160* Jahrgang Dienstag 10. Juli 1910 Erstes Blatt geschehen. Wie ich die iürbe sie sich auch nicht keinen Äugenblick im unklaren; unsere Strafen sanden wir, da nun einmal der erwähnte Paragraph be- st eht, ganz in der Ordnung, und ich würde selbst meinen Ausschluß von hiesiger Universität auf Lebenszeit als eine zwar harte, aber vollkommen unanfechtbare Strafe ^empfunden haben. Ich habe in diesem Sinne auch an die „Frankfurter Zeitung" geschrieben. Nicht die Behörde, sondern die Satzung ist zu tadeln, und dies können mit gutem Gewissen auch politisch rechtsstehende Kreise tun, denn man wird dem Studenten ganz unabhängig von jeder Parteimeinung das Rechr zugestehen müssen, nicht nur sich selbst in jeder Weise, also auch politisch, zu bilden, sondern an diesen seinen Bildungsbeshrebungen auch Nichtstudenten teilnehmen zu lassen. Wird ihm dieses Recht nicht gewährt, so hat er schließlich vor Gymnasiasten und anderen Pennälern nur das voraus, daß er Wirtshäuser besuchen, auf öffentlichen Straßen rauchen und — seinen Unterricht schwänzen darf. — Wenn die „Deutsche Tageszeitung" in ihren Expektorationen meint, man hätte bloß den Vortrag des Sozialdemokraten verbieten sollen, so macht das ihrem nationalen Empfinden alle Ehre. In einem Vortragszyklus, in dem Redner der bedeutendsten politischen Parteien sprechen sollen, gehört aber ohne Zweifel auch ein sozialdemokratischer Vortrag, sonst ist es um die erforderliche Neutralität von vornherein geschehen. Wie ich die Gießener Freie Studentenschaft kenne, würde sie sich auch nicht mit der von der „Deutschen Tageszeitung" vorgeschlagenen Auslese zufrieden gegeben haben. Der „akademische Boden", von dem das erwähnte Blatt so schön spricht, hat übrigens, wie man sieht, die offenbar genagelten Stiefelsohlen des soztaldemokrathchen Redners ohne Schaden ertragen. Wir sind der Ansicht, daß auch die bestehenden Satzungen durchaus gerechtfertigt und zweckmäßig sind. Es bleibt den Studierenden unbenommen, öffentlichen politischen Vor- trägen und Versammlungen beizuwohnen und sich politisch zu bilden, so viel sie wollen. Die „Frkf. Ztg." scheint trotz der in der vorstehenden Zuschrift erwähnten Aufklärung an der entgegengesetzten Ansicht sestzuhalten. Sie teilt mit, in Freiburg hätten die Universitätsbehörden der freien Studentenschaft bei der Abhaltung politischer Vortrüge unter Beteiligung der Freiburger Bürgerschaft nichts in den Weg gelegt. So lange man nichts genaueres über diesen Freiburger Fall weiß, kann man schwer urteilen. Jedenfalls wird dte Form des dortigen studentischen Vorgehens eine andere gewesen sein als in Gießen. an den Rhein und an den Main unternehmen durfte. In der altehrwürdigen freien Reichsstadt Frankfurt am Marn wohnte sie den prunkvollen Festen der Kaiserkrönungen der Jahre 1790 und 1792 bei. In dem Hause am „Großen Hirscharaben", bei Frau Rat Goethe, hatten sich die Darmstädter Gäste einlogrert. Unvergeßlich blieben Lurse die frohen Tage, die sie in diesem Hause verlebte. Als sie als Königin int Jahre 1803 in dem Vergnügungsorte Will) elms bad bei Hanau weilte, wurde auch Frau Rat vom nahen Frankfurt herübergeholt, bei welcher GelegenlM die Königin die alte Freundin aus Frankfurt mit einem kostbaren Schmuck beschenkte. Hier in Frankfurt war es, wo Luise ihren späteren Gemahl, den Kronprinz-en Friedrich Wilhelm von Preußen, bei einer Vorstellung int Theater kennen lernte. Der ersten Begegnung folgte am 19. März 1793 die Werbung int „weißen Schwan", in denselben Räumen, in denen 78 Jahre später, am 10. Mai 1871, der „Frankfurter Friede" geschlossen wurde. Am Weihnachtsabend 1793 wurde die Vermählung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit der Prinzessin Luise' von Mecklenburg- Strelitz in Berlin vollzogen. Den geräuschvollen erstell Jahren, die das Berliner Hosleben mit sich brachte, folgten stille glückliche Tage, die das junge Paar in dem ländlichen Idyll zu Paretz verlebte. Der Tod des Königs Friedrich Wilhelm II. jnef die 21jährige Kronprinzessin Luise an ihres Gemahls Seite auf den Thron. Die Zeit der stillen Häuslichkeit war vorüber. Luise gehörte nun wie ihr Gemahl dein Staat, der Welt. Nach einem Triumphzuge durch die Provinzen des Landes im Jahre 1798 kamen wieder ruhige Tage int traulichen Heim zu Paretz. Doch nur auf kurze Zeit. Bald zeigten sich Wetterwolken am politischen Horizont. In Holland, in Italien, in der Schweiz, am Rhein drängten die französischen Revolutionsheere vor. Die zweite Koalition gegen Frankreich, geschlossen von Oesterreich, Rußland und England, mißglückte. Der Konsul Bonaparte schlug 1800 die >Qesterreicher bei Marengo; der Friede zu Luneville von 1801 brachte das Deutsche Reich ins Wanken. König Friedrich Wilhelm III. beobachtete bei allem strenge Neutralität. Bald sollte auch Preußen erfahren, wie wenig Napoleon, der 1804 Kaiser geworden war, diese äil achten verstand. Nach denr gewaltsamen Durchmarsch der französischen Truppen durch das preußische neutrale AnSbach wurde auch Friedrich Wilhelm zum Handeln getrieben; er verband sich mit Oesterreich und Rußland. .Der unglückliche Ausgang von Austerlitz 1805 zwang Oesterrerch zum Preßburger Frieden; Rußland zog sich zurück, PreußLn unterhandelte, verlor im Schönbrunner Frieden vom 13. Dezember 1805 Anshach und Neuchätel und erhtelt dte Anwartschaft auf Hannover. Unter diesen auftegenden Verhältnissen litt die "Gesundheit der Königin sehr; sie mußte im Sommer 1806 dte Heilquellen in Pyrmont aufsuchen. Hier erfuhr sie den Mschluß des Rheinbundes. Noch ahnte sie nickst, daß Preußen zum Kriege gezwungen war, als Napoleon Hannover an England zurückgab. Nach Berlin zurückgekehrt, erfuhr sie erst, daß die Truppen bereits marschfertig waren. Dies verdient besonders hervorgehoben zu werden, da Napoleon die Welt glauben machte, der Krieg sei ihr Werk gewesen. Schwere Tage brachen über Preußen herein, als der Krieg begann. Der unglückliche Tag von Jena und Auerstädt am 14. Oktober 1806 traf das Land auf das schwerste. Die königliche Familie konnte in Berltn nickst bleiben, als Napoleons Heere sich in das offene Lmw wälzten. Die königlichen Kinder waren bereits nach Stettrn geflüchtet. In Schwedt traf die Königin mit ihnen zu- sammen. Hier sagte sie zu ihnen die bedeutungsvollen Worte- Ihr f eht mich in Dränen ; tch bewetne de n U n t e r g a n g d e r A r m e e u n d i h r e s R u hme s." Zu ihren Söhnen gewandt, sagte sie: „Es gtbt keinen preußischen ^>taat, keine preußrfche Armee mehr Ruft künftig, wenn eure Mutter nrcht mehr lebt, diese unglückliche Stunde in euer Gedächtnis zurück!" Bald waren alle Festungen zwischen Weser und Oder in den Händen des Hemdes. Aus der Flucht schrieb die Königin die Goetheschen Worte aus Wilhelm Meister" in chr Tagebuch: „Wer nie fein Brot mit Tränen aß usw." Am 9. Dezember erreichte die Königin Königsberg, wo sie thre früher bereits vorfand. Von Königsberg wurde dre Reste bis zur äußersten Grenze nach Memel fortgesetzt. Die Königin, Er auf, mußte, in Betten gehüllt, in chren Wager: getragen werden. Als auch bei Preußstch.-Friedland am 14. Juni 1807 das preußische Heer wieder geschlagen wurde, fiel die letzte Hauptstadt des Landes, Königsberg, in die Hände der Feinde. Preußen sah sich zum Frieden genötigt, über den anfangs. Deutsches Reich. Der Kaiser ist am Montag vormittag von! Balestrand nach Drontheim abgercist. _ Im Rathause -u Heidelberg hielt am Sonntag der Flottenbund deutscher Frauen seine vierte Hauptversammlung ab. Nach Begrüßung der zahlreichen Tecknehmer durch Ober-Bürgermeister Dr. Wilkens wurde u. a. der Vorschlag, dem Seemannsheim in Lübeck 3000 Mark Unteiftübung zu gewähren, angenommen; dagegen konnte eine Unterstützung an die Ättf- hing Frauensgabe", aus dem Ertrag der Feste des Bundes, nicht bewilligt werden, well der Bund ihn selbst für seine Unterstützungsfonds benötigt. Zum Orte, der nächsten $aubtmSammlung wurde Lübeck gewählt. . , _ Wie die „Karlsruher Zellung" meldet, hat das Komitee für die Hochwasser-Geschädigten in Berlin dem badischen Gesandten in Berlin die Summe von 5000 Mark für die im Gr o ßherzo gtum Baden durch das Hochwasser in Not geratenen Einwohner zur Verfügung gestellt, und) in Baden ist inzwischen eine frsiwillige Hilfstatigkell für Mu- derung der Hochwasserschäden eingelellet worden. Ein uutruT, mit der Bitte um Zuwendung von Gaben, wirh in den nächsten Tagen veröffenllicht werden. , r Zum Abschluß eines deUtsch-iapanischen Handelsvertrages werden Verhandlungen eingeleitet werden. Die deutschen Jnteresscntenkreise wurden bereits vom Reichs- Zur 100. Wiederkehr des Todestages der rrönigin Luise. 1810. — 19. Juli — 1910. „Rose, schöne Königsrose, Hat auch dich der Sturm getroffen; Gilt kein Beten mehr, kein Hoffen Bei dem schreckensvollen £ofe?" So klagte ein warmfühlender Sänger der Befteiungs- kriege, Max v. Schenkendorf, als Preußens guter Stern in bösen Tagen am 19. Juli 1810 erlosch Königin Luise war aus dem Leben geschieden. Mit dem schwer geprüften König trauerte ein schwer geprüftes Volk um den Verlust einer geliebten Landesmutter. Ein seltenes Leben hatte geendet, eine Persönlichkeit voll Reinheit des Gemütes und Wahrheit des Charakters, ein Wesen, das den „Frieden- Gottes" in der Brust trug. Mit 6 Jahren verlor Prinzessin Luise, die am 10. März 1776 als die Tochter des Prinzen Karl und nachmaligen Herzogs von Mecklenburg-Strelitz in Hannover das Licht der Welt erblickte, ihre Mutter Friederike eine geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Als 1784 Prinz Karl den Tod seiner zuzeiten Gemahlin betrauern mußte, gab er die achtjährige Prinzessin mit ihren Geschwistern in die Erziehung der Großmutter, der Land- gräfinGeorg Will) e lm nachD ar m stadt. Unter der Leitung dieser trefflichen, einfachen, frommen und kerndeutschen hohen Frau reiste Luise zu einem sinnigen, anspruchslosen Mädchen heran. Innerlich wohl vorbereitet, wurde sie mit 16 Jahren mit ihrer Schwester Friederike in der Stadtkirche zu Darmstadt konfirmiert. Einen hervorragenden Antell an Erziehung und Unterricht der Prinzessin nahm die aus dem damalrgen preußischen Nen- chktel gewonnene Erzieherin, Fräulein v. Gölten. Bevorzugt wurde, der Zeit gemäß, die Ausbildung m Französisch, Englisch, Musik und Zeichnen,, während in Geographie und Geschichte noch nicht einmal die elementarsten Kenntnisse übermittelt wurden. Höchst mangelhast war der Unterricht im Deutschen, so daß die spätere Königin noch oft mit der Rechtschreibung im Streit lag. Doch wurde die geistige Anschauung der Prinzessin wesentlich gefördert durch die verschiedenen Reffen, die sie in Begleitung ihrer Großmutter nach Straßburg, Holland, Der drohende Eisenbahn-Ausstand in Zrankreich. Wie aus Paris gemeldet wird, hat das Syndikat der Eisenbahnangestellten am Soimtag abend im Prinzip den allgemeinen Ausstand erklärt. Nur der Zeitpunkt des Aus- bruchs ist iioch nicht festgesetzt, weil man noch den Beschluß der organisierten Maschinisten und Heiner über ihre Beteiligung am Streik abwarten will, der Ende Juli, wo diese Syndikate einen Kongreß abhallen, erfolgen dürste. Somit scheint die Gefahr eines Riesenausstandes der Eisenbahner, an die man so lange nicht glauben wollte, wirllich heraufbeschworen zu sein, und die Schwächlichkeit der Regierung, die die Organisation der Eisenbahnangestellten duldete, wird sich schwer rächen, wenn Handel und Verkehr — und mögen es auch nur einige Tage sein — stllle stehen, und ähnlich, wie bei dem letzten großen französischen Postbeamtenstreik Mlllionen von Werten verloren gehen. Unb dieser Vorwurf muß die französische Regierung um so schwerer treffen, als es unter den Eisenbhahnangestell- ten schon seit Monaten brodelte, man aber trotzdem immer an der Erllärung des Ausstandes zweifelte, weil man nicht glaubte, daß die organisierten Angestellten aller Eisenbahnen einig sein würden. Wohl nahmen Ministerpräsident Briand und Minister Millerand die Beschwerden der Eisenbahner hinsichtlich ihres unzureichenden Gehalts und der rigorosen Dienstordnung wohlwollend entgegen, aber sie sanden keine Mittel und Wege, die großen Eisenbahngesellschaften, die diese wohlberechtigten Forderungen abgeschlagen hatten, auch nur dazu veranlassen, mit den. Vertretern der Arbeiterschaft zu verhandeln. Es mag richtig sein, daß, wie die Eisenbahndirektoren behaupten, hinter dem nationalen Syndikat nur der vierte Teil der Eisenbahnangestelllen steht, aber die große Frage ist doch ob nicht im Falle des Streiks auch die übrigen dreiviertel in den Ausstand mit l.iucingerogen werden. Es ist auch anerkennenswert, daß die Eisenbal)ngesellschaften ihren Angestellten beretts einige Zugeständnisse gemacht haben, oder machen wollen, aber augenscheinlich find diese zu gering, um die Syndikalisten zur Ruhe zu bringen, oder auch nur Uneinigkeit in ihre Reihen zu tragen. Sieht man sich die Forderungen der organisierten Eisenbahner im einzelnen an, so wird man zugeben müssen, daß diese im großen und ganzen berechtigt sind. Ein wöchentlicher R"betag, ein Gehalt von 5 Francs täglich und ein Maximalarbeicstag von 10 Stunden, das sind Wünsche, bic man umsoeher unterschreiben kann, wenn man die Teuerung aller Lebensbedürfnisse in Frankreich und den Umstand ins Auge faßt, daß nicht überangestrengte Eisenbahnbeamte dem reisenden Publikum eine well größere Sicherheit des Eisenbahnverkehrs verbürgen, als überangestrengte. Auch wir in Deutschland wissen aus zahlreichen Eisenbahnunglücken, wohin es führt, wenn den .Eisenbahnbeamten nicht die nötige Ruhe gegönnt wird. Lie der Ausstand, wenn er nicht noch in letzter Stunde verhütet wird, ausgehen wird? Schwerlich mit einem Siege der organisierten Eisenbahnangestelllen, deren Mittel nur geringe Zeic ausreichen dürften. Auch hat — und das wenigstens muß im Interesse des Eisenbahnverkehrs, anerkannt werden — bic französische Regierung bereits Maßnahmen getroffen, daß im Falle des Streikausbruchs alle milllär- pflichtigen Angestellten der Eisenbahnen zu den Fahnen gerufen, unter das militärische Gesetz gestellt und im Eisen- - bahndienst verwendet werden. Die Regierung glaubt, daß der Streik unter triefen Umständen nicht länger als 6 Tage dauern würde. Briand selbst sagte dem „Eckw de Paris" zufolge: „Ich kann natürlich nicht versprechen, daß alle Züge gehen werden, wenn ein Streik kommt, aber ich versichere, daß nichts versäumt wird, um die Unbeguemlich-' reiten eines Ausstandes auf das geringste Maß zurück- zuführen." Warten wir also ab, ob Briand recht behält. In Frankreich ereignen sich manchmal, wo es sich um Disziplin handelt, eigentümliche Dinge, und es ist gar nicht gesagt, daß die zum Eisenbahndienst einberufenen Reservisten auch pünktlich ihrer Order folgen werden. Paris, 18. Juli. Ein Mitglied des Ausschusses des Eiscnbahn-Syndrkates erklärte einem Berichterstatter: Eines Nachts werden zu einer gegebenen Stunde, zum Beispiel um Mitternacht, sämtliche Züge auf allen Linien stehen bleiben; die Lokomotivführer und die Heizer werden die Feuer auslöschen und die Kessel leeren. Die Schaffner werden mit Petarden und Signalen die Gleise blockieren und sodann ruhig schlafen gehen und die Reisenden und Frachten ihrem Schicksal überlassen. Ein französischer General in Zndochina ertrunken. 0 Paris, 18. Juli. Aus Saigon ist folgende Meldung eingetroffen: Die Schaluppe der Messageries Fluviales „Lagrandiöre" sank bei der Ueberfahrt über die Mekongsschnellen am Sonntag um drei Uhr talwärts von Luang- Prabang. Der General de Beylis, der Militärarzt Boufftandies und drei eingeborene Mattosen ertranken. Die Leichen sind noch nicht wieder gefunden. Dieser Unglücksfall ruft eine große Erregung in ganz Jndochina hervor. General Beylie befehligte die drllte Brigade in Jndochina und die Platzverteidigung Saigon—Cap Saint-Jac- qnes. Der umgeEonunene General war 1849 in Straßburg geboren, und hatte sich schon vielfach bei den Feldzügen in Ostasien ausgezeichnet. Da alle Einzelhellen fehlen, bleibt dieser Unglückssall vorläufig ganz unverständlich. Nochmals die gemaßregelten Studenten in Eiehen. Der vom engeren Senat der Landesuniverfität Gießen wegen Mhaltung öffentlicher Versammlungen gemaßregelte Student Martin Schmitt ersucht uns um Ausnahme der folgenden Zuschrift, in der offen zugegeben wird, daß die über ihn verhängte Strafe gerechtfertigt war: In der Montagsnummer des „Gießener Anzeigers" wird das Vorgehen der drei beftralten Studierenden einer scharfen Krall unterzogen. Diese ist eingeleitet von einer offiziösen Mllteilung, nach der wissenschaftlich-politischen Votträgen an sich nichts im Wege stehe. Nur die öffentliche Veranstaltung sei verboten worden. Hierzu ist zu bemerken, daß dies von den bestra ten Studierenden nie bestritten worden ist, und daß nichtöf entliche Veranstaltungen schon deshalb nicht verboten werden können, weil sie in keiner Weise der Jurisdiltion der akademischen Behörde unterstehen. Doch waren meine ehemaligen Kommilitonen und ich der Ansicht, daß ein Satzungsparaßraph, der öffentliche Veranstaltungen von Studierenden der Zensur des Rektors unterstellt, akademischen Bürgern gegenüber einen unwürdigen Zwang darstelle, unb der Gesamtausschuß der Gießener Studentenschaft schloß sich dieser Meinung an. Wir hielten es nun für dringend notwendig, daß die Oeffentlichkcit auf das Bestehen eines solchen Paragraphen aufmerksam gemacht werde durch ein zwar ungesetzliches, im übrigen aber ruhiges und vornehmes Zuwiderhandeln. Wir konnten dieser Einsicht umso mehr folgen, als die Universitäts- behörde selbst durch Verbot der Diskussion auch bei n i ch t ö f f e n t - l ich er Veranstaltung die Grenzen ihrer Befugnisse überschritten hatte und außerdem wissen mußte, daß das Verbot der OeffeM- lichkeit wegen der hohen Kosten dem Verbot der Vorträge an sich gleichkam. Ueber die Folgen unseres Verhaltens waren wir uns Nr. 1(56 Der Gießener Anzeiger ______ljhim' rr A Be-«g»pret»: erscheint täglich, außer JsegSgy ▼ monatlich75Pf^viertel- j| 1t IM/t blatt für ben Kreis Gicfcen M W W U UM M ffl W JT W W 'M. M U W W fährt, ausschl. Bestellg. (Dienstag und Frenag); M W W W M. W W W W A W Ä W M W M Zeilenpreis: lokal 15 Pft zweimal monntl. Land- M ||L Wby* Hf W WW M wV W SS/ auswärts 20 Pfennig, wirtschaftliche Zeitfragen W T O V W V ▼ Üö W |f V W Chefredakteur-A Goetz. Fernsprech - Anschlüsse: 6$ W / ' Verantwortlich für den für die Redaktion 112, wVdF ’W-F' politischen Teil: August MM General-Anzeiger snr Gberhesjen E=eS vinnuQmc doii ♦i«»3*e e k"* rc für ine £age«nummer Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition uns Druckerei: schuistrahe 1. LuemenieU: H Beck, vis vormittags y uyr. 0 ” Ans Stadt rind Land. d Roheit. 3n bcr ^crcht zum Montag wurde am Liebigdenkmal eine rohe Sat ausgeführt. Auf den Kopf der einen Figur war ein Schmutzeimcr gestülpt und eine Staatsminister Dr. Ewald hat einen mehr» "wöchigen Urlaub angetreten. Nieder-Mockstadt. Der Vorsitzende, Feuerwehrinspektor Netz» berg er, brachte ein Hoch auf den Kaiser und Großherzog aus. Zum Veteranenappell in Darmstadt meldeten sich fünfzig Kameraden. Mit dem Wunsche gesunden Wiedersehens wurde die Versammlung geschlossen. _A Butzbach, 18. Juli. Unser Stadtvorstand hat be» schlossen, an den Ausschuß der Landwirtschaftskammer für Oberhessen das Ersuchen zu richten, einen besonderen Zentralzuchtviehmarkt für Oberhessen in Butzbach cinzurichten. Die Stadt ist zur weitgehendsten Unterstützung iftf. . - m- -----aufgefunden und in die Klinik gebracht. Er soll einen Hitzschlag bekoinmen haben. Klein-Linden, 18. Juli. Einen Ausflug an - u Jahres 1810 ergriff die Königin eine ^ehniucht nach der mecklenburgischen Heimat. Am 28. Juni tarn Jie m Neustrelitz an, ihr Gemahl einige Tage späper. 9- Am 20 Juli verließ der König Hohen-Zieritz; am 2o. folgte ihm die yulle der Entseelten, die vorläufig im Dome zu Berlin bergesetzt wurde. Im Parke zu Char- lottcnburg, in dessen Fichtcnallee sie so gerne im Sebcn gewandelt war, ließ der Köllig der treuen Gefährtin des Lebens als Ruhestätte das herrliche Mausoleum er- rrchten. Dorthin wurde die Leiche am 23. Dezember —< dem Jahrestage ihres Einzuges in Berlin - überaeführt Jahre »pater wurde über der Gruft der Marmorsarkophag aufgestellt, den die Meisterhand des Künstlers Christian Rauch geschaffen, ein Grabdenkmal seltener Art das das Bild der Entschlafenen in erhabendster Schönwelt einmal ihr nachrühmen möge, wie sie sich selbst in einem Briefe ausdrückte. Sie war eine Heldin im Dulden und Harren, immer sich selber treu bleibend im Mai oder im Sturme des Lebens, in Lust und Leid, stets aus denselben ewigen Quellen schöpfend, immer vorwärts, erhabenen Bielen nachstrebend. Aeußeres und Inneres in schönster Harmonie, kürz: eine Persönlichkeit. Sie war die Ber- korperung' des Goetheschen Wortes: „Höchstes Glück der Menschenkinder ist doch die Persönlichkeit"- —6— Sofort wurde nach dem Landgut Hohcn-Zieritz aufgebrochen, am folgenden Tage nach ihrer Ankunft erkrankte sie. Da ... ti'önig nicht langer von Berlin abwesend sein konnte reijte er am 2. Juli wieder ab. Nach seiner Abreise stellte sich die Krankheit als Lungenentzündung dar, die einen §iUtaJ?19Cn .Verlauf zu nehmen schien. Mitte Juli trat Trustkrampf dazu; bei zunehmender Atemnot drohte sie zu ersticken. Am 17. wurde der König durch einen Eilboten von der Gefahr benachrichtigt. Am 19. Juli, 4 Uhr morgens, traf der König mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Wilhelm in Hohen-Zieritz ein. Der König eilte sofort an das Krankenbett „Gut, das; du da bist," ernv- boch besser, bei einander zu sein: es ist doch mehr Trost." Er mußte ihr die Hand halten Die beiden Söhne wurden an das Krankenbett der Mutter gerufen Der König wußte sich kaum zu fassen und entfernte sich. Als er dann wieder eintrat, fragte er sie ob sie noch einen Wunsch habe. „Dein Gluck und die 'Erziehung der Kinder", lispelte die Sterbende. Unter zunehmenden Beklemmungen rief sie: „Luft, Luft'" Um 9 Uhr des Morgens hatte sie ausgelitten. Wenn man die schöne Leiche ansah, sagt Frau von Berg die Freundin der Königin, mußte man sich unwillkürlich an den Anfang der 38. Sonette von Petrarca erinnern: „Nicht läßt bitter der Tod ein mildes Antlitz erscheinen sondern im milden Gesicht zeigt sich auch milde der Tod." Jstli verhandelt wurde. Auf Wunsch des Königs kam die Ä0™9in mm Memel nach Tilsit. „Ich komme, fliege nach Lilsit, wenn Du es wünschest, wenn du glaubst daß ich irgend etwas Gutes tun kann", schrieb sie ihrem Gemahl. Am 6. Juli traf sie ein. Sofort nach ihrer 2kn- tunst machte ihr Napoleon seine Aufwartung. Vor dem Hause, das der Uomg bewohnte, erwarteten ihn Friedrich Wilhelm und seine Gemahlin. Napoleon stieg hastig die Treppe hinauf. aDbcii im Zimmer tjatte er eine Stunde lang eine Unterredung mit der Königin. Sie stellte Na- poleon vor, wie der König an Magdeburg hinge und an dem Gebiete am linken Elbufer, ba§ ihm Napoleon nehmen wollte. Napoleon wich aus und machte eine Bemerkung über das schone Kleid der Königin, ob es in Breslau oder tn Berlin gemacht sei. Nochmals wandte sie sich an des Korsen Herz; aber ihre Worte waren, wie sie selbst sagt "e™ ^eelenerguß gegen ein Herz von Bronze". Am Abend nach der Tafel reichte ihr Napoleon beim Abschied eine Jtofe, die ore Königin nur unter der Bedingung annehrnen wollte, daß Magdeburg dabei fei. Unter harten Bedingungen mußte der Friede angenommen werden; die Eibe wurde die westliche Grenze des preußischen Gebietes; eine unerschwingliche Kriegssteuer wurde dem Lande auferleqt Als die Königin auch am folgenden Tage nochmals bittende Worte an Napoleon richtete, wurde ihr die rauhe Antwort: „Wie können Sie mir noch zu guterletzt etwas abpressen wollen'?" Die Jahre 1808 und 1809 brachte die königliche Familie in Königsberg zu. Der Aufenthalt dort wurde nur unterbrochen durch eine 'Reise nach Petersburg zu Anfang des Jahres 1809. Nach 6 Wochen kehrte das Konigspaar wieder aus Rußland zurück. Damals schrieb die Königin ihrer Freundin, Frau v. Berg: „Ich bin ae- lommen, wie ich gegangen; mich blendet nichts mehr, und ich sage Ihnen: Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Am 4B-ezember 1809 verließ das Königspaar die .Hauptstadt im L-sten, wo es Mei Jahre Freud und Leid mit einander Weihnachten 1809 erfolgte der Einzug in -Jterhn- , ,'Oott fei Dank, daß ich in Berlin bin," schrieb die Königin an die Kaiserin von Rußland, „es trägt sich alles besser hier." a 1 ’ Z a svomEvang. Arbeiterverein am Sonn tag aus der Liebigshöhe veranstaltete Gartens.,, lu,ui als wohlgelungen bezeichnet werden. Die einzelnen Dar- Ibietungen paßten vorzüglich in den Rahmen eines Familien- und Kinderfestes und sanden allseitig großen Beifall. Ganz besonders riefen die Kinderspiele bei Groß und Klein Freude und Begeisterung hervor. Besondere Erwähnung verdient hierbei der von Zwergen unter Vorantritt einer Knaben- tfxpelle gezogene Triumphwagen, in dein des Wnigs Töchterlein erschien, um sich in eine „Frühlingsgöttin" zu verwandeln. Während die Mitwirkenden des Kinderchors für ihre Tätigkeit mit „süßen" Okiben bedacht wurden, erhielten die sonstigen Kinder Bretzeln. Der übrige Teil des Nach- mittags wurde mit Konzert und Gesangsvorträgen des Gern Chors u|m. aufs Beste ausgefüllt. Der von den Damen der Gesangsabieckung des Vereins aufgeführte Reigen war sehr schon arrangiert. Allgemeine Heiterkeit entfesselte der auf dem Festplatz vorhandene Zoolog. Auch die Gartenpost trug wesentlich zur Feststimmung bei. Den Schluß des schon verlaufenen Festes bildete ein Tänzchen. Ku Ustsch au 1910. Man schreibt unö aus Frankfurt: Die diesjährige Sommer-Ausstcllung des u1?11 p ^plchkrcuis wird nicht wic ihre Vorgängerinnen dem CI5CÖ b^^uen Künstlers gewidmet sein, sondern unter dem Titel „Frankfurter Kunspchau 1910" an Hand einer be- f^nhen Zahl ausgewählter Werke der führenden Meister einen r«ns . das gesamte gegenwärtige Kunstsclwsfen in Deutschland du geben suchen. In der Abteilung für Gemälde usw. werden dementsprechend vertreten sein: Boehle, Gehhardt, Habermann Hod!er, Kalckreuth, Kaulbach, Klimt, Liebermann, Oberländer^ Slevogt, Steinhausen. Stuck, ^horna, Trübner, Uhde, Zügel und viele andere, bei der Plastik: Gaul, Müdebrapdt, Klimsch, Klinger, m a., sonne unsere bekanntesten Medallleure; die graphische Abteilung endlich wird die wichtigsten dieses gegenwärtig Blute stehenden Kunstzweiges mit ihreii schönsten m&ten zeigen. Im ganzen nnrd die Veranstaltung gegen 200 ®er e inntarfcn über welche ein illustrierter Katalog ^scheint. crsog und die Gro ßherzvgin von sockel ein Stück herauZgeschlagen. In der Nabe des Surfingbam-^aM Gonnhi/^nit^ fcn /rmittelt routbe Eigentümer bald Komgin im Malboroughonse das Frühstück ein. 9 on ermittelt wurde. Er bestreitet die Tat und will feinen Hut AuS Petersburg wird gcrnclM: Der Herzogreqent "" betrunkenen Zustand verloren haben. Gestern nachmittag öS* 5?un, chweig nebit Gemahlin sind mit dem sibirischen wurden vom Genchtschemiker Dr. Povv aus Frankfurt a M sAeutzern empfangen worden. Der Herzog und die Herzogin setzten 6cnom,Pcn* Hoffentlich gelingt es, die Täter zu ermitteln, nehmen^ ^a^rt ^ch Zarskoje Ssclo fort, wo sie Aufenthalt^"" cme exemplarische Bestrafung ist hier am Platze. Präsident Fa 1 l i 6 r es empfing den Marquis of Northamp-I in der 93?§!narcffiraVeU ^iViahri Abschlägen wurde gestern ton, der die Thronbesteigung Georgs V. zur Kenntnis t . - ^orcksiraße em 12)ahriger Junge, als er an einem 1^0(1)^ Hierbei betonte der Marquis, der König werde sich gtütf» I ,ni\ o^i 45fcrbcn bespannten Fuhrwerk voriibcrging. Ec wurde üch schätzen das herzliche Einvernehmen zwischen Frankreich nnb IIn orztuche Behandlung genommen. SÄ6 L"^rn mid Achsen zu sehen. Präsident Falliöres ** Hitzschlag. Gestern vormittag wurde ein Arbeiter erklärte, die franzostsche Regierung werde nichts außer Acht in der Frankfurter Stroke ^roeiler lasten, dies Einvernehmen unabläßlich zu kräftigen I öiraßc vewußtlo Aus Bilbao wird gemeldet: Die ausstandigen Bergarbeiter haben beschlossen, den allgemeinen'Ausstand zu pro kla-. — --------- —. vlu tll au9|lUq uii mieren, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Man glaubt, den Rhein beschloß der K r i e q e r u e r e i n gestern in der ÄbCt aI18CmCinf ^ftQni> $tCnät03 Mittw-ch beginn-n R°ich-halle". D°r Ausflug foU nächsten Snnntng statt- ---- Er führt von Gießen mit der Bahn nach Bingen, ' hier wird der Dampfer bestiegen und di- Fahrt nach Koblenz angetretcn. Nach Besichtigung des Kaiserdenkmals 'ft der besuch von Ehrenbreitstein und des Arenbergs geplant. In einer Ansprache gedachte der Vorsitzende des 100. Todestages be.r,-$tönl9ln £lli,e und dec vor 40 Jahren erfolgten Kriegs- ecklarung Frankreichs. ? L a n g. G ö n s , 18. Juli. Durch einen Hand-lLs° j" Empfang und die m. Bad-Nauheim, 18. Juli. In der heutigen L-itzung der Stadtverordnetenversammlung stauden u. g. folgende Gegenstände zur Verhandlung: Ein Jntrag des Stccdtv. Minder: „Der Staat möge der Stadt Bad-f)canheim 5 Proz. der Kurtaxe-Einnahmen in Anbetracht der von letzterer tm Interesse des Bades gemachten Auf- Wendungen zukommen lassen", fand einstimmige An- nahme. Der Antragsteller wies in seiner Begründung darauf hin, daß es unmöglich doch so weiter gehen könne- die etabt opfere sich finanziell nach jeder Richtung hin aus, unterhalte die Straßen in übertrieben ordnungsmäßigem Zustande, pflege die Promenaden, Waldwege usw. so, wie man dres weit und breit nicht fände, tue überhaupt alles um den Kurgästen das Leben so angenehm als möglich zu gestalten, und die Einwohnerschaft habe weiter gar nichts davon, als das jetzt so sehr darniederliegende Vermiet- ISefKst. Der Staat nähme aber ohne Rücksicht auf Ge- jchaft oder nicht vorerst seine teuren DLderpreise und Kur- s? ..Empfang und die Stadt ginge leer aus. — Die :/n-' ein vor 6 Jahren ins Leben gerusene^ Unternehmen, kostet die Stadt bei einem jähr- ^hiirrrU?-n6srofn /Y' ?Ct 11° Schillern für jeden tro^ biS Schulgeldes, das an die staatlichen schulen heranreicht. In Anbetracht, daß die Lchulc nächstes ^irhr dre Berechtigung zum Einj.-Freiw.. AEu erhalt, bewilligte, die Veriammlung die vom ^^utorium, angefordertc ouitime. Bemerkt sei noch, daß ° 8«istctlen gewährt werden !iTplen-r „Gebrauch davon ist bis )ctzt nur in einem ein- ;igen Falle gemacht worden. Friedberg, 18. Juli. In d-iii EnteignungS- verfahren der Stadt gegen den Major Bichmann in B-clin ,ft der zivilrechtliche Prozeß zu gunste» der Stadt mtfchwden worden. Major Bichmann muß sein Haus für /A 700 Mk. an die Stadt abtreten, die Kosten trägt zu V« )ie Stadt und zu V8 der Kläger. ° /s m. Nied er-Mö rle n ^18 aa findet in unfprer "L ^achjten >ronnerv- lait ^pr cigeordnetenwahl Hut diesmal eine gaiiz befonberc mb t^akrtln ,u8 nm,t suehr nach „Schwarzen" lud „Roien im ländlichen Linne, sondern hurjri hip orh3 timmung im Orte bei der Reichstagswahl in bürgerliche mb fozialiftische teilen. 9 ' = Bilbel, 18. Juli Im Juli 1900 erfrbi™ im niE$Uber K toonad) C"l BrZ gfnbS b b*?! erbnhrt ßnhP .koh l e N s a u r e h a l- ch in den näcksten Wi^ Steilung ergofe, „nr kleine Völkerwanderung nad)' Naturwunder zu bestaunen. Tie Erwartungen Znfü hrfr rn ? ö L ^0(1)611 nach bcm Erscheinen der in auswärtigen Besucher an einem Sonn- A I i7?° Phnnf ^ie %mOex nid)t ungerechnet, ein Beweis, aß ey vier etwas Hervorragendes zu sehen gab Natürli^ imen nun auch die Wissenschastler, Chemiker, Geologen, Aerzte ouriialiiten usw., um sich selbst zu überzeugen. Der verstorbene nrC m,n bex Quelle großes Interesse. Was ÄS S Äee^t ÄÄ ft und heule ist Vilbel wirklich ein a n c c k a n u t c i l b a d iwordeii. ES kostete allerdings zehn volle Jahre Arbeit bis eifoI£9c1h??nt wurden. Vcrfchiedcne frühere Übungen entschloß den Sprudel unter gesetzlichm Schuh zu tlm. , Damit ist der Bestand der Quelle gesichert unb eine iten in be? des Bades gegeben. Auf Einzcl- °um."L W'LLZ ne große Zukunft prophezeien, wenn d,e Sache richtig gehand! lbtw»d ..xL rt1.8- 2ult. Aiif einstimmigen An- CltOr unb^Vm^ena'/ber frhule, Geh. Hofrat Professor Tr. Paul Wagner, die Würde eines „Doktor-Ingenieurs Ehrenh al- b er" verliehen, weil er durch seine hervorragenden Arbeiten über das Leben und die Ernährung unserer .Kulturpflanzen sowie durch die Ausbildung allgemein gültig gewordener Mechoden des agritulturchemischen Arbeitens der ivifsen- fchasrlichen Forschung auf diesem Gebiet neue Bahnen ge° i'. lesen, durm zahlreiche Schriften die wertvollen Ergeb- nijse.seiner Forschung in weitesten Kreisen verbreitet und damit nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die mit ihr verbundenen Zweige der chemischen Industrie in hohem Maße gefördert hat. - Launsbach, 18. Juli. Nächsten Sonntag, 24. Juli, findet die 5 B u n d e s t u r n f a h r t des Turnerbundes Lahn-Dünsberg hierher statt. Zu dem Einzclwett- lurnen, das morgens um 9 Uhr beginnt, haben sich 193 Turner gemeldet. Geturnt wird Stemmen, Stabhoch, Freiweit, Weithoch und eine Pflichtfreiübung, die morgens in der Kampfrichtersitzung ausgelost wirb. Die Turner, die mindestens 28 Panne erreichen, erhalten eine Ehrenurkunde. [J Marburg, 18. Juli. Wegen baulicher Veränderungen in hiesigen Unioers ltäts.institnten trafen heute Ministerialdirektor Dr. Naumann und drei weitere höhere Ministenalbeamte aus Berlin hier ein. — Vergangene Nacht tobten hier schwere Gewitter mit ivolkenbruchartigen Negcn- güssen. An verschiedenen Stellen richteten sog. kalte Schläge Schaden an. V. Winnen, 18. Juli. Während des heute Mittag hier niedergegangenen Gewitters schlug der Blitz in die Wohnstube des Landwirts (£. Preis, ohne zu zünden. Die Frail des Preis wurde betäubt und ,nutzte ärztliche Hilfe in Anspruch nehiiien. Glüeklicherweije scheint ihre Verlegung keine schlunmen Folgen zu haben. SOjäfyrige Jubelfeier des Lahntalsängervundes. X Butzbach, 18. Juli. Am Montag vormittag fand der B u n d e s s ä n g c r l a g statt. Der Bundespräsident Vauptlehrer Storch-Butzbach ivies auf die öO jährige gedeihliche Entwicklung des Bundes hin. Dem verdienstvollen srühcren 1. Vorsitzenden, Hauptlehrer Schneider-Marburg, der vom Sängcrtag 1909 zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden war, übergab der jetzige Präsident die gesannack- voll ausgeführlc Ehrentafel. Für 25 jährige ununterbrochene Zugehörigkeit zum Bund wurde den Sängern K. Vabermann-Butzbach und E. Dienswach-Weilburg Ehrentaseln übergeben. Nun gab Musikdirektor Schmidt- Friedberg in längeren Ausführungen eine Beurteilung der Gesänge, die gestern beim We-ctungsslngen vorgetragen wurden und stellte fest, daß bei sämtlichen Vereinen, ileitzige, liebevolle Arbeit im Dienste des Gesanges zu finden sei. Dann übergab der Bundespräsident Gedächtnislafcln an die einzelnen Bundesvereine zur Erinnerung an das goldene Jubiläum ocs Bundes. Dem Dirigenten und Komponisten Kantor W. ^chmidt-Wctzlar, der seit 25 Jahren in dem Dienste der BundeS- restrebungen ficht, wurde die Ehrcnmitgliedschaft verliehen. Der Gesangverein Hungen wurde auf seinen Antrag mit der 2tb- haltung des B u n d c s f c st e S für 1912 beaustragt. Nachdem K. v a d e r m a n n - Butzbach die Kontrollergebnisie gelegentlich der Massenchöre verlesen und die Reclmung des Bundes stlr die letzten beiden Fahre vorgenommen hatte, schloß der Bundesvor- sitzende den Sängertag mit einem Hoch aus den Lahntalsängerbund. — Auf dem Festplatz sprach Fräulein Marg. Sauerbier, die Darstellerin der Siegeskonigin auf dem Huldigungswagen, den Fcstgruß, gedichtet von Hauptlehrer Storch. Dieser spricht über üte hohe Aufgabe des deutschen Liedes und besonders der Volks- veisen, die schon vor 1870/71 ein inniges Band zwischen den Gauen nördlich und südlich des Maines schlangen und so die polnische Eiuacit unseres Vaterlandes vorbereiteten. Den Bund ermahnte er, sich allezeit seiner hohen Aufgabe int Dienst der edlen Sangeskunst bewußt zu fein. Dann werde er auch sein 100 jähriges Juoüäum screrii können. Nacy der begeistert aufgenommeiien Rede schloß sich der Vortrag der .Hymne von Herzog Ernst von Sachsen an. Das Fest nahm auch am 2. Festtage einen schönen Verlauf bei einem starken Besuche. Es sei noch hervorgehoben, daß ein Festbuch herausgegeben worden war, das allseits durch seine schöne Ausstattung und leinen gediegenen Inhalt gefiel. Es behandelt die Feststadl Butz- oach als Gründungsort des Bundes, die Geschichte des Bundes und des Gesangvereins Orpheus, der jetzt fast (2 Jahre besteht, die Liedertexte u. a-. m Ganz besonders sei die Abhandlung erwähnt Volkslied und Heimatweise, zwei Lieblinge des Lahntalsänger- bundes von Hauptlehrer A. Storch. wandern und Reifen. ** V.-H.-C., Zweigverein Gießen. Ein rechter Wandertag führte am Sonntag etwa 45 Angehörige des Zweigverelns Gießen vom Vogelsberger Höhenklub in den südwestlichen Teil des Vereinsgebiets. In Gelnhausen erwartete Lehrer Schreiner vom dortigen V.-H.-E. die Wanderschar und unter dessen kundiger, Führung wurde die alte Kaiserstadt besichtigt, namentlich die Kaiserpfalz, das romanische HauS und die Marienkirche. Tie reichen historischen Erinnerungen, die sich an diese Bauten^knüpfen, sowie ihre architektonische Bedeutung wurden von Herrn Schreiner sehr anschaulich geschildert und nur ungern schieden die Wanderer von der freundlichen Stadt, nachdem von der alten Stadlbefestlgung aus noch die wundervolle Aussicht genossen worden war. Aus sä>attigen Waldwegen wanderte man dem hessischen Rothenburg, dem lieblichen Büdingen zu, das man nach vier- siündiger Wanderung, die in Breitenborn angenehm unterbrochen wurde, erreichte. Auch hier erwarteten Klubgenossen die Wanderer und unter der Leitung von Krcisrat Boe cf mann und Lehrer Heusohn - Lorbach betrachtete man die noch wohlerhal- tene alte Sladtbefestigung, den Lohsteg, das steinerne Haus, das fürstliche Schloß, das Rathaus usw., alles Perlen mittelalterlicher Baukunst, die jedermann veranlassen sollten, die liebliche hessische Kreisstadt^aufzusuchen. Vor und nach der Besichtigung bot der auf der Stadtmauer liegende schattige Garten des Fürstenhofs angenehmen Aufenthalt und bei Ansprachen, Gesang und Unterhaltung verliefen die Stunden bis zum letzten Zug in angenehmster Weise. — Frankfurt a.M., 18.Juli. Die ZweigvercineFrank- furt, Offenbach und Vilbel wanderten gestern über Bergen und Kilianstädten nach Ostheim bei Hanau und legten so den ersten Teil des rotweißen Bandes zurück, das auf der ehemaligen hohen Straße von der Handelsstadt am Main über den Vogelsberg bis Alsfeld geführt wurde Es war weniger eine Gegend mit landschaftlichen Reizen als vielmehr geschichtlicher Boden, der von den in stattlicher Zahl erschienenen Wandersleuten bei glühender Sonnenhitze begangen wurde. Auf dem Hühner- b e r g bei W a ch e n b u ch e n wurden die Wanderer durch des Dorses Sänger mit einigen hübschen Licderii begrüßt und durch einen kühlen Trunk überrascht. Beim Frühstück in Kilianstädten entbot der Vorsitzende des H a n a u c r Hühnerbergvereins den Wandercrii herzliches Willkommen. Dann ging es weiter an dem W a r t b a u m e vorbei, von wo man einen prächtigen Ausblick genoß nach O st h e i m , wo Kafsee und Kucksen die Wanderer erwartete. Genleinsame Lieder wechselten mit Ansprachen launiger und ernster Art ab und der geschichtliche Führer, H e n s o h n - H a n a n , wies auf die Ausgrabungen der begangenen Gegend hin, deren verborgene Schätze bann nach Ankunft in Hanau im dortigen M u s c u m besichtigt wurden. In der Konkordia, dem Geburtshause der Gebrüder Grimm, entwickelte sich bald unter der Leitung des Prof. Bender ein fröhlicher Kommers, bei dem Dialektvortrage, gemeinsame Lieder und Sologesänge und Ansprachen niitcinanbcr abroechselten. Als zu begrüßendes Ergebnis ist die Gründung eines Zwelgvereins Hanau vom Vogelsberger Höhen-Club zu verzeichnen, wovon dessen Vorsitzender, H e u s o h n , Mitteilung machte. Der Vorsitzende des Zweig- vereins Offenbach, Lehrer Dcrn, entbot dem jüngsten Bruder herzlichen Brudergruß, dann gab es noch ein begeistertes Schlußwort des Vorsitzenden. X Bad Salzhausen, 18. Juli. Unser Bad ist eben sehr besucht, namentlich Kinder sind viele vorhanden rnid beleben den ivnndervollen Park. Sehr gcivürdigt von den Kurgästen ivird die A t t e r t ü in e r s a m m lang des Herrn H. W. Cloos von Nidda, die ini BadehauS aufgeslellt t|l. Unweit der Station P e r l a ch in Oberbayern wurde ein Wagen, in dem vier Personen saßen, von einem Eilzuge überfahren, wobei sämtliche vier Insassen des Wagens getötet wurden. Aus M a ii ch e st e r wird berichtet: Eine Motordroschke, in ber ein Chauffeur, ein Herr und zwei Damen, sowie ein Säugling sich befanden, fuhr, da die Steuerung versagte, mit voller Kraft gegen einen Straßenbahnwagen. Das Auto wurde zertrümmert: der Motor explodierte. Eine der beiden Frauen und der Säugling waren sofort tot. Tie andere Frau und J)er Herr wurden schwer verletzt. Der Expreßzug Brighton-Melbourne stieß mit einem auf der Station Richmond haltenden Zuge zusammen. Beide Züge waren dicht besetzt. Drei Wagen' wurden zertrümmert. Acht Personen wurden getötet. Nach den letzten Feststellungen beträgt die Zahl der Verletzten 114; darunter befinden sich 3 3 Schwerverletz t e. Gewitter. Mühlheim, 18. Juli. Ein furchtbares Gewitter richtete in unserer Gegend großen Schaden an. Das Wasser stand in den Straßen. Offenburg, 18. Juli. Auch hier ging ein wolkenbruch- artiger Gewitterregen nieder. Der Festplatz oes Turnvereins war bald ein Platz der Verwüstung. Kleinere Verkaufsbuden wurden buchstäblich vom Regen fortgeschwemmt. Heidelberg, 18. Juli. Die Schloß-Beleuchtung wurde durch ein sehr starkes Gewitter gestört. Das zahlreiche Publikum ergriff panikartig die Flucht. Ein größerer Unfall ist nicht vorgekommen. Berlin, 19. Juli. Hier gingen gestern abend zwei schwere Gewitter nieder. In zahlreichen Orten Westdeutschlands, in Frankreich, Holland und der Schweiz richteten in den letzten Tagen Gewitter und Wolkenbrüche großen Schaden an. Tie zwischen Schlebusch und Dünwald gelegene Karbonitfabrik mürbe abermals durch einen Blitzstrahl in Brand gesetzt. Dieser konnte jedoch in kurzer Zeit gelöscht werden. Eine Gefährdung der Fabrikanlage bestand nicht. Marienwerder, 18. Juli. (Amtlich.) Die Strecke Schemen tau bis Marienwerder ist infolge des anhaltenden, Regens in den letzten Wochen zwischen den «Stationen Neuhöfen und Marienwerder wegen Tammrutschgefahr bis auf1 weiteres gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umftcigen aufrecht erhalten, der Güterverkehr umgeleitet. Bern, 18. Juli. Infolge eines hcfttgen Gewitterregens brach gestern abend die Gryenne in der Nahe voit Bex, Kanton Waadt, ihre Dämme durch und riß zwei Brücken und zwei Sägemühlen weg. Zwei Feuerwehrleute sind, bei den Rettungsarbeiten ertrunken. Kusel, 18. Juli. Bei dem gestrigen schweren Gewitter schlug der Blitz in das Haus des Ackerers Peter Niebergall in Föckelberg am Potzberg ein und tötete den 24jährigen ^ohn des Ackerers und äscherte das Anwesen vollständig ein. Seinen 5 Kinöcrn öcn hals durchschnitten. Ofen pest, 18. Juli. Der Poftamtsdiener Molnar hat Montag früh seinen füus Kindern den Hals mit einem Rasiermesser d u r ch g e s ch n i 11 e n und sich selbst tödliche Verletzungen ocigebracyt, w datz er sterbend ms Krankenhaus gebracht wurde. Als die Frau in die Wohnung zurüct kehrte, wurde ie vor Schmerz wahnsinnig. In einem hinterlasiencn Schreiben gab Molnar als Grund seiner Tat an, daß er seine Familie mir einem Monatsgehalt von 60 Kronen nicht erhalten könnte. Der Postdiener Molnar konnte trotz seiner schweren ,Ver- letzungen einem Verhör unterzogen werden. Er sagte aus, daß er seine Frau nicht absichtlich jortgeschült habe. Der Gedanke, eine Kinder, die elend litten, zu toten, sei ui ihm aufgestiegen, als ihm beim Rasieren aus Versehen eine ziemlich tiefe Wunde, die gar nicht schmerzte, emgcvracyi wurde. Lte Aerzte glauben Molnar das Leben erhalten zu können. Der Mörder wird als verläßlich und ordentlich im Dienst und als nüchterner Mensch geschildert. Der Postdirektor Demeny erklärte, daß Molnar ein Gehalt von 13 5 0 Kronen jährlich bezöge und drückende Schulden gemacht haben müsse, wenn er nicht ausgekommen sei. Pcrinifd?tcs. * Verschüttete Bergleute gerettet. Die Blätter melden aus Bochum: Die bciben Bergleute, die seit fünf Tagen in der Grube „Prinzregent" durch ^treckenbruch von der Oberwelt abgeschnitten waren, sind am Samstag nachmittag, körperlich vollständig unversehrt, zum Licht des Tages zuruckgebracht worden. Schon früher war die Sorge um das Schiasal der Ver- chütteten erneuter Hoffnung gewichen, als gegen a Uhr die lang ersehnten Klopssignalc von der Bruchstelle her den Rettungsmannschaften die Gewißheit gab, baß die beiden Knappen noch lebten. Mit verdoppeltem Eifer wurde das Rettungswerk fortgesetzt. Kurz nach a Uhr trug der Fördetkorb die beiden Geretteten, die gleich nach ihrer Befreiung unten in marine Decken gehüllt worden waren, in langsamer Fahrt zu Tage. Man flößte ihnen Milch und Mineralwasser ein, die von ihnen gierig aufgenommen wurden. Dann wurden sie ins Krankenhaus gebracht, wo sie einige Tage verbleiben. Kleine TageSchronik. Die Huf- und Wagenschmiede in Stuttgart sind in den Ausstand getreten. Das Liebespärchen, das sich am Freitag abend bei Schier- tein in den Rhein gestürzt hatte, ist unweit Schierftein gelandet worden. Es ist der 17 jährige Hausbursche Valentin Jantz aus Dotzheim bei Wiesbaden, bisher in Wiesbaden in Stellung, und das 18jährige Hausmädckjen Emilie Müller aus Mainz. ZRarttc. fc. Frankfurt a. M., 19. Juli. Heu- und S t r o h Ni a r k t. Angefahicu umreit 19 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Alan notierte: Heu (neues) 3,35—3,80 Mk., Stroh (Kornlangsiroh) 0,00 bis O,ou Alk., Wtrrsttoh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschält gut. Tie Zufuhren waren aus Oberhesjen und dem Kreis Dieburg. te. Frankfurt a. M., 18. Juli. «.Orig.-Telegr. des „Gieg. Anz.") Amtliche ^lotierungen der heutigen Fruchtuiarkipre is e: Weizen Ml. 20.75—21.00, Kurhessischer Mk. 20.75—21.00, Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, bloggen (hiesiger) AU. 15.50 bis 'Mk. 15.75, Gerste (Wetterauer- ' Ack. 14.75—15.00, Gerste Franken Pfälzer Ried Mk. 16.50—17.00, Kleie Alk. GO.Ou-00.00, pafer 15.25—16.00, Mais Mk. 15.50—15.75, Weizenmehl 0 Mk. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Ack. 23.75—00.00, 3. Uualitat Ack. 22.25 bis Ack. 00.00, 4. Qualität Ack. 00.00-00.00, Aoaqemnehl ü Ack. 23.00—23.25, 1. Qualität Ack. 19.00—19.50, 2. Qual. Ack. 00.00 dis 00.00, Weizenkleie Ack. 9.00 bis Ack. 9.50, Wenenschale Ack. 00.00—00.00, Roggenklete Ack. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Ack. 00.00—00.jO, Biertreber 12.25—12.60 Alles ver 100Kg. ab hier fc. Frankfurt a. M., 18. Juli. (Orig.-Leiegr. des Anzeigers".) H a r t ü f f e l m a r f t. Man notierte : Frühkartoffeln in Waggons Ack. 7.60—0.00, un Kleinhandel Ack. 8.-JU—8.5u nir ie 100 Kg. kc.Frankfurta.M. V i e h h of-Al a r kt b e r i ch t vom I8.J11U. Austrieb: 1413 Stück, darunter Ochsen 515, Butten 54, Färsen und Kühe 844, Kälber 280, Schate 276, ^chiveine 1670, Ziegen o. Tendenz: Rinder langfam, Ueberstand unbedeutend, Kälber und Schase ausverkanft, Schweine ruhig, nicht geräumt. Ochsen. Dottsteischige, ausgeinästete, höchsten Schlacht- wertes, höchstens 6 Jahre alt...... Junge fleischige, nicht ausgeinästete und ältere ausgeinästete......... . . . Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. vottfleijchige, jüngere.......... Färsen, K ü h e. Vottfleischige ausgem. Färsen höchst. Echlachtw. Vottfleijchige ausgeiiiästeteKühe höchste>iSchlacht- wertes bis ztt 7 Jahrett........ Aeltere ausgeiliästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen .... Aläßig getiährte Kühe und Färseit..... Kälber. Feinste Mast-(Pottmilchmast) u. beste Saugkälber Mittlere Ataft- und gute Saugkälber .... Schafe. Alastläminer und jüngere Masthammel . . . Aeltere Masthammel und gut genährte Schale Schweine. Pollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht ........ 54.00-56.00 69.00-71.00 Lottflelschlge Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........ 55.00—56.50 70.00—72.00 Fleischige Schweine.......56.00—54.50 68.00—70.00 Preis pro 100Pjd. Lebend- Schlachtgewicht Mk. Mk. 46-53 83-91 41—45 75-80 38—40 70—74 45—48 75—80 39—44 65—73 44-49 78—86 40-45 72-80 33-30 63—75 23—29 45—57 55—60 92—100 50—54 84—90 39—00 82—03 35-00 73—00 Amtlicher Wetterbericht. OeffenNiche Werterdien st st eile Gießen. Wetteraussichten ni Hessen am Mittwoch dein 2'0. Juli 1910: Zeitweise heuer, meist trocken, etwas kühler. GriginaL-DraytrneLdungen« Friedrichshafen, 19. Jult. Heute vormittag 8-411 Uhr wurde Die Karbon ium-Fabrik, die ber Zeppeltngesellschaft das Gas liefert, durch eine Explosion vollstänb tg zerstört. 6 ober 7 Arbeiter fintt verletzt, bavon einer schwer. Tie Ursache der Explotion ist noch ntchr festgestellt. B u k a r e st, 19. Jult. Tie deutsche Kolonie hielt gestern abend zu Ehren des scheidenden Gesandten von K i b e r l e n - Wächter ein Bankett, an bem 300 Personen teilnahmen. Paris, 19. Juli. Zu ber Angelegenheit bes indischen Revolutionärs Savarkas, der von einem englischen Schiff entsprungen war, von jranzöfischen Gendarmen aufgegrifsen und an die englische Behöroe ausgeliefert worben war, teilte der Justizminister Dem Abgeordneten Saures mit, daß die Auslteferung den Bestimmungen bes Asylrechts zuwiberlaufe. Der Minister hat bie englische Regierung gebeten, bie Verhandlung gegen Savaiiaö aufzus'chieben, bis ihr sämtliche Akten vorliegen. Die Hu- manitö hofft, baß die englische Regierung savarkas frei- lassen werde. London, 19. Juli. In Schanghai meuterten 90 nls Polizisten beschäftigte Sighs. Ste wurden in das Ge- ängiiis gebracht. Ein Versuch überzcuat. Wenn Säuglinge und Kinder im ersten Lebensalter ttotz foigialthnicr und liebevollster Pflege nicht recht in der Ernährung vorwärts kommen, empfiehlt sich unter allen Umsianden em Versuch nut Nestle s Kmdermehl. 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