurde, welche aber bereits hergestellt und auf Wunsch der Eisenbahn, noch der Prüfung eines unparteiischen Sachverständigen unterzogen werden sollen. Sobald dieser sich geäußert hat, werden die Enttmirse erneut der Versammlung vorgelegt. . .. Der O b e r b ü r g e r m e i ft e r berichtet darauf über die Anträge betreffend . Märkte. fc. Wiesbaden, 20. Oft. Heu- und Pi A f. A waren 19 W^-n He.) und 6trob Man notierte: § r 1 rFH m n r m ^7 /Stroh (Richtstroh) 5.50—6.00 Pik. - 6 ruchtmar f t. Haier (neu) 15.20—16.40 Alk. Alles für 100 Kilo. 20iÄTtr-'ön *** heutigen Hauptversamm- ra 0 £-4 t*&Ic!yerf36efUer wurde über die Geschäftslage Mitgeteilt: In Halbzeug haben die inländischen Ab nehmer ihren Bedarf für das laufende Quartal fast durchweg ein- nPnPfrT ÜiilA oä AoKiwt _____ cyy _r < r. • . o <ßcrid)tsfaah Gera, 20. Ott. Das Landgericht verurteilte den Oberlehrer Zko e hier wegen 38 Sittlichkeitsverbrechen, die er an Schülerinnen seiner Klasse begraben hatte, zu vier Jahren Zuchthaus Plauen i. 6£>gtL, 20. Ott. Wegen Totschlags, unbe- fugten Tragens von Waffen und Diebstahls in sechs Fällen vierzehnjährige Schuhmacherlehrling Seidel aus Schwarzba ch vom Landgericht zu einem Jahr zwei Mo- naten G e f a n g n i s und einer Woche Haft verurteilt. Seidel hatte am 9. August fernen sechzehnjährigen Lehrkameraden John ml einem Revolver e r s ch o s s e n. Zur Einfriedi gnna des Lazarettgrundstucksan der Oft-Arllage, um das Eilande, entlang des ehemaligen Schon- yrabens, gärtnerisch aulegen z« können, hat die Versammlung einen Zuschuß von 650 Mark aus den städtischen Mitteln bewilligt. Der Versammlung wird ein Plan, in welcher Weise die Einfriedigung vom Militärfiskus ausgeführt werden slll, vorgelegt, gegen den im allgemeinen Einwendungen nicht erhoben werden. — Ter alljährlich wiederkehrende Antrag des Gießener Eisvereins um Ueberlassung der städtischen Wiesen für die Eisbahn wird unter den alten Bedingungen zum Beschluß erhoben. Ebenso wird einem Antrag des Friedhofsaufsehers Sier um weitere Ueberlassung von städtischem Gelände für landwirtschaftliche Bebauung entsprochen. Der dafür festgesetzte Pachtpreis wird auf jährlich 2 Mark festgesetzt. gebracht würde, denn wenn man für das schäbige Omnibus unter-»Reihe von Aen.deru.ngen vorgenommen Und ein hauptsächlich SÄÄÄ'JJÄ« Ms« oer Irrenanstalt, sondern well bieje Linie unsere Bevölkerung in die Nähe des Waldes bringt. ^Lkadtv. Krumm warnt vor der Ueberhastung in der Frage; er habe einen Nachmittag daran gewandt und sei sechsmal die Strecke bis zum Schützenhaus gefahren, er sei viermal hin und viermal zurück zwischen Mvltkestraße und Schützenhaus gefahren, der einzige Fahrgast im Wagen gewesen, trotz schönem Wetter an dem Tage. Eine Aufwendung von 7000 bis 8000 Mk. [et keine Kleinigkeit. Wünschenswert fei die Verbesserung, aber das verlangte Opfer stehe nicht im Verhältnis zur Sache. Es genüge für Erholungsbedürftige, alle 15 Minuten einen Wagen zu haben, der bis an den Wald führt, allzu bequem sollte man es den Leuten nicht machen. Der Zuschuß an den Omnibus in dieser Höhe, wie sie Kollege Biermer nennt, sei gegeben worden in emer Zwangslage. Unsere FinanzverhälMisse seien ja nicht schlecht, aber man solle sparen, wo es angeht. Stadtv. Heichelheim! fprtcht .auch dagegen, den 7t/z - Minutenverkehr jetzt schon einzu- suhren, da das zu bringende Opfer dafür zu hoch sei. Stadtv. Eichenauer erttärt, er habe in der Kommission für den Antrag Biermer gestimmt, den Mehrausgaben stehe ja auch wieder eine Mehreinnahme gegenüber, denn es sei Tatsache, daß eine .Menge Leute den Weg zum Schützenhaus zu Fuß machen, weil ihnen die Zeit zu lange bauert, ehe ein Wagen dahin kommt. Stadtv. Petri ist gegen den Antrag Biermer. Stadtv. Habe- n i ch t beantragt Schluß der Debatte. Stadtv. Biermer spricht entschieden dagegen. Es haben sich noch sechs Redner gemeldet. Stadtv. Jughardt erklärh, es liege kein allgemeines Bedürfnis vor, die Fahrten zum Schützen- Hans zu vermehren. Sonntags hätten wir bis dahin den 7^2- Minutenverkehr, und das genüge für unsere Verhältnisse vorläufig. Stadtv. Wallenfels hält die Frage ebenfalls für verfrüht-! Stadtv. Gabriel macht den Vorschlag, die Wagen bis zur Kaserne laufen zu lassen, statt bis zur Mvltkestraße, dann brauche! man keine neuen Wagen und die wenigen Kosten für Strom spiele! keine Rolle. Man sei dies der Garnison, den Siechen und den späteren Bewohnern der Irrenanstalt schuldig. Der Oberbürgermeister bittet den Kollegen Gabriel, zu ihm zu kommen, dann werde er ihm bett Beweis führen, baß fein Vorschlag ohne Vermehrung des Betriebsmaterials und auch des Beamtenpersonals nicht durchführbar sei. Stadtv. Gabriel! erklärt, er lasse sich gern belehren und werde den Herrn Oberbürgermeister gern besuchen. Stadtv. Brück erttärt, er wisse aus eigener Anschauung, daß f? eine Menge Personen gibt, die nicht fahren, weil eine Verbindung zum Trieb nur alle Stunden zu lang ist. Stadtv. Grünewald weist darauf hin, daß mit einer ver- mehrten Fahrgelegenheit ja der Verkehr geschaffen wird, rollen» a e Minuten die Wagen, bann steigen auch Fahrgäste ein. eylig enstaebt spricht gegen den Antrag Biermer; tn Rücksicht auf bie wirtschaftliche Seite müsse er dagegen stimmen. Es wird ein Schlußantrag gestellt. Es haben sich noch fünf Redner gemeldet Stadtv. W i n n hält den Vorschlag Gabriel für richtig, stadtv. Emmelius erttärt, daß er wegen der finanziellen Tragweite gegen den Antrag Biermer stimmen wird. Stadtv. Troß ist für eine Vermehrung der Fahrten zum Schützenhaus, durch den die Einnahmen wachsen werden. Stadtv. Grünewald beantragt 7^2 - Minuten Verkehr R? s" ^^^ ^ol^ltraße-Schützenhails; er erttärt, Mehrheit der Versammlung sich dafür aus sprechen würde, man eine Verniehrung der Wagen sofort ins Auge fassen £teie Sommerfahrplan schon einstellen zu können. Jagen würden ein Anlagekapital von ^6 000 Mark erfordern. ^ie Durchführung des 7V2-Mimiten- verkehr-. auf der roten Lmie bis zum Schützenhaus würde an Betriebskosten 8850 Mark pro Jahr mehr erfordern, von denen auf die Lime Mvltkestraße—Sümtzenhaus 7363 Mark kommen. Tw Kommiffion hat s^ch mit der Frage «eingehend beschäftigt, rd6ST -----r VcrnEmrg der Verkehrsmittel s e f°n'. Man ist zn der Ansicht gekommen, datz die Mehrausgabe van lahrlich 7363 Mark nur zum oller: geringsten Teil wieder einkommen wird durch eine vermehrte Benutzung der gebotenen Fahrgelegenheit. Die Ansichten, ob «s rocksam fei schon jetzt den Antrag der Kollegen Biermerl und Grünewald, den 7V2-Mmutenveickehr bis zum Sckmtzenhaus iirfc bte Fmanzdeputation hat mTL beschafttgt, und diese ist .einstimmig zu dem Antrag gefonunen, sich) in Rücksicht auf das finanzielle Opfer in der Frage noch jyarteni) zu verhalten. Man dürfe nicht damit rechnen man bet der Stra ßenbahn trotz deren über öünftigen (Sntmidlung ganz ohne Zuschuß aus ko mm en wird. Die Rechnung, die hier und da gemacht wird, datz nach dem Voranschlag sogar noch ein kleiner Ueb er schuß heraus komm e ftim me nicht. Es seien auch die Ausgaben firr das Unternehmen gesttegen. Der Verkehr sei dichter geworden über man habe awch die Gehälter der Kontrolleure und der Wagenführer über den Voranschlag hinaus aw gemessm erhöht, weiter seien die Wagen um 2 vermehrt ^rden, .um stets am Bahnhof zur Abfahrt bereite Standwagen ftenen zu fmmen, bamit habe auch das Beamtenpersonal vermehrt werden ^müssen, und es stehe jetzt schon fest, daß wir ohne einen Zuschuß von 7600 Mark merben. Wurde man nun eine weitere Ver- ^afctc!l, knne Durchführung des 7Vo - Minuten- zusttmmen, so erfordere dies einen Zuschuß -von mhrltch mindestens 15 000 bis 16 000 Mark stadtv. Grünewald ist der Ansicht, der Antrag des Kollegen Biermer, dm er warm unterstützt habe, fei-falsch behände t ^chma ige Stellungnahme zur Sache in den Kam- Vllsswnen sei uberftüsiig gewesen, wie es auch überflüssig sei -über die Angelegenheit heute noch einmal zu debattieren Schon m der vorigen Sitzung sei die Sache bis zur Absttmmung spruch- rnf gewesen, man habe int Plenum ausgiebig über die Sache 4 debattiert, da habe fliege Heichelheim gegen die Absttnrmung Einspruch erhoben, weil die Frage nicht Ä ^sordnung gestanden habe. Man habe damals be- fauossen, in der nächsten Sitzung, also heute, über die Anaelegen- abzusttmmen, und nun komme man mit Kommifsions- »ntragen, ^bie fein Mensch mehr verlangt hat, die sich ablehnend ^ss^echen. Er sei dafiir, es liege ein dringendes Bedürfnis vor, den Verkehr nach der Kaserne und dem Schützen- haus Au vermehren, und da dürfe man sich nicht von rein kuiMrziellen Gesichtspuntten leiten lassen. Stadtv. Dr. 1 ^nan^kommission nicht einstimmig seinen Mitglied dieser Kommission, W jener^.Sitzung gefehlt, und die Straßenbahn ^age habe auch nicht für die FlNMtzLmmiffionsmllglieder aus der Jenez gestanden, folglich hatte man auch P2ie Absttnrmung um so weniger vornehmen dürfen, als er der Antragsteller der betreffenden Angelegenheit in der Kom-' Mifswnssltzung mtschuldigt gefehlt hat. Er müsse sill) lmindern über den Gesichtspunkt, der von den Gegnern der Sache hier vor- Straßenbahn. Wegen Einführung von Monatskarten hat man bei verschiedenen Sttaßenbahnunternehmungen Umfrage gehalten. Tie Antwotten daraus stehen teilweise noch aus, sobald diese eingelaufen sind, wird die Kommisfion für bas Elektrizitätswerk darüber beraten und bann Dem Plenum seine Anträge unterbreiten. Wegen der Halte- v J ® v in der Walltor st raße hat man inzwischen fest- gestellt, daß es sehr wohl möglich ist, statt her sellherigen 2? ^°?Eftellen enrzurichten. Die Kommission beantragt, zu beschließen, das; die neu eingerichtete Haltestelle an der Vraugasse bestehen bleibt, dagegen die Haltestelle gegenüber der Zotzelsgasfe aus geh ob en wird, unb statt deren die beiden früheren Haltestellen und am Asterweg wieder eingerichtet werden. - ? - ?119 nnrb bon den Stadtverordneten mit einem sauten, tag einstimmigen Bravo angenommen. Stadtv Krumm regt an, am Cafe Emst-Ludwig, da, wo die Neuen-Baue mit der I oha n nes str a ß e und dem Neuenweg sich trerren, eme Haltestelle einzurichten, es fei dies nn dringendes Bedürfnis, beim diese Stelle habe einen starken zverkehr. Ter Oberbürgermeister kommt nun zu dem st and smit Meder unb 22 Ausfchußmitqlieder terlucllimen ^urL Ln Fvrmeisen Verhandlung ftonben in erster Linie die von dem Direktor I vnd die K p1111 s ^5l^ge für hie weitere Organi- ation tm geizen Lande bringen. Allerdings können sie nur allgemeine Richtlinien geben, da die Organisation in ihren Einzelheiten von den örtlichen Stellen je nach d?n be?- ^e^bbüf^r^^fhfe^ l'estzusetzen ift Me Beratung rief eine ledhaste Aussprache hervor, rn deren Verlaus eine lung, den örtlichen Ausschuß in Mainz, der bereits ge- bildet ist und die aefamte Mutter- und Säuglingsfürsorge für den dortigen Bezirk organisieren wird, gemäß § 9 des Statuts als Sonderausschuß der Zentrale aufzunehmen. Nach eingehender Erörterung des 3. Punktes der Tayes- Butzbach, 20. Oft In unserer Gemarkung werden Meliorationsarbeiten vorgenommen, die zu 15 877 Mk. veranschlagt sind. — Kirchenrat V. Schrimpf, der lange Jahre hier wirkte, tritt am 1. November in den Ruhestand. ! Aus der Wetterau, 20. Okt. Zwei große Schulhaus neu bauten wurden in dieser Woche ein- geweiht, das eine in Nied er-Flor stadt, das andere in Nied er-Dorfelden. Das Schulhaus zu Nieder- Florstadt umfaßt vier Klassensäle. Der Einweihung wohnten Kreisamtmann Muhl, Schulrat Süß und Baurat Gombel bei. Lehrer Fenchel sprach über die Entwickelung der Orts- schule, die jetzt in sechs Klassen 384 Schüler unterrichtet rb. Darmstadt, 20. Okt. Me in letzter Schwurgerichts sitzung wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilte Ehefrau des namentliche Abstimmung. I ^eDifion eingelegt, bie rcs et- ., n I |te nunmehr zuruckzva. Sie erkannte das Urteil mt Es stimmen rntt nein,, also gegen den Antrag Biermer Und rb. Seligen st adt 20 Okt Ein b Tn f i rr t>r «ruf fels, Heiligenstaedt, Keller und der Oberbürgermeister. Landwirt Gunkel seinen Sohn mit einem Damit ist der Antrag mit 15 gegen 14 Stimmen abaelebnt ersch l u g. Staatsanwalt von H e s s er t-Darm- finanzielle Ergebnisse vorliegen. Seien diese günstiger als man Ob ber $a^er . ^ot.wehr gehandelt hat. annehme, dann sei es ja Zeit, die Frage wegen vermehrter Fahrten! „ n* unhelm, 20. Okt. Mit Beginn dieser Woche zum Schützenhaus noch einmal zu erwähnen. hält hier die durch unsere Kreisverwaltung im Vorjahr ml (Schluß folgt.)______________________ Leben gerufene HaushaltungSschule für das Winter. ' 5tM- --ju----- Halbjahr 1910/11 ihren ersten Kursus ab. Es nehmen 2lttS Uttd Lnnd. 27 Schülerinnen, alle aus Naunheim, daran teil. Die vor- Gießen, 21. Oktober 1910. jährigen HauShaltungskurse wurden in Rodheim a. d. Bieber, ** Das Verordnungsblatt für die evanae- Wallau, Rennertshausen (Eder) und Biedenkopf abaehalten lische Landeskirche des Großherzogtunis'-- Hessen Nr. 1», ausgegeben den 17. Oktober 1910, enthält - 1. Ausschreiben des Großherzoglichen Oberkonsisto- riums an die evangelischen Dekanate und Pfarrämter. £• Bekanntmachung vom 30. September 1910, die unter der Verwaltung des Oberkonsistornuns stehenden kleineren Unterstutzungssonds betreffend. 3. Mitteilung. 4. Dienst- Ernannt wurden: Pfarrverwalter Buchholb zu Rrmbach zum Pfarrverwalter in Beuern; Pfarrverwalter 6$°Hemm er zu Geinsheim Äitm Pfarrassistenten in ^sien; Pfarrvikar Strack zu Birkenau zum Pfarrver- walter in Frischborn; Pfarrvikar Beller, zuletzt zu Schönberg zum Pfarrverwalter in Wahlen; Pfarrvikar Döll, zu Beedenkirchen zum Pfarrverwalter daselbst. Dem An-! stalt^gelstlichen Friedrich Schmaltz zu Marienschloß wurde die Verwaltung der evangelischen Filialgemeinde Rocken- ÖS P^uzen Friedrich zu Solms-Braunfels als ^r Verkai^f für das erste Vierteliahr 1911 i?ach dnn Inland« § wmderiahrigen Fürsten steht das Präsen- Nwrde mech zu den bisherigen Preisen und Bedingungen frei tationsrecht zu; die evangelische Pfarrstelle zu Glaub erg, ?^^bn .Ingber Geschäftslage von schwerem Oberbauma- dem Fürsten zu Stvlberg-Wernigervde steht das Präsm- .dem Septemberbericht Bemerkenstationsrecht zu 7 Scnf,° bat die seitherige günsttge Laae **Großh e n t r a T p f ü r Auvlandmarttes eine Aenderung nicht erfahren Das Ri l- -EN^tag eine Ausschußsitzun a der Groß^ . In Feldbahn- und Grubenschienen liegt der Markt Zentrale nn ihrem neuen Heim statt, an der Exzellenz Jnlande gleichfalls etwas stiller, dagegen ist der Absatz nach dem Braun als berufenes Vorstandsmitglied, die anderen Vor- Island noch immer recht rege. 9 1 ‘ U|a& naä) W —............ ' ^±r^eilC1k8ci0H das Jnlandsgeschäft eine normale n u f I u ft hat sich in den letzten Wochen andsniarkt ist feit dem letzten Bencht war ' Diese Lei.-I diM- Tn fcfetÄ 'h,hrfp herrscht nach der zu ierwartenden BmleMng d^ SMs> bauarbeiterstreiks eine Zunahme erfahren. Die nächste Haupt- veriammlung ist auf den 24. November anberaumt. Nachdruck verboten. SprinjrmaiMis SchuhwaTenhaus Bahnhofstrasse 58 Giessen Bahnhofstrasse 58 Herborn Hauptstraße 15 Würzburg Zentrale Fulda Mittelstraße 6 Wetzlar Schwarzadlerstraße gespart haben. In unserem überaus großen Schuhlager finden Sie, was Sie suchen. Ueberaus große Auswahl in Winter-Schuhwaren zu volteilhaft billigen Preisen. a’7n * • • Eig. Geschäfte: Aschaffenburg 2 Verkaufsgeschäste In Ihrer Hand. liegt es, die richtige Einkaufsquclle für Schuhwaren zu finden; Sie haben sicher schon bei uns Schuhe gekauft und Sie werden herausgefunden haben, daß wir Sie reell und gut bedient haben. 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Giessen (Goethestr. 27), Bensheim, Jugenheim a. d. Bergstr., Viernheim, Schotten, Offenburg (Baden), den 20. Okt. 1910. Die Beerdigung findet am Samstag den 22. Oktober, nachmittags 31/2 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. 5845 Blumenspenden sind nicht im Sinne des Entschlafenen. S Mundgeruch .Cblorodont“ vernichtet alle Fäulnis» rreger im Mund« u. zwischen den Zähnen i. bleicht mißfarbene Zähne blendend weiß, hne dem Schmelz zu schaden. Herr!, er» rischend im Geschmack. In Tuben 4 bis Wochen ausreichend, Tube 1 Probe» ube 50 j). Erhältlich in Slnotiieken, rvoflericn. Parfümerien Depot in Sietzen: Drogerie Otto Schaaf. M. Hol, Oien seta , wohnt jetzt 08668 Sandgasse 111. Eingang an der Marktstraße. Grosse Auswahl. Bill. Preise Visitenkarten liefert rasch and billigst ßrühl'eche Oelr^Dinckem Heute nacht entschlief sanft unser inniggeliebter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater Herr Karl Groos Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme an dem tiefschmerzlichsten Verluste meines geliebten Gatten, unseres unvergeßlichen Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels Wilhelm Grümer sowie für die reichen Kranzspenden sprechen wir hiermit allen unseren innigsten Dank aus. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. * A“f l Abzahlung Herren-Üeberzieher Herren-Anzüge Mannfakturwaren Möbel, Betten, Polsterwaren, Tische, Stühle, Wand-Uhren unt. Garantie f. gutes Gehen Statt besonderer Anzeige. Gießen, 21. Oktober 1910. 5863 Mobiliar-Ausverkauf Seltersweg 83. Nachmittags 3—5 Uhr freihändig zu herabgesetzten Preisen noch 2 Tage. Am Samstag, 22. Oktober, nachmittags 3 Uhr, Versteigerung der Restbestände im Laden (SelterZweg 83). Gut erhaltenes Büfett (f. Eßzimmer, student. Korp. ob. sonst. Vereine) 150 Mk., qr. Standspiegel 40 Mk., Sofas 40 und 30 Mk., Schreibtisch 30 Mk., Waschtisch (m. w. Marmoraufsatz) 20 Mk. Plüsch- und andere Stühle, Tische (darunter gr. 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Oktober 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden, 1 Medaillon, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Frauenrvch 1 Trauring', 1 Messingstempel, fl Pferdedecke, 1 Kinderjäckchen^ 1 Zwicker, 1 Herrenumhang, 1 bunter Schal, 2 Damengürtel, 3 Felle unb Geld: verloren: 1 Portemonnaie mit 2 Zehnmarkstücken, 3 Einmarkstücken und 4 ,1/2-Markstücken Inhalt, 1 Brosche aus weist-grünem Achat mit geschnittenem Bild in Gold gefaßt, 1 silberne Damenuhr auf dem Rückdeckel einaraviert L. W., 1 Herrennickel kette, 1 Granatbrosche, 1 silbernes Kettenarmband, 1 braunledernes Portemonnaie mit 5 W. Inhalt, 1 blaues Matrvsenkindermäntelchen^ 1 Zehnmark- sstück, 1 braunes Handtäsck)chen mit einem Taschentuch und 1 Rosenkranz Inhalt, 1 goldenes Kettenarmband, 1 schwarzes Klapp-Portemonnaie mit 24 Mk. Inhalt, 1 goldene Halskette und 4 Meter weißes Band. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Tie Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 18. Oktober 1910. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. AMe Bekanlltmachungell tier Stadt ®icjjen. Stadt. Wohnungsnachweis Gießen, Afterweg S. ES sind zu vermieten: 1 Wohnung von 10—11 Zimmern, 1 Wohnung von 9 Zimmern mit Badezimmer, 1 Wohnung von 6—8 Zimmern, 3 Wohnungen von 7 Zimmern, 4 Wohnungen von 6 Zimmern, 1 Wohnung von 5—6 Zimmern, 4 Wohnungen von 5 Zimmern, 1 Wohnung von 5 Zimmern und 2 Kammern, 1 Wohnung von 6 Zimmern und 2 Kammern, 1 Wohnung von 4—5 Zimmern, 6 Wohnungen von 4 Zimmern, 1 Wohnung von 3—4 Zimmern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 1 Zimmer und Kammer, 1 Zimmer und Küche, 9 möbl. Zimmer, 1 möbl. Zimmer mit Kabinett, ein möbl. Zimmer mit Pension, ein unmöbl. Zimmer, 1 dreistöckig. Lagerhaus mit Pferdestall und Heuboden, 1 Laden mit 2 Schaufenstern, zwei Zimmern und Lagerraum. Zu mieten gesucht: 29 Wohnungen von 2—10 Zimmern. B"/, Städtischer Arbeitsnachweis giessen Asterweg S. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schlößer, 2 Schmiede 1 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Schlosser. Gatt und Schankwirtschaftsversoual: 1 Köchin, 2 Küchen- Mädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Küfer, 3 Möbelschreiner, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Elektromonteur, 1 Schuhmacher, 1 landw. Knecht, 1 landw. Arbeiter, 3 Dienstmädchen. Gatt- und SchankwirtschastSperional: 1 Küchenmädchen. ES suchen Arbeit: 1 Buchbinder, 1 Kernmacher, 2 Sattler und Polsterer, 2 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Installateure, 1 Wagner, 1 Hetzer und Maschinist. 1 Bauschlosser, 2 Anstreicher, 3 HauSburschen, 3 Fuhrknechte u. Fabrburschen, 8 Taglöhner, 1 Kassierer u. Packer, 1 Bureau oder Lagerarbeiter, 1 Laufmädchen, 6 Putz- und Laufsraueu, 2 Waschsrauew 1 Handlungsgehilfe, 1 Näherin, 2 j. Dienstmädchen für leichtere Arbeit. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Schlosser. Gast U» Schankwirtschastspcrsonal: 5 Kellner, 16—12 Lohn- und Aushilfskellner. B"/l0 bedürfen besonderer Pflege! Deshalb sollten anai hin der. Mldchsa und Knaben nur Ch&salla-Stiefel tragen! Auf Massanfertigung müssen Sie warten. Das haben Sie nicht mehr nötig. Sie erhalten sofort eine gut passende Fussbekleidung, wenn Sie Chasalla- Stiefel kaufen. Diese sind fertig und bewirkt der Chasalla-Mess- *• Apparat richtiges Passen. :: M^snlagenntrDamen Mk. I450 I750 1900 2250 Niederlage fttr Giessen und Umgegend: Wilh. Herbert Carl Herbert Giessen Marktplatz 2 neben der Engel-Apotheke. Chasalla-Messapparat D. R. P. 165545. 179971. 19672L eiBPfiehit Neu eröffnet taMÄttaie mit einfacher Band-Garnitur modernste Formen mit Lagen-Garnitur Neu eröffnet (08879 A. 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