Mittwoch 2«. Juli 1910 Die heutige Nummer umfotzt 10 Seiten. Agent für manche weltliche Geschäfte ist. In hat der Staat alle sozialen Pflichten der Ki: die Die wirkliche Veranlassimg der Borromäus-Enzyklikä. der fährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil: August Goetz; sür ^Feuilleton" und.Vermischtes" K. Neurath; sür„Stadt u.Land" und „Gerichts- dort der Vermittler mit der übrigen Welt, zugleich ber Agent für manche weltliche Geschäfte ist. In den Städten Lan vergegenwärtige sich, daß das italie- feiner Leichtlebigkeit und seiner Starr- ls skeptisch ist. Wirkliche Macht übt der : nur noch auf dem Lande aus, weil er Ueberflüssige Ordensverleihungen. Ein paar treffende Bemerkungen, die in der „Rheln.-t Weftf. Ztg." ein „hoher Diplomat" macht, gegen überflüssige Ordensverleihungen verdienen weiterverbreitet zu werden, wenn es sich auch zunächst um preußische Verhältnisse handelt: Es muß überraschen, daß in einer Zeit, wo höchst dringende sachliche Ausgaben vertagt werden müssen, um die Steuern nicht weiter zu erhöhen, als es ,im Reiche und Preußen ohnehin geschehen, Ministerium und Landtag unbekümmert Ausgaben votieren oder passieren lassen, die, wenn nicht ganz überflüssig, so doch jedenfalls zu den Luxusausgaben gehören. Früher, zur Zeit Fürst Bismarcks, wurden kostspielige Brillantorden an I n l ä n de r nur höchst selten verteilt. Ausländern gegenüber mußte die Reziprozität festgehalteu werden, und ganz besonders an russische Hof- und Staatsbeamte war diese Verleihung bei den zahlreichen Besuchen der Souveräne unter sich eine regelniäßige Erscheinung. An Inländer aber erfolgte eine solche Verleihung nur, wenn besonders lange Dienstjahre und eine gewisse Bedürftigkeit betagter Beamten Vorlagen, denen man auf diesem Wege bei ihrem Ausscheiden eine letzte, Freude bereiten wollte. Jetzt werden Brillanten nicht selten an die wohlhabendsten Persönlichkeiten verliehen, oder an Leute, die vermöge ihrer hohen Pension einer Unterstützung gewiß nicht bedürfen. In Berliner Gesellschaften kann man nicht selten den größeren Teil der Herren mit Brillaut- orden geschmückt sehen, während früher dieser Schmuck nur zuführen, btt die vatikanische Kamarilla sich der Aufhebung einiger Sinekuren widersetzte. Dieser materielle Niedergang verursacht dem Papste ernste Sorgen. Man vergegenwärtige sich, daß das italienische Volk trotz s> gläubigkeit durchau italienische Priester Nach Italien kam nun Frankreich, das die Trennung ebenfalls durchsetzte. Nach Frankreich Spanien, nach Spanien Portugal, wo ebenfalls auf eine Trennung der Kirche vom Staat mit mehr oder weniger Recht als Grundbedingung wirtschaftlichen Fortschrittes hingearbeitet wird. Dieser wirtschaftliche Fortschritt kann aber bei südlichen Völkern nur unter Anführung der nordischen, meist protestantischen Völker möglich sein. Bei dem jetzigen klerikalen Unterrichtssystem in Spanien ist zum Beispielen eine Heranbildung intelligenter Arbeiter als Vorarbeiter in industriellen Betrieben gar nic^t zu denken. Diese müssen aus dem Auslande, meist aus Deutschland, bezogen werden. Damit zieht jene geistige Disziplin, die einzig dem Effekt materieller Kräfte sich unbedingt unterordnet, em, und gegen sie ist die Lebensanschauung der katholischen Kirche ohnmächtig. Das Kapital, das die Bodenschätze ausbeutet, Hütten, chemische Fabriken, Handelsmagazine und Werften baut, entstammt dem Auslande, das in den Händen der einheimischen Aristokratie befindliche tote Kapital aber sängt an, gleichfalls dem moderneren Geldumsatz zuzufließen. An Italien hat sich dieser Prozeß zum Teil" schon vollzogen, zum Teil zersetzt er noch die weniger zugängliche sogenannte „schwarze Aristokratie" in Rom. Im Beginn, und deshalb noch heftig gärend, ist er in Spanien, dem Heimatlande des höchsten päpstlichen Ratgebers und der Heimat des angeblichen Verfassers der Borromäus-Enzyklikä. Wenn also das herkömmliche Formular katholischer Gesinnung den Abfall der Reformatoren von Rom als den Beginn der Auflehnung gegen die Kirche beklagt, so ist doch die Ursache des hohenpriesterlichen Zornes nicht fünfhundert nommen, zunächst braucht er Muße, um sich über alle wichtigeren Fragen seines Ressorts zu unterrichten, erst später kann er sich auf Einzelheiten einlassen. Soweit wir unterrichtet sind, besteht vorläufig nicht die Absicht, dem Landtage bereits in der nächsten Session eine neue Wahlvorlage zu unterbreiten, die Parteiverhältnisse haben sich nicht geändert, die Ehaneen für die Wahlreform sind also die gleichen wie bisher, wahrscheinlich dürfte die Frage erst nach den Landtagsneuwahlen gelöst werden. Betreffs des Feuerbestattungsgesetzes liegt Sache etwas anders. politische Tagesschau. Vom neuen preußischen Minister des Innern. lieber das Ministerium Dallwitz wird uns von besonderer politischer Seite geschrieben: Die Frage der Wahlreform hat in letzter Zeit wiederholt in der Presse erneut die Gemüter erregt, als der. neue Minister v. Dallwitz die Geschäfte übernahm. Man sprach davon, daß nunmehr, nachdem der Zauderer Moltke erledigt sei, der neue Mann eine neue Wahlvorlage ausarbeiten werde. Zunächst entscheidet über wichtige Fragen das Staatsministerium und der einzelne Ressortminister ist nur ausführendes Organ. Bis jetzt hat das Staatsministerium über die Wahlvorlage nach der Sitzung, in der die Zurückziehung der Vorlage beschlossen wurde, erneut keine Beschlüsse gefaßt. An der Auffassung des Staats- ministeriums, daß das gegebene Königswort in der Wahlfrage noch nicht eingelöst sei, hat sich nichts geändert und es rst deshalb als feststehend zu betrachten, daß die Wahlfrage später erneut den Landtag beschäftigen wird, lieber den Zeitpunkt der Einbringung ist bisher nichts beschlossen, auch über die Ausarbeitung eines neuen Gesetzes verlautet nichts. Herr v. Dallwitz hat sein Amt erst kaum über* monatlich 75Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post M. 2.—viertel- . , , irche fast ganz abgenommen: die Taufe ist durch die Anmeldung auf dem Standesamt ersetzt, die kirchliche Ehe hat keine Gültigkeit, in den Hospitälern regieren die Aerzte, die Armenfürsorge liegt in den Händen von Privatbrüderfchaften, die auch die Bestattung übernehmen. Das Studium der sozialen Frage auf den Staat skat Hedem hat aber in den italienischen Industriezentren eine Reihe von privaten Stiftungen ins Leben gerufen, die der Belehrung und leiblichen Fürsorge dienen. Wo früher nur durch Unterwürfigkeit unter die Kirche ein sozialer Vorteil erreicht werden konnte, wo das öffentliche Bekenntnis zur katholischen Gesinnung im geschäftlichen und Familieninteresse vonnöten war, sind die alten Zusammenhänge mit dem Kirchenwesen sehr lose geworden. Es ist begreiflich, daß all die vielen Scherflein, die einst aus sozialen Gründen der Kirche zuflossen, heute an der Zentralstelle empfindlich vermißt werden. Die wenigen Schulen, die die Priester noch unterhielten, sind seitdem zum Teil geschlossen worden; selbst die Priesterseminare, über die der italienische Staat sich die Aufsicht Vorbehalten hat, können aus Mangel an Lehrmitteln und Lehrpersonal nicht ganz den geforderten Ansprüchen genügen, so daß der Papst erlauben mußte, daß die angehenden Priester ihre Studien auf den Staatsschulen vollenden dürfen, was für die Kirche stets einen Abgang an Kräften bedeutet. W- ' !■ I — Jahre alt, sondern viel jünger. Die materiellen Schatten, welche über dem Vatikan lagern, haben jenen feindseligen Vorstoß gegen die Urheber der geistigen Bewegung, welche an den Unterlagen des Papsttums nagt, ausgelöstz * Ein Zentrums'ärgernis. Daß eS zwischen den Konservativen und dem Zentrum hin und wieder doch bemerkenswerte „Unstimmigkeiten" gibt, zeigt dec folgende Fall. Die „Krcuzztg." hatte sich gegen die Bemerkung eines Korrespondenzartikels gewendet, in der angedeutet wurde, die preußische Negierung sei bereit, durch innerpolitische Konzessionen (neue Wahlrechtsvorlage) sich die Bewilligung notwendiger Ausgaben sür die Landesverteidigung im Reiche zu erkaufen. Das Blatt sagte dazu: „Die Zumutung an den Reichstag ist unerhört, daß er dem Reiche die notwendigsten Mittel verweigern solle, um den größten und führenden Bundesstaat zu zwingen, eine Wahlrechts- Vorlage nach liberalen Wünschen einzubringen und durchzusetzen. Ein schlimmerer Schacher wäre in der Reichspolltik nie getrieben worden." Dann folgt der Satz: „Wenn das Zentrum die dem Reiche zu seiner Existenz nötigen Mittel nur gegen ' parteipolitische Zugeständnisse bewilligte, so war das schon schlimm genug." Dazu lesen wir in der „Köln. Volksztg." folgende Sätze: Der in diesen Worten enthaltene Vorwurf ist sehr alt. Wir haben ihn schon öfter hören müssen. Aber niemals ist er bis jetzt von denen, die ihn erhoben, bewiesen worden. Man will doch wohl nicht annehmen, daß die stete Wiederholung, mag sogar ein Fürst Bülow sich daran beteiligt haben, bereits einen Beweis dar stelle. Da die Kreuzzeitung, wie anerkannt 'werden muß, sich einer löblichen Loyalität auch gegenüber Andersdenkenden befleißigt, so möchten wir sie dringend bitten, ihre Behauptung mit Tatsachen zu belegen, damit wir endlich einmal wissen, was das Zentrum Böses getan hat, und damit es dann, wenn notwendig, auch sich bessern kann. Sollle die Kreuzzeitung den geforderten Beweis nicht erbringen können, dann müssen wir allerdings an sie die befremdende Frage richten: Welchen Zweier sie mit der Kolportierung liberaler Agitationsphrasen zu bienen gedenkt. Von einem deutschen Gelehrten in Rom wird „Deutschen voltsw. Kvrresp." geschrieben: Bei der Beurteilung der Borromäus-Enzyklikä: hat man sich bisher nur an die tatsächliche Beschimpfung der Protestanten gehalten und verabsäumt, die Enzyklika als Frucht weltpolitischer und weltwirtschaftlicher Vorgänge zu deuten. Obgleich den Deutschen die verlangte Genugtuung geworden -'st, scheint es doch angebracht, den Blick weiter hinaus *Z.u lenken. p Daß der Papst so schnell sein Bedauern über die Wirkung feiner Worte auf Deutschland ausgesprochen hat, ist begreiflich, wenn man erwägt, daß sein Mahnruf eigentlich gar nicht den Deutschen galt. Denn mft diesen ist verhältnis- ' mäßig leicht auszukommen, hingegen bereitet die lateinische Bevölkerung dem Papst Unruhe; auf sie waren die Enzykliken gegen den Modernismus in erster Linie gemünzt, gegen sie hauptsächlich war es auch mit der Borromäus-Enzyklikä abgesehen. Schon Ende vorigen Jahres machte die römische Zeitung „La Vita" darauf aufmerksam, daß die teure Hofhaltung des päpstlichen Stuhles die Millionen aufgezehrt habe, die der Vatikan vom italienischen Staat für den aufgehobenen Kirchenstaat und die Klöster erhalten hatte, daß ferner der Peters Pfennig n o ch nicht ausreiche, um die ihn einiaffierenben Nuntien zu besolden. Pius X. ist es aber nicht möglich gewesen, Reformen, die auf eine Vereinfachung des päpstlichen Hofhaltes abzielen, durch- Nr. 187 Erstes Blatt 160. Jahrgang Der Siehener Anzeiger , Ä .___ erscheint täglich, außer HM EA Fernsprech. Anschlüsse: N M M für die Redaktion 112, »Ur • General-Anzeiger sür Oberhessen ....................... Annahme von Anzeigen V 4n7 ! I I ! u. Land" und „Gerichts- bis vlrnstttags's'uh? Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei K. Lange. Redaktion, Expedition uns Druckerei: Schulftratz« 7. Vie Königin Luise im Urteile einer Zeitgenossin. Wertvolle Beiträge zur Kenntnis von Preußens schönster und berühmtester Königin enthalten die Erinnerungen der Gräfin Sophie Schwerin, geb. Gräfin Dönhoff, die, obwohl schon früher einem engeren Kreise bekannt, doch erst tn den letzten zwei Jahren durch zwei sorgfältige Neudrucke dem größeren Publikum zugänglich gemacht worden sind. Was die Gräfin, namentlich zur Charakteristik der Königin, ihrer geistigen Individualität, wie ihrer äußeren Erscheinung beibringt, gehört wohl zu dem Interessantesten, was je über die wunderbare Frau gesagt worden ist. Mit ungewöhnlicher Schärfe wendet srch die Gräfin dabei gegen die Übertriebenen und verhimmelnden Lobpreisungen solcher, die an Stelle des „ganz weiblichen Weibes" einen Phönix ideeller Vollkomme nhei t en aus der Königin machen wollten oder gar, wie ihre erste Biographin Frau v. Berg, geb. Gräfin Haeseler, oie liebreizende Frau zu einem starkgeistigen Blaustrumpf, zu einer Denkerin und Gekehrten zu stempeln suchten. Wir zitieren nach der „Boss. Ztg." einige interessante Stellen: „Zu der Zahl berühmter Frauen", sagt die Verfasserin der Erinnerungen, konnte die Königin nur durch den ein- ziaen Ruhm gerechnet werden, der echter Weiblichkeit keinen Abbruch tut, durch den ihrer Schönheit. Wie die Alten für jeden Zustand und jede (sigenheit eine Normalform hatten, sich auszudrücken, so stehr ihre Gestalt als ewiges Musterbild der königlichen Frau unübertroffen da. Was uns die Geschichte von den Kleopatren, Marien, Ekisabetheu, Margarethen und Sophie Charlotten aufgestellt, immer wird der Begriff „Königin" für jeden, der sie sah, nur ihr Bild annehmen. Für. diese Gestalt war nur der Thron ein würdiger Sockel, sowie nur diese Gestalt einen Thron würdig gieren .konnte. Zu soviel Huld gehörte soviel Majestät, zu soviel Liebreiz soviel Würde. „Die Kunst", fährt sie fort, „hat uns wenig von dieser Gestalt aufbewahrt. Rauchs schlafendes Marmorbild auf ihrem Grabe in Charlotten- burg ist das einzige, wodurch man gern an sie erinnert wird. Es ist auch nicht minder schön als sie, aber, in einem strengeren Stile gehalten, läßt es für die Ähnlichkeit noch zu wünschen übrig. Alle übrigen zahllosen Porträts, gemodelt, gemalt, gezeichnet, gestochen, sind beinahe durchgängig gleich verfehlt und können nur die falscheste Idee von ihr geben. Der sehr verschiedene Charakter ihrer Schönheit in der ersten Jugend und in reiferen Jahren mag die Schwierigkeiten vermehrt haben, die der Kunst in Auffassung ihrer Ähnlichkeit im Wege standen. Warum kann ich nicht einige Züge des holden Bildes festhalten, wie es noch so frisch vor meinem Sinne schwebt. Die namenlose Anmut ihres Grußes, die unnachahmliche Bewegung des Ganges und der Verbeugung, oder die kindliche Ruhe ihres so sanften und doch so ernsten Blickes ober ihr stilles Umschauen oder das Hineinschweben der königlichen Gestalt in eine glänzende Versammlung, in der sie, wie zahlreich sie auch sein mochte, immer die schönste, die erste, die einzige Frau blieb. Von ihr galt im vollen Sinne Ossians Lob: „Schön unter Tausenden." Und wie oft man andere Frauen mit ihr verglichen, manche andere Gestalt für einzelne Züge schöner halten wollte, keine bestand in ihrer Nähe den Vergleich. Den Vorwurf politischer Einmischung und diplomatischer Intrigen, den man, feit Napoleons bekannten Aeußerungen zu feinen Getreuen auf St. Helena, unzählige Male gegen sie erhoben hat, führt die Gräfin Schwerin auf Grund eines umfangreichen historischen Materials auf ein sehr bescheidenes Maß zurück. Speziell üb erbte Umstünde, bie zu ber berühmten Zusammenkunft von Tilsit führten, und bie überraschenben politischen und administrativen Kenntnisse, die die Königin dabei zum Erstaunen Napoleons entwickelte und die ihm Anlaß zu jener üblen Nachrede boten, erfährt man durch die Gräfin mancherlei bisher wenig Bekanntes: Die Königin war in einem frohen Kreise in Memel, als ihr ein Schreiben des Königs überbracht ward. Durch bie Nachrichten der Affäre von Heilsberg zu den schönsten Hoffnungen angeregt, erbrach sie es vor aller Augen und wollte den Inhalt eben dev Gesellschaft mitteilen, als ein ahnungsvoller Wink beit Fürstin Luise Radziwill und ein Blick in das verhängnisvolle Papier sie plötzlich wer stumm en machte. Es lvar bie Nachricht der Friedländer und Königsberger Schlachten, unb des abgeschlossenen Waffenstillstandes, wie der in Tilsit bevorstehenden Unterhandlungen, die der König ihr mitteilte. Er eröffnete ihr zugleich, wie man in {einer Umgebung überzeugt sei, daß ihre 'Gegenwart von bedeutendem Einfluß auf bie Unterhandlungen sein könne. Er selbst enthalte fick) jeden Urteils und Wunsches über biefem Punkt. Er wolle die Freiheit ihrer Wahl, für einen Schritt, dessen ganze ^Schwere auf sie falle, durch nichts beschränken Mü verweinten Augen sahen ihre Damen sie nach einer Stunde aus ihrem Zimmer treten. Ihr Entschluß war gefaßt. „Wenn irgend jemand glauben kann, daß ich durch diesen Schritt dem Vaterlande auch nur ein Dorf mehr erhalten könnte, so bin ich sckwn allein durch diese Meinung unwiderruflich verpflichtet. Muß ich aber diesen schweren schritt tun, setzte sie hinzu, so will ich ihn auch oorberehetl tun. Ich will wissen, was ich tun, was ich fordern soll." Diesem Vorsatz treu, schloß sie sich mit dem Minister Hardenberg ein, ließ sich wie ein folgsames^Kind von ihm erklären, vorsagen- was sie fordern, weshcüb sie es fordern, worin sie Ttachgebest könne, worauf sie bestehen müsse. Sie lernte Napoleons mutmaßliche Einwendungen und die Art, ihnen zu begegnen, auswendig. Und so gelungen muß ihr Studium gewesen sein, daß es Napoleon zu dem merkwürdigen Urteil verleitete, daß sie seit 15 Jahren die Zügel der Regierung in Händen halte. Heber die Vorgänge bei der denkwürdigen Unter* Hebung mit Napoleon teilt Gräfin Schwerin eine Fülle interessanter und meist unbekannter Einzelheiten mit, für die sie sich auf das Zeugnis der Gräfin Lysinka Tauen- zien, die damals als Hofd-ame in der unmittelbaren Nähe der Königin war, berufen konnte. Die Königin trug ein tveißes Eeppkleid mit Silber gestickt, ihren Perlenschmuck und ein Diadem von Perlen im Haar. Sie war in ängstlicher, durch die Gchnütserschütterungen allzu erklärlicher Spannung, sah aber schöner aus als je. Der König mit allen seinen Adjutanten und der Gräfin Tauenzien empfing den Kaiser an der Treppe des Hauses, in dem die Unterredung stattfand. „La reine est lä-haut ?“ fragte Napoleon, nach oben zeigend, um anzudeuten, daß er nur um ihretwillen gekommen. Der König führte den Kaiser zu seiner Gemahlin und ließ beide allein. Hefter die einleitenden Worte der-Unterhaltung weiß die Gräfin Taucn- zien nichts zu berichten, wohl aber, baß Napoleon bald darauf nach dem Stoffe ihres Kleides fragte. „Est-ce du Crepe, de la gaze d’Italie?“ — „Parlerons-nous de chiffons dans un moment aussi solennel ? war ihre Antwort, mit ber sie zu dem eigentlichen Gegenstand der Unterredung überging. Ueber deren wichtigsten Inhalt sind wir wie bekannt durch bie Aufzeichnungen des schwedischen Gesandten von Brinkmann mit wünschenswerter Zuverlässigkeit unterrichtet. Die Königin, die Napoleons wahren Charakter noch nicht genügend kannte, war von dem Verlaufe des Gesprächs sehr tiefriebigt und wahrhaft beglückt burch bie Hoffnungen, die rhr der unheimliche Mann eröffnet hartem tyffaftenbe ^tzlteuheit hxtr. Ber der Allie von veNcYüdeneu SDr bat dabarten und -Klassen macht es bei uns keine Schmierigkeit, selbst reich dekorierten Persönlichkeiten immer noch ein anderes Abzeichen zu verleihen. Es liegt also nicht etwa, wie man vermuten könnte, ein Zwang vor, zu Kostbarkeiten zu greifen. So hat z. B,. in .den letzteu Tagen der Leibarzt des' Kaisers die Brillanten der 2, Klasse des Roten Adler-Ordens erhalten, nnb Fürst Radolin die Brillanten zum Hohenzollernschen Haus- vrden. In beiden Fällen lag hie Möglichkeit vor, in einer 'für die Steuerzahler weniger empfindlichen Weis« die Verdienste der beiden Herren zu ehren. Statt ohne wertere Prüfung die Ueberschreitungen im Etat zu billigen, sollte das Wgeordnetenhaus bei der nächsten Inanspruchnahme eine Uebersicht der in den letzten Jahren verliehenen Brillantorden verlangen. Es würde sich dann ergeben, daß auch hier eine vernünftige Sparsamkeit das liebel beseitigen würde. Nach wie vor könnten die Tausende, die eine Füllung ihres Knopfloches sehnsüchtig erwarten, befriedigt werden, aber kostbare Geschenke auf Kosten des Volkes sollten ganz besonders in jetziger Zeit, wo ntafn nicht einmal d i e Mittel für invalide Krieger a u f z u t r e i b e u weiß, unterbleiben. Die preußischen Minister, die für diese Verleihungen die formelle Verantwortung tragen, sollten hier um so mehr Wandel schaffen, als sie Gefahr laufen, in den Ruf zu' kommen, sie begünstigten solche Verleihungen, weil denn doch int natürlichen Laufe der Dinge auch an sie einmal die Reihe kommen könnte. Deutsches llcicb* Der Kaiser ist nachts nach sehr angenehmer Fahrt vor Drontheim eingetroffen. Auch hier ist das Wetter sonnig, aber recht kühl. Dienstag morgen um 5 Uhr waren nur fünf Grad. Der Unterstaatssekretär int Ministerium der öffentlichen Arbeiten,. F l e ck, reichte mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter sein Pensionsgesuch ein. Der neue Minister v. Dallwitz hat hier einen fertigen Entwurf vorgefunden, das Staatsministerium hat über diesen Entwurf noch nicht abgestimmt, da noch verschiedene Meinungsverschiedenheiten herrschen und die Erlaubnis zur Feuerbestattung mit «in sch r äuke nd en K a u te len gegeben werden soll. Der neue Minister ist persönlich kein Gegner der Feuerbestattung, es läßt sich nicht voraus sehen., wieweit sein Einfluß im S.taatsministerium reichen wird. Doch wird angenommen, daß ein Feuerbestattungsgesetz in nicht ferner Zeit in Preußen Annahme finden wird. Zur Nachfolgerfrage für den Erbprinzen Hohenlohe wird uns von parlamentarischer Seite geschrieben: Der Reichstag ist seit Monaten picht oersamm5lt, feine Mitglieder sind in alle Winde «zerstreut. Seitdem Erbprinz Hohenlohe das Amt des zweiten Vizepräsideirteu uiedergelegt hat, bemüht sich die Presse krampfhaft, einen Nachfolger zu finden. Man liest von Absichten der Parteien, liest sogar bestimmte. Namen. Eine solche Berichterstattung ist grober Unfug. Die Fraktionen sind nicht versammelt, sie können also keine Beschlüsse fassen, die genannten Herren, die zum Nachfolger ausersehen sein forten, find darüber am meisten erstaunt. Die Niederdeutsche Bank in Dortmund ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Da durch den Zusammenbruch auch zahlreiche mittlere und kleinere Betriebe in Mitleidenschaft gezogen werden würden, so ist von mehreren Seiten die Einleitung einer Hilfsaktion durch die Reichsbank angeregt worden. In diesem Sinn hat sich auf Anregung ans rheinisch-westfälischen Parteikreisen , er die eine Hostie gegessen, die anbei# aber dem Spandauer Juden Salomo um 9 Groschen verkauft habe. Dem inquisitorischen Verfahren war damit die breiteste Grundlage gegeben. Salomo gestand auf der Folter, daß er Teile der von chm mit einem Messer zersplitterten Hostie nach Brandenburg und Stendal gesandt habe, und da noch andere seiner Glaubensgeirossen in Verdacht gerieten, ließ der Kurfürst schließlich sämtliche Juden in der Mark verhaften. Die peinliche Befragung richtete sich auch auf die Teilnahme der Feftgenommenen am rituellen Kindsinord, und da alle Anaescbuldigten unter der Folter gestanden, was man von ihnen wollte, und ihr Geständnis, um nicht nochmals gemartert zu werden, nicht widerriefen, hatte man schließlich, nachdem einige an den Folgen der Folter gestorben und andere im Gefängnis Selbstmord verübt, 42 Personen beisammen, an denen das Todesurteil durch Verbrennen vollstreckt wurde. Auf dem Neuen Markt, an der Ecke der Weber- und Frankfurter Straße, waren drei Schaugerüste mit den Plätzen für einheimische und fremde Nechtsgelehrte, die Herren vom Gericht mit ihren Gerichtsschreibern und die Zeugen erbaut. Nachdem die Akten verlesen, die Verhandlung erfolgt und das Urteil gesprochen, folgte unmittelbar darauf die Vollstreckung der Strafe. Drei von den Verurteilten, die die Taufe empfangen, fehlten. Für Fromm und die anderen 38 Juden war hinter dem Rabenstein ein dreistöckiges Gerüst erbaut.worden, auf dessen einzelnen Etagen man auf mit Holz, Stroh und Pech bestreuten Rosten die,Verurteilten festband. Nur Fromm hatte einen eigenen Marterpfahl erhalten. Dann wurden brennende Fackeln in das pechgetränkte Reisig geworfen. Wild loderten die Flammen gen Himmel, unb schon nach wenigen Minuten war alles vorüber. * Künstliche Erdbeben. Die gewaltigen Gesteinssprengungen, die behufs teilweiser Umlegung der Strecke der Canadiair Paeifiebahn in den Rocky Mountains notwendig waren, haben dem Erdbebenforscher Edward Maidstone die erwünschte Gelegenheit geboten, genaue) Untcr|utf)ungen über die Fortpflanzung der dabei künstlich erzeugten Erdbebenwellen in der festen Erdrinde anzustellen. Die Vorbedingungen dazu waren günstig, da der Termin des Eintretens der Erschütterung dem Wissenschaftticben Beobachter genau bekannt ist, während sonst der Erdbebenforscher mir auf die Kurven angewiesen ist, die der Apparat automatisch aufzeichnet. Eine stellenweise überhängende Wand oberhalb der Bahnlinie, die diese mit einem gelegentlichen Bergsturz bedrohte, sollte durch 'Explosion von 12 Tonnen Sprengpulver, das aluf viele Hunderte von elektrisch zu entzündenden Bohrlöchern verteilt war, niedergeholt werden, wobei in der 3 Kilometer östlich davon angelegten Station des Forschers an entsprechenden Apparaten die horizontale und vertikale Erschütterung und die Schwankungen des Luftdruckes beobachtet wurden. Das Ergebnis war, das; eine Luftdruckschwankung von nur Vis nun der Barometerskala, eine horizontale Welle von Vs mm Amplitüde und eine kaum merkbare senkrechte Erschütterung festgestellt wurde. Weit bedeutender dagegen waren die darauf folgenden Wirrungen der her- niedersttirzenden Felsmassen. Aehnliche Beobachtungen wurden übrigens schon vor mehreren Jahren in Italien gemacht, als man vom Lago Maggiore aus die Zufahrtslinie zur Simplonbahn ausbaute und eine Steinwaird mit 800 Kilogramm Dynamit niederlegte. Schon in 7 Kilometer Entfernung war von den Erschütterungen nichts mehr zu merken, und jenseits eines Kreises von 15 Kilometer Radius war selbst das Geräusch der Explosion nicht mehr vernehmbar. Viel folgenreicher können sich unter Umständen die Erschütterungen des Erdbebens gestalten, wenn man in abgebauten Grubenfeldern nach Entfernung der Zimmerungen einen ganzen Horizont zu Bruch gehen läßt, weil es sich hier um eine plötzliche und baueritbe Senkung des hängenden Gebirges'im Gewicht von Milliarden von Tonnen handelt, wie es bei den sogenannten iEinstürzerobcben der Fäll ist., Bei Orten, Unter denen, wie insWieliezka, Staßfurt unb manchen Bergwerksstädten in England, der Erdboden ausgiebig unterwühlt ist, können sich solche, selbstverständlich hinsichtlich des Zeitpunktes ihres Eintretens nicht nn voraus bestimmbare Einstürze zu vernichtenden Katastrophen gestalten. * Führer: „In der verfall'nen Mühll da drunt hat ;rüber a Geist g'haust!" — Fremder: „Unsinn, gibt's ja gar nid}!" — Führer: „I bitt, es is ja gerichtlich nachgewiesen, weil sie ihn halb totgeschlag'n Ijab’it, wie er erwischt worden.is!" * D e r Schwerenöter vor Gericht. „Erkennen Sie in dem Fräulein diejenige wieder, die Sie sich zu küssen erlaubten?" — „Ja. . . da, da müßt' ich sie schon noch einmal küssen dürfen." Kleine Tageschronik. Durch ein furchtbares Unwetter wurden die unteren Teile der Stadt Bonn unter Wasser gesetzt, so daß die Feuerwehr zur Hilfeleistung herangezogen werden mußte. Im Vorgebirge stehen weite Strecken unter Wasser. Der Verkehr ist vielfach unterbrochen. Am Oberrhein wurden in den letzten Tagen -mehrfach Anschläge auf Eisenbahnzüge berübt. Auf der Zeche Ludwig bet Essen löste sich am Montag Gesteinsmasse und begrub vier Bergleute. Zwei davon wurdet! getötet, ein anderer leicht, der vierte schwer verletzt. Bei Wildgrube (Regierungsbezirk Merseburg) traf der Blitz in eine Gruppe Landleute, die mit ihren Sensen nach Hause eilten. Zwei Landleute wurden erschlagen, eine Frau und ein Knabe schwer verletzt. Bei Borxleben betäubte der Blitz 15 Landarbeiterinnen, eine von ihnen starb. Der bei der Explosion in der Earvonium-Fabrik G. m. b. H. in Friedrichshafen schwer verletzte Arbeiter ist im Krankeu- haus seinen Verletzungen erlegen. Wie sich ferner herausgestellt hat, wurden zwei weitere Arbeiter schwer verletzt, während sechs nur leichte Verletzungen erlitten. Wie jetzt festgestellt ist, wurden bei dem Eisenbahnunglück bei Richmond 188 Personen verletzt. Der Dampfer „Standard" der deutsch-amerikanischen Petroleum-Gesellschaft „Hamburg" ist am Dienstag vormittag im Kopenhagener Hafen in Brand geraten durch Ausströmert von Petroleum aus einem Tank in die Schifssfeuerung. Auf dem Schiff finden dauernd Explosionen statt: wahrscheinlid) ist es samt der Ladung verloren. 34 Mann der Besatzung wurden gerettet. Aus London wird schon wieder ein folgenschweres Eisenbahnunglück gemeldet: Ein mit Ausslüglern besetzter Zug, dessen Maschine abgekuppelt war, setzte sich bei einer irländischen Station auf abfallendem Gelände in Bewegung und stieß nach fünf Meilen rasender Fahrt auf einen von Sirr kommenden Personenzug. Zahlreiche Personen sprangen aus b em in Bewegung geratenen Zug und wurden schwer verletzt. Beide Züge bilden einen Trümmerhaufen. Die Gesamtzahl der Verletzten beträgt über 100. Die weiblichen Sträflinge des Gefängnisses zu Montpellier meuterten am Dienstag und verbarrikadierten sich im Gefängnishofe. Erst durch ein großes Schutzmanns- aufgebot konnten sie mit Mühe in ihre Zellen zurückgebracht werden. jßanOcL ** Konkurse in Hessen, lieber den Nachlaß des am 22. Junt zu B ad-Nau Herrn verstorbenen Otto W i n g e ß aus Leipzig wurde am 16. Juli das Konkursverfahren, da der Nachlaß überschuldet ist, auf Antrag des Pflegers über den Nachlaß des verstorbenen Otto Wingeß, Rechtsanwalt Stahl zu Bad-Nauhetm, eröffnet. Rechtsanwalt Stahl zu Bad-Nauheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konknrss0rderungen sind bis zum 6. Aug. bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim anzumelden. — lieber das Vermögen des Kaufmanns Joseph R 0 s e n b u f tf) in Mainz, alleiniger Inhaber der Firma Schuhfabrik Rbmania I. Rosenbusch daselbst, wurde am 5. Juli das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Mattes in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. August bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber den Nachlaß des Kauf' manus Georg Hellmuth, gestorben am 26. Mai zu Darmstadt, wurde am 15. Juli das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist und der Nachlassverwalter Antrag auf Konkurseröffnung gestellt hat. Kaufmann Karl Dechert in Darmstadt wurde zum Konttirsverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. August bei dem Amtsgericht Darmstadt I anzumelden. — lieber den Nachlaß der Kaufmann Georg H e l lmu t Eh e- fr an, Christine geborene Gompf, gestochen am 26. Mai zu Darmstadt, wurde am 15. Juli vorpiittags 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist und der Nachlaßverwalter Anttag auf Konkurseröffnung gestellt hat. Kaufmann Karl Dechert in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 10. August bei dem Amtsgericht Darmstadt I anzumelden. Märkte. ke. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 20. Juli. Anfgetneben waren 1344 Schweine. Vchlsleischige Schweme bis zu 2 Zentner Lebendgeiv. 55 — 56.50 Mk., Schlachtgeivicht 70-00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 54—56 Dlk., Schlachtgewicht 69—71 Alk. Vollfleischige Schweine über 2‘/2 Zentner Lebendgewicht 00.1 0—00 Mk., Schlachtgewicht 00.00—00 Mk. Fett- schweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 00.00— 00.00 ^chlachigew. 00 — 60 Alk. Fleischige Schweine Lebeicdgewicht 53.00—54.00 Alk., Schlachtgewicht 68.00—70 Mk. Sauen Lebendgewicht 00—00 Mk., Schlachtgewicht 00—00 Mk. Geschät langsam, bleibt lieberstand. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit geftern früh: Tas mitteleuropäische Tieidruckgebiet ist weiter nad) Osten gerückt, hat dabei aber gestern noch wiederholt Regen gebracht, in Darmstadt 22 Alm. Auch sonst in Teutschland sind noch stärkere Regen zuin Teil gefallen. Ta jetzt vorübergehend von Westen ein Hoch vordringt, lassen bei kühlerem West heute vormittag die Regensälle nach, doch bringt ein neu bei Schottland ausgetauchter Wirbel morgen wieder Regen. Wetteraussichten in Sbeffen am Donnerstag dem 21. Juli 1910: Nach vorübergehend trockenem Wetter und abnehmender Bewölkung wieder Regen, aussnschender Südwest, mäßig warm. Gekochtes Obst ist wichtig für die Ernährung und sollte jetzt auf keinem Tisch fehlen. Rote Johannisbeeren und Himbeeren (welche sehr gut zusammen Pasten und jetzt reichlich vorhanden sind) schmort MÜN UNd serviert dieselben mit einem Flammeri aus Mondamin und Vollmilch. Ein gleich verlockendes Sommergericht ist ein Mondamin-Fruchtstammeri. Man nimmt statt Milch den frischen Fruchtsoft. Man erhält 1 L. Obftsaft aus 1 Pfd. Obst, das man mit wenig Wasser schmort, koche dann kalt ungerührte 70 Gr. Mondamin hinein, 3 Minuten lang, nicht 10 Mi luten, wie bei Milch. Rezepte auf den Mondamin-Paketen a 60, 30 u. 15 Pfg. Aliendorf a. d. Lumda • Gasthaus zum Bahnhof Station der Bahn Gießen—Lollar—Grünberg. Nahe dem Walde, für Sommerfrischler und Erholungsbedürftige sehr geeignet, auch Fremden, Touristen/ Reisenden bestens empfohlen. Pension 3 Mk. 3626] Besitzer: E. Ranft. Fenster Reparaturen Einrahmung en Spiegel, Bilder gerahmt u. ungerahmt T ürschoner billigst Wilhelm Schmitt, Glasermeister Kanzleiberg 7, am Brand 3557 Tel. 575 Köstliches Aroma KräftigerGeschmack 'Jnhßffsus BämKaffss Hohe Ergiebigkeit > g© Überall käuflich ©a Zwiefachen Jeden DicnStag, Donnerstag und Samötag, von morgens 8V2 Uhr an, frischen Zwiebel- kuchen. (3756 B. Schomber, Walltorstr. 51. Fahrräder, ÄX. Zubehörteile, S: Reparaturen, fremdem Fabrikat, prompt und billigst, »mascinnen ^4: Fabrik lager der [D18/6 Duisburger teradlabrik Jtalbr A.-ii. Klein-Linden Gießen IL« ScBaaum Wetzlarer Str. 31 Eigene Reparaturwerknättc! Üiene Kürüjstlü, vorzüglich im Geschmack empfiehlt billigst die Gemüse- u. 5rartoffcl-.Handlnng Hankel, Neuen Baue 7. Tel. 612. (3834) Tel. 612. Cäef lügelfutter, Brocknrannö Futterknlk, Marke A u.B, präparierten Viehlebertran, Teelinicktlonomittcl für Ställe :c. kaufen Sie stets frisch in der Germanin-Drogerie Carl Seibel, (2645 Frankfurt. Straße 39. Tel. 593. Fluß- und Seefische «3L M. 120] Telephon 119. PrompterVersand nach auswärts Wl«, Wanzen, Flöhe nebst Brut beseitigt sicher„Tiamantenwasscr". Universitäts-Apotheke, Marktplatz. (3117) PseibeverßeMMg. Wegen Beendigung des Bahnbaues lasten wir am Mittwoch den 27. Juli 1910 nachmittags 4 Uhr vor unfern Bureauräunien in Butzbach, Hochweiseier Straße gegen Barzahlung ober den nötigen Kreditausweis, öffentlich meistbietend versteigern: 2 gute mittelfchwere Belgier Pferde mit sämmtlichem Geschirr, ferner 2 Dopyelspänner-Wagen. ÖMttiiMMe G. m. b. H. p^/7 Zum Ansehen: Reiner Ksrn $r*rmtorin Liter von 90 Pfg. an. Gebrüder Adami, 3766) 14 Mäusburg 14. Fortsetzung des Fahrräder, Nähmaschinen Waschmaschinen (neu und gebraucht), Pneumatiks Glocken, Laternen re. rc. Alles unter Preis. Job. Fr. Maai Wetzsteinstr. 44 Neue Kartoffeln, Perle von Erfurt und Kaiserkrone versendet unter dtachnahure per Zentner 3.40 Mk., bei größere Bezügen Preisermäßigung. (33) Wilhelm Watzenborn, Södel <2Letterau). Telephon 1, Amr Wölsersheim Morgen Donnerstag aus d. Markt föl'Oß. Bohnenverkauf zum Kodien und Eimuachen. Unkrich, Obst- u. Gemüsehdlg. en gros und en detail. oeo>8 KAUFHAUS FRITZ HOWÄCK I Handschuhe 'K tfrosserExtra Verkauf a Farbige Handschuhe do. beste Qualität, das Paar Weisse durchbrochene Handschuhe, das Paar 55, 70 u. 75 Lange seidene Halbhandschuhe, das Paar 1.25 u. 1.65 Mk. Obige aufgeführten. Handschuhe sind bis zu 50 Prozent reduziert. Biograph gewöhnt. Form Plockstraße 12 Plockstraße 12 06012 Sand? Sand? im Saale 3906 ersucht. v“/r Möbel F WMMe,ie« 70 1.25 Mk. Pf. Mk. Pf. Pf. Mk. Pf. Kurze Halb-Handschuhe, das Paar . . Lange Halb-Handschuhe, das Paar . . . Seidene Halb-Handschuhe, das Paar Seidene Handschuhe mit Finger, das Paar 38 Pf. 85 „ Durchbrochene Handschuhe, das Paar . Seidene Handschuhe, das Paar . . Kurze Halb-Handschuhe, das Paar . Seidene Halb-Handschuhe, das Paar Lange Halb-Handschuhe, das Paar . . x u. Damenverein Gabelsberger. Donnerstag den 21. Juli 1910 Vereinsabend. £ 75 Pf. 95 „ 75 „ Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchen zeigen hocherfreut an Visitenkarten Liefert rasch and billigst Brähfscbe Üntv-Üruckerei. . 38 n. 65 „ . 75 u. 95 „ 1.25 u. 1.65 Mk. . . 1.50 » Schwarze Handschuhe Schwarze Trikot-Handschuhe, das Paar 0.85 u. 1.05 Bl und s Ktipfliijn mit und ohne Federstellung empfiehlt billigst Lleblgstr. 13 M. Hosenthal. Fernspr. 218 Billigste Bezugsquelle gegen bar und auf [a*77 Abzahlung großes Drama aus dem sozialen Leben, 310 m lang. Die Plakatträger, humoristischer Schlager. Ein Schiffbrüchiger, herrliches Seemannsdrama. Der unverbesserliche Teddy, humoristisch. Tonbild: Schwarzwälder Uhren. , Am 25., 26. und 27. ds. Mts. beabsichtigt Weisse Handschuhe Weisse Trikot-Handschuhe das Paar .... J. B. Häuser Neustadt 66 Rodh6iin.Str.42 Tclevb. 660 Einkoch-Apparate verzinnt M5 10.50, verzinkt Mk. 8.75 mit allem ZubehörJnnd Kochbuch. Kons erven Gläser ÄKX Hospiz}™ evang. Schwesternhaus, tiieeeea. lohannesetr I. Obstbaulehrer Wiesner des Hotel Einhorn hier einen Prttcta OH- Kirne FÄrWg Perle und Frührosen versendet per Ztr. zu 3.25 Mk. inkl. Sack unter Nachnahme K. Haub, 3917 Echzell (Wetterau). Nur für Wiederuerkäufer! Trotz der enorm hohen Baum- wollpreise habe ich durch rechtzeitige Abschlüsse cd. 60000 St. Scheuertücher noch zu alten Preisen abzugeben und ist ein Lagerbesuch daher sehr lohnend Ludwig Lazarus, Astcrweg 53. Fernspr. 505. (3785 Welches Geschäft gibt befierer lungen Frau Näharbeit ins Haus. Schrift!. Angebote unter 06005 an den Gießener Anzeiger erb. Sämtliche Sommer - Strümpfe pamenstrümpfe Baumwollene Kinderstrümpfe Baumwollene Herren - Socken schwarz, lederfarbig, durchbrochen, bunt gemustert schwarz braun farbi» * 7k u t “ j“* b scnwarz, oraun, laröig schwarz, braun, bunt gemustert, bunt gestickt Farbige Trikot-Handschuhe, das Paar.....38 do. do. Prima Qualität, das Paar 60 Pf. und 95 Farbige Trikot-Handschuhe, 5 Knopf, das Paar 1.75 Moderne lila Farben, das Paar.......60 Feinste Trikot-Handschuhe in neuen eigelb Farben. das Paar.............1.15 Mk. Imitiert Leder, neue gelbe Farben, das Paar . . 1.15 Mk. Imitiert Leder, in modernen Extra-Farben, das Paar 1.10 Mk. Kurze seidene Halb-Handschuhe, das Paar ... 95 Pf. Empfehle prima Maurersand ab Grube den Einsp. zu Mk. 1. — den Doppelspänner zu Mk. 1.50 desgl. Weißbinder- u. Pflastcrsaud den Einspänner zu Mk. 1.40 den Doppelspänner zu Mk. 2. — kann der Sand fr. Baustelle, geliefert werden. Die Sa"dgrube liegt direkt an der Frankfurter Straße im Wald zwischen Klein- und Großen-Lmden. Gute Abfahrt. PPOtnÄÄ“" "6 ®“bn50’ ®'E6en °ber ®ID6e1S8i^ Heittr.Bernhardt, Buugksihäft, Klein-Linden Lebens - Hoistens bietet sich einem unternehmenden rüstigen Herrn durch Uebernahme der Filiale einer großen Akticn-Gcsell schaft. Kapital und Fachkenntnisse nicht erforderlich. Jahreseinkommen ca. Mk. 6000.— und mehr. Bette Gelegenheit für Offiziere, Beamte, Kaufleute, Landwirte, Bersicherungsbeamte usw. Horcher und Vermittler nutzlos. Nur direkte ausführliche Offerten be- förd. unt. F.Q.E.263 Rudolf Mosse, Frankfurt a.M. Rechtskonsulenten (*» Tippet dfc Stappel, Sonncnttrahe 31, Te!. 634, erteilen Rat in Rechtssachen, emp^ fehlen sich in Anfertigung von Gesuchen, Steuerdeklarationen, Einziehung von Außenständen, Verlr. in Erbschaftssachen vor Gericht. AufstcllunL von Vermög.-Berz. 2C. Vs___V, V4 1. IV, 2 Liter Wir eröffnen am Montag den 25. Juli 1910. abends SV2 Uhr. in unserem Bereinszimmer im Caffö Ebel einen neuen Anfängerlehrgang für Damen und Herren. Honorar 6 Mk. Anmeldungen werden an unseren 1.Vorsitzenden, Sekretär Wildelm Lob, Große Mühlgasse 43, oder Ay Beginn des Unterrichts erbeten. [v13/, Gabelsbcrger-Stenographcu- 1 Verein (1861) u. Damenverein (Sabelsberger Gießen. Sonntag, 24. Juli "x Älusflug nach Odenhausen. Abfahrt 2.03 Uhr nach Lollar mit Sonntagsfahrkarte. Um zahlreiche Beteiligung wird g :: Höhenluftkurort :: g ßlochwaldshausen 0 500 m, direkt am meilenweiten Hochwald d. hohen | Vogelsbergs, bis ca. 800 m. y Sommerfrische^ BVorz.Pension i. Hotel zum Felsenmeer, Hochwaldhs., B M. 4.50 tgl. einschl. Zimmer. ■ Bahnst. Ilbeshausen Linie | Lauterb.-Stockh. Prsp.gr. T iWe einesEtiemanns großartiges spannendes amerik. Drama, 380 m lang. Missgeschick einer Ordonnanz humoristischer Schlager. Fischfang mit Kugelnetzen, SE°n. Das geht so nicht Sie müssen, bevor Sie einkaufen, unbedingt ÄMlll Ullrichs Eikechapparat mit Universal^äser gesehen haben. Ihre Wahl wird unzweifelh.auf diese fallen, da Ausführung u.Preis konkurrenzl. m.Deckelu.Gummiring 44 48 52 56 64 , mit übergreif. Deckel V« »/, s/4 1 ly, 2 Liter m.Deckelu.Gummiring 46 50 54 59 75 83 Pfg. «r ,,./^e^ne Apparate und Gläser werden ihrer hervorragenden Ausführung wegen gern bevorzugt. (3433 JiCröll, Giessen, Seltersweg 12 Mitglied der Rabatt-Spar-Vereiniguug. □OOOOOOOOOQ Neues Sauerkraut Neue Salzgurken Neue Bollheringe Neue Kartoffeln empfiehlt I. M. Schulhof 3985] Telephon 119. Louis Mendelsohn und Frau 3982 geb. Nussbaum. 05978) Schreibmaschincnarbeitcu besorgt Marburger Str. 27II. r. 2 Migc Ksstm-Nähmmlen lzugezogen) suchen Kunden in und auß.d.Hause. Gcschw.Kartbaus, ^-chlffenberger Weg 62. [06006 Ver-illgMg voll KllllllllsotlollMrbeitkll. Für die Gemeinde Birklar sollen die Arbeiten zur Kanalisation eines Ortsteiles durch schriftliches Angebot vergeben werden und zwar: Erd-, Maurer, und Rohrverlcgungsarbeiten (Zement- röhrcn von 70, 40 und 15 om und Steinzeugröhren von 20 cm l. SB.) sowie Versetzen von Straßensinkkasten. Pläne und Bedingungen können bei der unterzeichneten Behörde eingesehen werden. Angebotsvordrucke sind für den Preis von 50 Pfg. erhältlich. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bi? spätestens 27. Juli d. I., vormittags llt/2 Uhr, auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29 (Zimmer Nr. 4), einzureichen, wo die Eröffnung in Gegenwart erschienener Bieter stattfindet. Freie 'Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten Zuschlagsfrist 3 Wochen. 1 Gießen, den 14. Juli 1910. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. Bi«y zu enorm billigen Preisen. Spezial-Angebot für die Sommer- und Reisezeit „ liml für Frauen und Mädchen abzuhalten. Honorar Kk. 4.—, ■—1 Anmeldungen und Prospekte durch Hermann Mettenheimer, KremM 3. Alkoholfreie ErfrischungsGetränke Görlinger Brftu — aus reinem Hopfen und Malz. Caramell-Wcizenmalz-Brause — aus reinem Weizenmalz. Prof. Dr. Esmarsch’s - .Limonade u. -Tafelgetränk Sr. des deutschen Kaisers. Si S1 , der Labetrunk, aus den deutschen Si'Sl'-Werken m. b. H. in Hamburg, hergestellt aus den frischsten, aroma- "-eichsten Früchten. „Temperentia“ - Mts reiner nat. Frucht (Ananas 2C.). „Limido“, ges. gesch. Nr. 61442 (kombinierte FruchtaromaS), äußerst erfrischend. | „Dr. Kaisers ZhronenHost“, ungeklärter Preßsaft a. frisch. I ^Ä!?"^'-3ltronen, gesüßt durch ungebiäuie Rasstnade. ,,^at. kons. Zitronensaft“ — Ersatz siir frische Früchte. „IVatürl. Himbeer-, JErdbeer-, Brombeer- etc. -i8aft“ für Saucen zu Süßspeisen. „Brauselimonaden“ in Himbeer-, Erdbeer-, Zitronen-, Apfel-, I Orangen-Geschmack 2c. „Ktihleborn“, ges. gesch. erstklassiges Tafelgetränk. (2474 „ m Rckt-urants, Gated, Kolonial-, Delikatessen, i v-eicyaflcn und Flaichcubtcrbandlungeu, wo nicht, direkt von Eugen Wallenfels, Gießen, Tel. 689. Fabrik u. Nieder!, alkoholfr. Getränke, Mineralwasser u. Limonaden. Goldene Medaille n. Ehrenpreis: Giessen 1908 VM" Vertreter am Platze und Umhegend stets gesucht. I .0 fl "/:v M