160» Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Weller <4 «»ubejton. »en Die Sammlung soll ein y <> s (/> s 9 > 4 I 9 *5 E jährlich Atk. 2L0. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 ISt; durch die Post -Dlt.2.— uiertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenprerS: lokal IbPs^ auswärts 20 Pienniq. Chelredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: Aiigusl Goetz; für -Feuilleton' und.Vermischtes* K. 9leuratt), iür «Stadt il Land" und.Gerichts-» Protest sein. Die Zahl der Werke ist allerdings nicht sehr g'vtz, ivenn sie aut Bedeutung Anspruch macken wollen. Immerhin werden die Arbeiten der Frau Curie, der berühmten Radimn- 'orscheriit, einen Givielpunkt inoderi,er Wissenschaft darstellen. Die' ?Homnue der Selina Laaerloi unb der Ricarda Httch sollen beweisen, daß bedeutende Dickterinnen vorhanden stild. Die Bild- bmierei, die Malerei und die Mnsik haben allerdings keine grotzen Vertreterinnen zu senden. Aus der Vergangenheit wird das Bild der Frau Rat Goethe die Ausstellung zieren. In der Regierungs- funft solleii Maria Theresia und Katbarina von Rußland die Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern bezeugen. Wert, der im „G. A." ja schon mehrfach geschildert wurde, beicht in den umsassenden Forschungen über das Inlandeis und den Vulkan Mount Ebcraus, der trotz seiner 4000 Meter unter unsäglichen Mühen erstiegen wurde. Wenn man den breit- chultrigcn, schöngebauten, noch ziemlich jugendlich erscheinenden Forscher so angenehm erzählen hörte, vergaß man säst IW Mühen und Gefahren, die er mit seinen Kameraden zu bestehen hatte. Lichtbilder und kinematographische Aufnahmen ergänzten die mit viel Beifall ausgenommcnen Ausführungen des — Shackleton in Franfurt a. M. Nachdem Shack- leton schon vorgestern mittag in einer wissenschaftlichen Sitzung des Vereins für Geographie gesprochen hatte, hielt er abends einen öffentlichnt Vortrag in deutscher Sprache. Ter große Saal des Saaibaus war dicht besetzt, und gespamit folgte man den, - ------ - - -• . . • . .. . Ausführungen des kühnen Forschers, der in unterhaltendem sind, desgleichen alle Bilohaverarbellen, bie auszulretbeu stnd, urtb idt = -p 3,9 ’C. - - 0,2‘C. ^0. Ätarz lyuu durch Unter,cyrt,t des )errn v. Schoen — von dem ist ja nichts mehr.zu erwarten — als beim Kaiser. Es wäre höchst bedauerlich, wenn der schlimme Eindruck, den die letzten Ordensverleihungen an oie vielfach angegriffenen Persönlichkeiten des auswärtigen lienstes (Herrn v. Sck)oen mit den Vertretern in Washington and Carraras) hervorgerufen haben, nachhalten müßte. Der Kanzler übt in auswärtigen Dingen vorläufig offenbar Neutralität; es wird aber die höchste Zeit, daß man in Berlin )ie im Reichstag und im Lande so zahlreich ertönten Warnungssignale ernstlich beachtet und dem auswärtigen Dienste eine andere Richtschnur und — das kann schwerlich vermieden werden — einen anderen verantwortlichen Leiter gibt ! Sonst :egt die Gefahr nicht weit, daß zu dem bekannten politischen November stnrm sich noch ein Apriffturm gesellen wird! Eine ameritanische Abfuhr in Gstasien. Weder Rußland noch Japan wollen die von Amerika vor- geschlagcne Ncuttalisicrung der Bahnen in der Mandschurei. Beide Staaten wollen für ihre Sonderbcstrebungen ommbar offenes Feld behalten. Rußland erklärt offen, die internationale Kontrolle und Verwaltung der mandschurischen Bahnen werde seine durch große Opfer und Anstrengungen erworbenen Interessen ul der Mandsckmrei schädigen: Petersburg, 21. Jan. Wie die Petersburger Tele- graphcn-Agcntur erfährt, hat der Minister des Aeutzcrn dem Botschafter der Vereinigten Staaten heute das Anaoort- Memorandum der russischen Regierung über den Vorschlag ter Regierung ter Vereinigten Staaten betreffend dce Handels- Neutralität der mandschurischen Bahnen übergeben. Der Inhalt der russischen Antwort tft ui allgemeinen ^^Die°Niststche Regierung versichert ihre Ergebenheit für die Grundsätze ter Integrität und der Souveränität Chinas, der Politik ter offenen Türe und ter gleichen Handelsbegunsttgungen in ter Mandschurei, spricht jedoch die Ueberzeugung aus datz diese Grundsätze in nichts gefährdet seren, und daß es Hafer durch die Sachlage in ter Mandschurei nicht begrüntet ser, daß al», wirksamstes Mittel zum Schutze dieser Grundsätze dre von den - Bereinigten Staaten aufgeworfenen Fragen auf dm Tagesordnung gesetzt werten. Tokio, 21. Jan. Die Antw ort Iapans auf den Vorschlag tes ameritanischcn Staatssekretärs Knox bezuguch ter Neutralisierung der mandschurischen Eisenbahnen ist dem ainerr- laniscfen Botschafter gestern nachmittag übermittelt Worten.. Der Inhalt wird nicht bekannt gegeben, doch besagen Nachrichten' aus bester Quelle, daß die Antwort nicht umfangrercy ist Japan weigerte sich, der Neutralisierung zuzustimmen, und zwar aus mehreren Grünten, besonders aber, weil sie weder' für Japan noch für China einen Vorteil bedeute und auch dm kommerzielle Lage in ter Mandschurei nicht ändern wurde, mo: Japan an den Versprechungen betreffend die oftenc Tur und> die gleiche Gelegenheit für ten Hantel aller Machte streng fest-, halte. Man glaubt, daß die Antwort im freundschaftlichen Tone ^^cVö'ort, 21. Jan. Ein Telegramm des „Newyork Herold" meldet aus Peking: Ein kaiserliches Editt wurde veröffentlicht, das die formelle Genehmigung des Thrones zu dem Abkommen betteffend die amerikanische Anleihe für. den Bau der Eisenbahn von Tschrn-Tscho u-Fu über Zizikar nach Aigun enthält. In dem Abkommen wird die Höhe der Anleihe mit 50 Millionen Dollars angegeben. hl «e — Eine Ausstellung gegen die „'Dl i n b e r rv e r t i g- feit des Weibes". Tie ruistscken Franenrechllerinnen ver- nnflalteii in Petersburg eine Ausstellung, die sich gegen l'.öbrus, Weiumger und andere richtet, die behaupten, daß bie rttau bpin Tlaitne gegenüt er geistig nunbermeitig sei. Es werden alle Erfindungen, die non Rramm geinackt worden sind, ^uiaminen- geholt, soivie alle berühmten Bilder, bie von Fralleu gemalt motben I finh dpSaleicben alle Bilobaoerarbeiteu. die auUutteibcit sind, urtb Zweiter Dante-Abend. Ans dem Grausen ter holle führte .uns Fräulein Moria Bassermann gestern abend in dem zweiten Teil lfeer Tante- Vorlesuiigen in die lieblicheren sGefilte^ des LäuterMigsberges, oder — wie A. Bassermann den zweiten Teil der Trvnia C-omotea nennt — tes Fegeberges. Mit einer fetzen, reinen Vortrags- kunst, die das seelische Erlebnis zu emer lichtvollen Plastik formt, brackste sie mit erlesenem Geschmack ausgewählte Gei ante zu emer tiefen, aus-geprägten Wiriüng. Tie innere Gestaltung ist das nxsentlichc, das, was Weg und Führung- gibtwas darüber hinausgeht, das gehört der Bühne, die kein noch fv gut ausgv- arbeiteter Vortrag ersetzen kann. . In diesen festen Grenzen, die em fernes Gefühl sich leicht selbst bestimmt, hielt sich die Vortragende mit Geschmack und Bedacht. In innig beseeltem Miterleben führte sie uns nach dem Berg ter Läuterung, zu dem Tor derGnade, decken Lchuterung ihr wunderbar gelang. Weiter folgen wir zu den Lchatten ter joyay Mutigen, die bedrückt einherwandeln, und mit ergreifendem Schauer hören wir das meisterhaft vorgetragene Vaterunfer, mit dem dre Rastlosen ihr Heil erflehen. . ' Dann begegnet dem wandelnden Dichter rrr lieblicher Au, die blumenbrechende Frau, Mathilde, und ein Bild von köstlicher Frische, das mit dem prächtigen Sinnbild von dem Samen des Guten schließt, bezaubert uns mit rührender Innigkeit. Hier wie in ter Schilderung ter Prozession, die wegen ter Häufung der Allegorieii allerdings nur sehr schwer verständlich ist, gelang es der Vortragenden, mitzureißen in diese bunte, phantastische Welt, die eines Dichters Auge in trunkener Freute ersck-affen hat. Und in seliger, sonniger Hoffnung klangen und jaiicktten die Verje bei dem Wiedersehen mit Beatrice, ferner Liebsten, die hier zuM reinen Symbol des Glaubens geworden ist. Tie geniale Schilderung, die des Dichters jubelnde Seele hier entwirft, diese sonnige, wonnige Schönheit wußte Marie Baster- mmm mit inniger Empfindung nachzuschaffen, und einen Teil jenes Pvom.'theusfunkens, der Seele, in dem Zuhörer anzufachen, ohne ten altes nur Sckxall und Rauch bleibt. Daß die zahlreiche Versammlung der Vortragenden so gern und willig folgte, ist aber wohl das beste Zeichen, denn jeder gehütete Deutsche hat die Göttliche Komödie — meistens nur auf seinem Bücherbord stehen, und nur wenige sind in den Läu- terungsberg eingebrungen — sehr wenige in das Paradies. N. * ^^—^egen tritt f einer Schauspielerin. Im Deutschen Theater zu Berlin kam es kürzlich nach Schluß ter Vorstellung zu einem unangenehmen Austritt. Ter Herausgeber der „Schaubühne", Siegfried Jakobsohn, wurde, als er das Theater verlassen wollte, von Ida Roland, dem Mitglied des Hebbeltheaters, angegriffen. Tie reizbare Schöne versuchte ten Krittler mit ihren Fäusten und einem Regenschirm zu bearbeiten. Ter Grund zu dem Vorgehen ist ein Aufsatz in dem neuesten Heft der Schaubühne, worin sich die Zeitschrift mit dem Hebbeltheater beschäftigt und Ida Roland als die „Vertrauensperfon des Direktor Robert in gewissem Sinne mit für bcrn Zu.amm>w- bruch tes Theaters verantwortlich macht. Ttese Anficht war auch schon vorher von Mitgliedern tes Hebbeltheaters geäußert worden.^ j r ö N e n t l i ck u n g d e r M u s s e t - B r i e fe im „Figaro" bat den Verehrern des Dichters eine große Enttäuschung bereitet; beim diese sogenannten Briefe, deren nun schon 3H ver- öffenilicht rourben, finb tast ausschließlich fursc ?iebe‘5bric,e von wenigen, belanglosen Zeilen, worin ber feurige Liebhaber um cm etellbichcm bittet unb stets aufs neue in leidenschaftlichen Worten seine Liebe zu ber Angebeteten beteuert. Die literarische Forschung erhält durch ten Briefwechsel nicht bie minbeften Aufschlüsse. — Ein falscher Velasanez ist in London entdeckt worden. Die Nationalgalerie erwarb das Bild vor zwei Jahren für 900 000 Mark. Der Kunstforscher William Richmont behauptet, daß sich in den Farben preußisch Blau befinde, das erst vor 150 Jahren entdeckt wurde. Der Chemiker Church sagt aus, daß seine chemische Untersuchung dasselbe Ergebnis gehabt habe. Her. "ram '-w 16t- «« W Reimet //gemeinde. * IIOtMeimer. Samstag 22. Januar 1910 Vezugsprei.»: monatlich 7öPs., viertel- politische Wochenschau. 11 Gießen, 22. Fan. । Wir sind jetzt endlich wirklich von dem abgeleierten Finanzreformgesang abgekommen und sehen von alten Seiten neue Ereignisse und Fragen uns entgegenkommen. 2-as Schifslein des Auswärtigen Amtes geht auf sturmrsch bewegter See, in der Türkei und hauptsächlich in England bereiten sich neue Dinge vor, und im Innern vergessen unsere redeeifrigen Parlamentarier gar zu oft, daß ihre wich- ttaen und hitzigen „Interpellationen" noch lange nicht das Wichtigste von allem bedeuten. Auf §etrn v. Bethmann- Hollwegs Tisch, der ja der Verantwortung für unsere inier> nationale Politik vorläufig noch nicht entlastet ift. häuft sich die Arbeit. Trotzdem hat am Mittwoch auch der Mg. Müller-Meiningen die „ausfallende Parlamentsscheue" des neuen Kanzlers bekritelt. Man muß der Verflachung des Reichstags, die natürlich auch die Stimmung des Volks wieder beeinflußt, so daß Unverständnis und büliger Wch epwemieartig überguellen, so viel wie mögltch entgegentreten. Wir wollen Herrn v. Bethmann-Hollweg n^cht loben, aber solange er weder etwas verbrochen noch überhaupt vollbracht hat, auch nicht bemäkeln. Schon bemnnt in einem bestimmten Teil der Presse das gewohnte leichtsert-ge Spiel mit Dingen, die noch unfertig im Zeitenschoße liegen. Wir sind weit davon entfernt, die letzte große Rede des Herrn v Bethmann-Hollweg im preußischen Abgeordnetenyause für eine große Satan halten. Er sprach nichts aus, was nicht schon oft -genug gesagt worden wäre. Wer das war gerade diesmal zu laben. Die Polenpolitik darf kein Bejserwisfer wieder ins Schwanken bringen. Selbst wer die Beamten- maßreaelungen aus rein praktischen Gründen nicht für opportun halten möchte, sollte jetzt nicht fabeln, denn die Entschlossenheit des Kanzlers, den Polen und ihren Freunden auch keinen Schimmer von Hoffnung zu lassen, ist unter allen Umständen erfreulich. Die Stimmung muß deutlich zum Ausdruck kommen, daß der Widerstand gegen das an- maßliche Volk wie eine unerschütterlickfe Mauer steht Denn sollten die jahrelangen Kämpfe, die ungeheuren Aufwendungen von Arbeit und Geld, ganry vergebens fern? Die Beamten haben im Osten allerdings vermehrte Pflichten. Die Regierung sucht deutsche Bauern und Arbeiter auf dem heißen Boden anz-usiedeln und sollte es dort Beamten bequem machen, die ihren Zielen offen widerstreben? Das Fann niemand verlangen. Leider würde im Reichstag eine Mehrheit bereit gewesen fein, der Regierung über die Kattowitzer Fälle und die ganze Polenpolitik ihr Mißtrauen auÄ'-usprechen. Und doch haben nur das Zentrum und die Sozialdemolratie an der praktisch nutzlosen Aufwirbelung dieser Sache ein agitatorisches Interesse; w^lü-e Folge sonst noch aus solchen Schritten hervorgchen könnte, zeigt die folgende Frage eines freikoiiservativen Blattes: „Was folgt daraus? Daß in dem Momente, wo wir m Preußen das Reichstagswahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhielten, eine konfeguente und energifche Dstmarcen- polittk lahm gelegt wäre". Das Niveau unseres Reichstages wird auch dadurch feiend)tet, daß die Beratung wichtiger Justizgefetze vor fast leeren Bänken vor sich ging, so daß dem Nöund Dr. Jungs, des Leipziger Anwalts vom Reichsbericht, bie ironischen Worte entschlüpfen konnten: „Es ist mit der Justiz ein eigen Ding. Die Menschen regen sich meist erst auf, wenn sie oersaol." Er würde, wenn er bie Ausfchußberatungen der < hessischeÄ Volksvertreter gelesen hätte, vielleicht tz^ge)ugt l haben, „und wenn sie zu viel zu kosten anfangt . Am Mtt- ; woch sind den Herren in Darmstadt interessante Gestanon>sse entschlüpft. Der Staats- unb Justizminister hielt oeu Vollsboten auf eine Klage über manbelnde Arbeit bei bei; , 'leinen Amtsgerichten vor, daß sie selbst ja immer neue Amtsgerichte gefordert hätten unb bie Regierung dem Drängen sich manchnial nicht habe entziehen lönnen! Die alte, "leidige Sache! Die Herren Abgeordneten verlangen unb bie Minister bewilligen. Wo bleiben aber bie er|ten unb verantwortlichen Verwalter ber allgemeinen Staate interejfcn mit ihrem Ueberblick unb Weitblick, ihrer Auto rität unb Tatkraft? Eine Regierung bars sich boch bamil nicht entschulbigen, daß sie verkehrte Beschlüsse md)t angcrcg' >abe, sonbern "sie sollte lieber erklären, warum sie solche Torheiten nicht verhinbert hat! Unserem juristischen Nachwuchs in Helsen ist ein schreckliches Dräuen widerfahren. Man scheint für bie Zukunft durch sparsame Auslese „nach ber Güte des Examens" bie G^ohr ber 17o Aftessoren.und IGO Refereubaren flüchten zu wollen. „Weh dir, da,; du ein Enkel bist!" Ob das übrig bleibende jammernde Proletariat dem Anwaltstande ziigeichoben werden soll der ja nach den Erklärungen des Staatssekretärs vom Rcichsiustizamte aus eine zeitgemäße Erhöhung der Gebühren zu rechnen haben soll? Oft schon ist man sich darüber einig geworden, baß die Güte eines Examens durchaus nicht für die spatere Tüchtigkeit des Pcüflings maßgebend ist. Wir würden mit einer zunehmenden Bureaukratisierung unseres -stiz- betriebes keinesfalls sympathisieren und möchten annehmen, daß mancherlei Wege offen stehey, dem übergroßen Andrang zur juristischen Laufbahn entgegenzucreten. Nachdem der Staatssekretär Frhr. v. Schoen bei ter Behandlung unserer Voltsgenossen im Aus lande mit ter Mehrheit des deutschen Volkes sich in scharfen Widerspruch gesetzt hat, trotzdem leider aber ber besonderen, ausfälligen Gunst des Kaisers sich zu erfreuen scheint, tzit er es auch mit den Juristen verschüttet. 9Nan geht ihm nicht nur in der tzelljeld^Angelegenheit, sondern auch in der Schieds- aerichtsfrage über bie Mannesmann'schen Ansprüche arg Bil Leibe. Unb zwar mit vollem Rechte. Der national- liberale Leipziger Wgeorbnete I ing belehrte ihn, daß sein Eingreifen in bie beutsch-russische Entscheibungsfrage mit den Rechtsgrunbsätzen in völ.igem Wiberspruch steht, und ber Staatssekretär des Reichsjiist zamtes, Herr Dr. Liseo, schwieg dazu offenbar nur aus Höflichkeit. Wer auch bas große Weißbuchs über ben neuesten Marokko-Streit tragt dem Baron Schoen keinen Ruhm ein. Professor Zorn, ber bekanntlich in Dölierrechtssragen von der Regierung als so kompetenter Sacksverständiger anerkannt worben ist, daß er im Haag das Deutsche Reich vertreten durfte, hat vor zwei Tagen in außerordentlich scharfer Werse gegen unser Auswärtiges Amt- Stellung genommen. Nicht nur zu der juristischen Sachlage, die er, wie schon . früher veröffentlicht »mirbe, von ganz unteren Gesichts- 1 punktan als Herr v. Sck)oen anfaht, sonbern auch zu ber 1 nationalen Notwendigkeit, bie hier vorlwgt: Der Kernpunkt ter Frage ist allerdings ein juristischer. Ater es sind in ter Sache sv starke nationale Imponderabilien zur ■ Gekttmg gelangt und auch wirklich darin eMfelten, daß ein frernues - Schiedsgericht, dem diese Gesichtspunkte Hetzba sind, unterem l banhdxn Gefühl jetzt ganz unannehnchar ist. Das muß die Ber- i rrefang des teutschen Volkes sich jetzt mit allem Ernst anslntten. > „Gemig. unter amtlui.er beutjitev tUhuuirtung wurden am n',sprech - Anschlüsse: RZZ General-Anzeiger für Oberhessen sür öte Tagesnunnner Bota«ens»ra8 und Dtrlag »er vrühl'schen Univ.-Vuch- und LteinSrnckeret R. Lange. Rebattion, Srpeöition und Druckerei: «chulftratze 7. Anzeigenteil: ö. Beck. bis vormittags 9 Uhr. .................. .....■ umiiwi Illi............... llmiiriimi .............'M«!»......... Sie Bauausführung soll an die englische Firma Paullings vergeben werden. Amerika wird euren groben Teil der Ingenieure stellen und die Hälfte des Materials, das int Auslande gekauft wird, liefern. Tas Abkommen stehl schließlich vor, daß andere Nationen einen kleinen Anteil an der Anleihe erhalten dürfen. Koch eine Re-e der Herrn von vethmann Hollweg. (::) Berlin, 21. Jan. Noch einmal beschäftigten am heutigen Freitag die Aattowitzer Vorgänge die preußischen Landboten, inij noch einmal griff der Ministerpräsident mit einer längeren Rede ein. Ein Freisinniger, Herr Fischbeck, stand als erster auf der stattlichen Rednerliste. Mit der Halt'.'.ng der gemaßregelten Beamten in der Kattowitzer kommunalen Wahlschlacht war auch der Wortführer des Freisinns nicht einverstanden, ebensowenig aber mit dem Verfahren der Regierung. Eine ellenlange Philippika des Sozialdemokraten Liebknecht folgte. -Dann kam Herr v. B eth mann-Hollweg. Wir geben aus seiner Rede das wichtigste wieder: Ter Vorredner hat über meine Anwesenheit hier im Hause bei der Interpellation Bemerkungen gemacht. Ich möchte ihm für alle Zukunft die Mühe solcher Erörterungen ersparen. Ich lvill erklären, daß ich so ost vor diesem Hause erscheinen lverd:, tote cs die Verantwortung des mir obliegenden Amtes erfordert, die Politik der Regiermig persönlich vor ihm zu vertreten, und werde jebeümal,, wenn ich hier zur Tagesordnung das Wort nelMc, so viel sagen, wie ich für notwendig hatte, um diese Politik zu rechtfertigen. Auch der Vorredner hat auf den Erlaß des Fürsten Bismark vom Jahre 1882 hmgennesen. Auch unsere jetzige Politik geht grundsätzlich vom Inhalt dieses Erlasses aus, aber rch mückste alle die Herren, die sich uct dieser Gelegenheit auf den Fürsten Bismarck und seinen Erlaß bezogen haben, noch einmal daran erinnern, daß Fürst Bismarck o-er größte Real- volitiker gewesen ist, den wir jemals gehabt haben, und wenn einmal die Zeit Summen sollte — sie ist nicht da und wirb sjoffentlich niemals kommen wo die Beamten bei den Wahlen die Grundlagen unserer Staatsbersassung erschüttern, dann tverden dagegen alle Machtmittel des Staates in Anwendung gesetzt werden. (Lebhafter Beifall rechts.) Was die Versetzung im Interesse des Dienstes anlangt, jo habe ich bereits vorgestern ausgeführt, datz es absolut unmöglich ist, genaue Vorschriften darüber zu treffen, wenn das Interesse des Tienstes die Versetzung eines Beamten erfordert. Sie stehen selbst im praktischen Leben, ^ie tim hm und Sie verlangen es von den verschiedensten Parteien aus, nicht nur von der Rechten, sondern von der Mitte und von dec Linien auch, daß ein Beamter, der durch sein amtliches oder außeramtlichen Verhalten bewiesen hat, daß er sein Amt an dem bisherigen Orte, seine amtliche Tätigkeit ersprießlich nicht svrt- tührcii kann, der sich m Widerspruch gesetzt hat, sei es mit dem Publikum, für das er zu wirken hat, sei es mit den Beamten ober mit diesen.oder jenen Dingen, für die er zu wirken hat, so daß er nicht mehr ersprießlich wir'.en kann — da verlangen Sie auch, daß er von dem Orte versetzt wird. Beamten, die diese Vorbedingungen nicht erfüllen, werden nicht im-disziplinarischen Wege bestraft, sondern im Interesse des Tienstes an einen anderen Ort versetzt, für den sie besser passen. Wenn sie Wider,'prücke zeigen auf sozialem, persönlichem, ja vielleicht sogar auf politischem Gebiet, die die Folge haben, daß sie sich nun nicht mehr des zur ersprießlichen Wahrnehmung ihres Tienstes erforderlichen Vertrauens der Bevölkerung erfreuen, dann werden sic versetzt. Darüber lassen sich keine allgemeinen Regelt, a u f st e l l e n. (Sehr richtig! rechts.^ Ich kann nur wiederholen: der Regierung ist cs nicht darum zu tun, in ihren Beamten willenlose korrumpierte Sklaven zu haben, wie es der Abg. Liebknecht eben ausgesprochen hat. Wir wollen Männer haben, die aus innerer Ueberzeugung denc Staate dienen, und die sich dauernd dessen bewußt sind, daß das Amt, das sie bt> kleiden — mag es noch so untergeordnet sein doch ein Stück Staatsverfassung ist, deren Aufrechterhaltung Pflicht der Aet- amten ist. Den langen Ausführungen des leitenden Ministers folgte noch eine lange Rede des Herrn Porsch — dann vernichtete das Haus aus eine weitere Beschäftigung mit der nun gründlich durchgehechelten Frage. Die Zentrums Interpellation wegen des Arbeitsnachweises der Zechen im Ruhrkohlenrevier kam trotz der vorgerückten Stunde noch an die Reihe, und sie gab Herrn Trimborn Gelegenheit, in fast epischer Breite diese schon int Reichstage ausgiebig behandelte Frage nochmals nach allen Richtungen hin zu erörtern. Was Herr Sydow darauf zu erwidern gedenkt, wird man erst am Samstag erfahren. Die euMchen Wahlen. London, 21. Jan. Tie heutigen Wahlergebnisse zeigen tote ebenso günstige Tendenz für die ll n i o n st a a te n, wie die gestrigen. In Schottland errangen die Unionisten heute einen ipierroarteten Sieg, da der Unionist Lord Tullibardine gewählt wurde. Sie gewinnen damit den dritten Sitz in Schottland. In Gafston Walder spielte sich bei der Niederlage des Liberalen Pcase eine außergewöhnliche Szene ab. Dieser mußte nämlich von Polizeibeamten nach seiner Wohnung geleitet werden, während der siegreiche Unionist auf einen Stuhl gesetzt und in feierlichem Zuge durch die Stadt getragen wurde. Die Wahl^ siege der Unionisten in den Grafschaften werden besonders der Abstimmung der Landbevölkerung zugcschrieben. London, 22. Jan. Bis 12»/s Uhr waren gewühlt 184 Unionisten, 157 Liberale, 31 Mitglieder der Arbeiterpartei und 58 Nationalisten. Die Unionisten gewinnen 82, die Regierungspartei 10 Sitze. Aus Auch der Vorstano des h e f । i | c-.j e n Lehrerinnenvereins hat eine Vorstellung an die 2. Kammer gerichtet, in der um Neuregelung der Gehaltsverhält- nisse gebeten wird. Als hauptsächlichste Forderung ist daraus zu erwähnen, daß für bic Lehrerinnen ein Höchstgehalt von 80 Prozent des Höchstgehaltes der Lehrer verlangt wird. — Die 1. Bureaugehilfen der Großh. Kultucinspektionen bitten um Gleichstellung mit den Kreisamtsgehilfen, also Einreihung in die Gehaltstlasse 1800—3000 Ml. DcMkches Resch. Der Wahlprufungsausschuß erklärt die Wahl von Klehc (Naiionalliberal, 2. braunschwcigg'cher SHafyl» kreis) gegen 4 Stimmen für ungültig. Ausland. Aus Ealing in England wird uns berichtet, daß die Liberalen dort vor einigen Tagen einen Laden einrichteten, in welchem deutsches Schwarzbrot, Pferde- wurst und viele andere schreckliche Tinge ausgestellt wurden, die die armen Deutschen angcbliui essen, weil durch den Schutzzoll die Preise für Levensmittel so schrecklich in die Höhe getrieoen fein sollen. Die Leute wurden aus- gefordert, die Sachen zu probieren, um sich selbst zu über zeugen, daß sie für zivilisierte Engländer absolut ungenießbar seien. Ein unternehmungslustiger deutscher Bäcker stellte sich vor dem Laden au, und erklärte a.leu denen, bic das Brot versuchten, daß er in der Lage sei, ihnen solches regelmäßig -u liefern. Den meisten Eng.äuoern schmeckte das Sajwarzbrot aber so gut, da;' der Mann eine Menge Aufträge bekam und die schönste Aussicht Hal, ein großes Gejchafe damit zu machen. Der f r a n z ö s i s ckt e S e n a t nahm den auf einer Berliner Konferenz beschlossenen Entwurf einer i n r e r a r i o - nalen Konvention über drahtlose Telegraphie an. Der türkische K iegsminister Mahmud Schekket Pascha gab gestern zu Ehren des Generalobersten Frhrn. v. d. Goltz ein A b s ch i e d s e s s e n. Der Kriegsminister tSastete auf den deutschen Kaiser und auf die deutsche Armee unter dem Ausdruck des tiefsten Dankes für die Entsendung deutscher Offiziere nach der Türkei, insbesondere des allgemein verehrten Generals v. d. Goltz. Dieser erwiderte mit einem Trinkspruch aus den Sultan und die türkische Armee. Weiter sprachen Frhr. v. d. Goltz auf den Kriegsminister und Ghazi auf Frhrn. v. d. Goltz. Frhr. von der Goltz erhielt in seiner Adschiedsaudienz vom Sultan eine kostbare Tose mit Brillanten zur Erinnerung an die guten Dienste, die er geleistet. Aus Belgrad wird gemeldet: Auf Antrag der Regierung erteilte der König dem Kriegsminister die Ermächtigung, den Prinzen Georg zum Truppendienst heranzuziehen. Der Prinz wird als Kompagnie-Che, dem 10. Infanterie-Regiment zugestellt. 2lits Stadt rrnd Larrd. Gießen, 22. Januar 1910. * * Tageskalender. S t a d t t h e a t e r: Sonntag, nach- mcktags 31/2 Uhr: Prez iosa; abends 7Vs Uhr: Moral. ' Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. Kaiserpanorama: Täglich Vorstellung. (Programmwechsel). O essen tliche Versammlung des fortschr.-pol. Bil- dungsvercins: Vortrag von Pfarrer Lic. Traub-Dortmund' Rcatnonare und fortfchättliche Staatsanfjafsung. Samstag abend 8Vs Uhr im Cafö Ebel. Dritte Dante-Vorlesung von Frl. Maria Basser- in an n - Heidelberg. Samstag abend 6 Uhr im großen Hörfaal der Universität. V o l k s k o n z e r t (Wohltätigkeitsfest) Soimtag nachmittag 5 Uhr in der neuen Aula. Vorträge für Frauen uub Mädchen über die Pflege Verwundeter und Kranker Montags und Mittwochs von 4Vs bis 5Vi Uhr in der Stadtmädchcnschule. Beginn Montag, 24. Januar. Anlagem u s i k am Sonntag vormittag UVa Uhr in der Sud-Anlage. Spielplan: 1. Große Phantasie aus der Oper /,^ec Prophet" v. G. Meyerbcer; 2. Ouvertüre zur Operette aAcr Zlgcunev-Baron" von Johann Strauß; 3. Schmeichelkätzchen, L>alonstÜck von R. Eilenberg; 4. Siegestrophäen, Marsch von Friedemann. * * * Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Wirkt. Geheimrat Dc. Adolf Buchner zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme undzum Tragen der ihm ooin König von Prelißen verliehenen Noten Kreuz-Medaille. 1. Klasse erteilt. ~ ** Lehrerpersona lien, Uebertragen wurde dem Lchulamtsaspiranten Hch. Kilian aus Mainz die Lehrerstelle an der Gcmeindeschule zu Meiches. * * 2lu s d e m M i l i t ä r w o ch e n b l a 11 Dem Oberleutnant der Res. Müller (Erbach) des Jns.-Leib.-Regts. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117 wurde der Abschied bewilligt. Tie L Staatsprüfung im Justiz- und V e r w a l t u n g s f a ch für das Jahr 1910 nimmt am Montag, 7. März, in Darmstadt ihren Anfang. Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind bis spätestens den 1. März 1910 an das Ministerium der Justiz durch Vermittlung des zuständigen Landgerichtspräsidenten zu richten. **Volkskonzert(Wohltätig leitslonzert). Das morgen — Sonntag — in der neuen Aula stattsindendc Volks- konzert beginnt pünktlich um 5 Uhr; die Saalöffuung erfolgt um 4i/3 Uhr; Eintritt nur von der Ludwigstraße aus durch das Hauptportal dep Universität. — Ueber Frl. Meline M ü ller aus Wetzlar, die Rezitationen von Handel- Mazetli, I. Löwenbera, F. Hebbel, Th. Storm, E. von Wildenbruch, V. Blüthgen und Eberhard bringen wird, berichtet ein Offenbacher Blatt gekegcnBich eines vom dortigen Ausschuß für Bolksvorlesnngen veranstalteten Mär- chenabcnds: „. . . Dann erzählte Frl. Meline Müller-Wetzlar Märchen von den Brüdern Grimm: „Maricnkind" und „Frau Holle". Meisterhaft verstand es die junge Dame, ihre Zuhörer in den Geist des Märchens hineinzuführen, in jene köstliche Wunderwell, wo die Bäume tanzen und die Tiere reden, wo die Poesie das Szepter führt, die Poesie in ihrer höchsten Reinheit und Lieblichkeit." Und ein anderes Blatt sagt von ihr: „Fräulein Mmiue Müller hatte die Rezitation übernommen, deren sie sich mit seinstem künstlerischem Geschick entledigte; jeder einzelne Vortrag war, was Auswahl des Stoffes und Betonung anlangt, eine Perl e." — Die hiesigen mitwirkenden Kräfte sind dem nntsikliebenden Publicum unserer ötabt so vorteilhaft bekannt, daß es sich erübrigt, ein Wort über sie zu verlieren. Alles in allem, es wird den. Besuchern oes Konzertes ein einer künstlerischer Genuß geboten werden. Hoffen wir, daß die Veranstalter durch einen ausvertauften Saal in den Stand gesetzt werden, dem ins Auge gefaßten wohltätigen Zweck (Anschaffung von Schuhen oder Kleidern für arme Kinder) eine recht erkleckliche Summe zuzuweisen. (S. Inserat in der heutigen Nummer d. Bl.). , Gießener Ko n z er t vere in. Ätan schreibt und: Fräulein Elijabclh Bokemeyer, deren MiNmrkimg bei dem Liederabend Susan S. Metcalfe gesichert ist, wird von berufener Seite iia-djgerul/im, jie sei eine dec ^erujeniien unb Besten, jeben# lalis eine höchst bcmcrtcuswcrte Hlauieripiciciin, von der sich für die Zukunft das Höchste erroarten läßt. Wilhelm Klane gesteht, oaß er Liszt's Ls-ckur-5lonzcrt noch nie von einer Tamc m gleich vortrcjiUcher Weise gehört habe, wie von Frl. Bokemeyer und Paul Hiller aus Köln fchkießt seinen Bericht mit den Worten: „Daß wir iKni ui heiler arah^enoen pianislischen etem bald ini Gürzenich roieDer begegnen wcroen, unterliegt ivvhl feinem Zweifel." *♦ Ueber Marcel! Salzer, der am ALontag im Klub- Saal hier aujtreten wird, äußern sich Kritiker, „Württ. Ztg.": „Ein Abend bei Marcell Salzer ist das Herzerfrisckjendste, Ergötzlichste, Wundervollste, was man jich denken kann.", „Schwöb. Merkur": „Wer in diesen verdrießlichen Zeiten, die Menschen so zum Lachen zu bringen versteht, wie Marccll Salzer, der ist mehr wie ein Tausendkünstler, der ist ein Wohltäter der Menschheit!" „Köln. Ztg.": „Wer ihn hört, vergißt die Zeit." „Leipz. -i-agebl.": „Zu Marcell Salzer! das ist die Parole für alle, die sich nach des Großstadtlebens Hasten und Plagen und ost recht langweiligen Vergnügungen recht froh und ge|mtb lachen wollen. Lui Licht- und Freudebringer, ein lachender Philosoph ist unser Marcell Salzer." •• 11c cftaucnuerctn für Krankenpflege. Wie ui früheren Jahren wird auch dieses Jahr bet Alice- mutcnuerchi einen Vortragskursus für Fraucn und 'Mädchen übet die Pfke g c V erw u n d cler un d Kranker unciUgeltlicl) veianstallen. Tic Kurse werden für alle Teil- neluneiinnen von großem Nutzen sein; fic vernnUeln Kennt- msse und piaUijclje Fertigkeiten, durch die sich die Teil Nehmerinnen, auch abgesehen von jedem Krieg und seiner Rot, im allläglichen bürgerlichen Leben, in der Familie oder sonstwie sich und ihren Nebenmenschen durch Rat und Bei- Uand nützlich erweisen können. Der Alicc-Frauenverein für Krankenpflege betrachtet es bekanntlich als seine vornehmste Aufgabe, Berufs-Krankenpflegerinnen auszubilden und anzu° stellen. Da die Anstelliings-, Gehalts- und Pcnsions- ocrhältnisse der Schwestern des Akice-Frauenvereins recht günstig sind und sich gegenwärtig ein Mangel an Schwestern bemerkbar macht, so ist hier Frauen und Mädchen eine passende Gelegenheit zur Erlangung einer Erwerbsstellung gegeben. Nähere Auskunft wird die Veremsoorsitzende Frau Geh. Jiistizrat Gebhardt gern erteilen. ** Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand muß noch einige Tage gesck,lo,sen b.ei^en, da die für die neue Ausstellung bestimmien Bilder noch unterwegs sind. Die zur Ausstellung gelangenden Kollektionen des Holländers Gerard Bergsma^Zouielande und von Georg Greve-Lindau-Tennenlohe waren noch diese Woche int Kunst- l'alon Schulte-Berlin ausgestellt, wo die Ausstellungsdauer dieser Bilder um 8 Tage verlängert wurde. Didurch wurde die Verzögerung der Eröffnung der hiesigen Ausstellung herbeigesührt. ** Die hiesigen Hassia-Vereine (ausschl. des Vetevanenvereins) feiern den Geburtstag des Kaisers ge- meinscha,tlich durch einen Kommers. Tie diesjährige Fei.r findet am 26. d. Mts. im Saale des Zelsenkeliers statt. Nach Beendigung des ofjiziellen Teils werven Mitglieder der einzelnen Vereine durch lebende Bilder, komische Vorträge uj‘n>. für weitere gemütliche Unterhaltung sorgen, so daß ein recht schöner Abend für jeden alten Soldaten, ber kameradschaftlich gesinnt ist und Liebe zu Kaiser und Reich hat, in sichere Aussicht gestellt werden kann. (Anzeige erscheint am Montag.) ** Das Frankfurter Intime Theater wird, wie man uns schreibt, heute int Kolost'eum zwei Novitäten zur Aufführung bringen, die das größte Interesse erwecken dürften. In erster Linie: „Nach dem Maskenball", ein Dialog in einem Auszug von A. Neihhardt, nach Reznizecks Bild: „Die G schämige", dann der französische Schwank: „Keusche Toinette". Ferner werden sich ein englisches Ballett und neue Vorträge von Hans Fredy, an denen sich solche von Fritzi Krantz, Mia Castati und Walther Renard anschließen. * Münzendiebstahl. In einem Hause der Bahnhofstraße wurden in der Nachr vom 21. tunt 22. l. Mts. folgende Münzen gestohlen: Etit Fünfmarrstück in Gold mit dem Bildnis Kaiser Wilhelms I., ein Füiiiinamstück in Gold mit dem Bildnis des Königs Albert von Sachsen, ein Zehnmarkstück in Gold, ein Fünfmarlslück in Silber und ein Zweimarkstück in Silber mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs und der Jahreszahl 1888, ein Jubimums Fünfmarlslück in Silber mu. dem Bildnis des Königs Friedrich 1. und Kaiser Wilhelms II., sowie ein Taler mit per Jahreszahl 1817. Um Anhaltung der Münzen und um Mitteilung bei der Kriminalpolizei wird im Jnterejse des Bestohlenen erfucht. " Das Verzeichnis der Fern sprech stellen, das von der Firma Ernst Balser seit Jahren herauSgegeben wird, ist in einer neuen, bis zu diesem Nionat ergänzten Ausgabe erschienen. Das geschmackvoll und praktisch hetgestellte Verzeichnis ist sehr übersichtlich und wird allen Benutzern des Telephons eine angenehme Erleichterung verschaffen. ** D e r Z e n t r a l a u s s ch u ß des V o g e l s b er g c t Höhen-Elub teilt den Zweigvereincn in einem Rund- schreibeü über die g e rn e i n s a nt c n V c r a n st a 11 u n g e n oes Jahres 1910 folgendes mit: 1. Es läßt sich heute noch nicht feststellen, wann die Arbeiten am Bismarckturm beendigt sind. Wenn irgendwie möglich, soll die Einweihung des Bismarckrurms Samstag, 4. Juni erfolgen. 2. Sonntag, 14. Juni, Hauptversammlung in Grevenhain. 3. Sonn- । tag, 3. Juli, Hauptausflug auf den Hol erodskops. 4. Sonntag, 2. Oktober, Herbstausflug nach Alsfeld. Ferner enthält das Rundschreiben folgende Bitte: Endüch glauben w.r, da wir als Volksgenossen doch zusammenstehen wollen, Ihre Blicke auf die Not, die infolge des Borschußkafsen-KonkurseS in Ober-Mockstadt über viele Landsleute dortiger Gegeno hereingebrochen ist, lenken zu müssen. Gaben uinunt*cni-- gegen das Großh. Kreisamt Büdingen. *:i: Futterplätze für Vögel. Tie seuhcrigc gelinde Witterung kam ganz besonders den gefieberten Sangern in Feld und Waid zn statten, fic fanoen noch immer ihren Tisch gedeckt. Ter über Nacht cingetretenc leichte Schneefall brachte ihnen aber eine große Enttäuschung, >er Hunger trieb fic am Morgen den Wohnstätten der Menschen zu. Gerade ber Nachwinter bringt un,erc kleinen Lieblinge in mancherlei Gefahren, tagtäglich werben viele dahingerasft. Es ist baher Pflicht der Menschen, Futter- )lätze einzurichten und sie hiurcichenb mit Futter ju ver- eh en. Eine ausgezeichnete .Anweisung hierzu gibt bic Vogelschutzschrift: „Futterplätze für V.gel im Winter". Das Büchlein ist bei 23. G. Teubner-Leipzig erschienen und kostet nur 20 Pfg. x Wieseck, 21. Jan. Der Landwirt Kern machte feinem Leben durch Erhängen ein Ende. Der 61 Jahre alte Mann lebte in den besten Verhältnis,en, soll aber in letzter Zeit dem Trunk ergeben gewesen sein. Er war Veteran von 1870/71. k. Watzenborn-Steinberg, 21. Jan. Hier haben in dieser Woche 2 Leute ihrem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht: der Werkmclsler Heinrich Hof in Watzenborn und der Sattler Anton Planz in Steinberg. Bei dem Erstgenannten führt man die unselige Tat auf die in letzter Zeit sich bei ihm bemerkbar machende Trunksucht zurück. -n. Großen-Buseck, 21. Jan. Beim Baumfällen ist ein hiesiger Einwohner verunglückt. Ein stürzender Baum traf ihn fo unglücklich, daß er ein Bein brach. Aeczt- liche Hilfe war rasch zur Stelle. -r. R e i s k i r ch e n, 21. Jan. Bei den Bahnhofserweiterungsarbeiten in Bensheim verunglückte der von hier stammende Arbeiter Lindenstruth schwer Das eine Bein ist ihm einmal, bas andere mehrfach gebrochen. Dec Schwerverletzte wurde in das dortige Krankenhaus oeo- bracht, während ber mit ihm verunglückte jedoch transportfähige Arbeiter Wagner ans Gießen in bic Gießener K.inik ausgenommen würbe. ä Lich, 20. Jan. Wie mitgeteilt »vnrde, ist hier die Gründung eines VolkSbildungsocreius mit Llnschluv an den Nhein-Mainischcn Verband für Volksbildung und andere Beslrebungeii geplant. Einige Herren haben die Vorarbeiten dazu nun erledigt, und es ivird denrnächst in einer öffentlichen Versammlung Hauptlehcer ZVolk - Offenbach a. M., der Geschäftsführer des Nheln-Btainischen Vec- mtb Aerzte wird vom der «ÄL-, Unser Inyentur-Räumangs-Verkauf dauert bis Samstag, 29. Januar Gebrüder Jmheuser, warktpi. 9-10 HAMM < Hochachtuugövoll Jakob Gerhard. 549 Telephon 798. Besonders aufmerksam machen wir auf unsere bereits früher annoncierten Gele^enheitskäufe für Brautleute, Hoteliers, Pensionate besonders günstige Einkaufs- Gelegenheit 1 bis L4. April 1843 anläßlich deS ersten deutschen Turn- bages der Turnvater Friedrich .Ludwig Jahn als ßkift des damaligen um die Turnsache hochverdienten Durnw-arts August Schärtiner wohnte, eine Jahn-Gedenktafel anbringen zu lassen. Tie Einwechung der Tafel soll Anfang April erfolgen. ;eatcr loirb, Mi Novitüen ^esse erwecken lvkcnball", ein nach Ae;nizecls 'M ed)iüint: ein englisches . an denen sich Walther Rennrd Habe Bäeschsta'asse Z bei Herrn Schreinermeister H. Haas III. ein erstklassiges E estattn.sg'sEag-er in Metall-, Eichen-, Tannen-, lackierten und Berbrcnnungs- Särgen errichtet und bringe solches zur gefälligen.Skeunmis. wegen Ausschreitungen nach dem Bierbock am 4. Dezember und wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports. In Odense auf der Insel Fünen wurden bei einem seit Neujahr erkrankten Hafenarbeiter jetzt die schwarzen Pocken festgestellt. Seine Frau und seine 'beiden Kinder, sowie der behandelnde Arzt und zwei Mädchen sind ebenfalls erkrankt. Tie Krankheit verläuft glimpflich. (Se> besteht die Möglichkeit, da?, noch mehr Personen angesteckt unb, da die Patienten bisher nicht isoliert waren. Heute wurden sämtliche Schulen und Liu- gnügungshäuser geschlossen, eine allgemeine Impfung angeordnet und sonstige Vorsichtsmaßregeln getroffen. In K a s ch e t a (transkaspisches Gebiet) wurde gestern im Westen ein großer, langschweifiger Komet beobachtet. Die 82. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforsch.-r 18. bis zum 24. September in Königs- .DÄM' Kleine Tagedchronik. Ter neuentdeckte Komet wurde vorgestern abend zwischen 5 und 6 Uhr von Wilhelmshaven am südwestlichen Himmel mit bloßem Auge deutlich beobachtet. Er stand ziemltch tief am Horizont links von dem Punkt, wo die Sonne untergeht. Tic Länge des Schweifs betrug ö—6 Grad 2er Ehar 1 0 tten b ur g er Magistrat beschloß die Eiwührung der Foribilduugsichule für weibliche Handlungsgehilfen und Lehrlinge. Das Bonner Korps „Palatia" ist für dieses und das kommende Semester suspendiert worden. Die Vöaßregel erfolgte GrigLnal-Drahtmeldinsgen. Tic Leremfachuuz der heifijchcn Lerwaltuvg. R. B. D a r m st a d t, 22. Jan. Dem Finanzausschuß Zweiten Kammer ist eine Erklärung der Staats- ruse der Bchi- im 22. L W. üd in Eold mit ustlück in Gold mn, ein Zehn- -llber und ein i,er Friedrichs mfmar.stück in ) L und Kaiser breözahl 1817. eilung bei der Plenen eiiiidjt chslellen, ba§ uZgegeben wird, änzlen Ausgabr [ji'iflefleüte Leo 1 L'enu§ern des affen. Aelsdettzet * einem Rund- t Haltung en sich heule noch sinar(turnt i)e> die Einweihung (gen. 2. Lonn- ntain. 0. Lonii' zkopf. 4. Smtn- Ferner enlhill glauben wu, da n wollen, Zhre dssen-Konb'-chä mritger Agens den ninunl enst regierung zugegangen, wonach die Regierung ihre Bereitwilligkeit ausspricht, über den Antrag auf Vereinfachung der Staatsverwaltung in nähere Verhandlitngen zu treten. * Paris, 22. Jan. Von allen Seiten konrmen Nachrichten über weitere große lieb erschw emmung en. Zahlreiche Personen sind ungekommen und viele Gebäude eingestürzt. Auf der Strecke Paris—Belfort ist eine halche Stunde vor bent Passieren eines Schnellzuges eine Eisen--« bahnbrücke cingestürzt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Montevideo, 22. Jan. In mehreren Provinzen Uruquals ist ein Auf stand ausgebrochen, der auf eine weitverbreitete Verschwörung zurückzuführen ist. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung. Newyork, 22. Jan. Bei tztoriylay (Ontario) entgleisten vier Wagen eines Personenzuges der Eanadian Pacisigue-Bahn. 5 Wagen gerieten in Brand imb mehrere andere stürzten in den Fluß. 48 Personen sind tot und 92 verletzt. henbe in ölbch' GerichrsiaaL. Amberg, 21. Jan. Zu entern schw-eren Verbrechen gegen Arbeitswillige haben sich im Frühjahr 1908 zwei streikende Steinbruck-arbeiter hinreißen lassen. Es handelte^ sich um das Basaltwerk Groß-Schlattengrün in der nördlichen Oberpfalz, too sie Streikende und NiLtstreikende in äußerst feindseliger Haltung gegenüberstanden, so daß der Ort mit Gendarmen belegt werden mußte. Der Arbeitsplatz des Basaitwerkes ist mit der eigentlid’en Förderstelle durch eine Drahtseilbahn verbunden, bei der ein 900 Meter langes Drahtseil Anwendung findet. Gincs Dtorgens entdeckte ein Beamter durch Zufall, daß das Seil an einer Stelle bis auf einen Bruchteil des Durchmessers durck>- gesckjnitten mar; beim Belasten mit den Förderwagen wäre das Seil sicher gerissen und die aus zwei Personen bestehende Be- gleitmalmschaft hätte den Tod gcfmiben. Durch die vorzeitige Entdeckung des Ansckstages entstand nur ein Sachschaden von einigen Hundert Mark. Ter Verdacht der Tätersck>ast fiel aus wahrere Personen, tonnte aber nach längerer Unterfudjung immer Wieder nicht aufrechterhalten werden. Schließlich verriet sich der Täter selbst im Rausch. Es war der Steinbrucharbeiter R ö b e r, der das Seil mit einem Beil seiner Mutter angehackt hatte. Er bezeichnete einen zweiten Arbeiter Dusch als seinen Komplizen. Bei der Verhandlung vor dem Schwurgericht hielten die Ge- schtvorenen die Beweise gegen Busch nicht für hinreichend, so daß dieser freigesprvchcn werden mußte. Röder erhielt, wegen Transportgefährdung drei Jahre sechs Monate Zuchthaus. berg i. Pr. tagen. Die sechs verschütteten Bergleute sind, nach einer Draht- Nachricht aus Gelsenkirchen, gestern abend um 6 Uhr noch am Leben gewesen Die Bergungsarbeiten werden jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. In dem Kohlenbergwerk bei HauShain ist Donnerstag nachts eine 350 Meter lange Strecke eingestürzt. Gestern früh konnte die Belegschaft nicht einfahren. Zwei Bergleute werken vermißt. 2lmiUü}ii weue.oefchl. Allgemeine Wetterlage seit Freitag früh: Beim Vordringen des westlichen Hochbruckgebietes haben sich die gestern in Westeuropa herrichenden Ülorbivinde auch nach Mttieldeiitichlaud fort* gepflanzt und überall Frost gebracht; auch vieliach in den Ebenen bttdere sich über Ülacht eine dünne Schneedecke (Gießen 3 cm). Die Aiorgenlemperaluren liegen in tieferen Lagen bet 1—3 Grad, un Gebirge bei 5—7 Grad Ställe. Es ist em weiteres Vordringen des großen Westhochs und damit Verstärkung des Frostes m Aussicht. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 23. Januar 1910. Ziemlich strenger Frost, vieliach Heuer. S ch n e e b c r 1 cl) t e: Vogelsberg — Hoherodskopf 25—30 cm, 7 Grad Ställe. Hochwaldhauien 10 cm Schneehöhe, gute Schnee- fchuhbahn durch den ganzen Oberwald, zunehmender Frost (5 bis ö Grad Ställe). Rhön: Streit,^berg ca. 60 cm, Gersfeld 20 cm, Schibahn gut. Feldberg 1. T. 60 cm Schnee, 7 Grad Ställe. Schibahnen sehr gut. — H 0 ch w a 1 d h a u s e n, 21. Jan. Schneehöhe 10 cm, die im Oberwald allmählich bis 30 cm steigt. Tie Schibahn von hier aus durch den Oberwald nach dem Hoberodskopi, Herchcnham ist geradezu vortrefflich, bet dem herrschenden leichten Frost ist sie in be.er Verfassung. Tas Holet zum Felsenmeer ist jetzt regelmäßig geöffnet. Luftschifflchrt. „Z" -Fahrten. Friedrichshafen, 21. Jan. lieber das Programm der Deutschen Luftschiffahrt-Aktien g e s e 11 schaft für den Sommer 1910 berichtet uns das Wolffsche T.--B.: Die Fahrten mit dem „Z. 4" werden etwa a n f a n g s Mai zunächst in Friedrichshafen beginnen, wo zurzeit allein eine Lnst- chiffhalle zur Verfügung steht. Außer den Rundfahrten von Friedrichshafen aus werden gelegentlich Zielfahrten nach anderen Städten unternommen. Wahrscheinlich wird sodann vielleicht schon int Vorsommer die Halle in Baden-Baden fertig sein. Es iverben bann Passagierfahrten von hier aus sowie Verbindungsfahrten nach Friedrichshafen veranstaltet werden. Eine endgültige Entscheidung über diese Frage wird aber erst die demnächst stattfindende Aufsichtsratssitzuiig der Deutschen Lnftschiffahrts-A.-G. treffen. Als weitere Stationsgründung tämc d:nn in erster Linie die in Frankfurt vorgesehene in Betracht. Gewisse Schwierigkeiten bezüglich des Geländes, die auch heute noch nicht völlig behoben sind, verzögerten aber bisher die Vornahme deS Baues, so daß wohl höchstens int Frühjahr 1911 die Frankfurter Halle stehen wird. Immerhin wird Frankfurt a. M. die nächste Gründung sein, es sei denn, daß andere Großstädte mit eigenen Mitteln eine Halle bauten. Es käme für ein solches Vorgehen vor allen Dingen Hamburg in Frage, die aber kaum vor dem Frühjahr 1911 errichtet sein könnte. Es wäre deshalb ausgeschlossen, daß im nächsten Frühjahr schon regelmäßige Fahrten von und nach Hamburg ausgrführt werden. Für d i e s e s Jahr könnte es sich nur um einen kurzen Besuch mit einem Zeppelin-Luftschiff in den ruhigen Spätsommer- und Herbstwochen handeln. . Aus dem Flugplätze in Johannistal bet Berlin stürzte gestern der Flieger Keidel von 7 Meter Höhe herab. Der Apparat wurde schwer beschädigt. Äeidel erlitt leichte Verletzungen. Paris, 21. Jan. Wie aus Oran gemeldet wird, geriet der Flieger Olieslagers gestern aus dem Flugfelde von Senia mit seinem Eindecker in Telegraphendrähte an der Eisenbahn. Die Drähte zerschnitten das vom Benzinbehälter zum Motor führende Rohr; gleich darauf stand der Eindecker in Flammen und stürzte zur Erde. Olieslagers ist, abgesehen von einer leichten Brandwunde im Gesicht, unverletzt geblieben. c seitherige geäderten nn. )en noch immer ictretene leichte ; Enttäuschung. »ZohnMen der it untere Heinen d> werden ruck enschen, Mv Mer ju ver- W °A S Lenen und kostel Kern machte 16VW» v aber m letz» i“ar W» ju Boden. Die herbeieilenden ftameraben fanden ihn lebensgefährlich mit zerbrochenem Rückgrat vor. Sein Auskommen erscheint zweifelhaft. D a r m st a d t, 21. Jan. Gestern abend sand bei Staatsminister DL. Ewald in den Räumen des Ministerhotels ein Abendessen mit nachfolgendem Tanz statt, an dem über 200 Gäste und das Großyerzogspaar teilnahmen. rm. Darmstadt, 20. Jan. In der ersten diesjährigen Sitzung der Stadtverordneten hielt Oberbürgermeister Dr. G l ä s - sing einen einstündigen Vortrag über „Tie Entwicklung der StadtDarmstadt und die städtischen Finanzen". Die Gesamtbelastung des städtischen Budgets für 1910 in- folge der neuen Reichsgesetzgebung ist auf eine halbe Million zu veranschlagen. Hierzu kommen die Belastungen durch die Verlegung des Hauptbalmhofs, die Errichtung eines Schwimmbades, der Ausbau der elektrischen Straßenbahn, die hohen Kultur- toften der städtischen Waldungen, die Sorge für die Arbeitslosen unb die großen Kosten des Armenwesens. Angesichts dieser kritischen Lage bet Stadt soll nicht nur eine Reform der Ausgaben eingeleitet, sondern auch auf eine Vereinfachung des Lerwaltungsapparates hingewirkt werden. Jetzt schon sind folgende Maßnahmen getroffen. Alle städtischen Dienststellen haben zur Vereinfachung des inneren Dienstverkehrs Anordnungen zwecks Ersparung an Schreibwerk, Papier und Porto erhalten. Die Dienststunden sind neu angeordnet und deren pünktlichste Einhaltung eingeschärft. Die Arbeiten des Personals in den Sekretariaten haben eine neue Einteilung erfahren, die eine einheitlichere und präzisere Erledigung der Dienstgeschäfte gewährleistet. In eingehender Weise ist die Frage geprüft, ob und an welchen Stellen Personal gespart werden kann. Bei Neubesetzung von Stellungen wird geprüft, wie dem Gedanken der Zentralisation Rechnung zu tragen und eine Vereinfachung der Verwaltung herbeizuführen ist. Durch den Ausfall eines großen Teils der Oktroieinnahmen ist eine Einschränkung der Oktroi- aufsicht und Erhebung nötig. Es ist eine Vorlage ausgearbeitet, die eine Verminderung des Beamtenapparates im Zusammen- hang mit der Frage des verbleibenden Oktrois und die Festsetzung neuer Oktroiabgaben beleuchtet. Man will erreichen, daß die der Stadt unbedingt nötigen indirekten Einnahmen gesichert werden. Es sind Vorarbeiten getroffen zur allgemeinen Regelung der Gehaltsverhältnisse und es ist die Aufstellung eines Stelle netats angeordnet. Die Tatsache, daß die Gesetzgebung von der Tendenz geleitet wird, die Städte fortgesetzt zu belasten, und der fortgesetzt wachsende Finanzbedarf hat die Grenze der Reichs-, Landes- und Kommunalfinanzen bedenklich gelockert. Gegen die Reichswer^uwachssteuer habe man im Namen der hessischen Städte protestiert. Angesichts deS seitherigen Anleihe- bedarfs der Stadt wird die Bürgermeisterei einer Förderung der Anleihewirtschaft nicht das Wort sprechen. Die Stadt besitzt «urzeit eine Anleiheschuld von 40 Millionen Mark, der ein Ver- ntögen von 70 Millionen Mark gegenübersteht. Zur Verein- jächung des Geschäftsbetriebs ist beabsichtigt eine Vereinigung der Gaswertstasse und Straßenbahnkasse mit der Stadttasse und gemeinsame monatliche Aufnahme und Erhebmig von Was,er-, Gas- und Stromzins, ferner, eine demnächstige Herbeiführung gemeinsamer Erhebung der direkten Staats- und Gemeindesteuer durch die Stadtkasse. Man hofft auch, endlich auch eine Vereinfachung des Jnstanzenzuges bei der Bauordnung zu erreichen. Trotz aller berechtigten Wünsche darf man die Schullasten Nicht bis ins Unendliche vermehren. Die Verwaltung kann die Erhaltung der Einnahmen erreichen, wenn sie ihre Kräfte nicht zersplittert, sondern konzentriert. Dabei müsse man in den nächsten Jahren, soweit möglich, weitere Steuererhohungen und damit eine fortgesetzte Beunruhigung der Bevölkerung vermeiden. X. öanau, 21. Jan. Die Hanauer Turner,chasi hat beschlos,en, an dem Hanse Fifchcrstraße 25, in dem vom °n Schwmsi' ml. .Wem rJtQi)a)en eiP- ,otl*5enbe N'ng« "5 b« bieiit S-«-z "■Neu* ” Niel!i;n3 d-z je. Wicklers itaii )e.n Mitglieder wmische Lot- sorgen, ,ü .Soldaten, der Ufer und iReiti lnn- (Neige Wir geben während dieser Zeit auf sämtliche JOq regulären Waren einen Extra-lRabatt von |y bonbeS, über die Ziele und Ausgaben der VolksbildungS- bestrcbungen sprechen. An den Vortrag soll sich dann die Gründung detz neuen Vereins anschließen. 2. Friedberg, 21. Jan. Durch die anhaltenden Reacnaüsse sind die Bäche der Detterau stark an° a eschw 0llen und zum Teil über ihre Ufer getreten. Die Ufa, ein im Sommer sehr seichtes Flüßchen, führt eben große Wassermassen mit sich, ebenso ist auch die bei Friedberg in die Usa mündende Seebach reich mit Wasser gefallt und hätte gestern mittag beinahe ein Opfer gefordert. Eine ^cnne. die einen schmalen Steg passierte, glitt aus und siel ins Wasser. Zum Glück waren Leute sofort zur Stelle, die sie herauszogen und nach Hause brachten. Der .Arzt konstatierte einen Beinbruch △ Heldenbergen, 21. Jan. Ein schweres Unglück trüg sich in dem Walde zwischen hier und Ostheim zu. Dort waren mehrere Holzmacher mit dem Fällen der Bäume beschäftigt. Em Baum kam eher zum Sturze als man dachte und schlug im Fallen den Arbeiter G. Ostrich J,li * «« 1 /.Mit 0574 Tel. 754. Tel. 754. gaagaaags! GesellschaHs- Scauhe a”/i für Damen u. Herren 50 Luxus- __ Aus- führg Schuhhaus Ernst-Ludwig SeiteFNweg 53 Ecke Goethestrasse Anfang Vereins willkommen f!r.^ == KOLOSSEUM : Telephon 644 Lehrjahre“ von Ambr. Thomas. Restaurant Metropol Sonntag den 23. Januar Künstler-Konzert Anfang 4 Uhr nachm. Entree frei. OMO 1 A Samstag \\ f) de« 22. dS. MtS.. 4 Uhr. Achtung! hergestellt aus Münchener Kapuzinermalz, empfiehlt Der Vorstand. 0563) R. Rubl. jjm |MWlf Kleine Preise! Kleine Preise! 625 Rm. 255 Rm. tJnn mit Tanz (0314 un »Bernhardtshäufer Hof". Schijstiibkrgttlal. Tonntag de« SS. d. MtS. Tanzmusik mit Kappensitznng. Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. »ouutafl den 23. Januar 1910 nachmittags 3*/j Uhr Abfahrt nach Schotten (Träubel 5“ tu 8*7. Ter Bürgermeister: Braun, 2 Mir. lang, 149 Rm. Scheit- und Knüppelholz, Reisig. Buche: 79 Rm. Scheit- und Knüppelholz, Reisig. Weichholz: 5 Rm. Knüppel, 15 Rm. Reisig. Krofdorf, den 22. Januar 1910. Anfang 4 Uhr. NB. freunde und Gönner des „Moral“ Komödie in 3 Akten von Ludwig Tboma. Anfang 7V, UbT. Ende geg W* tX6v QOOOOOOOQQO Kirchen plate 9. (0676 Burgen und Städte am schönen Rhein. acben Tag v. 3-10 Uhr geöffnet. Zum Ostend. Sonntag den A. d. M. (0550 Trohe. Sonntag den 23. Jauuar, nachm. 4 Uhr: Cafe-Restaurant Metropol Otto Schmalzigaug BestaaraiionSpnck (Vraucreiausschank) 3S Nord-Anlage 38. Hotzversteigernng. Ans dem l^cmeinoewald Krofoorf-Gleiberg kommen Freitag den 28. Januar 1910, vormittags von 10 Uhr ab, bei Wirt Mooö in Krofdorf zum Verkauf: Distrikt 9 b Eichwald. Eiche: 133 Rm. Rollen, 2 Mir. lang, 217 Rm. Knüppelholz. 603 Rm. Reisig. Buche: 7 Rm. Knüppelholz. Fichte: 469 Stangen 1.—3. Klasse, 15 Stangen 4. Klaffe, 7 Rm. Knüppelholz, 155 Rm. Reisig. Distrikt 11a, Kornüück. Fichte: 15 Stämme — 2,17 Fm., 67 Stangen 1.—3. Klasse, 25 Stangen 4. Klaffe, 19 Rm. Reisig. Distrikt 14 a, Flächenwald. Buche: 228 Rm. Scheit- und Knüppelholz, 55 Rm. Stockholz, 415 Rm. Reisig. Distrikt 24 a, Kopf. Eiche: 28 Stämme — 6,64 Im., 29 Rm. Rollen, 235 Inh.: Otto Schmalzigaug Programm 20 Pfg. Zur ^eltersn Sonntag den 23. Jan., vo« nachm. 4 Ubr an: Grosses Bockbier - Fest Mit FREI-KONZERT. ladet ergebenft ein Walltorstr. 36—38 Dir.: Albert Rappmann ihti ins®“ Pkt- w Sti bet1 M *« S hixlttW' Jeitm ss«: eß». 20 unter J *""9 bet einem W müßten und „einen layrl notroenbig n krrichtung b- hie etwaige gott Wchmm )it Äehrbel- Morgen Sonntag, Anfang 8 Uhr KONZERT rührendes Drama, koloriert. Lehmanns Weihnachten, Lacherfolg. In seinem Kinde bestraft, ergreifendes Drama. Das Zigeunerkind, lebend, sprechend. Zöpfe Haarunterlagen, Vocfertbreber, sowie alle sonstigen Haararbeiten werden schön und dauerhaft an- gefertigt in dem (562 Spuial-Damen-Frisier- n. Haar-fiewhih Hermann Plank Ww^ Kaplansgasse 2. Unter Mitwirkung der Kavelle des hiesigen Insant. - Regiments „Kaiser Wilhelm" «Nr. 116) „Preciosa“ Schauspiel in 4 Auszügen von Dius 31 er. Wolff. Munk 0. Carl Maria von Weber. Ansang8'/.Uhr. Endegeg.öUhr. Abends 71/, Uhr Kleine Preise! Kleine Preise! Abends 7'/, Uhr: Große Änuptii^nni verbunden mit Theater, Konzert u. Tanz, wozu ergeben» entladet Das närrische Komitee in d. Gastwirtschaft Phil. Seipp. Eintritt 20 Pfg. (ttjfe Sonntag, 23. Januar, 11 Ubr, nach der Vorstellung, Größer fftMkr Kein Demaskie.ungszwang. Kein Maskenzwang. Prämircrung der schönsten Herren und DamenMasken. C: ladet ernebemt cm Q.TXi Tao Komitec. Gesellschailsferein EemBllidikeil Klein -Ulnden. Sonntag den 23. Jauuar: Kappensitzung ,. Mair $ ton koch K K^rrascht T Gattch 2,5? ttl fc» Sonntag den 23. ds. nachm. 4 Uhr aus der Ltebigshöhe v»/> Zkiliiitlilhk NachßtzMg mit Tanz. ™ tue * ie keusche Tolnette 0559)____ Französischer Schwank. Maskenball in sämtl.Räumen d. KoloffeumS m. Prämiier, d. schönst.Masken. Vorverkauf der Eintrittskarien: Blumenhandlung Noll, Mäusburg, Franz Bette, MäuSburg, Zigarrengeschäit Decherl, Seltersweg, Zigarrengeschäft Martin Krug, Schulstrahe. Herrenkarten 1 Mk, Damenkarten 50 Pfg., Geheimkarlen 40 Pfg. An der L'.bendkasse: Eintrittskarten s. Herren 1.20 Mk., s. Damen tiO Psg., Ga le vir 20 Pfg. Es ladet em Der Vorst,>nd. Theater-Verein Letzte Opern-Vorstellung Mittwoch den 26. Januar temigaskpiel des Mh.Bolteten. der Eolsasik in EarmsladL Mignon Oper in 3 Akten nach Goethes Roman „Wilh. Meisters linnlograpli Vahnhofstrasje 54. Zum heutigen Programmwechsel: Große Eisbärenjagd in bett Polargegendeu, wunderbare 9tatllraus>lahme. Die Lampe, hu »oriitiich. Die Tochter des Steinbrechers, spannendes Drama. Der verliebte Handfchuhvertäufer, humoristisch. Man soll nicht mit der Liebe spielen, Hotel Schütz. Borgen Sonntag Grosses Familien-Konzerl ausgeführt von Mitgliedern der Regimentskapelle. Anfang 8 Uhr. Eintritt frei Das Konzert findet in sämtlichen Räumen statt. Montag bot 24. Januar abends v Uhr: Zusammenkunft bei Kamerad W. Pfeil (Baler Jahn). v”/i Das Kommando. Sonntag, 23. Januar 1910 MENU Julienne-Suppe Salm Butter-Kartoffel Wildschweinkeule Kartuffelcroquetles Salat Zitrouen-Els Zar Neuen Welt Sonntag npun7 9 den 23. Jan.: 8 Orchester verein Statt Mittwoch Montag den 24. Janmu: Probe. Phreuoiofte beurteili die Linien der Hand, -'chch drei Tage zu svrechen. 0 >*>4l________Sonueustraste 7 II l. Ein Kind wird in liebevolle Pflege genommen oder gegen eine Bergütung als eigen. Schrift!. Angebote unter 0542 an den (Siebener Anzeiger erbet. Im J-risiercu sowie Kopfwäschen mit Trocken« pparat cmvneblt sich Frl. Partbier, Seltersweg 81 p l.__________f03-17 c^uter Privatmittaastii». 0^511_________Sonnenslratze 25 II. Erfahrener Jurist erteilt Repetitorien. Schristl. Ansragen unter 439 an den Gietz. Anzeiger erberen. 516) Junger, schwarzer Hund, Kreuzung zwisch. Dobermann u. Pinscher, auf den Ramen Tell hörend, abhanden gefonintcn. Wiederbringer Belohnung. H- Bernhardt, Klein-Linden. 3m rmensrißtm n. ftojp Wschtll emvsieblt sich Helene Reitz. 100' SchistenbergerWeg 10 M. Schiller erteilt bitt. u. anerk. gute Rachhilse. Schriftliche Anfragen um. 0482 an den Gretz. Anzeiger. Im 861 shampoonieren (Kopfwäschen) mit dem neuesten elektrischen Warmluft- Trockenapparat emvsiehlt sich Hermann Plank Ww. Spezial -Dam.fl-Frisier- o. Ilaar-Uestbäll ________Kaplansgasse 2.________ Nuhschalcn-bxtrakt aus der Kgl. Hosvarfümerie^Jabr. von C. D-Wunderlich, Nürnberg, um den Haaren ein dunkles Ansehen zu geben, Dr. Orfila's Nuh- öl, zugleich seines Haaröl. macht das Haar dunkel und »virkt haar- stärkend, beide ä 70 Psg., 1.20 Mk. W. Kilbiuger, Drogerie. [D*h