lufna[jnte, bCrflc^Ctt' hMvrist^ ■rin Israels. mmg' p-°chk°li rote« *te Drama. »eiterkeit. Große, von dem Ensemble bei Katers. 315 w lang. )n & Berger, Tenor.« 11366 nend“ 0331, ERT Entree frei. Plockstratzc 12 inlage: r im dc« «ttifteek»«1' Schlager mnsdra«« r[ See^^ ,e Neuheit: lacht •CSS6 ensationsdrama-^^ eiben in * I** Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strabe 7. Expedition und Verlag: e«Bl. Redaktion:«« 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Abg. Pauli-PotSdam (Kons.): 'v Vorredner "hat sich auch mit der äußersten Linken de» schäfligt. TaS hatte er unterlassen sollen, denn zu bessern ist da nichts. (Heiterkeit.) Zu bedauern ist daS geringe In- tcressc deS^ Reichstags für dieses große geschgebccische Werk. Tie Gründe, die von der Linken gegen die Betriebs- und JnnungSlassen angeführt wurden, treffen nicht zu. Diese Kassen haben ganz vorzüglich gearbeitet und dürfen deshalb nicht beseitigt werden. Sie verdienen Förderung. Gegen die Halbierung der Beiträge haben wir schwere Bedenken, weil die Handwerker dadurch schwer belastet werden. Darüber wird man nur schwer hintoeg. kommen. In der Aerzte- und Apothekerfrage wird'man in der Kommission die beiderseitigen Interessen in Einklang zu bringen versuchen müssen. Jedenfalls ist daS Cckicksal deS Gesetzes noch ganz ungewiß. Die Mehrbelastung des Mittelstandes, des Handwerks muß nach Möglichkeit vermieden werden, Abg. Dr. Arning (Natl.): Mtierdli (Pol'): Im allgemeinen sind wir von dem Entwurf nicht besonder- befriedigt. Er bringt zwar einige For'schritte, aber die real- tionären Bestimmungen sind v-.el schwerwiegender. Dre Selbstverwaltung wird zugunsten bureaukratischer Vorschriften erheblich beschränkt. Mit der kostspieligen Einrichtung von 1000 neuen Versicherungsämtern sind wir auch nicht einverstanden. Der Einbeziebung der ländlichen Arbeiter in die Krankenversicherung stimmen wir zu. ES wäre ein Unglück, die BetriebSkrankenkasien ganz und gar zu beseitigen. ES ist nickt unmöglich, daß toir uns für die freie Arztwahl entscheiden. Abg. DchrenS (Wirtsch. Vg.): Den Unternehmern, von denen es immer hieß, sie könnten größere soziale Belastungen nicht mehr ertragen, ist der größere Einfluß in den Krankenkassen 66 Millionen wert. Gerade das aber ist auch den Arbeitern 56 Millionen wert. Man brauckt sich also nicht zu wundern, wenn die Arbeiter sick gegen diese Aenderung wehren. Die Selbstverwaltung darf nicht an- getastet werden. Zu wünschen ist eine größere Zentralisation der Krankenkasien. Ich persönlich bin gegen die Halbierung der Beiträge. Der größere Teil meiner politischen Freunde trägt aber Bedenken, sie abzulehnen wegen deS politischen Mißbrauchs, der von den Sozialdemokraten mit den Kran- kenkassen getrieben worden ist. Der Regelung der A r z t f r a g e , wie der Entwurf sie vorsieht, können wir nicht zustimmcn, denn sie geht am letzten Ende auf gesetzliche Festlegung der freien Arzt- wähl hinaus und das halten wir nicht für richtig. Abg. Graefe (Refp.): Mit der jetzigen Gestalt der Vorlage sind wir nicht einver- standen. Den Unternehmern würden durch die Halbierung der Beiträge 60 Millionen Mark neuer Lasten auferlegt werden. Dem können wir nicht zustimmen; denn die soziale Gesetzgebung darf nicht erschwerend wirken und besonders darf man nicht die Lage des Mittelstandes noch weiter verschlechtern. Die Drogisten sind leider nicht in die Vorlage einbezogcn worden, obwohl vielfach die Krankenkassen von ihnen Arzneimittel in großen Quantitäten beziehen. Hoffentlich wird es noch gelingen, ans der Vorlage etwas Brauchbares herauszubringen. (Beifall bei der Nefp.) _ it wehrt sich die Industrie gegen weitere sozialpolitische Lasten Hier aver will die Industrie auf einmal 60 Siillioncn Mark übernehmen, nur um ihre Herrschaft in d e n K o s s e n zu f e st i g c n. Mit den Lasten kann es also nicht weit her sein. In den Unfallrenten auf Zeit sehen wir eine bedeutende Verschlechterung. Die Vorwürfe des Abg. Mugban wegen der lex Trimborn weisen wir zurück. Gerade durch die lex Trimborn haben wir erzwungen, daß setzt eine Witwenversicherung kommt. Herr Mugdan braucht sich nicht den Kopf zu zerbrechen über unser Schicksal bei den nächsten Wahlen. Wir vertreten unsere Politik vor unseren Wählern und sehen es nicht gern, wenn andere sich einmischen. (Große Heiterkeit.) Also wir stehen außerhalb des Hauses jederzeit zur Verfügung. (Erneute Heiterkeit.) Die Sozialpolitik des Zentrums ist selbst von freisinniger Seite als vorbildlich bezeichnet worden; ich nenne nur Herrn v. Gerlach. (Lachen bei der Vp.) Auch Sozialdemokraten haben unsere Sozialpolitik schon gepriesen. Wir werden jedenfalls auf dem bisher beschrittenen Wege weitergehen. (Beifall im Zentrum.) Au; den Reich;tag;au;!chassen. :: Berlin, 19. April. Apotheker, Zahnärzte und Aerzte werden von dem Gesetz mcht unerheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Kreis der Versicher- ten wird immer größer; man spricht von 20 Millionen, die für die freie Berufstätigkeit dieser drei Berufe verloren gehen. Daß da eine gewisse Erregung entsteht, ist verständlich. Die Apotheker fühlen sich benachteiligt, weil sie nach dem Gesetz die Arzeneien auch an die Kassen zu Handvcrkaufspreisen abgeben muffen. Diese Bestimmung kann man auch nicht ohne weiteres gutheißen. Wir werden zwischen großen und kleinen Apotheken einen Unterschied machen müssen. Die Zahnärzte beschweren sich über die Bestimmung, daß an ihre Stelle ein Zahntechniker treten kann, wenn mit den Zahnärzten keine Vereinbarung zu „angemessenen Bedingungen" zustande kommt. Eine Animosität gegen di« Zahntechniker liegt mir dabei ganz fern. Bei aller Achtung vor den Technikern muß doch in der Kommission dafür gesorgt werden, daß der Zahnarzt mehr zu seinem Rechte komme. Die ganze Aerztefrage muß anders geregelt werden. Sonst würde der Aerztesiand noch tiefer in daS soziale Elend hineingetrieben werden. Er würde noch mehr sein Ansehen, seine Freiheit und seine Selbständigkeit verlieren. Qhne die Leistungsfähigkeit der Kassen beeinträchtigen zu wollen, verlangen wir aber eine angemessenere Bezahlung der Aerzte. Der Aerztestand fürchtet die Buroaukratie, er fürchtet, daß er allmählich in den Stand der Beamten übergeführt wird, von dem e3 heißt: „Der Bureaukrat tut seine Pflicht — von neun bis fünf — mehr tut er nichtI" Tarum treten sie für die organisierte i’ie Arztwahl ein. Tas ist nichts unbilliges. Sie besteht ja schon ?. Württemberg und anderswo, ohne daß sich Nachteile gezeigt Mit Gewalt kann man gegen die Aerzte nicktS ausrichten, erzwungener ärztlicher Hilfe hat auch der Vatient keinen Vor: ... Die Schaffung eines VertragsausschusseS ist unter Umständen gut, qber zwei solche Ausschüsse würden nur große. Schwierigkeiten Der Bndgetaus schuß des Reichstages begann heute den. letzten Abschnitt seiner Tätigkeit. Der Vorsttzenbc .lbg. Frhr v Gamp (Rp.) besprach einen Besuch boll auf 15 Jahre festgesetzt werden, der Inlanbsverkausspreis für starnallit soll nicht mehr als 9,5 Pfennig betragen. Das Recht der Rabatcbestimmung für Groß abnehmer übernimmt der Bundesrat. Tie Auslandspreise dürfen die Inlandspreise nicht unterbieten. Eine Vertriebsstelle setzt das Jahreskontingent fest, diese Stelle besteht aus Vertreter der Regierung und der Interessenten. Bis Ende 1912 gelten für das Kontingent die Ziffern der letzten Beteiligungstabelle. Neue Kaliwerke, welche nach dem 17. Tezember 1909 mit dem Ab teufen begonnen haben, sollen während der ersten fünf Jahre in die Quote hincinwachsen. Die Kontingentierungsabgabe beläuft sich auf 60 Psg. pro Doppelzentner reines Statt, das Syndikat erhält einen Teil dieser Abgabe für Propaganda-Unkosten, Kon lingentüberschrcitungen werden mit 16 Mk. belegt. Deutscher vvetchsraq. 67. Sitzung, Dienstag, den 19. April. Arn Tische deS BundeSratS: Caspar. Präsident Graf Schwcrin-Löwitz eröffnet die Sitzung um I 12 Uhr 25 Min. Die erste Lesung der ReichSvcrsicherungSordnung wird fortgesetzt. Wg. Frhr. v. Gamp (Rp.): DaS Gesetz zeichnet sich durch einen besonders Haren Morllaut I aus, was wohl auf die Mitarbeit des Allgemeinen Deutschen I Sprachvereins zurückzuführen ist. lieber die alten Ladenhüter I dcS Abg. Molkenbuhr, mit denen er die bösen Agrarier angegriffen hat, gehe ich zur Tagesordnung über, da ich heute nicht in polemi- I scher Stimmung bin. Wenn er aber glaubte, die deutsch« Arbeiter- I Versicherung als ganz minderwertig hinstellen zu können, so ver» I weise ich auf die viel rückständigere soziale Gesetzgebung in den I Staaten, in denen die Sozialdemokratie einen größeren Einfluß 1-nt als bei unS. Ich denke da vornehmlich an England und Frank, reich. Auch die Angriffe auf den Zentralverband Deutscker In- dustrieller ivaren ungerechtfertigt. Der Zentralverband hat sich vielmehr von Anfang an für eine großzügige Sozialpolitik auSgesprockcn. Wogegen sich der Zentralverband nur gewandt hat, das ist jene sozialpolitische Gelegenheits-Gesetz, macherei, gegen die sich kürzlich auch der Deutsche Handels- tag gciuanbt hat. Damit hat der Präsident deS HandelStaaeS- der Abg. Kaempf, sich ausdrücklich einverstanden erklärt. Die ReichSverjickerungsordnung selbst hat ja einen ganz ge- wattigen Umfang. Die Kommission wird vor allem mit dem,Blaustift arbeiten muffen. Vieles kann in der Tat ruhig gestrichen werben. Von ben Versicherungsämtern haben wir nicht eine so schlechte Auffassung wie gestern der Abg. Mugdon. Nur muß eine andere Abgrenzung ihrer Tätigkeit erfolgen. An die Kosten- aufstellung der Begründung glaube auch ich nicht. Die Zahl der Instanzen sollte möglichst klein sein. ES geht nicht an, auf jede Instanz immer noch eine höhere Instanz zu sehen. Und weShalb soll die höhere Instanz nun auch immer die klügere sein? Mit Der Drangsalierung der B e t r i e b 3 k a s s e n sind wir in keiner Weise einverstanden. Die Betriebskassen sollen nur dort bestehen bleiben, wo sie gleichwertige Leistungen mit den Orts, krankenkassen gewähren. Mit den bisherigen Mindestbcstimmun- gen für die Betriebskraiikeukassen sind wir doch sehr gut auSgc» fommen. Zur Kontrolle der gleichwertigen Leistungen mit ihren 'implizierten Berecknungen wäre ja allein ein großes Beamtenheer erforderlich. Unser Grundsatz ist gerade entgegengesetzt: die Verwaltung muß möglichst wenig kompliziert und möglichst einfach fein.. Daß die Grundsätze in der Verteilung b er Soffen bei den Qrtskassen geändert werden, halten wir für dringend erforderlich. Wir bedauern es, daß die Regierung anS dem reichen Material, daS hier vorliegt, uns nicht einen Teil in der Begründung mitgeteilt hat. Ich wundere mich ouch, daß Dr. Mugdon über die Terrorisierung der Aerzte in den sozialdemokratisch verwalteten Kaffen kein Wort gesagt hat. Ich will ja nicht annehmen, daß ein gewisser Zusammenhang besteht, wenn auch Herr Molkenbuhr gestern so konziliant die Aerztefrage behandelt hat. (Heiterkeit.) Die Vorlage legt den Arbeitgebern 60 Millionen Mark mehr auf; daS ist schließlich kein Pappenstiel. Die Arbeitgeber aber wollen diese Last tragen, um paritätisch an der Verwaltung der Kaffen mitzuwirken. Der heutige Zustand bedeutet eine Entrechtung der Arbeitgeber. (Lärm b. d. Soz.) Dann soll man lieber die Arbeitgeber überhaupt aus der Kasselivernxiltung Herauslossen, denn es ist eine Täuschung der Ocffentlichkeit, wenn man den Arbeitern zwei Drittel einräumt und den ArbeitgebeÄi nur ein Drittel. Mit der Einbeziehung der Landarbeiter sind wir einverffonden. Die Einräumung so weitgehender Befugnisse an die Verwaltungsbehörden mißbilligen auch wir. Ueberlossen wir doch ruhig den Kampf zwischen Aerzen und Krankenkassen diesen Organen selbst. Die Hauptaufgabe der Kommissionsarbeiten muß die Durchführung einer wirklichen Vereinfachung der Arbeiterversiche- rung sein. Trotz aller Kritik int einzelnen erkennen wir den Fleiß an, den das Rcichsamt be5 Innern an diesem großen Entwurf aufgctoenict hat. (Beifall rechts.) Ministerialdirektor Dr. Casparr> Staatssekretär Delvrück ist leider immer noch erkrankt. Er hofft aber, daß eö ihm bald wieder möglich sein wird, an ben Beratungen teilzunehmen. Die Redner haben sich im allgemeinen zustimmend zu der Vorlage ausgesprochen. Weitere Auskünfte werden Sie in der Kommission erhalten. Ich hoffe, daß wir hort zu einer Einigung kommen. Der Wunsch auf Vereinfachung mancher Bestimmungen hat manches für sich. Aber so leicht, wie sich Herr v. Gamp die Sache denkt, geht «S doch nicht. Ich verstehe nicht, wie er verschiedene Bestimmungen aus dem Gesetze herausstreichen und die Entscheidung den auSführenden Behörden überlassen will. Irgendwo muß doch eine endgültige Entscheidung festgelegt werden. Wir werben aber auch über biesen Punkt ohne große Schwierigkeiten zu einer Verstänbigung kommen. Dr. Spahn fragte nach ber Pensionsversicherung der Privatange st «Ilten. Ich kann mitteilen, daß an dem Gesetz fleißig gearbeitet wird, und daß bie Hoffnung besteht, baß er, wie vorauszusehen war, im Herbst bieseS Jahres fertig gestellt wird. An ber VersicherungSorbnung ist daS Reichsschatzamt hervorragend beteiligt gewesen. Die finanziellen Grunblagen deS Entwurfs sinb noch allen Richtungen hin sorg, fähig geprüft worden. Ich bin infolgedessen auch schon hept« iq ber Lage, auf bie Frage Auskunft zu geben, ob die rückwirkende Kraft vom 1. Januar 1910 an möglich ist. Eine solche Rückwirkung würbe bie gesamten finanziellen und abminislra- tiven Grundlagen der Hinterbliebenenversicherung ins Wanken bringen. Eine solche Rückwirkung ist also unburckführ- bar. Dr. Mugban glaubt, in bem Entwurf eine Ueberschätzung ber Tätigkeit der Behörden zu finden. Eine solche Absicht lag uns fern. Wir wundern unS, daß diese Befürchtung überhaupt entstehen kann. Auch eine Einschränkung ber Selbstverwaltung ist nicht beabsichtigt. Sie würde gerabc stattfinben, wenn man nach bem Vorschläge des Dr. Mugban nur ganz große zentralisierte Kaffen zulaffen würbe. Die Zentralisation würde sich nicht empfehlen. Der Vorschlag ist schon deshalb nicht 'annehmbar, weil er vorauSscht, daß all bie kleinen Kaffen, Innungskaffen, Betriebskaffen usw. verschwinden. Dagegen würden sich bie Vertreter dieser blühenben und leistungsfähigen Orgaui, fationen energisch wehren. Die Einkommenssumme von 2000 Mk. ist bei der Krankenversicherung nicht erhöht worben, denn eine solche Erhöhung würde für die Aerzte ein Gegenstand ernster Sorge sein. Absichtlich ist in dieser Beziehung ein Unterschieb zwischen Unfall- und Krankenversicherung gemacht worben. Die Arztfrage wird in der Kommission eingehend behandelt werben. Ich will hier nur erklären, daß die verbündeten Regierungen unbedingt daran festhalten, daß daS Kaffenarztsystem neben dem System ber freien Arztwahl als gleichberechtigte Form der ärztlichen Fürsorge aufrecht erhalten wird. Auch bie Kodifizierung bat verschiedene An. griffe erfahren. Entscheibenb für bie ietzige Gestaltung des Entwurfs war bie Erwägung, daß die meisten Versicherten mit allen Zweigen ber Arbeiterversickerung zu tun haben. Jedenfalls ist die jetzige Zusammenfassung übersichtlich und einfacher. Wir können der eingehenden Prüfung des Entwurfs in der Kommission mit aller Ruhe entgegensehen in der Zuversicht, baß Sie sich in ben meisten Punkten von ben guten Grünben bc5 Entwurfs über- -eugen Kerben. Tie „Gtetzener ZamkNendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kretsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwetmal. Der Wahlprüfungsausschuß des Reichstags hat die Wahl des Abg. Wehl (14. Hannover! für ungültig erklärt, weil fic es für erwiesen hielt, daß Wehl durch amtliche Stellen und durch Kciegervereine, die von der Mehrheit des Ausschusses Oleine behördliche Einrichtung angesehen wurden, unterstützt wor den wäre. Qb die Voiloer.ammlung uiefer Auffassung beitreteu mirb, ist noch sehr zweifelhaft, denn schließlich kann jeder .Verein > nen Kandidaten, der ihm gefällt, unterstütz«^ Abg. Dccker-Arnsberg (Zentr.): Staatssekretär Dr. Delbrück ist krank; von ihm kann man natürlich leine Eingangsrede verlangen. Aber wo bleibt denn ber Herr Reichskanzler? Neulich war er doch beim Deutschen Handelstag. Dagegen haben wir gewiß nichts ein« zuwenden. Aber ist ber Deutsche Reichstag nicht ebenso loichiig wie der Deutsche Handelstag? (Sehr gut! im Zentr.) Der Abg. Spahn hat sich keineswegs für die Versickerungsamter in ber heutigen Form ausgesprochen. Erst von ber Gestaltung, bie bie VersicherungScimtcr in ber Kommission bekommen werben, wirb es abhängen, ob wir ihnen werben zustimmen können. Daß bie Rechte sieh für bie Halbierung ber Beiträge und des StmimrechtS । uvtwui mirh Dnnnerstaa tut ausgesprochen hat, hat uns nickt gewundert. Aber freudig über- Fraktion zn berateq. Der Gefetzcntwurf wird Donnerstag z rafcht hat uns die gegnerische Stellungnahme Dr. MugdanS. Verhandlung gestellt. Früher Hang boS anberS. Zur jetzigen Haltung beS Freisinns yat I Diesie (neuen Anträge sind vom Abg, Erzdcrgcr (Zentr. wohl auch bie v -ränderte politische Situation das I und haben bic Form eines neuen Gesetzentwurfs Hon befontaex fhtb babat »onfommen neue Sor- sprechen, so muß auch hervorgehoben werden, daß fast alle Be. schlüge für die H era n z ie h u n g d er G e > c l l, ch a f t e n u rufsgenoffenschaften unter liberaler Leitung stehen. Was ging bi« h)Cn Kriegskosten und die Regelung der Konzessionen. Ta Schmiedei-rusögenossensckast bie Reichsfinanäreform an? WeS. , , als Kriegskostenbeitrag eine außerordentliche halb stell - hc Honbelsiammern nur liberale Smbicl an? Dr« ' „ . fu„,-An1f.rr;nPrtrnn h n , Lberolen mögen also gesältigst nicht nut vom sozialdemokratischen Vermögenssteuer tm Ö) c | am t r c t n c r t r a g o . ‘sTrcSk ' ..... 81 Millionen Mark erhvbein werden und zwar von allen WiißDtauüj. ,l wehrt ich die Industrie gegen weitere 01 2^ J „ . , ,7,,. V - e ....... • 1 in Südweftafrlka ansassigmt Einzelperfonen und Gesellschaften aller Art, deren bewegliches und unbewegliches Vermögen nach Abzug der Schulden den Gesamllvert von 300 000 Mark über steigt. Die Steuer soll in vier gleichen Iahresquoten erhoben werden. Sofern diese Personen derzeit Steuerfreiheit genießen, soll die Steuerleistung mit dem Tase des Aolauss dieses Privilegs eintreten. Zur Ermittelung des Vermögenswerts der Land- und Bergrechte von Einzelpersonen und Gesellschaften aller Art soll die Reineinnahme des Jahres 1909 mit einem Zuschlag von 100 Prozent zugrunde gelegt und die so ermittelte Summe mit 20 multipliziert werden. Der Wert des sogenannten Sperrgebiets für Diamanten am Orangefluß bis zum 26. Grad südlicher Breite soll auf 800 Bttllionen Mark festgesetzt werden. Sämtliches Vermögen des Fiskus soll fteuerftei bleiben. Die außerordentliche Vermögenssteuer soll mit 1 Prozent bei 300 000 Mark beginnen und staffelförmig ansteigen bis zur Erreichung des Höchstbetrages der Gesamtsteuereinnahme. Die Steuerstaffel soll der Bundesrat festsetzen- Durch Vertrag zwischen Landesfiskus und Kolonial- Gef'ellschaften folifln bestimmt werden können, inwieweit stakt des bar zu zahlenden Kriegskostenbeitrages die Abtretung von Land- und Bergrechten an den FiskuS zu gewähren sei. Die Verträge darüber sollen vor dem Abschluß dem Bundesrat und bem Reichstag mitgeteilt werben. Die Kaiserliche Berg oerorbnung vom 8. August 1905 soll vom 1. Oktober 1910 ab für bas ganze Schutzgebiet mit ber Maßgabe Gültigkeit haben, baß bem Lanbesfiskus allein bie Berghoheit unb bas Recht zur Erhebung von Bergwerksabgaben zustehe. Insoweit hierburch wohlerworbene Rechte Dritter aufgehoben werben, soll hierfür gc mäß einem nach Anhörung bes sübwestafrikanischen Lanbesrates zu erlassenden Reichsgesetze angemessene Entschädigung gewährt wer den. Landkonzessionen unb Bergwerkssonberberechtigungen aller Art hülfen nad) Anhörung bes sübwestafrikanischen LanbesratS nur mit Zustimmung bes Bunbesrots unb Reichstags erteilt roerben. Diese Bestimmungen sollen am 1. Oktober 1910 in Kraft treten. Die Beratung bieses Gesetzentwurfs im Ausschuß erfolgt Donnerstag. Nr. Zweites Blatt 160. Jahrgang * Mittwoch SO.AprrUvIO General-Anzeiger für Oberheffen Der Ausschuß für den literarischen unö tun ft le r i - schenUr Heberschutz lAusführungsgcsctz zur revidierten Berner Ucbereinkunsl) führte am Montag abend die Beratung weiter und beschloß auf Antrag des Zentrums beim Lizcnzzwang — wonach der Urheber eines Werkes dieses gegen angemessene Vergütung Dritten zur Vervielfältigung überlassen muß, sobald er die mechanische Wiedergabe einem anderen gestattet hat — bie yeUiebuiig eines festen Prozentsatzes und zwar in Hohe von - Prozent. Für die nächsten drei Jahre soll der Bundesrat nach Anhörung der Sachvcrständigcnkaminer den Gebührensatz feftsetzen. -tte Kommission strich aus dem Entwurf derv § 22 c, der die Verweigerung der Erlaubnis zur mechanischen Wiedergabe vorsehen wollte, wenn nach dem Wesen des Instruments, für das die Erlaubnis verlangt wird, nur eine Wiedergabe von so niedrigem musikalischem Werte erzielen läßt, daß dem Urheber nicht zugemutct werden könne, sie zu dulden. Nächste Sitzung Mittwoch. Der Ausschuß für das H a u s a r b e r t s g e s e tz trat heute in die zweite Lesung und führte sie bis zu § 3. hierzu vorliegenden Abändcrungsanträge wurden abgelchnt und die Beschluffe erster Lesung durchweg bestätigt. Die Beseitigung der Torpedoboote. G Paris, 19. April. In der Wahlbewegung ist eine sehr wichtige Entscheidung des Marineministers der öffentlichen Aufmerksamkeit entgangen, die Zwar längst erwartet wurde, da sie nuv den einmütigen Wünschen der Offiziere und des Parla ments entspricht, aber wegen der neuen Orientierung, die sie der französischen Marinetatlik gibt, auch im Auslände Interesse erregen muß. Eine Depesche vom 1. April 1910 ordnet nämlich den Marinebehörden an, leinen Neu bau für Unterseeboote auf dem Lande mehr in Angriff zu nehmen. Denn, heißt es in der ministeriellen Entscheidung, da die Marine teine Torpedoboote mehr bauen soll, sind die Kasernen, Werkstätten und Magazine, die den Zentral- dienst der gegenwärtigen Flottillen bilden, in Zu tun ft ausschließlich für die Unterseeboote ^be- stimmt. Da die Altersgrenze der Torpedoboote 17 Jahre beträgt, so werden zwischen 1920 und 1923 alle diese kleinen Fahrzeuge aus der Liste der französischen Florte gestrichen sein. Ein Mitarbeiter des „Radical", der trotz seiner Anonymität den hochstehenden Fachmann verrät, schreibt dazu: „Man kann dieser Maßregel gar nscht warm genug bci- bflichtcn, da sic eine wahre Revolution in um er en Marine- Programmen herbeiführt. Denn seit mehr als 25 Jahren bewegte sich unsere ganze Marincpolitik sozusagen um die intensive Nutzbarmachung zahtveaher Torpcdoflvtntleu. Die, „mobilen Ver tcidigungcn", die unser ganzes Küstengebiet umspannten, zählten bis 250 Fahrzeuge. Admiral Aube und nach ihm eine ganze Schule, die ehedem unter dem Namen „junge Marine" bekannt war, traten als Verbreiter dieser Idee auf, daß das Torpedoboot das Verschwinden der Schlachtschiffe zur Folge haben müßte. Aber dieses übergroße Vertrauen auf Pen Torpedo wurde herb enttäuscht. Immer aber blieben noch sowohl das Publikum als hohe Marinekreise für die Torpedoboote eingenommen und hatten einen großen Teil der Parlamentmitglieder für sich. Diese Po litik war sicherlich den wahren Interessen der französischen Marine nachteilig. Von dem Prinzip ausgehend, daß die Torpedoboote fähig wären, die Nationalverteidigung zu sichern, vernach- läsfigte man vollständig die Bauten von Linienschiffen, die doch allein bei der Abwägung der Marinekräfte eines Landes in Rechnung zu ziehen sind. Die „Waffe des Armen" wurde begeistert gefeiert. Der Ausdruck ijt aber gar nicht richtig, denn der Herstellungspreis der Tonne eines Fahrzeugs mit geringem Gehalte ist viel höher als der Wert einer Linienschiffs-Tonne, wenn man die niedrigere Altersgrenze der Torpedoboote berücksichtigt. Auch kostet die Ausrüstung dieser viel mehr, da sie eine verhältnismäßig größere Mannschaft cr- forderl, die iroch dazu bessere Löhnung erhält. Man braucht ja übrigens nur die Ziffern anzusehen, die zum ersten Male im vorigen Jahre darüber veröffentlicht wurden. In der Ausgabentabelle für den Unterhalt der Flotte figurieren die Flottillen mit 17 367 146 Franks, die Schlachtschiffe milch nur mit 17 662 797 Franks. Es ist ganz unnatürlich, daß dem Hilssorganc eine ebenso große Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie dem hauptsächlichen. Unser Glück ist noch, daß mehrere andere Mächte unsere Illusionen über den offensiven Wert der Torpedoboote teilten und daß damit sogar England erschreckt wurde. Aber der russisch-japanische Krieg hat die geringe Lei- stuugsfähigkeit der Torpedoboote zu deutlich bewiesen, als daß man an diesen noch länger festhaltcn konnte. Die Indienststellung der Unterseeboote, die sie ^äußerst vorteilhaft wegen ihrer Untiermunbbarfcit ersetzen, und der schnelleren und stärkeren Torpedosänger mußte den ehedem so hoch veranschlagten Tttpuö völlig diskreditieren. Es ist nur bedauerlich, daß wir bis zum 1. April 1910 gewartet haben, um ihm die Leichenrede zu hallen. Wegen der Verschwendung für die Torpedobootilottillen sind wir hauptsächlich von unseren Nebenbuhlern überflügelt toorben. Während Deutschland na'chs einem großartigen Plane homogene Sck lachtschindivisionen vom Stapel ließ, die heute seine Kraft ausmachen, verloren wir unsere Zeit mit dem Bau von Torpedobooten, bereit unnütze Gerippe heute unsere Arsenale überfüllen, wenn sie nicht auf dem Grund des Ozeans liegen. Aber bas müßte auch eine Lehre sein, einen gleichen Fehler zu gunsteu der Unterseeboote und der Torpedoboote nicht zu begehen. Ein solcher wäre noch schlimmer, oa ein Unterseeboot noch t cu r e r zu stehen kommt. Die großen Schlachtscknffe bleiben die Hauptsache." Marburger Dibbercher. * Marburg, 18. April. Wenn auch Marburg wegen seiner Töpferindustrie heute noch erneu Weltruf hat iinb das Marburger Geschirr, die sog. „Dibbercher", weit und breit bekannt sind, so ist doch diese Industrie heute nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie man außerhalb Marburgs glaubt. Waren es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts mehrere hundert Personen, die sich mit der Herstellung des Marburger Geschirrs befaßten und die jährliche Ausfuhr mit einem Wert von 20 000 Talern berechnet wurde, so sind heute nur noch wenige, aber dennoch recht leistnugsfahige dieser sog. „Marburger Euler", wie sic der Volksmund bezeichnet, hier vorhanden und neuer Nachwuchs 'kommt so gut wie gar nicht hinzu. Neuerdings machen sich jedoch Bestrebungen geltend, die alte Töpferindustrie wieder zu neuer Blüte zu erwecken, umsomehr, als ja jetzt durch die Kreisbahn in den Ebs- dvrfer Grund, wo sich Tonlagcr befinden, die Beschaffung des benötigten Materials leichter bewerkstelligen läßt. So beschäftigte sich der Hessische G e s ch ich t s v e r e i n in einer stark besuchten öffentlichen Versammlung mit dieser Frage. Archivrat Tr. Küch schilderte in einem längeren interessanten Vorträge die geschichtliche Entwicklung der Marburger Töpferei, ihrer Blütezeit und ihren Niedergang. Anschließend gab ein Fachmann, Töpfermeister Hoflieferant Wilhelm Schneider, Erläuterungen über den heutigen Stand des Töpfergewerbes, über' das Absatzgebiet und die der Entwickelung des Gewerbes entgegenstehenden Schwierigkeiten. Maler Käthelhö n behandelte in .einem weiteren Vortrage den künstlerischen Stil der Marburger Keramik und hieran schloß sich eine rege Besprechung, in der u. a. Maler Ubbebohde, Oberbürgermeister T r o j c und Rektor H e n tz e mannigfache Vorschläge zur Hebung des Gewerbes machten. Vielleickst kommt es hier zur Gründung einer modernen Genossen- jchafts-Tüpferei. Ans Statt und Gießen, 20. April 1910. ** Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarramtskandidat Steiner zu Berlin zum Verwalter der Pfarrgehilfenstelle in Deckenbach: Pfarrvikar Korell zu Wingershausen zum Pfarrvcrwalter in Tauernheim: Pfarrvcrwalter Rühl z-u Kriegsheim zum Pfarrvikar in Wingershausen. Gestorben sind der evang. Pfarrer i. P. Ferd. Briegleb von Wingershausen zu Darmstadt am 25. März; der evang. Pfarrer Karl Eckst eil? zu Lengfeld am 4. April. Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben die evang. Pfarrstelle z-u Torn-Dürt- h e i m. ** Lehramtspersonalien Ter Groß he r z o g hat den Oberlehrer an dem Ludwig Georgs-Gymnasium zu Tarmstadt Professor Gust. L a n t e f ch l ä g e r zum Direktor der Eleonorenschule zu Worms und den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Tarmstadt Dr. Eng. Käser zum Oberlehrer an dem Ludwig Georgs-Gymnasium zu Tarmstadt ernannt. ** Neue Assessoren. Turch Entschließung des Ministeriums der Finanzen wurden zu Forstussessoren ernannt die Forstreferendare Wilh. Brückner, Neustadt i. O.: Karl Här ter, Lauterbach; Will). Hcnzel, Büdingen: Otto Löber, Gießen; Otto Rumpf, Ockstadt; Eugen Seeger, Gießen; Emil Vogt, Butzbach. ** In dem B e f in den des Geheimen Jnftiz- rats Dr. Gutfleisch ist erfreulicher Weise eine so ivcsent- liche Besserung eingetreten, daß er — wie er dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer mitteilte — in der nächsten Woche wieder an den Beratungen des Ausschusses teilzn- nehnien gedenkt. ** T e r K a v a l t e r i e v e r e i n Gießen beschloß, die neu anzuschaffende Standarte am 7. August in deu Räumen von Steins Garten einzuwsiheu. Die Standarte wird von der Firma Gcbr. Hisgen in Lich gelieferr. Die Musil bei der Einweihungsfeierlichkeit wird Durch die Kapelle des Garde-Tragouer-Regimenis Nr. 23 von Darmstadt ausgeführt. Der Kavalierieverein besteht seit vier Jahren und hat nahezu 100 Mitglieder. ** lieber bie Kellnerin n c ufrage wird, wie man uns schreibt, am 4. Mai in bem großen Hörsaal der Universität Frau Camilla Jellinck von Heidelberg auf Veranlassung bcr Gcmeinbefraucnvercinc, bet hiesigen Ortsgruppe des deutschen Frauenvereins, des Vereins brr Freundinnen junger Mädchen und des Bezirksvereins Gießen gegen den Mißbrauch geistiger Getränke einen öffentlichen Vortrag halten. Frau Ielliuck darf als eine der bewährtesten Dorkampierinnen angesehen werben in ben Bestrebungen, die auf Beseitigung der beit weiblichen Bebicnstetcn int Gastwirtgcwcrbe brohenben sittlichen Gefahren gerichtet finb. Wenn in Wirtschaften die weibliche Bedienung der Gäste, nur deshalb eingcführt ist, uni einen sinnlichen Reiz, der aus ben männlichen Gast wirken soll, wirtschaftlich auszubculen, so bebeutet. bics eine kapitalistische Verwertung bet körperlichen Eigenschaften ber Frau unb bainit eine tiefe Eruicbrigung bes weiblichen Geschlechts. Mit Recht treten daher bie Fraucnvereine schon im Namen ber Frauenwürbe gegen bicse Art ber Vcrwenbung weiblicher Hilfskräfte in Schaukräumen aut. Die Kellnerinnen finb bann aber nicht nur selbst bem körperlichen unb seelischen Verberb ausgesetzt, sonbern sie fördern ihrerseits wieder bie Sittenlosigkeit unb bie Unmäßigkeit im Genuß selbst ber minberroertigften geistigen Getränke. Sie erkranken meistens unb verbreiten namentlich geschlechtliche Grfranhtngen vielfach unter noch jugenblichen Personen männlichen Geschlechts, benen ber Alkoholmißbrauch bie Kraft bes Wiberstanbes gegen bie Versuchung geraubt hat. So geht denn in ber Mehrzahl ber Fälle unb besonbers in ben Animier- kneipen nicht nur bie Kellnerin an Geist unb Körper zu Gruub, sie verbreitet auch noch bas Verberben, bem sic selbst anhcimgesallcu ist. Im Interesse ber Volksgcsunbheit unb Volkssittlichkcit sind somit an der Kellnerinncnfrage gar weite Kreise beteiligt, unb cs bars erwartet werben, baß ber Vortrag einer genauen Kennerin biefer Verhältnisse eines lebhaften Zuspruchs sich erfreuen wirb. ? Loll ar, 18. April. F e st genommen wurde heute hier ein hiesiger 1 »jähriger Junge wegen Sittlichkeits- Vergehens. Er wurde dem Amtsgericht Gießen zugeführt unb nach feiner Vernehmung wieder entlassen. -ch N i e d c r - B c s s i n g c n, 19. April. Hier wird ein neues Sch ul haus erbaut. Im Rohbau ist es fertiggestellt und die inneren Arbeiten sollen bis zum Herbst vollendet sein. Das Gebäude steht in der Nähe des Bahnhofes; es enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung. Der Baupreis beträgt ettoa 50 000 Mk. — Die Gemeinde hat seinerzeit den Anschluß an das staatliche Wasserwerk aus finanziellen Gründen abgelehnt; er wird jedoch voraussichtlich später noch erfolgen; eine Vorrichtung dazu ist bei Ober-Bessingen, das dem Gruppenwerk an geschlossen ist, getroffen worden. -ch. Ober-Bessin g c n, 19. April. Wer zurzeit durch unsere Gemarkung geht, erblickt überall große gelbe Rasenteppiche: es ist Leinsamen, der zur Oelbcreitung oder als Viehfutter benutzt wird. Das Gewächs ist in Ober Hessen fast nirgends mehr zu finden. -ch. Röthges, 19. April. Die Gewerkschaft „Vogelsberg" ließ in unserer Gemarkung Schur f v e r su ch e nach Eisensteinen vornehmen. Es wurden zwar Lager vorgefunden, aber nicht in solcher Ausdehnung, daß der 'Abbäu lohnend sein würde. Der hiesigen Arbeiterschaft wäre die Entstehung eines Bergwerks sehr willkommen, denn mit Arbeit und Verdienst ist cs lfter ziemlich schlecht bestellt. — Die Wasserleitung ist fertiggestellt. Mit dem dabei benutzten Motor betreibt die Gemeinde gleichzeitig ein H o l z s ä g e w e r k mit Schrotmühle. Die Gesamtanlage soll 30—35 000 Mk. kosten. — Atzbach, 19. April. Gestern abend wurde zwischen Dorlar und Atzbach die Leiche der El. Schäfer ans Kinzenbach geländet, die seit dem 19. März als vermißt galt. □ Marburg, 19. April. Ter Ballon „Marburg" des Kurhessischen Vereins für Luftschiffahrt unternahm heute früh um 10 Uhr seine erste Fahrt. Außer bem Führer, Privatbozent Dr. Wegner, beteiligten sich noch drei weitere Herren. Gegen 41/., Uhr traf die Meldung ein, daß die Landung glücklich bei Gera erfolgt sei. [] Weilburg, 19. April. An der hiesigen Landwir- fchaftSschnle ist für Lehrer a n ländlichen Fortt- bildungsschulen ein vierwöchiger Kursus geplant, der 160 Stunden umfassen soll, von denen 40 auf Pflanzcn- unb Tierphysiologie, 45 auf LandwirtschaftSlehre (1. Teil), Bürgerkundc unb FortbildungSschulwesen, 35 auf Lanbwirt- schaftSlehre (2. Teil) und 40 auf Chemie unb Weltknnbe entfallen. Außerbem sotten bie Knrsistcn möglichst vielen Lehr- flunben in ber LanbwirtschaftSschnle beiwohnen. Markte. Gießen, 19. April. M artlv ericht. Aul heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Psb. 1.20—1.25 Mr., Hühnereier 1 Si 7 Big., Enteneier 1 Stück 8 Psg., stäfe pr. St. 6—8 Pi. Erbsen p. PW. 00—00 Psg., Linsen v. Psb. 00-00 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mt., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Äk., Hähne pr. Stück 0,80—1,SO ML, Nänse pr. PW. 60—70 Pi., Enten vr. Stück 1,8V bis 2,20 Dik., Ochseufleisch pr. Psb. 76—84 Pig., Kuhfleisch pr. PW. 60 Pig., Rinbfleisch pr. Pfnnb 70—74 Pig., Schweinefleisch ur. 'l'iitnb 80—96 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psb. 96 Psg., Kalbfleisch pr. Pfb. 80—84 Pig.. Hammelfleisch pr. PW. 60—84 Psg. Karkosseln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln per Zlr. 9,00—10,00 3)1 L, Milch per Liter 20 Pig., Weißkraut per Stiief 10—15 Pig., per Zentner 3)1 L 0.00—0.00., Aepsel per Ztr. 10—18 Mk., Birnen ver Ztr. 10—15 Mk. Nüsse 100 Stück 40—5ü Psg., per Ztr. 0—00 Mk Marltzeit von 7—1 Hhr. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rebaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Anfrage bezügl. der für Gießen erworbenen ethnographischen Sammlung. Gießen, 19. April. Schon vor Wochen ging burch bie hiesige Presse bie erfreuliche Mitteilung, baß burch bie Opierwilligkeit eines Burgers es lnesigen Herren ermöglicht worben sei, eine größere e l h nograhische S a m m l u n q unter günstigen Bebingunqen für Gießen zu erwerben unb bau diese Sammlung halb der Oessenllichkeit zugänglich gemacht werben könne. Als zukünftiges Ausflettungsgebäube wurde bie alte Ohrenklinik (?) genannt. Seitdem hört man nun überhaupt nichts mehr von der ganzen Sache, irotzdem hoch anzimehwen ist, baß bie Sammlung schon in ben Besitz' ber Stadl oder des geographischen Instituts übergegangen ist. Ich glaube daher im Sinne ber interessierten Kreise zu hcmbeln. wenn ich mir erlaube, au bie maßgebenben Herren bic folgenben Fragen zn richten: 1) Ist bie Sammlung schon hier in Gießen? Wieviel Nummern zählt sie etwa? 2) Von io a n n ab unb w o wirb sie ben interessierten Kreisen zugänglich gemacht werben? 3) Oder finb vielleicht Schwierigkeiten irgenb welcher An ent- •‘tauben, welche bie Eröffnung ber Ausstellung hinausschiebeii? Worin liegen bann biefc Schwierigkeiten? -r- Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen. Höchste Temperatur am 18. bis 19. April — -j- 17,6 0 C. 9liebrigfte , , 18.- , 19. » == + 3,8 *C. 91ieverjchlag: — 6,6 mm. 2 Wetter 9 10 66 90 80 SW W W Bew. Himmel Regen Bew. Himmel 60 COji April p 1910 ÜS 19. 2” 749,5 16,6 9,2 19. 9» 748,6 12,81 9,8 20. 7" 749.5 10.4 7,5 TeBefomsoke KursBaeräcSi-le des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für» Hande and IndustrH”G’essen. Frankfurter Börse, 19. April, 1.1 j Uhr. 3'/,"/<> Reichsanleibe .'i . x. 3°/« ** do. 37,°/0 Konsols . i.. 3°/n do. 3‘/,70 Hessen . 31/,0|n Oberhessen ;• .rxr 4°;„ Oestcrr. Goldrente . Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente 4* 0 Italien. Rente . -t=.. 3e/0 Portugiesen Serie I ". 36/e Portugiesen „ TII . 4’/,% russ. Staatsanl. 1905 4,/ie/n japan. Staatsanleihe 46/e Couv.Türken von 1903 Türkenlose .... 7 9340 84.85 1'3.25 >'4-65 9225 100.15 98.60 95.60 105.30 65.60 66.90 100.30 98.50 94.80 179.80 4°/0 Griech. Monopol-Anl. i . 49.00 4e/e äussere Argentinier j. 91.20 3®/0 Mexikaner .. 2. 69.75 472e/o Chinesen . 99.90 Aktien Bochum Guss . .. 236.60 Buderus E. . *..{109.50 Elektriz. Lahmeyer . T. 11450 Elektriz. Sehuckert . . . . 156-Ou Eschweiier Bergwerk1’. 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Ich selbst habe eine volle schlaflose Nacht zugebracht, weil die Hotels auch schon die „miserablen" TrahrNetz-Matratzen emgesuhrt. stau der aut dem altbewährten Tristem der vertikalen Federung Imtt ledernder Kante) aulgebaulen Matratzen, die allem brauchbar sind für Gesunde und Kranke Wir wollen nicht billig und schlecht, sondern billig und gut schlasen.__(€?'/• ardbahnW'V- ari Eisenbahn.6. g. 21.40 rr. Staatsbabu 159.70 e-Henri-Eisenbahuf. 136.00 Leipziger bchaliplatten doppelseitig bespielt, 25 cm nroh. Naturgetreue Wiedergabe, anerkannt beste Platte Neber <3000 neuester Stücke sofort lieferbar. Preis Mk. 2.— pro Platte, abgespielte Plauen werden mit 1 Mk. vro Ttück ange- ttvmmen. Verlangen Tie Verzeichnis. V. G. Kämmerer, Leipzig, Tüdsrraße 18. eiter Bergwerk*’.' . 174.61 133.11 ■ . Wo , 2.155.00 187.40 ikirchen Bergwerk . 207.01 irg-Amerik. PaketL Ul.ou aer Bergwerk.*., . 197.25 lütte. j.*. . ...173.2? Lloyd .r. . . . les. Ewen-Industrie 94. Ut Gebrüder Berdux Inh. Rich. 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Kopf Bekanntmachung Aus Antrag der Erbin Luise Vogt in Mainz ut über den Nachlaß des zu Gießen verstorbenen Kaufmanns Gustav Wiudccker die Nachlaßverwaltung angeordnet worden, und ist Rechtsanwalt Arnold zum Nachlaßverwaltcr bestellt. Gießen, den 14. April 1910. (B:r>/t _______________Groszberrogliebes Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hungen für 1910 nebst Revisionsverhandlungen liegt vom 21. d. Mts. nochmals acht Tage lang zur Einsicht offen. Hungen, 19. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Hungen. F e n d t. _____ April - -j-17,6’c. ■ =+ 3,8‘C. W. Jun« VIII Klein-Linden - Giessen Teleph. 402. 6 1 tadelloser Sirz qarannrr. > 1752 In mm 7 Zimmer 2 Zimmer 1136 bei 03335 sagen herzlichen Dank früher zu vermieten. [2066 ID1®/. werke, Dillenburg. 5 Zimmer Wett Anlage 44. kaufen. Alicestraße 26 vt. 03330] D“A I HikterhM-Mnuug I 4 Zimmer mit Zuveh. per I 1. 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