Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. tjunüMSfeier nicht tnlnahm, im Prinzenbau einen Besuch I porationen der selbständigen Unternehmerschaft, für eine J’1LeTK^n^Le\ftatler ”2J b.en Fürstlichkeiten wirksame und den Verhältnissen angemessen? V^rslchmung Der Raiser in Sigmaringen. itlb des ver- Sigmaringen, 22. Sept. Aus Anlaß der heutigen Enthüllung des Denkmals des verstorbenen Fürsten Leopold fand gestern abend ein überaus zahlreich besuchtes Bankett statt. Der Kaiser traf heute um 12 Uhr am Bahnhof ein, wo er vom Fürsten Wilhelm und dessen beiden Söhnen empfangen wurde, und begab sich dünn nach dem Denkmal. Bürgermeister Reiser hielt die Be- , daß trotz der Verzögerung ______________... türkische und die französische Re« gierung zu einem befriedigende Abschlüsse gelangen. re und den Verhältnissen angemessene Versicherung der Prrvatangestellten ausgesprochen haben, und es ist an* zunehmen, daß diese Kreise, wenn im bevorstehenden herbste die Gesetzesvorlage erscheint, dieselbe wohlwollende sStebi lung ernnehmen werden. nach dem Denkmal. Bürgermeister Reiser h grüßungs an spräche. Er entwarf ein Lebenso storbenen Fürsten Leopold. Auf ein Zeichen des Kaisers fiel die Hülle unter Musik und Gesang des Sigmaringer Gesangvereins. Hierauf dankte Fürst Wilhelm dem Kaiser für sein Erscheinen. Nach Besichtigung des Denkmals durch den Kaiser und die Fürstlichkeiten stattete der Kaiser der Fürsttnmütter Leopold, die wegen Kränklichkeit an der Ent- politische Tagesscharr. Nationale Selbsthilfe. Ein bemerkenswertes Beispiel nationaler Tatkraft und Opferwilligkeit berichten die Mitteilungen des Vereins für )as Deutschtum im Ausland aus dem kleinen Ort Zuck- mantel bei Teplitz in Böhmen., Dort verlangten bie, Line Bildung vereinigter Staaten von Südamerika? L a P az, 22. Sept. Aus Anlaß der Feier des hundert- lahrigen Bestehens der Republik Chile fand gestern ein Festmahl statt. Der Minister des Aeußern und der chilenische Gesandte hielten dabei Reden, in denen sie die Verbrüderung Südamerikas feierten. Santiago de Chile, 122. Sept. Die Rede, in der gestern der argentinische Minister des Aeußern bei dem aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit Chiles m La Paz veranstalteten Festmahl die Verbrüderung* Ehrles, Argentiniens und Brasiliens feierte, gibt der Presse Anlaß zu Kommentaren, in denen der Glaube an eine baldige politische Union dieser drei Län* der vielfach Ausdruck findet. Der Präsident von Argentinien trat nach Beendigung der zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Republik Chile veranstalteten Festlichkeiten heute die Rückreise nach Buenos Aires an: in den bei seiner Anwesenheit gehaltenen Reden wurde fest- gestellt, daß eine Union zwischen den beiden Ländern bestehe. Paris, 22. Sept. Minister Pichon erhielt von Cle- m e n c e a u aus Rio de Janeiro ein Telegramm, in welchan derselbe mitteilt, daß er vom Senat in öffentlicher Sitzung empfangen und vom Präsidenten mit einer Frankreich in den wärmsten Ausdrücken verherrlichenden Rede begrüßt worden sei. Er, Clemenceau habe, mit dem Wunsche erwidert, daß diese Kundgebung den Beginn einer noch engeren französisch- brasilianischen Freundschaft bedeute. Minister Pichon dankte Clemenceau telegraphisch dafür, daß er für die Vermehrung des französischen, Einflusses in Brasilien und die Förderung der Freundschaft zwischen beiden Ländern gewirkt habe London, 22. Sept. Die Meldung des Pariser „Temps", daß eine Finanzgruppe mit Sir E r n e st C a s s e l an der Spitze einen Vertrag zur Unterbringung einer türkischen Anleihe in London und auf dem Kon-, tinent geschlossen habe, wird von der „Times" für un* richtig erklärt. Es sei wahrscheinlich- daß der türkische Finanzminister während seines jüngsten Besuches in London Versicherungen erhalten habe, daß der türftschen Regierung von der Nationalbank für die Türkei Unterstützung gewährt werden würde, falls die An* leiheverhandlungen in Paris scheiterten. Es wird aber für durchaus möglich gehalten, dieser Verhandlungen die türkis Der Regent von Persien f. Teheran, 22. Sept. Der Regent ist heute ge*> st o r b e n. Ttzch el Molk war im Juli des vergangenen Jahres für den minderjährigen Thronerben Achmed Mizza zum Regenten eingesetzt worden, als der Schah Mohamed Ali während der Straßenkämpse in Teheran geflohen war. Die durch den Schah, der für ab gesetzt erklärt wurde, gefährdete Verfassung wurde durch Erlaß eines Wahlgesetzes und durch die Einberufung eines Parlamentes gefestigt. Gleichzeitig wurde ein verantwortliches Ministerium eingesetzt. Der r Regent hat keine äußerlich bemerkenswerte Rolle gespielt unb mußte zuletzt sehen, daß der alte Brand öfter wieder aufloderte. Erst vor einigen Wochen waren ja wieder heftige Kämpfe entbrannt, weil die Niederlegung der Waffen! nicht überall erfolgte und die einflußreichen Führer den Anordnungen des Ministeriums Widerstand entgegensetzten. So sind denn auch bis auf den heutigen $ag noch die russischen Truppen auf persischem Boden, die Gelegenheit erwartend, wo sie für das Zarenreich aus der persischen Unordnung Gewinn herausschlagen können. eine Fahrt durch die Straßen der Stadt bis zum Rathaus, wo ihm der Bürgermeister den Willkommens grüß der Stadt entbot. Der Kaiser dankte ihm durch Händedruck und richtete einige Worte an ihn. Dann nahm er den Vorbeimarsch der Kriegervereine ab und begab sich zu Fuß ins Schloß, wo um 2 Uhr Galatafel in der portugiesischen Galerie und im Ahnensaal 'stattfand. Bei der Galatafel erhob fick Fürst Wilhelm von Hohenzollern zu einer Rede, in der er chem Kaiser seines Hauses und seinen tiefempfundenen Dank für die Teilnahme an der heutigen Gedächtnisfeier zu Ehren des Fürsten Leopold darbrachte. Das Zollernvolk habe die Treue, die der Fürst ihm hielt, fteudig zurückgegeben. Daher seien die Zollern freudig und vertrauensvoll dorthin gefolgt, wohin ihre Fürsten sie geführt hätten und als Fürst An- t o n vor nunmehr 61 Jahren ein schönes Land an die Krone Preußens abgetreten habe, da batten sie gewußt, daß er Großes wolle und daß ihm kein Opfer zu groß sei, um die Einigkeit Deutschlands aus dem Reiche der Träume in die Wirklichkeit zu versetzen. Darauf fuhr der Fürst fort: So sind die Zollern mit ihrem Fürstenhause auch getreue Untertanen Eurer Majestät geworden. Sie sind mit Recht stolz darauf, daß das Nest des preußischen Adlers, als er seinen stolzen Flug von Fels zum Meer gen Norden nahm, auf Zollerns steilen Felsen stand und freudig lassen sie sich heute von den Fittichen desselben Adlers beschirmen, wissend, daß unter ihrem Schutze Wohlstand und Fortschritt sicher blühen und gedeihen. Dieses Bewußtsein, sowie die historische Zollerntreue sind Eurer Majestät heute aus sausenden jubelnden Herzen entgegengetragen worden. Die alte Zollern stad t, die jüngste Garnisonstadt Sigmaringen, diese alte, wettergraue Burg, sind stolz daraus, Eure Majestät wiederum in ihren Mauern beherbergen zu dürfen. Der Fürst schloß mit einem Hoch aus den Kaiser. Der Kaiser antwortete: Als er die Nachricht von der Errichtung des Denkmals vernommen habe, sei er sofort entschlossen gewesen, zu kommen, weit er den Fürsten Zeit seines Lebens, von den Jahren der Kindheit an, hochgeschätzt habe. Fürst Leopold sei seinem Vater ein treuer Freund und ihm ein sicherer väterlicher Berater gewesen. Er wünsche als Hohenzoller das Fortblühen und Gedeihen des fürstlichen Hauses Hohenzollern und rufe auf das Wohl desselben: Hurra, hurra, hurra. Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser ist heute abend 9 Uhr nach Wildpark ab gereist. Wien, 22. Sept. Der h i e s i ge S t a d t r a t beschloß, den historischen Moment der Rede des deutschen Kaisers im Rathause durch eine von Künstlerhand anzuferti- gende Plakette zu ewigem Gedächtnis sestzuhalten. Pom tzanptausschuß für die staatliche Pensionsversicherung der Privatangestellten. Der Hauptausschuß für die staatliche Pensionsversicherung der Privatangestellten hat, wie er uns schreibt, als Beilage feiner Korrespondenz ein Flugblatt erscheinen lassen, das sich! an die selbständige Ge-j schäftswelt wendet und in welchem mit kurzer, aber treffender Begründung dargelegt wird, welchen Nutzen die Einführung einer ausreichenden Sicherung der Angestellten für die Prinzipalität, für das Geschäftsleben und auch für die Allgemeinheit haben würde. Es wird mit Recht darauf hingewiesen, daß eine Befestigung des Weges durch das Leben, das jetzt sehr unruhig und für viele Privat* angestellte durch trübe Aussichten verdunkelt ist, eine große Beruhigung herbeiführen würde und damit eine Steigerung der Berufsfremde, der Arbeitsfreude und der Leistungsfähigkeit. Sehr wichtig erscheint ferner der Umstand, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Nachwuchs der Mittelschichten sich mehr und mehr daran gewöhnt, die Beamtenlaufbahn in Staat und Gemeinde auszusuchen, und daß dadurch dem Handel und der In-» dustrie tüchtige Kräfte verloren gehen. Das Blühen unserer wirtschaftlichen Entwickelung sei aber zum guten Teil auf den dauernden Zufluß vorzüglicher Hilfskräfte angewiesen. Die Sicherung der Privatangestellten würde viele, die sich jetzt noch aus Sorge vor dem Altwerden mit seiner Stellenlosigkeit und fruchtlosen Stellensuche mit mühsam beschafften Mitteln selbständig machen, von diesem Schritte abhalten. Eine Menge kleiner und oft ungesunder Gründungen würde unterbleiben und damit der Kvnkur- renzdruck gerade im Kleinhandel und Kleingewerbe Nachlassen. Die letzte Betriebszählung hat ja gezeigt, daß die Zahl der Selbständigen nur in der Gruppe Handel und Verkehr zugenommen hat, während sie in der Industrie und in der Landwirtschaft und sonst überall zurückgegangen ist: fast die ganze Vermehrung von beinahe 2O<>/o kommt aber aus Rechnung der Kleingeschäfte. Eine Stärkung der Kaufkraft, die besonders wieder den kleinen Geschäftsleuten zugute kommen würde, müßte ferner darin liegen, daß viele Tausende vpn .altgewordenen Leuten, die sich jetzt mühsam durchschlagen, anderen Konkurrenz machen oder ganz zur Last liegen, bann noch Konsumenten sein würben, die sichere Einnahmen haben unb baher etwas ausgeben können. Noch burch einige anbere Hinweise wird vom Hauptausschuß bar getan, baß die Belastung von vier Prozent des Gehalts, bie bie Geschäftsinhaber treffen soll, eine Ausgabe sein würbe, bie, abgesehen von allen höheren Gesichtspunkten unb nur rein kaufmännisch betrachtet, eine gute Verzinsung erwarten läßt. Es ist bekannt, baß sich bereits eine große Reihe von I beachtenswerten Einzelstimmen, namentlich aber von Kor- lung einzugreifen sucht, da vergeht er sich, indem er das Begriffsvermögen des Volkes verwirrt, an den lebendigen Interessen des Landes und des Reiches, und bie Regierung wird in Erfüllung ihrer unverrückbaren Pflicht solchen Bestrebungen, wo immer sie sich zeigen, mit unbeugsamer Energie entgegen* treten." ßnt weiteren Verlaufe feiner Rede erklärte es der Statthalter als eine Versündigung an den jungen Generationen, wenn sie an manchen Orten durch die Erziehung im Geiste einer politischen Ver* gangenheit, die sie nicht gekannt haben, mit Empfin- oungeu durchtränkt werden, unter denen einst ihre Großväter und Väter schmerzlich litten. Es sei entschieden eine Versündigung an der eigenen Heimat, wenn man da und dort die Wunden, die einst geschlagen wurden, anstatt sie hellen zu helfen, künstlich offen zu halten suche. Wer die geschichtlichen Tatsachen negiert oder ihnen gar ent- gcgenarbeitet, der jagt einem unerreichbaren Phantom nach und bient nicht dem Wohle feines Vaterlandes, dessen Geschicke nun einmal durch unantastbare Verträge gestaltet worden sind. Nur wer den Blick nach vorwärts richtet, hat eine Zukunst. Lassen Sie uns alle, meine Herren, ob Eingeborene oder Eingewanderte, unter gegenseitiger Arbeit der besonderen Stammesart in gemeinsamer Arbeit die Wohlfahrt des Landes und des Reiches fördern, in dem wir gleichzeitig aufteizende, die friedliche Entwicklung störende Bestrebungen ernst und sachlich zurückweisen. Stellen Sie, meine Herren Einheimischen, sich stets loyal auf den Boden der gegebenen nationalen Verhältnisse. Tenn auf diesem Baden allein kann sich bie Ausgleichung noch vorhandener Gegensätze nach und nach vollziehen, auf ihm allein gedeiht der gesunde Fortschritt und der innere Friede, auf ihm allein kann einst das von Ihnen ersehnte Endziel erreicht werden. Schließlich wendete sich der Statthalter in bewegten Worten an die Beamten des Landes, denen er vor Augen hielt, sie möchten ihrer Pflicht eingedenk sein, sich in ihrer Dirftamkeit stets als wirkliche Angehörige ihrer neuen Heimat zu fühlen und auf deren in mancher Richtung verschieden gelagerte Verhältnisse die gebührende Rücksicht nehmen. Der Statthalter schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Straßburg, 22. Sept. Bezüglich deselsaß-lothrin- gischen Verfassungsentwurfs stellt die „Straßburger Ppst" fest, daß der Entwurf in den nächsten Tagen an das Preußische Staatsministerium geht, und daß sich bis jetzt kein Anhalt dafür geboten hat, daß dort erhebliche Einwendungen gegen den Entwurf erhoben werden. Sobald durch die Entschließung des Staatsministettums die Stellung Preußens klargelegt ist, wird der Entwurf den einzelnen Bundesstaaten überwiesen In der Zwischenzeit dürfte Staatssekretär Delbrück noch mit Vertretern einzelner Reichstagsfraktionen, die bei den bisherigen Besprechungen nicht vertreten waren, Rücksprache nehmen. Line Rede des Statthalters für Llsatz Lothringen. Die in Elsaß-Lothringen noch so oft beklagten lieber- Hebungen und Ausschreitungen der französischen Elemente haben den Grafen Wedel zu einer längeren Rede veranlaßt, die vom Wvlffl scheu Bureau über das Reich weiterverbreitet wird. Sie atmet einen versöhnlichen Geist, leibet aber an einigen Unklarheiten, so bei bem Hinweis auf bas „Endziel" der Einheimischen, und man gewinnt den Eindruck, daß eine kräftigere Betonung des unbeirrbaren Willens der kaiserlichen Regierung noch besser wirken würde. Das amtliche Bureau schreibt: In einer Rede, die der Statthalter in Elsaß-Lothringen Graf von Wedel, am Donnerstag in Lörchingen aus Anlaß der Eröffnungsfeier der Bezirkspflegeanstalt hielt, nahm Graf v. Wedel Anlaß, auf gewisse, in jüngster Zeit kräftiger in bie Erscheinung getretene Bestrebungen des Souvenir franoais Bezug zu nehmen. Der Statthalter äußerte den Wunsch, daß bie gemeinsame Arbeit Mer sich nicht nur auf das Gebiet der Volksfürsorge unb der Nächstenliebe beschränken, sondern daß sie sich auch immer mehr und fteudig auf bem großen Gebiete der Ge- famtintereffen des engeren und weiteren Vaterlandes betätigen möge. Zu meinem lebhaften Bedauern — fuhr Graf von Wedel fort — sind im Laufe der letzten Zeit Mißverständnisse und G e - aensätze in die Erscheinung getreten, die schon an sich geeignet ind, den Frieden und bie ruhige Entwicklung bes Landes zu ge- ährben, deren Vertiefung aber unsehlbar schwere, Schäden für dasselbe nach sich ziehen müßte. Lassen Sie uns alle, meine Herren, in der ernsten und redlichen Arbeit für das Wohl des Landes und die Interessen des Reiches das Einigende suchen und finden. Tann wird das die einzelnen Bevölkerungsteile heute noch Trennende im Laufe der Jahre von selbst verschwinden. Kein verständiger Mensch denkt daran, den Eingeborenen ihre berechtigte Eigenart zu rauben, sie in der Pflege ihrer Erinnerungen oder gar in der pietätvollen Ehrung der Toten zu hindern, vorausgesetzt indessen, daß dieser Kultus, wenn ich den Namen gebrauchen darf, sich in denjenigen Grenzen hält, die ihm burch den Ernst seines Charakters, ganz besonders aber auch durch biet Stellung bes Landes als Glied des Deutschen Reiches gezogen sind. Denn wo dieser Kultus sich äußerlich in agitatorischen und demonstrativen Formen zu betätigen, wo er in die Speichen des Rades der geschichttlichen Entwick- Rumänien und der Dreibund. O Paris, 22. Sept. Rumäniens Jnteressen-Gemeinschaft mit bem Dreibunbe unb ber Türkei wirb in einem überraschenb ruhigen und sachlichen Arttkel bes Bubapester Korresponbenten bes „Temps" rückhaltslos zugestanben. Deutschlcmb wie Oesterreich unb auch Italien wollen, baß Rumänien ein fester Keil zwischen ben beiben Stücken ber slawischen Welt bleibe. Daher herrfchen Kwischen Berlin, Wien, Rom einer- und Bukarest anbererseits bie herzlichsten Beziehungen. Zwischen ber Türkei unb Rumänien ist bas Einvernehmen unzweifeb- hast; es entspricht ben Interessen beider Länber unb muß in ber gegenwärtigen Lage als Ergänzung eine Militärabmachung haben. Dieses Einvernehmen wirb auch burch bie Schwächung Rußlanbs feit bem ostasiatischen Kriege ge- förbert. Zwischen 'Rumänien unb Bulgarien müsse eine Gespanntheit stets bestehen, schon beshalb, weil Bulgarien seine Ansprüche auf bie Dobrubscha recht lärmenb bekunde. Stets werbe Rumänien als entfett ebener Gegner bulgarischer Ausbreitungs-Versuche in Mazebonien auftreten. Kriegerische Absichten habe Rumänien auf feinen Fall. Die Wiebergewinnung bes russischen Bessarabiens unb des ungarischen Siebenbürgens bleibe im Bereiche bes Traumes. Die Bukarester Polittk ^ielt einfach barauf ab, jebem Durchbrechen bes Gleichgewrchts auf bem Balkan vorzubeugen, unb wenn btefe Durchbrechung ftattfinben sollte, denkt sie an Maßregeln, um wirksam Widerstand leisten zu können. Die türkische Änieihesrage. ZlE 160. Jahrgang Freitag Ä3. September 1810 Ferniprech-Antchlufle: V V | B * ▼ ▼ W W W ▼ auäroattS 20 Pfennig, für die Redaktion 112, txJy MW Chefredakteur:A Goetz. Verlag u. Expedition 51 /B» xr e Verantwortlich für den General-Anzerger für Oderhessen WZ bis vormittags 9 Uhr. Rotattomdrvck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei 8. Lange. RedaNIon, Expedition und Druckerei - Schulstrahe 7. |ai“?b@U6e6®Ä _________ _________ _____ O Anzeigenteil: H. Beck. _ _ „e ein Lager von Kanonenkugeln entdeckt. H Kngeln wurden bereits gehoben; etwa 100 sind noch zurückgeblieben. das Ideal bezeichnet, aber dabei zur Bedingung mache, daß dieser von einem Fachmann geleitet werde. Es sei bedauerlich, daß sich die Gastwirte in unserer Stadt seither nicht um diese wichtige soziale Frage der Arbeitsvermittlung in ihrem Gewerbe gekümmert haben und für die soziale Hebung des Nachwuchses im Gastwirtegewerbe so wenig Interesse gezeigt hätten. Die Abmachungen mit der Stadt seien ein Schlag ins Wasser. Richtiger würde es wohl gewesen sein, wenn der Gastwirteverein von Gießen und Umgegend die Führung übernommen hätte und in Gemeinschaft mit den beiden in Gießen bestehenden Kellnervereinen uncch- hängig von der Bürgermeisterei einen Arbeitsnachweis errichtet hätte. Die Kosten dafür hätten durch eine kleine Gebühr, die Stellensuchender und Prinzipal je zur Hälfte zu zahlen hätte, aufgebracht werden können. Ein dreigliedriger Ausschuß, zu dem jeder Verein ein Mitglied zu stellen hätte, wäre geeignet gewesen, das Bureau zu überwachen und dafür zu sorgen, daß bei der Besetzung der Stellen Recht und Gerechtigkeit geübt wird. Ohne Kosten sei ein Arbeitsnachweis nicht möglich, und wenn das Abkommen mit der Bürgermeisterei sich nicht bewährte, werde doch nichts weiter übrig bleiben, als den seitherigen Stellennachweis wieder einzurichten oder aber gemeinsam ohne amtliches Zudm eine Stellenvermittlung einzurichten. ** Ein hier s ich herum treibender Taglöh. n e r, namens Ludwig Göbel, der schon vielfach den Behörden zu schaffen gemacht hat, wurde wegen Drohungen verhaftet. Es stellte sich heraus, daß er geistesgestört ist. Der Mann soll dauernd in einer Irrenanstalt untergebracht werden. **DieMaul-und Klauenseuche ist ausgebrochen in Masuchowken, Kreis Lochen, RegierungsbezirkAllen- ftein, bei Händlervieh, und in Welnau, Kreis Gnesen, Regierungsbezirk Bromberg, am 20. Sept. 1910. W. Burg-Gemünden, 22. Sept. Heute rückten zum Schluß des Manövers gegen 12 Uhr mittags die Infanterie- Regimenter 80, 87 und 88 mit ihren Maschinengewehr-Abteilungen, zusammen etwa 5000 Mann, auf den Kamberg, wo eine Kriegs-Feldküche unter Leitung des Proviantamts- Inspektors Demmerich-Hanau das Mittagbrot bereitet hatte. ES entwickelte sich dann das bekannte Bild, welches jede Truppe in den letzten Stunden auf dem Manöoerfelde bietet. Gegen Abend wurden die Biwakseuer entzündet. Tausende der Bewohner der Gegend hatten sich eingefunden, uni sich das bunte Leben im Felde anzusehen. X Bernshausen, 21. Sept. Bei der heutigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Mühlenbesitzer Heinrich Schäfer mit 32, Landwirt Johs. Fischer VII. mit 24 und Landwirt Hrch. Kreutzer II. mit 19 Stimmen. Die unterlegenen Kandidaten erhielten 18, bezw. 16 Stimmern n. Schlitz, 22. Sept. Gutem Vernehmen nach findet die Hochzeit der Gräfin Anna von Görtz mit dem Marquis Mac Sniney of Mashanaglaß Ende November aus Schloß Hallenburg statt. 8. Offenbach a. M., 22. Sept. In dem Anwesen des Fuhrunternehmers Christian Hufnagel geriet der 33jährige ledige Arbeiter Wilhelm Vorrath, der die laufende Maschine, entgegen der Vorschrift, nachölen wollte, in die Transmission, die ihn in die Maschine riß und ihm den Kopf völlig zerquetschte. Der Tod trat sofort ein. Die Gerichtsbehörde stellte fest, daß der Verunglückte ein Opfer seiner eigenen Unvorsichtigkeit geworden ist. w. Waldgirmes, 22. Sept. Unserem verdienten Bürgermeister Joh. Grg. Bernhardt, welcher seit dem Jahre 1880 an der Spitze unserer Gemeinde steht, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Aus Stadt und Land. Gießen, 23. Sept. 1910. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Tie erste Sitzung nach den Ferien hatte, wie zu erwarten war, eine ungewöhnlich reichhaltige Tagesordnung aufzuweisen. Gut die Hälfte der in der öffentlichen Sitzung zur Beratung stehenden Gegenstände betragen Baugesuch e und Stadtv. Winn hatte nicht unrecht mit ferner Bemerkung, daß eine Revision der Bauordnung schon um deswillen wünschenswert \ei, um nicht mit so „wichtigen" Gegenständen, wie die Anfertigung hölzerner Gartenein- frredigungen, das Ministerium in Bewegung setzen zu müssen Der Win ter fa hrp la n der ' elektrischen E^llEnbahn gab dann Gelegenheit, alle möglichen elek- ttrfchen Bahnwünsche des langen und breiten zu erörtern. Lwht stunde lang sprach man über den 7i/2-Minuten- Nerrehr zum Schützenhaus, Abonnementskarten, die Halte- LustschUahrt. Zeppelin und das Kriegsmini st erium s*7^(von uns nicht veröffentlichte) Meldung, Ffd), der öw Militärverwaltung ernstlich daran denn, der hohen Kosten wegen kerne Zeppelins mehr rii ? t > ^r^n'“c Anwendbarkeit im Kriegsfälle do chnur Zweifel- haft fct und sich dafür lieber den Flug Maschinen als den hulrfSTr m"ds?Nlgneteren Flugzeugen zuzuwenden, hat die Runde ^effe gemacht, mancherlei Beunruhigung hervorgerufen und Veranlassung gegeben, Luftschiffe und Flugmaschinen in füscher Beurteilung gegeneinander abzuwiegen. v Aalt hierzu von zuständiger Seite die Mitteilung, daß die Nachricht aus Köln durchaus unzutreffend T,e Ber .ndnngen zwischen.dem MegSmi4“r ta« m Hirnh -Ti M£lbOTLnar "”e Oor ausrecht erhalten. No» o ftnb ausführliche Schreiben an ten ^wcmten"^,k.„s^^oElschaft gegangen, die sich mit dem aittiae^Absckluk de« befaßten. Der end gütige äoschlutz des Kaufes und die Unterzeichnung eines Vertrags Zeppeliw-Luftschiff dürfte unmittelbar vor der Was nun das Flugzeug anlangt, so wird man es sich an lern lassen, in langsamem im blcfe Erfindung dem Heeres und Aufklärungs Ze" nutzbar zu machen, wie dies der augew- Hir^f im Flugmaschinenbau erlaubt. Es darf aber auch Nicht verschwiegen werden, daß das g e r i n g e I n t e resse das cntgegenbrachte,' auf «lL Wchexentwtckeluvg nM. chm günstig nngewirkt hat. Mur Wgewanderten tschechischen Arbeiter, die ihren Verdienst s stellen an der Milltorstraße und ähnliche Gegenstände, teils ausschließlich bei Deutschen finden, auf einmal, geleitet von ernst, teils humorvoll, bis schließlich ein Schlußantrag ^.nem tschechischen Lehrer des Nachbardorfes Pyhanken, I— der, wie gewöhnlich, gestellt wurde, nachdem alle Redner eine öffentliche tschechische Schulein demrein gesprochen hatten ■— der Sache ein vorläufiges Ende machte, deutschen Orte. Abgesttmmt soll erst in der nächsten Sitzung werden und Die Deutschen bildeten kurz entschlossen aus den an- der Versuch eines in Straßenbahnsachen besonders eifrigen 'gesehensten Männern des Ortes einen Abwehrausschuß, der Stadtvaters, in einer Geschäftsordnungsbemerkung noch-, in kaum mehr als 14 Tagen alle Häuser kaufte, in denen mals die sachlichen Erörterungen zu beginnen, scheiterte die betreffenden tschechischen Störenfriede zur Miete wohn- an der Wachsamkett des Vorsitzenden, der ohne Schelle die ten, kündigten diesen die Wohnungen und nahmen nur Aussprache lenkt, da dieses Zeichen der Präsidialgewalt deutsche Mieter an. Das Geld zu diesen Hauskäufen brachte bei den würdigen Stadtvätern nicht sehr beliebt ist, wie der Ausschuß in Höhe von 113000 Kr. bis auf eine Beihilfe man in derselben Geschäftsordnungsdebatte erfuhr. Bei von .rund 1000 Kr., welche die Schutzvereine gaben, der Frage der Weiterführung der „grünen" Linre nach selbst auf. Wies eck geht es Gießen und Wieseck wie den beiden Kö- ,* nigskindern, sie können zusammen nicht kommen. Zwar Ein Erlaß des preußischen Eisenbahumiuisters bildet bei ihnen das Wasser keinen Hinderungsgrund, sondern Der Eisenbahnminister.in Berlin hat, wie uns mit- etwas, was unserer modernen Technik viel mehr Kopf- »eteilt wird, den Eisenbahndirekttonen einen Erlaß zugehen Zerbrechen macht, nämlich das Geld. Wieseck will 20 000 lassen, in dem er daraus hinweist, daß die Klagen über die Mark geben, Gießen aber 75 000 Mk. haben, also warten ungünsttge Beeinflussung des Landschaftsbildes in schönen I wrr noch ein bischen, bis wir elektrisch nach Wieseck fahren. Gegenden durch hohe Eisenbahndämme, deren Bö- sogenannte Kliniksvertrag über die Verpflegung schungen kahl gehalten sind, berechtigt sind. Die Direk- er kranken Stadtarmen ist vom liebenswürdigen Fiskus tionen sollen in Zukunft in erhöhtem Maße der Beseitigung gekündigt worden, weil die Stadt keine Wünsche wegen dieses Uebelstandes ihre Aufmerksamkeit zuwenden, wobei der Abänderung des Verttags geäußert hat. Die Stadt zu berücksichttgen ist, daß sich eine geeignete Bepflanzung I behauptet nämlich, die 10 000 Mk., die eben bezahlt Werder Böschungen der Dämme meist ohne kostspielige Maß- den, seien genug, der Staat möchte aber mehr haben und nahmen erreichen läßt. Hierbei gehen selbstverständlich die !^ll es großmütig der Stadt überlassen, die zu leistenden Rücksichten auf die Betriebssicherheit vor, die in der Forde- Mehrausgaben nicht allein zu bezahlen, sondern auch fest- rung auf möglichste Trockenhaltung des Bahnkörpers, aus Zusetzen. Das Mrnrsterium — die Universität ist, wie aus- Erhaltung der Uebersichtlichkeit der Strecke und aus Siche- druckttch seftgestellt sei, an dem ganzen unliebsamen Handel rung der Geleise und Telegraphenlinien gegen Baumbruch beteiligt — war von dem Erfolg seiner Bemühungen Kur Geltung kommen. )° überzeugt, daß es dieser Taube aus dem Dache zülieb au: Der Minister bringt auch die Beachtung der Erlasse I den Spatz in der Hand verzichtete, nämlich auf die 100 000 in Erinnerung, die früher bereits im Interesse der Bienen-1 Mark Beitrag, die die Stadt zur Ohren- und Hautklinik zuckt, der Obstbaumpflege und zum Schutze der heimischen Iwollte. Damit ist der Bau dieser notwendigen In- .Vogelwelt über die Bepflanz-unq der Böschungen gegeben I siitute abermals in die Ferne gerückt, was besonders sm ‘tourt)en. Interesse der Kranken, aber auch in dem der Universität * sehr zu bedauern ist. Ein besonderer Ausschuß wird sich Zum Inkrafttreten des Viehseuchengesetzes mit der Frage der Unterbringung der kranken Stadtarmen wird uns geschrieben- Auch nach der Verabsckieduna be!alfe? haben wenn sich der Staat nicht inzwischen MU-MMWUWKMM WMZZWM MZMME Preußische Landtag wird deshalb sich mit einigen Bestim-I ! >3 mungen des Viehseuchengesetzes im Winter erst befassen ** . üiüssen und bestehende preußische Gesetze einer Revision . r. Erledigte Stellen : Die Stelle eines Mi- nnterriet)en, um die Voraussetzungen des Viehseuchengesetzes I 5.1',;e ? lreviso r s. Eine kath. Schulstelle zu zu erfüllen. Erst später kann das Viehseuchengesetz in Kraft I - u. bte Funktionen eines Oberlehrers, gesetzt werden. sowie der Organistendienst verbunden werden können. -- — - ■ — ---- " Militärzüge. Außer 9 Leerzügen, die von Gießen Hcicb« |au® äber die Ohmtalbahn gestern ins Manövergelände Aus Karlsruhe w«d gemeldet:'Auch am D°nnersck'b^1°^^urden, um die heimkehrenden Truppen wieder in tag sanden im Großh. Schloß zahlreiche Empfänge statt I, Garnisonen zu schaffen, passierten folgende Militärzüge Am Nachmittag besuchte das Großherzogspaar verschiedene ^gsuber die Station Gießen. Frankfurt—Marburg (Re- Ausstellungen. Mit der AüMhrung von „Fidelio" im 'ervisten) 8 Uhr 40 vormittags, Marburg—Köln a. Rh. Hvftheater finden die Jubitäumsfeierlichkeiten ihren Ab^ (Reservisten) 8 Uhr 50 vormittags und Marburg—Köln (Re- schluß. Die fürstlichen Gäste haben bis auf die luxem- servisten) 3 Uhr 50 nachmittag. Der erste Zug kam aus burgischen Herrschafteu Karlsruhe wieder verlassen. Rorddeutschland, während die Züge aus Köln von Marburg Wie Oberbürgermeister Cuno, der jetzt im weiter geführt wurden. Die Züge mit Truppen aus Ober^ Reichstag den Wahlkreis Hagew-Schwelm vertritt, der „Hag. Hessen fuhren wie folgt durch Gießen: Burq-Gemünden— ir-se- bBIt Reichstagswahlen Mainz 8 Uhr 57 abends, Ehringshausen-Frankfurt a. M. SÄ'* ÄZÄS L*.?' ?•» »’»■ Reichstagsmandats nicht ermögliche. " ain8 H Zell-Ronirod- Gießen Auf dem s>ortsckrittliclien SR eti r f s h n r t, i J V Ut,r 3b' Burg-Gemünden—Frankfurt a. M. 12 Uhr 15, tag des Verbandes Nordhausen wurde eine Ent- 3^°Romrod—Mainz und Gießen 12 Uhr 55, Burg- schlreßung gefaßt, die es in Rürtsicht auf die politische Gemünden—Homburg und Mainz 1 Uhr 12 und Alsfeld— samtlage für dringend wünschenswert erklärt, daß für die ^"obach 1 Uhr 48. kommenden Wahlen die Bekämpfung der liberalen Parteien L ** Stempelfreiheitfür Abheb ungen vonDevo- untereinander unterbleibt und möglichst in allen WaÜlkreisen 11 tre..n 5 a. b eJL Der preußische Finanzminister hat im Ein- des Bezirks eine einheitliche Front des gesamten Liberalis- oerstandnE mit denr Reichsschatzamt, dem „Bank-Archiv" zuiolqe, mus hergestellt wird. Für den Reichstagswahlkreis Nord- ^"^k"^iche Auslegung gegeben; darnach sind kandidieren. durch Zuschreibungen und Abschreibungen durch die Bank der je- Wie verlautet, beschloß der G e j a m t v e r b a n d deut- wellige Stand des Kontos in einer für beide Teile rechtsverbind- '^O^^^allindustrieller in seiner Ausschußsitzung, 'Weise jederzeit zu übersehen ist; 2. über das Guthaben nur ab 8. Oktober sechzig Prozent der Arbeiterschaft, etwa 420000 der Barabhebung oder der Ueberschreibung auf ein Mann, auszusperreu. Die Maßregel will die Metall- ^"oeres Konto desselben Kunden bei der Bank verfügt werden . Ätai iiÄÄ KJ'öM' »X1"fcÄT müldl ©thnmpQnlhUpn? nameutücher Msttmmung wweisenf daß bei jeder Abhebung die Vorlegung des Depositen. »9Li/1 Liebesgabe im Betrage Von s'uchetz verlangt wird, und daß der Verkehr bei Banken nur dann 22604 Mt der Gemeinde Hunrngen im Elsaß Moe- lr°n ist, wenn es sich um Depositenkonten handelt, bei welchen Scheck- wendet. Als Ort dec nächsten Hauptversammlung wurde Abhebungen ausgeschlossen sind. Frankfurt a. M. gewählt. 77 V ers a mm lu ng der M it g lied er des D e ut scheu l n e r b u n d e s, Ortsgruppe Gießen. Am Mittwoch abend Ausland. Mitglieder des Deutschen Kellnerbundes Aus Wien wird gemeldet: Der gemeinsame Miniftm- s^^n^f^^Zopfeld. versammelt, um einen Bericht ihres Vorrat hat die Einberufuna der Io? ^^dleEmrrchtung eines paritätischen 19 9rr>£>eT •• re • 3atlonen für Arbeitsnachweises für das Gastwittsaewerbe entaeaenrii- Oktober bchchttiffen. Der böhmische Landtag nehmen. Dieser berichtete, daß auf Veranlassung des Gaümi/t^ ^^^ber einberufen. v er eins für Gießen und Umgegend Verhandlungen stattglchnden Die Blatter melden aus Warschau: Mehrere So- tz^n denen zufolge mit dem ersten Oktober d. I. in Gußeii im Aialrevolutionare überfielen im Flecken Flow m>ci < /tadttschen Arbeitsnachweis ein Stellenvermitt- Kemerndeämter und erschossen einen D^ r fv oN- ^^^Efen ins Leben trete, daß die bezüq- h .ä’ ; *ä s,L; >; I terto*ÄSe? ist r *tlte erklört, daß die Kellnerveremigungen ihp? ststb^ 6etnebenen etcllennadweife am 1. Oktober Äfa würden ^beit geschehe kostenlos für Arbeit,,eber und Arbeitnehmer, doch ist vereinbart, daß Spesen für Telegramme vergütet werden müßten. Aus der Mitte crfIärt# daß man .seither in Gießen ür^- btt Stellenvermittlung durch die beiden hier bestehenden soweit es sich um Kellner, die in Gießen ansässig sind handelt, eigentlich nicht zu klagen batte Dielei' ' unb ^urck^d^i^?/"s durch die Ortsgruppe des Bundes überhamü m , ?ohnkellnerverem für seine Mitglieder Das ba§ gewerbsmäßige Stellenvermitteln für das Gastwrrtsgewerbe regele und am 1. Oktober d. Js in Kckaü nackwäs^'W ^sgelegt werden, daß es ben Stellen! nachweis der Ortsgruppe des Bundes, wie er seither betrieben sei, hindere, tomn dies auch von anderer Seite so darqesteltt Man habe nut Recht dem Ausbeutertum gewisser l^tellen- vermcktter in den großen Städten durch das betreffende 0>eseU leget ^.ors.^^kn wollen, aber es hieße doch das Kind mü dem Bade ausschutten, wenn das Gesetz so ausgelegt werden sollte b°^i?en ^deltnehmern errichteter kostenloser Arbeüs' nachweis nicht, mehr wirken dürfe. Die Abmachung Ä die Vorschriften des ätoar betl varckatMen ArbLftLu,achio^s. für te&erc Bezirke M (Serid?tsfaaL Lei vzig, 22. Sept. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Mechanikers Oskar Lange, der vom Landgericht Stuttgart am 1. SDiän wegen Beleidigung und ver- '"shker Nötigung des Grafen Zeppelin zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden war; Lange hatte behauptet, Zeppelin habe seine Erfilidung g e st o h l e n. Reichsgerichtsbrief. (Nachdruck verboten.) I. S. Leipzig, September 1910. ' Tie Benutzung von fremden Seltersflaschen führte den Selterswasserfabrikanten Hermann Mesker vor die Strafkammer des Landgerichts Bielefeld. Der Angeklagte füllte feine Brauselimonade in Glasflaschen, in die der Name des Herforder Selterswasserfabttkanten Carl Lucas eingegossen war. Diese Flaschen brachte er tellweise mit, teilweise auch ohne seine Firmenettketten zum Verkauf. Die Sttaf- ^wer nahm an, daß der Angellagte den Schein erwecken wollte, als stände ferne Ware mit dem Namen des andern in besonderem Verhältnisse. Daß er versucht habe, einen Irrtum über den Jn- halt der Brauselimonade zu erregen, stellte allerdings keine Ver> letzung des § 14 des Warenzeichengesetzes dar; jedoch liege eine strafbare V er letzung des Namcnsschutzes vor. Er hat, wie dw Straftammer weiter ausführt, widerrechtlich die Ware mit dem Rainen eines anderen versehen, um dadurch auch die Abnehmer irre zu führen. Ob die Flaschen teilweise auch seine Firma trugen sei gleichgültig, benn der Angeklagte habe sich sagen müssen, daß die aufaeklebten Frmenzettel sich vielfach lösten, besonders durch das Kuhlen der Flaschen im Wasser oder durch Die Straftammer erkannte deshalb auf eine (^elbftrafc tonn 150 Mark. In der gegen dieses Urteil ein» gelegten Revision erklatte der Angeklagte, daß die Verwendung der fremden Flaschen nur aus Versehen geschehen sei und weder über das Versehen noch über die Wissentlichkeit des Versehens huireichendc Feststttlungen getroffen seien. Der 5. Strafsenat kannte ledoch nach dem, Anträge des Reichsanwalts auf Ver- werfung der Revision. Nutzschalen-Extraktl auS der Kau Hofparfümerie-Fabr. von T. D. Wunderlich, Nürnberg, um den Haaren ein dunkles An- sehen zu geben, Dr.Orfila's Nuß öl, zugleich feines Haaröl, macht das Haar dunkel und wirkt baar- srärkend, beide ä 80 Pfg-, 1.40 Mk. W. ftilbütflcr, Drogerie. 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Mase. braucht nur an die ganz unzulänglichen Preise bei den angesekden Weltslügen zu denken. Fernerhin bat uns bisher auch die Industrie bei der Herstellung kriegsbrauchbarer Motore noch ganz im Stiche gelassen. So lange dieses Hindernis nicht überwunden ist, werden wir kaum daran denken können, wirklich leistungsfähige Maschinen im eigenen Lande herzu stellen, die sich auch zur Verwendung in einem Feldzuge eignen. B. Z.-Preis der Lüfte. Berlin, 22. Sept. .Für das große internationale Wettfliegen, das im nächsten Frühjahr von Paris über Berlin und Brüssel nach London stattfinden wird, stiftete das Berliner Verlagshaus Ulstein u. Co. als Verlegerin der , B. 3 am Mittag" einen Preis von hunderttausend Mark Dieser „B. Z.-Preis der Lüfte" soll in Berlin am 'Schluß der Strecke Pans—Berlrn an die Zieger verteilt werden. Von der Gesamtsumme bleiben 40 000 Mark für einen Flieger deutscher Nationalität oder für solche Flieger reserviert, die aus ganz oder teilweise in Deutschland hergestellten Maschinen in Berlin ein- treNen. Für den deutschen Teil des von der verbreitetsten französischen Zeitung „Le Journal" veranstalteten Rundfluges über- nahm die „B. Z. am Mittag" die Organisation. Die Cholera. Cholera in Westpreußen. Berlin, 22. Sept. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge stnd rn der Ortschaft Kalthof auf dem linken Ufer der Nogat gegenüber von Marienburg, in der Provinz Westpreußen, in der zweiten und dritten Woche des Septembers choleraverdächtige Erkrankungen vorgekommen, deren Entstehungsursache nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden konnte, die aber aller Wahrscheinlichkeit nach auf Einschleppung aus Rußland beruhen. Die Erkrankungen betrafen drei dichtbewohnte Häuser. Bakteriologisch festgestellt wurden Cholerabakterien bei acht Personen von denen vier gestorben sind, zwei sind aber nur sogenannte Bazillenträger gelvesen. Die Kranken und Krank- heitsverdächtigen wurden sämtlich in das Tiakonissenhaus rn Marienburg übergesührt. Die gesunden Personen, die mit den Erkrankten in Wohnungsgemeinschaft gelebt haben und daher als ansteckungsverdächtig angesehen werden mußten, im Ganzen 102, wurden in der alten Gasanstalt zu Marrenburg einer fünftägigen Beobachtung unterzogen. Die befallen gewesenen Häuser wurden desinfiziert. Nach^ dem seit acht Tagen keine neue Erkrankungen vorgekommen und alle Ansteckungsverdächtigen wieder entlassen sind, kann Der Choleraausbruch in Kalthos wohl als erloschen angesehen werden. Attnst rrnd Wissenschaft. Ein Heilmittel gegen die Zahnfäule. Der französischen Akademie haben, nach einem Berichte der „Revue", die Zahnärzte Herr und Frau Fildermann eine neue zahnärztliche Methode vorgelegt, durch die innerhalb einer einzigen Sitzung die Caries, die zerstörende Zahnfäule, geheilt werden kann. Es handelt sich, soweit aus dem Berichte hervorgeht, zunächst um eine Behandlung mit Sauerstoff und heißen Formoldämpfen, der eine Einspritzung von erhitztem Parafsin folgt. — Von neuen Forschungsreisen bringt der Globus eine Reihe interessanter Mittellungen. Der Direk- torialassistent am Berliner Museum für Völkerkunde, Dr. Max Schmidt, hat sich nach dem zentralen Südamerika begeben, um hier ethnographische Studien zu machen. Nach einer Exkursion in das recht wenig bekannte Gebiet der Guato, das er schon früher ausgesucht hatte, wird er mit dem Dampfer den Paraguay auftvärts fahren und dann in das Gebiet der noch unerforschten Cabixü-Jn- dianer Vordringen. Ter durch seine früheren Reisen in Australien und Nordmexiko bekannte Ethnograph Carl L u m h o l tz hat im Frühjahr 1909 eine geographische und ethnographische Expedition nach ArizonaundSo.nora unternommen, über deren Ergebnisse er einen ersten ausführlichen Bericht gibt. Das erste Reisejahr war dem Studium der Wüstengebiete Südarizonas und ')Lordwest-jSo- noras gewidmet, in denen die Papagos, ein intelligenter und Mutiger Jndianerstamm, wohnen. Der näheren Erforschung der Lebensbedingungen, unter denen diese noch an alten Sitten festhaltenden Indianer leben, galt das Bemühen des Gelehrten. Ueber seine Versuche, den M o u n t Robson, der mit seinen 4180 Metern als der höchste Gipfel Kanadas gilt, zu besteigen, hat Prof. H. P. Cole- man berichtet. Nach zwei vergeblichen Aufstiegen, 1907 und 1908, gelang es dem Gelehrten, nach Ueberwindung großer Mühen und Gefahren am 13. August 1909 glücklich die Spitze zu erreichen. Der Kommandant des kanadischen Regierungsschisfes „Arctic", Kapitän Vernier, hat Mitte Juli seine neue Polarexpedition angetreten, um die von der Sverdrupscben Expedition entdeckten Inseln westlich vom Jonessund und Ellesmiereland zu erforschen und außerdem festzustellen, ob das 1906 von Pearh gesichtete Crockerland wirklich existiert. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der Hygieniker, Geh. Rat Prof. Dr. med. Franz Knaufs in Heidelberg vollendet am 24. Sept, das 75. Lebensjahr. — In Wien sand am Donnerstag Nachmittag um 1A Uhr unter großer Beteiligung das Leichenbegängnis des Hoischauspielers Rains statt. Paul Lindau hat der Witwe von Joses Kainz das Bedauern Kaiser Wilhelms über das Ableben des Künstlers Übermittelt. Auch der deutsche Kronprinz und die Kroprinzessin ließen ihr Beileid aussprechen. Griginal-Drahtmelöungen. Paris, 23. Sept. Ein Mitglied der geeinigte« ozialistischen Partei wird über die Entlassung deS SyndikatssekretärS Renault eine Anfrage einbringen. Vernaschter. • Das Land der Dekorierten. Wer auf den Variier Boulevards sich ergeht und die Menge der mit Ordensbänd^ geschmückten Herren mustert, die ihre Knopflochzierden späteren führen ^mmt sicher nicht auf den Gedanken, es könne irgend ein ^and geben, m dem diese Manie starker grassiere und befriedigt werde Und doch ist das kleine Belgien das Land, das über die aröüte Zahl gefüllter Knopflöcher verfügt. Während m Frankreich erst auf 166 Mitbürger ein Dekorierter kommt, ist das Verhäl nis in Belgien 60 zu 1. Nicht weniger als 18 000 Personen smd dort für "°UHemlich ganz hervorragende Leistungen mir Exemplaren des — 1863 gegründeten — Leopoldsordeus ausgezeichnet. Das Testament eines Armen. Den Anordnung «'"tz tietftortenen Bew-Hncrz Bon ®.aiS stE wurde IN den letzten Tagen Rechnung getragen. Der Mann, rX 'tUlK r2^ llt bc" bescheidensten Verhältnissen ge^ Hf raId Versicherungsagent Eg war, dessen durchschnittliches Einkommen ein Pfund pro Woche betrug hat in seinem Testament eine ganze,Reihe von Menschen mit mehr oder minder beträchtlichen Geldgeschenken bedacht. Der Verstorbene soll es allerdings zustande gebracht haben, derartig zu wirtschaften, daß seme wocheMlichen Ausgaben 10 Sh niemals überschritten. Der Grundbesitz, den der Arm/' zurückließ, repräsentiert einen Wert von 4500 £ Ferner" hinter- Ueß Herr Mires, dies der Name des Erblassers, an eine Reihe Kunden Beträge von 20 bis zu 50 £, je ein Pfund für ajlp Mitglieder des dienenden Personals zweier Spitäler in Maid- stone je 5 £ für die Insassen eines Armenhauses in Maidstone, re 10 L für die Insassen eines zweiten Armenhauses und je 5 resp 10 £ für einen lokalen Milchmann, Schuhmacher und Ziegelleger. Ferner bedenkt der Verstorbene Maidstoner Wohl- tatigkeitsanstalten mit einem Gesamtbetrag von 370 £ und ein Teil des Grundbesitzes soll zum Vortell der Armen Maidswnes verwertet werden. * Amerikanische Automobilmanie. Nicht weniger als 400 000 Automobile durcheilen die Vereinigten Staaten und stellen einen Gesamtwert von 2400 Mill. Mark dar. Schon aus diesen Zahlen kann man sehen, mit welchem Enthusiasmus der Amerikaner sich dem Autosport ergeben hat. Denn nach der genauen Schätzung einer amerikanischen Zeitung kann höchstens die Hälfte dieser Gefährte auf die Verwendung in Handels-Betrieben gerechnet werden, während 1200 Millionen Mark wenigstens in Automobilen für Vergnügen uiid Sportzwecke angelegt sind. Eine Auto- mobilmanie hat die Jankees in den letzten 5 Jahren et* griffen, so daß viele Leute lieber ihr Haus verpfänden, als daß sie auf den Besitz dieses neuesten Beförderungsmittels verzichten würden. Mit der immer zunehmenden Vergrößerung der Automobilindustrie sind die Zahlungsbedingungen immer leichter geworden; man erhält Autos gegen eine geringe Anzahlung und die Außenstände der großen Fabriken häufen sich. Eine Firma in Minneapolis besitzt bereits Pfandscheine auf 1500 Häuser, deren Eigentümer lieber auf ihr Heim verzichten wollen als auf ihr Automobil. In Wisconsin sind die Schulden für Automobile auf 16 Millionen, in Nebraska auf 36 Millionen gestiegen. Viele Banken im Westen und Südwesten und auch in einzelnen Teilen des Ostens der Vereinigten Staaten haben es sich zum Prinzip gewacht, zum Zweck des Einkaufs eines Autos überhaupt fein Geld mehr zu verleihen; sie sind bereits vielfach durch die sich beständig steigernde Automanie ge- chädigt worden. * Flucht in Öandfe sseln. Eine tollkühne Flucht aus dem Gewahriam der Polizei mar, vergangenen Samstag durch einen Mann namens John Nicholson unternommen worden, der von einem Polizeioffizier von Newcastle nach Castle-Eden überführt werden sollte. Nicholson bestieg in Begleitung des Polizei- offtziers den Zug in Newcastle. Die Hände Mcholsons waren auf die übliche Art gefesselt. Als sich der Zug dem Eisenbahnknotenpunkt in Wellffeld näherte und seine Geschwindigkeit entsprechend verlangsamte, gelang es Nicholson, die Tür des Wagens zu öffnen und auf die Strecke zu springen. Der Polizist folgte ihm nach, aber trotz feiner Handfesseln war Nicholson spurlos verschwunden. Die Behörden wurden sofort von der Flucht des Gefangenen verständigt und alle nötigen Schritte zum Auffinden des Entsprungenen wurden unternommen, aber bis zum Einbruch der Nacht hatte man noch keine Fährte des Flüchtigen ent- deckt. Gestern morgens hingegen auf Grund einer gewissen Spur wurde der Flüchtige in Washington in der Nähe von Sunderland, volle 15 englische Meilen vom Ort feiner Flucht entfernt, in einem Hause aufgefunden und verhaftet. Was die ganze Angelegenheit aber in ein verschiedenes Licht bringt, ist die Tatsache, daß Nicholson berufsmäßiger „Läufer" ist unt> nur auf Grund seiner Fertigkeit war er dem ihn sofort verfolgenden Schutzmann, der ihm doch vom Zuge nachsprang, so erfolgreich entronnen. * Eine Kirche, die von Frauen gemauert wird. In den Straßen von Jersey City kann der Spaziergänger, der am Abend den Vororten zuwandelt, ein Bild wahrnehmen, das in seiner seltsamen Romantik wohl nur in Amerika möglich ist. Bei dem phantastischen Lichte flackernder Fackeln und still leuchtender Laternen sieht man an einem Neubau eine Anzahl von schwarzgekleideten Frauen an der Arbeit, Frauen, die offenbar den besseren Ständen angehören und hier mit Eifer Hammer und Kelle schwingen. Sie türmen Backsteine zu Mauern, dort hinten sieht man die Frauen Mörtel mischen, oben an den Wänden stehen einige, über und über mit Kalk bespritzt, und mauern, so wett ihre Kraft reicht. Lieber die Straße aber ziehen sauber gefleibete Leute, ehrenwerte Männer, die ihre Garderobe durch eine Schürze schützen, und sd leppen Backsteine und allerlei Baumaterialien herbei. Einige Polizisten halten die neugierige Menge zurück, die halb staunend, halb bewundernd auf die Frauen blickt, die ' dort oben Mannesarbeit verrichten, ohne daß Not und Sorge ■ sie dazu zwingen. Was hier gebaut wird, das ist das erste Gotteshaus der womens apostolic new church, die Mrs. Sarah 1 Carle, eine kleine, lebhafte, grauhaarige Dame vor kurzem gegründet hat. Sie wird an dem neuen Gottes hause als Pastor ihres Amtes wallen, und mit Stolz erzählt sie von dem Bau, den die gläubigen Frauen mit eigenen Händen errichten. Eine Architektin hat die Pläne ohne Entgelt aus gearbeitet und ein männ- 1 dieser kirchlichen Frauengemeinde den Dam«! ■ Wie man Mauer und Mörtel macht - ?eCJ®n£?uthe arbeiten abwechselnd in Gruppen von 18 * am Abend, wenn ihr häusli^^ TageweZ 1 fie öum Bauplatz und beginnen die Maur^ ÄrMiSr? & verrichten ihr Werk so vortrefflich, daß Bauaufseher zufrieden sein könnte; der städtische -LblC. Überwachung erfüllt, hat die Arbeit^ w und erklärt, daß er nicht den geringsten Grund zu einem Einspruch gefunden habe, „ Kleine Tngeschronik. fünf von Fischsalat ist in Köln die auÄ schw er^er fr ^stehende Familie eines Rechnungsrates sehn in SUV ^.Leipzig, ber auf bem Hauptbahnhof i Ifi mi Jh» ? e?Aaf tet worden war, ist, da ihm der Juwele n- 11 - n agewiesen werden konnte, durch 93er- Wguiig des Gerichts wieder f re ig e lassen worden. Bergflusj e im Harz und im Thürinaer-j Wald, die Unstrut, Saale, Elster, Mulde, Werra und Leine! fuhren snt Donnerstag vormittag starkes Hochwasser/ ^zn Berlin hat sich am gestrigen Donnerstag ein Referendar eine Ku g e l in das Herz geschossen. Auf dem £isch lag ein Testament und ein Zettel mit den Worten: Eine lange zurückliegende Tat hat mein Leben verbittert und ruhelos gemacht. Ich scheide deshalb freiwillig aus" dem Leben. Wie der Oberbürgermeister von Trier dem Wolff'schen Bureau rnittellt, findet, entgegen den verbreiteten Gerüchten, dos' Fern-Wettfliegen Trier-Metz bestimmt ftatt 4)ie Flugmaschinen sind bereits in Trier eingetroffen. In den Schweizer Bergen ist Schneefall eüu getreten. Bis auf 700 Meter herunter liegt der Schnee Appenzell meldet großen Schaden an Wiesen und Feldern' Die Korn- und Kvrtoffelernte liegt an vielen Orten unter einer dicken Schneedecke. Die Viehherden mußten vorzeitig von den Alpenwiesen heimgetrieben werden. In Davos beträgt die Schneedecke bereits 10 Zentimeter. Dorfe Gadeland in Schleswig-Holstein fielen drefl Geholte mit zwölf Gebäuden, das alle Schulhaus und große Getreidevorräte einem Grobfeuer zum Opfer . 3n.dem russischen Grenzort Babice stürzte beim Bart eines Schulhauses das Gerüst ein und begrub v i er Arbeiter und mehrere Kinder. Zwei Arbeiter und ein Kind konnten nur als Leichen geborgen werden; die! beiden anderen Arbeiter, sowie drei Kinder erlitten schwere Ber-> letzungen. Auf dem Flugplätze zu Folkestone erlitt gestern der Flieger Barnes einen schweren Schädel bruch und einen Bruch des Handgelenkes, .Seine Maschine wurde vollständig zertrümmert. Büchertisch. — „Zag-Z aw-Puzzle". London und Paris müffav immer eine „Craze" haben. Irgend etwas, worüber sie sich verrückt gebärden können. Der letzte Craze ist das „Zag-Zaw-Puzzle" . Das ist ein Gesellschaftsspiel, das aus Amerika herübergebracht; wurde und jetzt auch seinen Siegeszug bei uns in Deutschland' hält. Wie man Bridge- und Whist-Abende veranstaltete, so nun; „Zag-Zaw"-Gesellschaften. Man sitzt an kleinen Tischen zu zwei, drei und mehr Personen und bemüht sich um dieses neueste Geduldsspiel und diesen fesselndsten aller Kopfzerbrecher, der jung, und alt in feinen Bann gefangen hält. „Zag-Zaw" ist bei näherer, Besichtigung gar nichts Neues, sondern ein aller Bekannter^ es ist ein Rätselspiel, das wir aus unserer Kindheit kennen, das damals aus einer Anzahl quadratischer Würfel bestand, deren; 6 Flächen mit irgend einem Bildausschnitt beklebt war, oder au$ flachen Pappstückchen. Diese mußten so zusammengestellt werden, daß sie irgend ein Bild dar stellten. Das ist im Grunde genommen das „Zag-Zaw-"Spiel. Aber an Stelle der Würfel sind ganz dünne Holzplättchen getreten, die mit einer Säge so kunstvoll in Partikelchen zerlegt sind, daß eine richtige Zusammenstellung je nach der Größe des Bildes mehr oder weniger viel Zeit verlangt. Die einfachsten Puzzles bestehen aus 50 Teilen, die kompliziertesten aus 1000 Teilen. Die Spiele sind im Verlag von Raphael Tuck & Sons erschienen.• Märkte. fc. Fraukfttrt a.M., 23. Sept. Heu- und Strohmarktt Angefahren waren 4 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,30—0,00 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0,00 All., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft sehr schlecht. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreis Hanau.__________________________________________________ FamilicN'Nachrichten. Geburten: Herrn Peter Götz in Biedenkopf ein Sohn. V e rlobte: Fräulein Maria Weber mit Herrn Otto Ludwigs beide m Ranstadt. — Fräulein Katchen Jlges mit Herrn Karl Spanier, beide in Schotten. — Fräulein Helene Gripp mit Herrn Philipp Rech, beide in Friedberg. — Fräulein Katharina Loch ür Otterbach nut Herrn Konrad Habermehl m Liederbach. — Fräulein, Margarethe Gerber in Fuchshain-Leipzig mit Herrn Karl Handwerk! in Wetzlar. — Fräulein Luise Waldschmidt in Gladenbach mit Herrn Arthur Kühn in Bockenheim. — Fräulein Emmy Oppenheim in Marburg mit Herrn Eugen Spiegel in Hildesheim. — Fräulein Line Aletter mit Herrn Heinrich Wagner, beide in Bad-Nauheims Gestorbene: Frau Sofie Muller, geb. Hahn, Herr Heinrich, Rühl, beide in Alsfeld. — Herr Valentin Weppler in Schlitz. —> Fräulein Luise Katharine Gertrud Gruhn in Biskirchen. — Herr^ .Wilhelm Venuleth in Darmstadt. — Herr Daniel Siegfried iw Leusel. — Herr Johann Reinhardt in Wetzlar. — Frau Emmv Dute, geb. Bachmann, in Marburg. — Herr Friedrich Hermann Klein, Carlshütte (Kreis Biedenkopf). — Herr Heinrich Hampel in Aumühle bet Niederweiler. — Herr August Göbel in Ockershausew Darmstädter Möbel weltberühmt durch ihre Formenschönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständigfrei ins Haus unter Garantie D’VeJ von 10 Jahren das Darmstädter Möbel - Einrichtungshaus Efldwig Stritziager Kunstgewerbliches Etablissement für Innenausstattungen Telephon 1441 DARMSTADT Heinrictistr. 67 Portofreie Zusendung meines Prachtkataloges. Auf Massanfertignng müssen Sie warten. Das haben Sie nicht mehr nötig. Sie erhalten sofort eine gut passende Fussbekleidung, wenn Sie ChasaUa- Stiefel kaufen. Diese sind fertig und bewirkt der Chasalla-Mess- apparat richtiges Passen. :: Hauptpreislagen für Damen und Herren....... Mk. I450 I750 I900 2250 Niederlage für Giessen und Umgegend; Wilh. Herbert Carl Herbert Giessen Marktplatz 2 neben der Engel-Apotheke. Chasalla-Messapparat D. R. 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