Ich verbleibe zugehen. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter König Wilhelm R. Ihr wohlgeneigter König Wilhelm R. Tas Handschreiben cm den Minister v. M o l t k e hat folgenden Wortlaut: Mein lieber Staatsminister von Moltke! Nachdem ich Ihnen burd) Erlaß vom heutigen Tage die n ad; gesuchte Dienstentlassung in Gnaden erteilt habe, kann ich mir nicht versagen, Ihnen für die treuen Dienste, welche Sie in Ihren mannigfachen Aemtern mir und dem Vaterlandc geleistet haben, meinen königlichen Tank auszusprechen. Als Zeichen meines Wohlwollens verleihe ich Ihnen die Königliche Krone zum Roten Adlcrorden erster Klasse mit Eichenlaub und laste Ihnen die Dekoration hierneben zugehen. lich-anhaltischer Staatsminister und Bevollmächtigter zum Bundesrat. Anfang 1910 wurde er zum Sbcrpräftdenten von Schlesien ernannt. Die beiden neuen Minister sind nicht unbekannt und politisch schon scharf hervorgetreten. Freiherr v. Schor lemer, der Katholik ist, stand an der Spitze der dem Zentrum abgeneigten deutschen Vereinigung, die bei den letzten Reichstagswachlen sich die tatkräftige Förderung der Bülow'schen Blockpolitik angelegen sein ließ. Auch bei der Beratung der Wahlrechtsvorlage im preußischen .Herren Haus suchte er durch seine bekannten Vermittelungsantrig- den zerrissenen Draht zwischen Konservativen und Liberalen wieder anzuknüpfen, allerdings bei dem mangelnden Entgegenkommen beider Parteien ohne Erfolg. Herr v. Schor lemer, der neue Landwirtschaftsminister, ist am 29. September 1856 in Alst, Kreis Stein- furt i. W. geboren. Er besuchte die Universitäten in Würz bürg und Göttingen, wurde Reserendar in Göttingen, Osnabrück und Celle, machte 1884 sein Assessorexamen, war dann Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft in Pose:, und dann in Düsseldorf. Im Jahre 1888 wurde er Justitiar bei der Kgl. Regierung in Magdeburg. Zwei Jahre später wurde er Landrat in Neuß. Im Jahre 1898 wurde er Lberprasidialrat in Magdeburg, ein Jahr später Vorsitzen der der neu errichteten Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz. Im März 1900 trat er aus dem Staatsdienst aus. Am 14. Januar 1901 wurde er ins Herren haus berufen, im Jahre 1905 wurde er zum Oberpräsi- denten der Rheinprovinz ernannt. Herr v. Dallwitz, der neue Minister des Innern, gehörte zu den sog. K'analrebellen und wurde als solcher mit den anderen frondicrenden Landräten gemaßregelt. Später war er Staatsminister von Anhalt und feit vorigem Jahr Oberpräsident von Schlesien. Seine Ernennung zum Minister des Innern hat nicht überrascht, da man feine Breslauer Tätigkeit lediglich als ein Uebergangsstadium cmfaf). Johann v. Dallwitz, der neue Minister des Innern, war schon einmal Minister und zwar im Herzogtum Anhalt. Er ist im Jahre 1855 in Breslau geboren, wo er jetzt als Oberprasident wirkte Er hatte die Universitäten Bonn, Straßburg und Leipzig besucht und war als Regie - rungsassessor in Königsberg und Liegnitz tätig, in den Jahren 1887 bis 1899 war er Landrat des Kreises Lüben. Er wurde bann Regierungsrat beim Oberpräsidium in Posen. Im Jahre 1900 wurde er Vortragender Rat im Ministerium des Innern, schied aber 1902 aus dem preußi sehen Staatsdienst aus. Ein Jahr darauf wurde er herzog- wird leider nicht erwähnt: auf natürlichem Wege gebildet wird, genau wie die Perlen in den Muscheln; daher besteht diese Perlenart cbensalls aus einzelnen Häuten. Wie verlautet, soll Fürst Albert oon Monaco sich für diese Entdeckung lebhaft interessieren. — Ein „lukullisches" Mahl. Wie uns Plinius berichtet, verfielen die durch das Uebermaß des Tafelluxus abgestumpften Römer seinerzeit darauf, als ein neues Reizmittel für ihren Gaumen sehr große, in den Eichenbäumen vorkommende Würmer, „Eossus" genannt, zu verspeisen. Was mögen dies nur. für „Würmer" gewesen sein? Der römische Natursorschcr beschränkt sich auf die kurze Angabe daß sie in Eichenbäumen zu finden seien. Der berühmte französische Gelehrte Fabre, der im April dieses Jahres sein 50 jähriges Jubiläum als Insekten- scrscher feierte, erzählt davon in „Ein Blick ins Käserleben" ''Stuttgart, Franckh'sckw Verlagshairdlung) folgende kleine Ge- schick.te: „Außer den Larven des Heldbocks und des Hirschkäfers, in denen man den berühmten „Wurm" des römischen Natur- ft,rschers wiedererkennen will, ist mir noch eine Larve bekannt, die vermutlich der echte Eossus ist. Gesunden habe ich sie aus felgende Weise: Ich begab mich eines schönen Wintemachmittags, mit einem kräftigen Brechwerkzeug versehen, auf einen Baumschlag, aus dem ich schon vor einiger Zeit Fichtenstämme bemerkt hatte, in denen geräumige Freßgänge zu sehen waren, und fing an, in ein paar Stümpfe einzudringen. Das Holz, das außen^dürr und trocken ist, besteht im Innern aus weichen, zunderartigen Schichten, und in diesem seuchten, warmen Moder wimmelt es non feisten Larven in der Dicke eines Daumens. Sie sind von hübscher Elsen- beinfarbe und haben eine seidenweiche Haut, so daß sie, wenn das Voiurteil nickt wäre, sogar 'Xppetit erregend wirken könnten. Denn jede dieser Larven sieht aus wie ein von frischer Butter strotzender, durchsichtiger Darm. Bei diesem Anblick kommt mir ein Gedanke: Ms ist der „Eossus", der eckte Eossus, mit dem sich die ungefüge Heldbocklarve gar nickt messen kann. Warum soll ich nicht das vielgenihmte Mahl versuchen? Die Gelegenheit ist günstig und kommt vielleicht nicht so bald wieder. Ta uns über die Art, wie die Eossus zur Zeit der Cäsaren zubereitet wurden, nichts überliefert ist, so wähle ich ein möglichst einfaches Verfahren. Au ’ kleine Spießchen gereiht, werden fie auf dem Rost einer lebhaften Kohlenglut ausgesetzt. Eine Messerspitze Salz als nnerläßlickies Gewürz tüt umere Speisen ist die einzige Zugabe. Der Braten bräunt sich, schrumpft ein wenig zusammen und weint ein paar dicke Oeltränen, die bei der Berührung mit den Kahlen Feuer fangen und mit einer schönen, weißen Flamme brennen. Das Mahl ist fertig und wird noch warm aufgetragen. Ter Braten ist saftig, weich und würzig. Es hastet ihm ein Geschmack wie von gerösteten Mandeln an, den ein seines Vanillenaroma noch seiner macht. Kurz, meine Tischgenossen finden das Wurmgericht sehr annehmbar, ja, man könnte sagen, vorzüglich. Nur die Haut läßt zu wünschen übrig, fie ist zu zäh. Es ist wie eine delikate Wurst in Pergamentpapier; der Inhalt ist köstlich, die Hülle ungenießbar! Arinst, Wissenschaft uuö Leben. — Tie Horen-Ausgabe von Schillers sämtlichen Werten in 16 Bänden, die der durch seine Propyläen- Äusgabe von Goethes sämtlichen Werken gesdsätzte Verlag Georg Müller in München ankündigt, wird bei allen Schiller-Verehrern den gebührenden Beifall hüben. Die Ausgabe, die auch bic Briese enthalten wird, fußt aus den Texten der besten Sckftl.'r- Ausgaben unter Hinzuziehung alles neu aufgerunbenen unb verfolgt ebenso wie die Propyläen-Ausgabe von Goethes Werken den Gruiidsatz der zeitlichen Anordnung, ohne natürlich dabei in pedantische Zerstückelung des innerlich Zusammengehörigen zu verfallen. Von allen Anmerkungen und sonstigem Eritndxm Apparat ist in der Horen-Ausgabe, die dem lebendigen Gemme bestimmt ist, abgefchen. Der Druck auf eigens hergestelltem reuten Hadernpapier mit Schillers Unterschrift als Wassereichen bepngt in alter Fraktur W. TrugiUin in Leipzig. Zu Weihnachten 191U werden zwei Bände uorliegen. Im Anschluß an die Horen-Aus gäbe werd n in gleicher Ausstattung unb in gleichem Format zwei Ergänzungsbände veröffentlicht werden, die eine ^Biidet- funbe Schillers' und feiner Werke, feiner Berwattdten, Freunde unb Wohnstätten in Lichtdruck unb .Kupfergravüre enthalten, ferner Einblattdrucke, Schriftproben, Dokumente ufiv. Der erste Band: „Schiller unb Sckftllers Werke nach Bildern und Stickten aus der Zeit" wird zu'Weihnachten fertiggestellt fein. — Neue Blumen. Aus London wird berichtet: Der Blumenfreund und der Botaniker, der die kürzlich eröffnete große Aufstellung für Gartenkunst in den Londoner Temple-Gardens besucht, wird durch einige neue Blumen überrascht, die bisher so gut wie. völlig unbekannt waren. Besonders fallt eine Art Rhododendron auf, die erst vor kurzem in Ncordchtna entdeckt wurde Sie unterscheidet sich sehr stark von den bisher bekannten unb gezüchteten Rhododendron. Eine neue Art der selben Pflanze macht bei den Fachleuten Aufsehen: bic Blumen sind zweimal so groß wie alle bisher bekannten Rhododendroit- blütcn, prachtvoll ist vor allem die Farbe, em zartes, aber bock dabei leuckstträstiges Rofa. Aucki em neuer Bastard der Asckenpflanze fesselt bic Fachleute: bic Blätter ftnd^ von emem Weiß, das nur leicht ins Grünliche spreit, rn der 3TTxC>1 (1 !»latt für den Ureis Stetzen W W -SoKy 3 R| Q B H I I ■ S B Mr B jährl. ansschl. Besteüg. (Trenstag undFreiragi W M M 8W W W B B K B A ® 81 A BS M R B Zeilenpreis: lokallöVf^ Zweimal monatl. Land M K HL M W ausivärlo 20 Pienniq. wirtschaftliche Sestfrageu V U W B ▼ Mr ■ ▼ H V Chetredakteur:A. Goetz. Fernsprech - Anschlüsie: « Zf f»? Verantwortlich ftär den für bie Redaktion 112, ■ polinschen Teil: August WM General-Anzeiger für Goerhessen WM “iS --rnM°A"suh7 Rofafiottsörutf und Verla? »er vrühl'lchen Univ.G-ch' und Lleindruckerei H. Lange, «cdattion. Srpedition und Druckerei: Schulftratze 7. «Hb Betraut wurde, nehmen die biplomatifcgen Schritte einen langsameren Weg. Die Mgierung wird deshalb acht £agc auf die verlangte (Genugtuung warten. Wenn jedoch nach Ablauf dieser Frist eine (Genugtuung ausbleiden sollte, wird die Regierung alle notwendigen Maßnahmen $ur Wahrung der Interessen und der Würde Rumäniens ergreifen. ________________________________ Das amtlicheLrgebnis derWahI inZriedberg-biidingen. Friedberg «Hessen, 18. Juni. In der Reichstags-Ersatzwahl Friedberg-Büdingcn sind nach endgültiger Feststellung 20 351 Stimmen abgegeben worden und zwar für Schreinermeister B u - sold ^Sozialdemokrat> 9551 Stimmen, für Rechtsanwalt 2r. v. H elm o l t (Bund der Landwirte) 6395 (Stimmen, für Professor van Calker (Nationalliberal) 4397 «Stimmen: acht Stimmen waren zersplittert. Es findet Stichwahl statt zwischen Busold und Helmolt. Wahl Humor. In einem kleinen Taunusdörfchen fand sich in der Wahlurne ein Stimmzettel mit folgender, Inschrift: Ich wähle Busold nicht, denn er ist rot; Ich wähl Oriola nicht, denn er ist tot; Ich.wähl von Helmolt nicht, er ist geadelt; Ich wähl van Calker nicht, er wird getadelt. * e. Ostheim, 19. Juni. Hier und in den umliegenden Ortschaften Langenhain, Fauerbach v. d. H., Münster, Hoch- weisel sprach heute Lehrer Dem- Neu-Isenburg 'über die bevor st ehende Stichwahl und forderte die Wähler auf, äusammenzustehen gegen die Sozialdemokraten. In Niederweisel sprach Herr Hirschei-Friedberg. DK Bewegung gegen die Enzyklika. Gießen, 20. Juni. Vom Evangelischen Bund wird uns geschrieben: Unter dem Eindruck der imposanten P r o t e ft - V e r s a m m - lu n g gegen die Borromäus-Enzyklika, die von dem hiesigen Zweigverein des Evangelischen Bundes veranstaltet war, seien noch einige Bemerkungen gestattet: Immer mehr bricht sich die Ueberzengung Bahn, das die offizielle Note des Vatikans vom 13. Juni cujc hinreichende Genugtuung nicht gibt: die Beschimpfung des Protestantismus wird in vollem Umfang aufrecht erhalten. Ja, nach neueren telegraphischen Meldungen scheint es fast, als ob der Vatikan in Abrede stelle, daß ein ausdrücklicher Befehl an die deutschen Bischöfe ergangen ist, die Enzyklika nickt von den Kanzeln und in Verordnungsblättern zu verösfcnt- liciven. Im besten Falle hätte die Staatsaktion nichts gebracht als die praktisch bedeutungslose Maßnahme der Nichtveröffent- lichung von den genannten Stellen aus. Sodann ein päpstliches Bedauern, das tatsächlich nichts zurücknimmt. — Nunmehr muß die Hoffnung und Arbeit des EvangelischenBundes darauf gerichtet sein, immer mehr Mitglieder zu gewinnen und zu werben, damit er in Stund gesetzt wird, in den gewiß noch bevorstehenden sckpveren Zeiten für die Segensgüter der deutschen Reformation und die Weckung evangelischer Gesinnung noch entschlossener und tatkräftiger zu arbeiten. Berlin, 19. Juni. Im Zehlendorfer Teil des Grünewalds veranstalteten heute der Evangelische Bund und der Gustav - Adolf-Verein eine Massenkundgebung unter freiem Himmel gegen die Borromäus-Enzpklika. In einer Entschließung, in der die tiefste Entrüstung über die in der Enzyklika enthaltenen SckwräHungen ausgesprochen und die Antwortnote des .stardinalstaatssekretärs nicht als Abschwächung oder Zurücknahme 0er Beleidigungen anerkannt wird, werden von der Reichsregierung und den Bundesstaaten Maßnahmen gefordert, die eine derartige Störung des konfessionellen Friedens in Zukunft unmöglich machen. Die Entschließung wird dem. Reichskanzler überreicht werden. Roosevelts Rückkehr nach Amerika. N c w y o r k, 18. Juni. Unter stürmischen Ovationen enter großen Menschenmenge ans allen Staaten Amerikas traf Roosevelt an Bord der „Kaiserin Augusta Vietoria" in der Quarantänestation am .Hudson ein. Roosevelt ging an Bord eines Zollkutters, begrüßt von Sirenensignalen sämtlicher Schiffe. Eine große Menge Fahrzeuge mit verschiedenen Korporationen folgten. Am Batteryparl, wo Roosevelt landete, war eine Tribüne errichtet, auf der sich 2500 geladene Gaste, Mitglieder des Kabinetts, Bundessenatoren, Kongreßmitglieder, Mitglieder des diplomatischen Korps in Washington, Gouverneure verschiedener Staaten, Bürgermeister vieler Städte und andere im öffentlichen Leben bekannte Persönlichkeiten, befanden. Bürgermeister G a y n o r hielt eine Begrüßungsansprache, auf die Roosevelt erwiderte. Namens des Präsidenten Tast wurde Roosevelt von dessen Adjutanten, Kapitän Butt, dem Marinesekretär Meyer und dem Sekretär des Ackerbaudepartements Wilson bewillkommnet.. Alsdann fuhr er, begleitet von einer dreihundert Mann starken Abteilung seiner alten Rauhreiter, über den festlich geschmückten Broadway nach dem Zentralpark, wobei er von zahlreichen Organisationen, der (Vereinigung der Veteranen des spanisch-amerikanischen Krieges und einer unabsehbaren Volksmenge stürmisch begrüßt wurde. Hierauf begab sich Roosevelt nach der Osterbay, wo die Nachbarn gleichfalls eine herzliche Kundgebung veranstalteten. Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Juni 1910. "Der hessische Städtetag, der am Samstag in Mainz stattfand, sprach sich einstimmig gegen den Antrag der Ersten Kammer auf Besteuerung des landwirtschaftlich benutzten Grundvermögens nach dem Ertragswert auf der Basis der jetzt gültigen Grundsätze des Vermögenssteuergesetzes aus. Bezüglich der Einführung der Billett st euer nach der Vorlage des Landtags ist der Städtetag der Ansicht, daß sie von den jeweiligen örtlichen Verhältnissen abhänge. ** Tie Provinzial-Siechenanstalt war nach dem letzten Jahresbericht für 1908/09 mit 162 Männern und 163 Frauen, im ganzen also mit 325 Pfleglingen belegt. Ihrer Konfession nach waren 284 Evangelische, 36 Katholiken und 5 Juden in der Anstalt. Unter den Pfleglingen waren 215 ledig, 25 verheiratet, 83 verwitwet und 2 geschieden. Unter den Siechen befanden sich 25 Selbstzahler, 12 Pfründner der Plockschen Stiftung in Gießen. 2 auf Kosten der Freiherrl. Riedeselschen Ren klammer in Lauterbach untergebrachte Pfleglinge; 286 der Insassen waren auf Kosten der Armen pflege ufttK aufgenommen.. Die letzteren verteilen sich auf die Kreise wie folgt: Alsfeld 35, Büdingen 28, Friedberg 84, Gießen 91, Lauterbach 30 und Schotten'16, ferner ist noch ein Pflegling auf Kosten der Krankenkasse Nicder-Wöllstadt und ein Ortsfremder auf öffentliche Kosten in Pflege. Im Laufe des Betriebsjahres war die Männer- ckbteilung stets voll besetzt und 12 bis 25 Personen waren zur ständigen Aufnahme vorgemerkt. 5 angemeldete Personen starben, ehe ihre Ausnahme bewirkt werden konnte. Auch die Frauenabteilung war meist voll belegt. Von den Insassen starben 31 und zwar im Alter von 20 bis 30 Jahren I, bis 40 Jahr 1, bis 50 Jahr 1, bis 60 Jahr 3, bis 70 Jahr 8, bis 80 Jahr 12, bis 90 Jahr 5 Pfleglinge Zur Entlassung aus der Anstalt kamen (int ganzen 19 Pfleglinge- 5 in andere Anstaltspslege, 8 verließen die Anstatt hcuulich, um nicht wteder zurüekzukehren, 5 mutzten wegen bewußter Widersetzlichkeit aus der Pflege entlassen werden und ein 12jähriger Knabe wurde von seiner Mutter zuriickgeholt, weil er Heimweh hatte. In der Oetvnvmie der Anstalt wurden 300 Zentner Kartoffeln geerntet. Die Schweinemast gab einen Reingewinn von 2600 Mk. JSie Hühnerhaltung hatte c^s Erträgnis 270.1 Eier. Die Siechenanstalt hal für das Rechnungsjahr 1910/11 eine Ausgabe von 143 010 Mk., dem stehen an direkten Einnahmen 73 040 Mk. gegenüber, wozu Zuschüsse des Staates in Höhe von 20 000 Mart und der Provinz in Höhe von 50000 Mk. hinzukommen Außerdem trägt die Provinz die Verzinsung der auf der Anstalt in Höhe von 600 000 Mk. ruhenden Schuld zu 3i 2 Proz. mir 21000 Mk. int Jahr. ** Besichtigung des Schlachthofes. Die Pharmazeut. - n a h r un gsmi t t elchein isch e Abteilung des chemischen Laboratoriums veranstaltete gleichzeitig mit dem Ext'ursionSamt der freien Studentenschaft am letzten Samstag unter Führung des Abteilungsvorstehers Privatdozent Tr. Feist eine Besichtigung des Schlachthofes, dessen Einrichtungen von Di- rettor M odde nach der technischen und wissenschaftlichen Seite hin erläutert wurden. Den Beispielen am lebenden und am frischgcschlachteten Tiere gesellte sich noch eine lehrreiche Uebersicht ertränkter Organe, parasitärer Schäden und Vergleichsproben gesunden und beanstandeten Materials, so daß die Teilnehmer sich den Führern in diesem wichtigen, sonst schiver zugänglichen Wissensgebiet zu großem Dank verpflichtet fühlten. ** Die Heugrasversteigerung auf den im Besitz der Stadt befindlichen Wiesen (122 ha) brachte einen Erlös von 20 100 Mk. gegen 22 531.75 Mt. im Vorjahre. Tie Versteigerung^ der Kreszenz auf den Feld- und Waldwegen an der Wieseck-Böschung, der Kläranlage, am Friedhof und auf dem teilweisen Gelände des Stadterweiterungsfonds ergab 1549.30 Mk. gegen 774.50 Mk. des Vorjahres. Der Erlös ist bei dem fetzt recht niedrig stehenden Preis des Heus recht gut zu nennen. * * Der Eisenbahnerverein unternahm gestern einen Ausflug nach Mar b u r g und den umliegenden Auslugsorten. Tie Beteiligung war sehr zahlreich. Die zweite Abteilung des Vereins macht nächsten Sonntag denselben Ausflug. * * S ch ü tz e n f e st. Ende Juli veranstaltet der Schützenverein wie "alljährlich ein volkstümlich ausgestattetes Schützenfest auf dem Schützenplatz an der Kaiser-Allee. * * Silberne Hochzeit. Tie Eheleute Schutzmann Bernhard Krause hier begehen Mittwoch, 22. d.'Mts., das Fest der Silbernen Hochzeit. * * Stadttheater. In der morgigen Aufführung der bekannten Operette „Der Vogelhändler" lvirken amtliche ersten Operettenkräfte mit, die Damen Brill und Rosarita, sowie die Herren Seybold und Wernert. Tie Regie liegt in den bewährten Händen des Herrn Norden und es darf nach allen Vorbereitungen eine sehr hübsche, abgerundete Vorstellung erwartet werden . ** Einen außer ordentlichen turnerischen Erfolg hatte gestern der hiesiige Turnverein bei dem alt- lerühwten Feld berg fest. Er hatte dahin 10 Wetturner entsendet, von denen die Hälfte preisgekrönt wurde. Die Anforderungen, die auf diesem klassischen deutschen Volksturnfest diesmal gestellt wurden, waren außerordentlich hoch, so daß von den 1180 versammelten Wetturnern aus nah und fern etwa 900 leer ausgingen. Die beste Leistung überhaupt hatte ein Gießener Turner zu verzeichnen, Heinrich Noll, der als vorjähriger erster Sieger außer Wettbewerb mitturnte und den diesjährigen ersten Sieger um 6 Punkte überholte. Er erzielte 87 von 90 höchsterreichbaren Punkten. Auch die übrigen Turner hielten sich recht wacker. Es erhielten Ludwig Bepler den 6. Preis, Karl Müller den 20., Nud. Wenzel den 22. und Karl Loos den 26. Preis. Den 1. Preis errang Josef Lindner von Frankfurt, der im vorigen Jahre in Cincinnati auf dem deutsch - amerikanischen Bundesturnfest erster Preisträger war. * * Unfall. Heute nacht stürzte der Müllerknecht M. Philipp in angetrunkenem Zustande aus dem Fenster seiner im 1. Stock des Hauses Schützenstraße 17 befindlichen Wohnung in den Hof. Außer Verletzungen am Kopf trug er anscheinend schwere innere Verletzungen davon und mußte durch Mannschaften der Sanitätskolonne in die Klinik gebracht werden. * * Neue Kehrichtwagen hat die Stadt angeschafft und in der vergangenen Woche in Gebrauch genommen. Die Wagen sind in Eisen hergestellt, sind bequem und leicht bou einem Arbeiter zu fahren. Sie sind mit einer Einrichtung versehen, um den Kehricht leicht von der Straße aufzunehmen und .mit einem einfachen Handgriff in den Wagen zu befördernd Vorerst sind 12 solcher Wagen im Gebrauch. △ Wisselsheim, 19. Juni. Das BezirkSkrieger-- rcft für den Hassiabezirk Friedberg fand heute hier in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins statt. Um 2 Uhr bewegte sich ein Festzug von fast 40 Vereinen durch das schön geschinückte Dorf nach dem am Ortsansgang nach Bad-Nanheim zu gelegenen Festplatz. Die Fell- und Weiherede hielt Pfarrer Weck-Steinfurth. Der hiesige Kriegerverein nnirbc 1901 gegründet und zählt nahezu 50 Mitglieder. A Aus dem Hütten berg, 19. Juni. Das Hüttenberger Sängerbundesfest wurde heute in dem schön gelegenen Nieder-Kleen abgehalten. Zahlreiche auswärtige Sänger aus dem Hüttenberg, den: Kleebachtal, Blitzbach, Großen-Linden und Lang-Göns, im Ganzen 19 Vereine, nahmen am Feste teil. Der Bundesvorsitzende, Lehrer Guentzer - Nieder-Kleen, hielt die Festrede über die Be- beutung des Gesangs und das deutsche Lied. Daran schlossen sich die Gesangsoorträge der Vereine. A Bad-Nanheim, 19. Juni. Heinrich Langsdorf IV., der frühere langjährige Beigeordnete und Ortsgerichtsvorsteher unserer Stadt vor Einführung der Städteordnung, ist gestorben. 1 Hoch weise!, 19. Juni. Sonntag, 3. und Montag, 4. Juli, feiert der hiesige, unter Leitung des Lehrers Metzler stehende Mannergesangverein sein Fa h n e u w ei h f est. Eine große Anzahl von auswärtigen Vereinen hat sich bereits angemeldet. fc. ©arm ft ah t, 19. Juni. Oberlandesgerichtspräsident Kullmann, der einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in Hofheim i. Taunus verbringt, wird am 1. August d. I. die Dienstgeschäfte wieher aufnehluen. Das 5. vundesseft des Lahwvünsberg-Turnbundes. 8. Odenhanf en a. d. Lahn, 19. Juni. Ter Turnverein "eierte heute, begünstigt vom schönsten Wetter, das Fest seiner a b n e n w e i h e, verbunden mit Vern 5. Bundes fest de? Lahn-Dünsberg-Turner blindes. Schon am Samstag abend waren Abordnungen fast sämtlicher Bundesvcreinc erschienen. In der Frühe des Sonntag morgen tagte auf dem an der Lahn brücke gelegeneil Festplatz auf der „Pfingstweids das Kampfgericht unter der Leitung des Bundesturnwattes Schund! Launs- back Um 8'> Uhr traten 96 Turner zum Einzelwetturnen am Um die Mittagsstunde füllte sich der geräumige Feftplatz mib um 2' - Uhr konnte der stattliche Feftzug, der sich aus 30 Vcrenicn zusammensetzte, ausgestellt lverden. Nach hem Umzug wurde zunächst die von der Firma Hisgen-Lich ausgeführte Fahne, ihrer Bestimmung übergeben. Vorsitzender Bechthold sprach nach einer kurzen Begrüßung allen Spendern, besonders dem Grafen. Eberhard von Schlvettn, Dank aus, worauf Frl. El. Rohrback einen gut gesprochenen Prolog vortrug. Der vom Gesangverein unter Leitung des Herrn Schönhaber vorgetragenc Fcftgruß: „Gut Heil, so schallt es in die Runde" (v. Schrebold) sand großer: Beifall. Inzwischen wurde imcber flott geturnt 19 Musterriegen und zwei Damenriegen sanden viele Zuchauer. Es war eine Lust, den Freiübungen der 140 Turner zuzusehen. Ebenso fanden bie Stab- und Freiübungen der Damcnrtegen lebhafte Anerkennung. Gegen 7 Uhr konnte ber Bundeslwrsttzende 2 aubert - Wißmar die Preisverteilung bekannt geben. Pretje erhielten im Einzelwetturnen: . m Heinrich Rohrbach, Dollar, 69'/, Punkte, Preis; Baltt). Bonarius, Gr.-Bufeck, 65, 2.; Lubw. Ho'mann, Lollar, 6o, 2: Karl Winter, Launsbach, G4%, 3 ; Karl Klinke!, Lollar, 64%, 3.; Wilh. Frank, Lollar, 63%, 4.; Ludw. Hofmann, Wieseck, 62%, 5.; cherb. Will, Launsbach, 62%, 6.; Rob. Eifeubut, Wieseck, 62'/«, 7; Karl Öövr, Launsbach, 61*/,, 8.; Ehr. Karber, Odenhausen, 60%, 9; Wilh. Schreiner, Wieseck, 60, 10.; Wilh. Ott, Ruttershausen, 59%, 11.: Gust. Weller, Wieseck, 59%, 12; Wilh. Junker, Wieseck, 59%, 13; Georg Becker, Wieseck, 59%, 13: Wilh. Schwalb, Daubrmgen, 59%, 14.; Herrn. Trommersh., Wißmar, 59%, 15; Lubw. Krast, Obenhcuüen, 58%. 16.; Lubw. Klinkel, Lollar, 58%, 17.; Lubw. Pfeiffer, Launsbach, 58%, 18.; Karl Hitz, Lollar, 58'/«, 19.: Ernst Will, Launsbach, 58, 20; Karl Schlierbach, Rodheün, 57%, 21; Vnbiu. Müller, Lollar, 57%, 22; Otto Lehr, Daubrmgen, 57%, 23; Wilh. Schicierstem, Launsbach, 57%. 23; Ernst Teibel, Lollar, 56%, 24; Heim. Kloos, Gr.-Buseck, 56%, 25; Heinr. Hofmann, Lollar, 56%, 25; Wilh. Schmibt, Waldgirmes, 56%, 25; Heinr. von der Heidt, Haufen, 56%, 25; Wilh. Walker, Gr.-Buseck, 56%, 26; Christoph Rohrbach, Gr.-Buseck, 55%, 27; Bhil. Wagner, Gr.- Buseck, 55%, 28; Heinr. Waller, Gr.-Buseck, 54%, 29; Ludw. Lotz, Wieseck, 54%, 30; ' Gg. Kratz, Gr.-Buseck, 54, 31; Gottsr. Speier, Obenhcuüen, 53%, 32; Lubw. Oswalb, Lollar, 53%, 33; Otto Hartmann, Ätzbad), 53, 34; Karl Weller, Atzbach, 52%, 35; Heinr. Lewst, Rodheun, 52%, 36; Heinr. Spaar, Wißmar, 52%, 36; öcinr. Atzbach. Steinbach, 52%. 37: Gg. Sdmübt, Robheim, 52%, 37; Herrn. Schmibt, Launsbach, 52%, 37: Arm. Krämer, Ruttershausen, 51%, 36; Wilh. Dambmann. Gr.-Buseck, 50%, 39 ; Karl Wagner, Wißmar, 50%, 39; Ph. Klein, Lollar, 50%, 40.; W. Weller, Atzbach, 50%, 40.; H. Frank, Wißmar, 49%, 41.; Will). Lehr, Da ubringen, 48%, 42; Heinrich Deibel, Wieseck, 48%, 43.; Ludw. Weber, Atzbach, 48%, 43.; W.Henkelmann, Wißniar, 48'/«, 44.; Emil Bergen, Allendors, 47%, 45.; Wilh. Wehn, Mainzlar, 47%, 46.; Ernst Schwarz, Ruttershausen, 47%, 46.; Wilh. Teibel, Lollar 47%, 47.; Willy Jung, Dorlar, 47, 48.; Jak. Schnetder, Stein; bad)', 46%, 49.; Ludw. Schlund, Hausen, 46%, 50.; Reinhardt Lotz, Allendori, 45%, 51.; Friede. Kienholz, Fellingshausen 45% Punkte- 52. Preis. M »l st e r r i e g e n: 1. Preis Launsbach mit 34,92 Punkten, 2. Preis Wieseck mit 33,80, 3. Preis Großen-Buseck mit 33,32, 4. Preis Lollar (Akt.) mit 31,90, 5. Preis Wißmar mit 31,13, 6. Preis Lollar (Zögt.) mit 31,08, 7. Preis Steinbad) mit 30,32, 8. Preis Ovenhausen (9(ft.) mit 30,26, 9. Preis Annerod (Akt.) mit 30,16, 10. Preis Odenhausen (Zögt.) mit 29,32, 11. Preis Launsbach (Zögl.) mit 29,03 12. Preis Robheim (Zögl.) mit 27,96, lü. Preis Annerod (Zögl.l mit 25/4, 14. Preis Garbenleich mit "25,53, 15. Allendors a. d. Lda. mit 22,84, 16. Preis Torlar mit 22,00, 17. Preis Taubringen mit 21,24 Punkten. Tie diesjährige Bundes-Turnsahrt wurde dem Turnverein Launsbach, für den letzten Juli-Sonnlag d. Js., und das nächstjährige BimbeS-Turu'est dem Turnverein Atzbach übertragen. Für den Herbst (September) ist ein Berg-Turnfest, vielleicht aus dcni Schifienbcrg, in Aussicht genommen. Mainzer Ruder-Regatta. Mainz, 19. Juni. Zu der diesjährigen Jubiläumsregatta des Mainzer Ruder- vereins, ber sich erst kürzlich in Berlin ivieb-cr als einer der besten gezeigt hatte, war eine außerordentlich große Anzahl von Meldungen eingelaufcn, darunter die des besten Gegners. Es standen schöne und spannende Rennen in Aussicht, und was die Fahrtenliste versprach, die Ruderer haben es gehalten. Es kamen saft durchweg gut geschulte, regelrechte Kräfte an bett Start, der biesmal wegen des Brückenumbaues etwas weiter stromauf gelegt worden war. Selbst die Sonne ist den Siegern hold, denn trotz der Morgens regenschwerer Schwüle, erstrahlt sic am Nachmittag in rundlicher Fülle und übergießt die wogende Bahn und die bunt- bewimpelte^ Dächer der Tribünen mit heiteren Farben. Nebenbei brennt sie "auch hart auf die bewegten Scharen der Zuschauer, die unter ihrer drückenden Last den Beginn des Rennens Zehn- lichft erwarten. Das bedeutendste Ereignis des ersten Tages bildete der Sieg Ernst M a s ch m a n n s von der Mainzer R.-45 ber als Junior eine bessere Zeit fuhr (8,46) als die Senioren heute (Sieger 9,00V Er gewann im Einer gegen den vor jährigen Sieger in ber Rheinmeifterschast, M ü l l er , von ber Frankfurter R.-G., ber das Rennen aufgab, weil er schlecht vom Statt fani. Maschmanns Sieg gewinnt noch dadurch an Bc bcuhing, daß der Ruderer zum erstenmal int Einer startete. Aum ber Vierer ohne Steuermann, ben ber Mainzer R.-V. gegen den Lubwigshafener gewann, gehörte zu ben „Ereignissen". 1. Rhein-Vierer. (Herausforderungspreis% „Wassersport Düsseldorf" 7,39 Sieger gegen „Kölner Ritder-Vercin" 7,44 mit 2 Längen. An dritter Stelle „Gießener Rnber-Vcr- c i n" 7,45. 2. Einer. (Meisterschaft auf dem Rhein.) Sieger:, „Mosch mann" (Mainzer Ruder-Gesellschaft) 8,46,. Nünning h ost Ruh rott. 8,51, Müller von Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" gab auf. 3. Gaftviere r. (Wanderpreis der Stadt Mainz.) Der Ludwigshafener Ruder-Verein geht allein über die Bahn 8,14. 4. Beschränkter Vierer. Rudervereist Sturmvogel Karlsruhe 82/ö, Ruderklub Wiesbaden 8%. Diese Fahrt brachte einen äußerst interessanten Schlußkampf zwischen den beiden angeführten Vereinen, außer benen noch beteiligt waren: Ruder-Gesellschaft Heidelberg 8,15, Ruder-Klub Frankfurt 8,45. 5. Zweiter Eine r. (Ehrenpreis. ! Sieger: Hch. «Bog! (Frankfurter Ruder-Gesellfchaft Germania) mit 8,44, Roßkath (Köln-Wafscriport) 8,48, Vögele-Ulm 8,52. 6. Zweiter Vierer. Sieger: Frankfurter Rudervercin 7,50 gegen Kafteler R. G. 7,58, Mainzer R G 8,01, Heilbromter R. G. 8,08, Frankstirt führt das Rennen und siegt mit 2 Längen. 7. Anfänger-Vierer. Kafteler Riibcr-Qyeseilsebast ge winnt mit 8,50 gegen den Mainzer Ruder-Verein 8,58, Düne! borfer Ruder-Verein 8,58 und die Gießener R n d e r - (v c f e l l s ch c f t 9,09. 8. Doppelzweier ohne Stcuerman n. Wegmi Kol > lision. zwischen den beiden ersten führenden Booten ^Kölner „Wafser- spart" und Frankfurter Rudergesellfktmft Germania ^beginnt ev> neues Rennen, anbei „Wassersport" ansscheidct. Sieger blieb ber Ulmer Ruder Klub Donau mit 7,58 bei großem Vor'prung. 2. R.-G. Ruhrott 8,05, 3. Essener Turn- und Fechtticgc 8,0J. Löweugasse 20. Telephon 692. Der Bestattnugsgenofsenschast der freien Schretnervereinignng Gießen Fritz Rosenbaum Man verlange Preisliste. im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Diezstrasse 7), den 18. Juni 1910. 3389 Die Beerdigung findet Dienstag den 21. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Tod.es - Anzeige. Heute abend entschlief nach langem, schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Herr Konrad Jonker FMotor- Berlin, 18. Juni. Ter Luitkreuzer „P. II". der Mr# mittags zu einer Fernfahrt aufgestiegen war. lehrte um 10 Uhr über Crmricnbiirfl und Iciicl zurück und landete glatt und ohne jegliche .’öilfe, sonne ohne Jnmiipruckmohmc bet Taue. Griginal-Drahtnrelvungen. RB Darin stabt, 20. Juni. Der unter der Beschuldigung des Mordversuches seit Anfang April in Untersuchungshaft gewesene Kunststeinfabrikant Klein von Nauheim, der auf seinen Teilhaber Ewingcr geschossen haben sollte, ist außer Verfolgung gesetzt und entlassen worden. Ewinger ist wieder hergestellt. New-York, 19. Juni. Heute früh wütete hier eine halbe Stunde lang ein furchtbarer Zpl l on. Durch Blitzschläge und Ertrinken sind dabei zehn Menschen umge- kommen; viele Personen wurden verwundet. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag dem 21. Juni 1910: Meist heiter, trocken, mäßig wann, Nord. Handel. — Der c r ft c neue 9t vggeu Aus Berlin inirb .gemeldet, daß die erste Probe von neuem Roggen einer Berliner Aommiijionofirino zugegangen ist. Der Besitzer wohnt an der Grenze von Schlesien und Posen und gedenkt in den nächsteit 10 Tagen ea. 1000 Zentner Roggen nacti Berlin zu liefern. Die Qualität ist in jeder Beziehung befriedigend Auch aus der Dirschauer Gegend lvird ge meldet, daß der Schnitt schon seit einigen Tagen begonnen hat und die Probedrusche recht gute Qualitäten zeigen. * Roggen ist ba rauflyin ea. 1 Mk. billiger gewesen, war aber wenig begehrt._____________________ Cingesandt. Erklärung. In Nummer 192 des Gießener Anzeigers vom August 1909 erschien cm Eingesandt mit her Ucbcri'dirirt: „Die Wörtschcn Reiseführer. Von Jakob i^eick in Büttelborn." Obwohl unterzeichne ter nach Einsichtnahme dcS Mamn'kriotes mit dem Jakob Tvcid nicht identisch ist, erklärt er bennod), daß es nicht die Ab- fiebt sein konnte, .'oerm Wärt zu beierdigen, wie auS dem ganzen Artikel deutlich hervorgeht. Es werden darum formell alle beledigenden Worte bedauert unb zurückgenommen Herr Wort wird um gütige Verzeihung gebeten. Materiell kann nichts zurück - gciwmmcn, lonbern nur auf dem Wahrheitsbeweis be)tanbcn werden. Büttelborn, den 18. Juni 1910. Johannes Fcick, Lehrer. 9 V i er e. r ob n e S t eue r m ann. Der Kamps 'wi'chen den beiden alten Rivalen Mainz und Ludwigshafen entschied sich zu Gunsten des Mainzer Rudervereins. Ludwigshafen führt ungefähr i;3 Strecke, muß bann aberöie Führung an Mainz abtreten, das mit einer Länge (7,17 zu 7,20lA) liegt. . 10. Zweiter Achter. (Ehrenpreis.) Mainzer Ruder Verein siegt mit 7,01 gegen R.-V. Möln 7,06 r, R. G. «eil trenn 7,11, Wassersport Köln, R.-Kl. Höchst (W.-V. Düsseldorf ab auf). . Sämtliche bei der Regatta beteiligten Vereine sanden nen am Abend des ersten Tages auf den Terrassen der Stadthalle ein, wo das Ringen des Tages m einer fröhlichen Gesellschaft Ausgleich sand. Der Tag brachte den Mainzern eine große Enttäuschimg, da LucaS umkippte und den Rhempokal an Nünning hoff (Ruhrort) verlor. Auch im Rennen um den Preis des GroßherzoaS ging ein Boot unter Wasser, der Vierer deS Ludwigshafener R. V. Da sich der Unfall bei 1500 Meter ereignete und Mainz mehr als zwei BootSlängen Vorsprung hatte, mar Ludwigshafen^nicht mehr als Sieger in Betracht gekommen. Im 2. Vierer ohne Steuermann bekam Ludwigshaten viel Wasser ins Boot und verlor den Ehrenpreis an Frankfurter 91. V. 1865. Tie Rennen verliefen: Auch heute war das Wetter ausnehmend schön, doch das Hochwasser des Rheines hatte gegen gestern noch zugenommen. Das erste Remien (H.)lJuntor-Vierer- galt dem Ehren- vreis des Wettfahrtkomitces. Beteiligt waren dabei 14 Vereine, unter anderen auch die Gießener Rudergesellschaft, die jedoch nicht startete. Wassersportvcrein Köln errang mit 7,36 den Sieg gegen den Offenbacher R.-V., 7,41, der als einziger außer dem Sieger die Fahrt durchführte. Bei dem 12. Rennen (G r o ß h e r z o g s v i e r e r), das zwischen dem Mainzer und Ludwigshafener Ruder-Verein ausgefochten wurde, schlug das Boot der Ludwigshafener durch den Wellenschlag eines, trotz Verbot, zu Berg fahrenden Dampfers um, doch wurden iamtliche Ruderer ohne Schaden gerettet. 13. Einer. lRheinpokal Wanderpreis.) Gerhard Nünning- Hoff (Ruder-Gesellschaft Ruhrort) siegte mit 9 Min. gegelt Otto Müller (Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania") 9,25 und «ans Böttinger «Ruderriege des Essener Turn- und Fechtklubs) 9,39. Der Fahrer des Mainzer „Einer" L u e a s, der anfänglich führte, hatte das gleiche Unglück wie die Ludwigshafener. Es schlug aus halber Bahn, als er die Führung an Nünninghosf abgetreten Hane, sein Boot um, das er unter dem Jubel der Zuschauer selbst ans Ufer zog, wieder bestieg; mit starken Schlägen durchmaß er den Rest der Bahn. 14. Den zweiten Vierer ohne S t e u e r m a n n.fuhr allein der Frankfurter Ruderverein in 8,11 Min., da sein einziger Rivale, der Ludwigshafener R.-B., die Fahrt ausgab. 15. Junior-Einer. Von den sieben angezeigten Booten fuhren nur vier. Ernst Maschmann von der Mainzer R -G. gewann in herrlicher Fahrt mit zwei Längen (8,58 Min.) gegen W. Schuß (Düsseldorf, W. Spielmann (Hornern- unb #rb. xrauß (Heilbronn). . 16 Kaiser-Vierer (Wanderpreis für Studierende). Sieger „Kölner R.-V." 8,01 mit 1'/. Längen. „Amicitia" (Mannheim) 8,05, Ruder - Gesellschaft Heidelberg 8,08, Heidelberger Ruder-Klub 8,10. Akademischer R.-V. Heidelberg aufgcgeben. Im 17. Rennen, Zweier ohne Steuermann, reifet bet Ludwigshafener Ruder-Verein kurz nach dem Start die Führung an sich und weiß sie trotz aller Anstrengungen fettens des Mainzer Rudervereins zu behaupten (9,11 zu 9,16) 18 Junior-Achter. Beim erften Start wird der Kölner Klub für Wassersport wegen Kollision ausgeschlossen. Beim zweiten gibt die Heidelberger R.-G. bald auf, und es siegt der Mainzer R.-V. mit 7,39 gegen Frankfurter R.-B. (7,45) ‘ 19. Jubiläums-Vierer, lieget: „Frankfurter R.-V. bet nach scharfem Kamps der Mainzer R.-G. die Fülxrung cnt- reißt^(7,^>r^u { cr c r. Offenbacher R.-G. „Undine" gewinnt mit 7,35 gegen Wassersport-Verein Düsseldorf 7 29% und Heilbronner R.-G. „Schwaben" 7,393/s. Schonet Endsport zwi- schxu Düsseldorfer und Heilbronner Mannschaft. Von den aufeer- dcm ftartenben '-twoten wurde das des Frankfurter R.-Kl. wegen Kollision ausgeschlossen. 21. (rrmiintcrunge- Vierer Dieses Rennen, an dem 6 Vereine beteiligt waren, brachte eine schöne Scklutzfahrt zwischen dem Offenbacher R.-V. tutb der Gießener R G. von 1877, bic anfänglich führte, aber nad) hartem Kampfe als zweite durchs Ziel ging. Dock) fuhr das Boot einen so herrlichen End spart, daß es zu bebauet n ist, daß ihm der^ Preis nicht vei gönnt war. Blieben die Gießener bei allen Fahrten zurück, so zeigten sie hier ihre Fähigkeiten: ihre glänzende Faltrt ist uni io höher zu bewerten, als sie des Rheines ungewohnt sind. 1. Offenbach 7,50, 2. Gießen 7,51, 3. Frankfurter R.-El. 1884, 4. R. G. Heidelberg, 5. Kölner Kl. für Wassersport, 6. Mainzer R.-G. / 22. Erster Achter. Das letzte Rennen führte Main- und Ludwigshafen nod) einmal zusammen Es galt den „ersten Achter". Main; nahm sofort die Führung und siegte mit zwei Längen ,7.04 zu 7,10>. Nach Schluß der Fahrt fand in dem Garten des Bootshauses die Preisvertellung statt. Von den 29 zur Regatta anwesenden Vreinen erhielten 13 Preise. Der Vorsitzende des Mainzer Vereins wies in seiner Rede auf die großen und schweren Arbeiten bei Veranstaltung von Regatten hin^uud banftc den Mainzer Ruderern mit anerkennenden Worten. O. 9c. (ßcricbtsfaaL Paris, 18. Juni. Das Seegericht von Toulon verurteilte den Marinelieferanten Jos6°> Baley wegen Betrugs und Beamtenbestechung M fünf Jahren Gefängnis und den Arsenal arbeitet Rebuffet, der bereits in einem anderen ähnlichen Prozeß zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden mar, zu sechs Monaten Gefängnis. Ein zweiter Arsenalarbeiier erhielt drei^ Monate Gefängnis unter Zubilligung des bedingten Strafaufschubs. Hochwasser. Schlett stabt, 18. Juni. Gestern nachmittag ist ber Hauptrheinbamm ungefähr drei Kilometer oberhalb von Diebelsheim bei Kilometer 20,3 in einer Breite von 25 bis 30 Meter durch da§ Hochwasier zerrissen worben. Die Wassermassen überfluteten die Gelände der Gemeinden DicbelS- heim und Friesenheim. ES wird lebhaft gearbeitet. Pioniere auS Straßburg und Soldaten der Maschinengewehrabteilung aus Schlettstadt sind an Ort und Stelle. Die Gefahr ist noch nicht geringer geworden. München, 18. Juni. Der gesamte Eisenbahnverkehr nach Murnau, Garmisch und Oberammergau ist wieder ausgenommen worden. Köln, 20. Juni. Nach amtlicher Schätzung betragen die Verluste bei der Ueberschwemmung im Ahrtal annähernd vier Millionen Mark, die Zahl der Toten etwa 80. Die Sammlungen für die Geschädigten in Köln ergaben bis jetzt etwa 50 000 Mark. Luftschifkahtt. Robl töllich verunglückt. Stettin, 18. Juni. Bei dem Wettfliegen auf ber Rennbahn des Pasewalker Reitervereins stürzte heute abend gegen 1/08 Uhr Robl nach kurzem Fluge aus einer Hohe von 80 Metern zur Erde. Robl, ber unter die Maschine fiel, wurde schwer verletzt, der separat zertrümmert. Rach einer späteren Meldung ist Robl seinen Verletzungen erlegen. firicflcrfamcraöithaft kichu. M Von dem Hinscheiden unseres Mitgliedes unb Kameraden Konrad Junker setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet am Dienstag den 21. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen D-riedho's miß statt. 1 • Zusammenkunft '/«Stunde vorher am SnedhofSvortat. Statt Karten. fttiir die herzliche Teilnahme an unserem schweren Verluste und?ür die zahlreichen,Blumenlvenden, lorote für Sie Ostreichen Lorte des Herrn Pfarrer Hamtein sagen innigsten Dank Die tiettrauernben HiMerbliebenen: W. Reuter u. Kinder. 3392 Die Lieferung von rd. 405 t Flußeisen zur Erweiterung des RahnboW' Bad-Nauheim soll verdungen werden. Die Angebote können so lange der Vorrat reicht für 1,00 All- n vermieten RtllMWtliM 03 r> 7) 1.44 1.64 05049] Ein eins. möbl. Zimmer a. e. anst. Fräul. z. verm. Hessenstr. 2. 04939) Änst. Arbeiter k. Kost u. Log. erhalten. Schulstraße 11 Mans, l. Ferner empfehle ich erstklassigen französischen Kognak. E. Dort, Walltorstr. 45. 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