160* Jahrgang Erstes Blatt Montag AL. August 1910 Hr. 195 D« «cheaer »z«-der deutschen Lolonialstadt links. der Warthe vor mehr Als das Automobil her kaiserlichen Majestäten vor den Stadtvertreteun hielt, trat Oberbürgermeister Dr. Wilms vor und hielt eine Rede, in der er an das Kaiserwort im Jahre 1892 erinnerte, das den engen Gürtel der Jestungsstadt sprengte, sowie an ähnliche bedeutsame Schon auS der Ferne erblickt man das charakteristische Wahrzeichen der Burg, den Adolssturm', der 1374 vom! Grafen Adolf von Nassau erbaut wurde, angeblich zur Auslösung aus langer Gefangenschaft. Beim Näherschreiten durch die breite Kaiserstraße kommt man dann an das massive, südliche Burgtor, das in einem zweistöckigen Mittelbau über der Toröffnung den kaiserlichen Doppeladler zeigt und die Jahreszahl 1493 aufweist. Zu beiden Seiten dehnt ich der tiefe Burggraben aus mit den alten trotzigen Wehranlagen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, in denen man jetzt hübsche Anlagen und Obstgärten erblickt. Beim Eintritt in den äußeren Burghof sehen wir links das alte Wachthaus und daneben einen mehrstöckigen, von Kastanienbäumen umschatteten Bau, in dem das Lehrerseminar untergebracht ist. Rechts steht vor einem alten Brunnenbehälter mit dem Doppeladler ein hübsches Denkmal für den Volksdichter Peter Müller, der Anfangs vorigen Jahrhunderts am Seminar als Musiklehrer tätig war. Weiter- chreitend zeigt sich ein ganzes Gewirr von kleinen, zier- ichen Häusern, die meist mit kleinen Gärten versehen, von )en früherer Burgmanen bewohnt waren und jetzt etwa 80—100 kleinen Familien zur Wohnung dienen. Quer auf bem weiten Platz liegt die unschöne, 1808 erbaute Burgkirche und unmittelbar beim inneren Schloßportal eine nächtige Brunnenfmur des Drachentöters St. Georg, des Schutzpatrons der Kura. Tritt man durch das prächtige Renaissance-Portal in den inneren Schloßhof, so erblickt man vor sich den großen, in einfachen, schönen Formen zchaltenen Herrenbau, der ein Stockwerk höher ist als )as links daneben liegende Deutsche Haus. Hier werden amtliche Fürstlichkeiten, in erster Linie das Zarenpaar und Äroßherzogspaar Wohnung nehmen, während eine beson- )ere Flucht von Räumen für die kaiserlich-russischen und die großherzoglichen Kinder Vorbehalten ist. Im ersten Stockwerk liegen die Gesellschaftsräume, deren größter, der Buragrafensaal, mit gelbbraunseidenen Rokoko- möbem ausgestattet ist und eine Anzahl Porträts der richeren Burgbesitzer enthält, so Hermann Riedesel zu Eisen- >ach, Georg v. Ponikau, Graf Stadron usw. Das größte Interesse nimmt ein geräumiges dreifenstriges Eckzimmer in Anspruch das „Prinzessin-Alice-Zimmer", in welchem die Zarin während ihrer Jugendzeit viele glückliche Täte verlebt hat. Hier ist Dank der Fürsorge alles genau wie damals erhalten worden; das einfache Bett in der Mitte, die dunkelgrüne Tapete, der einfache lEmaille-Kronleuchter mit Kerzen und besonders auch die Wandbilder, meist Stahlstiche aus früherer Zeit, so vom Zaren Alexander I., Kaiserin Marianne Fe- dorowna, Nikolaus I, put Jugendbild König Ludwigs II. und Großfürst Alexis. NÜren dem Burggrafensaal befinden sich die Zimmer der Zarin und der Großherzogin, im Erdgeschoß der Speisesaal und das Frühstückszimmer, in denen sämtlich die bisherige Einrichtung beibehalten, ersp. ergänzt worden ist. Prachtvolle alte Kunstkronleuchter Mit Kerzenlicht schmücken die Haupträume und zur musikalischen Unterhaltung hat außer dem Piano des Großherzogs auch ein herrlicher Flügel, von Ludwig Schweis- aut-Darmstadt geliefert, und eine Orgel im Fruhstückssaal Ausstellung gefunden. In dem freundlichen Hellen Kavalierbau links vom Toreingang werden Prinzessin Ludwig von Battenberg und Mehrere Hofdamen llnterFirnft finden, int Feldherrnbau, der weiter zurücksteht und einen großen viereckigen Platz umgrenzt, nehmen der General- adjutant des Zaren und der Leibarzt der Zarin, der Groß- herzogliche Generaladjutant Hahn und der Hofmarschall Frhr. v. Ungern-Sternburg und die übrigen höchsten Hos- chargen Wohnung. Der große freie Platz ist mit zahlreichen Lorbeerbäumen, Palmen, Hortensien, weißen Lilien und roten Salvias geschmückt worden, die sämtlich erst während der nächsten Wochen ihre volle Blüteirpracht entfalten. Die alte Reitbahn rechts voM Portal ist zu .Automobil- und Wagenhallen eingerichtet. Eine ganz besondere Sorgfalt ist von den Großh. Herrschaften auf die Herrichtung des allen Schloßparks gelegt worden. Hier sind schöne Durchblicke geschaffen oder erweitert und bequeme Ztuhepunkte und Lauben vorgesehen worden; von dem breiten Burgplateau genießt man einen herrlichen Rimdblick auf den Taunus und die Gefilde der Wetterau, erblickt man Bad-Nauheim und die langgestreckten staatlichen Salinen, die fortgesetzt nervenstärkende Lust herüber senden. So haben Natur und menschliches Können alles getan, um den Aufenthalt aus der allen Kaiserburg Friedberg zu einen wahrhaft idealen zu gestalten. Möge er auch bei der Schwester unseres Groß Herzogs seine volle Wirkung tun! Der Kaiser in Posen. Posen, 20. Aug. Das Kaiserpa ar ist im Sonderzuge' im hiesigen Hauptbahnhos um 3 Uhr 58 Min. ein- getroffen. Zum Empfang waren auf dem Bahnhof anwesend: düs Kronprinzenpaar, die hier eingetroffenen Prinzen und Prinzessinnen des Kgl. Hauses. Das Kaiserpaar fuhr im Automobil bis zur großen Tribüne am königl. Residenzschloß. Die Truppen des Standortes bildeten Spalier, hinter ihnen die Schulen, Kriegervereine und sonstigen Vereine. Eine gewaltige Menschenmenge begrüßte das Kaiserpaar und die kaiserliche Familie mit stürmischen Zurufen. « Am Residenzschloß hatten sich, aufgestellt hie städtischen Körperschaften, die Geistlichkeit und eine Gruppe weißgekleideter Ehrendamen. Die Begrüßung durch den Oberbürgermeister. Der Zarenbesuch in Hessen. Die alle Kaiserburg zu Friedberg lenkt in diesen Tagen )ie Aufmerksamkeit der Welt auf sich, da die russische ^arensamilie als Gast des hessischen Großherzogspaares )ort für längere Zeit Aufenthalt nehmen wird. Die Ge- nahlin des Zaren, die Schwester unseres Großherzogs, 'edarf nach ihrem langen, schweren Nervenleiden zur Eigen Wiederherstellung einer wirksamen Nervenstärkung, md dazu ist die pn Privatbesitz der Großherzoglichen Fa- nilie befindliche Burg Friedberg wie kein anderer Ort geschaffen. Ruhe, Heimat und Verwandte heißen ne drei Hellfaktoren, und als wettere kommen die ozon- • riefte Luft und die kräftigenden Bäder von Bad-Nauheim n Betracht, deren wohltätige Wirkung ja alljährlich Tauende aus aller Herren Länder verspüren. Schon seit einer angen Reihe von Jahren hat die Zarenfamllie besonders im dessenlande Ruhe und Erholung gesucht und gefunden. Es var früher zumeist das liebliche Jugenheim an der Bergstraße, wo das idyllisch im Kranze grüner Laubwälder im Bergeshange gelegene Schloß Heiligenberg die Zaren- amilie zu längerem Verweilen einlud. Aber nicht allein >ie herrliche Natur, sondern auch die Stimme des Herzens, )ie engen verwandtschaftlichen Beziehungen zum hessischen Mrstenhause sprachen dabei mit. Zar Nikolaus II. hatte Prinzessin Alix zum Gemahl erkoren und freudig, wenn luch wohl schweren Herzens, war die jugendschöne Prinzessin ihm in eine fremde Welt gefolgt, freudig hat sie ne schweren Pflichten ihrer Stellung zu erfüllen gestrebt. Die Erziehung im Elternhause hatte der Fürstentochter, ■>em „Sonnenscheinchen", nicht des Lebens Schwere und Lrnst verborgen; wohlvorberettet für ihren Berus war sie dem Gatten gefolgt. Und bald vernahm man auch mit großer Freude, daß die in Jugend und Schönheit fttahlende Zarin mit größtem Jubel begrüßt und fast wie eine Heilige verehrt tonrbe. Als sie aber dann nach Jahren oer Trennung den ersten Besuch in der Heimat abstattete, mar der Sonnenschein froher glücklick>er Jugend aus dem lieblichen Anllitz verschwimden und fast einem melancholisch- ernsten' Zug gewichen, des Lebens schwerer Ernst hatte auch si. nicht verschont. Und diesen ernsten Zug konnte auch des fürstlichen Gatten treueste Fürsorge und der vluhenden Kinder frohes Lachen nicht bannen. .Aber die Heimai konnte es, der die Zarin auch heute noch mit allen Fasern ihres Herzens verbunden ist. Hier blühte die hessische Fürstentochter wieder auf. Ein paar Wochen an den trauten Stätten der Kindheit, im frohen Kreise der hehren Verwandten ließen sie leicht wieder aufleben, erstarken, gesunden. Zar Nikolaus suchte deshalb auch häufig und gern die Heimat der Gatttn wieder auf. Und doch liegt der letzte Besuch schon weit zurück. Es war vor sieben Jahren, als das Zarenpaar zur Hochzeit den Prinzessin Alice von Battenberg, der Zarin-Schwester ältesten Tochter, mit dem Prinzen Andreas von Griechenland nach Darmstadt kam und hier und in Schloß Wolfsgarten mehrere Wochen verweilte. Die Vermählung fand am 7. Oktober 1903 statt und am 4. November folgte dann in Wolfsgarten die Begegnung des Zaren mit Kaiser Wilhelm. Dann kamen für Rußland schwere Zeiten, und die Unruhen im Lande machten es dem Zaren unmöglich, Rußland für längere Zeit zu verlassen. Die Gatttn hielt getreulich bei ihm aus, aber die Sorge um das Leben des Gatten bannte jede Fröhlichkeit von ihr, ebenso der schwere Schlag, den die geliebte Schwester durch die Ermordung des Großfürsten Sergius erlitt. Einen Lichtblick brachte die langersehnte Geburt des Thronfolgers, die der Zarin Stellung und Einfluß am Kaiserhofe wesentlich befestigte. Aber die .Heimat konnte nichts ersetzen. Die Gerüchte von der stark angegriffenen Gesundheit der Zarin wollten trotz aller Ableugnungen nicht mehr verstummen, und die kurzen Reisen an die finnischen Schären brachten wenig Besserung. Nun kehrt die Zarin von neuem in die hessische Heimat zurück, hoffend, daß die milde Luft der Wetterau und die Heilquellen 9iauheims Genesung bringen werden — Hoffnungen, die das Hessenvolk aufrichtigen Herzens teilt. In die so lange verlassen gewesenen Räume des 'Schlosses Friedberg zieht damit wieder neues Leben ein. Der mächtige Basalthügel an der fruchtbaren Wetterau, auf dem sich die Burg erhebt, ist schon in alter Zeit ein Zielpuntt vieler Machthaber gewesen. Die Römer errichteten auf der Stätte der heutigen Burg, am steilen Abhang des schmalen, von Süden nach Norden ziehenden Höhenrückens ein gewaltiges Kastell zum Schutze ihrer Züge gegen die Chatten, das eine der bedeutendsten Niederlassungen innerhalb des oberhessischen Limes bildete und schon in der augustoischen Zeit lag, wie die zahlreichen alten Funde beweisen, dort eine starke römische Schutztruppe. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts stand hier eine kaiserliche Burg, und Kaiser Friedrich II. erhob 1211 die Stadt zur freien Reichsstadt. Als erster deutscher König weilte Heinrich, Friedrichs II. Sohn, 1228 und 1230 längere Zeit hier. Später residierte König Wilhelm von Holland nach dem Tod des letzten Hohenstausen auf der Burg,, dann König Adolf von Nassau, Kaiser Karl IV., Kaiser Wenzel, Ruprecht von der Pfalz und König Friedrich (1442), der letzte deutsche König, der in Friedberg vorübergehend lebte. Aus der Geschichte der Burg mag noch erwähnt sein die im Jahre 1599 hier geschlossene Uebereinkunst der Protestanten, die am 12. Dezember 1634 erfolgte Kapitulation an die Leisten, die Einnahme Friedbergs durch die Weimaraner 1640 und einige Monate später durch die Kaiserlichen, bann die zweimal von den Hessen vergeblich versuchte Ersttirmung der Burg. Am 16. Juli 1796 siegten die Franzosen bei Friedberg unter Jourdan über die Oesterreicher, und 1802 kamen Stadt und Burg, die bis dahin Jahrhunderte hindurch die ärgsten Fehden miteinaiiber geführt hatten, an Hessen, unter dessen Schutz — u-,- Frredberg bald zu einem Mittelpunkt der fruchtbaren Errigmss Welterau herangewachsen ist. ' hMlf als sechseinhalb Jahrhunderten und an den Wiederaufbau des abgebrannten Teils der Stadt int Anfang des vorigen Jahrhunderts. Weiter erinnerte der Oberbürgermeister an den Pesuch König Friedrich Wllhelms III. und der Königin Luise im Jahre vor diesem Brande, an die Ueberschwemmung des Jahres 1888, welche die Kaiserin Friedrich trotz der Krankheit ihres hohen Gemahls nach Posen zu eilen: veranlaßte, um den Bedrängten Trost und Hilfe zu bringen und schließlich an die vielfachen Beweise landesväterlichen Interesses von seiten des Kaisers, die keine schönere Krönung finden konnten, als in dem Entschluß, eine mächtige Kaiserpfalz an den Toren des alten Posens entstehen #u lassen. In das Hoch auf das Kaiserpaar stimmten die Anwesenden begeistert ein und die Glocken begannen zu läuten. Der Oberbürgermeister bot dem Kaiser, der die Uniform der 1. Posener Königsjäger zu Pferde trug, den Ehrentrunk,, den der Kaiser entgegennahm und mit einer Rede begleitete. Das Heine Töchterchen des Oberbürgermeisters überreichte der Kaiserin einen Blumenstrauß, den die hohe Frau mit huldvollen Worten entgegennahm. Unter erneuten stürmischen Hochrufen fuhren die Majestäten zum Schloß, die in den nachfolgenden Automobilen sitzenden Prinzen und Prinzessinnen wurden gleichfalls allenthalben herzlichst begrüßt. Am Schloßportal überreichte der Erbauer, Geheimer Baurat Schwechten, dem Kaiser den goldenen Schlüssel, womit dieser öffnete. Die Majestäten unternahmen dann einen Rundgang durch das Schloß und nahmen Wohnung. Die Antwort des Kaisers. Posen, 20. Aug. Die Rede des Kaisers bei der Entgegennahme des Ehrentrunks lautete: Mein lieber Oberbürgermeister! Im Namen Ihrer Maicstät der Kaiserin und Königin wie in meinem Namen danke ich Ihnen von Herzen für die freundlichen und tiefempfundenen Worte, mit denen Sie uns begrüßt und die treue Anhänglichkeit der Posener Bürgerschaft zum Ausdruck gebracht haben. Wir freuen uns, daß es durch Gottes Gnade uns vergönnt ist, heute unfern1 Einzug in die Mauern Jh«rer Stadt und die von Meisterhand errichtete Pfalz zu halfen. Wir freuen uns in unserer jüngsten Residenz-' ftadt, zu der ich die Stadt Posen hiermit erhebe, Auferfthalt zu nehmen und fortan zu ihren Bewohnern in nähere Beziehung zU treten. Möge die Bürgerschaft Posens sich beim Anblick dieser^ machtvollen Pfalz stets des landesväterlichen Schutzes bewußt sein, mit dem ich und meine Nachfolger in der Krone jede ehrliche Arbeit und Hantierung geleiten werden. Möge die Resideirz mit iljren Schwestern im Lande in Treue zu Kaiser und Reich, in Siebe zu König und Vaterland alle Seiten wetteifern und ‘fein und bleiben ein Hott und eine Pflanzstätte deutscher Kultur und «Sitte. Ich trinke auf das Wohl der Residenzstadt Posexr und ihrer treuen Bürgerschaft. Festtafel im Refidenzschloß. Posen, 20. Aug. Abends 7 Uhr fand beim Kaiserpaar im königlichen Residenzschlosse Festtafel statt. Bek dieser saß der Kaiser rechts von der Kaiserin, rechts vorn Kaiser folgten zunächst die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich, Prinzessin Viktoria Luise, Prinz August Ml- helrn, Palastdarne Fürsttn v. Radolin, Oberstmarschall, Fürst zu Fürstenberg, Overhofmeisterin Freifrau v. Thiele- Winckler, Generaloberst v. Plessen, Staatsminister Frhr. v. Rheinbaben, Generaladjutant Frhr. v. Lyncker, Wttkl. Geh. Rat v. Valenttni, Vizepräsident des Abgeordneten- l>auses Dr. Porsch; links von der Kaiserin der Kronprinz, Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz Oskar, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff, Oberstkämmerer Fürst zu Solms-Baruth, Hosstaatsdame Fräulein v. Gersdorff, österreichischer Geheimrat Graf v. Wilczek, Ehrendame Gräfin v. Bassewitz, Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, bayerischer Gesandter Frhr. v. Tücher, Kriegsminister v. Heeringen, Vizepräsident des Wgeordnetenhauses Dr. Krause, WirHicher Oberion- sistorialrat Dr. Hesettel. Gegenüber dem Kaiserpaar saß der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg. Rechts von ihm folgten: Obersttrn.chseß Fürst v. Radolin, kommandierender General Graf Kirbach, kommandierender General v. Linsingen, Staatsminister Dr. Lentze, Präsident des Ab- geordnetelihauses v. Kröcher, links: Fürst Ferdinand Radzi- will, Oberpräsident v. Waldow, Staatsminister v. Dallwitz, Präsident des Herrenhauses Frhr. v. Manteuffel/ Oberlandesgerichtspräsid. Wirkl. Geh. Rat,Dr. Gryszewski. Außer der großen Zahl der ferner Geladenen seien noch genannt: Landeshauptmann v. Dziembowski, Oberbürgermeister Dr. Wilms, Weihbischof Dr. Likowski, Geh. Baurat Professor Schwechten, Geh. Regierungsrat Withtng, früherer Oberbürgermeister von Posen. Der Triukspruch des Kaisers. Bei der Festtafel im Residenzschloß brachte der Kaiser solgenden Trinkspruchj aus: „Seien Sie mir willkommen, meine Herren, zur Weihe meiner Pfalz in Posen! Zunächst liegt es mir ob, die Schuld des Dankes absutragen an alle diejenigen, die an diesem Bau mitgewirkt haben und deren Mimifizenz der Bau zu danken ist. Ich danke der Vertretung des preußischen Volkks für die Belvilliguna der Summe für die Pfalz und hoffe, daß die hier anwesenden Mftglieder berfeiben sich persönlich davon über zeugen wollen, ob das Geld richtig angewendet sei. Ich danke dem früheren Herrn Finanzminister Frei Herrn von Rhein- haben für seine vortreffliche Vertretung dieser Sache im Landtage. Von Herzen bedankt sei der geniale Architekt Geheimer Rat Schwechten, dessen Meisterhand die Pläne und das Modell zu diesem Bau entwarf und der mit seinen vielen Mit- und Unter- arbeftern dieses stolze Bauwerk geschaffen. Ich danke allem Kirnst-' lern, Äteistern, Gesellen und Arbeitettl, die mit rastlosem Eifer an dem Bau dieser Pfalz mitgewirkt und ihr bestes .Können hineingelegt haben, um zu zeigen, was deutsches Kunstgewerbe zu leisten rmstande sei. Und Sie, meine Herren von der Provinz und von der Garnison, seien Sic hier herzlich willkommen. Mögen Sie bei dem Airblick dieser Pfalz sich vor Augen halten, daß sie cm Wahrzeichen fein soll für mein landesVäterliches Inte resse für diese schöne deutsche Provinz, die unter dem Zepter meines Harrses zu hoher Blüte emporgewackifen ist und auf deren Mitarbeit zur Hebung und weiteren Förderung der Provinz ich auch fernerhin rechne. Sie soll zu gleicher Zeit eine Ermunterung sein für einen Jeden in dieser Provinz, ber Lust üaL. mit ßeib uufe Seele und allen s Offen vacy, 22. Augufl. (Pnoanelegramm). 2NN Samstag wurde hier der 27-jährige Peter Gerhardt aus Darmstadt wegen eines Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des § 176, 3 verhaftet. G. ist ebenso wie der am Freitag verhaftete Zenger aus demselben Grunde schon mit iy2 Jahren Gefängnis vorbestraft. -ü. Lützellinden, 21. Ang. Hier fand Vorsteher» wähl statt. An Stelle des kürzlich verstorbenen Orts- Oberhauptes Hölz wurde Landwirt Hösbach gewählt. Sine Bluttat in Hanau. X. Hanau, 21. Aug. Ein entsetzliches Liebesdrama setzte heute unsere Einwohnerschaft in Aufregung. Der bei der Kgl. Pulverfabrik Hanau dienende 28 Jahre alte Zcugfeldwebel Müller unterhielt mit der 20jährigen Ber- käuferin Anna Jffland, der Tochter eines Eisenbahn-Unter» beamten, ein Liebesverhältnis, das diese aber zu lösen beabsichtigte. Heute mittag erwartete der verschmähte Liebhaber das aus dem Geschäft kommende Mädchen in der Bruchköbler Landstraße und gab nach kurzem Wortwechsel vier Revolver, schüsse auf es ab. Einer der Schüsse ging dem Mädchen in den Hinterkopf und war tödlich. Nach der Tat ent- stoh der Feldwebel aus seinem Fahrrad, wurde aber in der Nähe von Mittelbuchen ergriffen und der Militärbehörde aus- geliefert. Bei seiner Einlieferung wurde der Täter von einer großen Menschenmenge verfolgt, die heftige Verwünschungen gegen ihn ausstieß. Die Grummet Bei der heutigen a) die Zusatzprüfung in Kulturtechnik, b) die Zusatzprüsung im landwirtschaftlichen Maschinenwesen, c) die Zusatzprüfung in Forstwirtschaft, d) die Zusatzprüfung in Pflanzenzucht. Für die den Kandidaten ferner offen stehende Prüfung für Tierzuchtinspektoren gilt eine besondere Prüfungsordnung. Liudpaintuers Rückkehr. Frankfurt, 21. Aug. Heute nachmittag verbreitete sich bei dem trotz schlechter Witterung auf dem Griesheimer Exerzierplatz ausharrenden Publikum plötzlich die Nachricht, daß ein Flieger sich dem Flugplatz nähere. Und wirklich sah man vom Taunus her in rascher Fahrt einen Llpparat sich nähern. Es war Lindpa int n er, der von Oppenheim, wo er zu einer Landung gezwungen war, zurückkehrte. Er führte in einer Höhe von 200 Met Ur einige wohlgelungene Schleifen über dem Flugplatz aus und landete dann trotz heftiger Winde glatt unter dem Beifall des zahlreichen Publikums, unter dem sich Prinz Albert von Schleswig-Holstein, der Vorsitzende des deutschen Fliegerbnndes befand, der jhn besonders, beglückwünschte. (-) Hungen, 21. August. Am Samstag vormittag ist aus dem hiesigen Gefängnis ein 19-jähriger Sträfling, ein Pole, der wegen Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten zu verbüßen hatte, ausgebrochen. W. Bad-Nauheim, 21. Aug. Prinzessin Ida Reuß ält. Linie ist zur Kur hier eingetroffen. L. Friedberg, 21. Aug. Polizeirat Krämer von Darmstadt, der gestern morgen die Leitung des gesamten Sicherheitsdienstes übernahm, hatte gleich nach seiner Ankunft eine Besprechung mit Kreisrat Schliephake. Das Militärkommando stellt das in Butzbach liegende 2. Bat. des Regiments 16 8. — Die hiesige Schutzmannschaft konnte heute wieder ihre frühere, durch das Bombenattentat verwüsteten und nun wieder hergestellten Räume beziehen. Da das hiesige Post- und Telegraphenamt durch die fürstlichen Herrschaften wohl stark in Anspruch genommen werden dürfte, sind ihm noch Beamte zugewiesen worden. -m. Friedberg, 21. Aug. Heute veranstalteten die drei hiesigen Militärvereine, Kavallerie- und Train-Verein, Krieger, und Veteranen-Verein, sowie Artillerie- und Pionier- Verein, eine Gedächtnisfeier an die Schlacht bei Gravelotte. An dem Denkmal der Gefallenen wurde eine unu UU9 lujunirc uuuci in, tagt oer eine, uwent em ipottifHes Lächeln über sein sonnverbranntes Antlitz zieht, „das schönste ist, daß die Uhr täglich aufgezogen wird." !?! Ich höre, wie die Wanderer im Weitergehen noch so einige Bemerkungen austauschen. Zum Glück war keiner von unseren Stadtoberen in der Nähe. Ich glaube, daß sie von den Bemerkungen unserer Wanderer wenig erbaut gewesen wären. Aber ich glaube auch bestimmt, genützt hätte es doch nichts. Die Uhr wird doch nicht gemacht. X Hartenrod, 20. Aug. Die Verhandlung gegen die hiesige Heilkünstler-Firma findet Anfang nächsten Monats statt. [1 Marburg, 21. Aug. Heute mittag geriet hier ein junger Pferdeknecht, der zwei Pferde im Mühlgraben in die Schwemme ritt, in eine liefere Stelle und ertrank. Gedächtnisfeier abgehalten. Professor Schöll hielt die Rede. )( Aus der Wetterau, 21. Aug. ernte hat vielerorts begonnen und das Grummet ist recht ausgiebig und vorzüglich. b Ober-Wöllstadt, 20. August. Beigeordnetenwahl kamen Sieger wie Besiegte im Wirtshaus zusammen und es dauerte nicht lange, bis eine wüste Prügelei entstand. Mehrere wurden durch Messer- stiche schwer verletzt und mußten vom Kampfplatz hin- weggctragen werden. Auch diese Wahl wird, wie so viele ihrer Vorgängerinnen, ein gerichtliches Nachspiel haben. Die Aeischteuerung in Oesterreich. Wien, 20. Aug. Der Ministerrat befaßte sich in den letzten «Tagen mit der Frage der Vieh- und Fleisch- teuerung und beschloß, um eine Verstärkung des Angebots auf dem inländischen Markte herbeizuführen, unverzüglich eine vertragsmäßige Fleis ch einfuhr aus Rumänien in die Wege zu leiten, ferner mit der ungari-, s ch e n Regierung wegen Zulassung der Fleischeinfuhr aus Serbien schon vor Ratifizierung des Handelsvertrages zu verhandeln, sodann von Fall zu Fall die Erlaubnis zur Einfuhr lebender Rinder und Schweine unbedenklicher Herkunft aus -Italien, Holland und Frankreich zu erteilen, die Frage der Einfuhr argentinischen Fleisches erneut zu prüfen und schließlich eine Aeuderuug des E i s e n b a h n t a r i s e s ins Auge zu fassen, dagegen j den Erlaß eines Vieh aus fuhrv erb ots mit Rücksicht auf die L, ----- ----- u Bestimmungen der Handelsverträge nicht in Erwägung zu Vaterland schön verlaufenen Bezirkstag, ziehen. ' Die Kirch enuhr in Ulrich stein. Folgendes hübsches ffieHnrhtriiPTT m.rh uns berichtet: „Papa, genau um dieselbe Zeit Aus -fteiiett sind wir auch im vorigen Jahre hier angekommen," so hörte ich v;„ k 1 o * Mutigen Sonntag vormittag einen jungen Mann zu seinem Die Prüfungen in der Landwirtschaft anl Vater, mit dem er auf einer Sonntagswanderung begriffen, durch öerLandesuniversitätGießen. Das Großh. Hes- unseren Ort kam, sagen. „Ja, sieh mal an! Nach der Kirchenuhr fische Regierungsblatt Nr. 15, vom 19. Auaust, enthält S^nau dieselbe Zeit wie im vorigen Jahre." „Aber das kann eine Bekanntmachung die Vrüsunasordnuna für hie nic^t Umimen, wir sind doch zwei Stunden früher zu Hause eine ^eiannimacpung, oie ^rulungvoronung für ore Av- weggegangen wie im vorigen Jahre." „Und es stimmt doch," Haltung von Prüfungen in der Landwirtschaft an der Groß- sagt da ein hinter den beiden dreinkommender Wanderer. „Und herzoglichen Landesuniversität Gießen betreffend. .An der H?enn Sie vielleicht nächstes Jahr wieder hierdurch kommen, so Landesuniversität können zwei verschiedene land- !^^ 9e.l“u ebensoviel Uhr." Da schlägt die Uhr auf dem Kirch- wirtf chaftlicke Prüfungen abaeleat werden- t5n?Är-^iecÄei9ey Minuten nach sieben; aber i x avgetegr werden es schlagt fünfmal. Kopffchuttelnd gehen die Touristen weiter. L ore Prüfung für das Lehramt der Landwirtschaft ,,Ja, und das schönste dabei ist," sagt der eine, indem ein spöttisches (Landwirtschastslehrer-Prüfung), r":~ r——-*■------- 2. die Abgangs-(Diplom-)Prüfung. Zu beiden können außerdem als. Zusatzprüfungen vier Prüfungen treten: Ausland. Nach Blättermeldungen aus Athen sollen türkische Soldaten in das griechische Kloster Batopedi auf dem Berge Athos eingebrochen sein, zwei Mönche mißhandelt und nach Salonik mitgeführt haben. Unter den Mönchen des Athos herrscht große ^Erregung. Am 21. Aug. fanden die Wählen zur Nationalversammlung statt. Sie verliefen überall ruhig. Der englische Handelsminister Winston Churchill, der sich gegenwärtig in Athen befindet, sprach den Wunsch aus, der Wahlhandlung beizuwohnen und sich nach mehreren Wahlbezirken zu begeben. . Am 23. August in der Frühe erfolgt die Proklamation Montenegros zum Königreich, unmittelbar darauf wird sie den fremden Vertretern mitgeteilt. Es findet ein Tedeum und im Anschluß daran Gratulationscour statt. Ms Doyen des diplomatischen Korps wird der italienische Gesandte namens seiner Kollegen den neuen König beglückwünschen. Das Eintreffen des italienischen Königspaares! wird am 22. August erwartet. Aus Bluesields wird gemeldet, daß Estrada Gra-! nada erobert habe. Aus Portsmouth wird gemeldet: In Gegenwart oes spanischen Königspaares wurde der neue Dread- Pfizer //£ r i0dom Stapel gelassen. Das ^chrsf hat eine Wasserverdrängung von 22500 Donnen, eine von zehn 13,5 Zöllern und soll eine Ge- von 21 Knoten erreichen. " w m a r e d i S t a di a fand am Samstag ^P^wart des Königs und der Königin der p ^?^danzerschiffes „Dante A l cg h i e r i" statt- Mxxi Stapellauf wohnten außerdem die Witglieder I Ginntn mit juarbeitcn an ber Entwicklung und FörderungIder königlichen Familie die MinMer Varlamentarrer uno WeS schonen Landes. Wge Gott seinen Segen zu diesem Werke eine zahlreiche Menschenmenae bä ' äeten und möge die Provinz Posen grünen, blühen und sich ent-1 AusEbal DnfurSnnt gu CIn Edelstein in meiner Krone. Darauf wollen wir unsere (^nweibnri^dpa. L n Crr^tr^ xTiqa7 der der Maser erheben. Die Provinz Posen Hurra, Hurra, Hurra!" ^ren ^07 von fana- Samstag abend fand im Posener Kaiserschloß eine E.ufelmanen rnl Marrakesch ermordeten Dr.Mäu- Berenade statt, an der 400 Sänger des Posener Pro- ?)amp hielt der Mrmster des Aeußern Prcho n eine Steije, Vrnzial-Sängerbundes teilnahmen. Bei der Tafel überwies ^ ?er er bie Pottttt der Radikalen pmes und sagte, die der Kaiser dem Generalsuperintendenten a. D. Dr. 5iesekiel ?^^ere Pottttk Frankreichs sei eine Politik des Frie- einen Betrag von 150000 Mk. aus seiner Privat- der nationalen Würde, und feine mili- schatulle zu den Baukosten des Liakonissen- iaryche Macht solle das Pfand seiner friedlichen Politik sein, heims. L Telegramm der „Newyork Tribuna" aus New- Ein Feldqotteßdienst, I^Vleans meldet: Präsident Madriz hat auf sein Amt Posen 21 Auaust Der Kaiser die Kaiserin ?^^rchtet und K mit feiner Familie gefluchtet. Er C rJ eV . c[rTn' I)at Jose Estrada, den Bruder des Führers der Auf- btesKronprinzessin sowie die anderen ständischen, zum Nachfolger ernannt. Estradas Armee anwesenden Prinzen und Prinzessinen des königlichen Hau- verfolgt ihn und steht jetzt vor Managua. ses nahmen heute vormittag 11»/, Uhr an einem — — - ■ — go11esdienst teil, der auf der Esplanade des Forts „M- Ans StaOt und Land, mary" abgehalten wurde. Neben dem Feldaltar waren r M 99 9rnA1,rz 1Q1n die Fahnen der Garnison aufgcftellt; zur Seite des Altars ber A qn cu.an dem 0 / -n. t -r? bie Vertreter von 37 Bezirksvereinen teilnahmen Der Bezirks- Spalier. er Reichskanzler ist abgereist. Vorsteher Lehrer Daab-Lollar eröffnete den Bezirkäta/ mit Der Kaiser verblieb nachmittags im Schloß. Um 4 Uhr einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Aus ber Jahresrechnung war Damcnempfang bet der Kaiserin. Es tour« daß im Frühjahr 1910 sür bie Vereine den empfangen die Damen der höheren Militärs, die Damen Ak 20000 Patronen von der höheren Beamten und die Damen des landesansässischen daß meite« Gewehre und Wow»“fütVOftober'ÄTIÄ >»tAoels. Zugegen waren auch die anwesenden Prinzessinnen, können. Nachdem die Kameraden Grünig und Schwarz- Um 9 Uhr begann der Zapfenstreich des MÜrsikkorps Gießen die Rechnung geprüft hatten, wurde dem Rechner Vo l'k- der Garnison. Die Musikkorps rückten dabei auf den Ehren-I und dem Bezirksvorsteher Da ab Ent- hof des Schlosses. Die Stadt ist glänzend beleuchtet. k von der Providentia, ber * Dassialotterie, der Gesellschaft Zürich und für Bezug von Hassia- Berlin, 20. August. Laut dew „Reichsaureiger" ver- « wurden insgesamt 825,22 Mk. an die Vereine des lieh der König der Stadt Posen aus Autaß^ der^inweihung bwTaiff „ CfaÄ Bericht über des Schlosses den Titel Resideuzstadt. Ans Anlaß der Ein- die Ünterstüsung ber Kameraden, die bei dem f"äbUr toechung des Königlichen >L>chlo>ies in Po>en hat der Kaiser Bankkrach schwer geschädigt wurden. Aus dem Bezirk Gießen eine grvsze Anzahl von Orden verliehen. Men 25 Vereine Gaben an die Sammelstelle gelangen lassen. » In Orten, wo sich schon Hassiavereine l^siirden, muß ein neu gegründeter Verein bei Aufnahme in den Hassiaverband erhöhten Eintritt b^ahlen. Zu dem Bezirksfest in Londorf teilt .der Vorsitzen^ mit, daß auf die Huldigungstelegramme an Kaiser und Großherzog Antworttelegramme an den Bezirk eingetroffen sind Auf Vorschlag des Kameraden Kern-Mainzlar würbe der bisherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wieder- gewählt: Vorsteher Daab-Lollar, Stellvertteter Leun- Grotzenliiiden, Rechner Volkmann-Heuchelheim, Schriftführer S ch i f f n i e - Gießen und K e i l - Klein-Linden. Zum Vertrauensmann für das Sammelwesen im Se^irf wurde Wagner- Gießen bestimmt. An Mitglieder, die 25 Jahre ununterbrochen einem Hassiaverern angehören, sollen besondere Abzeichen ausgegeben werden. Hauptmann Gabriel-Gießen dankt dem Bezirksvorsteher und dem Gesamtvorstand für die eifrige Tätigkeit. Der Bezirksvorsteher gedenkt noch des Feldzuges 1870/71, besonders beö Anteils ber Hessen in den Kämpfen um Metz, und dies! Veteranenappells zu Darmstadt. Sein Hoch galt den Veteranen. Bürgermeister Leun schloß mit einem Hoch auf das geeinte Landwirtschaft. — Ob st markt in Gießen. Bei hinreichendem Angebote soll Aniang Oktober d. Js. wieder in Gießen ein Obstinarkt abgehalten werden, der von Obstzüchtern, Vereinen, Gemeinden und Straßenverwaltungen der ganzen Provinz beschickt werden kann. Zu dem Obstmarkte wird zugelassen: a) sortiertes Taielobst 1. und 2. Auswahl und b) gevflücktes, sortiertes Wirtschastsobst. Tafelobst darf nur in einheitlichen Behältern in Mengen von 50,25 und 10 Pfund verpackt zum Markte gebracht werden. Die Verpackungsbehälter und Materialien können' zum Selbstkostenpreise vom Land- wirtschaftskammer-Ausschuß in Gießen bezogen werden, der auch aui Wunsch Marktordnung und Anmeldeschein an Interessenten abgibt. Der Obstmarkt, auf dem eine große Nachfrage nach geeignetem Obste zu erwarten ist, wird nur abgehalten, wenn hinreichend große Mengen Obstes garantiert sind. Die Obstzüchter werden deshalb aufgesordert, ihre ungefähren Angebote sobald wie niöglich dem Landivirtschaftskammer-Ansschuß in Gießen, spätestens bis zuni 15. September mitzuteilen, der über das weitere Verhalten dann Aufschluß erteilt. Der Ueberlandflug Frankfurt-Mainz-Mannheim. Schauflüge am Samstag. Frankfurt a. M., 20. Aug. (Priv.-Tel.) Den Wetter-, Prognosen zum Trotz, die für drei Tage stürmisches Wetter an» gekündigt hatten, flaitte um 7 Uhr der Wind fast vollständig ab, fo daß die Flieger Lindpaintner, Lochner, Plochmann und Wien-^ eziers zu sehr schön gelungenen Schauflügen aufsteigen konnten. Plochmann erreichte dabei die größte Höhe von 70 Meterw Lochner hat die feste Absicht, morgen ftüh 5 Uhr zum Ueberlandflug, zu starten, da nunmehr sein Motor tadellos arbeitet. Auch die übrigen Flieger beabsichtigen, wenn irgend möglich, morgen M aller Frühe zum Ueberlandflug auf&ufteigen, | Der große Tag. f I) .Mainz, 22. Aüg, 1 I Auf dem großen Sande hatte sich am Sonittag früh eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Lochner war auf dem Griesheimer Sand um 5,8 Uhr aufgestiegen. Um 5^ Uhr ging durch die Menge ein freudiges Jauchzen, in der Nähe ber Christus-« nrche sichtete man den ersten Flieger, doch infolge starken Nebels verschwand er wieder, um später aus der Richtung Biebrich kommend um 5,48 Uhr auf dem großen Sande zu landen. Es war Lochner; er streifte mit seinem Apparat dicht über den Bäumen, landete aber dann glatt. Der Flieger war ziemlich erschöpft, er wartete auf sein ihn begleitendes Automobil, in dem sich außer seiner Frau die Monteure mit dem Benzfth und Werkzeug befanden. Nach 25 Minuten kam das Automobisi die Veiffpätung hatte seinen Grund in einem unterwegs erfolgtes Motorschaden, der erst behoben werden mußte. Lochner erklärte, baß es sehr schwer gewesen sei, sich bet dem herrschenden Nebel zurechtzufinden. Die Fahrt berat Main entlang fei ziemlich gut verlaufen, aber je mehr er sich dem Rheine genährt, desto mehr Nebel und Wind habe geherrscht^ Sein Apparat sei manchmal bedenklich ins Schwanken geraten. Infolge des Nebels habe er sich verirrt uitb sei bis Wiesbaden gelangt, erst als er dort die glitzernde Kup* pel der griechischen Kapelle wahrgenommen, habe er ge« wendet, fei über Biebrich nach dem großen Sande gesteuert^ Unterwegs habe sein M ot or plö tz l i ch v er f ag t; er fei aber wieder in Tätigkeit getreten, dadurch sei er tiefer hinab und nun mit größter Mühe über die Bäume gekommen. Während Lochner seine Maschine nachfüllte, kam die Nach^ richt, daß Jeannin um 5,59 Uhr in Frankfurt aufgestiegen: und bald zu erwarten sei. Um das Flugfeld frei zu machen, stieg Lochner um 6,25 Uhr auf und fuhr dem Rheine zu, machte dort die Wendung rheinaufwärts und verschwand bald den Blicken! der Zuschauer. Wie man später hörte, landete Lochner mrt 9'Ubr 27 Min. 41 Sek. auf dem Flugfeld in Mann beim. Unterwegs war Lochner mit seiner Maschine über die Bäume geraten, bie er stark streifte, auf einer Wald,' chweise mußte er niedergehen. Landleute halfen ihm feinen Apparat auf freies Feld zu tierbringen, von dort konnte er dann; nach Mannheim weiterfahren. Kaum war Lochner vom großen Sand in Mainz verschwunden» als Jeannin in Sicht kam. Er überflog 6,34 Ubr in einer Höbe von 150—200 Meter das Flugfeld und fuhr bann, nachdem; er eine schöne Schleife gemacht hatte, nach Weisenau zu wckter. Er war kaum fort, als auch schon die Nachricht eintraf, daß, Lindpaintner in Frankfurt 6,14 aufge stiegen und bald zu erwarten sei. Zehn Minuten vor 7 Uhr konnte man ihn in weiter Ferne sichten. Er fuhr in langsamer Fahrt in einer Höhe, von 3—400 Meter. 7,2 Ubr überflog er das Flugfeld, machte zweimal eine großartige Schleife und dankte dem Publikum für die lebhafte Begrüßung mit der rechten Hand, dann wendete et\ id) dem Rheine zu. Kurz nach 8 Uhr kam die Nachricht, dast Lindpaintner um 8,10 Ubr in Geinsheim bei Groß-Gerau, infolge Motorschadens landen mußte. Auf Benachrichtigung kamen von Frankfurt im Automobil Monteure dorthin und besserteni den Schaden aus. Lindpaintner fuhr nach 11 Uhr nach Frankfurt zurück, um von dort aus erneut zu starken^ In Mannheim landete I e a n n i jt jint i7j Uhr 45 Min«. 20 Sek. glatt auf dem Flugfeld. Montag früh werden bei günstiger Witterung acht Fliegeü! auffteigeu und ihren Flug nach Mainz—Mannheim unternehme^’ Fritz Rosenbaum Telephon «92 Löwengasse 2V der Bestattungsgenossenschaft der freien Schreiuervereinigung Gießen Danksagung innigsten Dank. 4536 Die trauernden Hinterbliebenen Wieseck, 22. August 1910. Giessen: Marktplatz 18 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Ottilie Eckhardt, geb. Kreiling sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Psarrer Bernbeck sagen lililT Färberei Gehr. Rover, Frankfurt a. M.-Giessen ‘ÄÄKS** 22 qm St. 4 St. 6 I. Geländer. Drucksachen aller Art Ausstattung slHrein u.preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei. 26 Stück tannene Türen, 27 Stück tannene Türen, Damen und zweiKinderertrunken, wahrend drei Per- bnen gerettet werden konnten. Auf der Spree in der Nähe von Treptow fielen Sonntag früh zwei)unge Kaufleute beim Balgen aus dem Motorboot ins Master und ertranken. In Thalheim bei Tuttlingen sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag zehn Häuser niedergebrannt. Ein 10jährigerKnabe ist in den Flammenumgekommen. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt. In der Nacht auf Freitag ist in Ernsdorf bei Bielitz der Gasthof Krehut vollständig abgebrannt. Hierbei wurden drei Personen verbrannt und drei schwer verletzt. Die Vossische Zeitung meldet aus London: In der Nacht zum Sonntag brannte das Warenhaus Morley u. Lancelev in Brigton vollständig nieder. Nur mit Mühe gelang es, die im oberen Stockwerk schlafenden 120 Angestellten zu retten. im Süden Hessens stiegen die Temperaturen bis 29 Grad. Beim Abzug des Wirbels und Vordringen des westliches Hochdruckgebietes tritt wieder trockenes Wetter ein. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag dem 23. August 1910t Abnehmende Bewölkung, trocken, etwas kühler. 6/4-Glas. Schreiuerarbetteu. LoS 1r 5 Stück Eichenholztüren, Abschlüsse re. LoS 2: 4 Stück Eichenholztüren, Abschlüsse 20. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Die westliche Zyklone ist nordostwärts nach Schweden gezogen und hat bei ihrem Vorüberzug heute vielfach Regen hervorgerusen. Auf der Vorderseite des Wirbels herrschte gestern heiteres und sehr warmes Wetter; Kunft und Wissenschaft. Kopenhagen, 20. Aug. Das Komitee für die Mik- kelsen-Expedition erhielt vöm zweiten Kommandanten des Expeditionsschiffes „Alabama", Premierleutnant Laub, ein aus Aalesund datiertes Telegramm, in dem es heißt: Die Teilnehmer an der Expedition feiert am Abend des 7. Juni in Aalesund eingetrofsen. Die „Alabama" sei Ende März 1910 vom Eise zermalmt worden; im Herbst 1909 halten drei Mann zu Schlitten eine Expedition nach Lamberts- land unternommen; von diesen sei nur die Leiche des Eskimos Broenland gefunden und begraben worden. Mikkelsen und Jversen traten am 3. März 1910 den Marsch von der Dovebucht nach dem Danmarksfjord an und hinterließen Anweisungen, die Expedition am 1. August 1910 auf alle Fälle anzutreten. Bei der Abreise der Expedition von der Shannon-Insel am 7. August waren Mikkelsen und Jversen nicht zurückgekehrt, so daß angenommen wird, daß beide entweder die Reise durch den Peary-Kanal nach Kap York fortgesetzt, oder übersommert haben, um längs der Ostküste zurückzukehren. Im Winterhafen auf der Shannoninsel wurde von der Expedition ein Haus gebaut und dort Proviant für zwei Mann auf zwei Jahre hinterlassen. Einem der Teilnehmer an der Schlittenreise im Herbst sind die Füße erfroren; sonst ist alles wohl. — Kurze Nachrichten aus Kun st u. Wissenschaft. Direktor Adalbert S t e f f l e r vom Stadttheater in Hanaua. M. ist die Direktion des Fürstl. Schauspielhauses in Putbus a. Rüg., das er bereits seit 12 Jahren leitet, bis zum Jahre 1915 weiter übertragen worden. — Zum Novelletten-Preisbewerb bet neuen, ab 7. Oktober d. I. erscheinenden Münchener Wochenschrift „Licht und Schatten" sind nicht weniger als 1016 Arbeiten eingelaufen. — Der Privatdozent für Turbinenregelung in der Abteilung für Mafchineningenieurfvefen der Berliner Technischen H o ch s chu l e, Diplomingenieur Wilhelm W a g en- bach, Sohn des G i e ß e n e r B ü r g e r s W a g e n b a ch, ivurde als etatsmäßiger Professor an die Technische Hochschule in Breslau berufen Wagenbach ist feit November 1901 Konstruktionsingenieur für Wasseikrastmafchmen an der Berliner Technischen Hochschule bei Prof. E. Reichel. — Es steht eine preußische Ministerialverfügun g bevor, nach der den Tierärzten der Dr. med. vet., den bisher in ganz Deutschland nur die Universität Gießen verliehen hat, auch in Preußen — andere deutsche Staaten dürften bald nachfolgen — verliehen werden soll, und zwar vom 1. Oktober d. I. ab. Das erste Jahr sollen, wie die Vossische Zeitung schreibt, da das Abiturientenexamen für Studierende der Tierbeilkunde erst seit einem Jahre obligatorisch ist, auch Nicht-Maturi, falls sie den wissenschaftlichen Anforderungen genügen, bei Würde teilhaftig werden können. Neubaubureau Irrenanstalt I. V.: Heyer.______ Klavier- Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführung durch Willi. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Piano bändig, u. Reparatur- Werkstatt«, Seltersweg OL Mittwoch den 24. dS. Mtd., | versteigere ich im Bieker scheu Saale Neustadt 55: ’ um 2 Uhr nackm.: 2Sofa, IKonsol, 1 Sofatisch, 1 Waich- kommode mit Marmorplatte und Spiegelatlfsatz, 2 Robr- stühle, 6 Säulenstühle, em Schreibtisch, 1 Weißzeug- schrank, 2 Sessel. 1 Nähtisch, 1 Verliko, 1 Nähmaschine, 1 Klavier, 9 Wirtstische- u. 33Stühle, 1 Etagere,! Waschtisch, 1 Bild (Die heil. Nacht), 5Pserderegcndecken, IPart. 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Das „Journal" wird den Club de France ersuchen, die sportliche Leitung zii übernehmeit und wird mit dem gleichen' Ersuchen an die Fliegnklubs Deutschlands, Belgiens und Großbritanniens herantreten. Das Blatt hofft, daß keine politische Empfindlichkeit sich über eine frieblicfyc Invasion aufregen wird, zu welcher die Flieger aller Länder eingeladen lverden sollen. Sollte aber die geplante internationale Rundfahrt unerwarteterweise nicht Zustandekommen, dann soll der Preis von 200 000 Frs. für eine Rundfahrt durch Frankreich verwendet werden. Glaserarbeiten. _ „er. < LoS 1: Darunter ca. 63 qm Sprossenfenster, 13 qm Spiegel- und Rohglas-Verglasung, 36 qm 6/4-Glas. LoS 2: ca. 58 qm Fenster, 14 qm Spiegel- und Rohglas, Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinignng Mainzlar sind nachstehende Arbeiten aus dem Wege schristlichen Angebotes zu vergeben: Verschleifung des Hasselwegs veranschl. zu 1800 Mk. Rollierung des Sailbachgrabens , » 150 » Drainagearbeiten e - „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Mainzlar offen. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen, sind verschlossen und mit Aufschrift versehen an Großh. Bürgermeisterei Mainzlar einzureichen, woselbst deren Eröffnung Montag den 29. dS. MtS., Norm. 10 Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter stattfindet. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagssrist 3 Wochen. B”/8 Gießen, den 12. August 1910. Großh. Aulturinspektion Gießen. H. LtejnLsÄ-. Bekanntmachung. Am 23ten August 1910, nachmittags 4 Uhr, soll aus breiigem Güterschuppen, 1 Sack gebrannter Kaffee ca. 25 kg, 1 Sack roher Kaffee ca. 21 kg, 1 Wanne Schmieriene ca. 50 kg und 2 Kisten Seife ca. 120 kg öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung verkauft werden. G r o ß e n - L t n d e n, den 20. August 1910. Güterabfertigung. Mühlsachfen. Lich, den 20. August 1910. Fürchltch Solmsische Rentei: Kreiling. Grummetgras Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich. Das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen re. wtrd ücritGigcrL^^^ t)cn 29 August l. I., vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der ^stadt zusammen zirka 80 Morgen, wobei ausdrücklich bemerkt wird, daß die Abteilungen 1 bis 6 und die Abteilungen 11 bis 17— 2b Morgen der sogenannten Wörthwiefe nicht versteigert werden., Zusammenkunft auf der Fürstlichen Wiese gegenüber der Pemmuble. An demselben Tage uachmtttagS prazts 1 Ubr von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich zusammen 6 Morgen. Zusammenkunft in dem Schloßgarten an der Eisenbalinbrücke. Donnerstag, den 1. «sevtcmbcr l. I., vorm. praztS 8 Ubr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, ^ber- und Niederbessingen im Ganzen 12a Morgen. Zusammenkunft in Visitenkarten liefert rasch and billigst Brühl’sche üaiv^DrnckereL „Behaftet mit hartnäckigem Hautausschlag habe ich nach 1 Stück Zucker s Patent Medizinal - Seife ein vollständig reines Gesicht. — Ich gebrauche Ihre Seife zeitlebens. O. W. in Guben/' ä Stuck 50 Pf. (15o/oig) u. 1.50 M. l35°/oig, stärkste Form). Dazugeb. Zuck-_2- (5rcme 75 Pfg. u. 2 Mk., ferner Zuck^-Seife lmilds50 Pf. U.1.50M. In der UniverfitittS, C^tocb u. Hirsch Apotheke, bei Aug. Stoll, (y. Seibel, W. Kilbingcr und Otto Schaaf.____________(sF/u. Schlosserarbeiteu. LoS 1: 2350 kg Gitter, 1170 kg _ Loö 2: 5 Stück eiserne Fenster, 6 Stück Füllunqsqttter. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Baubureau, Ltcher Straße 106, zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke (ohne Zeichnungen) werden so lange der Vorrat reicht gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei bi§ zum Eröffnungstermin am Dienstag dem 13. September 1910, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber stattfinden wird. Zuschlagssrist 4 Wochen. Gießen, den 19. August 1910. Großh. Hochbauamt Gießen Bekanntmachung. Zum 1. Oktober ds. Js. ist di- Bahnhofswirtschaft aus der Station Rockenberg neu zu verpachten. Zu derselben gehören ein Warteraum, eine Veranda und ein Kellerraum. Wohnung für den Wirt ist nicht vorhanden. Angebote find gefchloffen bis zum 1. September ds. ^zs. M die Bahnverwaltung in Butzbach einzusenden. Butzbach, den 17. August 1910. Dl7. Vutzbach-Licher Eisenbahn-Mtlen-Gesellschast._________ Vergebung von Bauarbeiten. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Bauarbeiten zur Vergebung im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: I. LeichenhauS 8. Glaserarbeitcu: Darunter ca. 18 qm Fenster mit Sproffenteilung, 14 qm Verglasung re. Schreinerarbeiten: 9 Stück ein- und zweifl. Türen 5 qm Fenster- Vor- und Deckbretter, Fußsockel und dergl. Schlosserarbeiteu: 13 qm eiserne Fenster, 9 Stück Türen anzu- chlagen re. II. Festes Haus T. wage. III. nm 3 Ubr: 16Mistbeetfenster. Die Versteigerung unter II. findet bestimmt statt. (4539 Geißler. Gerichtsvollzieher. Vergessen Sie nicht bei cintretenbem Bedarf in Bindfaden, Packstricken meine Spezial - Preisliste zu verlangen. (4535 Ludwig Lazarus. Asterweg 53. Fernspr. 505. Die Cholera in Italien. Rom, 21. August. In den letzten 24 Stunden sind in Trani neun neue Cholerafälle festgestellt worden und fünf Todesfälle, unter denen sich drei Fälle von früheren Tagen befinden. In A n d r i a wurde ein neuer Fall und ein Todesfall festgestellt. In Barletta sind drei neue Fälle und zwei Todesfälle, in Rupo ein tätlich verlaufener Fall, in Cerignola drei Erkrankungen und zwei Todesfälle, von denen sich einer auf frühere Tage bezieht. In Bari Bitonte, Biceglie, Cerato und Spinazzola ist kein neuer Erkrankungsfall zu verzeichnen. Nachrichten aus anderen Teilen des Landes besagen, daß die sanitären Verhältnisse in allen Provinzen zufriedenstellend sind. Madrid, 21. August. In allen Häfen und Grenzorten wurden wegen der in Italien aufgetretenen Cholerafälle strenge Manßahmen getroffen. Tie von Südamerika kommenden spanischen Schiffe, die gewöhnlich nach .Genua gehen, werden in Barcelona festgehalten. Triest, 20. August. Die Behörden haben umfassende Vorsichtsmaßregeln gegen die Einschleppung der Cholera aus Süditalien getroffen. Dcrmifcbtcs. * Eine Stadt, die in die Luft gebaut ist. Eine merkwürdige einzigartige Anlage hat die Stadt Acoma, die drei englische Meilen südlich von Mesa Encantada in Mexiko liegt. Die Stadt ist auf einen Felsen erbaut, der ein Prachtbeispiel einer phantastischen Ausnagnng durch das Wasser bildet, denn seine Seiten hängen in einer Höhe von fast 400 Fuß weit über. So stellt er einen ungeheuren Pilz dar, der nur in bex Mitte gestützt ist und ringsherum in der Luft schwebt. Die Stadt, die auf dieser meerumspülten lustigen Höhe errichtet ist, führt ihren Ursprung in ferne Vergangenheit zurück: sie bestand bereits, als 1540 die.ersten europäischen Forscher sie besuchten und einen Bericht von dieser wundersamen Ansiedelung und den interessanten Baulichkeiten, die sie enthält, gaben. Kleine Tngeschronik. Beim Kentern eines Ruderbootes auf der Havel in der Nähe von Schildhorn sind am Sonntag nachmittag ein Herr, zwei Griginal-Drahtmetemngen. Vom Flugplatz Johannisthal. Berlin, 22. Aug. Aus dem Flugplatz Johannisthal flog Dörner gestern um den von einigen Herren des Kriegsministeriums für den Flieger, der bei einer Höhe von 20’ Metern einen 10 Kilo' schweren Sandsack auf eine Flache von 5 zu 3 Metern werfen würde gestifteten Preis von 400 Mark. Dörner flieg mit einem Begleiter auf und warf zwei Säcke in die abgesteckte Fläche. Er erreichte nicht ganz die vor geschriebene Höhe, wird aber trotzdem den Preis erhalten. Der badische sozialdemokratische Parteitag. Offenburg, 22. Aug. Die badischen So ziaIbento/ traten haben auf ihrem hiesigen Parteitag mit 136 gegen 36 Stimmen die Zustimmung ihrer Landtagsfraktion zum Budget g utgeheißen. Die gegen die Haltung der Badener, insbesondere von preußischen und sächsischen Parteigenossen, gerichteten Angriffe mit dem Verlangen einer Mandatniederlegung der badischen Abgeordneten, wurden als anmaßend zurückgewiesen. (144 gegen 1 Stimm e.) Weiter wurde eine Entschließung, die Budgetzu stim mungl für nicht gerechtfertigt zu erklären und insbesondere die Hofgängerei einzelner Parteigenossen zu verurteilen, mit 144 gegen 33 Stimmen abgelehnt und schließlich mit 153 gegen 24 Stimmen eine Resolution angenommen, die es mißbilligt, daß interne' Parteiangelegenheiten in öffentlicher Volksversammlung verhau-, delt werden sollen. Diese letztere Verwahrung richtet sich ba» gegen, daß in Offenburg eine Versammlung mit Rosa Luxemburg als Referentin angekündigt ist, deren Inszenierung auf den dif - sentierenden Abgeordneten Geck zurückgefuhrt toirb/ Maurer (München), als Vertreter der bayerischen Landes-. Organisation, führte aus: Die Bayern sehen, daß ihr Badener marschiert, vielleicht nicht immer in unbedingtem klassenbewußtem Paradeschritt, aber ihr marschiert. Fuchs (Straßburg) beglückwünscht namens der elsaß-lothringische.p Sozialdemokraten hie Badener zu ihren Erfolgen, * rm. Darmstadt, 22. Aug. In außerordentlicher Sendung trifft heute nachmittag als Beauftragter des Königs von Spanien der Jnfant Ferdinand mit großem Gefolge hier ein, um dem Groß Herzog die Insignien de§- Ordens vom goldenen Fließ zu überbringen. Am Bahnhof findet großer Empfang statt. Der Jnfant nimmt Wohnung im Nesidenzschloß. Morgen findet große Galatasel statt. Frankfurt a. M., 22. Aug. Das Befinden des kürzlich abgestürzten Fliegers, Oberleutnants Thiede mann, hat sich nach seinen eigenen Angaben derart gebessert, daß er außer Parisi 22. Aug. Der Direktor des Mont Blane-Obser- vatoriums, V a l l o t, ist von E h a m o n i x aus mit zahlreicheir Trägern und Führern nach dem Gipfel ausgebrochen. Eetinje, 21. Auy. Der König der Bulgaren und Prinz Boris sind hier eingetroffen. Athen, 21. Aug, Mitternacht. Die Wahlen zur Nationalversammlung sind, soweit bisher bekannt geworden ist, ohne Zwischenfall verlaufen. Die endgültigen Ergebnisse werden nicht vor Dienstag veröffentlicht.. Algier, 22. Aug. Die beiden nach der Türkei ver-, kauften Schiffe der deutschen Marine sind auf der Fahrt nach der Türkei gestern hier eingetroffen und haben mit den vov Anker liegenden Schiffen Salutschüsse ausgetauscht. Im Winter 8 Bielefeld. nff“/. bescheinigt. (v"/> WA] 2 - Zimmer - Wohnung mit Küche im Hinterhaus Sicher Straße 17 zu vermieten. OriginaBM 06916] 2 Mans. -Zimm, und Küche zu verm. Steinstr. 70 p., Bureau. Nähmaschinen 6 Zimmer 4471 L Althosf, Konkursverwalter. 2501 1$ Schrift!. Ai an den Gießener Anzeiger erb. 3 Zimmer Reh, Justizrat. D“/, 3it verkaufen (Dffciir Slrllcn 8ü vermieten Hermes Lehr-Institut für Damen und Herren, Giessen. Bahnhofstr. 27 II. Gute u. gewissenhafte Ausbildung in Schön- und Schnellschreiben, Buchfübruna n. eint, oopp. und amertk. System, kaufm. Rechnen. Korrespondenz, Lvcchsellcbrc, Stenograpble, Maschinen schreiben, Rund- u.Lackfchrist:c. — Tages- und Abend-Kurse. — Anmeldungen täglich. 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B. in eine im Fall der Uneinbringlichkeit mit sechs Tagen Gefängnis zu verbüßende Geldstrafe von dreißig Mark und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Dem Beleidigten, Straßenbahnkontrolleur Mehrbach und seiner vorgesetzten Behörde, der Gr. Bürgermeisterei Gießen, wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil dieses Urteils binnen einer Woche nach Zustellung einer Ausfertigung durch einmalige Einrückung im „Gießener Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils Schirme werden repariert sowie neu überzogen, wozu nrofie Auswahl xnr- Stoffe -tu auch farbig u. m. bunten Kanten. (C18/4 — Fachkundigen Rat. — Casseler Schirmfabrik, Giessen, Seltersweg 9. Sommerfrische ,Honigmühlel Herrlich im Sicbenmüblental bei Wetzlar. von Wetzlar in 45 Minuten zu erreichen. 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