Nr. 270 Zweites Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag-. Die „Stetzeaer ^amillenbiatter** werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich be,gelegt, daS „Kreisblati für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich iroeimaL Gietzener Anzeige General-Anzeiger für Oberhessen Vonnerrtag, 17. November 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühllschen UnwersuälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, vleßen. Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schul- ftraßt 7. Expedition und Verlag: etÄ 5L Redaktion:HL. Lel.-Adru LUizetgerGietzea. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Ätooember 1910. Abessinien. In der „Gesellschaft für Erd - und Völkerknnde" sprach Übet Abessinien der frühere Erzieher des dortigen Kronprinzen, Dr. Herrn. Pinnow aus Kassel. In neuerer Zeit hat dieses alte Kulturland die allgemeine Aufmerksamkeit erregt durch die Art, wie dort in stillem, aber heißem Ringen um die höchste Machtstellung gekämpft wird. Handelt cs sich doch darum, ob in Zukunft.die Geschicke des Reiches von einem stillen Knaben, dem Thronfolger, gelenkt werden sollen, oder ob die Kaiserin Taitu (d. i. Sonnenglanz) die Herrschergewalt an sich reißen wird. Bei der Besonderheit der abessinischen Kulturverhältnisse ist eine Entscheidung nach der einen oder anderen Seite allerdings noch nicht abzusehen. Abessinien wird zum größten Teile von einem Gebirgsstocke ausgesüllt, trägt also in der Hauptsache den Charakter eines Hochlandes mit steil ansteigenden Rändern. Diese Hochebene wird aber durch zahlreiche tiefe Talfurchen zerpflügt und außerdem noch durch mehrere Berge überhöht, so daß das Land neben größter Abgeschlossenheit nach außen die mannigfaltigste innere Gliederung zeigt. Dadurch Aus dem hessischen Ananzaurschuh. R.B. Darmstadt, 16. Nov. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute in Gegenwart mehrerer Regierungsvertreter eine Sitzung ab, in der die noch unerledigten Beratungsgegenständc fertiggestellt wurden. Zuerst wurden von den Aussckmßberichterstattern, Abg. Molthan und Dr. Gutfleisch, die Ausschußberichte über verschiedene Anträge und Vorstellungen festgestellt und genehmigt. Eine längere Aussprache riet danach der Antrag des Abg. Gib ach hervor, in dem verlangt wird, daß neben dem jetzigen.Wcinkontrolleur Lechn er auch der frühere Weinkontrol- leur B i e r s ch e n k wieder angestellt werden soll. Ministerialrat H ö l z i n g e r wandte sich namens der Regierung gegen diesen Antrag. Er legte die seinerzeit schon in der Kammer ausführlich zur Erörterung gelangten Verhältnisse näher dar und betonte, daß ein Nebeneinanderarbeiten zweier Weinkontrolleure nicht angängig sei. Zudem müsse er darauf hin- w eisen, daß seinerzeit auch der Provinzialausschuh in Mainz sich zu Gunsten der Anstellung des Herrn Lechner erklärt habe. Wenn man neben dem jetzigen auch den früheren Kontrolleur wieder fest anstellen wollte, so würde das eine große Belastung für die interessierten Weinproduzenten und Weinhändler sein, da von diesen die Kosten der Anstellung gedeckt werden müßten. Bei dieser Sachlage entschied sich Der Ausschuß dahin, die Regierung zu erfuhren, daß sie tunlichst auf eine Anstellung auch des Herrn Bierschent bedacht sein möge. Ein Antrag des Abg. Raab hatte verlangt, daß ein Betrag von 6000 Mark für Zwecke der Volksbibliotheken bewilligt werden möge. Im Hinblick auf die gegenwärtige Finanzlage kam man nach längerer Aussprache dahin überein, daß der Antragsteller seinen Antrag in der Haushaltsberatung beim Kapitel „Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke" wieder einbringen und die Bewilligung der 5000 Mart aus diesem Fonds beantragen solle. Der Regierimgsvorlage, betr. denGelandeaustauschin Gießen, wurde nach kurzer Darlegung des Sachverhalts zu- gestimmt. Erne eingehende Besprechung fand bann noch der bekannte Antrag Haas aut Versetzung des Landeskriegerdenkmals, worüber Abg. Dr. Osann berichtete. Tie Negierung hatte, auf eine Anfrage des Ausschusses über ihre Stellung zu dem Antrag den Bescheid erteilt, daß sie den Platz am östlichen Flügel des Landesmuseums, wo sich jetzt das Landeskriegerdenkmal befindet, als einen geeigneten Platz erachte und daß auch vom künstlerischen Standpunkt aus nichts dagegen einzuwenden sei. Der persönlich anwesende Kammerpräsident, Geheimerat Haas führte dagegen aus, daß das Denkmal an seinem jetzigen Standort jedenfalls beeinträchtigt sei und nicht in seiner vollen künstlerischen Wirkimg zur Geltung komme. Der jetzige abseits gelegene Platz müsse auch als eine Zurücksetzung betrachtet werden; es dürfe nicht vergessen werden, daß das ganze Land durch dieses Denkmal die gefallenen Helden ehren will. Vom Negierungsvertreter wurde betont, daß sich vielleicht bei der Neuoürnung der Dinge gelegentlich des Bahnhofsumbaues noch ein besser geeigneter Platz für das Denkmal ergeben werde, und der Ausschuß beschloß, in diesem Sinne dem Antrag des Präsidenten Haas zuzustimmen. uns vor dem körperlichen Verfall. Ader das genügt nicht, die Bestrebungen in den Städten hinsichtlich der Spiele müssen aufs Land getragen werden, hier ist noch viel zu tun. Gtne harmonische Ausbildung muß angestrebt, schon in der Äugend muß systematisch gewirkt werden. Neben Schule und Lehrer müssen noch andere Kräfte mitwirken. Bei Feldbereinigungen sollten Spielplätze, Turnplätze und Cistaufplätze (Hungen besitzt einen solchen) vorgesehen werden. Bei Festlichkeiten müssen körperliche Spiele mit Preisvertei- lnna vorgesehen werden. Dies geschieht z. B. in Gießen bei den Jugendfesten. Provinzialdirektor Dr. U s i n g e r legt großen Wert auf das Turnen und den Eintritt der schulentlassenen Jugend in die Turnvereine, dies könne nicht genug empfohlen werden. Landtagsabg. Bürgermeister Leun glaubt, daß die Kosten für Spielplätze und Eislaufplätze nicht so groß sein würden. So habe der Gießener Eislausverein eine Wiese von der Stadt erhalten und die Heuernte wird durch die winterliche Bewässerung nicht beeinträchtigt. Orte mit Wasserleitung könnten leicht Eisbahnen auf Wiesen anlegen. Dekan Strack spricht den Wunsch aus, daß die Spielstunden nicht Sonntag vormittags, sondern nachmittags stattfinden sollten. Nach weiteren Anfragen und Anregungen, die alle dem Ziele der Heimatpflege dienten, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, es möge das Gehörte bald in die Tat umgesetzt weroen. he.mat-, Wohlfahrt- mid Aunstpslege im Kreife Eietzen. △ Gießen, 16. Nov. Der Kreisverein Gießen des hessischen Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege hielt gestern nachmittag im Eafo Ebel eine öffentliche Versammlung ab,, die sich eines zahlreichen Besuches namentlich der Lehrer inib Bürgermeister des Kreises erfreute. Unter den Gästen befand sich auch Provinzialdirektor Dr. Usinger, Negierungsrat Dr. Merck eröffnete die Versammlung und wres auf den Wegzug des 1. und 2. Vorsitzenden, Geheimerat, Dr. Breidert und Schulrat Kleinschmidt, hin. Dieser Wechsel hatte eine Pause im Wirken des Vereins mit sich gebracht. Der Vorstand war jedoch in dieser Zeit nicht un- tättg, er behandelte in mehreren Sitzungen die Ziele und Bestrebungen und legte die Richtlinien für das fernere Mrken fest. Der Kreisverein erhielt eine namhafte innere Kräftigung durch die Auflösung des Trachtenvereins, der in dem Kreisverein aufging und sein Vermögen in Höhe von 614.46 Mk. dem Kreisverein überließ. Der Verein hat dafür die Bestrebungen des Trachtenvereins, Erhal- ttmg der Volkstrachten, mit übernommen. Doch darf man in dieser Beziehung die Erwartungen nicht zu hoch spannen. Von besonderem Interesse war die Mitteilung, daß auf Anregung des Pfarrers Schulte-Großen-Linden ein Heimatmuseum in Gro ßen-Lind en errichtet und 1911 eingeweibt werden sott. Die Zusammenstellung der vorhandenen Altertümer, Gerätschaften usw. soll in der geräumigen Turnhalle zu Großen-Linden erfolgen. Für den Verein gilt es jetzt, durch Vorträge seine Bestrebungen Befannt zu machen. Die Vortrage sollen die Heimat, die Sitten und Gebräuche der Bewohner behandeln. Auch empfiehlt es sich, in den einzelnen Orten Lokalvereine zu gründen. Auf private Unterstützung sott gerechnet weroen, da bisher die Mittel des Kreisvereins schwach waren. Er ist bereit, die Lokalvereine bei Veranstaltungen zu Unterstützen und die Hälfte der Kosten zu tragen. Der Verein hat auch eine kleine Bücherei eingerichtet, in der die bte Heimatpflege betreffenden Bücher vorhanden sind. 1909 betrugen die Einnahmen 742.46 Mk. und die Ausgaben 714.81 Mk. Der Voranschlag für 1911 wurde einstimmig angenommen. Die Gesamteinnahmen in Höhe von 1022.65 Mk. setzen sich zusammen aus Rest aus vorderen Jahren 27.65 Mk., Mitgliederbeiträge 130 Mk., Vermögensbestand 840 Mk. und Kapitalzinsen. Zur Förderung der Literatur im Sinne der Heimatpflege sind 50 Mk. vorgesehen. Bor der Vorstands wähl zvttte Dr. Merck dem früheren Vorsitzenden Geheimerat Dr. Breidert Anerkennung und Dank für seine verdienstvolle Tätigkeit. Daraufhin wird durch Zuruf Provinzialdirettor Dr. Usinger zum Vorsitzenden und Kreisschulinspektor Professor Dr. Alles zum Stellvertreter gewählt. Drovinzialdirektor Dr. Usinger spricht seine Freude über die Uebertragung des Amtes aus, er sei gerne bereit, die Bestrebungen des Vereins zu fördern, zumal er die Vorzüge der Vereinigung zu schätzen wisse. Dekan Strack dankte dem Regierungsrat Dr. Merck für seine seitherige Geschäftsführung. Hierauf hielt Hauptlehrer Storch-Butzbach einen interessanten Vortrag über „Die Bedeutung der Spiele für die körperliche und geistige Entwickelung der Jugend in Stadt und Land". In seinen Ausführungen wurde verlangt, daß das Schulturnen, sowie das Turnen in den Vereinen immer mehr, wie es schon geschieht, eine wertvolle Ergänzung und Bereicherung durch das Bewegungs- spiel erfahre .und zwar überall in Stadt und'Land für Angehörige jeden Berufes und beiderlei Geschlechtes. Es wird dies gefordert, weil erfahrungsgemäß dem Spiel ein hoher Wert in gesundheitlicher und erzieherischer Hinsicht inne» wohnt. Auf einem geeigneten, genügend großen Platz muß an einem besonderen Spielnachmittag für die Schuljugend und für die Schulentlassenen Gelegenheit zur weiteren Betätigung in erwähnter schöner Hebung fein. Als Leiter der Spiele, die, nochmals betont, einen Teil der Turnübungen bilden, werden geeignete Personen aus den Turnvereinen genommen, zu welchen jüngere Lehrer, Geistliche als gern gesehene Helfer hinzutreten. — Die allgemeine Verbreitung der Turn- und Bewegungsspiele, die sich von der' Schul- auf die Nachschulzeit ausdehnen müssen, kann mit Recht als praktische Betätigung der Jugend- und Volks- fitrsorge angesehen werden. Wie schon angegeben wurde, wird die schulentlassene männliche Jugend an einer Reihe von freien Nachmittagen aus dumpfen, rauchigen Lokalen und von dem Becher weg ins Freie zu gesunder Bewegung und edler Beschäftigung geführt, wodurch unschönem Benehmen und loser Rede entgegengewirkt wird. — Wenn wir darauf stolz sind, daß unser Volk sich in den 40 Friedensjahren zu einer großen Nation entwickelt hat, so sott es unser Streben fein, mitzuhelfen, daß dieselbe stark und widerstandsfähig bleibt. — Lebhafter Beifall wurde dem Redner gezottt Provinzialdirektor Dr. Usinger dankte dem Redner. Es entspann sich eine anregende Aussprache. Regie- rungsrat Dr. Merck betonte, es sei erfreulich, daß man überall das Bewußtsein habe, das Volk müsse körperlich erzogen werden. Die rege Tätigkeit der Turnvereine schütze ergibt sich eine natürliche Scheidung in Provinzen, die scharf getrennt sind und infolgedessen ihre Eigenart bewahren konnten. Trotzdem sind die eigentlichen Abessinier eines Ursprungs: In vorchristlicher Zeit wanderten semitische Hirtenvölker unter Verdrängung bereits früher seßhaft gewordener Hamiten ein und behaupteten ihre Bergfeste gegen alle Anstürme bis zur Jetztzeit. Den schlimmsten Sturm hatte das mittlerweile zum Christentrnn bekehrte Bergvolk zu erdulden, als im 16. Jahrhundert die Ma- kuttüche Sturzwelle seine Grenzen umbrandete. Wenn es 'zwar auch nicht hinweggerissen wurde, so wurde es doch vom Islam wie mit einer Mauer gegen die übrige christliche Welt abgeschlossen. Wenn der Abessinier zwar auch aus seine Zugehörigkeit zum aus- erwählten Volke und auf sein altes Christentum sehr stolz ist und sich durchaus als „Schwert in der Hand Gottes" fühlt, so bat das Christentum infolge der Abgeschlossenheit seine innere Bedeutung eingebüßt und ist erstarrt in äußerem Formelwesen, das das Herz feiner Bekenner völlig kalt läßt. In später Zeit schoben sich die Galla von der Küste aus wie ein Keil zwischen die nördlichen und südlichan Stämme ein, allerdings mit keinem andern Erfolge, als daß sie endlich zur Botmäßigkeit gebracht wurden. Eine solch verschiedenartige Volksmasse zu einem selbst heftigen Esichütterungen gewachsenen Reiche zusammeng^'schmiedet W haben, ist das unbestreitbare Werk König Menelik II. Wahrend früher bet König der Landschaft Tigre entstammte und auch dort, in Adua, wohnte, ist Menelik Stammangehöriger von Schoa und hat sich bort in Abis-Abeba (d. i. die neue Blume) eine Residenz geschaffen. Neben einem großen Eifer, sich belehren zu lassen, besaß er von jeher die Gabe des Erfassens. Und er nahm das Wissenswette von allen Seiten auf. Im Jahre 1889 zur Regierung gelangt, vergab er schon fünf Jahre später den ersten Vahnbau an die Franzosen, und ein Jahr nach der für Italien verhängnisvollen Schlacht bei Adua (1907) konnte er bereits seine Befehle durch das Telephon in das Land hinausgehen lassen. Bald wetteiferten die Völker, die Errungenschaften europäischer Kultur an ihn und sein Land heranzubttngen. Italien baute neue Telephonlinien und erfreute den König durch eine prachtvolle Straße, Frankreich schuf eine tteffliche Postverbindung zwischen Hauptstadt und Küste und beglückte das Land mit Briefmarken und Silbergeld. England richtete Banken ein, während die Deutschen größere Landstrich erwarben und unter Kultur stellten. Letzteres Beginnen bittet in einem Lande, in dem Kaffee und Baumwolle wild wachsen, große Entwicklungsmöglichkeiten, trotzdem es zurzeit mit der Landwirtschaft in Abessinien noch schlecht bestellt ist. Die Bauern leben nämlich dort in einem Zustand der Bedürfnislosigkeit, der von Verelendung kaum zu unterscheiden ist. Dieser traurige Zustand hat in der wirtschaftlichen Form des Staatengebildes seine Ursachen. Abessinien ist nämlich aristokratischer Feudalstaat. Die Aristokratie lebt mit ihrem großen Anhänge am Hofe des Königs auf Kosten der Bauern, die die Steuern nickt nach der Größe ihres Besitzes zu zahlen haben, sondern alles vergeben müssen, was sie nicht selbst zur kümmerlichsten Lebensführung nötig haben. Daß der Abessinier diese Att der Steuererhebung geraden als Prämie auf die Faulheit auffaßt, darf nicht wundernehmen. Der Galla allerdings ist fleißig und wird deshalb über kurz oder lang den eingeborenen Abessinier wirtschaftlich an die Wand drücken. Bei aller Einsicht Meneliks hat sich dieser doch stets davor gehüttt, hierin einen Wandel eintreten zu lassen. Ist er doch nur dadurch zu seiner Machtstellung gelangt, daß er sich seinerzeit der herrschenden Klasse gegenüber zu Zugeständnissen bequemt hat. Trotzdem also in Abessinien manches besser geworden ist, so ist doch ein Vergleich mit der Entwicklung Japans, wie er häufig beliebt wird, um so weniger am Platze, als die breite Masse fehlt, auf die sich eine tiefere Kulturarbeit stützen könnte — das Volk steht allem Fort- fl)ritt gleichgültig gegenüber. Dennoch sieht der Vorttagende für uns Deutfche keinen Grund zu dem Pessimismus, wie er neuerdings, infolge der Entfernung der deutschen Berater vom königlichen Hofe, weite Kreise ergriffen hat. Der Deutsche scheint unter allen Mitbewerbern im Lande als politisch unverdächtig und deshalb besonders geeigntt, bei der Erschließung des Landes ein gewichtiges Wott mitzurttten. Lichtbilder von Land unt Leuten ergänzten die interessanten .Ausfühningen. - Russische Orden an Postbeamte. Verliehen von dem Kaiser von Rußland: der St. Annenorden 2. Klasse dem Ober-Postdirektor Milkau; der St. Stanislausorden 2. Klasse dem Geb. Postrat Dingeldey unb dem Tele- qrapbendirektor Seih; der St. Annenorden 3. Klaffe dem Ober-Postinspektor Muller; der St. StaniSlauSorden 3. Kl. den Ober-Postsekretären Bellaire und Colin, sowie dem Postassistenten Geisel; die kleine silberne Medaille zum St. Stanislausorden dem Ober-Briefträger Coburger, dem Ober-Postschaffner Köhler, sowie den Postschaffnern Lerch und Ruppel. Ferner erhielten wertvolle Geschenke Post- direktor Schad, die Telegraphengehilsinnen Keller und Schmitt in Darmstadt, Heimburg und Markloff in Friedberg, ferner die Ober-Postschaffner Han st ein und Petter und Postillon Glomp. ** Die Hess. Vereinigung für Volkskunde gedenkt ihre diesjährige Generalversammlung Mittwoch, 30. November, nachmittags, in Gießen im unteren Saale des Caf6 Ebel abzuhalten. Aus der Tagesordnimg verdienen 2 Punkte besondere Erwähnung, einmal der Be« richt über die Sammlung der Flurnamen im Großh. Hess en, den die Leiter ht den drei Provinzen Pf. Schulte ('Oberhessen), Staatsarchivar Dr. Dieterich (Starkenburg) und Prof. Dr. Reis (Rheinhessen) erstatten werden, und dann ein Vortrag des Lehrers H. Weber, Reuters, über Geheimsprachen im Vogelsberg Wohl den allermeisten Oberhessen wird es unbekannt sein, daß im Vogelsberge einzelne kleine Kreise (Mauver, Musitanten) eine eigene lebende Geheimsprache haben. Bon bet Gaunersprache weiß man schon eher. Wir sind überzeugt, daß die Tagung viele Besucher herbeiführen wird. Aoergesellschaft Berlin ? Lahnkan alisati on. Die Abschrift des Protokolls der Sitzung der preußischen und hessischen Regierungsvertreter, Vie am 4. Juni d. I. im Regierungs- gebärrde Hierselbst unter Zuziehung von Interessenten wegen der Schiffbarmachung der Lahn stattgefunden hat, ist den Teilnehmern ans dem Ministerium des 3intern in Berlin zugegangen. Es ist nunmehr anzunehmen, daß die Mit- !glieder oes Lahnlanalvereins in nächster Zeit zu einer Versammlung berufen werden. ** Kunstverein. Man schreibt uns: Jni der diesmaligen Ausstellung des Kunstvereins ist u. a. Otto Jung, Stuttgart, durch eine Sammlung von Gemälden vertreten. Der Künstler rift in den letzten Jahren in weiteren Kreisen bekannt geworden und hat auch in Gießet: sich Freunde erworben. Seine Bilder tragen durchweg den Stempel einer Persönlichkeit, die mit grüblerischem Ernst die Dinge erfaßt und doch wieder in naiver Schöuheitsfreude sich ihnen hingibt. Darum wohl gelingen ihm Porträt und Landschaft gleich gut. Für die letztere schuf der Künstler sogar seine eigene Malweise, eine Technik, die ihm erlaubt, im kleinsten Raum großzügige Wirkung hervorzubringen, ohne das feine Detail des Vordergrundes opfern zu müssen. Otto Jlmgs Bilder besitzen künstlerische Harmonie, Ruhe und Ver- tiespng und wirken wie jene Menschen, die man bei jedem Zu- samiüentreffen lieber gewinnt. In Gießen wird die Ausstellung noch ein besonderes lokales Interesse erregen, da sie teils Porträts hiesiger Persönlichkeiten enthält, teils Motive aus der Umgegend bringt, die uns zeigen, wie viel Schönes und Charakteristisches ein Künstlerauge in den einfachen Linien und Stimmungen unserer Landschaft zu finden weiß. »MM TUIlUfflliriniMlliiilIIIJIlll i|" Willi II in I II _ III Größere Geschäfts - Anzeigen für die SamstagSausgabe beliebe man schon am Freitag vormittag zu bestellen. Nur dann ist cS möglich, der Satz- ausstattung der Anzeigen diejenige Sorgfalt angedcihen zu lassen, die zu einer guten Wirkung erforderlich ist. ttamiaMMmmmMaMoaraMaN **Dr.eSchtvernefleisch preise in Gie ßen veranlaßten aus Anlaß der Besprechung über die Fleichspreise einen Stadtverordneten zu der Erklärung, daß der Vieh- Preis im Verhältnis zum Ladenpreis nicht im Einklang stehe. Der Preis für schlachtreife Schweine betrage für das Pfund 68 Pfg. und die Metzger ließen sich im Laden für das Pfund Fleisch 96 Psg. bezahlen. Letztere Angabe ist nicht ganz zutreffend. Der Ladenpreis beträgt in Gießen für Kotelettstücke allerdings 96 Pfg., für Braten- stücke 90 Pfg. und für alles übrige Schweinefleisch 80 Pfg., so daH der Durchschnittspreis zwischen 83—84 Pfg. das Pfund ausmacht. Allerdings ist auch diese Spannung zwischen Ein- und Verkaufspreis für das Hauptnahrungsmittel der Arbeiterbevölkerung und des Mittelstandes zu hoch und die Metzgerinnung darf sich über das Verlangen der Verbraucher, die Preise zu ermäßigen, nicht beschweren. ? Die Pferdemusterung, die jedes Jahr stattfindet, war in diesem Jahre von 492 Pferden aus Gießen beschickt. Die Herren der Musterungskommission klagten darüber, daß unter den vorgeführten Tieren ein hoher Prozentsatz kriegsunbrauchbares Material sei. ** D e r Stenograp Hen-Ver ein „Stolze- Schrey" hielt am 15. d. M. seine Hauptversammlung ab. Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht gab ein befriedigendes Bild von dem im Verein herrschenden Leben. Der Besuch der Uebungsabende war im Berichtsjahr durchweg gut und die Benutzung der wesentlich vergrößerten Vereinsbücherei sehr rege. Die Kassenverhältnisse sind die denkbar günstigsten. Der Verein beteiligte sich wiederholt an öffentlichen .Wettschreiben und errang ins- Igesamt 68 Einzelpreise und den Bezirkswanderpreis, sowie mehrere Auszeichnungen für schönschristliche und Ausstel- klungsarbeiten. — Der Vorstand setzt sich nach der Neuwahl zusammen: C. Reitz 1 .Vors., A. Roth 2. Vors., H. Hoerster 1. Schriftführer, H. Kraus köpf 2. Schriftführer/O. Knörr Kassenwart, Gg. Reiber und H. Berghö fer Büch erwarte, R. Glagow, Gg. Karn und H. Brink Beisitzer. Kulturtechniker Eullmann, Hochbauaufseher Haller und Aktuar Walbrach- Büdingen konnten als Mitbegründer in diesen Tagen auf eine 15jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Die Versammlung beschloß einstimmig, in dankbarer Anerkennung der langjährigen verdienstvollen Tätigkeit, die Ernennung dieser Herren zu Ehrenmitgliedern. — Das Weihnachtsvergnügen wird der Verein am 18. Dezember im Hotel Großherzog von Hessen in altgewohnter Weise feiern. ** Billige Briese nach Amerika. Folgende Schisse befördern Briefe nach den Bereinigten Staaten von Amerika zum Preis von 10 Pfg. für je 20 g: „Kaiserin Auguste Viktoria" ab Hamburg 19. Nov., „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 29. Nov., „Rhein" ab .Bremen 3. Dez., „Amerika" ab Hamburg 10. Dez., „George Washington" ab Bremen 13. Dez., „President Lincoln" ab Hamburg 17. Dez., „Breslau" ab Bremen 22. Dez., „Batavia" ab Hamburg 24. Dez., „Blücher" ab Hamburg 31. Dez. .Alle diese Schiffe, außer „Rhein", „President Lincoln", „Breslau" und „Batavia", sind Schnelldampser oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Desörderungsgelegenheit bieten. Es empftehlt sich, die Briese mit einem Leiwermert wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu versehen. Die Portoermäßv- gung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch aus Post- karten, Drucksachen usw., und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gekneten Amerikas, z. B. (Sanaba. Kreis Schotten. X Schotten, 16. Nov. Verschiedene Jagdpächter hatten in ihre Jagdgebiete in der engeren und wetteren Ent-1 fern'ung unserer Stadt Fasanen eingesetzt, die sich ungemein | vermehrten und ausbreiteten. Infolge der Vergiftung -der Feldmäuse mit Giftweizen haben viele Fasanen vergiftete Körner gefressen und sind verendet, so daß der Bestand dieses Federwildes jetzt stark dezimiert ist. — Mehrere Bas.altsteinbrüche sind in letzterer Zeit neu angelegt worden. Die Steine werden mittelst Klopfmaschine zerkleinert und finden zu Deckmatcrial auf die Straßen Verwendung. = Laubach, 16. Nov. Der Groß Herzog hat den Ortsgerichtsmännern Hch. Stotz und Karl Kircher, beide hier, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmstadt, 16. Nov. Der „He ss i sch e Automobilklub", Sitz in Darmstadt, hatte, wie wir mitteilten, durch feinen Vorstand die Gießener Staatsanwaltschaft ersucht, gegen den Reichs- und Landtags- abgeordneteu Köhler wegen öffentlicher Aufreizung zu Gewalttätigkeiten Anklage zu erheben. Die Staatsanwaltschaft batte jedoch nach Vernehmung des Abg. Köhler, der seine Angriffe als Scherz aufgefaßt wissen will, von der Erhebung der Anklage Abstand zu nehmen und die Antragsteller auf den Weg der Privatklage zu verweisen beschlossen. Gegen diesen Beschluß hak jetzt der Vorstand des Hessischen Automobilklubs das Rechtsmittel der Beschwerde beim General-Staatsanwalt erhoben. 1— Bei sämtlichen hiesigen Behörden zirkulierte in diesen Tagen ein Schreiben, in dem sich die Unterzeichneten, ähnlich wie im vorigen Jahre, verpflichten, die üblichen konventionellen gesellschaftlichen Einladungen zu unterlassen und sich zu einer oder mehreren Veranstaltungen zusammenzufinden. Im vergangenen Jahre fand die gemeinsame gesellige Veranstaltung der höheren Beamtenschaft im Hotel zur Traube statt. Darmstadt, 16. Nov. Dieser Tage entfernte sich die 15j ährige Tochter eines in Ludwigshafen wohnenden Schauspielers; sie wurde entführt von dem noch nicht 16 Jahre alten Sohn des Direktors einer anderen Theatergesellschast, die zurzeit in Böhl gastiert. Die Eltern forschten ihrer Tochter nach und entdeckten sie dann bei jener Theatergesellschaft unter der Direktion Franz Jäger. Mit Hilfe des Vormundschaftsgerichts und des Gendarmeriewachtmeisters Bohn aus Haßloch wurde, die jugendliche Schauspielerin wieder zuruckgeholt. Hierbei machte der Geudarmeriewachtmeister die merkwürdige Entdeckung, daß die Ehefrau des Schauspiel-Direktors Jäger wegen Bigam'ie von der Staatsanwaltschaft Darmstadt steckbrieflich gesucht wird. <$>mcbt$faaL rin. Darmstadt, 16. Nov. Im Uebermut hat der 43 Jahre alte vermögende Landwirt Joh. Knüll von Brandon auf der Landstraße zwischen Reichenbach und Lautern eine Anzahl Obstbäumchen mit einem Stock zerstört, so daß ein Schaden von etwa 100 Mk. entstand. Er versuchte zu leugnen, wurde aber von benachbarten Landwirten genau erkannt. Vorn Schöffengericht war er zu drei Wochen Gefängnis verurteilt worden und er erstrebte vor der ©trafLämmer eine Herabs etzung der Strafe, was ihm freilich nicht gelingt. 4- E i n Automobil unglück vor Gericht. Aus Straßburg wird uns geschrieben: Das Automobilunglück von Sennheim, das sich am 16. Juni d. I. ereignete, haue an Ort uiid Stelle ein gerichtliches Nachspiel, da das Gericht einen Lokaltermin für notwendig hielt. An dem genannten Tage kam Der Graf v. Arnim aus Blumberg bei Berlin nut seinem Rennwagen von der Prinz-Hemrichsahrt zurück. Bel der Straßenkreuzung Mühlhausen-Thann und Semiheim-Belfort stieß fern Rennwagen mit dem Automobil des Bauunternehmers Z a h m aus Mühlhausen zusanimen, wobei dieser s ch w e r verletzt wurde. Es »vurde gerichtlich seftgestellt, daß die Unglücksstelle zwar kein besonderes Gefälle bietet, aber schwer zil übersehen ist, nanientlich wegen einiger die freie Aussicht hindernder Akazienhecken. Auch stört eine Häusergruppe die freie Aussicht. Ter als Sachverständiger für Autoniobillvesen gehörte Ingenieur K e st n e r gab sein Gutachten dahin ab, daß Graf v. Arnim seine Geschwindigkeit an der Unübersichtlichkeit hätte vermindern müssen. Tas Gericht sah ein Vergehen gegen § 230 St.G.B. und 8 19 der einschlägigen Bundes- ratSverordnuug für gegeben an und verurteilte den Graten v. Arnim in An betracht der Schwere der Verletzungen, die Zahm bei dem Unglück davongetragen hatte, zu 600 Mark Geldstrafe eventuell 60 Tagen Gefängnis. Auch wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens und die Auslagen des als Nebenkläger zugelassenen Baumiternehmers Zähm aulerlegt. Paris, 16. Nov. Vor dem Kriegsgericht des 8. Armeekorps in B o u r g e s erschien ein Soldat des 85. Jnfamerle- Regunents, der sich geweigert hatte, während des Eisenbahnstreiks auf e i n e m B a h ng e l e i f e P o ste n zu ft e lje n. Ter Angeklagte erklärte, er sei ein Anhänger der Syndikatsbelvegung und habe als solcher den Ausstand der Eisenbahner gebilligt, er habe nicht gegen dieselben marschieren wollen. Tas Kriegsgericht verurteilte den Soldaten unter Zubilligung mildernder Umstände zit sechs M o n a t e n Gefängnis. Vermiichte». * War um der Tabak giftig wirkt. Die Frage' warum übermäßiges Rauchen nuf den Organismus giftige Wirkungen auSüvt, pflegte bisher allgeniein Damit beantwortet zu werden, daß das in den Tabakblättern enthaltene Alkaloid Nikotin mit dem Tabakrauch und bei der innigen Berührung des au- gebuchteten Tabaks mit Den Lippenschleimhäuten in den Körper des Rauchers übergehe. Nach Untersuchungen, Die Tr. Andrew Jackson in Der , Medical Times" veröffentlicht, läßt sich Diese An- lcht nicht mehr tu ihrem ganzen Umfange auiredjt erhalten. Mm- Desiens ebenjo gütig wie das beim Rauchen sich zum größten Teil verflüchtigende Nikotin, das nur bet den vorübergehenden Erblindungen utfolge Tabaksmißbrauchs eine besondere Rolle spielt, wirken Diejenigen aromatischen Verbindungen, Die beim Rauchen infolge iiugeuügenDer Verbrennung entliehen. Es handelt sich hier zu° nächst um Benzolderivale, PyrlDmbasen und plperiDinähnllche Körper, Die als Vorstufen vieler Alkaloide betrachtet werden können, und fast weitaus sämtlich giftiger sind, als Das Strlotm. ! Hierzu.krunnit.aber noch Das allbekannte, bei Oefen. mit Klappen- vorrichtuugen zu so viel Unglücksfallen Leranlassung gebende Kohlenoxyd, das von der Schleimhaut des Mundes und Rachen» begierig atifqenommen ivirD und, in die Blutbahnen übertretend, e-ineu-Komplex von Kraiikheitsfymptomen hervorruft, die denjenigen/ bei starker Nikotinvergiftung sehr ähnlich sind. Entnimmt man De> Mundschleimhaut eines Rauchenden, lueuit er auch nur erst wenige Züge getan hat, einige Tropfen Blut, so zeigt sich bei der Ver- Dünnimg mit Wasser sofort Die für Da§ Vorhandensein von Kohlenoxydgas cbarachleristische Farbe, und auch durch den Spektral- apparat läßt sich tmverlennbar Das Vorhandensein von Kohlenoxyd im Bliit nachweisen. Tie Schädlichkeiten wirken beim Rauchen von Zigarren und Tabak aus Pfeifen ziemlich gleich stark, am stärksten aber beim Zigareltenrauchen, weil Dabei größere Mengen Rauch in den Mund eingesogen werden. Gänzlich unschädlich ist dagegen das Rauchen aus Wasserpfeifeit, tveil bei ihnen durch das häusig zu erneuernde Wasser fast sämtliches Kohlenoxyd aufgezogen wird. * D i e F u r k a b a h n. Vor einigen Wochen wurde mit Dem Bau einer wichtigen Schweizer Bergbahn begonnen, die den Zwech hat, Die Täler von Rhone und Rhein miteinander zu verbüiden Sie wird Das Furkamassiv zu Durchschneiden haben, das beiDi Flußtäler von einander trennt und ermöglichen, daß man vont Wallis direkt ins Engadin rcifeh kann, also etwa von Zermatt nach St. Moritz — was bisher nicht möglich war. Tie neue Linie geht von Brig aus. das immer mehr ein Brennpunkt de§- schweizerischen Verkehrswesens wird und berührt die Ortschasteit Ftesch, Ntedertvald, Atünsler, Ulrichen, Ober-wald, Giersch, Hospem thal, Andermatt und Tisentis. Bis hierher wird die Strecke, die zahlreiche Kutistbauten erfordert, 96 Kilometer lang sein. Von Tiseiitis aus soll sie baun noch bis Jlanz (in Graubünden) fort- geführt werden, um Anschluß ' an die großen Haiipllmien zu erhalten. Außerdem wird eine Zweigbahn von Glelsch mach Atei' ringen geführt werden, die eine Länge von 35 Kilometer haben unq eine der großartigsten Gebirgsbahnen fein wird. Ter Bahnbau, an dem ausschließlich italienische Arbeiter beschäftigt werden, ist von einer Gesellschaft schweizerischer und französischer Bankier! unternommen, die mit 30 Millionen Franks arbeitet. 9 Nov. Weit« 1910 15. bis 16. November = 7,4’0. 16. 3,5'0. E © s« pl 'S 5' Ö W § Kuverts mit Firma uXersSBucVundstein" IVUIUi IO Illi < I II Ilia druckerei,Gießen,Schulstr.7 Höchste Temperatur am Niedrigste e , 15. Niederschlag: — 0,2 mm. Die zunehmende Verteuerung der Lebenshaltung macht die Empfehlung gesunder und billiger Genußmittel b^onberß wertvoll. Eines der besten Getränke bietet zweifellos Meßmcr'S Tee ab Mk. 2,60 per Pfund, der Wohlgeschmack und Letömmlichkeit nut augerordentlicher Ausgiebigkeit verbindet, _______________gS3/iC Foulard - Seide 95 Pf. — Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! — 0"/,» ______________G. Henneberg, Zürich. Secligs kandierter Kornkaffee verdient deshalb die defon dere Beachtung unserer Hauswauen, weil er den echten Bohnen- kastee infolge seiner Kaffeeähnllchkeit nicht nur ersetzt, sondern Demselben wegen feiner Wohlbekümmlichkeit sogar vorzuziehen ist. ^eeUgs taiiDierter Kornkaffee gibt ein vorzügliches, anregendes, nahrkranigeS Getränk von seinstem Kaffeearoma, ist erheblich billiger als Bohnenkaffee und absolut frei von Den gesundheitsschädlichen Nachwirkungen deS letzteren. Hervorragende ärztliche Autoritäten Des In- und Auslandes, vorzugsweise Die Leiter größerer Natur' Heilanstalten, geben Seeligs tanDtcrtem Kornkaffee den Vorzug vor allen ähnlichen Präparaten: derselbe hat sich Daher auch binnen kurzer Zett überall, bei arm und reich, bei Kranken und Gesunden eingebürgert. Sloftenfreie Proben und Niederlagenverzetchnisse erhalt man aus Anfrage von den Fabr-tkanten Emil Peelig, A.°G^ Heilbronn a. R. Uirchliehe Nachricyten. 3$radUijct)c Rehgiousgememoc. (5ottes0ieii|i m öer Synagoge (Süd-Anlages Samstag den 19. November 1910: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großberzoa-. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.25 Uhr. 3$raclitijd)e ttetiglonzgefellfchast. Sotterdienst. Sabbatfeier am 19. November 1910: Freitag abend 4.10 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.25 Uhr. Wochenaottesdienst: 9)torgeii§ 6.45 Uhr, abends 7.00 Ubr. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. * Kasernenhofblüte. Unteroffizier (beim Unterricht, in dem die früheren Heldentaten des Regjments zur Sprache gekommen): „Kerls, der Heldentod muß Euch nachgerade zur Gewohnheit werden!" * Stolz. „Frau Schulzen, schon zweiter Lehrling ist er 'worden, Ihr Peperl, das lasse ich mir gefallen." — „Ja, ja, mein Junge macht rasch Karriere." Markts tb. Gieße«, 17. Nov. Heu- und Strohmarkt. Tie Zufilhren auf Oswalds Garten in Heu und Stroh sind trt den letzten d Tagen reichlich gewesen, aber auch die Nachfrage war ziemlich stark, so Daß Der Preis für gutes Heu in die Höhe ging« Bezahlt rourDe für Heu je nach Güte Pik. 3.00—3.50, für Maschmen- stroh Mk. 1.80—2.00 für den ßeiimer. 16. 2’6 733,6 6,3 6,1 86 WSW 4 9 ---------- Bew. Himmel 16. 986 740,6 4,1 4,9 80 WNW 4 10 Bed. Himmel 17. ;36 743,2 0,9 4,1 82 8 2 3 Bew. Himmel Sunticht eifeisj 3m3ahr bel'rägl'der WeLtverbrauch (Dieses darf man stolz betonen!) Von Sunticht Seifendoppelstück’ Ein Tausend Millionen! 1000 Konditorei und erstes Wiener Cafe H. Hettler EAVOMAGEMMH Telephon 71 Schneiderinnen erhalten Engroii- Preise Seit zwanzig Jahren bestehendes solides Haus, völlig neu und gut ventiliert Vorzügliche Tasse Kaffee, Tee, Schokolade Erstkl. Biere, Äs: Pilsner „Urquell“, Giessener „Union“, Münchener Bürgerbräu, BerlinerWeisse Grätzer. Gefrorenes hervorragender Qualität .. Angenehmer gemütlicher Aufenthalt .. 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" 20185 293 346 59 465 675 807 [3000] 81 21005 84 ,77 348 457 565 859 975 2 2198 406 615 7 9 2 3066 7. Ziehung 5. Kl. 223. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 15. November vormittag». Nur die Gewinne Ober 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) H 15 100 [1000] 93 [500] 221 38 606 [500] 87 726 1 014 [1000 ] 39 [3000 ] 40 74 595 616 61 814 91 950 7 2 105 7 6 303 [3000] 93 [1000] 549 56 7 2 600 65 7 3 156 242 557 59 [500] 650 7 4008 45 171 334 409 54 516 751 818 967 ----- 98 506 627 7 6 290 842 957 7 4 7 7 277 674 [ 500] SO [1000] 873 [500] 698 [1000] 2057 112 447 738 894 968 ... ----- ---- ------— 894 [1000] 936 9 2183 233 71 312 446 9 3 023 112 270 876 422 23 71 79 [500] 668 94196 [ 8000] 255 839 623 55 9 5026 89 62 ' ..... v......*..... 803 905 9 6066 126 79 [500] 668 9 4(96 [8000] 101 472 [ 500] 604 44 [3000] 59 72 793 [5000] 818 53 431 63 588 605 [ 3000] --- ------ " 70^: 42 98373 596 627 58 758 [1000] 89 1 929 79 9 9 205 89 818 81 553 720 883 94 939 [ 3000] 100135 52 66 202 59 98 [500] 323 61 782 984 1O1103 M 263 386 427 905 02 102106 74 273 363 890 [1000] 970 [1000] 73 82 1 03000 [500] 7 84 652 74 877 1O4000 122 57 59 464 78 505 [ 500] 26 [1000] 10 5026 32 255 481 015 95 106017 [1000 ] 212 [500] 332 888 91 962 1 07 025 34 93 250 527 41 612 66 752 840 97 108442 538 848 943 400 596 704 982 4 2018 283 [500] 483 680 823 938 4 3216 [1000] 314 62$ 856 4 4432 [500] 45108 63 89 306 727 75 4 6 407 511 [3000] 42 [3000] 651 47051 287 96 420 680 [3000] 852 [500] 62 [500] 907 70 48123 [500] 281 389 87 [500] 488 508 66 804 6 20 977 4 9 026 474 [500] 619 772 914 50267 368 [3000] 535 69 91 5 1 081 365 625 805 54 878 5 2 231 5 3 319 81 410 553 99 621 971 54127 9 6 865 434 745 61 55144 222 44 606 727 79 80 821 5 6005 36 55 355 83 534 69 751 854 930 5 7076 390 487 535 601 806 39 5 8126 50 52 201 12 23 771 90 947 5 9069 03 [3000] 373 4*3 76 558 868 966 60050 412 [500] 564 99 704 818 905 34 61066 155 442 690 62061 87 690 744 807 2 4 6 3 429 554 685 784 [500] 947 64022 363 543 70 709 847 63 64 65224 442 611 15 751 933 6 6037 45 309 519 62 608 45 917 35 42 67239 355 439 78 94 [3000] 847 SIS 64 68144 [500] 223 [500 ] 828 412 38 603 12 [1000] 70 91 715 [ 500] 808 918 [5001 74 6 9 044 47 105 91 413 611 902 [500] 70010 565 [1000 ] 88 611 45 747 SO 921 71242 427 993 [1000} 86H0 384 551 52 [3000] 604 _ 46 396 [500] 417 684 8 8256 SIS 442 773 8 9156 72 339 129318 520 70 874 . 130010 105 15 [1000] 59 428 531 49 726 94 131198 447 [500] 589 725 3 0021 258 85 335 43 543 3 1 263 303 436 74 614 725 44 851 993 32025 [500] 128 42 [1000] 68 281 815 999 33115 735 49 (1000] 99 975 3 4067 122 303 27 415 [1000] 109'97 452 85 565 929 44 61 , 110235 [1000J 313 91 477 97 710 [3000] 30 [500] 841 11 1'267 [ 500] 75 310 612 726 112 84 155 508 [10 000] 710 830 1 13007 369 [500] 90 [500 ] 763 111034 151 216 54 469 94 537 73 744 884 912 86 [10 000] 115004 80 “r 16 391 640 47 721 1 16278 322 538 [ 500 ] 40 679 117005 [3000] 177 400 635 704 1 18148 236 [1000] 319 20 25 670 969 119019 70 230 97 449 [5000] i 12 0 016 154 97 550 691 866 68 1 2 1 049 [1000] [1000] 319 632 718 82 1 938 1 22 149 282 342 616 123536 355 1 24007 36 3?2 425 808 [3000] 125066 451 648 703 920 1 2 6 4*3 691 027 1 27103 [10U0] 240 434 88 565 730 74 81ti 12 8642 61 SS 748 6 6 65 11000] 132039 101 67 215 852 588 ■ ------— -- - , 134107 313 489 503 661 9*0 1 3 5 259 839 4 5 650 11000] 136276 44 4 966 1 3 7036 177 575 805 1 3 8302 4 IS 751 59 816 1500] 96 1 3 9 080 260 L27 180 739 835 66 016 22 2 22 : 797 8.10 1 4 1 057 £10001 852 969 142046 228 45 59 *833 510 92 673 777 805 [500] 918 57 143016 105 f> 729 73 91 886 955 *8 [500] 144099 [500] 1j6 202 [3000] 627 37 029 779 826 917 145124 34 564 673 767 146288 [500] 8 ? 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tu 6000, 1706 ZU .3000, 2635 zu 1000, 4328. 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(Nachdruck verboten.) »1 622 43 778 978 1017 75 126 857 490 613 66 84 -83 2 482 686 763 906 41 3012 19 415 643 [ 3000] 846 8 4 4218 15 [500] 53 827 81 700 43 46 810 16 967 5 231 78 517 [8000 ] 28 72 6153 630 766 7137 87 601 2 57 78 768 70 860 [ 8000] 61 965 8187 841 638 855 60 90 940 9029 150 293 [1000] 378 [1000] 469 563 776 816 [1000] 69 966 101 64 114 42 676 846 87 11007 10 17 87 275 477 650 706 87 876 610 67 [500] 12026 64 305 48 512 19 71 759 [3000] 61 877 13008 45 184 428 [ 500] 851 14264 894 414 87 832 95 714 801 15041 136 67 272 75 426 511 20 656 772 86 817 85 [1000] 16041 6t 85 102 420 90 691 [1000] 17251 373 464 649 [8000] 850 58 [500] 18223 49 588 667 778 82 814 1 9 165 706 904 [500] 20008 812 21082 [1000] 77 [500] 151 91 207 82 827 45 84 709 93 [500 ] 2 2003 34 184 226 312 42 92 418 37 60 90 544 734 9S8 23001 193 694 801 24042 [500] 235 99 399 447 566 676 783 89 892 2 5018 62 142 223 24 524 776 917 2 6021 54 72 619 945 2 7143 63 [5001 245 374 832 2 8242 442 592 678 [500] 875 29010 102 [1000] 60 677 9 3 821 962 30140 218 87 889 430 945 3 1 093 667 778 817 19 32 193 320 42 9 7 538 938 3 3 041 85 163 97 254 326 756 69 81 [1000] 881 3 4075 106 299 445 64 659 777 3 5009 296 425 634 3 6105 64 210 42 [1000] 662 83 791 3 7 0-18 143 [3000 ] 219 86 351 455 519 715 3 8006 68 181 498 663 820 97 39175 [500] 270 653 709 [5000] 85 43 4 0030 104 239 348 526 731 4 1 517 [1000] 648 711 96 42070 240 42 893 502 829 4 3-150 56 404 573 706 14 44642 063 72 45100 81 45 338 584 697 810 975 4 6672 796 9 9 988 [1000] 4 7074 155 418 687 701 814 906 4 8125 69 247 61 802 587 634 877 947 49196 Ml 881 424 69 562 709 [5dti] 75 [500] 50415 [500] 632 53 850 51009 84 254 [1000] 62 401 28 65 [ 8000 ] 517 773 879 909 5 2128 227 834 658 79 [3000] 53122 [8000] 88 814 [3000] 74 557 79 854 976 54003 189 [500] 448 50 56» 646 755 59 027 89 95 5 5087 282 528 88 788 865 5 602» 40 183 57 250 824 29 422 671 [8000] 782 817 83 924 57100 11 16 836 417 81 [lOOO] 699 858 998 5 8 217 82 813 838 71 627 5 9131 616 754 [500] 60.314 71 582 701 964 61184 804 72 941 [500] 50 6 2200 544 600 904 6 3 4 97 598 600 84 896 010 6 4020 217 795 [ 500] 65152 99 298 470 [ 5000] 612 752 837 951 56 66169 2*0 130000] 822 447 71 501 kW 960 67212 663 858 916 50 [500] 68721 603 86 993 61)47» 668 623 786 825 70196 [500] 276 760 928 82 71091 93 222 70 6 09 64 007 18 7 2 505 781 [1000] 808 921 7 3037 75 113 [500] 202 [500] 466 786 994 7 4128 453 [500] 554 790 7 5 093 200 87 606 17 747 807 903 7 6171 200 26 99 582 [1000] 7 7 083 257 302 634 774 853 978 7 8 071 111 19 22 234 77 439 [8000] 88 506 18 724 [1000] 910 18 79168 410 69 70 91 766 829 972 80031 37 190 448 659 699 728 -22 [ 2000] 81251 [500] 304 42 695 893 937 82209 411 827 993 83267 611 840**2 [500] 116 321 440 65 [1000] 78 537 606 741 803 85140 854 [500] 58 92 428 [500] 48 53 [1000] 73 [500 ] 504 8 6006 130 70 870 431 641 782 8 7013 173 859 400 29 509 [500] «27 [1000] 88136 65 222 431 560 [500] 667 776 810 939 8 9 097 273 355 428 93 521 774 954 900*5 230 [500 ] 73 [SOOO] 480 773 808 007 91265 415 [500] 659 82 748 9 2045 221 375 526 882 923 93192 561 913 [1000] 77 9 4053 67 88 140 535 88 607 89 [500 ] 763 815 55 [ 500] 908 95357 [500] 561 74 677 757 846 9 6114 93 228 825 61» 54 752 851 97102 239 809 87 480 567 693 739 9 8123 48 255 477 667 780 964 9 9017 524 628 1OOU42 167 448 648 725 941 64 1 0 1 096 142 321 683 706 1 02011 16 41 55 808 9 420 [lOOOO] 44 753 [3000] 77 832 [ 500] 103547 [500] 48 641 [500 ] 51 [500] 91 104011 29 171 210 549 71 727 105068 27 5 448 558 59 1 06 197 171 455 578 615 70 [500] 76 107101 214 504 [500] 95 622 765 990 1 08*38 723 878 1 09 081 207 874 434 [500] 544 886 932 86 1 10176 82 224 27 46 826 429 657 59 [8000] 94 724 65 898 [1000] 111037 [500] 321 [500] 489 548 013 112001 281 325 640 777 113*27 85 62 892 114235 857 407 649 815 29 927 115045 61 102 32? 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