Samstag 19. Februar 1910 Nr. 42 Zweites Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme de§ Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen daß die Entwickelung der Reinüber .2 ar Uhr wenn sie Axigaug von der dabei eintretcnden weiteren Unmöglichkeit, daneben auch noch die die vom Llusschuß doch ausdrücklich bezeichnete Revision der Besoldungserzeugen, ganz abgesehen. Schwierigkeit, wenn nicht Mittel zu beschaffen für als dringend notwendig ordnung. Aus der Erkenntnis, Veranlagung für 1910 gegenüber derjenigen für 1909 von nicht ganz 100 000 Mark habe ertvartct werden können; chöhl M Die Lietzener Familienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Krtis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktionell 12. Tel.-Adr.:Anze»gerGießen. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. 1 abends ^4. Dentgegenüber verzichtet der Finanzausschuß der Ersten K a m m c r nicht nur ans jede vorausschauende Betrachtung der voraussichtlichen Finanzlage für die nächstfolgenden Jahre, er macht vielmehr sür den Ausgleich der laufenden Einnahmen und Ausgaben des Jahre» 1910 Vorschläge, die zum Teil nicht wohl vertretbar, jedenfalls aber nur zur Verminderung der Steuererhöhung für 1910 geeignet sind; ihre Befolgung in 1910 sür die Balancierung der Budgets für 1911 u. ff. vermehrte, nur durch abermalige Stcuercrhöhung zu behebende Schwierigkeiten nt ei*ti Cgnr. RnÜ Läden und das Restaurant bereits anderweit Unterkunft geichaffeit worden ist. Wenn in dem Ausschußbericht der Zweiten Kammer dis „Gruppe der Bauten im Trinkbrunnen-Terrain" als eine „un=* vermeid!icke Folge der Entwickelung des Bades" angesehen, der Bau dieser Kolonnaden als unumgänglich erforderlich bezeichnet und die jetzige Trink- bezw. Wandelhalle „geradezu jammervoll" genannt wurde, so dürfte damit die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Bauausführung erwiesen sein.. Die Bestimmung des Erneuerungsfonds ist mit landständischer Zustimmung sestgelegt; er stellt lediglich eine einstweilige Ansammlung der Ueberschüsse des Bades, soweit sie nicht budgetmäßig! zur Deckung laufender Staalsbedürfnisse zu dienen haben, dar mit der Aufgabe, aris seinen Beständen die Bautosteu zu verzinsest und mit den darüber hinaus verfügbaren Mitteln zu tilgen. Die Regierung muß sonach in dem Vorschläg des Finanz-- aussckmsscs beT Ersten Kammer auf Verzicht oder Verschiebung» des Kolonnadenbaues und Verwendung der hierfür vorgesehenen Mittel des Erneucrungsfvnds für allgemeine Staatszwecke eine ernste Beeinträchtigung der Aufgaben des Bades erblicken, der- aber auch unvereinbar ist mit den zwischen Landständen und ihr sestgelegten Voraussetzungen und Grundsätzen, unter denen die seitherigen Aufwendungen für das Bad genracht wurden; es müßte namentlich aber eine solche Maßnahme als der Uebcrgang' 'n einer nicht mehr vertretbaren Finanzwirtschaft bezeichnet werden, indem durch sie Vermögensmittel und noch dazu solche, die vereinbarungsgemäß für einen bestimmten Zweck angcsammelt wurden, zur Erleichterung eines laufenden Budgets Verwendung finden sollen. Dazu kommt, daß keine Sicherung besteht, ob für dast nächste Jahr anderweite Deckungsmittel vorhanden sind für dick Lücke, die jetzt durch diese Vermögensmittcl ausgefüllt würde, und! zuletzt müsse sich bei Verschiebung des an sich erforderlichen Kolon- uadenbaues die Staatskasse in die iliotwendigkeit versetzt sehen, später diese Baukosten zur Verfügung zu stellen, ohne daß Verzinsung und Ersatz hierfür aus Mitteln von Bad Nauheim iw Anspruch genommen werden könnten. Der hessische Anteil am lieber schuß der Eisenbahn-« g e m e i n s ck, a f t für 1909 dürfte nach den in diesen Tagen hierher! gelangten Mitteilungen den angegebenen Betrag von ,12,4 Millionen ergeben. Eine Verbesserung der Rechnung wird dadurch aber nicht erzielt, da der angegebene Betrag nur hinreicht, um die im Hauptvoranschlag vorgesehene Schuldentilgung zur kleineren? Hälfte zum Vollzug zu bringen. Die Erhöhung des als voraussichtliche Einnahmen aus Einkommen- und Vermögens st euer für 1910 — ohne die vorgeschlagene Steuercrhöhung — vorgesehenen Betrages ist bereits in einer Sitzung des Finanzaussckunses der Zweiten Kammer angeregt worden. Die Regierung hat damals erklärt, daß sie bei Aufstellung des Budgets Berichte der Finanzämter über das voraussichtliche Ergebnis der Steuerveranlagung für 1910 cingezogen habe, nach denen nur eine Mehrcinnahme der Haupt- sick trotzdem zur Einstellung eines Mehrbetrages von rundi 232 000 Mark entschlossen habe, so glaube sie damit das Höchste" getan zu haben, was sich bei der doch immer noch nicht seho günstigen wirtschaftlichen Lage im allgemeinen mit einer vorsichtigen Finanzgebarung in Einklang bringen lasse. Einer solchen vorsichtigen Finanzgebarung würde es indessen nicht entsprechen, wenn man nach dem Vorschläge des Finanzausschusses^ der Ersten Kammer über den Ansatz des Hauptvoranschlages hinaus eine .Mehreinnahme von etwa 500 000 Mark, also im Ganzen eine Mehreinnahme von 732 000 Mark hätte einstellen wollen. Die Steuerveranlagung für 1910 ist nunmehr dem Abschluß nahe. Dank der gewissenhaften und gründlichen Arbeit der Finanzämter und der ihnen beigegebcnen VeranlagungSkommis- sionen kann nach den bis jetzt vorliegenden Berichten angenommeätz werden, daß die Hauptveranlagung für 1910 ein Mehr an Einkommen- und Vermögenssteuer von rund 450 000 Mark bringen: wird. Da bei Aufstellung des Hauptvoranschlages nur mit einem solchen Mehr von 232 000 Mark gerechnet worden ist, und wie bemerkt, auch nur gerechnet werden konnte, würde heute nichts im Wege stehen, als Einnahme an Einkommen- und Vermögenssteuer über den Ansatz des Hauvtvoranschlags hinaus ein weiteres Mehr von runb1 200 000 Mark einzustellen.' Es ist aber schlisse Hessens aus der Eisenbahngemeinschaft es nicht ermöglicht, dem Ausgleichsfonds dauernd die Mittel zuzusühren, die zu einer angemessenen Schuldentilgung ausreichen und zudem der Verwaltung einen festen Betrag gewährleisten, schlägt der Entwurf eines Schuldentilgungsgcfetzcs nunmehr vor, die Eisenbahncinnahmen in erster Linie zur Tilgung der bedenklich angewachscnen Staatsschuld z-u verwenden, etwaige weitere Ueberschüsse aber der Verwendung durch den Etat vorzubehalten. Der Gesetzentwurf stellt sich hiernach ebensowohl als eine folgerichtige Fortsührung der denn Gesetz über den Ausgleichsfonds zugrunde liegenden Gedanken wie als ein möglichstes Anpassen an das Vorgehen Preußens dar, welches den Zuschuß der Staatscisenbahnen für die allgemeinen Staatsausgaben erst bildet nach Abzug der Betrüge für Zinsen und Tilgung der Eisenbahnschuld und nach Dotierung des Extraordinariums mit 1,15 Prozent des statistischen Anlagekapitals der Staatseiseirbahnen, mindestens aber mit 120 Millionen Mark. Wenn Hessen davon absehen muß, einen regelmäßigen, festen Zuschuß für die allgemeinen Staatsausgaben vor- zusehen, so ist das begründet in dem Umstand, daß nach Bestreitung der darauf ruhenden Zinsen und Lasten die hessische Netloreute auf seinem Eisenbahnbesitz im Durchschnitt der ab gelaufenen 12 Jahre der Eisenbahngemeinschast nur 0,9 Prozent, die preußische dagegen rund 3,5 Prozent betrug. Eben nur weil durch das Extraordinarium der preußischen Staatseisenbahnverwaltung eine nicht unerhebliche mittelbare Schuldentilgung erfolgt, kann Preußen sich mit einer geschlichen Tilgung einer Schuld von s/s v. H. bescheiden. Da das Expose des Finanzausschusses der Ersten Kammer „das Amortisationsgesetz bei der Lage des Landes in diesem Augenblick nickst für annehnrbar" erklärt, so erübrigt noch, zu untersuchen, ob eine Verschiebung der Schuldentilgung zweckmäßig wäre. In dieser Hinsicht bemerken schon die Motive zu dem Gesetzentwurf, wie die Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen gerade in 1910 um deswillen erleichtert wird, weil in diesem Jahre der lausenden Verwaltung erstmalig aus den Eisenbahn- überschiüssen der im Gesetz über den Ausgleichssonds vorgesehene Betrag ohnehin nicht zugeführt werden t'ann und hiernach, insoweit der Restbestand des Fonds zur Deckung nicht ausreicht, aus enteren Einnahmequellen beschafft werden muß. Uebergehend zu den vom Ausschuß der Ersten Kämmer zum „Etat 19 10" im einzelnen gemachten Vorschlägen ist das Folgende zu bemerken: Was den Vorschlag anlangt, die weiteren Kolonnadenbauten in Bad Nauhci m zu verschieben und die dafür zu Lasten des Erneuerungssvnds Bad Nauheim vorgesehenen Mittel zur teilweisen Deckung des Fehlbetrages 1910 hcrauzuziehen, so geht zu- nächst dieser Vorschlag oun der nicht zutreffenden Voraus, etzung aus, daß durch die Erbauung des Cafes an den Tennisplätzen, und der Läden und des Ausstellungsgebäudes an der Partstrafe, wie sie für 1909 vorgesehen ist, den Aufgaben des Bades schon genügend Rechnung getragen sei. Der letztgenannte Teil der Kolonnaden dient im wesentlichen nur als Ersatz für die früher an gleicher Stelle gestandenen alten hölzernen Kolonnaden, während der für 1910 vorgesehene Teil am Kurbrnnnen eine ganz« andere Bestimmung hat, Dämlich zunächst die, der steigenden, Bedeutung der Trinkkur für Bad Nauheim Rechnung zu tragen. Die jetzige Anforderung stellt lediglich das Schlußglied dar ton den für die Ausgestaltung des Bades notwendigen und in der Regierungsvorlage seiner Zeit enthaltenen Neu- und Erweiterungsbauten, mit der Abweichung, daß für die früher dort vorgesehenen vie Antwort der Linanzministerr vr. Gnamh. In der Sitzung des Finanzausschusses der hessischen Zweiten Kammer am Freitag hat Finanzminister Dr. Gnauth die nachstehenden Ausführungen zu dem veröffentlichten Expose des Finanzausschusses der Ersten Kammer gemacht: Der den Landständen unterm 29. November v I. vor- gelegtc Gesetzentwurf über die Tilgung der Staatsschuld und der nachfolgende Entwurf des Hauptvoranschlags für 1910 haben die zu einer nachhaltigen Gesundung der Finanzwirtschaft des Landes nach Meinung Großh. Negierung erforderlichen Maßnahmen in Einem vorgeschlagen und danach von vornherein dasjenige Maß von Steuererhöhung in Aussicht genommen, welches nötig sein würde, wenn die in Uebereinstimmung der gesetzgebenden Faktoren bis heran betätigte Lebensführung des Staates auch für die. Folge fortgesetzt werden sollte; die Großh. Regierung hat dabei die gründliche innere Ordnung der Finan; wirtschaft des Landes vorangestellt einer Aufbesserung der Bezüge der Bemalen usw., diese, vielmehr — aber auch mir diese Vorbehalten der allerseits erhofften Besserung der wirtschaftlichen Lage im allgemeinen wie der Finanzverhältnisse des Landes int besonderen; di-' Regierung war dabei von vornherein entschlossen, einen Teil der dafür demnächst erforderlichen Mittel zu beschaffen durch -Ersparnisse infolge einer Vereinfachung der Staatsverwaltung. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat seinerseits noch stärker die Notwendigkeit einer solchen auf namhafte Ersparnisse gerichtete Reform der Staatsverwaltung bc- wnt, zugleich aber auch die Bereitwilligkeit bekundet, zu seinem Teile mitzuwn ftn bei einer gleichgerichteten Einschränkung der staatlichen Leistungen auf den verschiedensten Gebieten, wie bei einer stärkeren finanziellen Heranziehung -der Nächstbeteiligten zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben; das Maß der für 1910 tn Aussicht genommenen Schuldentilgung wollte der Ausschuß im wesentlichen beschränken auf den für 1910 veranschlagten Eisenbahnüberschuß, dagegen abgesehen von der weiter dafür vorgeschlagenen Verwendung des Restbestandes des Ausgleichsfonds mit rund 1059 000 Mark; dieser Betrag sollte vielmehr etwa zur Hälfte, wenigstens für 1910, zur Verminderung der Steuercrhöhung, mit rund 500 000 Mark aber nach der damaligen Auffassung und vorbehaltlich der endgültigen Entschließung verwendet werden zur Gewährung von Teuerungszulagen an Beamte usw. für 1910. Ungeachtet der in der Verwendung des ersteren Betrags gelegenen Erschwerung der Balancierung des Budgets für 1911 ohne erneute Steuererhöhung bat die Großh. Regierung unterm 13. v. M. sich mit den Absichten des Ausschusses einDerftanbcn erklärt, weil sie auf der anderen Seite in der alsbaldigen Bereitstellung von 500 000 Wart für Beamte usw. Wieder eine entsprechende Erleichterung erblickt hat für Erfüllung Der auf diesem Gebiet von ihr noch zu lösenden Aufgabe. Die „Stellungnahme des Finanzausschusses der Ersten .Kammer zum Staatsvoranschlag 1910" gilt im Gegensatz dazu in der Hauptsache der Aufgabe, die für diesen Etat vorgeschlagene Steuererhöhung möglichst zu ermäßigen, sie sieht ausdrücklich ab von einer „Beurteilung der Finanzlage" auch nur „für das Finanzjahr 1911/12" und fordert in Verbindung mit einer beschleunigten Vereinfachung der Staatsverwaltung „die dringend notwendige Revision der Befoldungsordnung". — Angesichts der für Kenner nicht überraschenden, noch auch nur vorübergehenden ungünstigen Finanzlage des Landes wie bet Verpflichtung, dieses vor einer demnächst wiederkehrenden neuen Beunruhigung durch die Notwendigkeit weiterer Steuercrhöhung zu bewahren, sollte man sich der Aufgabe nicht entziehen, die heute erforderlichen Maßnahmen von vornherein nachhaltig und unter vorsichtiger Würdigung der irgendwie zu übersehenden Gestaltung der Zuinnft zu treuen. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sollte nicht gerechnet werden mit steigenden Ueberfchüssen aus der Eisenbahngemeinschaft; es ist vielmehr dringend davor zu warnen, darauf vorweg die Deckung laufender Staatsaufgaben zu gründen, solche Ueber- fchüsse sollten vielmehr vorweg verwendet werden zu einer mäßigen Tilgung der derzeitigen gesamten Staatsschuld, zutreffenden Falls bis zur Höhe bei- im Gesetzentwurf angegebenen, keineswegs zu hohen Sätze. rzert -Kapelle untet !tm W. Löbw »tritt 4v M ssej ‘»sm, ■tiet-e lo»i; “■w s< 00g . JMülrt! 'M 1 * ♦ ^nb- sowie eii’ OBTi 0 ' sein Encrivirn ttagt. ßim **• 0,1,1 Strasse«, -ounid: Miltal Dir. Iser. 1 Ben Joppen, |616 id" zert Entree frei- Giesse: ft-«*** .«festes , ud sttzl , 3.n-& W f.W« Greszener Stadttheater. Salome. Von Oskar Wilde. Hierauf: Der schlechte Ruf von Oskar Blumenthal. Salome, Oskar Wildes, des unglücklichen englischen Dichters tiefstes und schönstes Werk, ging gestern in einer gut durcharbeiteten, stimmungsvollen Aufführung über unsere Bühne und hatte einen, meinem Gefühl nach haupi- sächlich der Darstellung geltenden, Erfolg, wie man ihn hier nur selten gewohnt ist. Tas gewaltige, gedankenreiche Werk, das Wilde im Jahre 1893 eigens für Sarah Bernhardt geschrieben hatte, und das sowohl in England als auch in Deittschland mehrere Jahre verboten war, wird heute zu den großen Werken der Weltliteratur gerechnet und wurde in allen fünf Erdteilen mit stets wachsendem Erfolg aufgeführt. Auf den wenigen Worten, mit denen Matthäus und Markus die Geschichte des Täufers erzählen., hat Wilde sein Drama aufgebaut, und wenn es auch wohl kaum eine Frage ist, daß die geschilderten Charaktere in Wirklichkeit weit weniger vielgestaltig waren, daß Salome ztveifellos von ihrer Mutter beraten war, als sic das Stäupt des Täufers forderte, so wird sich doch wohl kaum jemand den zwingenden Begebenheiten des Dramas entziehen können. Die Tatsachen scheiden vollkommen aus, und es bleibt lediglich zu bewundern, wie sie der Dichter verwandt hat, um ein Kunstwerk von unleugbarer Wucht zu gestalten. Mit wunderbarer Feinheit hat er es verstanden, die ungeheuere Zeit vor uns lebendig zu machen, wo eine alte, absterbende Kultur in all ihrer Irankhaften Entartung mit einer neu heraufziehenden reineren Lebensauffassung zufammentrifft und an ihr zerschellen muß. Wie hat er die von einem inneren Frieden verklärte Gestalt des Täufers in einen einheitlichen Rahmen zu spannen gewußt mit dem von ewiger Unrast und krankhafter Sinnenlust befallenen Weibe, tas in rasendem Taumel dahinbraust und an seinem eigenen Fördern zugrunde geht. Dabei ist die Sprache son einer Gedankentiefe und von einer Schönheit, die Ikellemveise an das Hohe Lied Salomonis erinnert und "ber nur die sorgsamste Beobachtung vollauf gerecht werden "lann. Die Darstellung war unter Kurt Gühnes Leitung sowohl mnerlich wie äußerlich von einer angenehmen Einheit, die denn auch, wie schon erwähnt, einen starken unix nachhaltigen Eindruck machte. Ms Salome entwickelte ^ibhl Dane, die schon jung ft als Melide in den Strandkindern eine sehr günstige Meinung erweckt hatte, ein reiches, bewegliches Talent, dem auch das geistige Erfassen des seltsamen Frauenwesens wie spielend gelang. Zug um Zug verfolgte sie den rätselhaften, halbkranken Charakter der Salome, ohne aber dadurch die seelische Einheit zu gefährden und schuf so ein Gesamtbild, das aller Anerkennung wert ist. Kurt Gühne wußte als Herodes die eigenartige Gestalt dieses aus Mut und Feigheit seltsam gemischten Tyrannen mit schönstem Gelingen zu verkörpern und erreichte namentlich in der zitternden Erregung bei dem Schwur eine bedeutende Höhe. Ten Jochanaan hatte Direktor Steingoetter ist letzter Stunde wegen Erkrankung F-erry Daubals übernommen und er führte die Rolle mit dem schönen, verschwebenden Pathos durch, das gerade hier so notwendig ist. Glücklich gewählt war auch bie große Gebärde, mit der Elly Gühne ihre Herodias aus- flattete, und so gelang es ihr, in den wenigen Augenblicken, wo sie der Dichter in den Vordergrund treten läßt, nachdrucksvoll hervorzutreten. Eine schöne Darstellung bot Karl Marx als Syrier. Auch die übrigen Mitwirkenden standen wacker an ihrem angewiesenen Platz, und wenn noch etwas zu erwähnen, so ift es die wahrhaft prächtige Ausstattung und die malerische Stellung der Gruppen, die zusammen ein schönes, farbenfreudiges und zauberisches Bühnenbild hervorriefen. * Auf dieses erschütternde Werk eines genialen Dichters folgte Oskar Blumenthals leichtsinniger und geistreicher Rokokoscherz, Der schlechte Ruf, in dem der stets heitere Poet in hübschen Versen von einem Jüngling erzählt, dessen Artigkeit fein Glück bei Frauen hindert. Erst als fein alter Oheim ihm einen schlechten Ruf verschafft, wird er „interessant", aber rasch fällt die Maske und er führt die Braut heim. Das von Direktor Steingoetter hübsch und flott geleitete Stückchen wurde nicht nur sehr schön dargestellt, sondern auch freundlich aufgenommen, und die geistreichen Scherze weckten ein lachendes Echo. Edgar Pauly war als Chevalier von Longueville ganz hervorragend, aber auch Karl Marx als tugendsamer Henri, Erna Güldener als anspruchsvolle Marquise, Franzi Koch als reizende Gräfin, Lore Scholz als „reife" Geraldine, sowie Karl Volck als Labourdonnais und Rolf Gunolt als Marquis taten ihr bestes, um dem kleinen Einfall einen großen Erfolg zu sichern. K N. ipc. Das deutsche Plakat zur Brüsseler Weltausstellung. Die Arbeiten an den deutschen Ausstellungs- gcbäuden schreiten rüstig vorwärts, und in den nächsten Tagest wird auch das Plakat der deutschen Abteilung der Oeffentlichkeit übergeben werden. Bei dem Wettbewerb trug der Münckmer Zeichner Holwein den Preis davon. Seine Ausftihrung zeigt; auf goldenem Grunde einen nackten Reiter auf einem schweren Brabanter Pferd. Im Hintergrrmbe erscheint der 'türncereiche Schattenriß van Brüssel. — Die Entdeckung einer Riesenhöhle in den, Pyrenäen. Die Auffindung eines eigenartigen Naturwunders, einer gewaltigen unterirdischen Höhle, ist Lucien Rudaur in denj Pyrenäen gelungen, wie er in der „Nature" mittcilt. In dem Departement Ariöge, dessen gewaltige Erdhöhlen bereits seit langem berühmt sind, befindet sich auch dieser seltsamste untere irdische Raum, und zwar ist es der „Caugnv de les Gof--- fies" in der Mhe von Belesta auf dem Boden der GemeindN Rjeux-Foureaud. Der Zugang, der sehr schwierig und ganz ver- Weckt war, konnte nur nach mannigfachen Anstrengungen und Ge- sahrcu erreicht werden. Nachdem (Gebüsche und Steinblöcke fortgeschafft waren, bot sich aber plötzlich der Anblick eines gewaltigen Saales, mit einem wahren Chaos verschiedener (Gesteins- formen, in dem man auf zahlreich Gerippe von Tieren stieß. Dann gelangte man in einen Raum von geringerer Ausdehnung, der aber viel höher war. Wundersam war der Anblick diesen Steinmassen, als der erste Strahl des Lichts ihre mächtige?, Formen enthüllte. Riesige Spitzen ragten auf und schroffe Felsen; dazwischen lagen säulenartige Stalagmiten, wie die Trümmer eines ungeheueren, von der Natur erbauten Tempels. Die mäßige. Tiefe von 35—40 Meter, die man hinabsteigen muß. läßt sich späterhin durch eine Treppenanlage unschwer überwinden. Demk Reisenden, der die iy2 stündige Wanderung von Belesta unternimmt, wird sich dann ein Anblick barbieten, dessen Größe, Eigenart und Phantastik schwerlich von einer anderen Tropfsteiw.. höhle übertroffen werden. lieber die Friedrich A1 t ho f f-S t i f t u n g berichtet Geh. Oberregierungsrat Albert Tilmann in 'der Internationalen Wochensckwift. Die Stiftung, die von Althofs mit Hilfe seines Freundes v. Böttinger ins Leben, gerufen wurde, will bedürftige Angehörige und HinterbliebenQ von Professoren, wissenschaftliche Staatsbeamten und Oberlehrenr unterstützen Die Stiftung besitzt bereits 1327 Mitglieder; das Vermögen beträgt-' 145 000 Mk. Bisher wurden an Unterstützungen; 9200 Mk. bez .r hlt, die sich auf 30 Personen verteilen. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. In Frank»»,rt a. M. bildete sich ein .Verband Deutscher Occhester- uud Ebor-Letter," dem bereits eine große Anzahl der befanuteften und nambafiefteu Tirigenieir beitraten. — Em interessanter Fund ist, nach der „Magdeb. Ztg." bei Peggau (Steiermark» gemacht' ivorden. Dort wurde eine schnttbedeckte Grotte ausgedeckt, in der 57 Skelette von vorgeschichtlichen Zivergmenschen von 1,3 Metern Große gesimdeu wurden. — Der Heidelberger Germanist, Geh. Holrat Prok. Dr. Wilhelm Braune begeht am 2'». Februar seinen 60. Geburtstag. Er lehrte früher in Leipzig und Gießen (1887—88). in Preußen (2,6 Mk. (3,15 „) Die dermaligen Steuer-ätze für juristische Personen bcfonitnc für die Aktiengesellschaften aber geben in Preußen ) ) ) ) ) von 5 Ch)O 10 000 20 000 50 000 100 000 200 000 I 000 000 2 000 000 (5 (5 und iitC' noch bereits über die ein Einkommen (3,7 (4,20 (4,60 (4,92 (4,96 «ietzener Strafkammer. )( Gießen, 18. Fcbr. (Lin jugendlicher Uebeitäler, bet nach Verübung einer Anzahl nächtlicher Diebstähle, die er mit mehreren (gleichaltrigen ausgeführt bat, von hier flüdüig gegangen war, batte (ich in brr Person des I 8 jährigen Taglöhners P. *(r. von hier ivcgen Diebstahls im 'Juicifall zu veraiwoarten. Er ist gestärrdig, in der Halle des Eisvcreins mit den anbcni eine erheblich über die vorstehend für die natürlichen Personen angegebenen Beträge hinaus und erreichen bis 200 000 Marl den Maximalsatz von 6 Prozent. Diese bezüglich der Wahl ihres Sitzes wohl beweglichste SHaüc von Steuerpflichtigen zahlt also zurzeit in Preußen 20 Prozent mehr als in Hessen. Angesichts dieser Umstände wird man es allerdings für angebracht halten müssen, demnächst und ohne Zusammenhang mit den jetzt in Frage stehenden Budgetoerhandlungen die Prüfung der A-ragc zu fördern, ob iich nicht and' aus einer etwas andern Gestaltung unseres Einlominensteuerlarifs durch eine stärkere Heranziehung insbesondere der letztangeiührten höheren Einkommen Mehreinnahmen für die Staatskasse erzielen lassen. Nach alledem sckreimm die Vorschläge des Finanzausschusses der Ersten Kammer nicht geeignet, die übereinstimmende Auffassung über die grundsätzliche Behandlung der vorliegenden Finanzsragen zu erschüttern, wie fie in dem Schristwed>sel zwischen dem Finanz-- ausschuß der Zweiten Kammer und der Großh. Regierung vom 7. und 13. Januar d. I. ihren Ausdruck gefunden hat. (3,3 (3,45 (4,2 (4,87 nottycnbig, schon jetzt darauf hmxuweisen, daß dann eine der gvemgen Quellen, aus deren Mehrerträge in der Rechnung geringere Einnahmen aus anderen Quellen (Stempel!) iahet höhere Ausgaben qegenber dem Voranschlag in einzelnen der letzten ,^ahre gedeckt u>erdeu konnten mch nrußten, damit Hchou varanschlagsmäßig völlig ausgeschopft sein wird. Die Einnahmen und Ausgaben des unter Kapitel 65 aus- geführten Fonds für öffentliche und gemeinnützig c 3 io c d c beruhen, wie den Erläuterungen aus S. B. 72 und <3 des Budgets zu entnehmen, auf den Gesetzen vorn 25. November 1871 und 21. Dezember 1901 über die Versicherung von Mobilien in Feuerversicherungsanstalten und auf der den Fonds betreffenden Vereinbarung mit den Ständen. Der hierdurch gegc bene Rechtszustand schließt einen Angriff auf den Kapitalstock des Fonds aus. Dagegen hat (ich die Großh. Regierung bei Beratung des Kap. 65 im Finanzausschuß der Zweiten Kammer bereit erklärt, die Zuschüsse zu den Provinzial-Sied)enanstalten (Kap. 58a) mit 40 000 Mark zu Lasten der Einnahmen des Fonds gehen zu lassen. Der verbleibende Fehlbetrag kamt, wie and) der Finanz-- ausschuß der Ersten Kammer anerkennt, nur durch Erhöhung der direkten Steuern gedeckt werden. Es ist bedauerlich, daß der genannte Ausschuß dabei von einer Inanspruchnahme der Vermögenssteuer vollständig abgesehen haben will und daß zur Beschaffung erheblicher Mehreinnahmen zwar die sämtlichen Einkommenstenerzahler bis herab zu den kleinsten Arbeits- einckommen höher belastet werden sollen und nach den bestehenden verfassungsmäßigen Bestimmungen belastet werden müssen, daß aber ba-5 Vermögen und damit die Besitzenden dabei völlig frei ausgehen sollen. Es wird bet Entscheidung dieser Frage zunächst doch zu beachten sein, daß der Hauptvoranschlag für 1910 belastet ist infolge der Verdoppelung der Matrikularbeiträge an das Reich mit einer Mehrausgabe von 512 606 Mark, daß man bei Ucbentabmc dieser Mehrbelastung auf die Einzelstaaten in allen beteiligten Kreisen diele als eine Mehrbelastung gerade des Besitzes betrachtet und behandelt wissen wollte, wie denn auch im Verlauf der ReichSfinanzreformverhandlungen im Reichs- tag von mehreren Seiten förmliche Anträge auf Erhebung einer Reichsvermbgenssteuer zur Deckung eines Teiles der Reichsausgaben gestellt worden sind. Was die Erhöhung der Einkorn m e n ft c u e r anlangt, so kann für die Deckung des Fehlbetrages für 1910 zweifellos nur eine solche in der Form eines gleichmäßigen Zuschlags zu den dermalen bestehenden Sätzen in Frage kommen; eine Schonung der kleinen Einkommen ist dabei mit Rücksicht auf die bezüglichen in Hosten Mk. (2,520 126 315 665 1880 4 205 9 205 49 205 99 205 Bestimmungen der Artikel 13 und 48 des Einkommensteuergesetzes ausgeschlossen. ES darf daraus hingewiescn werden, daß die dermaligen preußischen Einkommensteuersätze (Gesetz v. 26. Mai 1909) für natürliche Per'onen von dem Einkommen von 5000 Mark ab hessschen Sätze hinausgehen. So zahlt Lin Vertrag über die Gotthardbahn, Aus Berlin wird uns gcfchriebcn: Der Vertrag über b i c Gotthardbahn, der am 13. Oktober v, I in Berlin zwischen Deutschland, Italien und der Schweiz «rbgesdilossen wurde, ist dem Reichstage Mgegangen. Am 1. Mai 1909 ist die Gotthardbahn, bisher einer Privatgesellschaft gehörig, in den Besitz der Schmelze rischen Eidgenossenschaft iibergegangen. Diese Verstaut lichung hat eine Abänderung der bestehenden Verträge not wendig bemacht. Die Rückzahlung der seinerzeit gegebenen Subventionen haben Deutschland und I allen von der 'Schweiz nicht fordern wollen, auchI>at man auf das Recht der Beteiligung am Reingewinn verzichtet und dafür im neuen Vertrage greifbare Werte eingetauscht, die geeignet sind, dem deutsch-italienischen Eisenbahn- und Handelsverkehr, tmter Sicherstellung der bisher erzielten Vorteile, neue Vorteile ZUWfuhren. Tics ist auck) erreicht worden. Einmal ist nicht nur für das Gebiet der bisherigen Gotthardbahn, 1'ondern auch für die Linien der schweizerischen Bundesbahnen die Pichterhohung der gegenwärtig bestehenden Transittaren für die Zukunft sich er gestellt, auch ein doppeltes Mcistbcgünstigungsrccht schweizerischerseits zugestanden, d-as des Gotthardwegs gegenüber allen übrigen bestehenden ober künftigen Alpenübcrgängcn von der Schweiz nach Italien und das der deutschen und italienischen Eisenbahnen für den deutsch-italienischen Verkehr gegenüber allen außerhalb der Schweiz gelegenen Bahnen. Sodann aber sind in doppelter Beziehung Verbilligungen der gegenwärtigen Frachtsätze dadurch erzielt, daß die bisherigen kilometri- scheu Entsernungszuschlägc für den Gotthard herabgesetzt sind, und daß die Bundesbahnen chre billigeren Tra.nsi.t- baxen nicl)t nur auf dem kürzesten Wege, sondern für alle Uebergangspunkte nach Deutschland zur Verfügung stellen. Dies stellt eine ganz bedeutende Verbilligung bar? Hätten diese Ermäßigungen schon 1908 Geltung^gchabt, so hätten die Interessenten an dein Verkehr Italiens'mit und über Deutschland etwa,h'z Million Franken gespart. Iw Vertrage wird and) bestimmt, daß die deutschen und italienischen Beamten und Arbeiter an der Gotthardbahn von der Schweiz übernommen werden müssen, int Falle der Elektrisierung der Gotthardbahn soll die deutsche und italienische Industtie zum Wettbewerbe zugelassen werden. Ter Vertrag soll am 1. Mai 1910 in Kraft treten mit Rückwirkung Dom 1. Mai 1909. 129,80 Mk. 330,— , 690,— „ 2100,— „ 4 875,— „ 10 000,— „ 50 000,— „ 100 000,— „ Partie Nickclschlittschuhe mit Riemen und andere Schutze entwendet zu haben: weiter hat er sich an einem Diebstahl in einem. Gartenhaus an der Marburger Straße beteiligt, inbem er zwei .Kiffen imb eine Decke stahl. Ferner hat er aus der Wohnung eines Bekannten eine Ansichtspostkarte entwendet. Weitere Beteiligung an den damals ausgeführten Diebstählen konnte ihm nicht nachgewiescn werden. Seine Mittäter sind bereits abgc- urteilt. Für den Diebstahl in der Eishalle, der unter erschwerenden Umständen erfolgt ist, wurden sechs und für den in der Marburger Straße vier Monate Gefängnis angesetzt, während der andere mit einem Tag gesühnt werden sollte. Diese Strafen wurden auf acht Monate Gefängnis reduziert und dem Angeklagten ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Gin unüberlegtes Geschwätz brachte den Kanalarbeiter K. A. von hier wegen falscher Anschuldigung unter Anklage. Er hatte sich bei seinen Mitarbeitern damit gebrüstet, er verkehre intim mit enter Frau, bereit Mann zurzeit abwesenb ist, und bezahle sie bafür. Das Gespräch kam zur Kenntnis der Polizei unb er würbe von einem Schutzmann über das Verhältnis zu der Frau gehört, wobei er angab, daß er in uniittlizfrcir Beziehungen zu der Frau stehe unb sie dafür bezahle. Auf Grund dieser Aussage wurde gegen die Frau ein Verfahren wegen gewerbsmäßiger Unzucht eiitgeleitct; sie bestritt aber jeglichen unsittlichen Verkehr, weshalb A. zeugenschaftlich vernommen wurde. Er gab nunmehr zu, der Frau einen unsittlichen Antrag gestellt zu haben, sei aber mit der Bemerkung zurückgewiesen worden, sie gäbe sich mit einem dreckigen Kanal- atbetter nicht ab. Aus Aerger über diese Bemerkung habe er das Gerücht verbreitet und sei audj dem Schutzmann gegenüber bei dieser Behauptung geblieben, doch will er nicht, gewußt tyaben, daß die Befragung durch den Schutzmann eine Anzeige gegen die Frau bezwecke. Der Staatsanwalt bezeichnete zwar das Verhalten des Angeklagten für sehr unmoralisch, doch liege eine falsche Anschuldigung nicht vor, da der Angeklagte keine Anzeige bei einer Behörde gemacht habe, ja, er nicht einmal gewußt habe, daß aus seine Angaben hin eine Aitzeige erfolgt. Es konnte nur Beleidigung in Frage kommen, da aber kein Strafantrag gestellt war, mußte der Angeklagte frcigefprocheu werden. Gin alter Kunde der Strafkammer ist der Taglöhner I. G. P. R. aus H a i nche n. Trotz seines' Atters ersinnt er immer wieder neue Tricks, um sich Schnapskreuzer zu perschafsen. Um Ostern v. I. kam er zu dem Bürgermeister in Starben und gab an, er sei von dem Pfarrer in Hainckivn geschickt, der Bürgermeister möge ihm eine Bescheinigung cmsstellen, ixnnit er eine Gekdsammlung veranstalten könne. Er gab an, er befinde sich in zweiter Ehe und habe Zwillinge, die setzt konfirmiert toerben sollten und Ausstattung benötigten, er sei arm und könne nicht mehr viel arbeiten, dabei sei seine Frau Trant Der Bürgermeister trertoeigerte die Ausstellung einer Bescheinigung, gab ihm aber eine Mark, in,der Annahme, sein? Angaben seien richtig. Ein Lehrer gab ihm 50 Pfg. und ein Paar Stiefel, von einem Verwandten des Bürgermeisters wurde er ab gewiesen, da ilpn nicht getraut wurde. In diesem Winter kam er zu einem Lehrer in Wippe nbach, dessen Sohn in Hainchen Schvlverwältcr ist und gab an, er fei van diesem geschickt, eine Unterstützung zu erbitten, es gehe ihm sehr schlecht, der Verdienst sei unzureichend unb er habe verschiedenes zu bezahlen. Der Lchrer gab ihm 2 Mark und Kleider. Kurz^darauf gab er sich in einem Geschäft zu Nidda, an das sein Sohn Gelb schuldete, als Polizcidicner von Hainchen aus: cr verlangte einen Rechnungsauszug, indem er bemerkte, die Kasse werde alles bezahlen: für seinen Gang beanspruchte er 5 Mark, doch gab er sich schließlich mit 2 Matt zufrieden. In der Weihnachtswoche stellte er fidj wieder bei dem Bürgermeister in Okarben vor: diesmal war er aber Polizeidiener von Lindheim, er hatte im Auftrag des dortigen Bürgermeisters Bullen, die angekauft werden sollten, besichtigt, bock), da er den ganzen Tag draußen gewesen war und viele 7kuS- lagen gehabt hatte, fo hatte er noch 3 Mark zur Heimreise nötig. Ter Bürgermeister, ber inzwischen über die Persönlichkeit aufgeklärt worden, war, hatte ihn aber erkannt und veranlaßte seine Festnahme. Er hatte eilte Ladung sunt Strafantritt nach Hanau bei sich; dorten ist er wegen einer Reihe von Betrügereien, die er während des Sommers im Preußischen verübt hat, zu 9 Mo- itaten Gefängnis verurteilt worden. Da cs ftd) um Fälle handelt, die vor und nach der Verurteilung in Hatmu verübt worden sind, mußten nad) den gesetzlichen Bestimmungen zwei Gesamtstrafen gebildet werden. Die ersten Betrügereien »vurden, einschließlich der Hanauer Strafe, mit einem Jahr und fünf Monaten geahndet, während er für die drei letzten Fälle ein Jahr und drei ^Ronate bekam, so daß er jetzt, nachdem ihm ein Mvnat Untersu-chungs- hast angercchnet worden ist, nodj 2 Jahre und 7 Monate zu verbüßen hat. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aus fünf Jahre aberkannt. Grober Unfug wurde im Laufe des vergang. I. längere Zeit hindurch zu Alsfeld verübt. Ein Kürschner fand mindestens zwölsmal, daß ihm über Nacht sein Laden verunreinigt wurde, indem von außen Urin eingetreten war. Eines Nachts wurde er durch einen Stoß an seine Erker scheibe wach: er trat an das Fenster und sah, wie -ein mit ihm verfeindeter Nachbar, der Kaufmann O. G., der ihm gegenüber wohnt, nad? seiner Wohnung ging. Es kam ihm der Gedanke, dieser könne der Täter sein, begab sich alsbald in den Laden und fand diesen fri|dj besudelt. Am andern Morgen machte er der Gendarmerie Anzeige unb G. erhielt einen Strafbefehl wegen groben Unfugs über 10 Mark Geldstrafe. Den hiergegen erhobenen Einspruch wies das Schöffen genölt zurück, da alle Umstände dafür sprachen, daß der Angeklagte als Täter in Betracht kommt. Dieser setzte eine Belohnung von 100 Matt für die Ermittelung des Täters oder dessen Selbstbezichtigung and, worauf sich ein jetzt bei der Marine dienender Mann, dessen Vater ein Konkurrent des Angeklagten ist, als Täter meldete. Er gab an, längere Zeit hindurch den Unfug getrieben zu haben, um dem Konkurrenten seines Vaters Acrger zu bereiten. Diese Angaben wiederholte er unter Eid und verzichtete auf die Belohnung. Eine Strafverfolgung gegen ihn war durch Verjährung ausgeschlossen.' Wenn auck; nicht fcststand, daß er in der hier in Betracht kommenden Nacht auch der Täter war, >'o mußte der Angeklagte bod) freigesprochen werben, ba anzunehmen ist, daß nur eine Person in Frage kommt. Die notwendigen Auslagen des Angeklagten wurden ber Staatskasse auf erlegt. humoristisches. * Kindliche Auffassung. Vormund zu seinem Mündel: „Bemühe dich, in die Fußstapfen deines seligen Vaters zu treten, dann wird alles gut gehen." — „Ja, aber wie fall ich die jetzt noch finden, die |inb doch schon langst verwischt?" * Die liebe Eifersucht. Mu lein Katz: „Nun, was fehlt denn eigeutlid> Ihrem Mann?" — Mm Meier: „Er bat Halskatarrh." — Fräulein Katz: „Da kann er sich ja mit mir trösten." — Frau Meier: „Mein Mann hat sich mit mir zu trösten und mit sonst niemand, verstanden!"__________________ Märkte. Gießen, 19. Febr. 2)iartu>erteilt. Atü heutigem Wockieu- niattle kosiete: Buller pr. Pid. 1.00—1.10 Mk., Hühuereier 1 St. 9—10 Pfg., Enteneier 1 St. 0 Psg., Nase pr. St. 6—8 Ps., Erbsen p. Pkd. 00—00 Pia. Linsen v. Psd. 00- 00 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Pik.,' Hähne pr. Stück 0,80—1,80Pik., Gänse pr. Pfd. 60—70 Pf., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Pik., CcbfenfleiM) pr. Psd. 76—84 Psg., Hulifleifd) pr. Psd. 60 Psg., Rindfleisch pr. Pfund 70—74 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 80—96 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 96 Psg.. Malbfleiicb pr. Pfd. 72—76 Psg., Hammelfleisch pr. Pio. 60—80 Pfg. Larioffeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Pik., Zwiebeln per Zlr. 5,00—6,00 Pik., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 10—15 Psg., per Zentner Pik. 0.00—0.00., Aepfel per Zlr. 10—18 Pik., Birnen per Ztr. 10—15 Pik. Nässt 100 Stück 40—50 ßfg„ per Zlr. 0—00 Mk Piarktzeil von 8—2 Uhr. ke Wiesbaden, 17. Febr. Hen- und Strohmarkt. Angesahren waren 9 Wagen mit Heil und Stroh. Man notieite: H c u 12.00 bis 12.00 Mk., Stroh (Richtslroh) 8.00—0.00 'Dir. Frucht markt. Hafer 17.20—00.00 Mk. Alles für 100 Kilo. Schweine mittelmäßig. O ch s e ii, 38-41 74-80 39 37-39 65—67 38 71-76 39 38-41 33-39 64—74 36 28—32 56—64 30 39 39-40 78-80 72-74 57 Rotv Meteorologische beobachtungen der Station Gießen. Wetter 1910 Bed. Himmel 2 des 31/,0/0 Reichsanleihe Ocsterr. Silberrentc. 99.10 95.80 4°. Türkenlose . . . C 179.20 4° 0 Griech. Monopol-Anl.«- 4° äussere Argentinier 1144)0 2.55 179.60 Tendena: schwächer. 51 44 47.00 94.60 69.10 100.25 69 81 88 10 10 10 57 56 162.50 134.60 l.biok Wiifitf Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Ürhuckert . ICschweiler Bergwerk 49-53 42-46 Canada E. E. . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . 91.25 166.70 3l/,vL 4°-o < 4'/»/ linear. Gnldrente Italien. Rente . 72—74 70—74 + 10,2 °c. + 5,3 “C. do. -u Konsols ?<' do. 3°/«> 3 7,7< 3",e 80-89 70-76 S c "‘S’Se sS-L« ,'o Hessen 5 (Iberhessen 3 .-- <_>csterr. Goldrente IL Lombarden E. B. Nordd. Lloyd.. Türkenlus e". . . 181.45 . 137.50 Be iplon freunb olumet .Huhur ^äiing. ^rc ni ?oi "Mgen Än, mii Vor 8 8 . 03.90 , 85-05 . 93-05 - 93-00 . 100 35 F.C. Wiesbaden. Vrehhoi - M.a rktberlcht vom 18. Febr. Austrieb: Ritrder 53, Kälber 116, Schafe 40, schmeiire 243. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber mittelmäßig, Schale und In Vo r b er e i tu iig : „Robert und Bertram' Robe'' (Irene Triesch) — „Buttdans Esel." 205.70 186.70 22.50 Di Mit Su fine M ikiltiehil in Prüf tlü »Siet Itr Sur iviwrai d Cbitl Preis pro 100 Pfd. redend- Salachr- gewichl von-biSvon-biS (lelsenkirchen Bergwerk . I fabiburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahtttte ■ . Nordd. Lloyd . y . . . . Obe.rscblcs. Eisen-Tndustrie Berliner Handelsges. t . . Darmstädter Bank ... . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommendit . Dresdner Bank . . . - - Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . .. . Gotthardbahn.. - . . a . Lombard. Eisenbahn. Oesterr. Staatsbahn . ' Princc - Henri - Eisenbahn -17.01- 13750 206.20 105.60 109.00 182^0 137.40 257.80 157.25 107.00 166 90 211.00 dc zwai Luche । itibjt III Zu üiunniii 'Mc> bet icigen ■ Mitt, lebungei Fü Soumroö mährt l Ä ÄNtt mitaä litiem fl war Spielplan des Heuen Gietzener StaöUheaters. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag den 20. Febr., nachm. 3’/, Uhr, bei (leinen Prelseii r „Ploral." Ende qegeii 5^ Uhr. Abends 7'/. Uhr, bei gewölntlichen Preisen: „Strandkmder." Ende gegen 10'/, Uhr. Tienstag den 22. Febr., abends 8 Uhr: 16. Tieustags-Abounements-Vorsteümig: „Salome." Hieraus: „Der schlechte Ruf." Etidc gegen 11 Uhr. Mittwoch den 23. Febr., abeubS 7 Uhr: 16. Mittwochs-Abonne- ments-Vorstellimg: „StranbFiubec." Gnbe gegen 10 Uhr. Freitag den 25. Februar, abends 8 Uhr (außer Abonnement, bet gewöhnlichen Preisen): Benefiz für Oberregisseur Bakos: „Klein Dorrit." Ende gegen 11 Uhr. TeSeüonische KCursbericSifte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Indnstrio^Glessen. Frankfurter Börse, 18. Februar, 1.15 Uhr. . 107.20 136.10 . 205.50 105.30 bis 18. Febritar . 18. Harpener Berg^verk Lanrahütte . . . Buderus E. W.^*. . . 113.20 Tendenz schwächer. Berliner Börse« 18. Februar. Aafau^ekirii. Durch- schnUlLpreis pro 100 Pfund gebend- Lchlachr- «ewichi ytttem ”65 $l| ?’ fluti . Vor ton. U Hoti )ri 8»ich. L.4.. 93-90 «5.05 Aktien: Bochum Guss . . .... . -H7 245.30 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Bulle n. Vollfleischige, jüngere Färse »i, st ü h e. Vollfletschige auSgeniästete Färsen höchst. Schlachtivertes Vollstelschigc ausgeniästete Kühe höchst. Schlachtivertes bis zu 7 Jahren . . ‘Heitere ausgemastete stühe unb toenig gut entwickelte ji'mgerestühe u. Färsen Kälber. Feinste Plast- (Dollmilchniast) und beste Sauflfälber 'Mittlere Plast- und gute Saugkälber . Schale. Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine. Vollfleisrhige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 56—58 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 56—58 Fleischige Schweine.......55—58 3"/,, Mexikaner 4',/,0 Chinesen 3° 0 Portugiesen Serie I 64.10 3°, 0 Portugiesen „ III • 66.10 4*/,% rass. Staatsanl. 1905 100 00 41 .”n iapan. Staatsanleihe 97.90 4°/0 Conv.Türken von 1903 95.00 741,91 10,0 1 6,4 742,81 8.7 ! 6,8 j 742,6 6,7 | 6,5 Höchste Temperatur am 17. Niedrigste , , 17. Nieoerschlag: — 0,0 mm ChautfenrhurK. Rheinische* TnrhniLum Maschinenbau,Elektrotechnik,Qk I CCnniKUm Dinggn AutomobUbau, Brüokenbau. u N /' Jlllii 190 ^tü ^Serii i® Liese 16( M Oli «nje Mi in. N i >,, s,. 51» 'S Scotts Emulsion Ihre leichte Verdaulichkeit und ihr Wohlgeschmack ermöglichen cs selbst Personen mit empfindlichem Gaumen und Magen, den bohen Nöhrstofigebali des Lebertrans — ausschließlich der allerfeinste Norweger (Losoten) Medizinal- trän wird im Scottschen Verfahren verwendet - in do? 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Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Lache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie ouS der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 12. März 1910 Anzeige zu machen. (B18/, Großherzogliches Amtsgericht in Gießen. leinen Preijen- 11 gewöhnlich, -Uenslag bei ^MeDinw: Men 11 Uk wochs-Abom«. 1 lllir. §teikg •t bei geweht »Klein Torrn.' M" - ,,'M 'Eener wn Eietzez ' Bed. Himivi! = 4- 10,2 6 0, + 5,3‘a Cme nk für Hande: i Uhr. v. . . E 1 1.136 Jl erk 'gwetk . 411' IP Paket! 13! f ‘ Srk......Av . , . .1875 iank sdit , JlJgjr . 137.41 . 'M . 151$ . ML . 166K . 211.it . . 105.fi. : ■Industrie IM »es. < k«. )hio- 114» ahn • <•<£• ,bn. .-.162» senbabnv. 134.» 18L» > iw l - m Mist und Lehrgänge an der Grotzh. Obstbau- und landw. Winterschule zu Friedberg im Frühjahr und Sommer 1910. ai Baumwärterkursus. Beginn am 31. März, vormittags 9 Uhr. Dauer 8 Wochen und zwar 5 Wochen im Frühjahr (I. Teil vom 31. März bis 4. Mail, I Woche im Sommer (TI. Teil vom 8. bis 13. August», 2 Wochen im Herbst (III. Teil vom 26. September bis 8. Oktober». Zur Aufnahme für Teilnehmer, welche sich zu berufsmäßigen Zaumwärtern ausbklden wollen, ist ein Alter von mindestens 18 Jahren und eine Bescheinigung der Bürgermeisterei des Wohu- ortes des Bewerbers erforderlich, wonach dieser nach seiner seitherigen Beschäftigung zur Ausbildung als Baumwart geeignet erscheint. Theoretischer Unterricht: vormittags (täglich 3 Stunden»; Uebungen: nachmittags (täglich 3 Stunden». Für Schüler aus Hessen, welche sich zu berufsmäßigen Baumwärtern ausbilden wollen, ist der Besuch honorarfrei und gewährt die Landwirtschaftskammer resv. deren Ausschüsse für solche auf Antrag Beihilfen bis 50 Mk. Personen, die sich nicht als berufsmäßige Baumwärler ausbilden wollen, können ebenfalls zu diesem Kursus zugelassen werden. Aller nicht unter 16 Jahre. Honorar für Private und Nichthessen 20 Mk. b) WiederbolungStnrsnS für Baumwärter. Dauer vom 2. bis 7. Mai. Für Baumwärler, welche bereits einen Kursus im Obstbau mit mindestens gutem Erfolg besucht, eine 2jährige Praris und das 20. Lebensjahr vollendet haben. Die Teilnehmer erhalten nach bestandener Schiuhvrüsung auf Antrag der Prüfungskommission von der Kandwirtschastskammer ein Diplom als „geprüfter Banmwari". Für berufsmäßige Baumwärter ist der Kursus honorarfrei. Für Private und Nichthessen beträgt daö Honorar 10 Alk. cl ObftbaukurfuS für Geistliche, Lehrer und ionttige Freunde des Obstbaues. Dauer 14 Tage. T. Teil vom 9. bis 14. Mai. II. Teil vom 1. bis 6. August. Honorar für Hessen 10 Mk., für Nicht-esien 15 Mk., iirfnfrfar "chrer sind honorarfrei. GartenbaukurfuS. Beginn am 23. Mai, vormittags 9 Uhr. Dauer 6 Tage. Der Pcbrplan umfaßt: 1. Einteilung und Einrichtung eines Hansgartens; 2. freunde und Feinde des gesamten Gartenbaues- 3. Gemüsebau; 1 Blumenzucht (Anzucht, Biumenvslege und Dekoration»; 5. Beeren- obftfubur; 6. Verbesserung unserer Gartenböden nebst zweckmäßiger Düngung. Zugelassen iverden Männer. Frauen und Mädchen, letztere nicht unter 16 Jahren. Honorar 5 Mark. el Pccrenobst BcrwcrtungSkurfuS. Pom 18. bis 20. Juli. Theoretische und praktische Unterweisungen in der vollkommenen Verwertung sämtlicher Beerenobstsorten, wie Wein, Lüfte. Liköre, Gelee usw- Hoyorar für Teilnehmerinnen aus Hessen 3 Mk., sonst 5 All. f) ObttvcrwcriungSkurse für Frauen. I. Kursus vom 29. bis 31. August, II. Kursus vom 5. bis 7. September. Honorar für Teilnehmerinnen aus Hessen 3 Mk., sonst 5 Mk. g) Kursus für Obstwciuproduzenteu und Apselweinwirtc. Pom 14. bis 19. März Er umfaßt die Bereitung der Obstweine. Gärungschemie einschließlich Reinhefen. Obstwcinkrank heiten. UebuNgen im Laboratorium. Borträge von 9—12 Uhr; Uebungen von 2 bis 5 Uhr. Honorar für Hessen 10 Mk., Nichthessen 15 Mk. Friedberg, den 12. Januar 1910. Großh. Direktion der Obstbau und landw. Wintcrichule. Spieß.D19A- Angebote zur Lieferung der Schreibmaterialien, Buchbinderarbeiten, etwa 160 Ztr. Steinkohlen Nuß II, 160 Ztr. Anthrazitkohlen Nuß II — frei an den Aufbewahrungsort —, sowie zum Anfahren und Zerkleinern des Holzes für das Amts- gericht und Haftlokal während der Zeit vom 1. April 1910 bis 1. April 1911 sind bis zum Eröffnungslcrmin 15. März 1910, vormittags IO Uhr, einzureichen. Zuschlaqsfrist 3 Tage. Der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 und die Bekanntmachung vom 17. Januar 1907 finden Anwendung. Grünberg, den 18. Februar 1910. Dl7, ___Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Grünberg. Die hierorts fallenden Sckweinevreisc ermöglichen es mir, la. Schweinekieinsleisch jggft gÄ£ Kopfstücke pp.'i garantiert inländische, tierärztlich untersuchte Ware in Kübeln non 30 Psd. an per Pfd. m. 30 Pf. zu offerieren. sl“/I2] Postkolli enthalteitü 9 Pfund Mk. 3 — la. Eisbein (Dickbciu), vollfleifckig, per Pfd. 55 Bfg. Alles ab hier per Nachnahme. Garantie: Nichtgefallendes retour. Alb. Carstens, Altona a. E. Nr. 384. Weitzzeugbeschliesterin gesucht. Die Stelle der Weitzzeugbeschlietzerin unserer Klinik ist zum 1. April l. I. neu zu besetzen. Bewerberinnen, die bereits in größeren Betrieben tätig mären, erhalten den Vorzug. Die Vergütung beträgt neben freier Wohnung und Ver- Uftigung jährlich 600 Mark. Meldungen unter Anschluß von Zeugnissen und eines Lebenslaufes sind bis zum 10 März bei uns einzureichen. Gießen, 19. Februar 1910. Großh. Verwaltung der chirurg. Univ.-Klinik: Jung. B'7e Holzverfteigerrrrrg im Berrcrner Gememdewaid. Mittwoch den 23. ds. Mts., vormittags von 9 Uhr an, kommt in den Distrikten Heegstrauch und Krebsbach folgendes Holz zur Versteigerung: I. Brennholz. 28 Rm. Buchen-Scheiter 148 Rm. Buchen-Reisig 4 o Eichen- „ 94 Elchen- „ 38 „ jtiefern- „ ! 329 „ Nadel- „ 22 Fichten- 10 „ Buchen-Stock 32 .. BucheN'Knüppel 4 „ Eichen- „ 10 „ Eichen- „ 26 Kiefern- „ 60 „ Kiefern- „ 33 „ Fichten- „ 52 „ Fichten- „ 8 „ Birnen-Rcisig 7 „ Erlen- „ 1 2 „ „ Knüpf II. Nutzholz. 1 Birnbaum Stamm, 50 cm Durchm., 3 rn lg. — 0,59 fm Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünfhausen; auch wird bemerkt, daß das Nutzholz am Schlüsse zum Ausgebot kommt. Beuern, den 18. Februar 1910. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Walt her. 1057 Gießen, den 18. Februar 1910. Fstm. 1 Eicken-Stamm Stämme Durchm. o,86 tt u eines 8 148 Fstm. n v. 30—39 cm Durchm. „ 25-29 ,, unter 25 „ „ Großh. Oberförsterei Wieseck. Weigand. t Eichen-Sramm v. 30—38 cm 3 Kiefern Stämme „ 30—39 „ 1 „ Stamm unter 25 „ Dtt 'Sorfiflitb dkß Vereins sm LAEvichottMemg. Jakob Braun, 1. Vorsitzender. Scheitholz: 20,2 Nm. Bucke, 13,8 Rm. Elche. Knüppelholz: 14 Rm. Buche, 96 Rm. Eicke idaruuler 6Rm. 2,5m lg.». Reisig: 3670 Wellen Buche, 3780 Wellen Eicke, 160 Wellen Kiefer, 200 Wellen Lärche und 410 Wellen Fichte. Stockholz: 5,5 Rm. Bnck»c, 5 Rm. Eiche. •>. Samstag den 26. d. Mts. in den Distrikten Dürrloch, Blocks wald und Badenburger Wäldchen. = 0,48 = 1,56 = 15,27 2,19 35 „ Derbstangen (Deichseln ec.) 19 Eicke- Holzversteigerung. Fürstlich Solmstsche Obcrsörsterei Hohensolms. Donnerstag den 24. Februar. Distrikt Helft,olz. Anfang mittags 2 Ubr im Vokale von V. Schlierbach in Bieber A. Nutzbolz. Fickten: Stammholz u. Derbstangen - 0,78 Fm., Spylierstangen — 50 Stück. B. Brennholz. Buchen. 50 Rmtr. Scheit, 216 Rmtr. Prügel. 104 Rmtr. Stöcke. 5400 Wellen. Eichen: 2 Rmtr. Scheit, 8 Rmtr. Prügel. 4 Rmtr. Stöcke, 1300 Wellen. Nadelholz: 10 Rmtr. Prügel, 800 Wellen. Montag den 28. Februar. Distrikte xifselschctd und EulcrS gründ. Anfang mittag 2 Ubr im Vofnle von FobanncS Brück in Fravkenbach. A. Nutzbolz. Fickten: 21 Stück Bauholzstomme — 2P9 Im., 77 Stück Derbstangen. 6859 Spalier- und Bohnenstangen. B. Brennholz. Bucken: 2 Rmtr. Scheit, 11 Rmtr. Prügel, 500 Wellen. Eicken: 40 Rmtr. Prügel, 48 Rmtr. Stöcke, 3800 Wellen. Wcickbolz: 2 Rmtr. Prügel. Nadelholz: 20 Rmtr. Prügel und 600 Wellen.[B13 ■■ Punkt 3. Wahl, eines Schiedsgerichtsvorsitzenden und Ersatzmannes. [01345 0,45 = 2,42 = 22,07 1,67 0,63 14(1 Fichte- „ 6,60 25 Esche Reisstangen und 485 Fickte-Reisstangen. Holzverfteigerung in den Waldungen der (tzcmeindc Wieseck. 1. Freitag den 25. d. Mts. in den Distrikten Hegwald, Hund topf und Holzbrunnen. Holzversteigerung. Freitag den 25. d. M., vormittags 9 Ubr, werden bei Gastwirt Herrn Heinrich Sckepv V zu Saasen aus den Distrikten Bauernheide. Bauschet, Belmerod, Güntersgraben, Großer Sang, Hainheege, Kälberstall, Neuhofstanne, Neuhofsheege, Neuerheegwald, Saaferheegwald, Sengkopf, Schaafbusch und Feileichen versteigert: Stämme: 1 Eiche 2. Kl. (50—59 cm» -= 0,94 Fstm., 13 Eicke 3. Kl. (40-49 cm) - 10,87 Fstm., 17 Eiche 4. Kl. (30-39 cm» - 10,60 Fstm., 30 Eiche 5. Kl. (25—29 cm» — 13,50 Fstm., 30 Eiche 4. Kl. — 7,38 Fstm., 1 Buche 1. Kl. — 1,75 Fstm., 4 Buche 2. Kl. -= 4,05 Fstm., 6 Bucke 3. Kl. — 5W Fstm., 1 Bucke 4. Kl. =--• 0,73 Fstm., 1 Hainbuche 4. Kl. — 0,24 Fstm., 1 Kiefer 3. Kl. — 1,54 Fstvt., 2 Kiefer 4. Kl. — 0,96 Fstin., 1 Lärche 3. Kl. — 1,13 Fstm., 1 Lärche 5. Kl. = 0,14 Fstm., 1 Fickte 3. Kl. 1,56 Fstm., 7 Fichte 4. Kl. - 5,64 Fstm., 264 Fichte 5. Kl. — 57L2 Fstm.; Derbstangen: 3 Eiche 1. Kl. — 0,17 Fstm., 4 Ahorn 1. Kl. = 0,43 Fstm, 445 Fichte 1. Kl. = 35,46 ©itm. Scheiter: Rm.: 142 Bucke, 2 Hainbuche, 56,5 Eicke (12,5 Rm. = 23 m lg.», 4 Birke, 10 Kiefer; Knüppel: Rm.: 114 Buche, 150 Eicke, 2 Birke, 4 Asve, 47 Kiefer, 15 Fichte; Knüppelreifig: Rm.: 52 Fichte (Schickthaufen»; Reisig gew.: Rm.: 114 Buche, 4W Eicke, 40 Aspe, 8 Kiefer, 4 Fickte; Stöcke: Rm.: 19 Bucke, 39 Eiche, 11 Fickte. Die Nummern 1—35 Distrikt Neuhofsheege und 255—262 Distrikt Güntersgraben, Buchenstämme kommen nicht und die blau unter1 strichenen Nummern des Buchen-Brennholzes kommen zur Versteigerung. Der Großh. Forstwart Höres zu Reinhardshain wird auf Verlangen das Holz vorzeigen. Die Holzversteigerung vom 17. d. M. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom Freitag den 4. März (. 3- bei den Hebe stellen in Empfang genommen werden. Ueberweisung des Holze» uni) erster Abfuhrtag der 5. März l. I. Fichte. Reisig: 3760 Wellen Buche, 2880 Wellen Eiche, 300 Wellen Aspe, 1450 Wellen Kiefer, 360 Wellen Fichte. Stockholz: 1 Rm. Kiefer, 7,2 Rm. Fichte. Beginn der Versteigertlng au beiden Tagen vormittags 10 Uhr. Die;3ufnriimcnEunit ist am ersten Tage auf der Straße nack Alten bufeck am Hegwold und am zweiten Tage auf der Straße Gießen— Lollar am Distrikt Türrloch. Wiefeck, am 18. Februar 1910. B,9/a Großbcrzogliclie Bürgermeisterei Wieseck. Sck omber. 2 Fichten-Stämme v. 25—29 67 „ „ unter 25 53 „ Derbstangen 100 „ Reisstangen. Scheitholz: 4 Rm. Bucke, 6 Rm. Kiefer, 4 Rm. Fichte. Knüppelholz: IX Rm. Buche, 10,7 Rm. Eiche, 5 Rm. Kiefer, 2,8 Rm. te lmv für Mladiliielimiclmiig Gießen Mittwoch dcu 23. Februar, abends 9 Uhr, in der Restauration zum Kaiserhof. Tagesordnung: Punkt 1. Klaritellung verschiedener Vereinsdifferenzen. Kkiilh- unö kimU-SMn yB* Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung, beweisen zahlreiche Anerkennungelt die Vorzüglichkeit von Issleib's berühmten ^8thuia-8onbon812"/oAllium- fflft, - 88% Rassinade. Schachtel lM.,Beut30Ps. E.Fischbach.Drog. (234) Porte-FikMs» (v. 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