160* Jahrgang dieVost Mk.2.— viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuille- Freitag 18. Februar tSIO ä VezugSprer«: monatlich 75Ps., viertel- A A jährlich Alk. 2.20. durch äHl Abhole- iu Zweigstellen r M ga xHjk ▼ monatlich 65 Pf.: durch Nr. 41// Der Siehen^/LNzitSE erscheint l^tzlich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich tyietzenerZamilienblätter; uveunal wöchenll.tirefs- biatt für den Xreir Sfetzen (Tieustag und Freitag); zweimal monntl. Land wirlfchaftliche Zeitfragen ^crnfprech-Anschlüsse: M M MM ’.ir die Redaktion 112, Bk General-Anzeiger für Oberheffen Annahme oon Anzeigen V • I f u. Land" und „Gerichts- d>s Doetmto”Sn9mu6n U«!ationr»nlck und Verlag der vrühcschen Univ.-Vuch- und SteindruSerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 1. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Die Lrsparnisvorschläge der ersten Kammer. x Darmstadt, 17. Febr. Die öffentliche Diskussion über die mannigfachen Vorschläge zur Sanierung der hessischen Finanzen ist ourch die am Akittwoch von uns im Wortlaut mitgeteifte Stellungnahme des Finanzausschusses der ersten Kammer in ein neues Stadium eingetreten. Die Herren von der ersten Kammer waren vom Finanzausschuß der zweiten Kammer im Einverständnis mit der Regierung ersucht worden, auch ihrerseits geeignete Vorschläge zur Beseitigung der gegenwärtige Finanzmisere zu machen, und das ist nun in einer gründlichen und umfassenden Weise geschehen, liebet die einzelnen Pläne und Wünsche dieser Stellungnahme werden die Meinungen zweifellos weit auseinandergehen. Ader ner Grundgedanke, die beantragte 30prozentige Erhöhung der Einkommen st euer auf nur etwa 10 Prozent zu beschränken, verdient volle Anerkennung, und die verschiedenen Anregungen zu Ersparnissen erscheinen, uns um so beachtenswerter, als es dem Finanzausschuß.der zweiten Kammer bekanntlich trotz langer mühseliger Verhandlungen mit der Regierung nicht gelungen ist, irgendwie nennenswerte, auf das Maß der Steuererhöhung einwirkende Ersparnisvorschläge durchzusetzen, denn die Gesamtverbesserung des Staatsvoranschlags stellt sich nach den Beschlüssen des Finanzausschusses der zweiten Kammer auf eine Verkürzung der Ausgaben um 79 365 Mark und eine Erhöhung der Einnahmen um 85 000 Mark, in Summa also auf 154 365 Mark bei einem Ver- waltungshaushalt von 65 788 000 Mark. Es gilt bekanntlich, im Haushalt für 1910 einen Fehlbetrag von 4 975 214 Mark zu decken und dazu sollte nach dem Vorschlag der Regierung in erster Linie eme 30 prozen- tige Erhöhung der Einkommensteuer und eine 46s/3 pro- zen tige Erhöhung der Vermögens st euer dienen, aus der man einschließlich der natürlichen Ertragssteigerung ein Mehr von 4 029 000 und 1654 000 Mark, in Summa also 5 683 000 Mark erwartet. Der verbleibende Ueberschuß von rund JOOOOO Mark sollte mit dem auf 1 059 000 Mark berechneten Restbetrag des Ausgleichsfonds zu einer verstärkten Schuldentilgung verwendet werden. Der Finanzausschuß der ersten Kammer stellt dagegen eilte andere Rechnung auf: Er will von einer Erhöhung der Vermögenssteuer von 75 auf 110 Pfg. für je 1000 Mark überhaupt nichts wissen und schlägt zur Beseitigung des Defizits vor: Heranziehung des ganzen, für die Schuldentilgung angeforderten Betrags von 1 700 000 Mark, Erhöhung des mit 12 Millionen eingestellten Eisen bahn Vertrags auf die vom preußischen Minister angenommene Summe von 12654000 Mark, Verschiebung ter Kolonnaden- hainen usw. in Bad.Nauheim und Ablieferung des Betrags dafür mit ca. 640 000 Mark an die Staatskasse, Erhöhung der Steuereinnahmen um 500 000 Mark (die Regierung hatte den Steuerzuwachs gegen das Vorjahr nur auf 230 000 Mark berechnet, während der Ausschuß auf Grund des günstigen Wirklichkeitserträgnisses für 1908 ihn um 500 000 Mark höher einsetzen zu können glaubt), Abstriche am Budget 500 000 Mark und endlich 10 Prozent Erhöhung der Einkommensteuer 1000 000 Mark, macht in Summa 4 999 000 Mark. Auf diese Weise würde in der Tat der ganze Fehlbetrag zu decken sein und dabei der Steuerzahler nur mit 10 Prozent Steuererhöhung heranaezogen zu werden brauchen. Als der wundeste Punkt dieser Vorschläge erscheint uns aber die Ablehnung jeder Erhöhung des Vermögenssteuersatzes. Der Ausschuß weist zur Begründung dieses Schrittes darauf hin, daß eine weitere Erhöhung der Vermögenssteuer ihren bisherigen Charakter als Ergänzungssteuer verwischen würde und bemerkt, daß der Hinweis auf die badische Vermögenssteuer mit ihrem ähnlich hohen Satz für Hessen nicht schlüssig sein könne, weil dort die Vermögenssteuer zur Hauptsteuer geworden und die Einkommensteuer in den .Hintergrund gedrängt worden sei. Eine Erhöhung der Vermögenssteuer in Hessen sei nur bann ürisfutäbel, wenn gegenüber der jetzt als drückend empfundenen hohen Schätzung der Vermögenswerte die Einführung der neuen preußischen Bestimmungen über die Schätzung des Vermögens damit verbunden würde. Dieser Einwand erhält in der Tat insofern eine berechtigte Grundlage, wenn man weiß, daß in Preußen bei der Einschätzung der Ertrag mit herangezogen wird, während in Hessen nach dem derzeit bei uns geltenden Recht allein der gemeine Wert bei der Festsetzung des Vermögenswertes in Betracht kommt. Bei dem Einschätzungsmodus nach dem gemeinen Wert ist die Steuer des ihr seinerzeit beigelegten Charakters als Ergänzungssteuer entkleidet worden,' es kommt vor, daß für unrentable Vermögen die Steuer bedeutend höher wird, als die Einkommensteuer. Von einem z. B. aus 100 000 Mark geschätzten Waldbesitz, der nur mit 2 Prozent rentiert, würde in Zukunft derselbe Steuersatz von 110 Mark erhoben werden, wie von einem auf 100 000 Mark geschätzten größeren Betriebe, der doch mindestens auf 5 Prozent, meist aber noch eine höhere Rente abwirft. Es liegt auf der Hand, daß hiernach gerade der Grundbesitzer und jeder Steuerzahler verhältnismäßig viel schwerer belastet werden würde, dessen Besitz wenig Rente aowlrft, als derjenige, der eine hohe Verzinsung seines Besitzes erzielt. Wir sind nicht der Meinung, daß von einer Erhöhung der Vermögenssteuer überhaupt abgesehen werden könnte, aber wir glauben angesichts dieser Tatsachen doch, baß. Mittel und Wecze gesucht und gefunden werden müßten, um eine gerechtere Verteilung der Saften herbeizuführen. Was die einzelnen Vorschläge des Ausschusses betrifft, so sind wir nicht der Meinung, daß diese mit leeren Redensarten oder verdächtigenden Bemerkungen abgetan werden dürfen. Es ist weder demokratisch volkstümlich, noch politisch richtig, von vornherein jeden Vorschlag auf Verbesserung zu verwerfen, bloß, weil er von einer nicht konvenieren- ben Seite stammt, und wir würden es für einen äußere ordentlichen Fehler halten, wenn die zweite Kammer sich diesen Anregungen gegenüber einfach auf das hohe Roß setzen wollte, wie es von gewisser Seite propagiert wird^ Wir würden es überhaupt für geboten erachten, wenn sich die auswärtige Presse nicht allzusehr in die internen Angelegenheiten unseres Heisenlandes hineinmischen, sondern deren Ordnung den dazu berufenen Faktoren das Landes selber überladen wollte. Es heißt doch die Dinge geradezu auf den Kopf stellen, wenn man chde Ermahnung der unabhängigen Presse zu Ersparnissen und jeden Vorschlag zur Schonung der hessischen Steuerzahler frischweg als eine gegen den Minister persönlich gerichtete „Hetze" hin- zustelleu sich bemüht, und damit jede freimütige Meinung tm Lande über die verlangte Steuererhöhung zu verdächtigen versucht. Der Vorschlag, angesichts der jetzigen ungünstigen Wirtschaftslage von einer Schuldentilgung für dies Jahr gänzlich abzusehen und den dafür angeforderten Betrag zu Staats- zwecken zu verwenden, erscheint uns um so erwägenswerter, als auch der Ausschuß, der zweiten Kammer sich bereits dafür entschieden hat, wenigstens den Rest des Ausgleichsfonds zur Entlastung der Steuerzahler zu verwenden. Eben- so diskutabel ist der Vorschlag, den zu erwartenden Mehrbetrag aus den direkten Steuern höher einzustellen und den wahrscheinlichen Anteil aus der preuß.-hessischen Eisenbahngemeinschaft auf die von Preußen selber fixierte Summe zu erhöhen, die von anderer gut unterrichteter Seite sogar noch um verschiedene Hunderttausend Mark höher eingeschätzt wird. Dagegen würden wir uns mit dem Verlangen, den für bie Ion nab enb aut en in Bad- Nauheim vorgesehenen Betrag von 640 000 Mark einfach an die Staatskasse abzuführen, doch nur dann befreunden können, wenn die positive Gewähr dafür geboten werden könnte, daß bie Interessen bes Weltbades dadurch in keiner Weise beeinträchtigt werden würden. Es erscheint uns auch recht fraglich, ob sich schon für das kaufende Jahr ein auch nur annähernd so hoher Abstrich am .Haushalt erreichen lassen wird, wie dies der Ausschuß, erster Kammer annimmt. Jedenfalls aber möchten wir unsere schon früher an dieser Stelle ausgesprochene bestimmte Erwartung ent die Volksvertretung wiederholen, daß sie alles tun werde, um die nun einmal nicht zu umgehende Steuererhöhung auf ein erträgliches Mast zu beschränken! 2lus den Reich$tag$au$schWn. :: Berlin, 17. Febr. Der Budgetausschuß des Reichstages führte rüst Donnerstag die Aussprache über die Organisationen des Werftbetriebes fort. Eine längere Aussprache findet noch über die. Art der Erledigung der Kieler Angelegenheit statt. Man1 verlangt mindestens eine disziplinarische Bcstrafnng des verantwortlichen Beamten. Der Justitiar des Rcichsmarincamts be- zieht sich auf das Beamtengesetz; danach könne man gegen denj! Beamten nicht vorgehen, weil er weder gewissenlos gewesen sei, nach sich unwürdig gezeigt habe. Sein Fehler liege in der falschen Beurteilung seiner Untergebenen. Auch diese Erklärungen werden von verschiedenen Seiten aus dem Ausschuß für ungenügend erllärt. Nach Beendigung der Aussprache werden von dem angeforderten Werstpersonal eine Reihe von Beamten: drei Konstruktions- sekretäre, neun technische Sekretäre und ein Werkmeister gestrichen.. Ter angesorderte Gewerberat wird bewilligt. Am Freitag Weiterberatung des Marinehaushalts. Der I u st i z a u s s ch u ß führte am Donnerstag _ die Beratung des Beleidigungsparagraphen und damit die erste Lesung der Novelle zum Strafgesetzbuch zu Ende. Der Beleidigungsparagraph wurde mit nur unwesentlichen Aenderungen der Regierungsvorlage angenommen. Der Wahlprüfungsausschuß des Reichstages erklärte die Wahlen der Abgg. Arnstadt (Kons., Mühlhausen-Langensalza) und Mayer (Zentr., Pfarrkirchen) für ungültig. Line Stäötebau=2lusfteUung in Berlin. Wie wir aus Berlin erfahren, wird das Ministerium für Landwirtschaft bie allgemeine Städtebau-Ausstellung zu Berlin mit dem fertigen Entwurf für das G ru n e wald-Viertel an der Döberitzer Heerstraße beschicken. Das Kriegsministerium beabsichtigt Entwürfe ber modernen Barackenstädte für die Unterbringung von Truppen zu senden, und ferner soll die Ausstellung auch noch mit einem fertigen Gipsmodell des umfangreichen 2Iu$ Hermann heiberg$ Leben. Der Dichter Hermann Heiberg, der nun einem langen schweren Leiden erlegen ist, war schon seit Jahren ein stummer Mann geworden aus dem Felde der deutschen Literatur, die er so lange mit gern gelesenen Büchern versorgt hatte. Die Quellen seines ganzen Schaffens entspringen der Erinnerung an feine schöne, sonnige Jugendzeit, aus der ihm lyrische Innerlichkeit und ein seines Naturgefühl emporblühten, und dem energisch kraftvollen Streben im großen Geschäftsverkehr, das ihn mannigfache Verhältnisse keimen lernen ließ. „Ich verschlang," erzählt er in einer kurzen Selbstbiographie, „was mir an Büchern in die Hände kam, und baute mir alsbald auch eine phantasievolle: Veit auf, in der ich mich glücklich fühlte. . . Auch Karikaturenzeichnen verschmähte ich nicht. Ueberdies machte ich Gedichte, war abwechselnd ausgelassen oder tiefsinnig, haßte und liebte mit Heftigkeit und war auch häufig ein rechter Hausnarr, indem ich Stege an den Beinkleidern und flatternde Halstücher trug, oder mich auch als Philwoph gebend, auf Planken und Zäune setzte, unb hier Bücher studierte, von deren Inhalt ich kein Wort verstand. Ohne Unterricht zu erhalten oder eines solchen sonderlich lange zu bedürfen, betrieb ich alle möglichen Dinge: war ein Schwimmer, lag mit dem Segelboot aus dem Wasser, tonnte reiten unb kutschieren, spielte Komödie, sang, übte mich auf der Flöte, schwang das Tanzbein und war überhaupt von der Natur zu allem leiblich veranlagt mit — einer' Ausnahme: „Mathematik war und blieb mir immer ein chinesisches Alphabet." Nachdem Hei- berg bie Schule verlassen hatte, war er lange Zeit in großen geschäftlichen Unternehmungen tätig, schuf in Schleswig eine große Druckerei und Berlagsgeschäst unb roanbte sich bann in Berlin j neuen Plänen zu. Einige Zeit wirkte er in der Direktion der Preußisckien Bank-Anstalt in Berlin unb sammelte die vielseitigsten Erfahrungen. Im Jahre 1881 vereinigte er unter dem Titel ..Aus den Papieren der Herzogin von Seeland" eine Anzahl von Plaudereien und Noveletten, bie einen starken. Erfolg hatten. Mit der Zeit verzichtete er absichtlich auf jeden künstlerischen Ehr- kiäz und mit Ausnahme des Romans „Apotheker Heinrich" sind i seine zahlreichen anderen Werke fast ausnahmslos nur Unter» Iwltungsschristcn. Bemerkenswert ist noch seine Novellensammlung „Aus allen Winkeln". * — Konzert-Verein. Tas Fundament einer jeden ziel- Gewußten Konzertvereinigung bilden bie Klassiker, bas ist eine Tatsache, die jedem, ber die Programme aufmerksam prüft, zur Gewiß- Wt wird. Das Moderne ist die Beigabe, beim was gestern schmackhaft war und bie Zeitgenossen für ewig bauernd bezeichneten, ist heute bereits vergessen und bem Heute widerfährt morgen vielleicht schon dasselbe Schicksal; nut wenigen Komponisten ber imcbfln’'" i >en steil ist bie Uufterblichfei zu teil geworden. In der Orchesterliteratnr sind und bleiben bie ^vornehmsten cdiöpiimgen die nenn c y m phonien von Beethoven und es gibt keine Orchestervereiuigung ber vornehmeren Richtung, die nicht wenigstens einmal im Zähre aus diesen unvergänglichen Schätzen wählte. Diejenigen aber, denen em ausgezeichneter Chor zur Verfügung steht, iverben int Laufe der Iahte sich Wieder- Holungen der Neunte n nicht verfagen. Das Konzertjahr 1909/10 bat in den ersten verflossenen vier Monaten durch die oben er- wähnten nahezu 130 Vereine bereits zu Gehör gebracht: L Symphonie 15 mal, 2. 15 mal, 3. 24 mal, 4. 17 mal, 5.16 nm', 6. 16 mal, 7. 24 mal, 8. 18 mal, 9. 23 mal. Erwägt man bei letzterer Zahl, daß hierbei neben Orchester und Chor noch 4 erstklassige Solisten erforderlich sind, so ist die Zahl 23 eine ungewöhnlich hohe. Von den übrigen Klassikern hat weiter keiner eine auch nur annähernde Zahl auizuweifen; auch von den Romantikern und Neuromautikern ist nur noch Brahms aufzuführen, ber in dieser Beziehung zu nennen wäre: 1. Symphonie 22 mal, 2. 9 mal, 3. 14 mal, 4. 1<) mal. Beethovens Neunte und Brahms Zweite hat sich der Gießener Konzertverein für den 23. unb 24. Februar erwählt und neben dem Akademischen Gesangverein 4 ausgezeichnete Solisten uerpflicntet. — Der Fernsprecher in Euro pa unb Arneri ka. In ganz Europa waren am Anfang des Jahres 1910 rund 2 300 000 F-ernsprechet in Betrieb, während in den Vereinigten Staaten zur ielben Zeit 7 000 000 benutzt wurden. Diese Tat- fad:e gibt einem Mitarbeiter ber „Times" Veranlassung zu einem Vergleich über den Gebrauch, ber in der alten und in der neuen Wett vom Fernspreck-er gemacht wird. Er kommt dabei zu der interessanten Feststellung, baß die drei größten Städte der Vereinigten Staaten, nämlich Newyork, Chicago unb' Boston, allein mehr Fernsprecher besitzen, als ganz England. In Newyork allein gibt es 334 186 Apparate, in Chicago 184 922 und in Boston über 100 000. Die Stubt Newlwrk hat doppelt so viel Fernsprecher als der Staat Frankreich, der deren 194 159 zählt. 9hir Deutschland unb Schweben lassen sich einigermaßen mit Amerika vergleichen. Dagegen stehen Staaten wie Oesterreich, Italien, die Schweiz, Belgien hinter amerikanischen Städten zweiten Ranges zurück. St. Louis, Cincinnati unb Pittsburg zählen! mehr Fernsprecher als Oesterreich, bas 85.000 besitzt. Am wenigsten lassen sich die Fernsprechverhältnisse Spaniens mit ben amerikanischen vergleichen. Während in Amerika auf je 12 Personen ein Fernsprecher kommt, entfällt ein foldjer erst auf 175 Euro päer. Diese Rückständigkeit ber alten Welt sucht die „Times" damit zu erklären, batz ber Fernsprechbetrieb in Europa vom Staat besorgt wirb, während er in Amerika in den Händen von Privatgeselllchasten ist. Diese Tatsache reicht aber zur Erklärung nicht hin, beim drüben sind die Gebühren höher dfö in ben europäischen Staaten; man muß also zur Erklärung des Unter« schiedes schon die amerikanische Nationaldevise „Zeit ist QgeXä" zu Hilfe nehmen und außerdem die ameritanifdje Charakters eigen)d?aft, bei geschäftlichen Unternehmungen großer unb kleiner Art an Betriebsspesen nicht zu sparen. — Ein altbabylvnis ches Liebesbriefch en teilki Prof. Friedrich Delitzsch in feiner soeben bei der Deutschen Ver> lagsanstalt in Stuttgart erscheinenden Schrift „Handel und Wanbel in Babylonien" mit. Der Brief findet sich auf einem' aus Sippar stammenden, allerliebst geschriebenen Täfelchen und trägt bie Adresse: „An meine Bibi Gimil-Marduk." Der Wortlaut bieses ehrwürdigen Schriftstückes, das ims doch so jung und tobens irisch berührt, weil es uns eben mmjegcniuärtigt, daß bie Menschen vor 3000 Jahren ebenso geliebt haben, wie heut, ist ber folgende: „Somas und Vkarduk mögen Dich um meinetwillen ewig leben lassen! Wie geht es Dir? Schreche mir doch! Ich bin nach Babylon gegangen, habe Dich aber nicht gefunden. Ich war sehr enttäuscht. Benachrichtige urich, daß Tu kommst, und ich mich freue. Im Marcheschwan (ctroa November) sollst Du kommen. Mögest Du um meinetwillen eitrig leben!" Dte Frau des Gimil-Marduk tanu, wie Prof. Delitzsch erläutern^ bemerkt, diese in Babylon vergeblich gesuchte und dennoch so zärtlich, behandelte Bibi nicht gewesen sein — es scheint ein? anderes Verhältnis zwischen ben beiden Liebenden bestanden zu haben, „dessen Aufhellen aber nicht zu den streng Philologischen! Aufgaben gehört". — Eine eigentümliche Steuer. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen erließ im Jahre 1731 eine Verordnung, das allzu frühe Heiraten der „iitngen Burschen" betreffend. Darin wurde das vollendete 25. Lebensjahr als Normaljahr angesehen. Wer vor demselben heiraten will, dem wird folgendes au'erlegt: „Der Beamte soll sich gegen sothane Erlaubnis von denen, bie sie erhalten, wenn sie geringen Vermögens, vor jedes bis zu ihrer Majorenuilät abgehendes, auch nur bis auf einen Monath ober Woche nicht völlig komplicirtes Jahr 1 ft. Rheinisch, und von denen, welche mit ihren Verlobtinnen 500 Reichsthaler bis I'jOo Gülden in ihre vorhabende Ehe zusammen einbringen, von jedem vis völlig dahin gehenden Jahr das Tuplum, nemlich 2 fl.; von denen aber, deren Vermögen sich zusammengerechnet über 1000 Gülden velauffet, vor jedes abgemeldete Jahr 1 Speziesdukat bezahlen lassen: Hmgegeu die in Unfern Fürst!. Landen, Graf- und Herrschaften befindliche Juden, ivelche noch nicht volljährig und sich zu verheurathen Vorhabens seynd, jedesmahl zur Erlegung des Dupli dessen, ivas nach obiger Proportion ein Christ zu bezahlen hat, obnnachläßlich anhalte." — Also das Gegenteil einer Jung- geseltensteuer. eiter Stadterw eiterungsunter nehmens ziud der bar an anschließenden Villen Kolonie bedacht werden. Was die answärrigen Regierungen anbetrifft, so verlautet, daß England mit Werken des Städtebauers Raymond Unwin vertreten sein wird, während die Unions- regierv. it g auf der Ausstellung einige Gipsmodelle der Mdtebaulichen GntividTuitg von Groß-Boston sehen lasten will. Frankreich bereitet einige Entwürfe der Hafen- russifche Regierung in Sibirien senden. Oie große öeutsche Landwirtschastswoche. > .Berlin, 17. Febr. In der fortgesetzten Beratung der Hauptversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrats teilte heute der Vorsitzende Graf v. Schwerin- Löwitz zur allgemeinen Enttäulchung der zahlreichen Tribünenbeiucher mit, daß der Kaiser den angekündigten Besuch weaen einer leichten Erkältung nicht habe aussühren können. An erster Stelle berichtete Regierungsrat a. D. Oberförster Dr. D. Eschstruth (Knesebeck) über „Aussichten und Aufgaben des Ackerbaues im Norden von S ü d w e st a f r i f a". Die Möglichkeit größerer Produktionsmengen im Norden der Kolonie sei gegeben, wenn drei Voraussetzungen zutreffen, nämlich 1. bie Ausfindung und Erprobung von Kulturen, deren Erzeugnisse dauernd marktfähig find, 2. die Verbesserung und Erleichterung der in ^•rage kommenden Verkehrsmittel, 3. die Gewinnung der int Bereiche der fraglichen Gebiete wohnhaften «zahlreichen kräftigen Bevölkerung zur Kulturarbeit. In der Aussprache stimmte Staatssekretär Dernburg diesen Forderungen zu und meinte, daß nicht in den Diamantenfunden das Heil und die Zukunft der Kolonie liege, sondern in den Schätzen, welche die Erde uns bietet. Unterstaatssekretär v. L i n d e g u i ft machte verschiedene Angaben über den Stand des Baumwollbaues im Ovamboland. Die Straußenzucht die durch den Herervkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen war, blüht ebenfalls wieder aus. Hierauf sprach Professor Dr. Sering (Berlin) über „die Herkunft der deutschen Unteroffiziere und Soldaten". Die Versammlung verlangte eine statistische Aufmachung auf Grund des Materials der Ersatzbehörden, da die bisherigen Veröffentlichungen in der Sache nicht ausreichten. Prof. Sering kam in seinen Ausführungen zu dem Schluß, daß die großen Städte der Wehrkraft des Landes Abbruch tun. Seit Jahren bleibe die Taugliehieitsziffer auf dem Lande stabil, während sie in den Städten herabgehe. Gegenwärtig stammen 62,Prozent der tauglichen Mannschaften vom Lande. In der Aussprache to-iiit Freiherr v. Getto barauf hin, daß nach den Erhebungen des Geheimrats Evert Bayern und Württemberg als durchweg Agrarländer hinter dem industriereichen Preußen rangieren. Die Statistik der Wehrfähigkeit erscheine daher nicht ganz einwandsfrei. Freiherr v. Wangenheim verlangte, daß die Regierung aus den theoretischen Erörterungen auch das praktische Ergebnis ziehe. Sie sollte dem Wegzug vom Lande den Verlust des Unterstützungs- Wohnsitzes folgen lassen. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf das Landwirtschaftliche Internationale Institut in Rom >dessen Errichtung allgemeinen Beifall sand. Es wurde aber gewünscht, daß neben dem Institut die landwirtschaftlichen internationalen Kongresse weiter bestehen bleiben möchten. Schließlich behandelte der Landwirtschastsrat noch die wichtige Kalifrage. Die Versammlung einigt sich aus die vorgelegten Leitsätze, welche von dem neuen Kaligesetze verlangen a) Sicherung genügender Mengen von Kalisalzen für den Jnlandstonsum: b) Sicherung der Reellität der Lieferungen; c) Bestimmungen über die Preisfestsetzung und oen Absatz der Kalisalze im Inland: d) Bei der Errichtung einer Kontingentierung dieses Absatzes ist der Absatz für das Inland von ieder Abgabe befreit zu lassen. Dagegen ist der darüber hinausgehende Absatz bis Mr Füllung des Kontingents mit einer mäßigen Abgabe zu belasten, während auf das lieberkontigent eine wesentlich erhöhte Abgabe zu legen ist. Damit war die heutige Tagesordnung erschöpft. Deutsches Aeeeb. Im Bundesrat wurde am Donnerstag der Vorlage betreffend die Verlängerung des deutsch-schwedischen Handelsvertrages und dem internationalen ?lbkom- men über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen die Zustimmung erteilt. Die Zweite s ä chsische Kam m er verwies die drei Anträge auf Refor in bezw. Aufhebung der E r ft e n Kammer an die Gesetzgebungs-Abordnung. . Aus Kol in ar i. E. wird gemeldet: Als Donnerstag nachmittag ä Uhr der Abgeordnete Dr. Wetter le aus dem Gefängnis entlassen wurde, hatte sich eine bis 5000 Köpfe starke Menge in den aitliegcuben Straßen angesammelt. Die Straßen mußten abgesperrt werden. Als Dr. Wetterte unter der Gefängnispforte erschien, wurden stürmische Hochrufe laut. Wetterte wurde in den Wagen gehoben, B l u m e n st r ä u ß e wurden ihm z u g e w o r - jflen, und die Menge gab ihm das Geleit bis an die Wohnung, in der sich zahlreiche Freunde zur Begrüßung Wetterlös eingefunden hatten. Kurz darauf verlief sich die Menge. Störungen kamen nicht vor. Ansinsid Kaiser Franz Josef genehmigte die Verfassungsentwürfe für Bosnien und die Horzogewina und zwar das Londcsstatut, die Wahlordnung, die Geschäftsordnung des Sanbtnge-5, das Vereins- und Versammlungsgesetz und das Gesetz über die Bczirksräte. Am Donnerstag nachmittag fand in Paris die Konstituierung der Marokkogesellschaft für öffentlich e Arbeiten mit einem Kapital von zwei Millionen Francs statt; hiervon entfallen 50 Prozent auf die Franzosen, 30 Prozent auf die Deutschen, 20 Prozent an andere Nationalitäten, wobei die Engländer und Spanier ihrer besonderen Stellung entsprechend berücksichtigt werden. Der Verwaltungsrat der Gesellschaft, zu dessen Präsident der ehemalige Minister und Leiter des Credit Foncier Algerie L e b o n, und zu dessen Vizepräsident Dr. Lauter von der Frankfurter Firma Philipp Holzmann u. Co. gewählt wurden, besteht aus 12 Mitgliedern, sechs Franzosen, vier Deutschen, einem Engländer und einem Spanier. Die Firma, welche sich die Prüfung und Ausführung aller öffentlichen Arbeiten in Marokko insbesondere Hafen- und Eisenbahnbauten zur Aufgabe gemacht hat, ist als eine rein private Vereinigung dm in Marokko hauptsächlich interessierten Firmen zu betrachten. Die Adiudikationsbestimmungen der Algecirasakte 'werden durch die Gesellschaftsgründung selbstverständlich nach keiner Richtung beeinträchtigt. Wie ans London gemeldet wird, hat Ministerpräsident Asquith dem König einen Besuch abgestattet, um über das Ergebnis"der Beratungen mit den Mitgliedern des neuen Kabinetts zu berichten. Hierauf fand ein Ministerrat statt. Hervorragende Mitglieder der liberalen Partei sind der Meinung, daß die Verhandlungen zwischen Asquith und Redmond, dem Führer der irischen Nationalisten, gescheitert sind. Der Führer der Arbeiterpartei, Barnes, hat erklärt, Asquith habe von dem König die erwartete Garantie für eine Einschränkung des Vetorechts der Lords nicht erlangen können. Für die Arbeiterpartei sei es unannehmbar, daß die Verhandlungen des Budgets denen über das Vetorecht der Lords vorangehen sollen. Wenn es schon zu einer anlagen von Lyon vor, und will Entwürfe des Städtebaus allgemeinen Trennung der Parteien komme» fülle, so fügte Barnes hinzu, so geschehe es am zweckmäßigsten so bald als möglich. Die bulgarische Regierung brachte in der Sobranje einen Gesetzentwurf ein, durch den zur Erinnerung an die Unab- hängigkeitserklärung Bulgariens der neue Orden vom heiligen Cyrillus und Methodius gestiftet wird. Dieser Orden wird unter den bulgarischen den ersten Rang cinnehmen, eine einzige Ritter- klasse besitzen und fremden christlichen Souveränen und Prinzen, bulgarischen und ausländischen Staatsmännern, die Bulgarien große Dienste erwiesen haben, sowie Bulgaren und Ausländern, die um die Menschheit sich verdient gemacht haben, verliehen werden. 21 us Stadt und Land. Gießen, 18. Februar 1910. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Eine sehr umfangreiche und wichtige Tagesordnung mußte unser Stadtparlament in seiner gestrigen Sitzung erledigen, was ihm auch trotz der vielen zur Redelust anregenden Beratungsgegenstände gelang. Die wichtigste zur Beratung stehende Sache war die Abänderung der Verbrauchsabgaben, die durch das am 1. April in Kraft tretende reichsgesetzliche Verbot von Oktroiabgaben auf Lebensmittel hervorgerufen worden ist. Von unseren jährlich etwa 111 000 Mark betragenden Oktroieinnahmen fallen nach dem Reichsgesetz 43 400 Mark weg und darüber hinaus soll noch das Ottroi auf Wildbret und Brennholz beseitigt werden, das im Verhältnis zu feinem Ertrag — 1300 Mk. — ungewöhnlich hohe Erhebungskosten verursacht. Man glaubt den Verwaltungsapparat für die Oktroterhebung so vereinfachen zu können, daß mehr als diese Summe gespart wird. Zum Ersatz für den Einnahmeausfall soll vor allem eine Erhöhung der lokalen Biersteuer dienen, durch die etwa 20 000 Mark einkommen werden, ohne daß dadurch der Bierausfchankpreis erhöht wird. In einem gewissen Zusammenhang mit der Okroifrage steht auch die Erhöhung, oder, um die Sache milder auszudrücken, die Neuregelung der Schlachtgebühren. Diese Neuregelung hätte im nächsten Jahre anläßlich der Schlachthoferweiterung doch erfolgen müssen, aber man nahm sie jetzt schon vor, um Schwankungen in den Fleischpreisen zu vermeiden, denn erfahrungsgemäß haben Oktroierleichterungen noch niemals preisermäßigend gewirkt. Die Eigentumsfrage von Stadtkirchturm und Friedhofskapelle beschäftigte erneut die Versammlung, nachdem die Kirchengemeindevertretung den vor dem Kreisamt abgeschlossenen Vergleich nicht genehmigt hat. Die Versammlung beschloß, auf keinen Fall auf die weitergehenden Ansprüche der Kirchengemeinde bezüglich des Benutzungsrechtes der Friedhosskapelle einzugehen" Die Neigung zu einem friedlichen Ausgleich trat aber allseitig so stark hervor, daß eine gütliche Verständigung wohl zu erwarten ist, zumal ein Prozeß zwischen Kirche und Stadt doch nicht zu den schönsten Dingen gehört. — Einem alten Wunsche, den Anlagen mehr schütz vor den Hunden dadurch zu gewähren, daß die Hunde dort angeletnt geführt werden müssen, fand nach längerer teilweise heiterer Debatte durch Zustimmung zu der vorgeschlagenen Abänderung der Polizei- verorbnung seine Erledigung. * * * Tageskalender für Freitag, 18. Febr. Stadt- theater: „Salome" und „Ter schlechte Ruf". Anfang 8 Uhr. A l l d e u l s cb e r V e r b a n d : Vortrag von Proi. S ch iv a l ly: Tie jungtürkische Bewegung; LlchlbilDervoikübrung au5 Armenien und Palästina. Abends 8‘/4 Uhr in Steins Garten. * * * Hoftrauer. Der Groß Herzog hat wegen des Ablebens der verwitweten Fürstin Hermine 5ti Schaum- burg-Lippe eine Hoftrauer vom 16. bis einschließlich 20. Februar angeordnet. • * KreisamtSbureauvorsteher. Das Großherzogl. Ministerium des Innern hat den Kreisamtsgehilfen Karl Wingefeld zu Bensheim beauftragt, die Stelle eines Bureau- vorstchers bei dem Großh. Kreisamt Schotten versehen. * * Das Befinden der Kaiserin von Rußland. Gegenüber neueren ungünstigen Nachrichten in der Presse über das Befinden der Kaiserin Alexandra Fvodorowna von Rußland ist die „Darmst. Ztg." zu der Mitteilung ermächtigt, daß Ihre Majestät letzthin an Neurose des Herzens gelitten hat, sich jedoch jetzt auf dem Wege völliger Genesung befindet. • • Stadttheater. Die Sonntagnachmittagsaus- fuhrung von Moral ist die letzte des amüsanten Werkes. Die Vorstellung, die als vorzügliche Leistung unserer Buhne anerkannt wird, findet bei kleinen Preisen statt. — Am 'Abend wird Sudermanns neues Schauspiel „Strandkinder" wiederholt. Das Werk, das hier in einer hervorragend sehenswürdigen Ausstattung gegeben wird, hat gestern am Kgl. Schauspielhause in Berlin, >vo vor 6 Wochen die Uraufführung staltfand, bereits die 25. Wiederholung erlebt. "• Konzert de§ Bauer'fchen Gesangvereins. Wie alljährlich, so veranstaltet auch in diesem Jahre der Bauer'sche Gesangverein zur Feier seines Stiftungsfestes ein Konzert. Es findet Sonntag, 27. Febr., in der neuen Aula der Universität statt. Freunde guten Gesanges seien schon jetzt darauf hingewiesen. "Das Ehrt st en tum unter den Naturvölkern. Der gestern abend gehaltene Vortrag des Missionars G s e l l über das „Christentum unter den Naturvölkern" war aus allen Kreisen der Stadt sehr gut besucht. Der große Hörsaal der Universität war bis auf den letzten Platz besetzt — ein erfreuliches Zeichen dafür, daß die Teilnahme an diesen Fragen und Aufgaben im Wachsen begriffen ist. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer den aus der Fülle eigenen Erlebens geschöpften und höchst anschaulichen Schilderungen des Redners. Den Heid- nischen Naturvölkern das Christentum zu bringen, so führte er aus, ist aus zwei Gründen unsere Pflicht. Einmal, weil es nicht wahr ist, daß diese Völker sich in ihrem Naturzustand glücklich fühlen. Sie sind vielmehr eine Beute des 9lber- glaubens, der Habgier und Grausamkeit ihrer Häuptlinge und Zauberer, der furchtbarsten Unwissenheit "gegenüber den Krankheiten und anderen Schrecknisfen, Kampf, Streit und Blutvergießen sind an der Tagesordnung und erfüllen die armen Neger mit Angst und Furcht. Zum andern richtet die durch den Verkehr mit den Weißen doch eindringende Kultur eine unsägliche Verwirrung in den Köpfen an. Das macht eine planmäßige Erziehung nötig. Es gilt dort die sittlichen Kräfte des Evangeliums im Leben dieser Völker aufzurichten. Das Christentum hat für sie einen doppelten Wert. lÄnmal als eine defensive Kraft, die die Naturvölker schützt gegen die schlechten Seiten unb Wirkungen "ber curo= fischen Kultur. Sodamr als eine Offensivmacht. Durch die Predigt des Gotteswortes werden die Naturvölker zu allem Guten ungehalten, in den christlichen Schulen wird eine langsam sich steigernde innere Kultur angebahnt (affein auf der Goldküste hat die Basler Mission 156 Volksschulen nrit über .200 in Seminaren ausgebildeten eingeborenen Lehrern), dadurch wird vor allem auch das roeib li,che Geschlecht gehoben, und damit erst ein wirkliches Familienleben ermöglicht, und endlich wird durch praktische Liebestätigkeit (ärztliche Mission, Erziehung zur Arbeit» dem Elend dieser Völker gesteuert. Die Missionare predigen nicht nur, sondern leisten eine vielgestaltige >tultur- und Erziehungsarbeit. Die Unentbehrlichkeit der Mission für die Erziehung der Eingeborenen hat der Staatssekretär Dernburg auf Grund eigener Anschauung nachdrücklich an erkannt. Den Schluß machte die Vorführung ausgezeichnet schöner Lichtbilder, die in fesselnder Weise durch Erzählungen und vielfach mit Humor gewürzte Schilderungen erläutert wurden. * * Tor akademische Dü t erbu nb veranstaltete gestern zum Besten ber Lesehalle einen Vortragsabend im Hotel Grosft Herzog, bei dem Frau A. Bering nadi einer cingcljcnben Würdigung .Heinrich von Steins mehrere Dichtungen des früh Verblichenen vortrug. Mit erlesenem Geschmack und kühner Gc- staltungSkrast gelang es der Vortragenden ihre Hörer bis zum Schlüsse au 1'5 angenehmste zu fesseln, obwohl sie sich mit klugem Bedacht jeder Geste enthielt und nur durch, ihr lebhaftes Mienen- spiel die Worte des Dichters unterstrich. ' Dabei kam ihr die wohlklingende, gehorsame Stimme gerade bei der Art der vorgetragenen Dichtungen außerordentlich zustatten und Stücke ime Hannibal, Luther und Cromwells Tochter gelangen denn auch, vollkommen, während Friedrich ber Große seiner ganzen Natur nach weniger dramatisch wirkte. Wie Frau Bering aus ihre Zuhörer lctrE.bc, wird dadurch wohl am besten erläutert, daß lief nach Beendigung des nahezu zweistündigen Vortrages noch niemand zum Fortgehen bewogen zu fühlen schiert, bis man sich vergewissert hatte, daß. es tatsächlich Schluß fei. — Hoffens lich ist auch ber klingende Erfolg des Abends derartig, daß für die Lesehalle etwas übrig bleibt. * * V. H. C. Eine Sitzung des G c s a m tv 0 r st a nde s des Vogelsberger Höhen- Clubs findet morgen nachmittag hier int Hotel Viktoria statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Fertigstellung des Bismarcktnrmes auf dem Taus- stein, Herstellung der Wege zu dem Turm, Einweihung uud Geldbe-chassung für den Turm; Herausgabe eines Verzeichnisses ber Sommerwohnungen; Gründung eines Heimatmuseums in Helpershain. • • M. T. V Der geschäftsfuhren de Ausschuß für das Iubiläumssest des Männer-TurnvereinL hielt gestern eine Sitzung ab, in der namentlich die Satzungen der einzelnen Ausschüsse festgesetzt wurden. Es bestehen danach ein Ehrenausschuß, ein Festausschuß und ein geschäftsführender Ausschuß; ferner ein Finanz-, Bau- und Aus- schmücknngS-, Preß-, Turn-, WirtfchaftS-, Wohnungs-, Empfangs- und Verkehrsausschuß, Ausschuß für daS Schülcrturncn, Musik- und Vergnügungs-, sowie ein Zug- und Orbnunos- ausschuß. Die Einzelausschüsse werden in den nächsten Tagen ihre Tätigkeit beginnen. * * Das Examen für mittlere Verwaltungs- beamten (Kreisamtsgehilfcn und Kreisamtsbureauvorsteher) wurde am 29. und 30. Nov. unb 1. Dez. 1909 (schriftlich) und am 14. Febr. 1910 (mündlich) zu Darmstadt ab- gehalten. Bon 19 Kandidaten wurden 4 von den mündlichen Prüfung zurückgewiesen, von den übrigen 15 Aspiranten haben 12 bestanden und zwar Martin Alter-Bingen (Viernheim), H. Bach- Friedberg, Max Graf-Dieburg (Westhofen). Fritz Heger-Gießen, Joseph Hirschviegel-Mainz, Karl Jhring-Mainz (Grünberg), Karl Kloos-Alzey, Will). Kloß- Darmstadt (Roßdorf), Konrad Muntler-Diebnrg, Friedrich Ring-Mainz, Vatter-Offenbach, Karl We inl-Bübmgenl ** Vom Kolossen m schreibt man uns: Ricardo Saeco, ber berühmte Hungcrkünstlcr, beginnt am Tamstag nachmittag seine aus 4 0 Tage und 4 0 Nächte berechnete Hunger- k u r. Saeco erregte in allen Städten, wo er als Hungcrkünstier austrat, das Interesse der medizinischen Wisschenschäft, sowie der gc'amten Eimvohnerschast. Es wird dies hier in Gießen das 32. Hunger-Experiment sein. Das längste dauerte 47 Tage latb 47 Nächte. Da Saeco nach Südamerika geht, wird dies sein letztes Austreten in Deuischland sein. Zur Einglasnng, die Samstag nachmittag um 4 Uhr erfolgt, haben die Presse, Behörde, sowie einige Mediziner ihr Erscheinen zugesagt; Damit den Gießener Bürgern Garanti. geboten ist, daß Saceos Unternehmen streng reell durchgeführt wird, hat die Sanitätskolonne die Bewachung übernommen. Die ohne Unterbrechung Tag unD Nacht stattfindet. — Watzenborn, 17. Febr. Ter Gesangverein „Harmonie" feiert nächiten Sonntag abend fein drittes Stiftungsfest im Vereinslokal. Ein recht reichhaltiges Pro- gramm, Gesang, Theateraufführung, Couplets und Konzert verspricht allen Besuchern einige genußreiche Stunden. R. Qbenhäufen i. b. Rabenau, 17. Febr. Am Mitt- woch abend hielt Herr Stephan von Staufenberg im Saale des Herrn Bellmg einen Vortrag über seine Erlebnisse in Südwestafrika. Er schilderte den Abschied von der Heimat, bie Ueberfahrt, sowie die Gefechte in Afrika, woran er beteiligt gewesen, seine Erkrankung und den Rückmarsch bis zur Heimat. Auch sprach er über Sitten und Gebräuche der einzelnen wilden Stamme im fernen Afrika und hauptsächlich über solche, die in unseren Kolonien wohnen. Den Vortrag begleitete er mit sehr gut gelungenen Lichtbildern. Alle Zuhörer lauschten feinen Berichten mit der größten Auf. merksamkeit, und als er geendet, lohnte reicher Beifall seine Rede. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Bahnhofsauffeher Weber, dankte im Namen des Vereins, sowie der Gemeinde dem Redner für den Vortrag. Er hielt sodann eine längere Ansprache über die Zwecke und Ziele unserer Kolonien m Afrika, und betonte hauptsächlich, daß es notwendig sei, unsere Deutschen Brüder und Schwestern in Afrika zu unterstützen, damit sie dort festen Fuß fassen und sich eine zweite Heimat gründen können und unS ein tüchtiges Absatzgebiet für unsere Industrie ersieht und auch die dortigen Erzeugniffe zu uns herüderwaudern können. Er schloß mit einem Hoch auf unfet Vaterland, sowie auf die deutschen Kolonien. Herr Stephan sprach sodann noch über die Boden- und klimatischen Verhältnisse in den Kolonien. L. Friedberg, 17. Febr. Tie Heizung unserer Stadtkirche ist nunmehr beschlossene Sache und wird im Laufe dieses Sommers ausgeführt werden, sodaß im nächsten Winter die Kirche geöffnet sein wird. * Vv m Vogelsberg, 15. Febr. In Stunt Werten 1 0 d hat sich letzthin ein K i r che n g e s an g ver e i n gebildet, der schon 35 Sänger zählt. Unter der Leitung des Lehrers BcnDer U- cr schon fest an Der Arbeit, um an Ostern zum erstenmal tm Gottesdienst mitwirken zu tonnen. Ende Jmmar hielt ein zurzeit aus Urlaub in der Heimat weilender Ai i s s i o n a r aus Mantmm, Maier, (Basler Missiony in den Kirchspielen Obre Ohmen, Babenhausen, Stumpertenrod und Groß-Felda gut l>e suchte, interessante Lick)tbilder -Vorträge über die Mission m K a merit n. Trotz seines schon lO jähriaen Aujentl-afteS im icmvarzen, heften Erdteil, hat er sich auch im kalten, schneereichen Vogelsberg alä wetterfest erwieM. ng illlchmÄi reichifck?eu Armee ben Raw Ausschub rnoeveinS ic Satzungen bestehen Laiin geschästs- - und AuS- uig§», Emp. chülcrturncu. ) Qrbnunos. ichsten Lag» valtungs- I Muvorstehen I 19 h'chrisilch I mstadt ab I bei münd- I 15 Aspirant I ngcn sDiem- I (Westhosenl I toj, flari I Mi. M I g, ftc# i 1 -L'Z «i-* GerseL)ts?acsL» F. C. Erbach i. O., 17. Febr.' Im Laufe dieser Woche fanbeit unb finden Zeugenvernehmungen am Amtsgericht Mrchelftadt i. £. statt in dem Sukzessionsprozetz des. Gräflich E r b a ch - Erb a ch s ch en Hauses. Die Zeugen, 60 an der Zahl, werden darüber gehört, ob der Erbgraf Erasmus zur Zeit der Eingehung seiner Ehe mit der Tora Fischer, Tochter einer Waschfrau aus Erbach, geisteskrank gewesen; Vernehmungen rn der gleichen Lache haben bereits an den Amtsgerichten Dresden, Leipzig, Brückenau und dem üantonsgericht Bern stattgefunden und werben an den Amtsgerichten Ltönigstcin L T. und Frankfurt a. M. bemnächst erfolgen. taubes by 11 nachmw )nnng fteber. i dm 5aii;. vcihung M ^ft^ichnD Mseunis in fetufk, botel (L hben^ * >s S ' kühner tet bi« > »mit klug, te ®iK L« > ü ™.!*t ta - vtuefe •Ä Kau Bech, tku etlauttr ? $ortiage M, bii nur ' ^ffeur N, das ü- Vermischtes. * Deutsche Fürsten in der österreichischen Ar- Mee. Der Kaiser von Oesterreich hat den Prinzen Eitel Friedrich zum Major im österreichischen 34. Infanterie Regiment ernannt. Diese „Beförderung" erfolgte im Anschluß, an die Ernennung des Prinzen zum Major in der preußischen Armee, wie es denn auch üblich in, daß die Angehörigen fürsti- lid-ei Häuser, rcienh sie in, dem Heeren fremder Staaten einen, militärischen Rang bekleiden, auf der gleichen Stufe stehen wie in der Seiinal. Ganz lZanders zahlreich sind in der österreichischen Armee deutsche Fürstlich leiten vertreten. Kaiser Wilhelm nimmt in der österreichisch -ungarisch en Armee den Rang eines Feld- marfchalls ein, aber der „Schematismus" für die österreichische Armee, der unserer Rangliste entspricht, führt ihn in dieser Eigenschaft nicht an. Doch auch die preußische Rangliste verzeichnet den Kaiser Franz Josef nicht als preußischen General-Feldmarschall, ebenso wenig wie den König Carol rut Rumänien, der die gleiche Stellung im preußischen Heere bekleidet. Dadurch wird aus gebrüllt, bet diese militärischen Dienstgrade nichts anderes sind als Ehrenämter. Offiziell nimmt Kaiser Wilhelm in der öfter- A te dungtr dungerfünitlü Mit, sowie tc ii Gießer bs 47 Tage W cirb die- M ng, bic it ben GieM ^nehmen M! i)ic ÄcwachMi acht stattfiM jauß verein ) fein drillt- ihalliges N I lltlb 6oNjk!l hinben. IL; Am M'i berg im Satü Grlebmße »\ jied von bc| Afrika, wow- ien Rückwah- und Gebrach a und W wohnen. 2®6* ■ gt86k« ■**' | , der Gewk«' m eine M* -- ü°>°< Ml-'."* ,u unkt* E,ik* [biet fit* Herr^L- imat'^"" reichischen Armee den Rang eines Oberst-Inhabers ein. Er ist Oberst-Inhaber (Ches' des Hnsarenregiments Nr. 7 und des Infanterie-Regiments Nr. 34. In diesem Infanterie-Regiment, das auf immerwährende Zeiten den Namen „Wilhelm I., Deutscher Kaiser und König von Preußen" zu führen hat, wird auch Prinz Eiwl Friedrich geführt. Kronprinz Wilhelm aber ist Lberst-Jn- haber des Fazygier und Kumanier Husaren-Regiments Nr. 13, dessen Stab augenblicklich in Galizien steht. Prinz Heinrich, der Bruder des Kaisers, ist schm seit dem Jcrhlrc 1889 Ob er sh Inhaber des galizischen Jnfanteric-Regiments 9er. 20. Auch b.e Bundesfürsten des Deutschen Reiches betleiden militärische Dienst- Mhmgenj |P licarbo 5aca ' nn tinrfimilfe i Darmstadt, 17. Febr. Unter den, Vorsitz des Hauptmanns a. D. Wald ecker hielt am Mittwoch abend der Arbeitsausschuß für die Vorbereitung dc§ im Laufe des Sommers stattfmdenden V c tera n e n - App clls der hessischen Kämpfer von 1870/71 eine Sitzung ab. Es wurde eingehend der Grnndplan für die 40jährige Festfeier usw. beraten und als Tage des Veteranen-Appells der 14. und 15. August dss. Js. bestimmt. Die Feslfeier, Ivie Gottesdienst der Vereine und der Kämpfer und die Begrüßungsfeier und der Appell werben teilweise im Saalbau, sowie auf bem als Festplatz bestimmten Marrenplatz stattsinden. i, M a r b n r g, 17. Febr. Zu dem Projekt der Errichtung einer Universität in Frankfurt hat nunmehr heute auch die Marburger Studentenschaft ihrer Meinung Ausdruck gegeben. In aufgelöstem Zuge, alle Vcr- linduugen und Korporationen bunt durcheinander, zogen heute mittag gegen 2 Uhr mit der Fügertapelle au der Spitze unter Führung dreier Chargierter der „Chatten" etwa 1500 Studenten von der Bahnhofstraße aus nach dem Marktplatze, wo sic inmitten einer großen Volksmenge Aufstellung nahmen. Nach dem gemeinsamen Gesänge des Liedes: ,,Burschen heraus" ' begaben sich die drei Chargierten in dos Amtszimmer des Oberbürgermeisters Troje und überreichten diesem namens der Marburger Studentenschaft eine Adresse, in der sie ihrer treuen Anhänglichkeit an die älma mater. Philippiner Ausdruck gibt. Einer der Chargierten, stud. Schönberg, überbrachte dann in einer kurzen Ansprache von einem Podium aus den Studierenden den Tank des Oberbürgermeisters namens der Stadt Marburg unb endete mit einem Hoch auf die letztere. Mit dem Gesänge von: „Stoßt an, Marburg soll leben", erreichte die Kundgebung ihr Ende. w. Frankfurt a. 9JL, 17. Febr. Die auf heute abend Non der sozialdemokratischen Partei einberusenen,P rote st- vcrsarnüllnngen anläßlich tev Vorgehens der Polizei am verflossenen Sonntag waren sehr zahlreich benäht. Nach Schluß der Veriautnilungen kam es zu Z u s a in m e n st äßen zwischen der "Polizei und Demonstranten, irjbet die Polizei von ihrer Waffe Gebrauch machte. Ms die Schutzleute in der 'Iftihe der Kou- ftabler-Machc bic Meir^e auseinander zu sprengen versuchte, erhielt der 31 Fahre alte Schutzmanu Kaminski einen Stich üt die Lunge, worauf er 5 R e v o l v e r f chü s s e abfeuette und den 30 jährigen Martin Sch e i uder durch einen Schuß, in die flLunge lebensgefährlich verwundete, außerdem wurden eine Frau und ein Packer durch Revftverschüsfe in die Oberschenkel verletzt. Ferner trugen nutz re re Personen durch Säbelhiebe leichtere Verlesungen davow X. H a n a u, 17. Febr. Tic Stadtverordnetenversammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung im Elatsfahrc 1910 an direkten Gemeindesteuern zu erheben 151 Prozent Zuschlag zur Staatseinkommensteuer, bisher 148 Prozent, 171 Prozent Grund-, Gebäude-, Gewerbe- und Betriebsstcuer, bisher 165 Prozent. Ein Antrag der soz-ialdemokral. Stadtverordneten, die Wertzuwachssteuer derart zu gestalten, daß. sich der doppelte Ertrag ergibt, wurde abgelehnt. Durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wurde ferner ein Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten, an das preußische Abgeordnetenhaus eine Petition zu sendet: mit dem Ersuchen, die Wahl- re formvorlage abzulehnen und die Regierung zu veranlassen, eine neue Vorlage einzubringen mit dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht. Die Mehrheit der Stadtvcroronetenversammlung war der Ansicht, daß die Beratung eines derartigen Antrages nach' der Städteordnung unzulässig sei. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Ao ch b a v ft a n t e n. Bei Laasphe überrannte die Eisenbahn heute ein Bierfuhnverk. Etwa 23uO Liter Lter gingen ihrer Bestimmung verloren. — In Front end erg wurde die Leiche eines Kindes ausgegraben, weil eine Vergütung vorliegen sollte. ES ergab sich die völlige Haltlosigkeit dieser Behauptung. — Die 93 l_e i - u u b S i l b e r e r z - G r n b e „Cilderschem" in der Nähe von Stein ist jetzt durch einen Unternehmer in Frankfurt a. Pi. wieder m Betrieb gesetzt ivorden. Tas gewonnene Erz soll hochprozentig sein. pi x, Ur W «’iehefr Mich ~ T^MunqC11 11 ctlätiie*; grade in der Arm." der Aackbarmonarchie. Ter König von Sachsen wurde im Fahre 1905 znnr Ches des Niederösterreichischen Dragoner-Regiments 'Nr. 3 ernannt, dessen Etzes König Albert von Sachsen 29 Fabre lang gewesen ist. Der König von Württemberg ist jeit 19 Zähren Inhaber eines Hufaren-Regiments, das >ä«n seit dem Fahre 1814 in der nürtteml-ergischm Königs famitie sich gewissermaßen „vererbt". Seit bem Jahre 1840 mhrt das 10. Husareir-Regiment ben Namen des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen und HM diesen Namm auf immer währetwe feiten zu behalten. Gleichfalls ein Hufaren-Negiment bslitzt sck»n seit 17 Jahren der Prinz J-riedrich Leopstd von breus.m. Auch andere deutsche Fürsten gehören der österreich- ungarischen Armee in Ehreniiellungen an. So der (tz r o st - herzog-'von .Hessen als Chckf des 14. Jnfant wie -Reg i in ents, brmz a-ohann Georg v.n Sa-.r em als Oberst.Jnl-aber des 11. Jnsanterie-RegimeMs, das den Vorzug besitzt, eines bei" ältesten Truppenteile Der österreichischen Armee zu sein. Es wurde im Jahre 1629 formiert aus Teilen des int Fahre 1621 errichteten Regimentes zu Fuß „Albrecht von Waldsteiir (Wallenstein), Herzog von Mecklenburg, Friedland nnb Sagan". Als Chef des 15. Infanterie Regiments fungiert der Großherzog von Luxemburg, der ja in seiner Eigenschaft als Herzog von Nassau dem deutschen Fürftenstande angehört. Seil dem Fahre 1879 ist der Herzog Ernst August von Cumberlaow Oberst-Inhaber des 42. Infanterie-Re grrnvnts, efttes der berühmtestem Regimenter der österreichischen- Armee. Tas FnfaNtcrie-Regimeitt Nr. 50 hat int Fahre 1908 der jetzige Gros Herzog von Baben von feinem Vater, dem Groß- I;erzog Friedrick» Wilhelm, geerbt, bem dieser Fürst 50 Jahre als Chef angehört Halle. Seit 41 Fahreti steht der Prinz Ludwig von Bahern an der Spitze des 62. Jufanter ie-Regiments. Ter älteste Oberst-Fuhabn initer den deutsck-en Bundesfürsten aber ist der Prinzregent Luitpold von Javern, der seit dem Fahre 1854 der Oberst-Inhaber des gegenwärttgen 10. Faldhaubitz - Regiments ist. W i e das Wetterdas L eb e n b c e i n f l ü st r. „Welter- cinflüffe" betitelt sich ein Buch des Prof. Edwin Gratil Dexter von der Universität Jllfttois, das die Beobachtungen über bic Beeinflussung des Lebens durch das Wetter zusaimnenzufasset^ sucht. „Es wird die Zeil kommen", meint der Verfasser, „in der man von den Jnstrumenlen dec meleorclogischen Bureaus wichtige soziologische Einwirtuatgen auf das Behagen und Unbehagen der Menschheit ablesen wird. Man wird sich dann mahl nagen, ob es von größerer Bedeutung für die Cesellichafl ist, das; ein Norbwind Frost bringt, oder daß er eine Epidemie van Morden, Selbsluiordcn mtd Gewalttätigkeiten bringen wird." Prost Graul Texter zeigt, daß es kaum eine Witterung in der Natur gibt, die nicht ihren unmittelbaren Reflex in den Handlungen der Men- schett im Gicken ober Bösen Hal. So bringen, wie es in „Gesundes Leben" heißt, beijpftlsweise Weftwfttde eine Zunahme der Verbrechen, bi? Anzahl der Selbstmorde wächst mit der Schnelligkeit des Windes, trockenes Wetter erzettgt Selbstmordteirdenzen, Kinder finden sieh am wohlsten bei kalte,u, Wetter, und Knaben find empfänglicher Tür Witterungsumschläge als Mädchen. Im ganzen sfttd 12 759 Schulkinder beobachtet worden, in welcher Weise das Wetter ihr Betragen und ihre Leistmtgcn beeinflußt. Es zeigte sich sehr deutlich, wie beides am besten bei klarem, kaltem Wetter, am schlechtesten bei wolligem, nassem, stürmischem und windigem. Wetter war. Auch die Hitze beeinträchtigte die £eiitungen wie das Betragen. Gewalttätigkeiten find am häufigstem bei heißem Wetter; vom Januar, bem kältesten Monat, ab wächst bei Männern deren Zahl allmählich bis zum .Juli und nimmt bann langsam wieder ab. Eine viel stärkere Zunahme ter Gewalttätigkeiten zeigt sich bei Frauen: sie erreicht im August ihren Höhepunkt und nimmt erst dann wieder ab. „Während der Londoner Nebel und an Tagen, an denen das Wetter besonders drückend ist, werden in der Bank von London gewisse Bücher weggeschlofsen — da ein Fehler in ihnen verhängnisvolle Folgen haben würde — und die Angestellten werden mit weniger schwierigen und wichtigen Arbeiten'beschäftigt. — Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Prozentsatz der Fehler bei derartigen llimatifchen Bedingungen start zunimmt und daß man darauf Rücksicht nehmen muß. Dieselbe Notwendigkeit wird auch von den größeren Bankinstitu.teu in Newhort und anderen östlichen Städten anerkannt und eine Abwechslung in der Llrbeit unter stetiger Berücksichtigung des Wetters wird streng beobachtet." * D i c N ü rnbergerinamerikan i's chernLicht c. Ter „V. Z." wird geschrieben: Tie Nürnberger haben geschworen, dem dortigen amerikanischen Konsul, G. N. Jfft, in Zukunft feine Lebkuchen und Bratwürstel mehr zu verkaufen, weil der Vertreter Onkel Sams sie id. h. die Nürnberger und nicht etwa die Lebkuchen und die Bratwürftel- tödlich beleidigt hat. Herr Jfft hat nämlich in einem feiner letzten Berichte an bic amerikanische Regierung die Behauptung aufgestellt,' daß die Nürnberger die Hälfte ihres Einkommens für des Leibes feste und flü'sOge Nahrung au S geb en. Zehn Prozent des durchschnittlichen Ein kommens sollen sogar in Bier angelegt werden. Tie Entrüstung der Nürnberger hat sogar jenseits des Ozeans ein Echo gefunden. Demi der Vorstand des Deutsch-Amerikanischen Nationalbundes glaubte für die Mäßigkeit der Nürnberger im E'sen und Trinken eintreten zu müssen, und hat 'ich mit einer Beschwerde über den Bericht des Konsuls Jfft an die amerikanische Regierung geivanb.. Der Staatsf.kretür Knox hat jetzt ben Empfang der Beschwerde bestätigt und dein Deutsch-Amerikanischen Nationalbunde mitteilen lassen, daß er den Konsul in Nürnberg ausgefordert habe, bic dortigen Berhältnifte noch einmal gründlich zu studieren und bann einen neuen Bericht einzu,enden. Wie Herr >inox in feinem j Schreiben an den Nationalvund betont hat, läßt bic ainerifaniidje Regierung ihren Konsularvertretern vollkommen freie Hand über* die Studien zu ihren Berichten, allerdings in der Vorausictzuiuz, daß die behandelten Fragen für die Konsularverichte von Wert find. S ch e n t l a p p e n - R e f o r m. Tie Droschkengäule in Hamburg können ftch s.it bem 1. Januar 1910 freuen. Scheuklappen sind für sie nur noch bann erlaubt, wenn diese gehörig vom Kopf abftehen, andernfalls müssen sie ganz abge^chnitten werden. So nimmt bic Zahl ber Städte, wo für das öffentliche Fuhrwesen bic Scheuklappen abgeschafst sind, anbauernb zu. Anfangs Ivar es nur Berlin, wo burch den Polizeipräsidenten vott Borries die Scheuklappen^der DrofÄkenpferde beseitigt wurden. Tann folgten Tufseldorf, Ostrowo, Aachen, Königsberg i. Pr., Kassel. In Tarmstadt sind sie -nur noch für den Notfall erlaubt und in Hamburg, wie gesagt, nur bann, wenn sie von den Augen weit unb fest abftehen. In vielen Füllen sind diese Scheuklappen richtige Schielklappen; denn sie erfordern eine Verdrehung des Pferdeauges nach vorn. Früher kümmerte fick außer ben Tierschutzvereinen und bic waren machtlos, niemand um die Leiben der Pferde. Nachdem aber in Berlin ber Anfang gemacht wurde, ist eine Reihe von Präzedenzfällen geschaffen, bic beutiidj zeigen, daß ohne Scheu tlapven gefahren werben kann. * D i e Ursachen ber englischen Krankheit, lieber bas Entstehen ber englischen Krankheit gibt es die verschiebenften Theorien. Es wird von vielen Seiten angenommen, daß die Ernährung einen wesentlichen Faktor beim Zustandekommen dieser vielverbreiteten Kinderkrankheit darftelle, doch konnte der experimentelle Beweis dafür bisher noch nicht erbracht werden. Ter englische Arzt Findlay hat nun Untersuchungen angestellt, die diese wichtige Frage vielleicht der Lösung näher bringen. Es gelang ihm bei seinen Untersuchungen an jungen Hunden durch Behinderung ander notwendigen Bewegung ausnahmslos rachitische Veränderungett hervorzurusen, trotzdem die Tiere ordentlich ernährt wurden und sich unter den gleichen günstigen hygienischen Bedingungen befanden wie andere junge Hunde, die man zum Vergleiche heranzog. Auch bei Simbern mit der englischen Krankheit scheint nach Findlay der Mangel an Bewegung eine Hauptursache für die Entstehung der Krankheit zu sein. Deshalb, ihr Mütter, bindet unb wickelt eure Sprößlingc nicht so barbarisch, daß sie sich kaum rühren können, laßt ihnen Bewegungsfreiheit, legt sie im milden Sonnenlichi im Zimmer mit entblößten Beinen hin unb laßt sie orbentlid) mit ihren zarten Gliebmaßen strampeln. Kleine Tageschronik. Tic Morgenblätter melden aus Newyork: Ein chilenischer Schncltbampser brachte die Nachricht, daß der Kreuzer „Ministro Centcno" am Dienstag 88 Passagiere unb Leute der Besatzung des gestrandeten britischen Dampfers „Lima" in der Huambin- Pa'iage der Maghelanstraße gerettet habe. 205 Passagiere waren vorher von dem Dampfer „Hatumet" gerettet worden. Die Zurückgebliebenen hatte der Damvser nicht mehr aufuehmen können. Tie zuletzt (geretteten waren 12 Tage bitterster stelle ausgesetzt gewesen und daher auf ben Tob erschöpft. In der gestern vor bem Parife r Appellationsgericht begonnenen Verhandlung gegen den T i a m a n t e n - S chw i n d le r Lemoine hielt dieser alle seine 2!r. gaben aufrecht. Tas Newyvrkcr Bundesgericht verbot auf Antrag ter Wrigt h - Gesellschaft bem Luftschiffer Paulhan,. Äia- schineu nach Wrightschen patentiertem System ztc benutzen. In dem Sreinbrnch der Firma W e st e r lv a l d b r u ch bei Marie i, berg wurden durch eiustürzendes Gestein l vier Arbeiter verschüttet unb tonnten erst nach zwet- stüitdiger Arbeit von den Steinmasfen befreit werden. Zwei von ihnen starben alsbald nach ihrer Einlieferung, ins Krankenhaus infolge der erlittenen schweren Verletzungen: d-ie beiden anderen tarnen mit leichteren Verletzungen davon Das hollänbische Schiff „Dankbarkcid" auf der Fahr, von Cuxhaven nach Rorterdmii, ist im Sturm mit der ganzen Besatzung,nnb der Familie des .üapiläns untergegangen. Handel. Berlin, 17. Febr In. der beutigen Sitzung des A ii i ' s i ch t S r a t s ber R a tionolbank für Dcu 1 f cki l a u d Berlin, wurde seitens ber Direktion bic Bilanz unb das Gewinst und Verlustkonto für das abgalauieiic Geschäftsjahr vorgelegi. Das Gewinn unb Verlustkonto ergibt ciusaftießlich Vortrag aus dem Vorjahre von Mk. 262 856,32 einen Bruttogewinn von MF. 11 -533 739,07. Gewinn auf Wechsel unb Zim'enkontv 19©!) Ml 6 074 076,67 ,1908 Ml. 6 323 027,99 . Gewinn auf Pro visions-Konto MI. 3 610 108,20 Mk. 3 082'373,53, Gewinn auf Sorten- unb Eouponskont. Mi. 63 730,11 Mt. 69 639,13), Gc^ winn auf Effekten- und Kousortlonio Mk. 1522 967,7.7 (Mk. 515 500,48). Es verbleibt ein verfügbarer Reingewinn von Mk. 7 787 202,59. Auf Antrag ber Direktion würbe Iw schlossen, der auf den 19. Mcni; 1910 ciu'1ubcrufenben General vcrsammliinng die Berteilung einer Dividende von 6’, : Proz. (6 Proz.) vorzuschlagen. Märkte. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) fc. Frantfurt a. M. P l e h h o w'JJt a l £ t b c r t d) t vorn 17. Febr. Aliftrieb: Ochsen 31, Bullen 3, Kühe 122, Rinder 00, Kalber 976, Schale 86, Schweine 1007, Ziegen 15. Tendenz: gute Ware gesucht. Kälber lebhaft, Schafe finit, Schweine gedrückt, ilebevuanb. Preis Tnrch- pro 100 Psd. schniusprers Gebend-Stl>lachu> vrolOOPfd. gewirbl yebcnbi Sdjlocv:- vou-lus Don-blS gcwi-iii Kälber. Feinste Mast- (Vollmilchmast) unb beste Saugkälber.........52—57 87—95 00 00 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 49—52 83—88 uu uu Geringere Saugkälber...... 46—48 80—84 00 00 Schaf e. Mastlämmer und jüngere Masthammel 35--39 79—82 00 00 2 ch w e i u e. Bollfleifchrge Schweine über 2'/, Zenlner Lebendgewicht........ 55.00-57.00 70—73 00 00 Feltschweme über 3Ztnr. Lebcndgew. 55.00-57.00 70—74 00 00 Fleischige Schweine..... 54.00-56.00 69-72.00 00 00 2lmnict|2i ivcuei,uerid)t. Ooffentliche Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage feit Domeerstag früh: Das westliche Tiefdruckgebiet hat sich ostwärts ansgedehnt unb auf seiner Vorderseite sehr milde Südwinde nach Piitteldeutschland geführt. Tee jJtorgenkcinueraturcn liegen in den niederen Teilen de» Landes Lis 6 Grad, in 600 m noch bei 1 Grad Wärme, fo daß auch bic Mittelgebirge Tarnvetter haben. — Unter der Herrschaft de» niederen Druckes dauert die südliche 2nitströnrmrg an. Wetteraussichlcn in Hessetr am Samstag dem 15. Febr. 1910: Trüb und regnerisch, starker Süd, sehr mild, and) im Gebirge. Infolge starker Schneefchmelze tritt in den kommenden Lagen wieder Steigen der Flüsse ein, Hochwassergefahr. S ch n e e b e r r ch r: Hoherodskopi 1 Grad Wärme, Tauwetter, Südsette Schneedecke bereits lückenhaft, 1-Iatcau unb Oberwald üu bis 6v em, Schilauf noch möglich. Feld berg 1 Gr. Wärme, starkes Tamvetter, Schilauf sehr ungünstig. GriginaL-DrahtmeLdungen. R. B. Darm stabt, 18. Febr. Ter Finanzausschuß der 2. Ka m m er hat sich heute vormittag. 11.58 Uhr in Begleitung des Geheimerats Frhr. v. Bieg-elebeit naci) Friedberg begeben, wo zunächst im Hotel Trapp das Mittagessen eingenommen wird. Alsdann wird das Ainlsgerichts- gebüude in Friedberg besichtigt nnb bnnn nach Bad Nattheim gefahren, wo ebenfalls Besichtigungen staltfinden. — Tic Stellungnahme der Regierung zu den Vorschlägen des Finanz-ausschufses der 1. Kammer zum SraatSvo ran fehl a g wird morgen durch eine offizielle Kundgebrtng erfolgen. London, 18. Febr. Nach eii-.ee Nielduug des Zientec - scheu Bureaus griffen 2500, im Solde des M u l l a l) stehende 9teiter, den Stamm der MidjerttnS im Somnit« lande an. Eine Stadt tvurde zerstört, viele Lertte wurden getötet, 1400 Kamele wurden geraubt. Tie Reiter des Mttllah verloren 40 Mann unb 96 Pferde. 1 eSeuGmccho des Giesseuer Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handei und Industrie^ Giessen. Frankfurter Börse, 17. Februar, 1.13 Ihr. Kcichsauleihe . -Ü4-10 3°/n do.......... ^b.20 3'/,°/o Konsols .... . . ^4.05 3"/„ do. : . 'r. . . 85.35 3'/j°/ft Hessen . 93,00 3'/,°|n Oberhessen 92-00 4" n (testen1. Goldrente / . 10O4o 4'/s°/n Oesterr. Silberrente. 99.00 4'7, Ungar. Goldrente . . 05.95 4° 0 Italien. Rente . . .. 105.05 3°/0 Portugiesen Serie I . 64.75 I 8°;o Portugiesen n III . 66.^01 41/?°/0 rass. Staatsanl. 1905 100 00 I japan. Staatsanleihe 98.00 [ 4% Conv.Türken von 1903 95.00 Türkenlose ...... 180.00 4'"0 Griech. Monopol-Anl. . 47.30 4°/0 äussere Argentinier . 91.60 3°/„ Mexikaner . . .. . 69.25 ■P/,°/o Chinesen ... . 100.10 Aktien: Bochum Guss . . . . _. -45.50 Buderus E. W.....112^0 j Tendenz fest. Elektiiz. J,ahineyer . . . 107.2-> Elektriz. S^huckert . . - . 136.01? Esch weiter Bergwerk . . -05.75 Gelseiikirchen Bergwerk . -lO.uu Hamburg - Amerik. Paketf. 136.9 j Harpeuer Bergwerk . <■. . -05.80 Laurabütte ...... 187.7u Nordd. Lloyd .» . . . . 105-2 > Oberschles. Eisen-Industrie 108.5'> Berliner Handelsges. < , . 183.0j Darmstädter Bank . . . 137.60 Deutsche llank .... 258.2'1 Deutsch-Asiat. Bank . . 15?.' >o Diskonto - Kommandit . . 1V7.7 > Dresdner Bank . . ... . 167 4 > Kreditaktien.....-12.1' Baltimore- und Ohio- ,<• • Eisenbahn . . .. . .114.20 Gotthurdbahu . .... —.— Lombard. Eisenbahn .; .. . 22.60 Oesterr. StaatsLahu . ... 162.2a Prince - Henri - Eisenbahn '. 134.6t' iierli.aer Börse, 17. Februar. A. c i •< >. L'anada E. B. .... . 181.80 | llarpencr Bergu er'; 2Cr5.9U Darmstädter Bank . . . 137.50 ' Laurabütte......187.20 Deutsche Bank .... 258.20 J Lombarden E..' . — Dortmunder-Union C. . . 9o.C01 Nordd. Lhivd . .’ ' 105,30 Dresdner Bank . .c. . 167.701 lürkeuk.. . ’ ‘ 180.5J Tendenz: fest. 00 Frachtbriefe mit Firmeneindruck * Sehr billig Brühl’scbe Univers.-Drnckerei Kolosseum Giessen Statt Karten. Telephon 644 Giessen, 17. Februar 1910. L Zimmer N. 5 Anzahlung läht sich Ricardo Sacco 01309 Die [ Verschiedene | Eintritt frei. 1 Herr. Damen. Gustav Koppen 1040 Anfang 4'/., Uhr Eintritt 40 Pfg. 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