160. Zahmem; Swetter vlott Nr. 293 Gießener Anzeiger ttfcbrrnl tkgNH mti BvsnaKme bei Btmntagi. General-Anzeiger für Gberhefien Dre ^Oletztner tfandllenblätter" werden dem etintiger* etermai wocdenlilcb beigdegt. bal „Krelsbian Ith »en Krcb Ließen" irotimal wäctienilich. Die „£anöB>irt|d?aftlldf<* Lett- fronen" erfcbcmen monatlich zweimal. Mittwoch, H. Vczeinder 1910 Hotatlontbnirf und Verlag der Br üblichen Unwersitäl« - Buch- und ©tetnbrudecel R. Lange, Gießen. Redaktion, ExpedtNon und Truderet: Schulst ra ne 7. Gxvedinon und Verlag 61. Redaktion:«-^ 112. Lel.-LldruAnzeigerGieven. iQC|Hju;e sweue Kämmet. Darmstadt, 13. Dezember. Am Regierungstische: Minister des Innern v. £)om bergt, Keheimerat B e st. Prä)ident Haas eröffnet gegen 1/21O Uhr die Sitzung und bittet, stets, vollzählig zu erscheinen, da es einen schlechten Eindruck madx, menn ein so wichtiges Gesetz vor schlechtbesetztem kaufe verabschiedet würde. Auch heute sei das $)au6 wieder (ein schwach beießt; das dürfe nicht so weiter gehen. Es sehe sehr schlecht aus, wenn bei einem derart bedeutenden Beratnngsgegcn- [tanb nach außen hin ein mangelhaftes Verständnis dokumentiert werde. Der Präsident erklärt, er lvcrde künftig der Entsd/cibung des Dauses anheimstellen, ob es einen Abgeordneten als entschuldigt anschen wolle oder nicht. Aus Bitte des Abg. Glässing erklärt der Minister des Innern v. Dombergk, daß die Negierung im allgemeinen mit den Ausführungen des Ausschußberichtes einverstanden sei. Ihre abweichenden Ansichten werde sie bei den einzelnen Paragraphen zur Geltung bringen. Es wird sodann in die Tagesordnung eingetreten: Fortsetzung der Beratung der Sladteordnung. Art. 2, die Organe der Stadtverwaltung bett., wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in folgender Fassung angenommen: „1 Die Verwaltung der städtischen Angelegenheiten erfolgt durch den Bürgermeister unter der bunt) dieses Gesetz geregelten Mitwirkung der StadtverLirdnetenversammlung. Die Stadtverordnetenversammlung einschließlich der in ihr sitz- und stimmberechtigten Bürgermeister und Beigeordneten bilden die Stadtver- tierung. 2. In Städten von über 20 000 Einwohnern führt der Bürgermeister die Amtsbezeichnung Cberbünjeimeiner. Tie Vertretung des Vürgeruieislers in den ihm zu stehenden Rechten und Pflichten und die Amtstätigkeit der Beigeordneten richten sich nach den Vorschriften des Art. 120." Art 3 bestimmt, 'daß die Städteordnung für Gemeinden mit 15 OOU Einwohnern Gültigen! hat, aber auch schon bei Gemeinden von 3000 Einwohnern eilige;üb'.t werden kann. Dei Ar'.ilel ivnb gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenoninun, desgl. Die Art. 4 bis 26, 29 bis 33 und 35 bis 37. Bei An 39 hat Abg. Dr. liebel (Ztr.) den Antrag gestellt, die Proportionalwahl auch für die Stadtverordneten einzuführen. Abg Dr. Schmitt zieht diesen Antrag jedoch zurück, angesichts der Ge- schastslage des Danses. Der Artikel wird, angeirommen, desyl Art. 49 bis 64 gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, teilweise mit kleinen redaktionellen Aenderunqen. Bei Art. 65 beantragt Abg. Reh (Freis.) die Fassung dahin abzuändern, daß das Prüfungsrecht der Wahlen der Stadtverordnetenversammlung in die Danbe der Stadtverordnetenversammlung gelegt iDerbe. Gegen den Beschluß der Stadtverordnetenoer- sonunlung soll das Venvaltungsstreitverfahren in Anwendung kommen. Geheimerat Best: Durch diesen Antrag iDcrbe eine Verbesserung der gesetzlichen Vorschri t nicht herbeigeführt. Bei Wahlen, die einen politischen Anstrich hatten, sei unbedingt die Zustimmung des Kreisrates nötig. Abg. M o l t h a n (Ztr.) stimmt den Ausführungen des Ministers in jeder Weise zu. Abg. Dr. Glässing (natl.) tritt für den Ausschußanlrag ein und beantragt die Ablehnung des Antrags Reh. Abg. Ulrich (Soz.) hält den Antrag Reh für eine Verbesserung des Gesetzes. Wenn man glaube, der Kreisrat sei unparteiisch, so sei diese Naivität unbegreiflich. Auch bei den Stadt- verordnetenwahlen seien heutzutage im Gegensatz zu früher politische Erwägungen maßgebend. Minister des Innern v. Dombergk hält nach wie vor die Eutschndung durch den Kreisrat für die bene Garantie bei Unparteilichkeit. Abg. Reh (Freis.) betont nochmals, daß er das Dean- standutigsrecpt des nreisraies überhaupt bcieüigt wissen wolle und tritt nochmals für seinen Antrag ein. Abg. Dr. Glässing (natl.) bekämpit diesen nochmals unter Ausführung weiterer Gründe. Abg. Ulrich (Soz): Die Kreisräte seien alle politische Beamte und der Kreisrat von Dombergk sei keinen. Deut besser gewesen wie die anderen. Kein Dutmacher glaube, daß die Kreisräte unparteiisch seien. Dieser Einsluß müsse bekämpft toerben. '«üby». Dr. ßuclin aper (Zentr.): In der Beannandunu des Kreisrates liege keine eigentliche Entscheidung, sie sei nur ein sogenannter Erösfnungsbelchluß. Man solle dem Ausschuß- antrage zuslimmen. Abg. Dr. Schmitt (Ztr.) hält den Antrag Reh für überflüssig, da jede Partei das Recht des Einspruchs habe. Die Wahl- Prüfungen würden in England, das in bieder Dinsicht am weitesten vorgeschritten, auch nicht vom Dause selbst vorgenommen. Zi letzter 3nnaiy habe das oberste Verwaltungsgericht zu entscheiden daraus komme es an. In der folgenden Mstimmung wird der Ausschußantrag an genommen, der Anttag Reh abgelehnt. Die Art. 66 bis 70 werden in der vom Ausschuß bcan trag len Fassung angenommen. Die folgenden Artikel 71 bis 79 betreffen die Besoldung, die Wahl und das Ausscheiden des Bürgermeisters und der Beigeordneten aus dem Amt, ferner die amtliche Stellung der Stadtverordneten, Geschäfte und Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, sowie die Sitzungen der Stadtverordnetenversamm iuiqjen. Die Art. 71 bis 79 werben ohne Debatte angenommen Zu Art. 80, das Bestätigungsrecht betreuend, liegt ein An trag der Abgg. Reh, Gutsleiich u. Gen. vor auf namentliche Ab ftinimung. Abg. Ulrich (Soz.) bedauert, noch nicht in der Lage zu sein den Ausführungen des Kollegen Dr. Zuckmayer zu entgegnen, da das Stenogramm leider noch nicht sertiggesteltt fei. Abg. Köhler (wild): Das Bestätigungsiecht sei ein nltei Zops, an dem man nicht länger bleiben solle. Der Redner werde gegen den Artikel stimmen. Es folgt die namentliche Abstimmung. Gegen 9 Stimmen (Frei)., Sozialdemokraten, Köhler und Joutz) wird ber_ Artikel angenommen. Tie Art. 81 bis 98 gelangen gegen die Stimmen । der Sozialdemokraten ohne Tebatte zur Annahme. Bei Art 98a beantragt Abg. Pennrich (Ztr.) Strich der Pos. IV: ,,Dic Genehmigung des Kreisrats ist ferner erforderlich zu Verträgen, durch welche Dritten Rechte aus Versorgung der ötabtgcineinbe oder ihrer Angehörige i mit Wasser, Kraft, Licht, Deizung obei Rechte in Bezug au; Transport- und Verkehrswesen eingeräiiml werden' sollen" und begründet seinen Antrag. Tie Streichung der Position entspreck>e nnntücrbrcilcten Wünschen. Abg. R e b «Freis.) beantragt Strich des ganzen Art. 98a, der von den Fällen der eriorberlidjen Genehrnigung der Aufsichtsbehörde handelt. Ministerialrat Best: Die Städte seien keine Republiken, wie die Sozialdemokraten behauptet hätten. Wenn die Regierung aus die Aufsichtsrechte verzichte, gebe sie wichtige staatliche Rechte aus der Dand. Die Bestimmung der Pos. 4 sei von so großer wirtschaftlicher Tragweite, daß man sie im Jnteres e bei Gemeinden schützen müsse. Es handele sich hier vorzugsweise um eine Prüfung nachteiliger Beschlüsse der Gemeinden. Er bittet, die Position beizubehalten. Abg. Dr. Glässing (natl.) beekämpft scharf den Antrag Reh auf Streichung des Art. 98 a. Der Artikel sei aus wohlüberlegten Gründen geschaffen worden und bedeute einen Schutz der Gemeinden in wirtschaftlicher Beziehung. Abg Dr. Zuckmayer (Zentr.) ist der Ansicht, dem Antrag Pennrich stattzugeben. Abg. Breidenbach (Bb.) schließt sich dem Antrag des Abg Pennrich aus Streichung an. Abg Dr. Schmitt (Zentr roenbet sich gegen die Pos. III, in dem das Ministerium als Rekursinstanz über den Provinzial- ansschuß gesetzt ist Ties wiber'preck-e dem im Dause ausgestellten Prinzip. Er beantragt, Pos. III zu streichen und zu ersetzen durch die Bestimmung in Art. 98, II, nach der, wenn die erforderliche (Genehmigung nicht erteilt wird, das Verwaltungsstr eü- verfahien ftattiinbet. Abg Pennrich (Zentr.) spricht nochmals zu seinem Antrag, den er dahin abamert, daß er neben Abs. 4 noch Vos. 11 gestrichen haben will: Tie Vorschrift des Abs. 1, 4 findet auf Stadtgemeinden von mehr als 20 000 Einwohnern feine Anwendung Alg. Reh (sreis.): Die Selbstverwaltung erhalte durch An 98 a einen Schlag ins Gesicht. Er bitte, seinen Antrag anzunehmen. Minister v. Dombergk: Der Vorsckstag des ?lbg. Dr Schmitt sei beachtenswert. Vielleicht könne der Mittelweg gegangen werden, daß man es bei der Beschwerde an den Pro-- vinzialaussckmß belasse. (Pause.) Abg. Dr. Glässing (natl.) spricht sich dafür aus, daß Zur Geschichte der Eichener £iebigöenhnals. i. Unter den Gießener Sehenswürdigkeiten gilt mit Recht als eine dn schönsten das Liebigdenkmal an der Ost-Anlage. Wir sind so getvöhnl, dieses herrliche Werk Schapers in jeinci stimmungsvollen Umgebung rein ästhetisch zu betrachten, das. es wohl kaum jemandem einfallen wird, über seine Gesck>ichidc nad^ubeiifen. Infolge der Erhaltung des Liebig-Laboratoriums und der beginnenden Einrichtung eines Liebig-Museums sind nun schon jetzt eine ganze Reihe von höchst interessanten Erimirrungen aus der Liebigzeit dem Arbeitsausschuß znr Verfügung gestellt tvorden, wofür den Spendern lebl-aster Tank gebührt. Tarunter befindet sich ein Briefwechsel, aus dem die Vorgeschichte des Gießener Liebigdcnkmals klar l-ervorgeht, da er im WesenlUck)eti zrvischen drei Dauplbeteiligten,. nämlich dem Bildhauer Schaper, dem Cl?emiker A. W. Dosmann in Berlin dem beiülymien Schüler Liebigs, unö einem Mitglied des Gießener Teiikmalkornitees, bt*m Professor der Architektur von Ritgen geführt ist. Es ist daraus ersichtlich, welck>e Mühe es gekostet hat, das Werk, welches uns jetzt vollkommen selbstverständlü, erscheint, zum glüdlleben Ende zu bringen. Gerade jetzt, wo ein Zweiles Tenkmal der Erinnerung an Liebig in Gießen in der Entstehung begriffen ist, bat dieser Briefwechsel eine Art symbolische Bedeutung für die Gegenwart, da er zeigt, wie nur durch mül^cvolle Arbeit ein Ziel zu erreichen ist, das später nach der Fertigstellung auch weiteren Kreisen als nützlich und notwendig erscheint. In diesem Sinn mück-le ich aus bem mir borliegcuben Briefwechsel die folgenden Teüe zur Lbennuiis weiterer Kreise bringen: I. F. Schaper an D- tnm Rügen. Berlin, den 27. Juli 1885. Sehr geehrter Derr Professor! Haben Sie besten Tank für Ihr verehrtes Schreiben vom 23. ds. Mts. und die beiden Zeichnungen, die für mich bei der Lösung der mir nun klar vorgeschriebenen Aufgabe von großem Nutzen fein werden. Wenn Ihnen seiner Zeit von Derrn Geheimrat $)ofmarat mitgeteilt wurde, daß ich bereits eine kleine provisorisck^ Thonskizze angesertigt habe, so hatte dies durchaus seine Richtigkeit, ich war nur von der weiteren Ausführung dieser Skizze abgekommen, weil mich eine mehr ideale Lösung der Aufgabe besck-äfligte, wie Sic dies wohl aus meinem Briefe ersehen haben. Jetzt, wo mir das Comit4 durch Sie meine Ausgabe ganz bestimmt gestellt hat, werde ich aus meine erste Anssassung zurückkommen und dem Comite wohl bis Anfang des nächsten Jahres einen Entwurf vorstellen können. Jmvieweit das plastisch fast unmögliche Kostüm eine Bewältigung der Ausgabe zuläßt, muß nun verbucht werden. Jedenfalls handle ich wohl nicht gegen den Wunsch des Eomites, wenn ich i>erfiube am Postament durch einige allegorische Figuren noch die Beziehungen Liebigs zur Wissenschaft und zum praktische n Leben z u m Ausdruck zu bringen. Ich würde wenigstens hierin dem Wunsche des Gr. Gel-eimrats Dofmann nachikommen, der mich immer aus die Lösung meines Goethedcnfmals hinwies, wodurch ich vielleicht auch von meiner ersten Auslassung abkam. Run ich hofse eine glückliche Stunde wird Nlich allen Wünsck-cn gerecht werden lassen. Mit ergebenstem Gruße F. Schaper. II. F. Schaper an D- von Ritgen. Berlin, den 8. Februar 1886. Sehr geehrter Den Professor! Ta ich Ihnen seiner Zeit versproä/en batte, den Entwurf zum Liebigdenkmal int Januar 86 einzusenden, so möchte ick» mich I^icrburd) bei den Gießener Derrn bes Denkmalscomites ent» schuldigen, daß dies nvck) nicht geschehen ist. Es Hal dies seinen Grund lediglich in dem Unwohlsein des Geh. Raa Dosmann, der die Skizze noch vor der Vr-rl-aiü>- lung (eben möch:e. Fertig steht dieselbe bereits seit einigen Wochen hi meinem Atelier. Ich glaube ich habe Ihnen noch gar nicht einmal gedankt für die Zusendung der gezeichneten Skizzen in Betreff d e r A n f fassung I ch habe die selben meiner jetzigen Skizze ju Grunde gelegt und hoffe Ihren Wunscl^n dadurch oeitfbt geworden zu fein. Allerdings sä-cuit mir für Gießen diese Auffassung auch die einzig rrchnge. Eine nähere Erläuterung des ganzen Entwurfes werde ich Ihnen mit der Zusendung desselben zukommen lassen. Vorläufig also dies zu meiner Rechtfertigung. Prof. Dofmann wird wol-I noch in dieser Wische die Skizze anfehen können und es erfolgt dann sofort die Uebersendung. Mit Dochacknung grüßt ergebenst F. Schaper. III. D. von Rügen an F. Sck-aper. Gießen, den 18. März 1886. Geehrtester Derr Professor Sck>aper! Vorgestern kamen die drei Kisten mit 3Irrem Entwürfe zum Liebigsdenkmal hier cui, gestern habe ich das Modell in der Aula aufgestellt und bin entzückt davon. Deute früh nun ward es von dein Comü6 in Augenschein genommen, und sand ungeteilten Beifall, doch machten in der bann folgenbcn Beratiurg aas VerwaltungSstreüverfahren einheitlich für Art. 98 und 98 a entsprechenb dem Vorschlag des Abg. Dr. Schmitt gesetzt wird. Geheimerat Best will sich damü zusrieben geben. Präsident Daas schlägt vor, den Art. 98 a bis morgen zurückzustellen. Abg. Korell (Bb.) beantragt, den Artikel an den Ausschuß zurückzuverweisen, womit Abg. Dr. Glässing (natl.) sich nicht einverstanden erklärt. Das Daus verweist sodann einstimmig Art. 98 a an den Aus* schnß zurück. 9bg. Dr. Schmitt (Zentr.) will bei der zweiten Lesung des Gesetzes bei Art. 98 einen gleichen Antrag stellen. Die Art. 99 bis 106 weroen mit kleinen redaktionellen Aende- rungen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ohne Debatte genehmigt. Bei Art. 107 beantragt Abg. Dr. Glässing (natl.) auf Vorschlag der Stadt Gießen den Zusatz: Durch Geschäftsordnung kann auch ein späterer Zeitpunkt zur Feststellung der beschlußfähigen Zahl der Stadtverordnetenversammlung bestimmt werden. Minister D o m b e r g k hat hiergegen nichts zu erinnern, desgl. Abg. Dr. Schmitt. Art. 107 wird mit diesem Zusatz gegen zwei Stimmen angenommen. Zu Art. 108, Sitz und Stimmrecht des Bürgermeisters und der Beigeordneten in den Sitzungen fpricht Abg. Dr. Zuckmayer, der Den Beigeordneten nur Sitz, aber nicht Stimmrecht g. R c h (tret).) stimmt dem Zurückverweisungsantrag yii Das Daus nimmt darauf diesen Anirag an. Abg. v. Brentano erinnert an seine Interpellation, betr.. das Winzerelenb in Rheinhessen, und bittet, diese als nächster» Gegenstand aus Die Tagesordnung zu setzen. ?lbg Molt Han (Zentr.) betont ebenfalls die Wichtigkeit der Interpellation. In Rheinhessen sei man über die Verzögerung sehr ungehalten. Minitler o. Dombergk war bereit, mündliche Auskunft zu geben und hatte daher von einer schriftlicksen AnNvort ao- gesehen Er werde sie aber, da es gewünsckst werbe, gerne geben. Schluß der Sitzung 1 Uhr 50 Mm. Nächste Sitzung moiges Mittwoch 9 Uhr. einzelne Mitglieder verschiedene vielleicht nicht ganz unwichtise Benlerkungen. Man fand 1 daß das rechte Bein etwas scknes stehe, 2. daß der Kragen des Ueberziehcrs zu breit war und dadurch den Dals und Kops etwas unfrei erscheinen lasse, 3. daß auch die Dalsbinbe zu breit und dick sei, 4. daß an der Figur der Agrikultur der rechte Arm etwas zu trotzig aufgeftemmt erscheine, 5. daß unter die Fruchte im Fulthrn ein Pinienzapfen nicht gehöre, 6. daß das entschleierte Bild der Göttin Natur vielleicht eni>as kleiner sein dürfe im Verhältnis zur Figur der Wissenscktafl. Dock) das sind nur individuelle Ansicksten, die ich jedoch gebeten wurde, Ihnen mitzuteilen zu beliebiger Berücksichtigung bei der demnächstigeii Ausstil>rung im Großen. Fernei soll ich Sie bitte«, mir wo möglich bald den Maßstab müzuleilen, um wievielmal die Ausführung größer nxrbtn soll als das Modell. Sie haben übrigens sehr gut getan, dem Modell die gewünschten Farben zu geben, und wird es sich bt*mnäd)ffi auch um das Material des Postamentes handeln. Ter bunte Marmor von der Lahn ist anfangs sehr sck>ün. Verblaßt aber bald in den Farben. Ich möchte dahr Sienit vorschlagen, wenn bmelbc nicht zu teuer wird, und barunter als Sockel unsere« Louborser Lungstein, welch>r unvernmsttich ist. F-ür heut meine Freude über Jln Werk! Wenn Sie Derrn Geh. Rat Dofmaiin seheii, grüßen Sie ihn von mir. Mit herzlichem Gruß unb in wahrer Verehrung Ihr ergebenster D- von Rügen. IV. F. Schaper an D- von Rügen Berlin, den 21. Mürz 1886. Sehr geehrter Derr Professor! Dabeu Sie boten Dank für Jl-ren werten Brief oont 18. ds. Mts., in welck^m mich in erster Linie sehr erfreut, daß ich in Betreff der Statue selbst das getroffen zu haben scheine, was von dem Eomits gewünscht und speziell Don Ihnen, in Folge^ Ihrer Zeichnung erwartet wurde. Tie kleinen Aus)tellungen, welck>e Sie mir mitteilen, werde ich bei weiterer Ausführung beachten, möchte aber hierbei gleich bemerfeu, daß es bei den erwähnten Abänderungen wohl kaum bleiben wird, da bei einer weiteren Entwickelung des Denkmals sich nock) mancherlei ändern wird. Was die Statue selbst betrifft, so l>atte ich, wie ich wohl schon früher erwähicke, das P o r t r a i t T rau lscholds,welches ineinemvorzüglichenStich existiert, zu Grunde gelegt und daher vielleicht baj envaS hohe Rockkragen und die lwhc Binde. An den Figuren des Postamentes weiß ich z. B. noch nicht, ob ich der SBilfeifd^it nicht noch den spezifisch rixmifd^en CHarakte« Zig." mit Exzellenz Lippold verschieden; daS weite Gebiet seiner Betätigung wird ihm jedoch ein dauerndes Andenken im Lande bewahren. — Die Beisetzung findet am Dienstag, nachmittags 3 Uhr, in Mainz von dec Friedhofshalle aus statt. 21 us Stadt uiiD Land. Gief; en, 14. Dezember 1910. Alte Schriften im Privatbesitz. Die Relchswertzuwachsfteoer. Berlin, 13. DH. Der Wertzuwachssteuerausschub setzte die Beratung bei § 62 fort An den Beschlüssen zweiter Lesung bei den §§ 52 bis 54, von denen § 53 gastlichen ist, wird nichts geändert.. Auch § 55 bleibt unverändert. siebener Strafkammer. )( G i e b e n, 13. Dezember 1910. Sittlichkeitsverbrechen und tätliche Beleidigung ist dem Tagelöbner A. O. aus Marburg, der als städtischer Ar» better hier beschäftigt war,, zur Last gelegt. Er hat im letzten Sommer eine Müchvertäuserin auf öisentlichcr Straste tutlich beleidigt und um die gleiche Zeit sich an einer Schülerin vergangen, woraus er flüchtig ging. Für das SittlichkeitSverbrechcu wurden 9 Monate und hir die tätliche Beleidigung ti Wochen ükfangiit5 niigeieljt, die mü eine Gesamtsira^e von v Monaten und 3 Wochen zuruckgenchrt romOen. Der Beleidigten wurde die BeiugniS zu- aefprochen, da« Urteil, soweit es die Beleidiglmg beliifft, aus )toffen des Angeklagte»» im (Dieueitcr Anzeiger zu veröffentlichen. Tie Verwendung von Tynaunt ohne polizeiliche (Sulaiibnid brachte den Bergmann I. K. von Cbci* Wöllstadt wegen Vergebens gegen das Spiengstosigejetz unter An« nage. Der Angeklagte ist auf der Griibe zu Dber-iltosbach beschäl- ilgt, iüo, lvie dre Berbandlung ergab, mit dem Dynamit leidjiiuuiig versahren wird. Er hat im leßicn Sotimier »viederdolt Dynamit- Isetzrrng der Besteuerung den Sich von zehn Prozent bestimmt. Ein Antrag, fünf Prozent zu setzen, wird abgelehnt und der Antrag Droescher (kons.) und des Gegenberichterstatters Gröber (Zentr) angenommen, wonach die Besteuerung erst bei acht Prozent der Zivilbevölke- r u n g anfängt. F-erner wird die in erster Lesung gestrichene Bestimmung wiederhergestellt, daß Werkstätten und ähnliche Ein- richtunge»» der Reichseisenbahnen nicht als fabrikmäßige oder fabriÄihnliche Betriebe im Sinne der Vorschriften des Gesetzes gelten. In § 6 wird der Anteil Elsaß-Lothringens au5 den Erträgnissen der Neichseisenbahnen auf fünf Prozent des Ueberichusses festgesetzt, mindestens auf 2GO 00J Mark. Die Bestimmung, wonach die Gemeinden, denen ein Anspruch auf Zuschuß gegen das Reich zustehen würde, vorweg zu bedenlen sind, wird wiederhergestel.t. Tie erst- malige Ueberweisung hat nicht nach Abschluß des dem Reäfnungsjahr 1LO9, sondern 1910 zu erfolgen. Die nächste Sitzung des Budgetausschu.ses findet am 12. Januar statt. Tagesordnung: M a r i n e h a u s h a l t. !Tvnn wird über den Fideikomißstempcl verhandelt. Hierüber findet eine sehr eingehende Aussprache statt. Das Ergebnis der Abstimmung ist, neben einigen Aenderuugen von nicht wesentlicher Bedeutung, die Herabmiichcruug des in erster und zweiter Lesimg beschlossenen Fideikommißstempels, der alle dreißig Jahre zu entrichten ist, von %auf i/s^o, also auf die $?älfte. Ter - Landes für st und die Landesfürstin sind von der Abgabe befreit. Zurückgegriffen wird bis zum 1. Oktober 1909. Durch die Einschaltung eines § 54a wird sichergestellt, daß die Gemeinden die 40% auch vom Fideikommißstempel erhalten. Tie Erörterung wendet sich sodann den Bestimmungen zu über die Forterhebung des zweiten Drittelprozents der Umsatzsteuer neben der Zuwachsfteuer. Ein konservativer Antrag nriU bis zum 1. Juli 1914j daS -weite Drittclprozeut sorterhcben. Dieses soll jedoch auf den Betrag der Zuwachssteuer in jedem Fall angerechnct werden. Nach dem 1. Juli 1914 soll der Zuschlag ganz in Fortfall kommen, wenn die Zmoachssteuer dem Reich durchichnittlich 20 Millionen gebracht hat, Midcrnsalls um so viel, als die Zuwachssteuer ge- bracht hat, ermäßigt rverben. Nach Wegfall des Zuschlages soll von sechs au sechs Jahren der UmsatMempel ermäßigt werden, >»>enn die Zuwachssteuer mchr als 20 Millionen bringt. Ein Antrag des Zentrums will gleichfalls bis zum 30. Juni 1914 den Zuschlag beibehalten, soweit |id) im einzelnen Falle nid# eine Zuwaä^teuer in fcübe des Zuschlages ergibt. Nach dem 30. Juni 1914 soll der Zuschlag ganz wegfallen. Falls innerhalb eines sechsjährigen Zeitraums der Jahrcsertrag des AiUeils des Reichs am Ertrag der Zuwachssteuer 2 5 Millionen übersteigt, soll der Umsatz stempel zu schlag ermäßigt werden. Daneben will der Zentrumsantrag für die lieber- gangszeit vom 12. April 1910 bis 30. November 1910 statt 5er | Zuwachs steuer einen weiteren Zuschlag zur Umsatzsteuer erheben. ” . "" " ** Geheimerat Dr. Lippold +. Wie rott am A "§lafl abCni,iU Darm, mancherlei ändern. Ich bitte nur, mir das Vertrauen zu schenken 'm Ä- /ur-cm Krankenlager OberlandeSgertchtspiästdent das ich das letzte meines Könnens hergeben werde, um Erfreu-' '' ^lrrL Gehennerat Dc. Adolf Lippold. Am WÄWÄW" lt»05*y5? Ä-ftTÄ l1>eul?Xobttn. 2<5° Meter beträgt. Es ist dies die jfi “nö "" 2ahre 1885 wurde er als Richter in baS Ober- bei btibcn Uifluttn von Scharnhorst und Bülow neben bet Wache ^"desgericht versetzt. 1892 wurde er nun SanbeBnericbls. für bas Ferne beroäljrt. prälibenfen in wlamz befördert und im Jabre 19U5 als nfdjeincn. Als Material 'ist werter"n" M OberlandeSgerichtS gellelll. In genau m bet angegebenen Farbe zu hoben ist, angenommen 6lc',cr Stellung sinbcn wir ihn bis znm Jahre 1909, in dem icchvLdtschen Granit nur unpotten und dunttcr bis znm 1. Oktober unter Anerkennung seiner ausaezeich- es ^^Elichffe, welches ncten Dienste unter Lerleihnng des Edarakters als Wick! M-4 £enhna13 Cine W» öeöcimnat nut dem Präd.l'a.e^llcnz- in den RuhLlb Ich glauoe hiermit den in Zhrem werten Schreiben gewünschten I ÜCt’cÖt wurde. Bereits als Landesgerichtsprastdcnt wurde er 8T^' 9CtDDÄn iU lkm. öurd) das Vertrauen des Großherzogß im Jahre 1905 in ftarie^ bmf^ ^cr füt bie mir gesandte Erste Lämmer der Stände berufen; und da er während Mit hockiachtungsvollen Grüßen Ihr ergebenster ^C, ßan?cn $eit seiner Zugehörigkeit zur Ersten fiatmner dem F. Schaper. I ^esetzgebimgsauSschlisse angehörte, tomtte er, wie in seinem V. Moritz Earriöre an $). von Ritgen. I ^"pkderuf, seine alksgezeichneten juristischen Kenntnisse zum Verehrter Herr Kollege! Besten des Landes verwerten. Ter scharfdenkende Ilirisl Ein paar Ltzoa^n war, setzte ich mich l)alte aber noch andere Gebiete, für die er sich interessierte °c bis zu fernem Lebensende ,'ne rege wraa, rlM für die Tarsteümi । deo Eesu^ez no^eine Phot^avvie' lrOl,; *° hatte er besonders ein hervor, edjaeer tarn gerade von Eirol, wo er Marniürbriiri.c bciudu r"flcu®cä siuntzoerstandins und seine Liebhaberei für die allen ^na^^‘3-eMn‘,!tcu M“ tintt Ärt, bie bem Pari- ^rache., beschäftigte ihn nicht nur wahrend feines an. b*” ma™, Berufes, fondem auch noch, währenddem er den und dadurch das Tenlmal m München vor der Errttarüe ttü> ^9''!'^' Er war ÜHilßlicb bcs OiefanttvorslanbeS U'-ur-u. io wünsch, tu) mit L.ltzelm £t0,maiin, , S»6.msch.«.n»a,.t>chen 3■««J&ÄIK ■' i,rtlfR uv» and) Jlwe GnuaK ,n otqe .i ^temS an. Leute hervorragenden wtsfenfchattttchen '4:r". / lI““lc,u .. .. ,CM Henntmffe erhielten un Jahre 1906 bie Stnerfetmuna der ■ I- . .ur,.,.t Grünen hochachtungsvoll Ihr ergebenster lurtutfchen Jakultät in Gieyen, bie ihm den ßr iur hon c X eatIOTC< stertteh. Ltn füllet, steig,ger Siebener ift n. d. .Tarrnst Kreis Schotten. r. Schotten, 13. Dez. Schwellende Knospen statt Eis bringt uns der Dezember. Die geradezu frühlingsähnliche Witterung lästt an den Kastanienbäumen so» wie an dem Gesträuch ihre tätige Wirlunb erkennen, aufl den Wiesen öffnen Herbstzeitlose und sonstige Blüten ihre Kelche. Wenn auch dieses Wetter dem 5tohlenkonto zugute kommt, so wäre jetzt doch ein richtiges Winterweiter: erwünschter, ehe daß uns ein später Frühling werde. X Schotten, 13. Dez. Anfang nächsten Jahres ist das Rhern-Main-Theater von dem hiesigen Volksbildungsverein zu einem weiteren Gastspiele in der Turnhalle gewonnen. Die letzte Ausführung von Lessings „Mintra von Barnhelm"' hatte such eines guten Besuches zu erfreuen und die Darsteller ernteten lebhaften Beifall. OOber-Seemen, 13. Dez. Hier ist ein K i r ch e n gesangverein unter Leitung des Lehrers O. Westrupp ind Leben getreten, welcher nahezu 50 aktive Mitglieder zählt. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar, 13. Dez. Ter Landesverband Nassau des Hansa-Bundes veranstaltete gestern im Saale des Restaurant „Schützengarten" einen öffentlichen Vortragsabend. Trotz der Wlenkuna, welche bie festlichen Verx anftaltungcn der letzten Tage der hiesigen Beoollerung ge< boten har, war eine verhältnismäßig zahlreiche Zuhörerschaft erschienen. Herr Emil Brandt von der Berliners Zentralstelle des Bundes sprach in mehr als einstündiger Rede über das Thema: „Der Weckruf des hansa^ Bundes an das erwerbstätige Bürgertum in Stadt und Land." Seine Ausführungen wurden ebenso wie eine Ansprache des Vorsitzenden des Landesverbandes, Herrn Al- uert Stur m - Wiesbaden, mit Beifall aufgenommen. Nach kurzer anregender Aussprache richtete der Vorsitzende der ätreisgruppe Wetzlar, Generaldirektor Kaiser, einen warmen Mahnruf an die Erschienenen, die Bestrebungen des Hansa-Bundes nachdrücklichst zu unterstützen, und betonte, daß nur eine ernste, planvolle und vor allem mit Geduld durchgeführte Llufklärungsarbeit bie vorhandenen Schwierigkeiten überwinden lassen werbe unb bann schließlich der Ersotg nicht ausbleiben könne. Eine Vorstellung des hZsischen Automobilklubs an die Zweite Kammer. Der Hessische Aulomodii-niub hat an die Zweite Kaiw» in er eine längere Eingabe gerichtet, in der es unter Bezugnahme aus den beiannten Antrag Köhler u. a. heißt: Der Hessische Automobillliub hat, wie durch die Tagespreise bekannt geworden ist, im Lause des Spätsommers L I. sogen, Probefahrten nach allen Richtungen der Provinz Starkenburg, unter Zuziehung von Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes unternommen. Der Zweck dieser Probefahrten war, festzustellen, in welcher Weise von den die Fahrstraße passierenden Fuhrwerken die gesetzlichen und polizeilichen Bestimmungen gehandhabt werden^ Das bei diesen Probefahrten gesammelte statistische Material gestatten wir uns in der Anlage beizufügen. Die bei diesen Probefahrten gewonnenen Erfahrungen haben dazu geführt, söge-« nannte .,10 Gebote für Fuhrleute" zu verfassen und zu veröffentlichen. Die Anregung hierzu ging ans von dem Vorstand des Großh. Polizeiamts Darmstadt, dem Herrn Regre- rungsrat Dr. Kranzbühler. Dieses von der gesamten Oef,entlichkeit anerkannte Bestreben des Hessischen AutomobilNubs ist von dem Herrn Antragsteller offenbar nicht verstanden worden und hat ihm Anlaß gegeben, Stellung gegen den Hesfischen Aulomobilllub und allgemein gegen das Automobilwesen zu nehmen. Hier sei kurz bemerkt, daß in Oesterreich unsere jetzt in Deutschland bestehende Fahrordnung eingeführt werden soll, wohl auch ein Beweis für ihre Zweck- mätzigkeit. Sachlich beantragt der Herr Mgeordnete Köhler, eine Aende- rung der Bestimmungen des Hessischen Polizeistrafgesetzbuchs vom 10. Oktobter lö/l vorzuuehmen. Der gestische Automobilklich hat ein dringendes Interesse daran, Stellung zu diesem Antrag zu nehmen und den Herren Abgeordneten Aufklärung zu geben und nachzuweisen, daß es weder im Interesse der Führer der von Tieren gezogenen Fuhrwerke, noch int Interesse der Automobilfahrer gelegen ist, die Bestimmungen des .PolizeistrafgesetzbuchL' in der beantragten Weise zu ändern. Der Herr Antragsteller bezeichnet bie zurzeit in Geltung befindliche gesetzliche Regelung als unsinnig, daß nämlich ein überholendes Fuhrwerk an dem vorfahrenden links vorbeifahren muß, während es nach Ansicht des Herrn Antragstellers zweckmäßiger sei, daß das überholende Geführt rechts vorbeifahren soll. Die gesetzliche Regelung dieser Materie ist von dem Reich erfolgt und deshalb der Zuständigkeit der verehrlichen Hessischen Kammer entzogen. Aber auch abgesehen davon, würde die beantragte Aenderung der Besttmmungen des Hessischen Polizeistrafgesetzbuchs alsdann im Widerspruch stehen mit der allgemeinen Regel, daß Fuhrwerke stets auf der rechten Seite der Straße zu fahren haben. Sollte eine Aenderung in der beantragten Weise erfolgen, dann würde ein Zustand geschaffen, der in weit höherem Maße geeignet wäte, die Sicherheit des Verkehrs auf der Landstraße -u gefährden, als dies zurzeit der Fall i|t Wenn nach der Ansicht des Herrn Antragstellers nicht links, sondern rechts vorbei« gefahren werden soll, dann wird der neben seinem Pserde links gehende Fuhrmann allerdings nid)t von überholenden Fuhrwerken in Gefahr gebracht, wohl aber von den ihm entgegenkouimenden Fuhrwerken. Ferner muß es jedesmal zu Zusammenstößen führen, wenn im Falle einer Straßenkreuzung das vorfahrende Fuhrwerk nach rechts in die Straße einbringen will, im Augenblick, wenn ein einholendes Fuhrwerk rechts vorbeifahren wollte. Fährt das einholende Fuhrwerk jedoch links vorbei, wie eben die Regel ist, o kann es niemals zu einem Zusammenstoß kommen. Im übrigen wäre es nach unserer Ansicht verkehrt, eine Aenderung des Zustandes herbeizuführen, der bei der Bevölkerung in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es könnte durch eine Aenderung der gegenwärtig in Geltung befindlichen Vorschriften nur eine heillose Verwirrung angerichtet werden, die ihrerseits wieder geeignet wäre, Unfälle herbeizuführen. Von Oberbibliothelar Ebel geht uns folgende beachtenswerte Zuschrift zu: „An bie Unrverfitäts-Bibliothek Gelangte dieser Tage eine Anfrage des Auskunftsbureaus der deutschen Bibliotheken in Berlin, ob sie eine Schrift, betitelt „Die Schasrepu- blik und bie Reaktion, ein poetisch-humoristisches Zerrbllb • .. n . ,r ,, . . ber Zeit aus bem Jahre 1848", gedruckt in Gießen 1851, 3uroü^|leua: euien fiteren 3«!^ juibef^c. Tie Anfrage, bie leider verneint werben mußte, d-r ISnabmra bts A-'ichcs, roie ’fic baü 9 , "" Veranlassung, einen schon lange gehegten Wunsch garantiert seien, aus. T-er Ertrag der Zuwachssteuer sei bei bei unleren Mitbürgern Vorzutragen. Fmanzresorm auf 20 Millionen angenommen. Das Reich müsse! In gewiß vielen Bürgerhäusern — von einigen weiß Garantien haben, daß ihin biese 2 0 Millionen bleiben, ich es bestimmt — befinden sich gebrückte unb ae- was das Reich nöti^ sch riebe ne Erinnerungen aus alten Tagen, T^ Sch a tz l7k e^ " warm r K ®- äIteTC Gießener Zeitungen, namentlich aus politisch bestimmte Eniuapmen zu vertrösten. Tie'Wirkung sei md^u L,c^e9tc^ 2eit, Flugblätter unb Flugschriften polnischen überiebat, ihre Traglveite werde übersd-ätzt. 9 * * “nb anberen Inhalts, Fastnachtszer.ungen („Rasselschneck", Ter Vertreter bei Reichspartei |ullt sich auf den Stand- „Fastenbretzel"!), Pamphlete, Polizeiverordnungen, Denk- vunkr des Reichsschatzamts. schriften, Vereinssatzungen u. bergt Von Hanbfchriftlichem: Bon einem Abgeordneten der Volks Partei wird darauf Alte Akten, Urkunden, Chroniken, Stammbücher, Briefe, bingaviefen, daß der Ausschuß jjar nicht ui der Lage sei, fest- Zunftrechnungen usw. Endlich Zeichnungen, Bilder, Pläne SÜ9lld)usw. All diese Tinge haben für den gegenwärtigen Eigen» nhmpn9xl?* ick Budgetauofchutt du lümer, der sie oftmals gar nicht lesen oder ihren Inhalt Haushaltsentwurf. Ä ftehe^ n^ch^nİ9^velcher ^Hüy! in ber ^?öcl ?Cni° ober 9at keinen Wert. Ausgaben für die Herresrcform nötig seien, ro^ji ja irod) garnubt Hn^a^tCt ö.c^n Jie 8U Grunde oder sie werden mit dem deren Gestaltung zu übersehen fei; ebensorveuig misse man was ^uchlaß verschleudert. Verkauft sie der Besitzer, fo gibt bie Veteranenfürsorge koste. Erst wenn diese Voraussetzung nor- lVm bcr Antiquar höchstens ein paar Pfennige, von denen liege, könne man sich eiidgültig schlüssig machen. Es scheine ja er auch nicht reich wird. Andere wieder haben unglaublich auch feinen Parteifreunden, daß sür die Jahre bis zum 1. April übertriebene Vorstellungen von dem Wert ihrer Schätze l5lt i009 abzubürden fei, und können sich nicht von ihnen trennen. In allen Fällen abet finb bic Reliquien gerade für den, der den Achten S davon machen iönnt- verloren Im richtigen Redner beantragt den ganzen Äbichnür ,u stretchen ^es km 8u[La"L1lCn^n0 spinnen |te oft für bie Jett- und Orts- ^chatzsekretär zu überlassen, die jur nötig erachtete fleine ober Tür btc Kulturgeschichte eine Bebeulung, Finan-resorm besonders emzubringen mid bei der Haushalt^- sie als versprengtes Einzelstuck nicht haben, unb geben verabfchieoen. jetzt vorher Nicht geahnte Ausschlüsse. Ein solcher Fall . ndrumttc V Vauf den Münzgewinn hin, liegt bei ber eingangs erwähnten Anfrage ber Berliner ^llnckt '^r^diL^npal<^Kb bc,tu?,nt sti. Der köwic Austunftsstelle vor. Der mir unbekannte Forscher ist mög» in f^r&Ua9CÖ ^.^Nüeäogen werden. Ilcherweise mit einer Arbeit über politische Satiren be- Münzgewuins zu dem angegebenen Zwttk? das sei Versteckcuspie? Bettraa^l e^?^ e!ncn wichtigen vas bedeute die Militärvorlage unb die Beteranenfürsorge ^auf ^0"rag liefern würbe. Dre ^chrtst b.eibt chm aber Vvr- Auleihe zu nehmen. Eshaiidle sich um bie Ausführung oes Finanz- ^uthalten, wahrenb |ie vtelleicht im Privatbesitz bem Mober gesetzes. Die weitere Beratung wird auf Mittwoch vertagt, ober den Mäusen zum Opfer fällt. -------' ^us Beifpiel zeigt, baß Drucke, Hanbschriften, Zeich- oie 2. Ausschutziesung öes Keichrbesteuerungsgesetzer. nungen usw., wie ich sie oben gekennzeichnet halbe, am; :: öettin 13 ^sten in einer wissenfthoftlichen, jedermann zugänglichen Me SteUUebrei::?f?e”6 S:»nM*. gefe&es por. Tie Beschlüsse erstes Lesung rourben® i n I jVum Ve V G e^sch ich""ve ni. ba8 SDiu' bei Ankommen" aus 0>tunbbcf'“(§ 3)" ,^d wttd^r^^st7ttg? ■ ®beS^b-9^t "V™6 dringende unb herzliche Bitte ba- auf Grund einer Erklärung des MinisteriawirektorSLe.' I S^tX I°lcher Gegenstände mochten sie im In- daß bie Aufrechterhaltung bicfec in erster Lesuna einacf a cn ^er 1))en)d;aj11 td>en Benutzung unb einer für bie Bestimmung bas Zustandekommen des Gesetzes au s ub Durfte gesicherten Aufbewahrung einer ber brei genann- gefährde. In erster Lesungwurde^bir^Prozent' ^ Eigenlumsvorbehalt ober Betracht kommenden Acbeiterbevötterung tm Verhältnis zur überweisen, eie werden sich damit Zivilbeoötterung der Stadt, der die Besteuerung des Rdms- nbC »or allem betriebet begründet, auf zwei Prozent feftaefeht Ti erwerben, hochherzig und gemein- wird von der Regierung wie schon ui er re/Lewna ent- ^ben. Zur Erteilung von Auskünften schieden bekämpft;'die Regierungsvorlage Ratschlagen bin ich ^derzeit gern bereit." oalronen, ble er noch in feinen Kleidern fletfcn hatte, auf dem Aeimtuefle im Reibe zur Explosion gebracht. Der Angeklagte be- j0UVtete, nur Zündhütchen abgebrannt zu haben; das Gericht •lfme jedoch fest, bau er miubefien-s in zwei fällen auch Patronen lir Erolosiou gebracht hat. Uebrigens satten die Zündhütchen .denfalls unter bas Gesetz. Das Gericht nahm eine fortgesetzte Handlung an uitb erkannte nuf die 'Bliminaiftrafe von drei lUoiiatcn Vefängni-S. Dav Gericht war mit ber Staatsnmvaltschast einig, jajj im Dorliegenben Falle Begnadigung am Platze fei. Eine Privatklage vurde von dem HandelSinann A. S. in Alsfeld gegen den HandelS- nann E. F. dorten erhoben, weil er ihr. in ber OeffentlichkeU des freMiches bezichtigt halte. 2lni Schöffengericht wurde der 91r.‘ i'efloaie wegen Beleibignug zu 200 Pik. Geldstrafe verurteilt. Vor )em Berufungsgericht nahm der Angeklagte feine Aeußerung unter )ein Ausdruck des Bedauerns zurück: er vervflichtete sich, die Er- lürung auch innerhalb zwei Wochen im Alsfelder Kreisblatt zu leröfientlichen und bezahlt 70 Mk. zu Gunsten ber Alsielder Orts- ttmen. Die Klage wurde hierauf zurückgezogen unb bas Verfahren ungeftellt. _____________________________________ Die Moabiter Stratzenlrawalle vor Gericht. < Berlin, 13. Dezember. Bei Beginn ber heutigen Sitzung befinden sich nur noch acht Personen auf ber Anklagebank. Am Verteidigungslische nehmen tur noch Reck)tsanwalt Heine unb Rechtsanwalt Heinemann Llatz- Es wird in der Erörterung des allgemeinen Teils fortgefahren mb zunäcM eine Frau Thomaske vernommen, die an inem ber Krawalltage bei ihrer Schwester in der Rostocker- trafee zu Besuch war und beobachtete, wie die Volksmenge von )tn Schutzleuten mit blanker Waffe die Strafe hinabgetrieben imrbe. Ein junger Mann, der von einer anderen Rickrtung 'am, wurde von einem Polizeioffizier vorgenommen. Der Offizier schlug ihn mehrmals mit ber blanken Klinge auf den Rücken, vorauf biefer unter einen auf ber Straße stehenden Handvagen kroch. Der Staatsanwalt beantragt hierauf die Ladung des Journalisten Steinberg und mehrerer Schutzleute, die bekunden ollen, daß die Schutzleute sich korrekt benommen und daß der mgeblich geschlagene junge Mann „Bluthunde" gerufen hat. R.-A. bei ne: Ich habe nichts gegen die Ladung dieser Herren, muß tber doch bemerken, daß, wenn der junge Mann auch wirklich ,Bluthunde" gerufen haben sollte, für den Offizier fein Grund wclag, mit dem Säbel nach ihm zu stechen. Weitere Zeugenaussagen haben das Verhalten der Polizei it dem Krugerschen Schanklokal zum Gegenstände. Es wird dann ber Journalist Steinberg vernommen, fr hat nicht gesehen, baß ber unter dem Wagen befindliche junge Nanu mit dem Stelzbein von dem Polizeileutnant geftodjen wor- >en sei. Auch die diesen begleitenden Schutzleute hätten nur veracht, den Mann hervorzuziehen, nicht aber auf ihn eingestochen. Polizeileutnant Fol te, der nach ber Schilderung der Zeugen flr den Vorfall in Betracht kommen kann, bestreitet wiederholt, iach dem jungen Manne gestochen zu haben. Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt. Sport. — Am Sonntag war ber Verein für Beweg ring s- piele mit seiner 1. Mannschaft in Wetzlar, um das fällige Aiederholungssviel um die Meisterschaft auszutragen. Da ;edoch ein Schiedsrichter erschienen war, lieferte er dem Wetzlarer Fußdall- lub ein Gesellschaftsspiel, aus dem der btefte Klub stark iberlegen mit 4:2 als Sieger hervorging. Nächsten Sonntag mdet auf dem Trieb ein Meisterschaftsspiel gegen B. f. B. Mar> nirg statt. JUL________2!________ UniversitätS'Nachrichten. hc. Darmstadt, 12. Dez. Auf einstimmigen Ankrag der Abteilung für Jngenieurtvesen wurde durch Beschluß von ReN-r unb Großem Senat der Technischen Hochschule dem Chef der Firma Grün und Bilfinger A.-G. zu Mannheim, Herrn Ingenieur August Grün daselbst, hi Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Förderung der technischen Wissen schäft en durch vorbildliche Arbeiten auf den Gebieten des Massiv-Brückenbaues, des Eisenbetonbaues und der Gründungen die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen, Deliniiebtcs. — Rabelais in Musik. Aus Paris wird berichtet: Tas Meisterwerk von Rabelais, der Pa.rtagruel, diese geniale Schöpfung grotesker Satire, wird bemnädyft das Licht der Rampe erblicken, und ber findige Panurg wird als Opernheld über die Bühne ziehen: Claude Terrasse, der bekannte französische Tonsetzer, hat das Wagnis unternommen, die gewaltige Schöpfung Rabelais' in Musik zu setzen. Er hat eine komisct-e Oper in sechs Akte geschaffen, in 5er 14 Personen auftreten, alles Gestalten, die die Phantasie des großen Spötters der Welt geschenkt hat. Tas interessante Werk wird im Grand Theätre in Lyon seine Uraufführung erleben, VÜchertifch. — Die Lebensweisheit ber talmudischen Literatur (Talmud und Midraschim) in dichterischer Gestaltung von Dr. Leo Hirschseld, Großherzogl. Provinzialrabbiner zu Gießen. 2 Teile (Schumanns jüdische Volksbücherei, Band 58 und 59), Frankfurt a. M. Verlag von I. K a u f s m a n n. Die beiden Bändchen wollen nach dem Vorwort des Verfassers die aus dem Vollen schöpfende Lebensweisheit des Talmud unb der mit ihm zusammenhängenden Literatur des Midraschim, ein den gesamten Religionsstoss des Judentums darstellenden Komplex von Sammelwerken, in dichterischer Umkleidung darbieten. Es umschließt nicht allein in erschöpfender Ausgiebigkeit die Sprichwörter ber genannten Literatur, die hier in ihrem weitesten Ausmaße gefaßt ist, sondern auch alle Arten von Sittenlehren, in den mannigfachsten Formen der philosophisch-nüchtern Betrachtung, ber Allegorie, ber geschichtlichen Erzählung, des Witzes, ber lehrhaften Unterhaltung. Mit Genuß wird man diese geschmackvolle Verbeutschung lesen, die uns ein lebendigeres Bild von den Anschauungen unb dem Leben der Juden gibt, als dickbändige Werke. Namentlich auch ber wird viel Freude an den beiden dünnen Bändchen erleben, der die Volkskunde als außerordentlich wertvolles Lebenselement zu schätzen weiß und zu vergleichenden Beobachtungen befähigt ist. Die schlichte, poetische Form gibt dem Werke einen besonderen Reiz. ßanöcL *• Konkurse in Hessen. lieber das Vermögest des Schreiners Heinrich B a cf o f in Mainz, Inhaber der Firma St. Dries & C o., Kistenichremerei daselbst, wurde am 21. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Anroaltsbureanvorsteller Stefan in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforde- rungen sind bis zum 15. Dez. bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen des Holz- und Kohlenhändlers Philipp K l i n g l e r zu S t o ck st a d t wurde am 29. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt K. B r u n 51t Gernsheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konknrsforderungen sind bis zum 23. Dezember bei dem Amtsgericht Gernsheim anzumelden. — Heber den Nachlaß des am 25. Januar 1910 verstorbenen Schreinermeisters und Bauunternehmers Philipp B a y e r in Nieber - Ra m stabt wurde am 5. Dez. das Konkursverfahren eröffnet. Gerichtsvollzieher i. P. Philipp R e i b st e i n in Darmstadt, Blcichstraße, wurde zum Konkttrsverwalter ernannt. Ron- kursforderimgen sind bis 111m 24. Dez. bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden. — Heber das Vermögen des Kolomalwaren- bäublerS Heinrich Josef Fröhlich in Mainz rourbe am 2. Dez. das Konkursverfahren eröffnet. Anwaltsgehilfe Adam Span- knebel in Mainz rourbe zum Konknrsverroalter ernannt. Konkursforderungen sind bi§ zum 28. Tez. bei dem Amtsgericht Mainz anzumelben. mflrfii. fe. Frankfurt a. M., 18. Dez. Heu- und Strohmarkt, Angefahren waren 8 Wagen Heu unb 3 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 8,00—8,50 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 2,40 bis 3,0.) Alk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft aut. — Die Zufuhren waren aus Oberhesselt und dem Kreise Dieburg. io. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 14. Dez« Aufgetrieben waren 1528 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Vebenbgero. 52.00-54 Alk., Schlachtgewicht 65.50-67 Mk. Vollsikischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 53.00 - 55.00 Mk., Schlachtgewicht 66- 68.00 Mk. Vollfleisckuge Schweine über 2l/i Ztr. Vebenbgero. 55.0 -—55.00. Alk., Schlachtgewicht 67.OU-7O Mk. Fett- schweme über 3 Ztr. Lebenbgewlcht 5l.ö>i—53.00 Mk., Schlachtgew. 66-68 Mk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 00.00—00.00 Mk., Schlachtgewicht 00.00—00 Mk. Sauen Ledendqerotcht 00— 00 Mk., Schlachtgewicht 00—00 Wik. Geschäft langsam, bleibt Heberstand. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik steherwen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kochet mit Gas! Dieser Ruf ertönt schon seit Fahren, und wo früher eine solche Einrichtung nur in den besser situierten Kreisen anzutreffen war, kann man heute solche auch bei weniger bemittelten Familien antreffen. Ja, man muß auch offen gestehen, dieses Kochen mit Gas ist schon, sauber unb zu den seitherigen Preisen auch annehmbar. Nun wurde aber in der letzten Stadtverordnetensitzung beschlossen, den Preis für Kochgas um 4 Pfennig hinauf- und den für Leuchtgas um 4 Pfennig herab^ zusetzen, also einen einheitlichen Preis von 17 Pfg. herzustellen Praktisch mag dieser eingeschlagene Weg wohl sein, aber ideal ist er nicht. Wenn man auch zugebcn muß, daß infolge dec hohen Kohlenpreise unb Arbeitslöhne das Gas sich teurer stellt, so wäre eine Erhöhung des Heizgases um 2 Pfg. für den Kubikmeter genügend gewesen, denn gerade die kleineren Kreise haben aus finanziellen Gründen das Gas nur in der Küche. Das Leucht- gas konnte man aber ruhig bei den seitherigen Preisen belassen. Meteorologische veobachtrmgen der Station Sietzen. Höchste Temperatur Niedrigste „ 0 Sonnenschein 75 91 92 + 10,1 ’X 4- 2,5 lc. Dez. 1910 sr L 55 N 2 Niederschlag — 0,0 mm. 13. 2“ 13. 9“ 14. 7» SSW 2 SSE i 2 NE , 2 743,0 [-{- 9 2 6,5 742 1 I 4-3,1 1 5,2 <42,9-4-0,2; 4,3 I bis 13. Dezember „ 13. am 12. , 12. Da* bcfflückend*te Weihnachtsgeschenk für die Familie, ist ein „buen reliro“, ein „Ruhhaus“, ein ..Eißrenheim“ im idyllischen Hochwaldhausen. Erholung von der Arbeit. Genuss herrlicher Landschaft, reiner Gebirgsluft in Ruhe und Stille, — im Winter Schneesport! Ein Bauplatz Mk. 1500.— (600 qm) ein Sommer und Winter bewohnbares Landhaus schlüsselfertig nach Entwürfen Giessener Architekten für 6000 Mk. In Summe Mk. 7500.—, das sind Mk. 375.— Jahreszinsen. Nähere Auskunft erteilt Herr J. Kosenthal Goethe Strasse 65 (DI4/n) Telephon 491 Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert —। . ■ die Brühl’scbeUniv.-Druckerei JL 6777 ,<18,80 BWj, 679 Eichenstämme, Ctm. 99 20—24 Durchm., 24 Eichenstämme, Ctm. 12—19 Kiefernstämme, !, 30—39 Ctm. Durchm., = 14,52 Festm. da Bu/j wo 6788 A. WELZ, Seltersweg 6 Nähe Kaiser-Allee 5chlffenber$er We^ 10 III 6783 Bei Abnahme in Faß ober bei mindeftenS 10 Flaschen cntiprecdevde Preisermäßigung. Wein 6778 28 69 30—39 25—29 Eichenstämme, Eichenstämme, 11 29 56 Ctm. Ctm. Durchm., Durchm., = 19,95 Festm., = 40,53 Festm. Grubenholz, = 41,01 Festm. Grubenholz. nit beschränkter Haftung abgeändert. Gießen, den 12. Dezember 1910. GroßherzoglicheS Atutsgericht. Distrikt Reils berg: 335 Kiefer-Stämme von 13—27 cm Durchm. mit 67,85 Fstm. Geschäftszimmer zur Einsicht offen. Obenhausen, 12. Dezember 1910. Gcoßh. Bürgermeisterei Odenhausen. Lang. Durchm., — 6,28 Festm. Grlchenholz, Reiskirchen, am 13. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. worden. Gießen, den 12. Dezember 1910. Größter 01 i^es Amtsgericht. Staufenberg, den 12. Dezember 1910. Großherzogl. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Hillgö /tner. Am Donnerstag den 15. Dezember 1910, nachmittags 3 Uhr, wird auf dem OrtSgerichtsbureau in Gießen das i. d. Moltkestraße geleg. Anwesend. Schweinehändlers Heinrich Himmeireich öffentlich versteinert. Der Znlchlaq erfolgt, auch wenn die Taxe nicht erreicht wird. Kaufliebhaber werden aus die Versteigerung besonders ausmerksani gemacht, weil bei der ersten Versteigerung nur ein unverhältnismäßtg geringes Gebot ab- gegeben worden ist. d,8/u Christbaumschmuck Christbaumkerzen i uiberroeit verpachtet werden. Gießen, den 13. Dezember 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei Gieße«. Mecum Weinhandlnng Schott Babuhoiit^. Ecke Wolleugaffe 37 * 330 TrlevLmr 330 Offerten sind verschloffen mit der Aufschrift Holzsubmission bis zum 20. d. M., nachm. 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, ido alsdann die Eröffnung stattfindet. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. B. wurde eingetragen bezüglich der Firma Heinrich Winn & Comp., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Gießen: Die Firma ist in Hoch- inb Tiefbaugcsellschast vormals Winn Le Co., Gesellschaft erstklassige _ «#■ < < Fabrikate Carl Schunck ""preisf16 Seifersweg 52 201 n Derbstang. v. 10—12 „ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Geineinde Obenhausen für 1911 Rj. liegt vom 16. d. Mts. ab acht Tage lang auf unserem Holz-Subnüssion. Nachverzeichnetes Holz aus den Waldungen der Gemeinde Staufenberg soll auf dein Submissionswege vergeben werden. (Distrikt Eichwald): 3 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, alsdann die Eröffnung stattfindet. :: Sweaters :: zu Geschenken für Knaben und Mädchen in alllen Grössen, Farben und Preislagen von 1®® bis 650 Mk. A_. Salomon <& Cie. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen für 1911 Rj. vom 20. d. MtS. ab acht Tage lang aus unserem ^eschastszimmer zur Einsicht offen. Allertshausen, 12. Dezember 1910. Bekanntmachung. In das Genoffenschaftsregister wurde bezügUch deS Sparund Vorschußverein Allendorf a. Lda. eingetr. Genoffenschaft >ntt unbeschrärtkter Haftpflicht eingetragen: Konrad Wagner I. scheidet am 1. Januar 1911 aus dem Vorstand aus und an seine Stelle ist Konrad Lotz II. in den Vorstand gewählt Schafweideverpachtung! Die Gemeinde Li ch beabsichtigt, die auf etwa 1100 Hektar Privat« flrundbesih ihr zustehenbe Schafweibeberechtigung fürs Jahr 1911 rm Subnusfionswea zu verpachten. Die Bedmgunaen können auf menger Bürgermeisterei eingesehen werden. Angebote müssen ichrlftlich bis zum 23. L Mts., nachmittags 3 Hhr, eingereicht fein, wo auch deren Oessnung ftattfinbet. Bl4/u Lich, den 13. Dezember 1910t Grotzherzogliche Bürgermeisterei: —__Dö rmer. Holzsubmission Rachverzeichnetes Holz aus den Gemeindewaldungen soll aus dem Submissionsweq vergeben werden. K lcinfchlaglicferung Etwa 100000 cbm für bas Rechnungsjahr 1911 sollen vergeben werben. Bedingungen und Angebotsmuster können von unserer Ausktinftsstelle im GefchäftSgebaube Hohenzotlernvlatz, Zimmer 104, für 50 Pfg. (nur Postanweisung« bezogen werden. Erönmlng der mH entsprechender Auischrift versedenen unb an unser Techni-ches Bureau vorher einzusendendcn verschlossenen Angebote erfolgt am 5. Januar 1911, vormittags 11 Hhr, in unserem Geschaftsgebaude HohenzoUerltplatz, Zinuner 107. Zuschlagsfrist 4 Wochen. D14/13 Frankfurt a. M Königliche Eilenbahndirektion. Badeeinridihmgen Moderne Frisuren Helene "Reitz 563-2 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Langd für 1911 Rj. tieqt vom 17. d. Mts. ab acht Tage lang auf dem Bürger- meislerei-Biireau zur Einsicht offen. Langd, 13. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Langd. Ktesernslämme, 25—29 Ctm. Durchm., = 22,40 Festm. Kiefernstämme, 20—24 Ctm. Durchm., = 26,62 Festm. Die Gebote sind getrennt nach Sortimenten anzugeben, eine Zllsammenrechnung nicht stattfindet. Die Offerten sind bis ztim 20. Dezember L IS., nachm. Verkaufsstandverpachtunft. Der seither zur Aufstellung eines Waneihäuschens benutzte tädtische Platz Ecke Baliutzof- und Licbigftrahe soll Samstag )fn 17. ds. MtS., vormittags 10 Hhr in der Bürgermeisterei — limmer 12 — zur Aufstellung eines überdeckten Standes öffentlich Zu Weihnachts-Geschenken empfehle Körbchen, Kistchen und Attrappen in verschiedenen Füllungen.- Weine, Champagner, Kognak, Arrak. Rum, PuuichEen-ev Liköre, Zigarren und Zigaretten. Ernst Cliallier Für Geschenke 9 671 Telephon Extra billige Schürzen M Mositiieo-HieataMe E Nur be8te Qualität Gitarre-Zithern Bill ge Preise. Besonders empfehle ich: 6719 Allerbeste Petroleum - Heizöfen In grosser Auswahl, billigst Sonn* JIIbii in grösster Auswahl. 6696 Donnerstag früh l^uchMr, treffen tebenb‘df^e 13334 allen (Öräucn Möbel Schellfische Belle», PchttMt» Aparte Neuheiten und Tischchen Wteseck. 6106 ZÄtLXi V'-.-'V-X-• - - «><. z W G G ck /iS G /l\ G G Yerkaaf gegen Bar end am Kredit Eitra Versaod- Abteilimg. Violinen, Zithern, Trommeln, Blech- u. Holzblasinstrumente M 4* bis7 Uhr ffeöffn. Vorführungd. Instrument, jederzeit ohne Kaufzwang •Teilzahlung, gern gestattet D»/u Neuenweg TT ä * A G A ch G G /IS /h (Rudolph*« Xachf.) Giessen • IrÖMte AaewahJ aller Arun Kobel, Belten, Polslerwaren Eii«l*l 3 Hk. Anzahl Oberhessens grösstes Kanlhans mit KredltbeillllgBng Giessen PloeksUaase 14/16 :: Alle Haushaltunjsgegenstände :: Küchengeräte, Eisen- und 5tahlwaren liefere zu bedeutend ermässigten Preisen August Kröll; GiöSSOll, Selterswsg 12 emyortdlhr.Mlen von denn DEUTSCH- LAWD ÄL1j5n dirpkian Rnmte tzremdee ! Kinderwapenfabrik • luliusLretbOLGrimmdt-Sa lcbr preiswert stets am Lager i T— . Heinr. Kümmel ui. Kinders tüiile liebst allen Bestandteilen, Chri#tbaum#t4indcr, Lau,en Gitarren femfie Nordseefische, ein bei Georg Wallenfels, Marktplatz 21, Telephon 46, gegenüber der Enaelaootheke. Cußftnbe d. grünen RalraurnarkerL P rocht kdto Lo;7 und Kaufen Kinderwagen Verd eddpcfTwogtn ! Siblieg-ewagen ♦ Aii. Reinig .,, Giessen,Ssltersweg 30 lick Moderne = Augengläser, Brillen und Kneifer in ieder Ausführung. 62ttl< Anfertigung nach ärztlicher Vor-I irbriit und eigener Wahl. Genaueste und korrekteste Anpassung mmtlidjer Gestelle. Reparaturen schnellst. Fachmann. Bedienung ^orf1- Alle Ausrüstungsgegenstände Jäger, Reiter, Touristen, Skier, Rodler, Fahrer, Tennis- und Fussballspieler Grosse Auswahl M Billigste Preise Anzüge, I Capes, I miEw-l Damen*, Kinder« Lebkuchen anS der ältesten Lebkuchnerei von Georg Goeü-Nüruberg cmuicblen zu den biÜiniicn'Bieifen (Scbruötr Adami MäuSbnrg 14. 6488 Seltersweg 79. Telephon «7«. Großh. Heu. Hoflieferant. Ecke Schlossgasse - Braudplatz. Rohr-Sessel von Mk. 6.50 an bis Mk. 55.— O"/„ modern gebeut und gepolstert. Cramirophone mit und ohue Trichter Schallplattee, Walzen Musikwerke in grosser Auswahl. Path^-Apparale o.Nadel. Carl $chunck Itcrsweg 52 ti4/w Seltersweg 52 , Täglich fnfdjc WWiline in größter Auswahl zu haben bei Johann Böckner Deu-Äulage 7. KUteiiOi SiebüoL Christbaumständer, Lichterhalter, Teigrührmaschinen, Ofenschirme Waschmaschinen, Gardinenspanner, Tabletts, Schlittschuhe, Rollschuhe Schlitten, Werkzeugkasten, Kmderkochherde, Kinderküchen^eschirre und -Gerate, Nickel- und Aluminium-Geschirre, Alpakka- und Stahl- Bestecke, Heinzelmännchen-Selbstkocher, Sanogress- Brat- und Back Apparate, Fleischhackmaschinen, Wurstfüllmaschinen, Räucherapparate ftür Schreiner! Fnsjbodenlager „af?n Gängen und Dimensionen, genau auf Länge für jedes Zimmer, also kein Verschnitt und gerade, kein Rachhobeln. Ferner 6743 5rcjjpfnroflnflcn,ircppcntrittc und alle sonstigen Boblen, besäumte Bretter und Latten 'n. Zumachen v. Schuvoen 2c., Gartensvalieten re. nue Rundholz und kantigen Lauen und Brettern liefert und fertigt an Georg Lchubccker Zimmermeister — Sägewerk. Geschw. Altenpohl 4 Plockstrasse 4 4 Plockstr^sae 4 Spezial-Niederlage der Schokoladen-Zabrit lsattwig & Vogel in Dresden te Weihnachts-Ausstellung Eaum-Konfekte und Schokoladen*Gegen3tande Marzipan - Gegenstände, . Marzipan-Torten, Desserts, Bonbons, Biskuits Nürnberger Lebkuchen 6797l Braunschweiger Honigkuchen Lie^nitzer Bomben Nürnberger Allerlei Aachener Printen etc. Rkchilm is Attrappen, Sonbonnierrp ms ffirHt». Tic so bditbtcu ~ echten ÄXÄ11 Bleichstr. 12. 8* I 12>L,Anx.3M SII 83 N w 6 „ S.lü 34 „ „ 8 „ S.I V. 40 „ H 10 „ Modernster Schuitt Solide Stoffe Elegante Machart z ,LIMS< t Oamen-Kragcn X f Damen-Kravatten \ / Jabots. \ Grösste Aon wähl. \. Billige Preise. / \ g X Fr. Levsrmann / Seltersweg 83 6785 Miederschürzen mit Volant und Tasche, völlige Größe und Weite, solider Stoff Mark UO, 125. Blusen- und Prinzess-Schürzen äusserst kleidsame Formen, mit neuester Blenden- und Knopf- garnitur, nur aus besten modernen Stnfien, besonders weit und lang..........Mark 3.75, 3 —, 2.30 und 2.—. Hän§er-'Reform-5chürzen speziell für Küche und Haus, aus besonders kräftigen Schürzen- bianiosen gefertigt, mit Volant und reichem Besatz, hell und dunkel...........Mark 3.50, 3.25, 2.75 und 2.25. Haus-5chürzen extra weit mit Tasche und Volant, aus nur la Stoffen Mark L-, 1.50. 1.25. Elegante Zier-Schürzen mit Träger aus la. Satin mit modernen türkischen Mustern . Mark 1.75 dieselben ohne Träger, mit Volant ...... n 1.25. Ein grosser Posten Kinder-Schürzen aus farbig.-n Stoffen, ferner grau und dunkelblau Lüster, in den Großen 45—6a für 2—/ jährige durchweg Mark 1.25. I^SM